Üben und Wiederholen: deck.toys im Lateinunterricht

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Kaum ein Unterrichtsfach wie Latein hat das große Problem, dass SchülerInnen gerne schnell vergessen, was man vor einer Woche gemacht hat. So schnell wie ein Abl.Abs. in den Kopf kommt, ist er bei den meisten auch schon wieder draußen. Gerade für Latein ist das natürlich schwierig, weil viele Elemente in gewisser Weise aufeinander aufbauen: Wer z.B. den Infinitiv nicht beherrscht, kann auch den AcI nicht beherrschen. Daher ist es wichtig, regelmäßig zentrale Elemente zu wiederholen, um diese halbwegs greifbar für neue grammatische Phänomene zu haben.

In meiner neunten Klasse stand ich vor der Situation, konjunktivische Nebensätze einzuführen. Ein zentrales Element hier sind die Zeitverhältnisse, welche durch die jeweiligen Konjunktiv-Formen angegeben werden. Diese Formen zeigen einem also an, ob es heißt „Julia sieht, dass das Haus brennt.“ oder „Julia sieht, dass das Haus gebrannt hat.“. Vorzeitigkeit und Gleichzeitigkeit (Nachzeitigkeit war hier in Nebensätzen noch nicht bekannt) sind zentrale Elemente des Lateinunterrichts und sollten hier bereits durch die bestehenden Infintivie bekannt sein. Doch weil ich bereits zuvor merkte, dass es da aktuell größere Mängel gab, wollte ich vor dem Einführen der neuen Grammatik noch einmal die Themen „Vorzeitigkeit und Gleichzeitigkeit“ inklusive der Infinitive wiederholen. Bei der Überlegung, wie mir dies nachvollziehbar, effektiv aber auch ein wenig spielerisch gelingen könnte, kam ich zu einem meiner Lieblingstools: deck.toys. Damit erstellte ich also ein Lernabenteuer zu den genannten Themen, welches ich euch gerne vorstellen möchte und welches ihr auch sofort selbst nutzen könnt.

Wenn ihr das Programm noch nicht kennt oder euer Wissen ein wenig auffrischen wollt, findet ihr hier nochmal einen ausführlichen Artikel zum Thema auf dem Blog.

Das deck.toys

Zu Übersicht hier einmal der grobe Aufbau meines deck.toys. Im Prinzip ist es ein linearer Pfad mit 4 Zwischenstationen. Daneben gibt es noch 3 weitere Bonuslevel, welche für den Pfad selbst nicht wichtig sind, aber den Zugang zu einem „geheimen“ Ende ermöglichen. Die Bonuslevel sind daher optional und eher als eine Art Differenzierung zu sehen. Insgesamt sieht die Oberfläche so aus:

Dabei bestehen die einzelnen Aufgaben auch genau aus dem, was darauf steht. Bei dem Infinitiv-Level geht es um… das Üben und Wiederholen von Infinitiven. Bei Übersetzungen sollen passende Übersetzungen einander zugeordnet werden und die beiden gleichzeitig/vorzeitig Übungen sollen einmal auf Deutsch und einmal auf Latein jeweils einem Bereich zugeordnet werden. Die jeweiligen Bonuslevel greifen das „angeschlossene“ Thema dann vertieft auf.

Wie gesagt gibt es hier in diesem deck.toys ein geheimes Ende, welches die SchülerInnen nur lösen können, wenn sie die drei Bonuslevel schaffen. In diesem Geheimlevel erhalten sie einen geheimen Code (optimus magister), welches sie mir nach der Stunde sagen sollten. Als Belohnung dafür gab es eine kleine Süßigkeit.

Insgesamt hat es den SchülerInnen sehr viel Spass gemacht, mit diesem deck.toys dieses Thema zu wiederholen. Selbst diejenigen, welche im Unterricht eher ruhig waren, waren hier sehr fokussiert, um möglichst viele Punkte zu erzielen. Sehr schön zu sehen war auch, dass sich einige ein wenig aufgeregt haben, wenn sie bei einem Spiel erstmal nicht weitergekommen sind. Wer kennt solche Situationen nicht vom eigenen Spielen? Insofern war das Feedback am Ende relativ positiv und beim Einführen des neuen Themas wrid sich zeigen, wie hilfreich der Einsatz von deck.toys dann wirklich war. Oder ob es wieder wie so oft im Unterricht heißt: „Haben wir das jemals gehabt?“ – „Ja, vor einer Woche.“. Ich hoffe es nicht. 😄

Das deck.toys könnt ihr unter dem folgenden Link (hier) oder QR-Code spielen und im eigenen Unterricht nutzen:

Tutorial zum Erstellen

Björns Woche im #twlz: Wie sinnvoll sind Erklärvideos auf YouTube & Co?

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

wenn es um das digitale Lernen bei Schüler*Innen geht, sind Erklärvideos auf YouTube ganz vorne mit dabei. Wem um 20:00 am Vorabend einfällt, dass ja morgen eine Klausur ansteht, sucht auf YouTube schnell nach Videos von Plattformen wie Simpleclub, musstewissen oder Kurz gesagt. Immerhin versprechen diese Plattformen, dass man nach dem Video „alles weiß, was man wissen muss“ oder dass man nach dem Schauen dieses Video morgen auf jeden Fall eine gute Note schreiben werde. Daher verwundert es nicht, dass jene Videos auch bei meiner SchülerInnen sehr beliebt sind und natürlich auch geschaut werden. Doch so gut zusätzliche Bildung auch ist, bleibt natürlich die Frage bestehen, welchen praktischen Mehrwert haben solche Erklärvideos für den Unterricht wirklich? Und wie sieht es um die vorher genannten versprechen aus: Ist das Schauen solcher Videos der „einfache“ Weg zu 15 Punkten in Geschichte und co? Auch im #twlz wird immer mal wieder gerne über das Thema diskutiert, weshalb ich es spannend fand, diesen Fragen mal mit einer Schulklasse nachzugehen. Gemeinsam mit meiner elften Klasse in Geschichte haben wir uns diese Frage einmal gestellt und kritisch geschaut, inwiefern diese Videos zum Erringen einer guten Note für den Unterricht beitragen können.

