[KMS-Haushalt] Die Didaktik des effektiven Tellerwaschens

Allgemein

Für uns als Lehrkräfte ist es oftmals so, dass ein Ende der Unterrichtszeit nicht auch gleichzeitig ein Ende der Arbeitszeit ist. Das Planen der nächsten Stunden, das Korrigieren von Arbeiten oder auch sonstige Aufgaben, die noch „dringend“ erledigt werden müssen, können einem auch zuhause noch wertvolle Erholungszeit rauben. Bei letzterem Punkt sind dabei nicht nur Schulaufgaben gemeint, sondern auch die alltäglichen Dinge im Haushalt, welche sich ebenfalls nicht einfach durch „rumstehen“ lösen: Staubsaugen, Putzen, Bügeln oder auch Tellerwaschen. Damit dies nicht allzu viel Zeit kostet, welche wir entweder für die Schule oder für die Erholung dieser nutzen können, haben wir uns entschieden, auf dem Blog eine neue Kategorie einzuführen: KMS-Haushalt. Hier geben wir praktische Tipps für andere Lehrkräfte, mit welchen der Haushalt gut bewältigt werden kann. Denn wie für einen guten Lehrerschreibtisch gilt auch für den Haushalt: Ordnung muss sein! Für die erste Ausgabe unserer neuen Rubrik haben wir uns das Thema „Effektives Tellerwaschen“ ausgesucht, welches viele Lehrkräfte oftmals vor das Problem unnötigen Zeitverlustes stellen kann.

Die richtige Grundausstattung

Um einen Teller richtig effektiv zu waschen, muss man auch richtig ausgestattet sein. Genauso wie wir heute Kinder nicht mehr mit Kreide unterrichten, muss auch in der Küche mit modernen Reinigungsutensilien gearbeitet werden. Dabei sind drei Gegenstände unerlässlich für effektives Tellerwaschen:

1x ein guter Schwamm mit Vorder- und Rückseite (Grundlage der Reinigungsdurchführung)

1x Spülbürste für hartnäckige Flecken (Hilfsmittel für antizipierte Schwierigkeiten im Reinigungsprozess)

1x Spülmittel eurer Wahl

Grundsätzlich reicht es, das Spülmittel eurer Wahl in Wasser beizugeben und so ein schaumiges Freudenbad für die schmutzigen Teller zu erzeugen. Grundlegende Reinigungsmaßnahmen können mit dem Schwamm durchgeführt werden, für Reste im höheren AFB sollte die Spülbürste genutzt werden. Zudem eignet sie sich auch bei hohen Tellern für schwierige Ecken.

Wichtig beim Tellerwaschen: Die Reinigungsbewegung

Was vielen nicht bewusst ist: Auch beim Säubern der Teller kann man durch die falsche Reinigungsbewegung unnötig viel Zeit verschwenden. Damit euch das nicht passtiert, haben wir euch den wichtigsten Reinigungstipp einmal grafisch dargestellt: Runde statt gerade Bewegungen!

Falsch: Beim „gerade“ Reinigen entsteht zum einen kein gleichmäßiger Reinigungsvorgang und zum anderen bleiben viele Ecken ungesäubert, was lästiges Nachputzen erfordert.

Richitg: Durch das gleichmäßige Kreisen um den Rand herum entsteht ein guter Säuberungsrhythmus, welches alle Teile des Tellers gleichermaßen reinigt. Bei größeren Teller kann diese Kreisbewegung von innen nach außen druchgeführt werden. So erreicht der Teller schnell das gewünschte Sauberkeitsniveau.

Fazit

Mit der richtigen Ausstattung und den Tipps wird euer Tellerwasch-Vorgang beim nächsten Mal sicherlich ganz einfach von der Hand gehen. Wir hoffen, dass euch der erste Artikel in unserer neuen Rubrik gefallen hat. Für den nächsten Artikel würden wir gerne von euch wissen, bei welchen Haushaltsbereich ihr gerne ein paar Tipps bräuchtet, um diese schneller zu erledigen. Wir werden euch dann so gut es geht helfen, allerdings kann es sein, dass wir da ein wenig mehr Vorbereitungszeit brauchen, ca. ein Jahr in etwa. Bis dahin: Gutes Spülen. 😉😀

Björns Woche im #twlz: (fast) Ferien! – Spielideen für die Stunde vor den Ferien

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

zweimal werden wir noch wach… dann sind endlich Ferien! Nach fast 12 Wochen durchgehendem Unterricht freuen sich sowohl KollegInnen als auch SchülerInnen endlich auf die verdienten Ferien. Da damit auch wieder typische „Letzte Stunde vor den Ferien“-Stunden einhergehen, wollte ich euch heute noch ein paar Ideen für genau solche Stunden zeigen, damit ihr auch diese entspannt übersteht und gut in die Ferien kommt. Natürlich freue ich mich auch wieder auf eure Ideen.

Tabu

Ein Spiele-Klassiker, der sich auch praktisch für die letzte Stunde vor den Ferien eignet, ist Tabu. Hierbei geht es darum, einen Begriff möglichst schnell zu beschrieben, ohne dabei bestimmte Wörter benutzen zu dürfen. So soll z.B. das Wort „Baum“ beschrieben werden, aber man darf dabei nicht die Wörter „Wald“, „Stamm“, „braun“ und „grün“ verwenden. Die Klasse wird dann in zwei Gruppen geteilt und die Gruppe, welche zuerst die richtige Antwort nennt, bekommt einen Punkt. Das geht dann solange, bis eine Gruppe eine bestimmte Anzahl an Punkten erreicht hat. Hierfür lassen sich relativ leicht eigene Vorlagen erstellen, die dann an den eigenen Unterricht angepasst werden können. Wer ein paar Spielkarten zum „Sofortgebrauch“ möchte, wird hier bei einer kleinen Sammlung von School-Scout.de fündig.

Pantomime

Pantomime funktioniert ähnlich wie Tabu, hier wird allerdings nicht gesprochen beim Beschreiben, sondern es darf nur via Gestik gearbeitet werden. Hier muss ein Baum also nicht beschrieben, sondern „geschauspielert“ werden. Und was auf dem Papier erstmal gar nicht so schwierig klingt, sorgt dann beim Ausprobieren für eine große Menge Ratlosigkeit und damit auch für viel Spass. Wie auch bei Tabu können hier Bezüge zum Unterricht hergestellt werden, wenn z.B. Tiere, Länder oder frisch gelernte Vokabeln gezeichnet werden müssen. Bei mir kam es zudem regelmäßig vor, dass bestimmte SchülerInnen eine ganze neue kreative Seite an sich entdeckten.

Codenames

Ein weiteres beliebtes Spiel ist Codenames. Das Prinzip des Spieles basiert dabei auf Deduktion von Begriffen und der Findung eines Oberbegriffs für diese. Zwei Teams müssen auf einem Spielfeld von 25 Begriffen die Begriffe „ihres“ Teams finden. Dazu erhalten sie ein Codewort von ihrem „Geheimdienstchef“, welcher versucht, so viele der eigenen Begriffe mit einem Oberbegriff zu verbinden, damit diese erraten werden können. Wie bei den beiden vorherigen Spielen gilt auch hier, dass diese gut 25 Begriffe einen Bezug zum Unterricht haben können, aber auch mit ganz einfachen Alltagsbegriffen funktioniert das Spiel sehr gut. Für den Latein-/Geschichtsunterricht findet ihr auf dem Blog eine Vorlage, alternativ kann man das Spiel aber auch gratis online spielen, hierbei werden dann Vorlagen generiert.

Gedanken aus dem #twlz

Das Thema Reflexion ist gerade nach Klassenarbeiten immer wieder wichtig. Latin_stagram hat einen gut nutzbaren Bogen erstellt, mit welchem SchülerInnen angeregt werden können, gezielt zu reflektieren.

Ein tolles Tool zum Thema Argumentieren hat Christian Vanell gezeigt: Mit der Argumentationswippe können Argumente auch grafisch abgewogen werden, was vor allem für Diskussionen sehr sinnvoll ist.

