Julikrise – De-Konstruktion eines Serious Games

Computerspiel, Erster Weltkrieg, Geschichte, Neuzeit

„Und wir dürfen das jetzt wirklich spielen?“ fragten meine Mädels verunsichert als ich sie dazu aufgefordert hatte, ein Serious Game zur Julikrise zu spielen. Nach meiner bejahenden Antwort ging es dann auch schon los.

Das Spiel

Gespielt wurde das Serious Game „1914 – Das Attentat von Sarajevo„. Ich habe weder vor noch während des Spielens groß etwas dazu gesagt und meine Mädels einfach mal machen lassen. Genutzt wurden hierbei die Handys der Mädchen. Hier hat die Praxis gezeigt, dass das Spiel auf dem iPhone am besten läuft.

Nach dem Spiel

Nachdem Spiel habe ich sie gefragt, wie sie das Spiel fanden. Viele hat es irritiert, dass das Attentat stattgefunden hat, auch wenn sie dagegen gestimmt haben. Zudem haben wir darüber diskutiert, ob das Attentat richtig war und ob sie der Meinung sind, dass man für seine Ziele einen Menschen töten darf. Diese Fragen wurden auch im Spiel selbst aufgeworfen und ich habe sie somit nochmals vertieft zur Diskussion gestellt.

Während dieser Debatte kamen schon einige Fragen auf, wer denn nun ermordet worden sei: Franz, der Kaiser von Österreich? Ein König? Oder auch nicht? Im Allgemeinen habe ich während dieser Diskussion festgestellt, dass beide Klassen sehr reflektiert und analysierend vorgegangen sind. Diese Verunsicherung nutze ich, um ihnen die Frage zu stellen, ob das Spiel denn die Realität darstelle. Da wir am Anfang des Schuljahres darüber gesprochen haben, dass Computerspiele dies nicht tun, waren sie ganz schon am Zweifeln. Eine Klasse war komplett irritiert und die andere war der Meinung, dass ein wahrer Kern bestehe. Ich habe mich dazu nicht geäußert und sie überlegen lassen, wie sie denn nun dahinter kommen, ob das Spiel eine historische Narration darstellt oder fiktiv ist.

Die De-Konstruktion

Als kleine Hilfestellung habe ich gemeinsam mit den Klassen Fragen gesammelt – einmal digital und einmal analog – anhand welche die Mädchen recherchieren wollten, was es denn nun mit dem Spiel auf sich hat.

MindMap zur Reche

Bei der Recherche haben sich alle beteiligt und auch die etwas Ruhigeren Schülerinnen haben sich rege an der Recherche und Beantwortung der Fragen beteiligt. Insbesondere Princip hatte es ihnen sehr angetan und so wurde viel zu ihm diskutiert und recherchiert. Hierbei haben sie auch festgestellt, dass es unterschiedliche Darstellungen über seinen Tod gibt und diese gegeneinander abgewogen. Sie haben bei der Recherche gezeigt, dass sie den Umgang mit Quellen und Darstellung beherrschen, diese kritisch hinterfragen und auch gegeneinander abwägen können.

Die Sicherung

Die finale Aufgabe dieser Einheit war die Sicherung der Ergebnisse. Hierbei habe ich den Mädchen wiederum freien Lauf gelassen und entscheiden lassen, in welcher Form das Gelernte gesichert werden soll. Sie haben sich für einen klassischen Tafelaufschrieb entscheiden und diesen auch erstellt.

Sicherung der Recherche

Besonders schön fand ich, dass sie eigenständig gefordert haben, Definitionen wie den Tyrannenmord aufzunehmen, um den Aufschrieb auch später noch gut nachvollziehen zu können.

Fazit

Insgesamt erachte ich diese Einheit als sehr gelungen. Die Mädchen haben sich rege beteiligt und ich bin mir sicher, dass wenn wir nächste Woche eine Klassenarbeit schreiben würde, jede von ihnen den Stoff problemlos wiedergeben können. Auch langfristig wurde durch die selbstständigen Recherchen und das große Interesse am Geschehen aufgrund des Spiels das Wissen nachhaltig im Gedächtnis gesichert.

Halloween im Lateinunterricht

Latein

Auch wenn Halloween kein Fest ist, welches auf die Römer zurückgeht, bietet es sich doch sehr gut für den Lateinunterricht an. In dieser Übung ist es Aufgabe der SchülerInnen einen Trank gegen Hausaufgaben zu finden, um sich für die aktuelle Stunde bzw. für die kommenden Ferien von den Hausaufgaben befreien zu können. Hierzu müssen sie kleine gruselige Rätsel lösen, um dem Geheimnis auf die Schliche zu kommen.

