Aktiv gegen Cybermobbing in der Schule [Literaturtipp]

Allgemein, Fortbildung, Literaturtipp

Man spricht immer über Medien, Digitalität und Social Media im Unterricht. Aber niemand spricht über Cybermobbing, Diskriminierung und feindliche Kommentare. SchülerInnen hiervor zu schützen und für solche feindlichen Regungen im Internet zu sensibilisieren, halte ich für genauso wichtig wie die SchülerInnen über den Umgang mit den modernen Medien und deren Nutzen für die eigene Person aufzuklären.

Was ist Cybermobbing?

„Unter Cyberbullying oder Cybermobbing versteht man die Beleidigung, Bedrohung, Bloßstellung oder Belästigung von Personen mithilfe von Kommunikationsmedien, beispielsweise über Smartphones, E-Mails, Websites, Foren, Chats und Communities.“

Definition nach BMFSFJ (https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/kinder-und-jugend/medienkompetenz/was-ist-cybermobbing-/86484; 11.05.2020)

JIM-Studie 2019

Die aktuellste Veröffentlichung der JIM-Studie (jährliche repräsentative Studie zum Medienverhalten von Jugendlichen) aus dem Jahr 2019 zeigt hierbei erschreckende Zahlen.

Jeder fünfte Jugendliche im Alter zwischen 12-19 Jahren gab an, dass über ihn falsche oder beleidigende Dinge im Internet verbreitet wurden. Das sind etwas fünf SchülerInnen in jeder Klasse und dies unabhängig von der Schulart. Zudem gaben acht Prozent der Befragten an, bereits selbst Opfer von Cybermobbing geworden zu sein. Mit dem zunehmenden Alter ist die Zahl der Betroffenen hierbei gestiegen. Bezogen auf unsere eigenen SchülerInnen ist somit in jeder Klasse etwa jeder zehnte Schüler selbst Opfer von Cybermobbing. Mädchen sind hierbei doppelt so häufig betroffen wie Jungen. Zudem gibt jeder Dritte der Befragten an, im eigenen Bekanntenkreis schon einmal einen Fall von Cybermobbing erlebt zu haben.

Eine Studie der Techniker Krankenkasse zeigt hierbei, die dramatischen Folgen bei Jugendliche auf.

Quelle: https://www.gewalt-gegen-kinder.de/index.php/leitfaden/cybermobbing/folgen-von-cybermobbing?showall=1 (11.05.2020)

Diese können über die aufgeführten psychischen Folgen bis hin zu Selbstmordgedanken führen. Laut dem „Bündnis gegen Cybermobbing“ hat jeder Fünfte Betroffene bereits über einen Suizid nachgedacht.

Beispiele wie der Suizid von Amanda Todd zeigen, dass dies nicht nur Gedanken, sondern leider in einigen Fällen auch Realität sind.

„Medienhelden“ gegen Cybermobbing

Die Freie Universität Berlin entwickelte zur Bekämpfung von Cybermobbing das bereits erfolgreich getestete und evaluierte Programm „Medienhelden„.

Ablauf der Maßnahme „Medienhelden“ nach https://www.medienhelden.info/das-programm.html#news (11.05.2020)

Das Programm wird entweder während des Unterrichts anhand eines zehnwöchiges Curriculums (s.Graphik) durchgeführt werden oder in leicht gekürzter Form im Rahmen von Projekttagen. Zudem besteht die Möglichkeit für die bayrischen Lehrkräfte Fortbildung zu diesem Programm zu besuchen.

Das Programm startet mit der Evaluation eines Fragebogens, in welchem die Klasse näher zu ihrem eigenen Medienverhalten befragt wird. Zudem wird in diesem Zuge auch auf die Gefahren aufmerksam gemacht, welche sich im Netz verbergen. Anschließend wird in den folgenden Sektionen näher auf das Thema Cybermobbing eingegangen und anhand verschiedenen Übungen (Rollenspiele, Präsentationen, Quizze etc.) behandelt. Hierbei sollen die SchülerInnen nicht nur lernen, was Cybermobbing überhaupt bedeutet, sondern auch, warum dies geschieht und wie sie sich dagegen wehren, aber auch Betroffene im Kampf gegen Cybermobbing unterstützen können. Zum Beispiel Lernen SchülerInnen anhand eines Themenblocks, wie sie korrekt bei Cybermobbing handeln und mit welchen Methoden sie sich gegen Täter zur Wehr setzen können.

Die Durchführung des Verfahrens wurde von der Freien Universität Berlin in einer eigenen Handreichung sehr ausführlich und detailliert beschrieben. Es finden sich genaue Angaben zum Ablauf der Einheiten sowie jede Menge Materialien und Beispiele aus der Praxis in der Abhandlung.

Weiteres Material

Verwendete Literatur & Bilder

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