Schriftliche Leistungserhebungen mit Tutory konzipieren

Apps/Programme, Arbeitsblätter, digital

Das Erstellen von Leistungserhebungen gehört zu unserem Job dazu, auch wenn es sich hierbei wohl nicht um die liebste Aufgabe der Lehrkräfte handelt. Oftmals hat man neben dem Finden von passenden Inhalten auch mit den Formalia und Musterlösungen zu kämpfen. Ich nutze für meine schriftlichen Leistungsnachweise mittlerweile nur noch Tutory, welches neben seinen Baukästen für Arbeitsblätter auch viele tolle Funktionen für das Erstellen von Leistungsnachweisen bereithält. So kann ich beispielsweise den Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe festlegen. Zudem wird die Gesamtpunktzahl automatisch zusammengezählt und an meinen Notenschlüssel angepasst.

Tutory

Mit der browserbasiertes Anwendung Tutory ist es möglich mit einer großen Anzahl an Bausteinen simple und unkompliziert harmonische Arbeitsblätter zu erstellen. Diese Arbeitsblätter können sowohl analog (hier) als auch als interaktives digitales Arbeitsblatt (hier) online bearbeitet oder in das LMS der Schule eingebunden werden. Hierbei kann zwischen einer kostenfreien Basis-Version und zwei kostenpflichtigen Varianten unterschieden werden. Mittlerweile bieten auch viele LMZ und KMZ Lizenzen für Tutory an. Nachfragen kann sich hier also lohnen.

Erstellen von Leistungsnachweisen

Das Grundgerüst meines schriftlichen Leistungsweises ist dasselbe wie bei einem klassischen Arbeitsblatt auch. Zudem ergänze ich am Kopf des Blattes die vorgegebenen Formalia meiner Schule.  Das sind in der Regel die Art des Leistungsnachweises (Schulaufgabe, Stegreifaufgabe etc.), Datum, Arbeitszeit, Schule und Namensfeld. Nachdem ich die Aufgaben anschließend erstellt habe, kommt der Schritt, der Tutory so besonders macht. Ich ergänze nun den Anforderungsbereich der Aufgabenstellung in Form von kleinen Punkten für eine absolute Transparenz. Zudem trage ich die entsprechende Punkte ein. Dies lässt sich beides über den Bearbeitungsmodus der Aufgaben bewerkstelligen. 

Anschließend füge den Baukasten Benotung für die Gesamtpunktzahl in meinen Leistungsnachweis ein. Tutory zählt automatisch die Punkte und passte diese bei einer Änderung der Punkte automatisch an. Zudem kann ich mit dem Notenspiegel-Baukasten ganz einfach meine aktuelle Punktzahl mit meinem Notenschlüssel verrechnen lassen und brauche hierfür keine extra Tabelle, sondern habe alles in einem Programm. Auch der Notenschlüssel wird automatisch bei einem Verändern der Gesamtpunktzahl angepasst.

Musterlösung 

Nachdem ich meinen Leistungsnachweis nun erstellt habe, kann ich diesen mit der kompletten Musterlösung herunterladen. Das schöne ist hierbei an Tutory, dass für die geschlossenen Items automatisch der Erwartungshorizont generiert wird und ich eine Musterlösung für die offenen Items direkt beim Erstellen der Aufgaben eingeben kann, sodass ich hierbei nicht ein weiteres Dokument benötige. Die Musterlösung kann ich anschließend separat von dem eigentlichen Leistungsnachweis herunterladen, was ich super praktisch finde und jede Menge Zeit einspart. 

Fazit 

Ich persönlich empfinde das Erstellen von Leistungsnachweisen mit Tutory als sehr bequem und hab es ehrlich gesagt auch nie anders gemacht. Durch das automatische Zählen der Gesamtpunktzahl und der integrierten Musterlösung bietet das Tool eine Menge Vorteile gegenüber klassischen Texteditoren, die mir in diesen Aspekt nur unnötige Arbeitszeit rauben würden. 

Rabattcode (Anzeige; gültig bis 30.09.2022): 

Da wir wissen, dass viele Lehrkräfte die Lizenz, ebenso wie wir, selbst zahlen, haben wir für euch nach einem Rabatt- und Testcode gefragt.

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  • 20% Rabatt auf BASIC: kms-rabatt 

Hinweis zum Einsatz der Codes: Man kann den Testcode gleich während der Registrierung eingeben; im vierten Schritt nach Akzeptierung der Nutzungsbestimmungen oder dann auf der Abo Seite, wenn man schon registriert ist: https://www.tutory.de/profil/abonnement

Rubbellose als Belohnungssystem

Gamification, Methode, Spiel

Eingeübte Belohnungssysteme sind eine Möglichkeit, SchülerInnen zu motivieren und sie auch bei schwierigeren Sachen zu motivieren. Natürlich muss man immer aufpassen, dass Motivation dadurch nicht komplett externalisiert wird, aber gerade durch eine gewisse Routine kann so ein System gut funktionieren. Ich habe bereits im letzten Jahr ein Belohnungssystem in Form von Rubellosen in meiner siebten Klasse genutzt und da dies größtenteils gut funktioniert hat, für dieselbe Klasse wieder adaptiert. Nur, dass es jetzt eben eine achte Klasse ist. Der Grundgedanke ist, dass die Lerngruppe sich in jeder Doppelstunde zwei Lose erspielen kann. Diese Lose beinhalten ähnlich wie „echte“ Lose verschiedene Gewinne oder eben Nieten. Insgesamt verwende ich 50 Lose, von denen 40 Nieten, 5 kleinere Preise und 5 große Preise sind:

Hierbei sind die Belohnungen relativ selbsterklärend: Eine Niete ist halt… eine Niete! 15 Min Kahoot heißt, dass wir in der zweiten Stunde der Doppelstunde am Ende 15 Min Kahoot spielen. Spazieren bedeutet ein Spaziergang in einer 45-Minuten Stunde. Beim Ziehen des Loses „Süßigkeiten“ bringe ich in der nächsten Stunde Süßigkeiten mit und bei der Spielstunde wird 45 Minuten gespielt. Die Wahrscheinlichkeiten für eine Niete liegen hierbei bei 80%, 10% für „15 Min Kahoot“, je 4% für „Süßigkeiten“ und „Spielstunde“ und 2% für das „Spazieren“. So ist gesichert, dass es viele Lose gibt, aber die Chance auf einen Gewinn doch relativ klein bleibt.