Fazit

Ich hoffe, euch mit diesen Tipps ein paar Ideen für die letzten „letzten Stunden“ gegeben zu haben. Wir haben uns nach diesen wilden drei Monaten die Ferien auch redlich verdient, insofern verabschiede ich mich an dieser Stelle schon in die Osterpause und wünsche euch allen erholsame Ferientage und natürlich frohe Ostern. 😊🐰

Kurzwiederholung Aktiv – Passiv im Lateinunterricht

Latein, Wiederholung

Als ich in meiner neunten Klassen zuletzt meine Lateinarbeit geschrieben habe, gab es viele neue Themen: Nebensätze mit cum, die U-Deklination oder den nominalen Abl. Abs. Beim Korrigieren war ich dann ein wenig erstaunt, dass all diese Themen zwar gewisse Probleme bereiteten, aber längst nicht so viel, wie ich „befürchtet“ hatte. Stattdessen zeigte sich, dass ein anderes Thema viel größere Lücken bereitet hatte: Das Aktiv und das Passiv. In der Arbeit wurde munter vertauscht, ob denn nun die Römer siegten oder besiegt wurden. Oder ob Augustus schrie oder angeschrien wurde. Da mit dem Vertauschen von Aktiv und Passiv auch der Sinn maßgeblich beeinflusst wird, dachte ich mir, dass ich zumindest eine kurze Wiederholung zu diesem Thema machen wollte, um den SchülerInnen die Bedeutung von Aktiv und Passiv (nicht nur für Latein) aufzuzeigen. Hierzu habe ich eine kleine Übung erstellt, welche wir 5 Minuten als Einstieg bearbeitet haben und bei den SchülerInnen auch einen „Aha!“-Effekt bewirkt hat. Weil das ganze so erfolgreich, wollte ich diese kleine Vorlage gerne mit euch teilen.

Grundlage der Übung sind 4 kurze Sätze, die eigentlich auch relativ schnell übersetzt werden können. Dabei liegt der Fokus darauf, dass sich je 2 Sätze grundlegend ähneln, sich aber eben im Aktiv und Passiv des Prädikats unterscheiden. Und je nach Übersetzung ergibt sich auch eine ganz andere Bedeutung: So bereitet in Satz 1 Marcus das Essen zu, während er in Satz 2 selbst als Essen zubereitet wird. In Satz 3 isst er dann selbst, während er in Satz 4… gegessen wird. Durch diese sehr plakativen Beispiele wurde den SchülerInnen deutlich, warum es wichtig ist, zwischen Aktiv und Passiv zu unterscheiden. Einige hatten auch schon vor der gemeinsamen Übersetzung angefangen zu kichern, weil sie verstanden hatten, worauf ich hinaus wollte. Insofern wollte ich diesen gut funktionierenden Einstieg einmal mit euch teilen, falls ihr auch das Problem habt, dass eure SchülerInnen Probleme mit Aktiv und Passiv haben.

Material

Björns Woche im #twlz: Trockene Theorie kreativ umsetzen

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

geht es euch auch so, dass ihr so langsam Ferien braucht? Zumindest, wenn ihr auch in Niedersachsen als Lehrkraft arbeitet, dürfte so langsam der Akku leer sein. Jedenfalls fühlt es sich sowohl bei mir, als auch bei meinen SchülerInnen so an, als wenn die Luft so langsam draußen ist. Nach gut 2 Monaten durchgehender Schule ohne Pausen, dafür aber mit Klausuren (gefühlt ohne Ende) freuen sich bei uns alle umso mehr auf die nahenden Osterferien. Trotzdem soll natürlich auch weiter guter Unterricht gemacht werden, weshalb ich euch heute zwei Methoden vorstellen möchte, wie ich trockenen Theorie-Unterricht auf eine kreative Art und Weise etwas lebhafter gestalten konnte. Eventuell helfen euch diese Methoden ja auch, die Theorie etwas hübscher zu verpacken. Gleichzeitig hat sich beim Erstellen der Produkte auch gezeigt, dass sich die SchülerInnen den Inhalt so besser einprägen konnten. Ein doppelter Gewinn. Insofern wünsche ich euch viel Spass beim Nachmachen und freue mich über eure Tipps, wie ihre gerade „trockene Theorie“ etwas lebhafter umsetzt.

Methode 1: Freie künsterlische Gestaltung

Gerade im Geschichtsunterricht sind wir es gewohnt, oftmals „trockene“ Theorie zu lesen und diese dann im Unterricht anzuwenden. Dasselbe galt auch für die Kulturkontakt-Theorie von Urs Bitterli innerhalb der Einheit zur Völkerwanderung. Aus knapp zwei Seiten Buchtext haben wir hier die zentralen Thesen Bitterlis herausgearbeitet und diskutiert. Um das ganze Wissen dann besser festigen zu können, habe ich mich entschieden, die SchülerInnen ein besonderes Kreativprodukt zu dieser Theorie erstellen zu lassen: So sollten sie die unterschiedlichen Formen des Kulturkontakts künstlerisch umsetzen. Ich habe bewusst die Formulierung „künstlerisch“ gewählt, da ihnen somit selbst überlassen wurde, ob sie einen Comic zeichnen, ein Bild malen etc. Insofern konnten sie sich hier austoben und einige schöne Ergebnisse präsentieren, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Diese Methode hat auf jeden Fall geholfen, das Wissen über Bitterlis Theorie zu festigen und ich kann diese schönen Bilder immer hervorholen, wenn wir das Thema einmal aufgreifen wollen.

Methode 2: Kurze Audiodefinitionen

In meinem elften Jahrgang habe ich mich mit damit beschäftigt, welchen „Verlauf“ Geschichte hat: Ist Geschichte ein Kreislauf? Ein Weg zur Demokratie? Oder doch ein Weg des Fortschritts? Um all die verschiedenen Theorien zum Verlauf von Geschichte klar zu trennen und sie kurz zu definieren, sollten die SchülerInnen diese verschiedenen Theorien kurz als Audiodokument definieren. Das heißt, mit den frei zugänglichen Programm „Anchor“ eine kurze Sprachnachricht aufnehmen und ihre Theorie kurz erklären. Alle SchülerInnen haben mir am Ende ihre Ergebnisse geschickt und ich habe sie in unseren gemeinsamen Dateiordner bei IServ hinterlegt. Dann haben wir sie uns angehört und im Anschluss darüber diskutiert. Die SchülerInnen meldeten bei dieser Methode zurück, dass sie es sehr motivierend fanden, die Definitionen auf diese Weise zu lernen. Zumal sie es auch zurückmeldeten, dass die eigene Formulieren einer Definition dazu geführt hat, dass sie sich wesentlich genauer mit dieser auseinandersetzen mussten. Einige hatten auch noch ein wenig Musik etc. in ihre Produkte eingearbeitet, was ebenfalls positiv angemerkt wurde… und auch ganz gut klang. 😄

Gedanken aus dem #twlz

Als großer Fan von Lego-Steinen habe ich mich sehr gefreut, die folgende kleine Idee von @LabMa_de zu sehen. Ist zwar mehr etwas für den naturwissenschaftlichen Bereich, aber trotzdem sehr empfehlenswert.

Eine tolle Übersicht zum Thema „Was ist bei einem guten Vortrag alles wichtig?“ findet ihr unter dem folgenden Link bei @roundab87022169

Fazit

Ich hoffe, euch anhand dieser zwei Methoden ein wenig Inspiration für euren Unterricht gegeben zu haben. Neue Zugänge zu einem Thema ermöglichen eine vertiefte und abwechslungsreiche Auseinandersetzung auch mit eher trockenen Themen, sodass diese ggf. SchülerInnen helfen, sich diese besser zu merken. Wie gesagt bin ich schon auf eure Ideen gespannt und freue mich schon darauf, diese auch einmal ausprobieren zu können. Bis dain wünsche ich euch aber erstmal erholsame Tage und weiterhin guten Unterricht auf dem Weg zu den Ferien.

Quiz-Apps im Unterricht: Kahoot vs QuizAcademy

Apps/Programme, digital, Quiz

Schon seit meiner Jugend bin ich einer großer Freund von Quizshows. Insofern ist es natürlich praktisch, dass es heutzutage auch Möglichkeiten gibt, eine „Quizshow“ via App digital ins Klassenzimmer zu holen. Denn zu meiner Freude habe ich festgestellt, dass auch die heutigen SchülerInnen großen Spass dann haben, in Wissensfragen miteinander zu wetteifern. So kann darüber Wissen abgefragt, sortiert oder einfach wiederholt werden. Gerade für die einfachen Anforderungsbereiche bereichern Quiz-Apps den Unterricht sehr.