Für alle Lehrkräfte außerhalb des Faches Latein habe ich die einzelnen Rätsel als Datei im Material angehängt. Die Lösung des Tranks ist blau.

Material

[Materialsammlung] AR & VR im Geschichtsunterricht

2.Weltkrieg, Apps/Programme, digital, Geschichte

Im heutigen Blogpost stellen wir euch unsere liebsten AR & VR Anwendungen für den Geschichtsunterricht vor. Aktuell arbeiten wir mit dem Merge Cube und der MauAR-App und die SchülerInnen sind sehr begeistert. Als technische Unterstützung nutzen wir iPads und teilweise den Beamer, um bei größeren Klassen die Anwendung an die Tafel projektieren zu kann, da teilweise das Internet sonst zu schwach wäre.

Merge Cube

Wie bereits in diesem Blogpost gezeigt wurde, kann man den Merge Cube selbst bespielen und variabel im Unterricht einsetzen. Apps wie Object Viewer bieten einem aber auch die Möglichkeit, Objekt durch den Würfel projektieren zu lassen, welche dann von allen Seiten betrachtet werden können. Insbesondere für die Weltkriege finden sich hier einige spannende Objekte.

WDR AR

Die App WDR VR stellt mit Hilfe von virtueller Realität Zeitzeugenberichte rund um den Zweiten Weltkrieg anschaulich dar. Durch diese Darstellungen werden die SchülerInnen gefesselt und verfolgen gespannt den Erläuterungen. Für den schulischen Einsatz gibt es zudem (hier) bereits ein ausführliches Arbeitsmaterial.

MauAr

Diese Anwendung befasst sich mit dem Bau der Mauer und holt diese direkt ins Klassenzimmer. In verschiedenen Episoden wird der Bau der Mauer und das Leben im geteilten Deutschland aus Sicht von Ost- und Westdeutschland dargestellt. Insbesondere durch die vielen Elemente, welche während der Anwendung zu entdecken sind, wird spannend aufgebaut.

Wer sich als Lehrkraft oder während einer Klassenfahrt in Berlin vor Ort befindet, kann die Mauer an den jeweiligen historischen Orten entstehen lassen und hautnah zum Beispiel den Protest der der DDR erleben. Ich hatte hierzu einmal die Möglichkeit und fand es sehr beeindruckend.

Kathas Woche im #twlz: problemorientierter Unterricht, Reflexion, VR & AR

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

vergangene Woche war ich mit einer sehr guten Freundin zum Joggen verabredet. Sie hat vor kurzem ihr Examen in Biologie und Englisch absolviert und so kamen wir auch auf unseren Unterricht zu sprechen. Insbesondere auf den problemorientierten Unterricht kamen wir zu sprechen. Ich muss gestehen, dass ich diesen für sehr wichtig erachte, ihn aber aktuell noch nicht perfekt umsetze. Teilweise habe ich noch Probleme, für jede Stunde die richtige Problematik zu finden, teilweise erscheint mir diese dann auch zu gekünstelt. Eine weitere Sorge ist, dass ich durch die Problematik die Spannungskurve abflachen könnte oder das Problem zu komplex ist, um von den Schülerinnen genannt zu werden. Auch die aktuelle Situation mit den Testen bereitete mir Sorge, ob ich es mit meinen Schülerinnen in so kurzer Zeit schaffen kann, eine problemorientierte Fragestellung zu bilden und diese in der Stunde auch noch zu lösen.

Ich habe mir in den vergangenen Tagen sehr viele Gedanken dazu gemacht, wie ich meinen Unterricht problemorientierter gestalten könnte. Zufälligerweise kam letzte Woche eine Schülerin am Ende der Stunde zu mir und stellte mir zum gelehrten Stoff eine Frage. Mit Hilfe dieser Frage werde ich nun eine von den Schülerinnen selbst gefunden Problemstellung zu Beginn der Stunde stellen. Aufgrund dieser Frage habe ich mir vorgenommen, in dieser Klasse noch kritischer und problemorientierter an das Thema heranzugehen und zu beobachten, wie die Schülerinnen damit zurecht kommen. Meine Bedenken sind insbesondere, dass sie Probleme haben, eigenständig eine problemorientierte Frage zu Beginn der Stunde zu formulieren. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Beginnt ihre jede Stunde mit einer problemorientierten Frage?