Die Ausgangslage

Konkret bin ich in die Stunde mit der Frage gegangen, ob das Schauen solcher Erklärvideos hilft, eine gute Note in einer Oberstufenklausur in Geschichte zu bekommen. Als Materialien dienten hierfür ein Erklärvideo von Mr.Wissen2go zum Thema Entdeckung Amerikas und eine kleine Übersicht über eine Beispielklausur. Zu letzterem Punkt sei gesagt, dass wir in Geschichte in Niedersachsen für die Oberstufe relativ feste Vorgaben für das Stellen von Klausuren haben. Die Klausur orientiert sich dabei an je einer Aufgabe aus allen drei Anforderungsniveaus, hier einmal knapp zusammengefasst: Zusammenfassen (AFB I) / Erklären (AFB II) / Stellung beziehen (AFB III). In Bezug auf den AFB I ist damit auch immer eine Quellenkritik verbunden. Auf Basis dieser Grundlage erstellte ich eine Probeklausur, die als Vergleichskriterium für den „Nutzen“ des Schauens solcher Videos dienen sollte. Eine konkrete Quelle gab es hier aber nicht, da wir diese Frage „universell“ beantworten wollen. Diese Probeklausur sah dann so aus:

Mit diesen Aufgaben im Hinterkopf schauten wir uns also das oben genannte Video an. Zentrale Aufgabe war es zu bewerten, inwiefern das Schauen dieses Video dabei hilft, diese drei Klausuraufgaben zu beantworten. Sollte es wirklich reichen, mit dem Schauen eines gut 10-minütgen Videos einen einfachen Weg zu 15 Punkten gefunden zu haben?

Die Besprechung

Wir schauten also das Video und bevor wir uns inhaltlich damit auseinandersetzten wurde erst einmal die Professionalität des Videos gelobt. Der Inhalt wurde klar und verständlich vorgetragen und es sei relativ leicht gewesen, ihn zu verstehen. Dann gingen wir zum inhaltlichen über. Bezüglich Aufgabe 1 stellten die SchülerInnen fest, dass das Video hierbei relativ wenig weiterhelfe. Da es im Video keine spezifische Quellenkritik oder Inhaltsangabe gebe, könne auch kein Mehrwert daraus gewonnen werden. Zwar würden an einigen Stellen Aspekte der Quellenkritik auftauchen, aber grundsätzlich würden Quellen und deren Inhalte eher eine kleine Rolle spielen. Hier wurde angemerkt, dass es in dieser Hinsicht auch nicht der Anspruch des Videos sei, was richtig ist, aber auch zeige, dass es eben für diese Art von Aufgabenstellung weniger geeignet sei. Als Fazit wurde deshalb formuliert, dass es durch das Schauen dieses Videos wenn überhaupt einen sehr geringen Nutzen für Aufgaben aus dem AFB 1 gebe. Weder stehe eine Quelle im Vordergrund, noch werde sich kritisch mit dieser auseinandergesetzt.

Ein wenig anders sah es dann im AFB 2 aus: Hier waren sich die SchülerInnen einig, dass die im Video gezeigten Informationen sehr gut erklärt wurden. Die im Unterricht erarbeiteten Informationen zum Handel im 15. Jahrhundert und zu den damals existierenden Handelswegen wurden ausführlich vorgestellt und in einen klaren Bezug zueinander gesetzt. Gelobt wurde auch die Veranschaulichung via Karten etc., durch welche man die Worte auch visuell nachvollziehen konnte. Am Ende kamen wir zu dem Schluss, dass gerade für diesen AFB 2 das Lernen mit solchen Erklärvideos sehr sinnvoll sein kann. Zwar wurde hier auch erwähnt, dass dieses Video spezifisch auf die Frage zugeschnitten war, aber da es mittlerweile zu fast jedem Thema (teilweise mehrere) Erklärvideos gibt, sollte es möglich sein, damit ergänzend zum jeweiligen Unterrichtsstoff zu lernen.

Beim AFB 3 gingen die Meinungen dann ein wenig auseinander: Ein Teil der Lerngruppe sagte, dass man durch das Schauen solcher Videos eine gute Basis gewinne, auf welcher man dann argumentieren könne. Die Fakten zum Bewerten der hier gestellten Frage würden dafür eine gute Grundlage bieten. Auf der anderen Seite wurde dann aber angemerkt, dass das Video selbst gut erklärt, aber wenig „eigene“ Position bezieht. Hier oder auch in anderen Videos werden streitbare Punkte durchaus angesprochen, aber es wird nur gesagt, dass es diese Positionen gibt. Niemals bezieht der Sprecher selbst Partei oder bezieht insofern Stellung, dass er selbst auf Basis der erklärten Punkte für eine Position eintritt. Teilweise wird gesagt, dass die ZuschauerInnen ihre Meinung in die Kommentare schreiben und dort diskutieren sollen, was aber nicht wirklich funktioniert, wenn man sich die Kommentare anschaut:

Das Ergebnis

Am Ende kamen wir also zu einem gemischten Fazit: Während das angeschaute Erklärvideo vor allem in Bezug auf den AFB 2 sinnvoll war, bot es doch wenig Inhalt, um für die Anforderungsbereiche 1 und 3 „gerüstet“ zu sein. Das Video bot eine tolle und ausführliche Erklärung, ohne dabei aber für die Geschichtswissenschaft zentrale Aspekte wie Quellenkritik oder Argumentation zu gebrauchen. Es wird versucht, ein Anspruch von Objektivität an Geschichte zu stellen, indem es auf das gute erklären von Hintergründen reduziert wird. Das wird den Ansprüchen und er Oberstufe aber nur in Teilen gerecht. Allerdings (und da war sich auch ein Großteil einig) ist dies in auch gar nicht so sehr der Anspruch eines „Erklär“videos. Wenn das Video dies gut macht, habe es seine Aufgabe doch erfüllt. Schwierig wird es nur, wenn jenes Video dann alleine durch das Schauen nur gute Noten verspreche. Deshalb lautete für die sehr produktive Diskussion das Fazit, dass solche Videos eine tolle Ergänzung zur Vorbereitung für eine Klausur (oder auch zum normalen Unterricht) wären, man sich aber eben nicht alleine darauf verlassen dürfe.