Bei den Planungen, eine digitale Quizshow, an welcher sich jeder beteiligen kann, im Unterricht einzusetzen, stellt sich natürlich die Frage, welche App sich dafür am besten eignet. Da es hier relativ viele Apps gibt, möchte ich euch heute zwei etwas genauer vorstellen und einmal in drei Kategorien miteinander vergleichen: Kahoot und QuizAcademy. Beide habe ich schon mehrfach im Unterricht benutzt und mit einer kritischen Fachjury (= meine SchülerInnen) besprochen. Insofern könnt ihr euch jetzt auf einen spannenden Vergleich freuen, gleichzeitig aber auch gerne eure Lieblings-App vorstellen: Womit setzt ihr digitale Quizze um?

Im Schulkontext ist es meistens sehr wichtig, dass Apps auch „datenschutzkonform“ sind. Sprich: Man sollte SchülerInnen keine Apps nutzen lassen, wo sie ihre Daten z.B. an ein Unternehmen in Singapur weitersenden. Dasselbe gilt natürlich auch für Quiz-Apps, weshalb es mir wichtg ist, dass ich nur Apps nutze, bei welchen sich SchülerInnen nicht anmelden müssen und die Daten eben nicht gespeichert werden. Kahoot! wurde im Jahr 2013 in Norwegen gegründet und hat dort nach wie vor seinen Hauptsitz. Das Grundprinzip dieser App ist, dass die Lehrkraft ein Quiz erstellt, bei welchem die SchülerInnen ohne einen Account teilnehmen können. Eine Anmeldung ist hier für die SchülerInnen nicht nötig, für die Lehrkraft beim Erstellen eigener Quizzes aber schon. In Bezug auf die Speicherung der Daten schreibt Kahoot von sich selbst, dass es die seit 2018 in der EU gültige Europäische Datenschutz-Grundverordnung einhalte. Selbst wenn es dazu komme, dass Daten in Länder außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes übermittelt werden, ergreife Kahoot angemessene Schutzmaßnahmen: So werden keine Kennnummern übermittelt, durch welche auf die NutzerInnen rückgeschlossen werden könnte. Allerdings werden die anonymen Daten manchmal zu Analysezwecken genutzt. Das Online-Portal mobilsicher kritisiert weiterhin, dass dies nicht für Lehrkräfte gelte, welche Kahoot über ein Android-Gerät nutzen würden. Insofern rät es hier von der Nutzung ab, bewertet die App ansonsten aber als „akzeptabel“ in Bezug auf den Datenschutz.

QuizAcademy wurde im Jahr 2015 in Deutschland aus dem Umfeld der Universität Potsdam und dem Hasso Plattner Institut gegründet. Die Server der App stehen hier in Deutschland. Ähnlich wie bei Kahoot müssen sich die SchülerInnen nicht anmelden, lediglich die Lehrkraft muss einen Account erstellen, um eigene Quizzes erstellen zu können. In dieses können die SchülerInnen dann via QR-Code oder Codewort mit einem selbst gewählten Nickname beitreten. Positiv ist weiterhin, dass QuizAcademy zum einen klar nennt, welche Dienstleister bei der Datenverarbeitug in Anspruch genommen werden, zum anderen aber auch sagt, dass sie keine Daten von nicht-registrierten SpielerInnen weitergeben. Lediglich von registrierten UserInnen könnten Daten zu gewerblichen Zwecken genutzt werden. Insofern ist die App für SchülerInnen, welche sich nicht registrieren müssen, ziemlich unbedenklich und auch für Lehrkräfte abgesehen von der möglichen Verwendung zu gewerblichen Zwecken wenig bedenklich.

Insofern sind beide Apps datenschutzkonfrom nutzbar, wobei QuizAcademy mit den Daten noch einmal sicherer als Kahoot! umgeht. Daher geht der Punkt in dieser Kategorie an QuizAcademy.


In Bezug auf die Bedienung zeigt sich, dass Kahoot! hier relativ einfach gestaltet ist. Nachdem die Lehrkraft einen kostenlosen Account erstellt hat, kann sie sofort ein eigenes Quiz erstellen. Weiterhin kann sie aus bereits bestehenden Quizzes auswählen, um diese spielen zu können. Wenn sie ein eigenes Quiz erstellt, stehen ihr in der kostenlosen Variante verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Multiple Choice-Fragen mit bis zu 4 Antwortmögichkeiten und Wahr/Falsch-Fragen. Weitere Fragetypen wie z.B. das Puzzle stehen nur in der kostenpflichtigen Premium-Variante zur Verfügung. Trotzdem kann man auch in der kostenlosen Variante ausführliche Quizzes für die Lerngruppe erstellen. Die SchülerInnen können dem Quiz via Code oder QR-Code beitreten und lesen dann die Fragen auf der Smartboard, während sie auf der App je nach Farbe die richtige Antwort eintippen. Bei Kahoot! werden die Punkte nach Schnelligkeit und Richtigkeit verteilt, wer also schnell die richtige Antwort gedrückt hat, bekommt auch mehr Punkte. Wer dagegen eine falsche Antwort antippt, bekommt gar keinen Punkte, unabhängig von der Geschwindigkeit. Insofern belohnt das Spiel sowohl Wissen als auch Schnelligkeit in einer angenehmen Mischung. Den SchülerInnen macht es auf jeden Spass und sie sehen schnell, dass gründliches Lesen hier wichtiger als schnelles Antippen ist. Auch die Rückmeldung zeigte, dass sie immer sehr viel Spass am Spielen haben.

QuizAcademy ist vom Aufbau her gar nicht so unterschiedlich zu Kahoot!: Auch hier kann die Lehrkraft relativ einfach Fragen erstellen, welche entweder Multiple Choice, Single Choice oder Wahr/Falsch-Fragen sind. So baut sich die Lehrkraft ein Quiz zusammen, in welchem die Fragen dann nacheinander „abgearbeitet“ werden. Im Gegensatz zu Kahoot! sehen die SchülerInnen die Fragen hier allerdings komplett auf dem eigenen Endgerät, sodass ein Blick auf das Smartboard vorne nicht notwendig ist. Etwas fummelig ist hier, dass die SchülerInnen ihre Antwort noch bestätigen müssen, was auf der anderen Seite praktischerweise dafür sorgt, dass man sich nicht mehr „vertippt“. Auch hier müssen die SchülerInnen keinen Account erstellen, sondern treten dem Spiel via QR-Code oder Codeeingabe mit einem eigenen Nickname bei. Anders als bei Kahoot! trennt Quizacademy die Punkte und die Zeit der Eingabe: Hier werden keine Punkte gegeben, sondern das Spiel bewertet den Sieger am Ende aus der Anzahl an richtigen Antworten, während die Eingabezeit lediglich angegeben wird. Schnell richtig antworten bringt im Gegensatz zu Kahoot! also keinen Vorteil, was gerade leistungsstärkere SchülerInnen kritisierten. Leistungsschwächere erfreuten sich dagegen, hier auch endlich eine „Chance“ zu haben. Generell war die Rückmeldung hier aber auch positiv.

Beide Apps überzeugen durch eine einfache Bedienung, viele Möglichkeiten zum Erstellen von Quizzes und ein nachvollziehbares Bewertungssystem. Auch wenn es hier kleine Unterschiede gibt, sehe ich hier keinen klaren Gewinner, weshalb beide Apps einen Punkt bekommen.


Kahoot! ist vom Design her eher bunt gestaltet. Der lilafarbene Grundton wird um die vier Farben der Antwortmöglichkeiten ergänzt (Rot, Gelb, Grün, Blau) und ergibt so ein stimmiges Gesamtbild. Kleine Animationen im Hintergrund runden das gute Design ab. Auch technisch erweist sich die App als durchaus stabil, lediglich kleine Aussetzer sorgen manchmal für Frust bei einzelnen SchülerInnen. Hier gibt es allerdings eine „ReJoin-Funktion“, sodass SchülerInnen trotz einer kurzen Trennung der Verbindung wieder in das laufende Spiel einsteigen können. Auch in Bezug auf die verschiedenen Geräte passt sich Kahoot! gut an und läuft auf Computern, Tablet oder dem SmartBoard gleichermaßen konstant. Dementsprechend positiv viel auch das Feedback meiner Lerngruppen aus, welche Kahoot! ein gutes und buntes Design zusprachen.