Meine Woche im #twlz

Neben meiner kleinen Laufrunde haben mich zudem diese Tweets zum Nachdenken und Reflektieren angeregt.

Schülerreflexion

Reflexion und Nachvollziehen des gelernten Stoffes erachte ich für einen wichtigen Teil des Lernprozesses. Aus diesem Grund finde ich den Ansatz mit einem wöchentlichen Podcast als Reflexion sehr spannend und werde ihn definitiv einmal selbst ausprobieren.

Leiter zur Projektplanung

Aktuell bearbeiten meine Mädels eine Stationsarbeit zur Amerikanischen Revolution. Bei dem nächsten größeren Projekt kommt diese Leiter sicherlich zum Einsatz.

Tolle Übersicht zu QR-Codes

Die kleinen Codes sind bei mir in vielfältiger Weise im Unterricht im Einsatz. Umso mehr freue ich mich über diese tolle Übersicht mit all ihren Möglichkeiten.

AR & VR im Unterricht

Eine tolle Übersicht, die ich gleich einmal an meine Freundin weitergeleitet habe.

Weitere tolle Anregungen für VR & AR im Unterricht finden sich auf diesem Padlet sowie im fragestellenden Tweet.

Einführung mit dem Merge Cube

Einführung, Geschichte, Neuzeit

Der Merge Cube ist ein Würfel, mit welchem es möglich ist, mit Hilfe eines digitalen Endgerätes Bilder oder Objekte auf diesen zu projektieren. Der Würfel selbst kann ganz einfach ausgedruckt und gebastelt werden. Hier findet sich eine Vorlage. Anschließend kann man sich eine entsprechende App zum Bespielen des Würfels herunterladen oder diesen selbst bespielen. Letzteres habe ich zur Einführung für das Fach Geschichte selbst gemacht. Hierbei haben die Schülerinnen durch den Würfel Hinweise bekommen, um was für eine Person es sich in dieser Stunde drehen könnte. Ihre Neugierde wurde geweckt und zusammen sind wir den Infos nachgegangen und haben einen Steckbrief zu Ludwig XIV erstellt.

Die Vorlage

Mit der Anwendung Canva habe ich im Format eines Instagramposts die einzelnen Bilder erstellt und anschließend als png-Datei heruntergeladen. Dies geht relativ einfach und unkompliziert.

Der Würfel

Um die Karten nun auf den Würfel zubekommen, habe ich die Anwendung CoSpaces genutzt. Nach der Anmeldung benötigt ihr die Vorlage „Empty scene“ unter dem Reiter „MERGE Cube“.

Anschließend werden die einzelnen Kärtchen etwas größer um den Würfel herumgesetzt, um einen neuen, geschlossenen Würfel zu erhalten.

Nach dem Speichern der Anwendung können die Bilder mit Hilfe der passenden App der Anwendung durch das Handy oder Tablet auf den Würfel projektiert werden. Das Ergebnis könnt ihr hier gerne selbst testen.

„Vier Gewinnt“ im Sprachunterricht

Latein, Wiederholung

„Vier gewinnt“ ist ein Spiel, welches ich gerne zur Wiederholung in den Lateinunterricht einbaue und welches mich schon ab und zu einmal in Bedrängnis gebracht hat. Eine Lerngruppe war sehr ehrgeizig und wollte das Spiel immer und immer wiederholen, um so mehr Punkte zu erreichen. Persönlich hatte ich nichts dagegen, denn so haben sie zuhause die lateinischen Formen intensiv geübt, um am Ende den Sieg zu holen.

Das Spielprinzip

Für das Spiel habe ich an die Tafel ein 4×7 Feld gezeichnet und hier lateinische Formen eingetragen. Die Gruppen waren nun abwechselnd an der Reihe für sich ein Feld zu gewinnen. Hierbei mussten sie das Feld nennen und die Form richtig bestimmen. Wer als erster eine Reihe aus drei korrekten Formen für sich verzeichnen konnte, hat das Spiel gewonnen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Spiel sich durchaus in die Länge ziehen kann, denn bei schwierigen Formen haben die SchülerInnen doch noch ein paar Probleme und müssen ein Defizit verbuchen. Eine falsche Form kann zudem durch die andere Lerngruppe in der nächsten Runde korrekt bestimmt werden und so durch beispielsweise ein Matchball abgewendet werden.