Die SchülerInnen können nun 2 Lose innerhalb einer Doppelstunde gewinnen. Das Prinzip basiert darauf, dass sie zu Beginn einer Doppelstunde mit 0 Losen starten und sich im Verlauf der Doppelstunde durch gutes Verhalten Lose erarbeiten können. Dies kann durch eine lebhafte Diskussion zu einem Thema, eine sehr konzentrierte Arbeitsphase oder eine generell gute Beteiligung im Unterricht geschehen. Hier habe ich die Faktoren bewusst nicht ganz offen gelegt, um mir selbst herauszunehmen, wann ich ein besonderes Lob für gutes Verhalten aussprechen kann. Die SchülerInnen wissen mittlerweile, welches Verhalten ich mag… und welches nicht. Denn die SchülerInnen können gewonnene Lose auch wieder verlieren. Somit ist abgesichert, dass sie nach dem „Erspielen“ des zweiten Loses nicht auf einmal aufhören, sich z.B. gut zu beteiligen. Via Tafel ist durchgehend konstant sichtbar, wie viele Lose sich die Klasse gerade erspielt hat.

Zur Herstellung der Lose habe ich sie einfach in einer Text-Datei erstellt, welche ihr auch am Ende dieses Beitrags findet. Diese habe ich ausgedruckt und mit einer Rubelfläche beklebt, die ich zuvor im Internet gekauft habe. Hier könnt ihr gerne selber suchen, welche ihr verwenden wollte, für meine nutze ich diese Vorlage hier. Diese können einfach abgezogen und auf die jeweiligen Felder geklegt werden. Danach habe ich die Lose ausgeschnitten und in eine Box gepackt, aus welcher die SchülerInnen dann die Lose ziehen dürfen.

Insgesamt hat sich das System auch im aktuellen Schuljahr wieder voll bewährt. Die SchülerInnen haben Spass beim Gewinnen der Lose und achten auch gegenseitig darauf, dass sie sich möglichst so verhalten, dass sie Lose gewinnen. Somit sind diese Lose präsent, aber eben nicht im Mittelpunkt: Dort bleibt nach wie vor der Unterricht und das jeweilige Thema. Insofern bin ich gespannt, wie sich dieses System weiter entwickelt. Sehr würde ich mich auch freuen, wenn ihr eventuell ein ähnliches System nutzt und ggf. eure Erfahrungen teilt.

Das Inselspiel – Einführung in die Politik

Gruppenarbeit, Politik/Sozialkunde

Dieses Jahr darf ich erstmals mein Drittfach „Politik und Gesellschaft“ regulär unterrichten. Für die erste Stunde habe ich daher nach einem kreativen Einstieg gesucht. Inspiriert wurde ich hierbei von lebenskarneval und dem Inselspiel, welches ich für eine 45minütige Stunde etwas abgewandelt habe. Zudem war es mir wichtig, dass die Gruppen ihre Ergebnisse selbst protokollieren. In der Praxis habe ich in einer Einzelstunde sowohl das Spiel als auch die anschließende Diskussion geschafft.

Einsatz im Unterricht

Das Spiel kann im Unterricht zum Aufzeigen von Politik und Einführen in die eigene politische Mitbestimmung genutzt werden, da bei der Durchführung dessen viele Entscheidungen in der Gruppe getroffen werden müssen. Zudem wird das Verständnis von politischen Einheiten und Funktionen geschult. Auch wird durch das Diskutieren in Kleingruppen die Argumentationskompetenz gestärkt. Abschließend findet auch eine Förderung der Sozialkompetenz und Gruppendynamik durch das gemeinsame Lösen von Problemen und Herausforderungen statt.

Vorbereitungen

Zuhause habe ich in der Vorbereitung bereits die Spielpläne sechs mal ausgedruckt und laminiert. Diese habe ich nach der Einteilung der Gruppen mit samt einen abwaschbaren Folienstifts an meine Mädels verteilt. Während des Spiels wurden diese selbstständig ausgefüllt. Sie durften sich selbst in Gruppen einteilen und haben Gruppen zwischen 3-6 Personen gewählt. Das Spiel hat bei allen Gruppen gut funktioniert.

1.Phase

Die Schüler*innen sind in ihrer Gruppe auf einer einsam Insel irgendwo im Pazifik gestrandet. Nach dem ersten Schock geht es darum, die Insel zu erkunden. Hierbei müssen sie in ihrer Kleingruppe sich auf drei Schritte einig werden, die sie als erstes auf der Insel machen wollen und diese anschließend notieren. Die Mädels haben hier vorrangig das Suchen einer Unterkunft und die Suche nach Nahrung genannt.

2.Phase

Nach den ersten Schritten auf der Insel wird nun eine Unterkunft gesucht und diese auf dem Plan der Insel angekreuzt. Zur Auswahl stehen hierbei:

  • Wald mit Früchten für Nahrung
  • Höhle im Berg
  • Lagune mit Fisch und Treibholz für eine Unterkunft
  • Bucht mit Trinkwasser und Zugang zum Meer

Die Mädels haben hier vor allem einen Platz an der Küste und seltener im Wald gewählt.

3.Phase

Jeder Mensch benötigt eine Aufgabe und auch auf der Insel muss das Leben organisiert werden. Die Kleingruppe wählen für jedes Mitglied der Gruppe eine Aufgabe, die dieses im Zusammenleben erfüllen muss. Aufgaben waren hier zum Beispiel das Suchen von Nahrung, Feuer machen, eine Unterkunft etc. bauen.

4.Phase

Die Insel im Pazifik ist schön, aber man möchte doch wieder zurück in die Zivilisation. Die Kleingruppen machen sich nun Gedanken, wie sie Flugzeuge und Schiffe auf sich aufmerksam machen könnten. Hierbei kam eine ganze Reihe von Ideen zum Vorschein. Eine Gruppe wollte den Wald anzünden, was in der Besprechung auch kontrovers diskutiert wurde. Andere Gruppen waren SOS mit Steinen und Hölzern an den Strand gelegt.