QuizAcademy ist von seinem Aufbau her wesentlich nüchterner aufgebaut. Die vorherrschenden Farben sind grün und weiß. Das sorgt dafür, dass die einzelnen Menüpunkte durch das gleiche Design gerade auf dem Dashboard etwas unübersichtlich erscheinen. Auch beim Erstellen selbst erinnert das Design mehr an eine Art Excel-Tabelle, was aber für das eigentliche Erstellen nicht unpraktisch ist. Rein technisch gesehen funktioniert die App soweit, auch wenn es beim Spielen hier teilweise größere Probleme gab. So wurden bei einzelnen SchülerInnen Fragen nicht angezeigt oder sie konnten den „Antwort bestätigen“-Button nicht drücken. Auch bei der Formatierung gab es bei einigen Geräten Probleme. So überlagerten sich bestimmte Felder, was es nicht möglich machte, ein bestimmtes Feld anzuklicken. Es sei erwähnt, dass das lediglich Ausnahmen waren, die hier aber wesentlich häufiger als eben bei Kahoot! auftraten. Im Großen und Ganzen lief aber auch QuizAcademy stabil und die SchülerInnen hatten ihren Spass. Trotzdem häuften sich hier die Rückmeldungen bezüglich der kurzen technischen Probleme.

Da beide Apps grundsätzlich funktionieren, aber sowohl die Stabilität als auch die Optik bei Kahoot! überzeugender wirkten, erhält Kahoot! somit den letzten Punkt der Gesamtwertung in dieser Kategorie.


Am Ende steht ein aus meiner Sicht gerechtes Endergebnis von 2:2 zwischen Kahoot! und QuizAcademy. Beide Apps sind absolut empfehlenswert für den Einsatz im Unterricht und haben lediglich kleine Punkte, an welchen sie sich dann doch unterscheiden. Kahoot! überzeugt mit seinen schönen Optik, Stabilität und einem motivierenden Punktesystem, während QuizAcademy mit gutem Datenschutz, einem für leistungsschwächere SchülerInnen motivierenden Punktesystem und dem Verhindern des Vertippens. Zu Kahoot! sei noch gesagt, dass die Premium-Version weitere Funktionen bietet, aber ich wollte mich hier im Vergleich auf die Situation beschränken, die Apps in der kostenlosen Variante für den Einsatz in der Schule zu vergleichen. Hierbei überzeugen beide Apps, weshalb ich immer empfehlen würde, sie auch beide einmal auszuprobieren und ggf. zu schauen, was bei den eigenen Bedingungen (Technik, Lerngruppe etc.) besser geeignet ist. Das „geeignet“-Testsiegel bekommen aber beide, weshalb ich euch an dieser Stelle nur noch viel Spass beim Quizzen wünschen möchte. Denn dieser entsteht auf jeden Fall, egal, für welche dieser beiden Apps ihr euch entscheidet.

Björns Woche im #twlz: Der Krieg in der Ukraine im Unterricht

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

Gegenwartsbezüge gehören zum modernen Schulalltag wie das Spielen in der großen Pause. Nahezu jedes Fach definiert sich dadurch, dass es den Unterricht nicht losgelöst von der Lebenswelt der SchülerInnen, sondern eben gerade auf dieses bezogen gestaltet. Erst dadurch erkennen SchülerInnen den eigentlichen Wert des Bildungsgegenstandes. Manchmal aber sorgen diese Gegenwartsbezüge dafür, dass man auch „politische schwierige Themen“ im Unterricht bespricht. Denn es ist doch ein Unterschied, ob man auf Basis des Physikunterricht die Geschwindigkeit des eigenen Fahrrads berechnet oder wie aktuell einen Krieg mitten in Europa thematisiert. Der russische Angriff auf die Ukraine hat zumindest bei meinen SchülerInnen das Bedürfnis geweckt, gemeinsam darüber zu reden. Gerade im Geschichtsunterricht ist man es gewohnt, so über Krieg zu sprechen, als wäre er „irgendwann mal passiert“. Erst die aktuellen Entwicklungen zeigen den SchülerInnen, dass er durchaus auch real sein kann. Fragen nach dem „Warum?“, Ängste um die Zukunft und anderen Themen prägten auch den Alltag meiner SchülerInnen, weshalb ich es wichtig fand, auch im Schulkontext über das Thema zu reden und über die aktuellen Entwicklungen so gut es geht aufzuklären. Ich möchte euch heute daher meine Herangehensweise zu diesem Thema zeigen, freue mich aber sehr, eure Ideen und Meinungen zu diesem Thema zu hören: Wie geht ihr mit diesem sensiblen Thema um?

Schritt 1: Fragen zulassen und klären

Als ersten Schritt fand ich es wichtig, den SchülerInnen zu ermöglichen, die eigenen Fragen zu stellen und diese gemeinsam zu besprechen. Um das ganze möglichst anonym zu machen, habe ich mich entschieden, über die Plattform Wooclap eine Plattform für offene Fragen einzurichten. Zu Beginn der Stunde habe ich den QR-Code zu dieser Seite auf dem Smartboard gezeigt, sodass sich alle SchülerInnen dort anonym ihre Fragen zu dem Thema stellen konnten. Durch die Anonymität war abgesichert, dass jeder wirklich ohne „Druck“ seine Fragen stellen konnte. Insgesamt kam eine große Zahl an Fragen, die ich dann gemeinsam mit den SchülerInnen besprechen konnte.

Ich selbst hatte mich am Abend vorher schon ein wenig in das Thema eingelesen, aber gleich zu Beginn der Stunde klargestellt, dass ich ebenfalls kein Experte bin. So konnte ich zu einigen Fragen ein wenig Input geben, zu anderen haben wir dann gemeinsam recherchiert und Antworten (so gut es geht) gefunden. Auch konnten einige SchülerInnen sehr gut durchdachte Beiträge zu den einzelnen Fragen geben, sodass wir hier gemeinsam von der Diskussion profitierten.

Schritt 2: Sachlich informieren

Zum Beantworten der Fragen hatte ich bereits vorher Material herausgesucht, welches es den SchülerInnen ermöglichen sollte, sich selbstständig und, was bei diesem Thema wichtig ist, möglichst sachlich über den Krieg und seine Hintergründe zu informieren. Gerade in den sozialen Medien droht in den heutigen Zeigen schnell die Gefahr von einer Emotionalisierung, die den sachlich-kritischen Blick auf die Ereignisse trüben kann. Ebenfalls werden gerade von russischen Seite auch viele Fake-News verbreitet, was ebenfalls über soziale Medien schnell Verbreitung findet. Daher hatte ich geschaut, welches Material sich für den Einsatz hier gut eignet und das möchte ich euch hier gerne teilen:

Faktencheck: Putins Blick auf die Geschichte der Ukraine auf der deutschen Welle.

Ukraine-Krieg 2022 – Ukraine-Konflikt 2021/2022 auf der lpB Baden-Württemberg.

Wie aus Krise Krieg wurde auf der Website der Tagesschau.

Faktencheck: Putins Blick auf die Geschichte der Ukraine auf Deutschlandfunk Nova

Schritt 3: Putins Argumentation dekonstruieren

Dieser Punkt ist für mich als Geschichtslehrer besonders wichtig, da er leider ein gutes Beispiel dafür ist, wie Geschichte genutzt wird, um damit Kriege zu rechtfertigen. So greift Putin verschiedene Argumente auf, die auf seiner ganz eigenen Interpretation von Geschichte beruhen. So sagt er z.B., dass die Ukrainer nie eine eigene Kultur und Identität besessen hätten oder der Staat 1917 von Lenin erschaffen worden sei. Aus dieser Interpretation der Geschichte leitet Putin schließlich sein Eingreifen ab, da er sich nur zurückholen wolle, was schon immer russischen gewesen sei. Um diese Argumentation verstehen und dann auch dekonstruieren zu können, ist es wichtig, die historischen Hintergründe der ukrainischen Geschichte zu kennen. Denn erst dann wird man merken, dass die Ukrainer sehr wohl eine eigene Kultur und Identität besaßen (und besitzen). Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich den oben genannten Artikel von Deutschlandfunk Nova gemeinsam mit den SchülerInnen gelesen und eine Übersicht erstellt, in welcher die einzelnen Schritte der Herausbildung der ukrainischen Identität zu sehen waren. Mit diesem Hintergrundwissen war es dann gut möglich, Putins Argumentation zu dekonstruieren und eine Diskussion über die generelle Problematik beim „bewussten Falschinterpretieren“ oder beim „bewussten Vergessen von Fakten“ von historischen Ereignissen zu führen.