Gedanken aus dem #twlz

Ein interessantes Tool zum digitalen Brainstormen stellt das kitsTeam vor:

Einen ausführlichen Einblick in das Thema „Erstellen von Erklärvideos“ im Biounterricht liefert @Ankikow.

Fazit

Erklärvideos werden für einige Zeit zur Lebenswelt der SchülerInnen dazugehören, weshalb es wichtig ist, sich auch im Unterricht damit auseinanderzusetzen. So kann man sowohl die Stärken, als auch die Schwächen dieser Videos transparent aufzeigen, damit die SchülerInnen diese nicht einfach nur schauen, sondern auch verstehen. Das hat jedenfalls die Diskussion mit meiner elften Klasse ergeben. An dieser Stelle würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn ihre eure bisherigen Erfahrungen mit Erklärvideos teilt und einmal erzählt, wie ihr diese im Unterricht nutzt? Bzw. habt ihr schonmal gefragt, ob eure SchülerInnen diese nutzen, um dann „einfach eine 1 zu schreiben“? Ich bin gespannt auf die weitere Diskussion zu dem Thema und wünsche euch an dieser Stelle einen schönen Start in den Juni. 😊

[alternative Prüfungsformate] Steam-Game

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Die folgende Idee basiert auf der Idee „Netflix-Serie“ als alternatives Prüfungsformat von Stefan Fassnacht. Mehr Infos dazu findet ihr auf dem dazugehörigen Blogbeitrag.

Egal, ob SchülerIn oder Lehrkraft: Wer heutzutage im Medium Videospiele unterwegs ist, kommt um die Plattform Steam nicht herum: Nahezu alle bekannten Spieleserien wie FIFA, DotA 2, Civilization oder PUBG werden alle über diese Plattform gespielt. Da ich innerhalb des eigenen Unterrichts mit meinem Privatlaptop arbeite, ist den SchülerInnen schnell aufgefallen, dass auch ich Steam nutze, wenn mal gezockt wird. Sofort kamen die üblichen Fragen: Was spielen sie denn? Was ist ihr Lieblingsspiel? Haben sie schon von Spiel X gehört? Es zeigte sich, dass die SchülerInnen sehr mit dieser Plattform vertraut sind, weshalb ich mir überlegte, ob man das nicht auch für den Unterricht nutzen könnte. Angelehnt an den oben bereits erwähnten Entwurf, eine eigene Netflix-Serie zu erstellen, bastelte ich ein editierbares Template (Material ist am Ende des Beitrags verfügbar), mit welchern die SchülerInnen ein eigenes Steam-Spiel entwickeln und vorstellen sollten.

Beispiel zur Veranschaulichung im Unterricht

Die Rahmenbedingungen

Getestet habe ich diese Vorlage in meiner zwölften Klasse. In dieser haben wir das Thema „Völkerwanderung“ behandelt und die Aufgabe war, innerhalb dieses Kontextes ein eigenes Spiel zu entwickeln. Ich habe hier bewusst keine inhaltlichen Grenzen gesetzt, um den SchülerInnen hier die Möglichkeit zu geben, das ganze auch kreativ umzusetzen. Sie konnten sich also (wie es in dem Template möglich ist) aussuchen, welcher Inhalt (innerhalb der Einheit) in welchem Genre umgesetzt werden soll. Als Bewertungskriterien habe ich folgende zwei Schwerpunkte gewählt und diese den SchülerInnen so auch transparent klar gemacht:

  • Inwiefern wird ein historischer Inhalt aufgegriffen? => Umsetzung des historischen Stoffes
  • Wie wurde dieser Inhalt mit der Gattung „Videospiel“ verknüpft? => Kreativität in der Umsetzung

Als Zeitrahmen bekamen die SchülerInnen hier insgesamt 4 Stunden, sodass in der fünften Stunde die Spiele dann vorgestellt und diskutiert werden konnten. Die SchülerInnen gingen motiviert ans Werk und überlegten sich relativ schnell verschiedene Ideen, ein Spiel innerhalb des Rahmens der „Völkerwanderung“ zu entwickeln.

Die Ergebnisse

Dementsprechend gespannt war ich also auf die Ergebnisse der SchülerInnen. Voller Freude präsentierten sie in Stunde 5 schließlich ihre Ergebnisse, welche sehr bunt gemischt waren: Eine Gruppe hatte sich ein Aufbau-Strategiespiel ausgedacht, in welchem sich die vertriebenen Ostgoten innerhalb der oströmischen Gebiete niederließen. Hier sollte man versuchen, eine neue Heimat zu errichten und dabei sowohl gotische als auch römische Häuser und Strukturen bauen können. Eine andere Gruppe entwickelte ein Rollenspiel, welches innerhalb des untergehenden Ostgotenreiches spielte. Hier spielte man ein Mitglied von Theoderichs Dynastie, welches nach dessen Tod in die Wirrungen um seine Nachfolge eingriff und selbst versuchte, den Thron für sich zu beanspruchen. Dabei konnte man typischen Rollenspiel-mäßig auswählen, ob der Charakter eher durch Kraft oder durch Intelligenz stärker wird. Ein weiteres Spiel war ein „klassisches“ Strategiespiel, in welchem man sich ein damaliges „Land“ aussuchte und versuchte, seine Macht zu vergrößern. Hierbei setzte die Gruppe die historischen Umstände durch Boni um, wenn z.B. die Ostgoten unter Theoderich stärker in der Außendiplomatie waren, während die Merowinger unter Chlodwig stärkere Soldaten hatten.

Insgesamt war sich sehr zufrieden mit den Ergebnisse und auch die SchülerInnen gaben größtenteils positives Feedback an die anderen Gruppen. Im Anschluss an die Präsentationen haben wir dann noch ein wenig darüber diskutiert, wie „authentisch“ Videospiele mit historischen Inhalten sein können. Hier war es ganz spannend zu hören, dass auch die SchülerInnen anfangs noch versuchten, sehr „nah“ an der Geschichte zu sein, während es in den weiteren Planungen doch eher darum ging, die Gattung „Videospiel“ gut umzusetzen.