5. Phase

Demokratien haben oftmals einen Anführer und eine Gruppe von leitenden Personen. Die Gruppen sollten final nun Abstimmen, ob sie einen Anführer wählen möchten oder nicht. Hierbei auch sich die Gruppen aus unterschiedlichen Gründen für die ein oder andere Option entschieden.

Mit dem Abschluss dieser Phase wurden die einzelnen Ergebnisse nun der Klasse vorgestellt und diskutiert. Man hat hier schon gesehen, wo Probleme in dieser kleinen politischen Einheit aufgetreten sind, an welchen man in der nächsten Stunde mit unserem politischen System anknüpfen kann.

Material

Hier geht es zu Vorlage (erstellt mit Canva). Die Idee zur Vorlage und Ausführung derer unterliegt unseren Lizenzbestimmungen.

Jugendsprache im Lateinunterricht

Latein, latine loqui

„Digga“, „saftig“, „Fühl ich“… die Liste an gebräuchlichen Jugendsprachwörtern ist relativ lang. Immer wieder kommen aus verschiedenen Quellen neue Wörter hinzu, welche vor allem Jugendliche gerne nutzen und somit ihre ganz eigene Sprache verwenden. Jugendsprache als Phänomen ist spätestens seit 2008 auch anerkannt, als man das erst mal das „Jugendwort des Jahres“ kürte: Es war „Gammelfleisch-Party“, eine scherzhaft-freche Bezeichnung für eine Ü30-Party. Jugendsprache und ihre Begriffe sind also durchaus relevante Begriffe, deren genauere Betrachtung sich gerade in den modernen Sprachen anbietet, da viele in ihrer Systematik doch auf Englisch oder bei uns eben auf Deutsch zurückgreifen oder sogar Mischformen (fly sein, wyld) darstellen.

Da das Verwenden der Jugendsprache jedoch kein Privileg für die modernen Sprachen sein sollte, habe ich mir überlegt, wie man das ganze in den Lateinunterricht bringen könnte. Entstanden ist dabei ein Arbeitsblatt, bei welchem die SchülerInnen für Begriffe der heutigen Jugendsprache passende lateinische Begriffe finden sollen. Was bei einigen Begriffe relativ einfach scheint, wird bei Begriffen wie „YOLO“ schon schwieriger. In einer zweiten Aufgabe können die SchülerInnen dann noch selbst überlegen, welche Begriffe fehlen und für diese eigene lateinische Übersetzungen finden.

Insgesamt hat die Arbeit mit dem AB den SchülerInnen nicht nur sehr viel Spass gemacht, sondern auch dafür gesorgt, dass ich auf dem Schulhof einige „Pingua“ oder „Itaaaaa“ gehört habe. Auch war es interessant, eine generelle Diskussion zum Thema „Sinn“ von Jugendsprache zu führen. Wenn ihr also eine kleine Aufgabe zum Schulstart oder zum restlichen Füllen einer Stunde braucht, bietet sich das kleine AB sehr gut an.

LateinLex: Digitale Unterstützung für die Übersetzung

digital, Grammatik, Latein

Hallo an alle! Wie ihr merkt, schreibt heute weder Björn noch Katha. Mein Name ist Dennis und ich habe mit Katha zusammen an derselben Uni Latein studiert, ich allerdings dazu Deutsch und nicht wie sie Geschichte. Gerade befinde ich mich im bayerischen Referendariat. Als ich vom Blog erfahren habe, den sie und Björn auf die Beine gestellt haben, war ich begeistert: Ich selbst habe nämlich ziemlich ähnliche Ansichten, was zeitgemäßen, digital gestützten Unterricht angeht. Umso mehr hat es mich deshalb gefreut, als die beiden mich gefragt haben, ob ich einen Gastbeitrag für den Blog schreiben möchte.

Ich stelle euch heute LateinLex vor, das ich schon einige Male selbst im Unterricht bei meiner ehemaligen achten und zehnten Klasse eingesetzt habe, um den Jugendlichen das Übersetzen zu vereinfachen. Aber lasst mich von vorne anfangen!

Was ist LateinLex?

LateinLex ist ein Webtool, das verschiedene Möglichkeiten bietet, um einen lateinischen Text digital aufzubereiten. Diesen kann man dann den Schüler:innen einfach per Kurzlink oder über einen vierstelligen Code zukommen lassen. Von der Vorentlastung im Unterricht bis hin zur Übersetzungshilfe bei der Hausaufgabe sind die didaktischen Möglichkeiten mit LateinLex vielfältig. Schön ist dabei, dass es nicht nur einen breiten Fundus an bereits digitalisieren Texten gibt, die sich aus der Perseus-Datenbank speisen. Nein, auch der Cornelsen Verlag arbeitet eng mit dem Webtool zusammen, sodass alle Texte der Adeamus-Bücher sowie die Texte des ersten Legamus! Plus-Bands digitalisiert vorliegen. In den Büchern wird sogar mit einem Code auf die entsprechenden LateinLex-Angebote verwiesen.

Daneben gibt es auch eine Wörterbuchfunktion, ein Tabellarium und verschiedene Vokabularien aus den genannten Lehrwerken, aber auch aus bekannten Wortkunden.

Die Erstellung von Arbeits- und Textblättern

Was ich euch heute etwas umfangreicher vorstellen möchte, ist die eigene Erstellung von digitalen Texten, die auch als analoges Arbeitsblatt exportiert werden können. Hierfür habe ich ein Textblatt aktualisiert, das ich tatsächlich für eine 10. Klasse erstellt habe.

Erstellt man ein neues Arbeitsblatt, gibt man verschiedene Metadaten wie Titel oder Kurztitel ein. Allerdings bietet LateinLex auch die Möglichkeit, die digitale Version des Blatts mit einem Passwort zu sichern. Zudem kann man ein Datum einstellen, ab dem die Musterlösung für Schüler*innen einsehbar ist, was besonders nützlich dafür ist, wenn man sie eigenständig übersetzen lassen möchte. Dass eine Musterlösung angezeigt wird, ist im Übrigen optional – bei der Erstellung des Arbeitsblatts können verschiedene Einstellungen und Vorlagen gewählt werden, je nach der persönlichen Präferenz der Lehrkraft.