Drei Arten von Belohnungssystemen

Allgemein

Menschen lieben Challenges und Kinder ganz besonders. Wir haben uns diese Eigenschaft zu nutzen gemacht, um die Motivation im Unterricht etwas zu fördern.

Die Belohnungssysteme

Björn hat hierzu ein kleine Tombola gebastelt, bei welcher die SchülerInnen als Belohnung immer etwas ziehen dürfen. Hierbei gibt es verschiedene kleine Gewinne, natürliche auch einen Hauptgewinn, aber – wie sollte es anders sein – auch nieten.

Ich dagegen habe mich für ein klassisches Belohnungssystem entschieden. Für jede Woche, welche ohne große Vorkommnisse verläuft, erhalten die Schülerinnen einen Punkt. Am Ende vom Halbjahr wird abgerechnet. Eine meiner Klasse hat sich als Ziel eine kleine Einheit zur Hexenverfolgung gewünscht. Da ich zu diesem Thema einmal geforscht habe und der Anreiz durch die eigene Wahl der Belohnung noch einmal größer ist, kam ich diesem Wunsch gerne nach.

Zum Überkleben der Belohnungen haben wir beide mit sogenannten Rubbeletiketten gearbeitet, wie diese hier. Mit Hilfe der einzelnen Etiketten könnt ihr die Belohnungen überkleben, sodass diese später freigerubbelt werden müssen.

Reaktionen der SchülerInnen

Wie bereits im vorherigen Abschnitt angeklungen ist, wurden beide Systeme von den SchülerInnen sehr positiv aufgenommen. Eine Klasse fragt sogar kontinuierlich nach, wann sie den endlich wieder eine Belohnung erhalten werden.

Kathas Woche im #twlz: Die Probleme digitaler Anwendungen im Unterricht

Diary, meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

wir ihr vielleicht schon am Titel gesehen habt, wird sich der Mittwochspost verändern. Björn und ich möchten nicht nur die Posts aus dem #twlz reflektieren, sondern auch uns selbst. Zudem wollen wir euch ein bisschen mit in unseren Lehreralltag nehmen und gemeinsam mit euch in einen Austausch treten. Vielleicht wird dieser Post auch so etwas wie ein Tagebuch für uns selbst, auf welches wir in vielen Jahren zurückblicken können.

TaskCards und wie wir es nutzen

In jeder Klasse, die ich in diesem Schuljahr unterrichte, habe ich TaskCards eingeführt. Teilweise aus praktischen Gründen, teilweise aber auch, um im Ernstfall problemlos ins Distanzlernen gehen zu können. Hierzu haben die Mädels auf der Rückseite ihres Glossars einen QR-Code erhalten. Die Schülerinnen kannten dieses Modell noch nicht, haben es aber sehr gut angenommen. Manche Klassen haben sehr neugierig darauf reagiert und mich ausgefragt, was passiert wenn sie etwas hochladen und wer das alles sehen kann. Kleine Datenschutzprofis sind sie also schon einmal 😅

Der Einsatz von TaskCards im Unterricht gestaltet sich bei mir sehr vielfältig. Zum einen lasse ich die Schülerinnen in Geschichte Bilder von Quellen und Darstellungen hochladen, zum anderen verlinke ich digitale Anwendungen, gebe Literaturtipps oder lasse sie ihre Referate einteilen. Letzteres hat erstaunlich gut funktioniert und ich hätte dies persönlich nicht erwartet. Hierzu habe ich eine Spalte in TaskCards angelegt und für jedes Thema eine eigene Kachel erstellt. Die Schülerinnen haben sich nun in die jeweilige Kachel eingetragen, über deren Thema sie gerne referieren möchten. Mir zeigt dies, wie selbstständig meine Mädels schon sind und dass sie durchaus schon alleine organisatorische Aufgaben übernehmen können. In der nächsten Stunde sprechen wir die Auswahl noch einmal kurz durch und losen die doppelten Themen aus.

Quellen aus der Familie

In diesem Blogpost haben wir euch bereits vorgestellt, wie wir die Einführung in die Geschichtswissenschaft gestaltet haben. Als Hausaufgabe sollten die Schülerinnen eigene Beispiele für eine Quelle und Darstellung suchen und diese, wenn möglich auch mitbringen. Mein Herz ist echt aufgegangen als sie Münzen, Fotos und viele weitere Dinge aus der Vergangenheit mitgebracht haben. Insbesondere Münzen aus der Weimarer Republik haben mir sehr erfreut. Hier war ich richtig stolz auf meine Mädels.