Fazit

Persönlich bin ich sehr zufrieden mit den Ergebnisse und dieser ganzen Methodik. Daher möchte ich die Vorlage gerne mit euch teilen und bin schon gespannt, ob ihr ähnliche Erfahrungen machen werdet. Dieses Kurzprojekt hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, die Lebenswelt der SchülerInnen in einem sinnvollen Kontext in den Unterricht zu holen. Die SchülerInnen hatten nicht nur Spass und haben sich dabei mit den historischen Inhalt auseinander gesetzt, sondern auch einmal aktiv wahrgenommen, wie sehr Geschichte am Ende doch nur ein Konstrukt ist.

Material

Lizenz Template:Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International EdTechPicks.org 2019-11-02

Tipps zum Erstellen von (Latein-)Klausuren

meine Woche im #twlz

Der Mai ist nicht nur der Monat, in welchem das Wetter normalerweise schön wird und der Frühling in seiner höchsten Blüte steht, sondern leider auch der Monat, in welchem zahlreiche Klausuren anstehen. Zwischen Oster- und Sommerferien steigt der Stresslevel hier oftmals sehr stark an, was auch daran liegt, dass man eben zahlreiche Klausuren erstellen und korrigieren muss. In den letzten Tagen wurde im #twlz viel darüber diskutiert, wie man selbst mit dem Erstellen von Klausuren umgeht und ob man selbst eine feste Vorlage nutzt. Auch ich habe mich an diesen Diskussionen beteiligt und es kam der Gedanke auf, die eigenen Routinen beim Erstellen von Klausuren einmal vorzustellen. Genau das möchte ich mit dem heutigen Artikel machen und einmal zeigen, wie meine Mustervorlage für eine Lateinklausur aussieht. Ich freue mich schon auf eure Anmerkungen und den weiteren Austausch zu dem Thema. Eventuell gibt es ja auch Vorlagen, welche ihr nutzt und gerne im #twlz teilen möchtet?

Der „Einstieg“ in eine Klausur beginnt bei mir immer mit einem Einführungstext, welcher die SchülerInnen in das Thema die Klausur einführt. Durch aufmerksames Lesen erkennen die SchülerInnen bereits den Kontext und haben somit keinen „Kaltstart“. Ebenfalls werden im Einführungstext ggf. schon Vokabelhilfen gegeben, wenn z.B. ein Name oder ein Ort auftaucht, der im lateinischen Text ebenfalls vorkommt: „Romulus und Remus gelten als Gründer Roms (Roma, ae f.)“. Ebenfalls finden sich auch die formellen Angaben wie Datum, Klasse oder auch die Nummer der Klausur. Auch dürfen die SchülerInnen gerne daran erinnert werden, ihren Namen oben links einzutragen. 😉

Standardmäßig gehört zu einer Lateinklausur natürlich auch ein Text, der übersetzt werden möchte. Diesen platziere ich immer im „Zentrum“ des Blattes in der folgenden Aufteilung: Der eigentliche Text ist in einer großen Schrift verfasst, mit einem Zeilenabstand von 1,5 um den SchülerInnen Platz für eigene Markierungen zu lassen. Er nimmt 2/3 des Platzes ein, die jeweiligen Vokabelhilfen dann 1/3. Die Vokabeln, welche ich hier angebe, markiere ich im lateinischen Fließtext dick, damit erkennbar ist, dass diese Vokabel als Hilfe angegeben ist.

Nach dem lateinischen Text erfolgt der eigentlich Aufgabenblock, der immer mit der Aufgabe der Übersetzung beginnt. Wichtig ist hier das „angemessen“, da ich eben nicht einfach möchte, dass die SchülerInnen 1:1 wörtlich übersetzen, ohne den Text zu verstehen. Standardmäßig bestimmte bei uns die Übersetzung 2/3 der Endnote, während die restlichen Aufgaben aus Grammatik und Kulturgeschichte 1/3 ausmachen. Dieser Teil ist bei mir oftmals so aufgeteilt, dass es zwei Grammatikaufgaben und eine Aufgabe zur Kulturgeschichte gibt. Die Grammatikaufgaben sind dabei so aufgebaut, dass sich direkt auf den Text beziehen und den SchülerInnen somit auch ein wenig Hilfestellung geben:

„Besimmte den Kasus eines Wortes in Zeile 2.“

„Markiere die Satzglieder des AcI in Zeile 5.“

„Unterstreiche die Relativpronomina im Text.“

Die Aufgabe zur Kulturgeschichte selbst greift dann den Hintergrund des Textes auf. Handelt der Text z.B. von Hannibal, dann kann die Aufgabe hier lauten, kurz zu erklären, warum er die Römer so gehasst hat oder inwiefern sein Zug über die Alpen so überraschend war. Diese Aufgabe schließt die Klausur ab und bildet so meistens eine Brücke zum eigentlichen Einstieg.

Das ist also meine Mustervorlage, um relativ „schnell“ eine eigene Klausur für den Lateinunterricht zu erstellen. Wenn ihr die gesamte Vorlage nutzen wollt, könnt ihr diese hier finden:

Fazit

Das Erstellen von Klausuren gehört sicherlich zu den eher „lästigeren“ Aufgaben einer Lehrkraft. Insofern finde ich es gut, dass wir uns in #twlz darüber austauschen und Ideen teilen. Ich bin gespannt, mit welchen „Routinen“ ihr Klausuren erstellt und welche kleinen Tipps und Hilfen ihr nutzt, um eure Klausuren zu erstellen.

