Pixton – Comics gestalten im Unterricht

Methode, Methodik, digital, Comic

Dieser Artikel stammt von einer guten Freundin von mir, die freundlicherweise ihre Erfahrungen mit „Pixton“ im Englischunterricht mit uns teilt. Die kostenfreie Version ist für den Unterricht ausreichend, es kann aber auch die Vollversion sieben Tage lang getestet werden. Danke dir!

Vorüberlegungen

Seit einigen Wochen begleitet Shakespeare’s Macbeth meine 11. Klasse (Oberstufe, da G8) und mich nun schon. Da wir uns immer Mittwochnachmittags mit Macbeth beschäftigen, versuche ich in diese zwei Stunden viel kreative Arbeit einfließen zu lassen. Meine Oberstufe arbeitet zwar gerne, aber dennoch finde ich, dass ich sie nicht zur trockenen Textarbeit im Nachmittagsunterricht zwingen muss. Nachdem die Schüler*innen im Rahmen der Lektürearbeit bereits eine Charakterpositionierung sehr schön auf DIN A3 Blättern sowie einige Szenen schauspielerisch dargestellt hatten, war ich auf der Suche nach einer weiteren kreativen Aktivität, welche zudem Material für eine kleine Zeitung zum Reihenabschluss liefern sollte. Hierfür machte ich mich auf die Suche nach einem möglichst DGSVO konformen Tool.

Die ersten Schritte

Tja, was soll ich sagen? Das ZPG ( zentrales Fortbildungsprogramm für Lehrer in Baden- Württemberg) empfiehlt Canva, oder Pixton als Tool, um Comics mit Schüler*innen zu erstellen. Nachdem Canva schon sehr lange auf meiner Wunschliste steht, ich bisher aber nicht die Zeit und Geduld hatte, mich reinzufuchsen, entscheide ich mich für Pixton. Auf der Startseite muss ich einen Account als Lehrkraft anlegen, dies geht entweder über Facebook, oder Google – adios DGSVO. Nun gut, es sind ja „nur meine Daten“ und ich entscheide mich, ein Konto einzurichten. Zunächst erstelle ich einen Klassenraum, den ich „The Shakespeare Club“ nenne.

Ich richte meine Klasse auf Pixton an, indem ich alle Schüler*innen in eine Tabelle anlege. Jeder Schüler*in bekommt dann einen individuellen Zugangscode für den Raum.
Anschließend werde ich gefragt, welche Funktionen für die Schüler gesperrt sein sollen- Ich überlege, ob Rollstuhlfahrer und blinde Menschen ausgeschlossen werden sollen und entscheide mich dagegen. Wieso soll ich diese Möglichkeit meinen Schüler*innen verwehren? Aber, ich finde es nicht schlecht, dass man als Lehrkraft Einschränkungen machen kann. Es mag ja Klassen geben, die noch mehr Flausen im Kopf haben, als meine Oberstufe 😊

Als ich mich daran mache, meinen Avatar zu gestalten, stelle ich mir bereits meine Oberstufe vor, wie alle begeistert ihre Avatare gestalten und ich grinse. Ja, das könnte Spaß machen. Ich kann unter sehr vielen Möglichkeiten für die Hautfarbe, Haarfarbe, Haarschnitt und Make-up wählen, ebenso kann ich zwischen unzähligen Outfits und Accessoires wählen- ach, ich könnte damit Stunden verbringen.

Klassenbild des Kurses bei Pixton

Die Aufgabe, die ich den Schüler*innen gebe, ist folgende: Gestaltet Akt 4 Szene 3 in 3 Comic-Bildern. Verwendet die zur Verfügung stehenden Gestaltungsmöglichkeiten so, dass man auch als Leser, der das Stück und die Szene nicht kennt, versteht, um was es geht. Die Schüler fangen mit Feuereifer an zu arbeiten und immer wieder hört man Gelächter. Am Ende der knapp 50min sind wir alle sehr stolz. Es sind tolle Comics entstanden, die Ergebnisse lade ich auf die schulinterne Plattform hoch, damit man alle Ergebnisse begutachten kann.

Beispiel aus dem Unterricht

Nun zwei Fragen, die man sich ja als Lehrer am Ende stellt: Was haben die Schüler*innen gelernt, wie ging es ihnen dabei? Die Schüler*innen haben gelernt, eine kurze Szene mit durchaus wichtigem Inhalt in den drei Comicszenen festzuhalten- sie mussten sich also auf das Wesentliche beschränken. So viel, wie an dem Nachmittag gelacht wurde, gehe ich mit der Gewissheit aus der Schule, dass die Schüler Spaß hatten und vielleicht auch noch in Jahren an die Comics denken.

Fazit

Pixton ist eine gute, webbasierte Seite, auf der man mit seinen Schüler*innen recht schnell Comics gestalten lassen kann. Gut finde ich, dass die Seite einen Zugang für Lehrkräfte anbietet und der Lehrer*in dann Zugangscodes für seine Schüler erhält. Ebenso gut hat mir die schier endlose Auswahl an Avataren und der Gestaltung dieser gefallen. Allerdings ist hier auch der Knackpunkt. Wie sehr lasse ich meinen Schülern die künstlerische Freiheit, Charaktere aus der Geschichte zu nehmen, die großes Leid über die Welt gebracht haben? Ich empfehle Pixton definitiv weiter und werde es bei meiner 7. Klasse anwenden.
Pixton eignet sich, meiner Meinung nach, in der Klassenstufe 7-12 sehr gut und die intuitive Handhabung erleichtern beiden Seiten, Lehrer*innen, wie Schüler*innen, das Arbeiten.

3 Gedanken zu “Pixton – Comics gestalten im Unterricht

  1. Moin aus dem hohen Norden 🙂
    Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, habe ich pixton selbst ausprobiert und bin mit dem Ergebnis zufrieden (die SuS auch😉), Probelauf mit der Klasse soll morgen folgen.
    Im Moment läuft noch die Testversion (Vollversion). Mich würde interessieren, was nachher bei der kostenlosen Version noch zur Verfügung steht? Findet man da eine Auflistung , Hinweise o.ä.? Ganz konkret: sind in der Gartisversion noch Römer, Griechen und anderes Historisches zu finden oder gibt es das nur als Zusatzpaket?
    Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen freuen ☺️
    Sandra

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    1. Hallo Sandra,
      die kostenlose Version bietet eine abgespeckte Variante an Personen und Hintergründen. Zudem kann man keine eigenen Bilder für das Comic mehr hochladen. Hab damit auch schon gearbeitet, aber manche SuS waren aufgrund der mangelnden Auswahl nicht so begeistert 😅
      Liebe Grüße
      Katharina

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