Konkretes Unterrichtsmaterial

Der Geschichtslehrer Herr Meier hat freundlicherweise seine komplette Unterrichtsstunde einmal für uns geblogggt.

Und auch die liebe Kristina hat tolles Material erstellt und kostenlos zur Verfügung gestellt.

Und Materialien von DOS Lernwelt.

Materialsammlungen

Material zur Unterstützung für geflüchtete Kinder und Jugendliche.

Während sich meine Ideen vor allem an ältere SchülerInnen richten, gibt es im #twlz auch sehr gute Tipps für jüngere SchülerInnen. Einer dieser Tipps kommt von Nina Toller und verweist auf die Sendung mit der Maus.

Zudem hat das Team der Sendung tolle Slides für den Umgang bei Überforderung veröffentlicht.

Ebenfalls eine tolle Übersicht an verschiedenen Materialien zu diesem Thema gibt es von Joschka Flak und Anja Holm.

Sowie dieses Padlet mit vielen hilfreichen Informationen.

Ebenso hat die Schule von Silke Müller einiges an Material zusammengetragen.

Und das Institut für Film und Bild via mundo.

Auch Verena Knoblauch hat zum Sammeln aufgerufen und viel Rückmeldung erhalten.

Sowie drei Hinweise von Stefan Helge Kern.

Fazit

Auch wenn das Thema Krieg gerade mit aktuellen Bezügen immer schwierig ist, dürfen wir uns als Lehrkräfte nicht davor verschließen. In der Lebensewlt der SchülerInnen nimmt dieses Thema aktuell eine große Rolle ein, weshalb wir unser Bestmögliches geben sollten, ihnen bei Fragen und Unklarheiten zur Seite zu stehen. Meine SchülerInnen waren jedenfalls sehr dankbar darüber, dass wir uns die Zeit genommen haben, ausführlich über das Thema zu sprechen. Auch wenn es weiterhin ungewiss bleibt, wie sich die aktuelle Lage entwickelt, so ist es doch wichtig, auch dieses schwierige Thema auf eine möglichst konstruktive Weise in den Unterricht zu holen. Ich hoffe, euch mit diesen Ideen Möglichkeiten für die Thematisierung gezeigt zu haben, und freue mich über weitere Anregungen und Vorschläge von euch. Gleichzeitig hoffe ich natürlich, dass dieses Thema seinen Aktualitätsbezug schnell „verliert“, indem der russische Angriff ein Ende findet. Insofern verabschiede ich mich heute mit pazifistischen Grüßen. 🕊

Assassin’s Creed III im Geschichtsunterricht

Allgemein, Computerspiel, digital, Geschichte, Jugendmedien, kritischer Umgang, Neuzeit

Wenn man SchülerInnen heutzutage fragt, wo sie etwas über Geschichte „lernen“, dann nennen sie wohlmöglich noch den Geschichtsunterricht, aber in der Vermittlung von der Geschichte nimmt er tatsächlich nur einen relativ kleinen Raum ein. Geschichtsdarstellungen im Alltag sind für SchülerInnen wesentlich präsenter, da es heute kaum ein Medium gibt, bei welchem nicht mit historischen Darstellungen gearbeitet wird. Filme, Bücher und auch Videospiele sind die normalen Freizeitbeschäftigungen der heutigen SchülerInnen und prägen dabei auch das Geschichtsbild mit. Insofern sollte es auch die Aufgabe eines modernen Geschichtsunterrichts sein, sich dieser Lebenswelt in gewisser Weise anzunehmen und sich mit den Geschichtsdarstellungen in diesen populären Medien auseinanderzusetzen.

Eine der populärsten Videospiel-Serien ist die Assassin’s Creed-Reihe, in welcher man in verschiedenen historischen Szenarien (Kreuzzüge, Französische Reovlution etc.) in die Haut von Assassinen schlüpft und in dieser Rolle die Templer, die Gegner der Assassinen darin hindern muss, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Mittlerweile gibt es bereits 12 Teile der Reihe und darüber hinaus wurde die Spieleserie auch schon verfilmt. Wenn SchülerInnen Videospiele spielen, ist es also nicht unwahrscheinlich, dass sie bereits einmal Assassin’s Creed gespielt haben.

Da es mit Assassin’s Creed III auch einen Teil gibt, welcher den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg als Setting nimmt, bot es sich für mich an, diesen auch in Rahmen der Einheit zu selbigem Thema einmal anzuschauen. So setzt der Lehrplan in Niedersachsen voraus, sich auch mit der Rezeption der Amerikanischen Revolution zu beschäftigen und zu schauen, wie „wir“ heute mit dieser historischen Zeit umgehen. Insofern bot es sich geradezu an, sich hier einmal in die Welt der Videospiele zu begeben und zu schauen, wie Assassin’s Creed III diese historische Epoche umsetzt und wie es historische und fiktive Elemente kombiniert.

Assassin’s Creed III – Ein „geeignetes“ Spiel für den Geschichtsunterricht?

In Assassin’s Creed III spielt man, wie bereits in den Vorgängerspielen, den Charakter Desmond Miles, welcher mit Hilfe eines modernen Geräts namens Animus die Erinnerungen seiner Vorfahren nacherleben kann. Auch im dritten Teil macht er davon Gebrauch: Um einen geheimen Schlüssel zu finden, schlüpft er in die Haut des Charakters Connor, welcher als Sohn eines Briten und einer Mohawk als Kind miterlebt, wie sein Dorf von dem amerikanischen General Charles Lee niedergebrannt wird. Lee stellt sich als Templer heraus, welcher ebenfalls auf der Suche nach dem Schlüssel ist. Connor beschließt, Lee und die Templer aufhalten zu wollen, woraufhin er eine Ausbildung bei dem Assassinen Achilles Davenport beginnt. Im weiteren Verlauf der Geschichte trifft er dann nicht nur auf historische Personen wie George Washington, sondern erlebt auch historische Ereignisse wie die Boston Tea Party nach. Im Endeffekt gelingt es Connor am Ende, Lee, die Templer und auch seinen Vater, welcher ebenfalls für die Templer arbeitet, zu besiegen und so die Gefahr der Templer zu beseitigen. In dieser Folge gewinnen die Amerikaner dann auch den Unabhängigkeitskrieg.

Assassin’s Creed III spielt sehr viel mit der Vermischung von historischen und fiktiven Elementen: Im Fokus steht immer der übergeordnete Konflikt zwischen Templern und Assassinen, welcher sich aber zahlreicher historischer Elemente bedient. Historische Charaktere wie z.B. Charles Lee werden hier so umfunktioniert, dass sie als Schurke fungieren können. Auch historische Ereignisse werden so angepasst, dass Connor selbst aktiv daran beteilgt ist, dass die Boston Tea Party stattfinden kann. Insofern bietet das Spiel genügend Möglichkeiten, es von den SchülerInnen dekonstruieren zu lassen: Wie und mit welchem Zweck wird Geschichte hier dargestellt? Und welche Besonderheiten werden beim Medium „Videospiel“ deutlich?

Aufbau der Kurzeinheit

Als Einstieg in die kurze Einheit dient der offizielle deutsche Trailer.

Dieser wird gemeinsam geschaut und danach zusammen besprochen: Was gibt es im Trailer zu sehen? Welche historischen Elemente lassen sich bereits erkennen? Und welche Elemente scheinen eher fiktiv zu sein? Im Optimalfall kennen SchülerInnen das Spiel bzw. die Serie und können den anderen hier auch eine kurze Einführung geben, was aber nicht zwingend notwendig ist. Auf Basis des Trailers können auch schon erste Vermutungen darüber angestellt werden, wie das Spiel historische Elemente nutzt und in die „eigene“ Geschichte einarbeitet. Durch den Trailer kamen meine SchülerInnen sehr schnell darauf, dass der Held auf der guten Seite kämpfte, welche mit Amerika verknüpft wurde. Im Umkehrschluss wurde vermutet, dass die Briten dann „die Bösen“ seien. Weiterhin gingen meine SchülerInnen dann davon aus, dass das Spiel eine sehr eigene Interpretation des Unabhängigkeitskrieges zeige und daher nicht so unbedingt „historisch korrekt“ sei. An dieser Stelle konnten wir auch kurz diskutieren, was sich die SchülerInnen unter „historischer Korrektheit“ vorstellten. Insofern gingen wir nach dem Trailer mit folgenden Fragen in die genauere Dekonstruktion des Spiels:

  • Welche Charaktere im Spiel sind historisch, welche sind fiktiv?
  • Welche Charaktere werden gut, welche böse dargestellt?
  • Stellt das Spiel die Amerikaner als gut, die Briten als böse dar?

