Powerpoint Karaoke als Präsentationstraining

Methode, Methodik

Spontanität, Ausdrucksstärke, Souveränität und die Präsentation und Wiedergabe von Sachverhalten sind Kompetenzen, welche nicht nur in der Schule von Bedeutung sind, sondern auch im späteren Berufsleben. Umso wichtiger ist es, diese Kompetenzen neben dem fachlichen Inhalt zu schulen. Um die Präsentationsfähigkeit zu schulen, aber auch den Umgang mit unerwarteten Situationen sowie Spontanität, eignet sich die Methode der Powerpoint Karaoke. Zudem kann man mit den Präsentationen ebenso schöne Vertretungsstunden gestalten.

Was ist Powerpoint Karaoke?

Auch wenn die Bezeichnung der Methode anderes vermuten lässt, wird bei der Powerpoint Karaoke nicht gesungen. Lediglich die spontane Darbietung und der unbekannte Titel wurden übernommen. Bei der Powerpoint Karaoke geht es darum, eine Präsentation zu halten, welche zuvor unbekannt oder nur wenige Minuten zuvor gesehen wurde und dies in einer vorgegebenen Zeit. Hierbei geht es nicht darum, den Inhalt korrekt wiederzugeben, sondern spontan, kreativ und gleichzeitig souverän zu agieren, ohne sich anmerken zu lassen, dass man die Präsentation nicht kennt.

Durchführung im Unterricht

Für den Unterricht in einer 8.Klasse habe ich die Methode leicht abgewandelt und meine eigenen Rahmenbedingungen gesetzt.

  • Zeit pro Präsentation: 3-4 Minuten (kein vorzeitiger Abbruch)
  • Präsentation eines unbekannten Schaubildes
  • Einzel- oder Partnerpräsentation; niemand wird gezwungen zu präsentieren

Um in 45 Minuten jedem Mitglied der Klasse die Chance auf eine Präsentation zu geben, habe ich für die einzelnen Vorträge ein Zeitlimit von drei Minuten festgesetzt. Hierfür habe ich ihnen einen Timer gestellt und auf das Pult gelegt. Selbst habe ich mich zurückgenommen und in eine freie Bank gesetzt. War eine Präsentation nach der vorgegebenen Zeit allerdings noch nicht beendet, habe ich die Referierenden in Ruhe aussprechen lassen, damit sie ihre Präsentation beenden konnten. Ein abrupter Abbruch erschien mir angesichts des Alters und der Unbekanntheit der Methode doch zu hart.

Zudem habe ich mich aufgrund der Zeit und mangelnder Vorlage gegen die Vorstellung von Präsentation und für Schaubilder entschieden. Die Vorteile sind hierbei, dass alle wichtigen Informationen auf einen Blick zu erkennen und grafisch untermalt sind. Vorstellen durften die Mädels diese wahlweise in Einzel- und Partnerarbeit, wobei sie die Präsentation erst zu Gesicht bekamen als der Timer und somit ihre Zeit gestartet war. Sie mussten also absolut spontan handeln und hatten dabei keine Vorbereitungszeit. Die einzelnen Präsentationen hatte ich zuvor durchnummeriert und auf einem Stick mitgebracht. Die Schülerinnen habe dann wahllos eine Zahl zwischen 1-18 nenne dürfen und die jeweilige Präsentation erhalten. Alternativ kann man hier auch ein Glücksrad verwenden.

Fazit

Es war mein erster Durchgang mit dieser Methode und ich bereue es, sie nicht früher eingesetzt zu haben.

Die Mädels sind teilweise so auch sich herausgegangen und haben sich von einer anderen Seite gezeigt, wie ich es im normalen Geschichtsunterricht selten erlebt habe. Ich durfte viele neue Facetten an ihnen entdecken und war am Ende echt stolz auf sie. Sie haben gelernt, dass sie super spontan reagieren können und auch eine Lösung für ein Problem finden, wenn sie einmal nicht weiterwissen. Sie standen spontan an der Tafel und haben die einzelnen Präsentation gerockt, ohne Angst vor der Aufgabe zu haben. Sie sind in, passend zu den Präsentation, verschiedenen Rolle geschlüpft und haben diese imitiert. Besonders schön war, dass sie mit den Referierenden interagiert haben, wenn bei diesen eine kurze Pause entstanden war. Das haben sie absolut selbstständig ohne jegliche Anweisung meinerseits getan und damit auch gezeigt, wie sehr sie ihre Klassenkameradinnen bei kleinen Schwierigkeiten unterstützen und wie gut sie als Klasse zusammenhalten. Am Ende der Stunde haben sich auch noch einige Schülerinnen getraut, welche zuvor etwas skeptisch waren. Dies zeigt auch, wie hoch das Vertrauen ihrerseits in die Gemeinschaft ist und ich weißt, dass es manchen echt Überwindung gekostet hat. Am Ende der Stunde kam die Frage auf, ob wir so etwas wiedermachen. Ein schöneres Feedback kann man doch gar nicht bekommen. Insbesondere, wenn man strahlende und lachende Kinder vor sich hat 😊

Schaubilder

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