Material

In 5 Schritten: SchülerInnen eigene Apps bei LearningApps erstellen lassen

Apps/Programme, digital, Methode, Quiz

Der Einsatz von LearningApps ist mittlerweile fester Bestandteil meines Unterrichts: Vor allem zur Wiederholung ober Übung setze ich die existierenden Apps gerne ein, um Ereignisse sortieren, Definitionen üben oder Vokabeln lernen zu lassen. Hierbei zeigt sich auch immer eine große Motivation und das Beherrschen der gerlernten Inhalte in den Leistungserhebungen. Insofern überlegte ich, ob es nicht mal spannend wäre, die SchülerInnen handlungsorientiert eigene Apps erstellen zu lassen. Immerhin bietet LearningApps mit der Option der Kollektion die Möglichkeit dazu, dass SchülerInnen dort ohne eigenen Account Apps erstellen und anschließend spielen können. Gedacht, getan wollte habe ich das ganze also ausprobiert und möchte zum einen darüber berichten, zum anderen euch aber zeigen, wie auch ihr diese Funktion im Unterricht nutzen könnt. Denn es sind im Prinzip nur 5 kleine Schritte, die zwischen euren SchülerInnen und tollen eigenen Apps stehen:

1. (Wenn noch nicht vorhanden): Erstellt einen kostenlosen Account auf der Seite LearningApps. Loggt euch dann mit eurem Account ein.

2. Klickt auf den Reiter „Kollektion erstellen“.

3. Klickt dort auf „Neue Kollektion erstellen“.

4. In dem folgenden Menü findet ihr verschiedene Optionen. Gebt eurer Kollektion zuerst einen Titel (z.B. Wiederholung Vokabeln Lektion 23). Die Funktionen „Apps nacheinander freischalten“ und „Arbeitsstand verfolgen“ sind optional. Wichtig ist das Häkchen bei der Option „Apps erstellen / hinzufügen erlauben“, denn nur, wenn ihr diese aktiviert habt, können die SchülerInnen problemlos eigene Apps hinzufügen. Ergänzt ggf. noch die weiteren Optionen und klickt dann unten rechts auf „Kollektion speichern“.

5. Jetzt müsstet ihr die folgende Oberfläche sehen:

Unter dieser Fläche findet ihr den Bereich „Kollektion verwenden“. Dort könnt ihr entweder den Link kopieren oder rechts den QR-Code verwenden, um eure SchülerInnen auf diese Oberfläche kommen zu lassen. Jetzt können mit einem Klick auf das Feld „App hinzufügen“ ganz einfach eigene Apps erstellt werden, welche dann auf der Oberfläche auftauchen. Bei meiner zwölften Klasse sah das ganze dann so aus:

Wie bereits erwähnt hat es meinen SchülerInnen nicht nur Spass gemacht, hier eigene Apps zu erstellen, sondern sie haben sich dabei auch vertieft mit dem Inhalt auseinander gesetzt. So mussten sie bevor sie eine Apps erstellen konnten wirklich erstmal schauen, welche Personen und Begriffe dieser Zeit wichtig waren, wann welche Ereignisse waren oder wie die einzelnen Begriffe zusammenhingen. Auf Basis dieser Ergebnisse konnten wir dann später vertiefter in den Stoff einsteigen. Das Erstellen eigener Apps ist also gerade in den AFB I und II eine tolle Möglichkeit, Stoff zu üben und zu wiederholen. Zudem bleibt diese Kollektion vorhanden, sofern sie nicht von Seiten der Lehrkraft aktiv gelöscht wird. Die SchülerInnen können diese also zur Vorbereitung auf die nächste Klausur nutzen, um Stoff zu wiederholen. Dabei kann die App in jedem Unterrichtsfach genutzt werden, denn eine Sache verbindet dann doch alle Fächer: Geübt werden muss überall!

Björns Woche im #twlz: Bewertungskritierien gemeinsam mit Schüler*innen festlegen

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

eine der schwierigsten Aufgaben in unserem Job ist aus meiner Sicht das Bewerten von Referaten. Gefühlt werden Referate, Präsentationen und co von Schüler*Innen immer als Gelegenheit angesehen, ihre Note zu verbessern. Umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn es dann „nur“ eine 3 (oder sogar noch schlimmer!) wird. Das macht solche Nachbesprechungen oftmals unangenehm. Insofern schaue ich, dass ich das Thema „Referate“ so gut es geht umgehe. Nicht möglich ist das allerdings in Jahrgang 12, da hier im Seminarfach im Rahmen der Facharbeit Präsentationen gehalten werden müssen. In dieser sollen die SchülerInnen ihre Ergebnisse, welche sie in der Facharbeit gewonnen haben, noch einmal dem gesamten Kurs vorstellen. Diese Präsentationsleistung ist dabei zwingend Teil der Gesamtnote, weshalb ich diese dann in der Konsequenz auch bewerten muss.

Da die Bewertung der Präsentation hier verpflichtender Teil einer größeren Gesamtnote ist und nicht „einfach so mal ein Referat“, war es mir wichtig, hier mit größtmöglicher Transparenz heranzugehen und den SchülerInnen schon vor den eigentlichen Präsentationen klar zu machen, nach welchen Kriterien ich diese dann auch bewerte. So setzte ich mich also daran, zwei Bewertungsbögen für die Leistungen „Vortrag“ und „PowerPoint-Präsentation“ zu erstellen. Schon beim Bearbeiten kamen zahlreiche Überlegungen in meinen Kopf: Sind diese Kriterien naachvollziehbar? Verstehen die SchülerInnen hier, worauf ich hinaus will? Ist der Fokus angemessen? Je mehr ich über meine eigenen Kriterien nachdachte, desto mehr kam mir ein Gedanke in den Kopf: Warum soll ich bei so einer wichtigen Präsentation „von oben herab“ bestimmen, was wichtig ist, wenn ich auch gemeinsamen mit den SchülerInnen einen Kriterienkatalog definieren kann, der dann für alle klar und verpflichtend ist. Und vor allem: transparent und nachvollziehbar.