Die folgenden Fragen wurden schließlich in Aufgaben umformuliert und auf Basis eines Darstellungstextes über das Spiel analysiert.

Der Darstellungstext selbst basiert auf der Nacherzählung der Handlung, wie sie bei Wikipedia beschrieben wird, etwas umgeschrieben und gekürzt, damit der Fokus auf dem Wesentlichen liegt. Er ermöglicht es den SchülerInnen, Antworten auf die gemeinsam formulierten Fragen zu finden, sodass das Spiel dann ausführlich dekonstruiert und besprochen werden kann. Zudem habe ich noch zwei QR-Codes eingebaut, welche den SchülerInnen die Darstellung zweier bedeutender Ereignisse des Unabhängigkeitskrieges im Spiel zeigen soll.

Die SchülerInnen als ExpertInnen: Einen Artikel für eine Gaming-Zeitschrift schreiben

Nach dem Sammeln der Ergebnisse und dem Besprechen der jeweiligen Punkte ginges darum, die Ergebnisse durch einen Transfer zu sichern. Hierfür hatte ich mir überlegt, die SchülerInnen einen Artikel für ein (fiktives) Videospielmagazin schrieben zu lassen, welches sich mit Assassin’s Creed III beschäftigt und dabei genau diese Fragen aufgreift: Wie „authentisch“ ist das Spiel? Vertritt es eine „anti-britische“ Haltung? Dazu entwarf ich schließlich ein eigenes Cover, auf welchem die eigentliche Aufgabe für die SchülerInnen dann auch gleich sichtbar werden sollte: Sie waren die jewieligen HistorikerInnen, welche hier ihre Expertenmeinung niederschreiben sollten.

Motiviert fingen meine SchülerInnen an, hier Kritiken zu schreiben, welche auf die auf dem Cover gezeigten Fragen eingingen. Sie wandten dabei nicht nur ihr gelerntes Wissen an, sondern formulierten die Antworten auch so, als wenn sie eine ernsthafte Kritik schreiben würden. Einige hinterließen am Ende sogar eine Bewertung aus „HistorikerInnen-Sicht“. Insgesamt entstanden so einige tolle Ergebnisse, von welchen ich euch zwei nicht vorenthalten möchte:

Fazit

Es hat den SchülerInnen sehr viel Spass gemacht, sich im Geschichtsunterricht einmal kritisch-analystisch mit einem ihnen bekannten Alltagsmedium auseinanderzusetzen. Da einige die Serie auch kannten, war die Motivation hier dementsprechen hoch, hier die eigene Expertise einbringen zu können. Am Ende kamen wir zu relativ differenzierten Urteilen, bei welchen zwischen dem Videospiel als Medium, welches in erster Linie unterhalten möchte, und dem Faktor „Authentizität“ gut abgewogen wurde. Videospiele haben nicht den Anspruch, historisch möglichst „nah“ an der Geschichte zu sein, sie wollen unterhalten. Aber trotzdem vermitteln sie dabei auch Geschichtsbilder, welche als „authentisch“ wahrgenommen werden können. Die generelle Diskussion über den Anspruch von „Authentizität“ in populären Darstellungen von Geschichte konnte ich dann gleich als Aufhänger für die nächste Stunde nutzen, um dieses Thema dann da diskutieren zu lassen. Aus diesem Grund freue ich mich schon sehr, auch in der nächsten Einheit einmal wieder in virtuelle historische Welten abzutauchen und diese mit den SchülerInnen zu analysieren.

Material

Wie etabliere ich erfolgreich Nachhaltigkeit an meiner Schule?

Allgemein, Schulentwicklung

Als ich im letzten August an meine neue Schule gekommen bin, bot mir die Schulleitung an, auch eine AG anbieten zu dürfen. Da ich im Rahmen meines Referendariats eine Zusatzqualifikation zum Thema „BNE“ (Bildung für nachhaltige Entwicklung) gemacht hatte, fragte ich nach, ob ich nicht eine Nachhaltigkeits-AG an der Schule starten könnte. Bisher hatte es eine solche AG noch nicht gegeben, weshalb ich auch relativ schnell die Zusage für die AG bekam. Nach der ersten Freude kam jedoch der Moment, wo ich mich mit der konkreten Planung und Organisation beschäftigen musste. Wie genau sollte diese AG aufgebaut sein? Was genau würde ich dort eigentlich machen wollen? Und auf welche Weise könnte ich mit dieser AG für mehr Nachhaltigkeit an der eigenen Schule sorgen? All diese Frage galt es zu beantworten, um mit der AG einen guten Start hinzulegen. Ich möchte euch an dieser Stelle einmal zeigen, wie genau ich diesen Start gemacht habe und welche Ideen ich bis jetzt umsetzen könnte, um euch zu zeigen, wie auch ihr eine solche AG an eurer Schule starten könnt. Falls ihr ebenfalls noch Tipps oder Anmerkungen habt, schreibt sie gerne in die Kommentare, ich bin immer gespannt auf neue Ideen.

Was genau heißt „nachhaltig“ eigentlich?

Vor dem Start galt es eigentlich für mich selbst erstmal zu schauen, was ich inhaltlich so machen möchte. Bei dem Begriff „nachhaltig“ ist die Richtung klar: Ich möchte die SchülerInnen zu nachhaltigem Denken anregen. Sie sollen erkennen, dass ein nachhaltiger Lebensstil notwendig ist, um für kommende Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Dabei möchte ich Probleme nicht von oben herab erklären, sondern aktuelle Probleme gemeinsam entdecken und zusammen mit ihnen Lösungsansätze formulieren, die wir dann der Schulgemeinschaft zugänglich machen. Doch hierzu müsste ich für mich erstmal definieren, was genau „nachhaltig“ denn nun bedeutet. Basis für die eigene Definition waren hier die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung, der UN Agenda 2030. In ihnen sind 17 Ziele formuliert, die breite Teile der Gesellschaft abdecken: Neben Punkten wie „Klimaschutz“ oder „Nachhaltiger Konsum“ finden sich auch Punkte wie „Keine Armut“ oder „Geschlechtergleichheit“ dort wieder. Das zeigt, dass der Nachhaltigkeitsbegriff hier nicht nur auf den Bereich Umwelt, sondern auf die gesamte Gesellschaft bezogen ist: Nur eine Welt, in welcher alle Menschen gute und faire Lebensbedingungen haben, kann nachhaltig sein. Insofern gibt es für die AG genügend Punkte, welche wir aufgreifen und je nach Interesse der SchülerInnen in den Fokus setzen können.

Start mit dem ökologischen Fußabdruck

Zum Start in die AG hatte ich mir überlegt, dass die SchülerInnen erstmal selbst überprüfen sollten, wie nachhaltig sie bereits leben. Dazu habe ich mich des „ökologischen Fußabdrucks“ bedient, eines Programms, welches auf Basis von Antworten errechnet, wie viele Erden nötig wären, wenn jeder Menschen so wie man selbst leben würde. Hier werden verschiedene Faktoren abgefragt, wie Mobilität, Essgewohnheiten oder Stromverbrauch. Wir haben dazu einen Online-Test verwendet, welchen ihr hier finden und selbst einmal nachspielen könnt. Hatten die SchülerInnen vorher damit gerechnet, relativ nachhaltig zu leben, so waren sie am Ende doch erstaunt, dass bei vielen 2-3 Erden nötig wären, um ihren Lebensstil aufrecht zu erhalten. Dadurch inspiriert kamen wir dann zu der Diskussion, wie wir diesen hohen Wert für uns verringern könnten. Zumal einige SchülerInnen auch zweifelten, ob es denn überhaupt ausreiche, wenn man „selbst“ aktiv werden würde. Als Inspiration haben wir uns in der folgenden Stunde dann ein Video angeschaut, in welchem die Influencerin Marie Johnson 50 Ideen, wie jeder nachhaltig leben kann vorgestellt hat. Wir haben dieses Video angeschaut, über verschiedene Punkte diskutiert und einige auch selbst ausprobiert. In der dann folgenden Stunde haben wir gemeinsam ein Ranking mit den 5 besten Tipps erstellt und diese Tabelle ziert seitdem unseren eigenen Schaukasten im Schulflur. Das war sozusagen unser erstes größeres Projekt für die AG.

