Tutory vs. Worksheet Crafter

Apps/Programme, Arbeitsblätter

Auf einer Fortbildung wurde ich vor einiger Zeit gefragt, was denn der Unterschied von Tutory und Worksheet Crafter sei. Damals musste ich ehrlich gesagt, passen und habe die Zeit nun genutzt, um mir den Worksheet Crafter einmal genau anzuschauen.

Tutory, aber auch der Worksheet Crafter sind beides Tools, welchen insbesondere Lehrkräfte bei der Erstellung von Arbeitsblättern unterstützen möchten. Während Tutory im Browser läuft, ist der Worksheet Crafter eine Desktopanwendung, welche man sich aus dem Internet für Windows oder Mac herunterlädt. Somit ist die Anwendung auch offline oder bei schlechtem Internet nutzbar. Tutory hat dagegen als browserbasiertes Tool den Vorteil, dass ich von überall auf meinen Account zugreifen kann, aber nicht die Sicherung des Materials auf dem PC habe. Bei Unternehmen sind ein Sozialunternehmen mit Sitz in Deutschland und somit nicht auf die Maximierung von Gewinn ausgerichtet.

Während Tutory eine kostenlose Version mit eingeschränkten Funktion anbietet, kann man beim Worksheet Crafter die Anwendung lediglich zwei Wochen lang kostenlos testen. Ansonsten kostet die Einzellizenz für Lehrkräfte 59,90€ im Jahr. Tutory dagegen bietet ein Zwei-Stufen-Modell an: Die in meinen Augen ausreichende Basis-Version kostet 29,90€ im Jahr, während die Premium-Version ebenfalls mit 59,90€ zu Buche schlägt. Für Student*innen und Referendar*innen gibt es die bei beiden Anwendungen die Möglichkeit eines Rabattes auf den Vollkostenpreis.

In der Art der Benutzeroberfläche sind beide Anwendungen sich sehr ähnlich. Bei beiden Anwendungen findet sich in der Kopfzeile die Formatierung, während sich die einzelnen Bausteine, mit welchen man sein Arbeitsblatt auf der linken Seite befinden.

Während bei den Bausteinen von Tutory ein bunter Mix aus Lückentext, Suchsel, Sortieraufgaben etc. im Fokus steht, finden sich beim Worksheet Crafter primär Bausteine aus beim primären Bereich der Mathematik sowie des Faches Deutsch mit Möglichkeit zur Trennung der Silben. Lediglich zwei Worträtsel sind hier vorhanden. Ansonsten gibt es hier eine Reihe von Symbolen, wie Sprechblasen, Kreise und Pfeile, welche ich diesem Umfang nicht so übersichtlich in den Bausteinen von Tutory vorhanden sind. Dagegen konnte ich Bausteine zur Benotung beim Worksheet Crafter nicht finden. Das Ziehen der Bausteine auf ein Arbeitsblatt und somit das Erstellen von Aufgaben hat bei beiden Anwendungen keine Probleme bereitet.

Möchte man einzelne Bausteine modifizieren, kann man dies bei beiden Anwendungen mit einem Klick auf den jeweiligen Bausteine machen. Auf der rechten Seite öffnet sich anschließend das entsprechende Menü zur Bearbeitung der einzelnen Items.

Bei beiden Anwendungen gibt es neben dem analogen Arbeitsblatt auch die Möglichkeit, dieses in ein interaktives Blatt umzuwandeln. Während man bei Tutory das Arbeitsblatt mit einem Button in ein digitales Arbeitsblatt umwandelt, muss man beim Worksheet Crafter dieses in den Einstellungen angeben und das Arbeitsblatt wird in der Größe für die Anwendung am Tablet optimiert. Anschließend kann man dies via QR-Code und der entsprechenden App auf dem Tablet nutzen. Bei Tutory dagegen erhält man eine HTML-Datei, welche in der Darstellung am iPad problemlos funktioniert, aber der Worksheed Crafter ist hierbei wesentlich handlicher und einfach zu bedienen.

Nach dem Laden bzw. Öffnen des interaktiven Blattes kann man seine Lösung eingeben und sich anschließend selbst kontrollieren. Dies funktioniert bei beiden Anwendungen problemlos.

Persönlich muss ich sagen, dass ich die digitale Lösung von Worksheet Crafter sehr gut finde. Insbesondere die Darstellung und Optimierung für das iPad ist super.