Wir erarbeiten gemeinsame Bewertungsbögen

Gedacht getan suchte ich Material zu den Themen „Wie halten ich einen guten Vortrag?“ und „Wie erstelle ich eine gute PowerPoint-Präsentation?“ heraus. In der Stunde erhielten die SchülerInnen dann in zwei Gruppen aufgeteilt die Aufgabe, selbst einen Bewertungsbogen für die beiden Themen zu erstellen. Die SchülerInnen waren etwas überrascht, aber machten sich dann relativ motiviert ans Werk. Nach einer guten Stunde kamen wir wieder zusammen und schauten uns die Ergebnisse an. Es war interessant zu sehen, wie die SchülerInnen hier anfingen zu diskutieren, welche Punkte denn nun wichtig und welche eher unwichtig wären. So kamen am Ende die „klassischen“ Punkte wie sicheres und souveränes Auftreten und klares Sprechen bei den Vorträgen, übersichtliche und knappe Folien bei den PowerPoint-Präsentationen in den Bewertungsbogen, aber auch Punkte wie „Ausstrahlung von Fachkompetenz“ oder „Nutzung verschiedener Medien (wenn möglich)“ aufgenommen. Insgesamt einigten wir uns bei beiden Themen auf 5 Kriterien, welche jetzt die Basis für meine Bewertung der Präsentationen darstellen. Die SchülerInnen fanden es in der Nachbesprechung gut, dass ich bei diesem wichtigen Thema so transparent vorgegangen bin und sie ihre eigenen Gedanken in den Bewertungsprozess mit einbringen konnten. Ich bin gespannt, wie die Präsentationen jetzt laufen und auch, inwiefern sich die SchülerInnen beim Feedback an die gemeinsamen erstellen Bewertungsbögen halten.

Gedanken aus dem #twlz

Wenn ihr viel mit Google-Tabellen arbeitet, könnte flippity.net ein spannendes Tool für euch sein. @an_annago stellt das Tool und seine Möglichkeiten einmal kurz vor:

In Zeiten steigender Digitalität werden SchülerInnen auch immer mit dem Thema „Digitale Heftführung“ konfrontiert. Ein tolles Video dazu gibt es hier von @widescreenedu:

Fazit

Da die Präsentationen erst im Mai/Juni gehalten werden, dauert es also noch, bis ich von der eigentlichen Umsetzung dann berichten kann. Insofern würde ich gerne eure Erfahrungen hören: Habt ihr auch schonmal so oder ähnlich gemeinsam Bewertungsbögen für Referate, Präsentationen etc. erstellt? Und was für Schwerpunkte haben eure SchülerInnen gesetzt? Ich bin schon gespannt, eure Ideen zu hören und freue mich auf den weiteren Austausch zu diesem wichtigen Thema. Bis dahin euch aber erstmal eine schöne und natürlich lehrreiche Woche. 🙂

[KMS-Haushalt] Die Didaktik des effektiven Tellerwaschens

Allgemein

Für uns als Lehrkräfte ist es oftmals so, dass ein Ende der Unterrichtszeit nicht auch gleichzeitig ein Ende der Arbeitszeit ist. Das Planen der nächsten Stunden, das Korrigieren von Arbeiten oder auch sonstige Aufgaben, die noch „dringend“ erledigt werden müssen, können einem auch zuhause noch wertvolle Erholungszeit rauben. Bei letzterem Punkt sind dabei nicht nur Schulaufgaben gemeint, sondern auch die alltäglichen Dinge im Haushalt, welche sich ebenfalls nicht einfach durch „rumstehen“ lösen: Staubsaugen, Putzen, Bügeln oder auch Tellerwaschen. Damit dies nicht allzu viel Zeit kostet, welche wir entweder für die Schule oder für die Erholung dieser nutzen können, haben wir uns entschieden, auf dem Blog eine neue Kategorie einzuführen: KMS-Haushalt. Hier geben wir praktische Tipps für andere Lehrkräfte, mit welchen der Haushalt gut bewältigt werden kann. Denn wie für einen guten Lehrerschreibtisch gilt auch für den Haushalt: Ordnung muss sein! Für die erste Ausgabe unserer neuen Rubrik haben wir uns das Thema „Effektives Tellerwaschen“ ausgesucht, welches viele Lehrkräfte oftmals vor das Problem unnötigen Zeitverlustes stellen kann.

Die richtige Grundausstattung

Um einen Teller richtig effektiv zu waschen, muss man auch richtig ausgestattet sein. Genauso wie wir heute Kinder nicht mehr mit Kreide unterrichten, muss auch in der Küche mit modernen Reinigungsutensilien gearbeitet werden. Dabei sind drei Gegenstände unerlässlich für effektives Tellerwaschen:

1x ein guter Schwamm mit Vorder- und Rückseite (Grundlage der Reinigungsdurchführung)

1x Spülbürste für hartnäckige Flecken (Hilfsmittel für antizipierte Schwierigkeiten im Reinigungsprozess)

1x Spülmittel eurer Wahl

Grundsätzlich reicht es, das Spülmittel eurer Wahl in Wasser beizugeben und so ein schaumiges Freudenbad für die schmutzigen Teller zu erzeugen. Grundlegende Reinigungsmaßnahmen können mit dem Schwamm durchgeführt werden, für Reste im höheren AFB sollte die Spülbürste genutzt werden. Zudem eignet sie sich auch bei hohen Tellern für schwierige Ecken.

Wichtig beim Tellerwaschen: Die Reinigungsbewegung

Was vielen nicht bewusst ist: Auch beim Säubern der Teller kann man durch die falsche Reinigungsbewegung unnötig viel Zeit verschwenden. Damit euch das nicht passtiert, haben wir euch den wichtigsten Reinigungstipp einmal grafisch dargestellt: Runde statt gerade Bewegungen!

Falsch: Beim „gerade“ Reinigen entsteht zum einen kein gleichmäßiger Reinigungsvorgang und zum anderen bleiben viele Ecken ungesäubert, was lästiges Nachputzen erfordert.

Richitg: Durch das gleichmäßige Kreisen um den Rand herum entsteht ein guter Säuberungsrhythmus, welches alle Teile des Tellers gleichermaßen reinigt. Bei größeren Teller kann diese Kreisbewegung von innen nach außen druchgeführt werden. So erreicht der Teller schnell das gewünschte Sauberkeitsniveau.