Mentimeter und der Imperialismus

Neben Oncoo habe ich nun auch Mentimeter erstmals im Unterricht als Tool eingesetzt. Die Schülerinnen sollten auf einer Weltkarte ein Land markieren, welches sie gerne besitzen würden. Hierdurch sollte die Problematik des Imperialismus verdeutlicht werden. Mentimeter war für die Schülerinnen eine unbekannte Anwendung und so haben wir viel Zeit damit verbracht, diese genau zu erklären. Besonders problematisch war, dass sie anfangs nicht verstanden haben, dass sie ihre Antwort nicht einsehen können, sondern diese nur auf dem Bild an der Tafel zu sehen ist. Mein größtes Problem hierbei war, dass ich mich am PC via Google nicht bei Mentimeter einloggen konnte und am Ende mein iPad unter die Dokumentenkamera legen musste, da ich es leider nicht spiegeln konnte. Habt ihr hierzu eine besser Lösung, um dieses Problem in Zukunft zu umgehen?

Handy, iPads und das Internet

Ein weiterer Punkt, der mir aktuell viel Kopfzerbrechen bereitet, ist die technische Ausstattung. Teilweise haben meine Klassen ab der Mittelstufe keine Handys dabei, teilweise ich kein Internet und teilweise arbeiten die Schülerinnen bereits mit dem iPad im Unterricht. Letzteres freut mich sehr und ich werde dies auch unterstützen, indem ich ihnen via TaskCards die Materialien digital zur Verfügung stelle. Meine Sorge ist aktuell dabei, dass sie durch das iPad im Unterricht zu sehr abgelenkt werden. Hat jemand von euch hier schon gute Erfahrung gemacht? Das andere Problem bereitet mir größeres Kopfzerbrechen. Ohne Geräte und Internet funktionieren so tolle Anwendungen wie Mentimeter im Unterricht leider nicht und auch Tools wie deck.toys und Co. lassen sich auf Handys schlecht realisieren. Aktuell arbeite ich zwar mit H5P, aber wir machen das alle zusammen an der Tafel. Auch hier haben die Schülerinnen große Freude bei der Bearbeitung der einzelnen Aufgaben, insbesondere, wenn sie ihre Lösungen kontrollieren und es einmal „Pling“ macht. Aber gerne würde ich doch mehr mit Gamification im Unterricht arbeiten und so tolle VR-Anwendungen wie die WDR-App für Geschichte im Unterricht einsetzen.

Gedanken aus dem #twlz

Angeregt durch den Post von Anna möchte ich in diesem Schuljahr nun endlich auch einen kleinen Drucker kaufen und auditives Feedback im Unterricht einsetzen. Insbesondere für Projektarbeiten und Übersetzungen in Latein stelle ich mir dies sehr gewinnbringend vor.

Auch der Tweet von Nataliya wird spätestens im nächsten Schuljahr eine Umsetzung erfahren.

Und dank Hanno Kennst habe ich eine tolle Idee zum Vorstellen von Lektüren im Lateinunterricht oder Referatsthemen in Geschichte kennengelernt.

Fazit

Seit nun mehr einer Woche läuft das neue Schuljahr in Bayern und genauso lange bin ich nun schon an meiner neuen Schule. Ich fühle mich sehr wohl im Kollegium und die Arbeit dem den Schülerinnen bereitet mir sehr viel Freude. Ich bin sehr stolz auf sie, wenn ich ihre Fortschritte sehe und wie sie alle meistern trotz Corona. Auch das Kollegium ist echt toll und hat mich toll aufgenommen. Ich fühle mich sehr wohl hier und arbeite gerne an dieser Schule.

[mündliche Note] Selbsteinschätzung

Notengebung

Das Schuljahr in Bayern ist nun eine Woche alt. Neben der Einführung in die Geschichtswissenschaft habe ich meinen Schülerinnen auch einen Bogen zur Selbsteinschätzung für die mündliche Notengebung gegeben. Mir war es wichtig, bei diesem Thema von Anfang an Transparenz zu schaffen und offen mit meinen Bewertungskriterien umzugehen. Zudem haben die Schülerinnen so die Möglichkeit unterm Schuljahr für sich selbst ihre Beteiligung am Unterricht zu reflektieren und gegebenenfalls zu verbessern.