Der nachhaltige Schokoladentest

Nach diesem Projekt begann so langsam die Weihnachtszeit und da wir kurz vor Ende einer AG-Stunde noch über Schokolade gesprochen hatten, überlegte ich mir, ob man nicht daraus mal ein spannendes Thema machen könnte: Unter welchen Bedingungen wird Schokolade produziert? Warum kostet eine Schokolade 50 Cent, die andere 1,50€? Wie nachhaltig ist eigentlich Schokolade? Um all diesen fragen nachzugehen, machte ich mit der AG einen Ausflug zu einem nahe befindlichen Supermarkt und wir schauten uns das Schokoladen-Regal dort einmal an. Nachdem wir die Schokoladen verglichen hatten (Preis, abgebildete Siegel etc.), kauften wir 3 Beispielexemplare, die wir für einen Test nutzen sollten: Anhand von Faktoren wie Preis, Geschmack, Verpackung oder „Siegel“ wollten wir herausfinden, welche Schokolade am nachhaltigsten war. Wieder in der Schule probierten wir die einzelnen „Herausforderer“ und erstellten eine Tabelle.

In der darauffolgenden Stunde informierten wir uns dann schließlich über die einzelnen Siegel und schauten, inwiefern die wirklich ein Indikator für nachhaltige Herstellung waren. Als Basis diente dazu diese übersichtliche Seite des NABU. Gleichzeitig setzten wir uns hierbei auch mit den Problemen auseinander, wenn Schokolade eben nicht nachhaltig produziert wird: Umweltschäden oder Kinderarbeit sind nur einige negative Folgen, die auch mit dem Kauf nicht-nachhaltiger Schokolade zusammenhängen. Am Ende dieses Prozesses entstand schließlich eine Art „Verbrauchertest“, welcher den Testsieger unseres kleinen Tests kürte. Auch dieser Test fand natürlich seinen Weg in unser Schaufenster und hier folgten dann auch die ersten Rekationen der Schulgemeinschaft, die die Arbeit unserer AG wahrgenommen haben. Für die SchülerInnen war es eine tolle Motivation, als sie sahen, dass ihre Arbeit auch andere interessierte.

Das wirkliche Highlight (zumindest für die SchülerInnen) erfolgte dann aber in den folgenden Stunden. Da wir im Test auch eine sehr billig produzierte Schokolade dabei hatten, kam die Frage auf, wie teuer es eigentlich wäre, selbst eine nachhaltige Schokolade zu produzieren. Wir informierten uns also darüber, aus welchen Zutaten eine Schokolade eigentlich besteht und wo man diese nachhaltig kaufen konnte. Zur nächsten Stunde besorgte ich die jeweiligen Zutaten dann, wir berechneten die Mengenpreise für 100g und mit Wasserbad und co produzierten wir dann unsere eigene nachhaltige Schokolade, für die wir am Ende einen Mindestverkaufspreise von 1,09€ errechneten. Da wir gleich mehrere Tafeln produziert hatten, konnten die SchülerInnen zwei Tafeln mitnehmen und damit in der Schule ein wenig Werbung für das Thema machen.

Ein Blick in die Zukunft

Ich hoffe, euch mit diesen zwei kurzen Projekten Iden gegeben zu haben, wie ihr auch an eurer Schule das Thema Nachhaltigkeit etablieren oder sogar eine eigene Nachhaltigkeits-AG einrichten könnt. Falls ihr noch Infos oder Material benötigt, schreibt mich gerne an und fragt nach. Aktuell planen wir einen Podcast zum Thema „Plastikmüll – Eine Gefahr für die Weltmeere“ und sichern dazu noch erste Informationen. Hiervon hoffe ich dann auch demnächst mal berichten zu können. Ansonsten bin ich nach anfänglicher Skepsis doch recht froh, wie sich die AG entwickelt hat. Die SchülerInnen waren zu Beginn noch ein wenig zurückhaltend, aber mittlerweile hat sich eine gute Basis entwickelt, die spannende Fragen zu bestehenden Problemen mit dem Streben nach dem Entwickeln von Lösungsansätzen kombiniert. Das Ziel, Nachhaltigkeit vertieft in der Schule zu etablieren, ist auf einem guten Weg und daran trägt das Interesse der SchülerInnen einen großen Teil bei. Genauso wie auch die Schule, welche mir die Möglichkeit gegeben hat, diese Idee umzusetzen. Auch wenn wir als Schulgemeinschaft die Welt nicht auf einen Schlag nachhaltig machen können, so tragen wir doch in kleinen Teilen dazu bei, den Weg zu einer nachhaltigeren Gesellschaft zu gehen.

Björns Woche im #twlz: Mein spielerischer Einstieg in den DaZ-Unterricht

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

Meistens kommen mit dem neuen Schulhalbjahr auch neue Stundenpläne ins eigene Fach. Nicht selten fallen dabei auch einige Stunden weg, die dann woanders dann wieder „reingeholt“ werden müssen. So war es in diesem Halbjahr auch bei mir, wo zwei Stunden Geschichte als Epochalfach weggefallen sind. Da alle anderen Kurse bereits „besetzt“ waren, war es somit nicht möglich, meine zwei Fehlstunden mit Latein oder Geschichte auszugleichen. Da ich jedoch angegeben hatte, auch gerne für andere Fächer eingesetzt zu werden, fand ich kurz vor dem neuen Halbjahr dann einen Stundenplan, in welchem ich zwei nicht näher definierte Stunden in einer Klasse mit dem Kürzel SLK hatte. Nach der ersten Verwunderung fragte ich mich ein wenig herum und erfuhr, dass es sich hier um die „Sprachlernklasse“ handelte, eine Klasse für SchülerInnen, welche keine oder nur ganz geringe Deutschkenntnisse haben. Diese werden hier darauf vorbereitet, so gute Deutschkenntnisse zu gewinnen, um dann am Regelunterricht teilnehmen zu können. Ich mag dieses Konzept sehr, habe allerdings ein gewisses Problem bei der Sache: Ich habe nie Erfahrung im Bereich DaZ gesammelt. Da ich auch kein Deutschlehrer bin, stand ich (und stehe ich immer noch!) also vor der Herausforderung, mich nun irgendwie in dieses Thema einzuarbeiten und den DaZ-SchülerInnen guten Unterricht zu bieten.

Was jetzt?

Um also herauszufinden, wie ich möglichst guten DaZ-Unterricht anbeiten kann, suchte ich das Gespräch mit der zuständigen Klassenlehrerin. In einem Gespräch erzählte sie mir dann, dass die Klasse im Prinzip den ganzen Tag nur Spracherwerb haben würde. Insofern wäre es vielleicht ganz praktisch, wenn sie daneben auch mal etwas anderes erleben würden. Daraufhin kam ich mit der Idee, in meinen Stunden eine Art „Sport“ zu machen, aber auf eine etwas andere Art: Ich wollte schauen, dass ich Spiele mit ihnen spielte, welche sich auch in dieser besonderen Gruppe gut spielen lassen: Sie durften nicht allzu komplex von den Regeln her sein und mussten sich so spielen lassen, dass sie von allen SchülerInnen gleichermaßen gespielt werden können, unabhängig vom Alter. Im besten Fall sollten dies auch Spiele sein, bei welchen man sich bewegt und miteinander kommunizieren muss. Auf Basis dieses Gesprächs entwickelte ich dann einige Ideen, von denen ich euch hier zwei kurz vorstellen möchte. Wie gesagt befinde ich mich noch am Anfang bei der Planung, daher wäre ich sehr dankbar für weitere kreative Ideen und Vorschläge, wie ihr den DaZ-Unterricht (relativ spielerisch) umsetzt.