Der ein oder anderen ist sicherlich beim Lesen schon das große Manko der beiden Anwendungen aufgefallen: Tutory ist von seinen Übungen für die Sek. I-II konzipiert, der Worksheet Crafter eignet sich in meinen Augen eher für den Primärbereich. Tutory nutze ich seit Jahren selbst im Unterricht und kann es sehr empfehlen. Es spart aufgrund seinen Baukastensystems sehr viel Zeit. Hier habe ich bereits ausführlich dazu berichtet. Beim Worksheet Crafter hat mich dagegen die digitale Möglichkeit sehr begeistert. Das fehlt mir bei Tutory noch. Da ich für den Worksheet Crafter die falsche Zielgruppe darstelle, habe ich einmal nach euren Erfahrungen zum Tool gefragt: Auf Instagram wurde mir berichtet, dass die Anwendung eine super Unterstützung für den Unterrichtsalltag ist und insbesondere die digitalen Möglichkeiten punkten.

Wie finde ich Cliparts & Symbole für meine Arbeitsblätter?

Arbeitsblätter

Persönlich bin ich ein großer Fan von kleinen Symbolen oder Sketchnotes auf Arbeitsblättern, welche das Lesen und Bearbeiten derer erleichtern und die Aufgabenstellung oder den Inhalt unterstreichen. Zudem unterstützen visuelle Angaben oftmals Schüler*innen beim Bearbeiten der Aufgabenstellung, da sie ein Symbol sofort als Partnerarbeit erkennen und man sich somit den Text in der Aufgabenstellung spart und diese entlastet. Da es oftmals schwer ist, geeignete Symbole zu finden, habe ich eine kleine Sammlung mit meinen Favoriten für euch erstellt.

Sketchnotes von Darja

Meine liebsten Sketchnotes für den Unterricht stammen aus der Feder von Darja. Ich benutze sie wirklich regelmäßig zur visuellen Unterstützung meiner Aufgabenstellungen.

TaskCards-Sammlung

Ein weiteres großes Angebot für den Unterricht bietet diese tolle Pinnwand von Daniel Steh an.

Kostenlose Materialien bei eduki

Auch wenn die Plattform eduki eher für ihre kostenpflichtigen Angebote bekannt ist, kann man hier doch einige kostenlose Schätze entdecken. Insbesondere die Cliparts zu den digitalen Medien kann ich sehr empfehlen:

Cliparts mit der Präsentationssoftware

Auch Anwendungen wie PowerPoint und Keynote bieten eine Reihe an kostenlosen Symbolen an. Die Piktogramme können direkt auf das Arbeitsblatt übertragen und farblich verändert werden. Konvertiert man die Symbole anschließend noch in eine Form, kann man sogar die Linienstärke etc. ändern.

Canva

Auch das Designtool Canva bietet eine fast unendliche Bandbreite an Symbolen und Grafiken an. Um diese anschließend auf mein Arbeitsblatt integrieren zu können, lade ich diese in der Regel in Form eines Instagramposts und mit transparentem Hintergrund herunter. So sind diese individuell einsetzbar und besitzen keinen störenden Hintergrund mehr.

Tutory

Als bekennender Fan von Tutory erstelle ich in der Regel auch dort meine Arbeitsblätter. Die Anwendung bietet von Haus aus schon verschiedene Symbole für ihre Arbeitsblätter an. Diese können in der kostenpflichtigen Version durch Comics erweitert werden.

Ergänzungen aus der Community

Und ihr?

Nutzt ihr Grafiken und Symbole für eure Arbeitsblätter? Was sind hierbei eure Favoriten? Gerne kommentieren und ich ergänze anschließend eure Tipps 🙂

Touchdown in Rom? – Eine Super Bowl-Übung für den Lateinunterricht

Arbeitsblätter, Grammatik, Latein, Methode

Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit: Der 56. Super Bowl findet in Inglewood, Kalifornien statt. Wenn am 13.02. die Cincinnati Bengals im Finale der amerikanischen Football-Liga auf die Los Angeles Rams treffen, werden über eine Milliarde Menschen weltweit dieses Spektakel verfolgen. Auch in Deutschland findet der Sport immer mehr AnhängerInnen, weshalb es nicht verwunderlich ist, wenn man auch in den Schulen immer mal wieder Kleidung mit NFL-Logo oder einzelnen Teams sieht. Auch in meiner neuten Klasse sind einige Football-Fans: Als ich vor den Weihnachtsferien eine selbsterstellte Übung mit Bezug zu Weihnachten gemacht habe, kam von einigen die Anmerkung, ob ich nicht auch mal ein Arbeitsblatt zu anderen Themen wie z.B. der NFL machen könnte. Da ich selbst nicht der größte Football-Experte bin, habe ich die Anfrage erstmal mit einem kurzen Lächeln abgelehnt, aber dann überlegt, wie man das ganze dann doch umsetzen könnte. Nachdem ich mit ein paar FreundInnen, die sich mit dem Thema wesentlich besser auskannten, Rücksprache gehalten hatte, erstellte ich schließlich ein kleines Übungsblatt für den Lateinunterricht: In diesem finden sich drei kleine Übungen, die Aufgaben aus den Bereichen Wortschatz, Grammatik und Übersetzung beinhalten.