Fazit

Mit der richtigen Ausstattung und den Tipps wird euer Tellerwasch-Vorgang beim nächsten Mal sicherlich ganz einfach von der Hand gehen. Wir hoffen, dass euch der erste Artikel in unserer neuen Rubrik gefallen hat. Für den nächsten Artikel würden wir gerne von euch wissen, bei welchen Haushaltsbereich ihr gerne ein paar Tipps bräuchtet, um diese schneller zu erledigen. Wir werden euch dann so gut es geht helfen, allerdings kann es sein, dass wir da ein wenig mehr Vorbereitungszeit brauchen, ca. ein Jahr in etwa. Bis dahin: Gutes Spülen. 😉😀

Björns Woche im #twlz: (fast) Ferien! – Spielideen für die Stunde vor den Ferien

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

zweimal werden wir noch wach… dann sind endlich Ferien! Nach fast 12 Wochen durchgehendem Unterricht freuen sich sowohl KollegInnen als auch SchülerInnen endlich auf die verdienten Ferien. Da damit auch wieder typische „Letzte Stunde vor den Ferien“-Stunden einhergehen, wollte ich euch heute noch ein paar Ideen für genau solche Stunden zeigen, damit ihr auch diese entspannt übersteht und gut in die Ferien kommt. Natürlich freue ich mich auch wieder auf eure Ideen.

Tabu

Ein Spiele-Klassiker, der sich auch praktisch für die letzte Stunde vor den Ferien eignet, ist Tabu. Hierbei geht es darum, einen Begriff möglichst schnell zu beschrieben, ohne dabei bestimmte Wörter benutzen zu dürfen. So soll z.B. das Wort „Baum“ beschrieben werden, aber man darf dabei nicht die Wörter „Wald“, „Stamm“, „braun“ und „grün“ verwenden. Die Klasse wird dann in zwei Gruppen geteilt und die Gruppe, welche zuerst die richtige Antwort nennt, bekommt einen Punkt. Das geht dann solange, bis eine Gruppe eine bestimmte Anzahl an Punkten erreicht hat. Hierfür lassen sich relativ leicht eigene Vorlagen erstellen, die dann an den eigenen Unterricht angepasst werden können. Wer ein paar Spielkarten zum „Sofortgebrauch“ möchte, wird hier bei einer kleinen Sammlung von School-Scout.de fündig.

Pantomime

Pantomime funktioniert ähnlich wie Tabu, hier wird allerdings nicht gesprochen beim Beschreiben, sondern es darf nur via Gestik gearbeitet werden. Hier muss ein Baum also nicht beschrieben, sondern „geschauspielert“ werden. Und was auf dem Papier erstmal gar nicht so schwierig klingt, sorgt dann beim Ausprobieren für eine große Menge Ratlosigkeit und damit auch für viel Spass. Wie auch bei Tabu können hier Bezüge zum Unterricht hergestellt werden, wenn z.B. Tiere, Länder oder frisch gelernte Vokabeln gezeichnet werden müssen. Bei mir kam es zudem regelmäßig vor, dass bestimmte SchülerInnen eine ganze neue kreative Seite an sich entdeckten.

Codenames

Ein weiteres beliebtes Spiel ist Codenames. Das Prinzip des Spieles basiert dabei auf Deduktion von Begriffen und der Findung eines Oberbegriffs für diese. Zwei Teams müssen auf einem Spielfeld von 25 Begriffen die Begriffe „ihres“ Teams finden. Dazu erhalten sie ein Codewort von ihrem „Geheimdienstchef“, welcher versucht, so viele der eigenen Begriffe mit einem Oberbegriff zu verbinden, damit diese erraten werden können. Wie bei den beiden vorherigen Spielen gilt auch hier, dass diese gut 25 Begriffe einen Bezug zum Unterricht haben können, aber auch mit ganz einfachen Alltagsbegriffen funktioniert das Spiel sehr gut. Für den Latein-/Geschichtsunterricht findet ihr auf dem Blog eine Vorlage, alternativ kann man das Spiel aber auch gratis online spielen, hierbei werden dann Vorlagen generiert.

Gedanken aus dem #twlz

Das Thema Reflexion ist gerade nach Klassenarbeiten immer wieder wichtig. Latin_stagram hat einen gut nutzbaren Bogen erstellt, mit welchem SchülerInnen angeregt werden können, gezielt zu reflektieren.

Ein tolles Tool zum Thema Argumentieren hat Christian Vanell gezeigt: Mit der Argumentationswippe können Argumente auch grafisch abgewogen werden, was vor allem für Diskussionen sehr sinnvoll ist.

Fazit

Ich hoffe, euch mit diesen Tipps ein paar Ideen für die letzten „letzten Stunden“ gegeben zu haben. Wir haben uns nach diesen wilden drei Monaten die Ferien auch redlich verdient, insofern verabschiede ich mich an dieser Stelle schon in die Osterpause und wünsche euch allen erholsame Ferientage und natürlich frohe Ostern. 😊🐰

Kurzwiederholung Aktiv – Passiv im Lateinunterricht

Latein, Wiederholung

Als ich in meiner neunten Klassen zuletzt meine Lateinarbeit geschrieben habe, gab es viele neue Themen: Nebensätze mit cum, die U-Deklination oder den nominalen Abl. Abs. Beim Korrigieren war ich dann ein wenig erstaunt, dass all diese Themen zwar gewisse Probleme bereiteten, aber längst nicht so viel, wie ich „befürchtet“ hatte. Stattdessen zeigte sich, dass ein anderes Thema viel größere Lücken bereitet hatte: Das Aktiv und das Passiv. In der Arbeit wurde munter vertauscht, ob denn nun die Römer siegten oder besiegt wurden. Oder ob Augustus schrie oder angeschrien wurde. Da mit dem Vertauschen von Aktiv und Passiv auch der Sinn maßgeblich beeinflusst wird, dachte ich mir, dass ich zumindest eine kurze Wiederholung zu diesem Thema machen wollte, um den SchülerInnen die Bedeutung von Aktiv und Passiv (nicht nur für Latein) aufzuzeigen. Hierzu habe ich eine kleine Übung erstellt, welche wir 5 Minuten als Einstieg bearbeitet haben und bei den SchülerInnen auch einen „Aha!“-Effekt bewirkt hat. Weil das ganze so erfolgreich, wollte ich diese kleine Vorlage gerne mit euch teilen.

