[kms-Ref] Tipps für einen gelungenen Einstieg beim Unterrichtsbesuch

Apps/Programme, Referendariat

Auch wenn jede einzelne Phase eines Unterrichtsbesuchs wichtig ist, so kommt dem Einstieg doch eine große Anzahl an unterschiedlichen Aufgaben zu. Hier sollen gleich mehrere Aufgaben erfüllt werden: Die Lerngruppe soll „in den Unterricht“ geholt werden und so einen guten und bestenfalls auch motivierenden Einstieg in die Stunde haben. Gleichzeitig soll er bestenfalls auch den bisherigen roten Faden im Unterrichtsverlauf aufgreifen und am Ende auch schon zu dem nächsten Schritt, welchen man in dieser Stunde machen will, hinleiten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass viele Stunden mit dem Einstieg gelungen oder misslungen sind. Wenn ich die Lerngruppe hier gut aktiviert habe, lief auch der Rest der Stunde gut. Wenn der Einstieg nicht gelang, lief der Rest der Stunde eher wenig gut und gerade die leistungsschwächeren SchülerInnen fühlten sich abgehängt. Aus diesem Grund wollen wir dir heute drei Tipps zu einem gelungenen Einstieg in deinen Unterrichtsbesuch geben.

Einstieg über eine gemeinsame App (z.B. LearningApps)

Aus eigener Erfahrung bieten sich für Unterrichtsbesuch im Einstieg oftmals kurze Apps an, mit welchen man Inhalte der letzten Stunden wieder aufgreift und gleichzeitig den Blick in die Zukunft wirft. Als Plattform kann ich hier LearningApps empfehlen, einen kostenlose Plattform, auf welcher relativ einfach eigene Apps wie Memory, Zuordnungen oder Sortierungen erstellt werden können. Während ich hier im Lateinunterricht gerne mit einem kurzen Memory einstiege, mit welchem Vokabeln oder zentrale Begriffe der letzten Stunde wiederholt werden, bietet sich für den Geschichtsunterricht vor allem das Sortieren an. Im folgenden Beispiel habe ich die SchülerInnen die wichtigsten Ereignisse der Revolution 1848/49 sortieren lassen. Dabei habe ich den letzten Punkt so offen formuliert, dass wir auf dieser Basis Theorien aufstellen konnten, wie genau Könige und Fürsten nun reagieren würden. Somit hat der Einstieg gleichzeitig wiederholt, aber auch einen Ausblick auf die Zukunft gegeben. Durch das Sortieren gab es auch eine relativ breite Beteiligung im Einstieg, da hier 8 unterschiedliche SchülerInnen drankamen. Auch leistungsschwächere SchülerInnen konnten sich durch die vorgegebenen Antworten besser beteiligen.

Anstatt die SchülerInnen selbst dranzunehmen habe ich auch schon einen Schüler als „Moderator“ drangenommen, welcher sozusagen die Aufgabe hatte, gemeinsam mit der Lerngruppe die Ereignisse zu sortieren. Dies würde ich jedoch nur empfehlen, wenn die Lerngruppe einigermaßen kollegial arbeiten kann und man einen Schüler wählt, welcher auch schon „reif“ genug für diese Aufgabe ist.

Einstieg über eine interaktive Umfrage (z.B. mit Wooclap)

Digitale Umfragen sind eine gute Möglichkeit, schon zu Beginn der Stunde eine Basis für das ausführliche Diskutieren einer Streitfrage zu legen. Dadurch, dass man Aussagen gezielt auf einen Konflikt zuspitzen kann, läuft man hier auch nicht Gefahr, Diskussionen zu offen zu gestalten, was gerade in Bezug auf den AFB III schnell passieren kann. So kann über Fragen wie „Lebten die Menschen im alten Ägypten gut?“ oder „Waren die Proteste des zweiten/dritten Standes gerecht?“ direkt zu Beginn diskutiert werden, bevor man z.B. in einer Arbeitsphase weitere Informationen gewinnen oder Historikertexte lesen kann. Als Programm hierfür bietet sich z.B. Wooclap an, da die Ergebnisse hier direkt visualisiert abgerufen werden können. Zudem können die hier gesammelten Ergebnisse am Ende der Stunde ggf. mit der gleichen Fragen noch einmal verglichen werden.

Einstieg durch ein interaktives Quiz (z.B. mit Kahoot)

Ein Einstieg mit Kahoot bietet sich schon deshalb an, weil hier wirklich alle SchülerInnen sich beteiligen werden. Auch die Motivation ist generell immer sehr hoch, was für den weiteren Verlauf der Stunde praktisch ist. Die Idee ist, 5-6 Fragen zur letzten Stunde zu stellen und nach den einzelnen Fragen noch einmal kurz erklären zu lassen, warum die richtige Antwort „richtig“ ist. Zudem kann die letzte Frage auch gezielt als Umfrage oder offene Frage gestellt werden, um dann auf das Problem oder Thema der heutigen Stunde hinzuweisen [ähnlich wie bei Tipp 1]. Eine Kollegin erzählte mir, dass sie mit einem Kahoot in Mathe gestartet ist, bei welchem die ersten 4 Aufgaben durch das neu gewonnene Wissen der letzten Stunden gelöst werden konnten. Die letzte Frage sorgte jedoch für viele „Hä?“-Ausrufe, da dort etwas neues auftauchte. Somit waren die SchülerInnen gleich aktiviert und wollten herausfinden, wie sie diese Aufgabe dann lösen konnten. Somit war das Stundenziel durch diesen motivierenden Einstieg direkt vorgegeben.

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