Anschließend befindet man sich im Editor, der mich beim ersten Mal zugegeben ziemlich überfordert hat, als ich LateinLex ausprobiert habe.

Nach kurzem Herumspielen und Ausprobieren haben sich mir seine Funktionen aber recht schnell erschlossen. LateinLex funktioniert nach einem Baukastenprinzip: Man kann verschiedene Blöcke erstellen und sie für die eigenen Zwecke einsetzen:

Der wohl wichtigste Baustein dient der Ausweisung von lateinischen Texten. Diese können mit Hinweisen und einer Musterübersetzung versehen werden. Zudem gibt es ein Eingabefeld für die Übersetzung von Schüler*innen. Leider werden die Eingaben nicht gespeichert und können der Lehrkraft damit auf digitalem Wege zugeschickt werden: Vielmehr muss man dann das Arbeitsblatt theoretisch ausdrucken. Das liegt daran, dass LateinLex aus DSGVO-Gründen die Daten der Schüler*innen-Arbeitsblätter nicht auf einem Server, sondern lokal auf den eigenen Geräten der Jugendlichen speichert.

Der große Vorteil des Text-Bauststeins ist, dass nahezu jedes Wort per Klick nachgeschlagen werden kann. Die Lehrkraft kann dabei einzelne Wörter als „nicht nachschlagbar“ markieren, etwa solche, die zum Grund- oder Lernwortschatz gehören. Wenn man möchte, ist es außerdem möglich, griechische Wörter einzugeben.

Besonders interessant sind die vielfältigen Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung: Mit etwas Übung kann man die Texte in bis zu drei Versionen editieren, um schwächeren Lernenden Hilfestellungen zu geben. Zudem gibt es seit Kurzem die Möglichkeit, Schüler*innen Schritt für Schritt durch eine Übersetzung zu führen, indem man die einzelnen Satzglieder und -bestandteile erst nach und nach aufdeckt.

Eine weiterer Baustein ist die sogenannte „Vokabelchallenge“. Wörter, die in dieser vorkommen, können erst dann nachgeschlagen werden, wenn die Schüler*innen diese im Rahmen der „Challenge“ wiederholt haben. Dies ist im Grunde eine klassische Kartenabfrage, bei der die Jugendlichen eigenständig einschätzen müssen, ob sie die Bedeutung der Wörter wissen. Leider gibt es keine Möglichkeit, auf LateinLex darüber hinaus zu überprüfen, ob das Vokabular sitzt: Spitzfindige Lernende können theoretisch auch einfach jedes Wort als „gewusst“ abhaken und das Nachschlagen im Text so „freischalten“.

In den Editor ist es möglich, Tabellen mit grammatikalischen Reihen einzufügen. So können z. B. Stammformen eingeführt oder wiederholt werden, aber auch ganze Deklinationen und Tempusreihen. Schade ist hier wiederum, dass die Schüler*innen die Formen auf dem digitalen Arbeitsblatt nicht selbst eintragen, sondern sie mit einem einfachen Klick aufdecken können. (Auf dem analogen Blatt kann die Tabelle leer abgedruckt werden.)

Zuletzt herausheben möchte ich die Möglichkeit, interaktive Übungen einzubinden, die man als Lehrkraft frei für die eigenen Zwecke anpassen kann. LateinLex bietet dabei eigene, ganz basale Übungen an, z. B. Memory, Multiple-Choice-Fragen oder freie Textfelder. Zudem lassen sich seit neuestem auch H5P-Übungen einbinden.

Fazit

LateinLex ist ein digitales Tool, das den Lateinunterricht stark bereichern kann. Den wohl größten Nutzen bringen natürlich die vielfältigen Möglichkeit der Texterschließung und Übersetzung. Die Klassen, mit denen ich LateinLex (Bsp. hier) bisher ausprobiert habe, waren begeistert, insbesondere natürlich von der Möglichkeit, fast jedes Wort nachschlagen zu können. Und tatsächlich funktionierte die Übersetzung dadurch nicht nur schneller, sondern wurde insgesamt auch motivierter angefertigt. Durch die Möglichkeit, digitale Übungen direkt in die Arbeits- und Textblätter einzubinden, kann dieser Effekt noch verstärkt werden.

Nach einer kurzen Einarbeitung ist das Tool auch wirklich einfach zu handhaben. Wer Hilfe braucht, findet auf LateinLex diverse Tutorials und Lernvideos. Dadurch, dass jedes Arbeitsblatt auch analog als PDF oder sogar als Word-Datei exportiert werden kann, bieten sich die aufbereiteten Texte auch einfach als eine optisch schönere, analoge Version für den Unterricht an. Wenn ihr noch mehr über LateinLex wissen wollt, könnt ihr unter folgendem Link eine interaktive Präsentation finden:

Leider stört mich selbst an LateinLex, dass die Eingaben der Schüler*innen nicht direkt über das Tool an die Lehrkraft weitergeschickt werden – weder bei der Übersetzung noch bei Grammatikreihen. Damit man die Lösungen der Schüler*innen überprüfen kann, müssen diese ihr digitales Arbeitsblatt als PDF- oder Word-Datei exportieren, in der ihre Eingaben gespeichert sind, und diese Datei dann wiederum an die Lehrkraft schicken. Theoretisch kann man das allerdings mit H5P-Anwendungen (z. B. „Essay“) umgehen, was die Vorbereitung allerdings etwas komplizierter und zeitaufwendiger macht.

Neben LateinLex gibt es übrigens noch ein anderes, recht ähnliches Tool: Hermeneus. Um dieses wird es bei meinem nächsten Gastbeitrag gehen. Abschließend noch einmal ein großes Danke an Katha und Björn für die Möglichkeit, dass ich diesen hier schreiben durfte! 😊

Passt auf euch auf!

Dennis

[the monthly dose] Einsteiger Tools für den Anfang

Apps/Programme, digital, the monthly dose

In der vierten Ausgabe unsere Reihe „the monthly dose“ in Kooperation mit FindMyTool widmen wir uns dem perfekten Tool für den Einstieg ins Universum der unendlichen Möglichkeiten. Am Ende des Posts findet ihr zudem einen kleinen Flyer mit allen wichtigen Infos für euer Kollegium, die Pinnwand im Lehrerzimmer oder das Studienseminar.