Im Allgemeinen ist Reflexion und Selbstreflexion der eigenen Leistung, ebenso wie die regelmäßige Reflexion und Selbstreflexion des eigenen Unterrichts ein sehr wichtiger Bestandteil des Unterrichtsalltags für mich selbst. Denn nur durch Feedback besteht die Möglichkeit, sich qualitativ und langfristig zu verbessern und die Interaktion zwischen Klasse und Lehrkraft bestmöglich und gewinnbringend für beide Seiten zu gestalten.

Den Bogen habe ich in eine schriftliche Erläuterung sowie zwei Überkategorien eingeteilt. Neben einer aktiven Beteiligung am Unterricht zählt es für mich ebenso dazu, dass die Mädels zu Beginn dessen ihre Materialien auf dem Tisch haben. Zudem war es für mich auch bei der Vorstellung wichtig, dass sie zwischen Qualität und der Quantität bei Wortmeldungen unterscheiden können und verstehen, dass ein häufiges Melden nicht automatisch eine sehr gute Note in der Mitarbeit bedeutet. Auch das Verwenden einer angemessenen Sprache und entsprechender Fachtermini, sobald diese eingeführt wurden, ist für mich ein wichtiger Bestandteil der mündlichen Mitarbeit, ebenso wie die aktive Beteiligung bei Partner- und Gruppenarbeiten.

Über die Punkte auf dem Bogen habe ich mir im Voraus sehr viele Gedanken gemacht und ich bin mir sicher, dass einige KollegInnen hier vielleicht andere Schwerpunkte setzen würden. Die Schülerinnen waren nach Austeilen des Bogens etwas überrascht und hatten sehr viele Fragen zu den einzelnen Punkten, aber sie haben es sehr positiv aufgenommen und ich bin gespannt darauf, wie die Einzelgespräche über ihre erbrachte Leistung zum Halbjahr ausfallen werden.

Material

Das Material ist untergliedert in Bögen mit und ohne Bild.

Einführung in die Geschichtswissenschaft

auditive Quelle, Bildquelle, Einführung, Geschichte, Methode, Methodik, Sachquelle, Textquelle

Der korrekte Umgang mit Quellen und Darstellungen sowie von Geschichte als Konstrukt ist uns beiden sehr wichtig. SchülerInnen sollen lernen zwischen den Fachbegriffen zu unterscheiden und alles zu hinterfragen, was ihnen über die Vergangenheit erzählt und berichtet wird.

Einführung

Zu Beginn der Einheit lernen die SchülerInnen mit Hilfe eines Experiments den Konstruktcharakter von Geschichte kennen. Mithilfe einer analogen Form des Spiels „Gartic Form“ stellen die SchülerInnen fest, dass zwischen einem historischen Ereignis und seiner Überlieferung oftmals Welten liegen. Hierbei schreiben die SchülerInnen einen (historischen) Satz über die erste Faltlinie und geben das Blatt an den Nachbarn weiter. Dieser zeichnet nun den eben geschriebenen Satz und faltet das Blatt an der ersten Faltlinie nach hinten um. Auch er gibt es nun an seinen Nachbarn weiter, welcher nun das Bild, ohne den Ursprungssatz zu kennen, wieder in Worten beschreibt. Bevor er das Blatt weiter gibt und die anfängliche Vorgehensweise wiederholt wird, faltet er das Blatt an der zweiten Linie nach hinten um.

Sobald das Blatt bearbeitet ist, wird es wieder aufgefaltet und der Anfangssatz mit dem Endprodukt verglichen. Hierbei stellen die SchülerInnen schnell fest, dass beide Elemente nicht identisch sind. Übertragen auf die Geschichtswissenschaft verdeutlicht diese Herangehensweise, dass auf dem Weg der Überlieferung wichtige historische Fakten verändert, hinzugefügt oder ganz weggefallen können. Die SchülerInnen sollen alles nicht alles als in Stein gemeißelte Wahrheit anerkennen, was ihnen über Vergangenheit erzählt wird.

Erarbeitung & Sicherung

Nach der Einführung in das Thema erfolgt auf einem gesonderten Arbeitsblatt die Erarbeitung der Begriff Quelle, Darstellung, Multiperspektivität und historische Narration. Dies sind Begriffe, welche die SchülerInnen kennen sowie korrekt und sicher anwenden sollen. Uns persönlich ist es sehr wichtig, dass diese den Unterschied zwischen einer Quelle und einer Darstellung kennen.

Material

Quellenangaben

Die Definition von Quelle und Darstellung auf dem Arbeitsblatt erfolgten nach https://www.friedrich-verlag.de/geschichte/untersuchen-urteilen/quelle-oder-darstellung-2557 [11.09.2021]