Spielerisch Begriffe lernen: Memory auf LearningApps

Ein wichtiger Aspekt des Sprachlernens ist auf jeden Fall der Wortschatz. Hier habe ich mir überlegt, als spielerisches Ritual für den Einstieg, mit der Lerngruppe Memory zu spielen. Hierbei sollen sie deutsche Begriffe den passenden Bildern zuordnen. Natürlich ist diese Art des Lernens relativ simpel, aber die Beteiligung hat gezeigt, dass die ganze Lerngruppe sehr motiviert ist und sich freut, hier ihr Wissen auch zeigen zu können. Auch kann dann immer kurz über die Begriffe gesprochen werden (z.B.: Katze -> Wer hat ein Haustier?), sodass auch das gemeinsame Sprechen hier geübt wird. Wenn ihr die Vorlage als Beispiel nutzen wollte, findet ihr sie unter dem folgenden Link.

Gemeinsam spielen: Wikingerschach

Mein erstes größere Projekt war es nun, ein Spiel zu finden, welches sich also gleichzeitig mit einer Lerngruppe mit sehr heterogenem Alter spielen ließ. Da ich sehr gerne Wikingerschach spielte, kam mir sofort der Gedanke, es nicht damit zu versuchen: Die Regeln wären (ein wenig modifiziert) relativ einfach, man könnte auch eine Gruppe von 13 Leuten „gleichzeitig“ spielen lassen und die SchülerInnen hätten Bewegung und (hoffentlich!) Spass. Weiterhin müssten sie auch kommunizieren, wer auf welchen Kubb wirft und sich miteinander abstimmen. Gedacht, getan setzte ich mich darin, eine kurz gefasste Spielanleitung zu schreiben, welche möglichst kurz die zentralen Spielregeln vorstellt. Dazu stellte ich dann 5 kurze Fragen, die wir vorher gemeinsam besprechen sollten: „Was ist das Ziel des Spiels?“, „Wann darf man auf den König werfen?“ etc.

Mit dieser Spielanleitung bin ich dann in die Stunde reingegangen und es hat tatsächlich sehr gut geklappt. Zwar war durch die unterschiedlichen Sprachniveaus nicht immer erkennbar, ob wirklich alle vor dem Spielen verstanden haben, wie die Regeln nun genau sind, aber frei nach dem Motto „Learning by Doing“ funktionierte es beim Spielen dann sehr gut. Die Lerngruppe hatte ihren Spass, konnte ein wenig aus dem Spracherwerbsalltag heraus und schnappte gleichzeitig etwas Luft. Für die nächsten Stunden möchte ich ähnliche Konzepte entwickeln, freue mich aber da natürlich auch auf eure Vorschläge, wenn es hier schon Material gibt. Meine Anleitung für Wikingerschach könnt ihr hier herunterladen und für den eigenen Unterricht nutzen:

Gedanken aus dem #twlz

Vorsicht: Keine Eigenwerbung! Ich hatte das Thema DaZ bereits im #twlz einmal angesprochen und unter einem Post tolle Ideen und Verlinkungen bekommen, die ich hier gerne mit euch teilen möchte. Insofern geht es nicht um den Tweet an sich, sondern viel mehr um die Antworten von @le_nataliya und Co, die viele spannende Ideen für den DaZ-Unterricht enthalten.

Jobbörse Literatur? Nein, hier geht es nicht um Jobs in der Literaturwelt, sondern um kreative Arbeitsaufträge in der Lektürearbeit. Die wunderbare @an_annago hat eine tolle Sammlung mit verschiedenen Kreativaufgaben erstellt, die in allen Fächern, in denen Literatur gelesen werden muss, genutzt werden kann. Werft auf jeden Fall einen Blick hinein!

Ein schönes Projekt zum Valentinstag hat @dea_ritter vorgestellt: Hier wurde im Schulgebäude eine Pinnwand aufgestellt, auf welcher die ganze Schulgemeinschaft in Herzchenform wertschätzende Botschaften anheften konnte. Eine tolle Idee, die so auch gleich für eine bessere Schulgemeinschaft sorgt.

Fazit

Genauso wie die deutsche Sprache für meine DaZ-SchülerInnen ist das Fach auch für mich ein „Abenteuer“. Sich Herausforderungen zu stellen, auf die man nicht vorbereitet ist, gehört für uns als Lehrkräfte aber irgendwie auch zum Alltag dazu, insofern bin ich gespannt, was für Erfahrungen mich den in den nächsten Monaten erwarten. Genauso gespannt bin ich aber auch auf den gemeinsamen Austausch mit euch im #twlz, um hier vor allem Eindrücke von erfahrenen DaZ-Lehrkräften zu bekommen, die wesentlich mehr Expertise als ich haben. Insofern sei hier nochmal der Hinweis auf das Barcamp „DaZ und Sprachförderung“ verwiesen, welches am 31.03.2022 stattfindet. Ich freue mich also auf den weiteren Austausch und bin gespannt, was diese so alles mit sich bringt. 🙂

Touchdown in Rom? – Eine Super Bowl-Übung für den Lateinunterricht

Arbeitsblätter, Grammatik, Latein, Methode

Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit: Der 56. Super Bowl findet in Inglewood, Kalifornien statt. Wenn am 13.02. die Cincinnati Bengals im Finale der amerikanischen Football-Liga auf die Los Angeles Rams treffen, werden über eine Milliarde Menschen weltweit dieses Spektakel verfolgen. Auch in Deutschland findet der Sport immer mehr AnhängerInnen, weshalb es nicht verwunderlich ist, wenn man auch in den Schulen immer mal wieder Kleidung mit NFL-Logo oder einzelnen Teams sieht. Auch in meiner neuten Klasse sind einige Football-Fans: Als ich vor den Weihnachtsferien eine selbsterstellte Übung mit Bezug zu Weihnachten gemacht habe, kam von einigen die Anmerkung, ob ich nicht auch mal ein Arbeitsblatt zu anderen Themen wie z.B. der NFL machen könnte. Da ich selbst nicht der größte Football-Experte bin, habe ich die Anfrage erstmal mit einem kurzen Lächeln abgelehnt, aber dann überlegt, wie man das ganze dann doch umsetzen könnte. Nachdem ich mit ein paar FreundInnen, die sich mit dem Thema wesentlich besser auskannten, Rücksprache gehalten hatte, erstellte ich schließlich ein kleines Übungsblatt für den Lateinunterricht: In diesem finden sich drei kleine Übungen, die Aufgaben aus den Bereichen Wortschatz, Grammatik und Übersetzung beinhalten.

Aufbau der Übung

Als erste Aufgabe auf dem AB findet sich eine kleine Zuordnungsaufgabe: Hier sollen Fachbegriffe aus dem American Football mit lateinischen Vokabeln verbunden werden. Gleichzeitig soll auch erklärt werden, inwiefern diese Begriffe zusammenhängen: Audible -> audire: ein Audible ist eine Ansage, welche gehört wird. Daher der Bezug zu audire: hören. Durch die kurzen Erklärungen der jeweiligen Begriffe ist es auch nicht-Football Fans möglich, diese Aufgaben zu bearbeiten.

In der zweiten Aufgabe werden noch einmal die O- und U-Deklination wiederholt. Hierbei sollen „Field Goals“ erzielt werden: Die Bälle mit den jeweiligen Deklinationen müssen in das richtige Tor geschossen werden. Hier habe ich mich für die O- und U-Deklination entschieden, da die Unterscheidung dieser den SchülerInnen am meisten Probleme bereitet.

Die dritte Aufgabe schließt die Übung dann ab und lässt die SchülerInnen drei kurze Sätze zum Quarterback übersetzen. Um den Sinn des Spiels zu treffen, mussten einige Vokabeln hier von der Bedeutung etwas „angepasst“ werden, aber mit diesen Hilfsmitteln ist es möglich, auch ohne Vorwissen die folgenden Sätze gut zu übersetzen. Der Quattorposticus stammt eher aus dem Neulatein, aber wer weiß schon, ob nicht auch schon Cicero oder Tacitus große Football-Fans waren? 😃

Wenn ihr diese Übung auch einmal in eurem Latein-Unterricht nutzen wollt, könnt ihr sie unter dem folgenden Link herunterladen. Ich wünsche euch und euren Klassen viel Spass dabei und freue mich gerne über Feedback und Rückmeldungen. 🙂🏈

Material

Anmerkung: Einen großen Teil der Informationen bezüglich Football habe ich aus dem NFL-Lexikon von http://www.ran.de. Wer sich also noch mehr über Football informieren möchte, sollte dort einmal vorbeischauen.