LearningSnacks

LearningSnacks ist ein kostenloses und DSGVO-konformes Tool in Deutschland, mit welchem du ganz einfach kleine Quizze und Live-Games für den Unterricht erstellen kannst. Hierbei führst du deine Schüler*innen in Chatform durch die Aufgabenstellung und kannst ihnen dadurch auch kleine Hilfestellungen geben. Das beste hierbei ist, dass du über deinen Lehreraccount auch deine Schüler*innen Zugang sie LeaningSnacks ermöglichen kannst und diese somit ohne eigene Anmeldung kleine Snacks erstellen können.

Aufgrund der intuitiven Bedienung und den lediglich vier zur Verfügung stehenden Elementen für das Gestalten eines eigenen Snacks eignet sich das Tools sehr gut für den Einstieg, da es den Nutzer*in nicht mit zu vielen Funktion überfordert.

Im Unterricht kann LearningSnacks beispielsweise zur Wiederholung, aber auch zur selbstständigen Erarbeitung eines Themas eingesetzt werden, da durch den gesteuerten Chatverlauf eine Art Lernlandkarte geschaffen wird.

PlayFactile

Beim Wiederholen von Unterrichtsstoff kann es schnell passieren, dass man auf einige Probleme stößt: Wie viel Stoff erinnern die Schülerinnen und Schüler noch? Was ist noch halbwegs präsent und was ist bereits in Vergessenheit geraten? Wie geht man beim Wiederholen richtig mit dem unterschiedlichen Leistungsniveau der Schülerinnen und Schüler um? Und vor allem: Wie gestaltet man das Wiederholen interessant? Eine Möglichkeit dazu, all diese Fragen kombiniert beantworten zu können, stellt die (kostenlose) Plattform play factile dar. Auf ihr können ganz im Stile der beliebten Gameshow Jeopardy eigene Quizzes erstellt werden. Der Clou ist, dass sich die Schülerinnen und Schüler hier ihre Fachgebiete selbst aussuchen und auch das Schwierigkeitsniveau selbst bestimmen können. Die Lehrkraft kann gezielt Fragen zum Wiederholen eines bestimmten Themenkomplexes stellen und so durch das gemeinsame Gespräch dieses Wissen absichern. Durch die unterschiedlichen Wertigkeiten kann zudem sehr einfach differenziert werden.

Auch PlayFactile punktet mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche. Man muss lediglich in die entsprechenden Felder die jeweilige Frage eingeben und schon wird das Spiel automatisch generiert.

Quizizz

Quizizz ist ein Tool zum Erstellen von Quizzen aus Indien. Mit der Anwendung kann man relativ schnell und intuitiv Quizze für das Klassenzimmer erstellen. Hierbei ist im Gegensatz zu Kahoot auch in der kostenlosen Version die Mehrfachabfrage enthalten. Zudem ist es möglich, die einzelnen Quizze den Schüler*innen auch für das asynchrone Lernen, zum Beispiel als Hausaufgabe zuzuweisen. Mir gefällt zudem beim synchronen Lernen sehr gut, dass man hierbei zwischen einer automatisches Zeitvorgabe und der Zeitvorgabe durch Lehrerhand wählen kann, sodass ich als Lehrkraft auch händisch die Fragen abspielen kann. Ansonsten gibt es auch bei dieser App eine gamifiziertes Setting mit passender Musik beim Lösen der einzelnen Fragen.

Flyer zum Abspeichern

Für die Weitergabe via Mail sind alle QR-Codes auf dem Flyer interaktiv. Das Material wurde mit canva.com erstellt und unterliegt deren Lizenzbestimmungen. Lediglich der Inhalt steht unter folgender Lizenz: Lizenz CC BY(-SA) 4.0.

Tutory vs. Canva

Apps/Programme, Arbeitsblätter

Auf Instagram wurde ich gefragt, was denn der Unterschied zwischen Tutory und Canva sei. Die beiden Anwendungen seien sich doch so ähnlich. Ich persönlich finde, dass dies einem Vergleich zwischen Birnen und Äpfeln gleich kommt, aber lest selbst.

Tutory ist ein browserbasiertes Programm, welche Lehrkräften zum Erstellen von Arbeitsblättern Bausteinen zur Verfügung stellt. Canva läuft ebenso im Browser, besitzt aber auch eine eigene App und ist im Grundgedanken ein sehr umfangreiches Grafiktool mit welchem man auch Arbeitsblätter erstellen kann.

Während Tutory eine kostenlose Version mit eingeschränkten Funktion anbietet, ist Canva für Lehrkräfte auch in der Premium-Version kostenlos (hier). Ansonsten kostet die Einzellizenz 109,99€ im Jahr. Tutory dagegen bietet ein Zwei-Stufen-Modell an: Die in meinen Augen ausreichende Basis-Version kostet 29,90€ im Jahr, während die Premium-Version ebenfalls mit 59,90€ zu Buche schlägt. Für Student*innen und Referendar*innen gibt es die bei beiden Anwendungen die Möglichkeit eines Rabattes auf den Vollkostenpreis.

In der Art der Benutzeroberfläche sind beide Anwendungen im Grundgedanken gleich aufgebaut. Bei beiden Anwendungen findet sich in der Kopfzeile die Formatierung, während sich die einzelnen Bausteine bzw. Gestaltungselemente auf der linken Seite befinden.

Während Tutory für die verschiedenen Aufgabenstellungen und Items eines Arbeitsblattes Bausteine zur Verfügung stellt, existiert dies bei Canva nicht. Man hat aber die Möglichkeiten mit Hilfslinien zu Arbeiten und somit die verschiedenen Elemente eines Arbeitsblattes gut zu platzieren. An Bausteinen stellt Tutory hierbei einen bunten Mix aus Lückentext, Suchsel, Sortieraufgaben, Angreizaufgaben etc. seinen Nutzer*innen zur Verfügung, während man dies bei Canva alles händisch erstellen oder exportieren müsste. Durch die Möglichkeit der verschiedenen Bausteine ist Tutory sehr intuitiv und leicht zu bedienen, während man sich bei Canva doch etwas einarbeiten muss und Fingerspitzengefühl braucht. Björn zum Beispiel würde nie mit Canva ein Arbeitsblatt erstellen, da dies für ihn viel zu viel Zeit frisst und auch ich gebe zu, dass ich mit Tutory manchmal vermutlich schneller wäre.