Grundlage der Übung sind 4 kurze Sätze, die eigentlich auch relativ schnell übersetzt werden können. Dabei liegt der Fokus darauf, dass sich je 2 Sätze grundlegend ähneln, sich aber eben im Aktiv und Passiv des Prädikats unterscheiden. Und je nach Übersetzung ergibt sich auch eine ganz andere Bedeutung: So bereitet in Satz 1 Marcus das Essen zu, während er in Satz 2 selbst als Essen zubereitet wird. In Satz 3 isst er dann selbst, während er in Satz 4… gegessen wird. Durch diese sehr plakativen Beispiele wurde den SchülerInnen deutlich, warum es wichtig ist, zwischen Aktiv und Passiv zu unterscheiden. Einige hatten auch schon vor der gemeinsamen Übersetzung angefangen zu kichern, weil sie verstanden hatten, worauf ich hinaus wollte. Insofern wollte ich diesen gut funktionierenden Einstieg einmal mit euch teilen, falls ihr auch das Problem habt, dass eure SchülerInnen Probleme mit Aktiv und Passiv haben.

Material

Björns Woche im #twlz: Trockene Theorie kreativ umsetzen

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

geht es euch auch so, dass ihr so langsam Ferien braucht? Zumindest, wenn ihr auch in Niedersachsen als Lehrkraft arbeitet, dürfte so langsam der Akku leer sein. Jedenfalls fühlt es sich sowohl bei mir, als auch bei meinen SchülerInnen so an, als wenn die Luft so langsam draußen ist. Nach gut 2 Monaten durchgehender Schule ohne Pausen, dafür aber mit Klausuren (gefühlt ohne Ende) freuen sich bei uns alle umso mehr auf die nahenden Osterferien. Trotzdem soll natürlich auch weiter guter Unterricht gemacht werden, weshalb ich euch heute zwei Methoden vorstellen möchte, wie ich trockenen Theorie-Unterricht auf eine kreative Art und Weise etwas lebhafter gestalten konnte. Eventuell helfen euch diese Methoden ja auch, die Theorie etwas hübscher zu verpacken. Gleichzeitig hat sich beim Erstellen der Produkte auch gezeigt, dass sich die SchülerInnen den Inhalt so besser einprägen konnten. Ein doppelter Gewinn. Insofern wünsche ich euch viel Spass beim Nachmachen und freue mich über eure Tipps, wie ihre gerade „trockene Theorie“ etwas lebhafter umsetzt.

Methode 1: Freie künsterlische Gestaltung

Gerade im Geschichtsunterricht sind wir es gewohnt, oftmals „trockene“ Theorie zu lesen und diese dann im Unterricht anzuwenden. Dasselbe galt auch für die Kulturkontakt-Theorie von Urs Bitterli innerhalb der Einheit zur Völkerwanderung. Aus knapp zwei Seiten Buchtext haben wir hier die zentralen Thesen Bitterlis herausgearbeitet und diskutiert. Um das ganze Wissen dann besser festigen zu können, habe ich mich entschieden, die SchülerInnen ein besonderes Kreativprodukt zu dieser Theorie erstellen zu lassen: So sollten sie die unterschiedlichen Formen des Kulturkontakts künstlerisch umsetzen. Ich habe bewusst die Formulierung „künstlerisch“ gewählt, da ihnen somit selbst überlassen wurde, ob sie einen Comic zeichnen, ein Bild malen etc. Insofern konnten sie sich hier austoben und einige schöne Ergebnisse präsentieren, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Diese Methode hat auf jeden Fall geholfen, das Wissen über Bitterlis Theorie zu festigen und ich kann diese schönen Bilder immer hervorholen, wenn wir das Thema einmal aufgreifen wollen.

Methode 2: Kurze Audiodefinitionen

In meinem elften Jahrgang habe ich mich mit damit beschäftigt, welchen „Verlauf“ Geschichte hat: Ist Geschichte ein Kreislauf? Ein Weg zur Demokratie? Oder doch ein Weg des Fortschritts? Um all die verschiedenen Theorien zum Verlauf von Geschichte klar zu trennen und sie kurz zu definieren, sollten die SchülerInnen diese verschiedenen Theorien kurz als Audiodokument definieren. Das heißt, mit den frei zugänglichen Programm „Anchor“ eine kurze Sprachnachricht aufnehmen und ihre Theorie kurz erklären. Alle SchülerInnen haben mir am Ende ihre Ergebnisse geschickt und ich habe sie in unseren gemeinsamen Dateiordner bei IServ hinterlegt. Dann haben wir sie uns angehört und im Anschluss darüber diskutiert. Die SchülerInnen meldeten bei dieser Methode zurück, dass sie es sehr motivierend fanden, die Definitionen auf diese Weise zu lernen. Zumal sie es auch zurückmeldeten, dass die eigene Formulieren einer Definition dazu geführt hat, dass sie sich wesentlich genauer mit dieser auseinandersetzen mussten. Einige hatten auch noch ein wenig Musik etc. in ihre Produkte eingearbeitet, was ebenfalls positiv angemerkt wurde… und auch ganz gut klang. 😄

Gedanken aus dem #twlz

Als großer Fan von Lego-Steinen habe ich mich sehr gefreut, die folgende kleine Idee von @LabMa_de zu sehen. Ist zwar mehr etwas für den naturwissenschaftlichen Bereich, aber trotzdem sehr empfehlenswert.

Eine tolle Übersicht zum Thema „Was ist bei einem guten Vortrag alles wichtig?“ findet ihr unter dem folgenden Link bei @roundab87022169

Fazit

Ich hoffe, euch anhand dieser zwei Methoden ein wenig Inspiration für euren Unterricht gegeben zu haben. Neue Zugänge zu einem Thema ermöglichen eine vertiefte und abwechslungsreiche Auseinandersetzung auch mit eher trockenen Themen, sodass diese ggf. SchülerInnen helfen, sich diese besser zu merken. Wie gesagt bin ich schon auf eure Ideen gespannt und freue mich schon darauf, diese auch einmal ausprobieren zu können. Bis dain wünsche ich euch aber erstmal erholsame Tage und weiterhin guten Unterricht auf dem Weg zu den Ferien.