Zudem bietet Tutory die Möglichkeit, ein analoges Arbeitsblatt auch in ein interaktives und somit digitales Arbeitsblatt umzuwandeln. Dies kann Canva nicht. Man kann zwar Interaktion wie beispielsweise Highlights auf das Arbeitsblatt setzen, aber eine Selbstkontrolle wie Tutory erreicht man damit noch lange nicht. Das digitale Arbeitsblatt (mehr hier) von Tutory kann beispielsweise in der eigenen Lernplattform hinterlegt und dort von den Schüler*innen bearbeitet werden. Ein weitere Vorteil von Tutory ist, dass man sich neben einem Arbeitsblatt für die Schüler*innen auch ein Lösungsblatt zum entsprechenden Arbeitsblatt herunterladen kann. Hierbei werden die geschlossenen Items automatisch von Tutory auf dem Lösungsblatt angezeigt, während man die offenen Aufgabenstellungen schon in der Anwendung händisch ergänzen kann, damit diese ebenso auf dem Lösungsblatt erscheinen.

Mit was Canva im vergleich zu Tutory punkten kann, sind die unendlichen Möglichkeiten zur Verschönerung der Arbeitsblätter. Man kann diverse Formen, Figuren und Cliparts einfügen, ohne dafür extra zahlen zu müssen. An dieser Stelle kann sich jeder selbst die Frage stellen, ob weniger Auswahl nicht manchmal mehr ist. Bei der immensen Vielfalt tut man sich doch manchmal schwer sich zu entscheiden und verzettelt sich sehr.

Wer schnell und einfach ein gut strukturiertes Arbeitsblatt erstellen möchte, ist mit Tutory bestens beraten. Durch die verschiedenen Bausteine wird auch viel Arbeit abgenommen und ihr habt zusätzlich noch die Möglichkeit, euer Arbeitsblatt digital zu nutzen oder eine Musterlösung auszudrucken. Canva dagegen ist ein Designtool und bietet wesentlich mehr grafische Elemente zur Gestaltung eines Arbeitsblattes, allerdings nicht die nötigen Bausteine wie Tutory sie hat. Übrigens könnt ihr auch beide Elemente miteinander verbinden, indem ihr beispielsweise eine PDF von Tutory in Canva hochladet.

Ich persönliche liebe beide Tools sehr und möchte weder das eine noch das andere in meinem Lehreralltag missen und bin sehr froh, dass es beide gibt. Arbeitsblätter erstelle ich sowohl mit Tutory als auch mit Canva und finde die Abwechslung zwischen beiden Tools auch sehr erfrischend.

Tutorial

Rabattcode für Tutory (Anzeige; gültig bis 30.09.2022):

Wollt ihr Tutory selbst einmal testen? Da wir wissen, dass viele Lehrkräfte die Lizenz, ebenso wie wir, selbst zahlen, haben wir für euch nach einem Rabatt- und Testcode gefragt.

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  • 20% Rabatt auf BASIC: kms-rabatt

Hinweis zum Einsatz der Codes: Man kann den Testcode gleich während der Registrierung eingeben; im vierten Schritt nach Akzeptierung der Nutzungsbestimmungen oder dann auf der Abo Seite, wenn man schon registriert ist: https://www.tutory.de/profil/abonnement

[Lernlandkarte] Interaktive Bilder mit Genial.ly erstellen

digital, Geschichte, Methode, Methodik, Neuzeit

Das erste Thema im neuen Schuljahr bei meinen Großen ist die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Wir behandeln hier die großen Themen bis zur Gründung beider Deutschen Staaten 1949. Nachdem die Mädels bei der letzten Lernlandkarte bereits das selbstständige Lernen positiv hervorgehoben haben und ich kein Fan von Leerläufen im Unterricht bin, starten wir mit eben dieser Methode ins neue Schuljahr. Diesmal heißt das Tools allerdings nicht Moodle/mebis, sondern Genial.ly, da ich hier wesentlich mehr gestalterische Möglichkeiten habe und die Lernlandkarte wesentlich einfach und schneller zu gestalten ist.

Die Lernlandkarte

Die Lernlandkarte habe ich mit Canva erstellt und anschließend bei Genial.ly hochgeladen. Gewählt habe ich hierfür das interaktive Bild. Wer das Erstellen mit Canva umgehen möchte, kann sich auch bei Genial.ly einmal umschauen und hier eine kostenlose- oder auch kostenpflichtige Vorlage auswählen. Ich habe für meine Lernlandkarte komplett mit der kostenfreien Version gearbeitet.

Anschließend kann ich direkt meine Vorlage hochladen und das Tool passt die Leinwand automatisch an die Größe meines Bildes an.

Das Erstellen von Interaktionen

Anschließend lande ich im Editor und kann mit dem Erstellen meiner interaktiven Bildes beginnen. Auf der linken Seite wird die Navigation des Editors angezeigt und ich benötige für das Erstellen meines interaktiven Bildes hauptsächlich den Reiter „interactive elements“. Hier kann ich sowohl die Symbole für die Interaktionen auswählen als auch die Interaktionen selbst erstellen. Des Weiteren kann ich im Editor auch Texte und Bilder hochladen, wenn ich die Lernlandkarte nicht vorher erstellt habe.

Habe ich mich nun für mein erstes Symbol im Editor entschieden, klicke ich dieses an und ziehe es anschließend auf die gewünschte Position auf meiner Lernlandkarte. Mit einem erneuten Klick öffnet sich über dem Symbol ein Menü. Nun wird die Auswahl „Interactivity“ benötigt, um eine Interaktion zu erstellen.

Im nun geöffneten Fenster kann ich den sich hinter der Interaktion befindlichen Inhalt näher definieren.

Persönlich habe ich mich in allen Fällen für die Option „Window“ entschieden, denn hier öffnet sich ein Dokument, bei welchen ich jegliche Inhalte hochladen und einbetten kann und somit auch eine Aufgabenstellung mit mehreren Komponenten und Inhalten generieren kann.

Solltet ihr eine LearningApp etc. einbetten wollen, ist es wichtig, dass ihr vorher die Texteingabe auf html umstellt, den Code in das Textfeld kopiert und anschließend das Textfeld wieder zurück stellt.

Nachdem ich mit meiner ersten Interaktion durch bin, führe ich das Prozedere weiter durch bis ich alle für meine Lernlandkarte benötigten Interaktion verankert habe. Anschließend kann ich die Karte nun für meine Schüler*innen zugänglich machen.

Einsatz im Unterricht

In meinem Geschichtsunterricht erhalten die Mädels die Lernlandkarte via QR-Code auf ihrem Arbeitsheft, mit welchem sie selbstständig die Sequenz in ihrem eigenen Lerntempo erarbeiten und sichern werden. Anschließend werden wir diese noch gemeinsam besprechen. Veranschlagt sind hierfür insgesamt 7-8 Schulstunden. Im folgenden Video zeige ich euch noch einmal den konkreten Einsatz in der Praxis.

Blogpost als Tutorial?

[kms-Ref] Praktische Tools für deinen Unterrichtsbesuch

Apps/Programme, Referendariat

In den ersten Bundesländern sind die Sommerferien vorbei und Lehrkräfte und SchülerInnen strömen wieder in die Schulen. Auch fangen jetzt viele ReferendarInnen mit ihrem Referendariat an und machen sich auf den Weg, die letzte Ausbildungsstufe der Schullaufbahn zu erledigen. Doch genau diese Zeit gilt als anstrengendste und belastende, weil man als Referendar in einem Zwiespalt gefangen ist, sowohl Lehrkraft (gegenüber den SchülerInnen) als auch Schüler (gegenüber den Fachleitern) zu sein. Gerade Unterrichtsbesuche sorgen für eine enorme psychische und arbeitstechnische Belastung. In diesen „Showstunden“ geht es meist darum, ein ganz nach Muster durchgeplantes Programm abzuspulen, um damit seine „Lehrfähigkeit“ zu beweisen. Heutzutage soll dann am Besten auch noch ein wenig Digitalität dabei sein, um zu zeigen, dass man bereit für das digitale Lernen der heutigen Zeit ist.

Wir wollen dir heute daher einige Tools zeigen, welche du relativ einfach und unkompliziert für deinen Unterrichtsbesuch nutzen kannst. Wir stellen die Tools kurz vor und zeigen dir beispielhafte Einsatzmöglichkeiten für einzelne Phasen des Unterrichtsbesuchs. Alle Tools sind dabei entweder komplett oder in der (ausreichenden) Grundversion kostenlos und benötigen lediglich einen erstellten Accoutn zum Einloggen.

Learning Apps

Learning Apps ist eine Plattform, auf welcher relativ einfach eigene Apps erstellt werden können. Von Memory- bis Zuordnungs-Spielen sind alle möglichen Anwendungen dabei. Zudem ist die Plattform kostenlos, sodass man lediglich eine E-Mail-Adresse zum Anmelden braucht. Mit ein paar wenigen Klicks kann man hier also schnell einen Account erstellen und für den Unterrichtsbesuch passende Apps vorbereiten. Diese Apps können dann z.B. für den Einstieg genutzt werden, wenn mit Vokabeln Memory gespielt (super als Ritual!) oder bestimmte Begriffe aus den letzten Unterrichtsstunden gesucht werden sollen. Alternativ können Links via QR-Code auch als Differenzierung für leistungsstärkere Schüler zurückgehalten werden.

Neben dem eigenen Erstellen von Apps ist es auch möglich, die SchülerInnen selbst eigene Apps erstellen zu lassen. Dies wäre z.B. für eine Erarbeitungsphase interessant, in welcher die SchülerInnen Apps zu einem bestimmten Thema erstellen sollen. Dies ist in gut 15 Minuten möglich, sodass man mit Einleitung, diesem Arbeitsauftrag und dem Auswerten bereits eine gute 45-Minuten Stunde gefüllt hat.

Plickers

Einen digitalen Vokabeltest schreiben oder schnell eine Umfrage machen? Das klingt für viele Referendare interessant, aber leider muss man sich hierbei auf das Internet verlassen, was gerade in der Schule dann natürlich dann nicht klappt, wenn man es braucht. Plickers bietet daher die Möglichkeit, digitale Tests oder Umfragen durchzuführen, ohne dass die SchülerInnen eigenes WLAN brauchen. Denn hier werden Fragen durch Zettel beantwortet, welche die Lehrkraft zuhause vorbereiten kann und dann nur noch austeilen muss. So können schnell und technisch einfach Stimmbilder aus der ganzen Klasse eingefangen und dann später wieder aufgegriffen werden. Gerade für einen Unterrichtsbesuch ist es praktisch, z.B. zu Beginn einer Stunde eine Umfrage zu einem Thema zu machen (z.B. Bismarcks Außenpolitik – gelungen oder nicht?) und nach der Erarbeitungs- und Auswertungsphase eine weitere Umfrage zu machen und die Ergebnisse zu vergleichen. Alternativ kann auch eine zusätzliche Sicherung über eine kurze Abfrage nach der eigentlichen Sicherung erfolgen.

Kahoot

Wenn es um Quiz-Spiele in der Schule geht, gehört Kahoot sicherlich schon zu den bekanntesten Tools. Kurz gesagt: Hier können die SchülerInnen gemeinsam ein Quiz spielen, in welchem sie Fragen beantworten müssen und dafür Punkte bekommen. Das ganze ist sehr bunt und schülerorientiert gestaltet und zudem relativ leicht zugänglich. Auch für einen Unterrichtsbesuch kann man Kahoot gut nutzen, etwa um im Einstieg nochmal Inhalte der letzten Stunde zu wiederholen oder ggf. am Ende (auch als didaktische Reserve), um den Inhalt dieser Stunde noch einmal zu wiederholen.

Zeoob und TaskCards

„Lebensweltbezug“ ist eines dieser Wörter, welches man im Ref sicherlich pausenlos hört. Nahezu jede Stunde soll in irgendeiner Form die Lebenswelt der SchülerInnen aufgreifen. Um dies auch in einerm Unterrichtsbesuch zeigen zu können, bietet sich die Arbeit mit der Plattform Zeoob an. Bei dieser können SchülerInnen relativ einfach eigene Social Media-Produkte wie Instagram-Stories oder Twitter-Posts erstellen. Das sind natürlich tolle Lernprodukte, welche auch in Unterrichtsbesuch schnell erstellt und verglichen werden können. Gerade für die Interpretation von Texten kann der Arbeitsauftrag einfach lauten, Social Media-Posts zu dem gelesenen Text zu erstellen. Die erstellten Produkte werden dann z.B. auf einer TaskCard hochgelagen und können dann gemeinsam in der Sicherungsphase besprochen werden. Mit dieser Methode ist es also möglich, relativ kreative Unterrichtsbesuche zu zeigen.

Argumentationswippe

Ein Fachleiter ist immer das glücklich, wenn man in seinem Unterrichtsbesuch den AFB III erreicht. Das gemeinsame Diskutieren und Argumentieren zeigt den Höhepunkt einer guten Unterrichtsstunde. Ein Tool, mit welchem man diesen AFB III sehr gut visualisieren kann, ist die Argumentationswippe. Hier können wie auf einer Wippe verschiedene Argumente eingetragen werden, welche die Wippe dann in die eine oder andere Richtung ausschlagen lassen. Gerade für Pro/Contra-Argumente kann so eine Abstufung entstehen, welche SchülerInnen für die eigene Argumentation nutzen können. Insofern bietet es sich an, dass die SchülerInnen ihre Argumente (Pro oder Contra) beim Bearbeiten eines Arbeitsauftrags direkt herausschreiben und auf die Seite eintragen. In der folgenden Diskussion können die Elemente dann verschoben werden und so entsteht am Ende ein visualisiertes Meinungsbild des Kurses.

[Selbstlernkurs] Lernlandkarte „Erste Schritte mit dem iPad“

digital

Vor den großen Ferien fand an meiner Schule der Aktionstag der SMV statt. An diesem Tag in der letzten Schulwoche wurden diverse 45minütige Workshops sowohl von Schüler*innen als auch Lehrkräften angeboten, in welche man sich vorab eintragen konnte. Quasi ein Mini-Barcamp, aber mit festen Slots. Mein Beitrag war ein iPad-Kurs, welcher als betreuter Selbstlernkurs konzipiert war und den Schülerinnen die wichtigsten Funktionen des Gerätes darbringen sollte. Da war selbst keine iPad-Klassen haben, tun sich die Mädels manchmal noch schwer mit dem Gebrauch von iPads im Unterricht. Somit sollte der Kurs sie hier unterstützen und ihnen zudem Materialien zum später Nachschlagen an die Hand geben. Aus diesem Grund wurden die Videos auch mit den iPads unserer Schule aufgenommen.

Am eigentlichen Aktionstag lag ich leider mit einer Grippe flach und konnte den Workshop nicht wie geplant durchführen. Auf Social Media haben mich allerdings diverse Zuschriften erreicht, ob ich den Kurs dennoch teilen möchte, da an anderen Schule ähnliche Formate geplant seien. Der Kurs werde ich nun statt beim Aktionstag in der ersten Schulwoche mit meinen 8-10.Klassen durchführen. Bei den Jüngeren eventuell später im Schuljahr.

Aufbau

Der Selbstlernkurs ist als Kurs in mebis mit dem PlugIn „Lernlandkarte“ (rechts) konzipiert worden und legt somit die Reihenfolge der zu bearbeiteten Station von Beginn an fest. Dies war beabsichtigt, denn es ist sinnvoll, zuerst die Steuerung zu erlernen, bevor es an die Tools geht.

Im ersten Kapitel wurde der Aufbau und die Durchführung der Lernlandkarte erläutert. Zudem wurden die Ziele des Kurses definiert.

Apps und ihre Funktionen

Im ersten Kapitel des Selbstlernkurses ging es dann los mit einer Einführung zu den wichtigsten Apps und ihren Funktionen. Hierbei sollten die Mädels das iPad spielerische entdecken und anschließend ein Memory lösen. Eingeführt wurde das Kapitel mit einem kurzen Clip zu den Lernzielen sowie der Aufgabenstellung. Anschließend durften die Schülerinnen auf Entdeckungstour gehen und sich anschließend selbst testen.

ShortCuts & Hacks

Das zweite Kapitel beinhaltet neben den wichtigsten Funktionen des iPads auch zwei Praxisübungen, um das Gelernte gleich anzuwenden. Hierbei lagen die Schwerpunkte auf dem Erlernen des Kontrollzentrums, dem Teilen des Bildschirms sowie dem Erstellen eines Screenshots. Zudem habe ich nochmals einen extra Clip für die iPads der neueren Generation gedreht, welche einige Updates und Besonderheiten haben. Bei einigen Videos habe ich mit der Schule als Beispiel gearbeitet. Aus diesem Grund möchte ich diese hier nicht teilen.

Im Anschluss an die theoretischen Impulse gab es noch zwei praktische Übungen in Form von Abgaben, bei welchen die Mädels ihr gelerntes Wissen gleich einsetzen sollten.

Praxisübung „Animieren mit Keynotes“

Die letzte Übung war eine reine Anwendung der bisher gelernten Funktionen sowie die Produktion eines praktischen Lernprodukts als Abschluss der Einheit. Hierbei ging es darum nach einer kurzen Anleitung ein Objekt in Keynote zu animieren und anschließend in iMovie Ton und Titel hinzuzufügen. Auch hier habe ich wieder mit schulischen Elementen gearbeitet, sodass ich das Video nicht zur Verfügung stellen kann.

TeachShare-Kurs

Der Kurs wurde für Mebis freigegeben und ein Download für andere Bundesländer ist in Vorbereitung.

Dateien

Die Dateien können per Mail angefragt werden. Die Abgaben müsstet ihr euch bei Bedarf selbst basteln, da ich diese nicht als H5P gebaut habe. Die Dateien unterliegen der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.