Aufbau der Übung

Als erste Aufgabe auf dem AB findet sich eine kleine Zuordnungsaufgabe: Hier sollen Fachbegriffe aus dem American Football mit lateinischen Vokabeln verbunden werden. Gleichzeitig soll auch erklärt werden, inwiefern diese Begriffe zusammenhängen: Audible -> audire: ein Audible ist eine Ansage, welche gehört wird. Daher der Bezug zu audire: hören. Durch die kurzen Erklärungen der jeweiligen Begriffe ist es auch nicht-Football Fans möglich, diese Aufgaben zu bearbeiten.

In der zweiten Aufgabe werden noch einmal die O- und U-Deklination wiederholt. Hierbei sollen „Field Goals“ erzielt werden: Die Bälle mit den jeweiligen Deklinationen müssen in das richtige Tor geschossen werden. Hier habe ich mich für die O- und U-Deklination entschieden, da die Unterscheidung dieser den SchülerInnen am meisten Probleme bereitet.

Die dritte Aufgabe schließt die Übung dann ab und lässt die SchülerInnen drei kurze Sätze zum Quarterback übersetzen. Um den Sinn des Spiels zu treffen, mussten einige Vokabeln hier von der Bedeutung etwas „angepasst“ werden, aber mit diesen Hilfsmitteln ist es möglich, auch ohne Vorwissen die folgenden Sätze gut zu übersetzen. Der Quattorposticus stammt eher aus dem Neulatein, aber wer weiß schon, ob nicht auch schon Cicero oder Tacitus große Football-Fans waren? 😃

Wenn ihr diese Übung auch einmal in eurem Latein-Unterricht nutzen wollt, könnt ihr sie unter dem folgenden Link herunterladen. Ich wünsche euch und euren Klassen viel Spass dabei und freue mich gerne über Feedback und Rückmeldungen. 🙂🏈

Material

Anmerkung: Einen großen Teil der Informationen bezüglich Football habe ich aus dem NFL-Lexikon von http://www.ran.de. Wer sich also noch mehr über Football informieren möchte, sollte dort einmal vorbeischauen.

das digitale Arbeitsblatt mit tutory.de

Arbeitsblätter, digital

Wer mir schon länger folgt weiß, dass ich all meine Arbeitsblätter für den Unterricht mit tutory.de erstelle. Bereits vor über einem hab ich in einem Blogpost die Anwendung erstmals vorgestellt. Seitdem ist das Tool aus meinem Lehreralltag nicht mehr wegzudenken und erleichtert mir diesen enorm. Egal ob Arbeitsblätter für den Unterricht, Exen oder andere Leistungsnachweise, erstellt wird es alles mit tutory.de. Umso mehr hat es mich gefreut, dass am vergangenen Donnerstag eine weitere tolle Funktion der Anwendung verkündet wurde, das digitale und interaktive Arbeitsblatt. Meine Begeisterung hierüber kann ich kaum in Worte fassen, denn nun habe ich mit demselben Arbeitsaufwand sofort ein analoges als auch digitales Arbeitsblatt an der Hand. Was will man mehr?

Die Anwendung

Tutory.de basiert auf dem Baukastensystem mit welchem es ganz einfach ist, übersichtliche und gutstrukturierte Arbeitsblätter zu erstellen. Je nach Abo (kostenlos bis Premium) hat man unterschiedlich viele Bausteine zur Verfügung. Aufgrund dieses Systems muss sich nicht mehr darüber ärgern, dass das Layout auf dem Arbeitsblatt sich ständig verschiebt und die Bildquelle zur ersten Aufgabe plötzlich wo ganz anders ist. Man ordnet die verschiedenen Bausteine mit den entsprechenden Aufgaben so an, wie man es möchte. Stellt man plötzlich fest, dass man die Reihenfolge der Aufgaben doch noch einmal ändern möchte, sortiert man ganz einfach die Bausteine neu und die Nummerierung der einzelnen Aufgaben passt sich automatisch an.

Tutory.de

Neben den reinen Aufgaben ist es zudem möglich, auch direkt im Baustein der jeweiligen Aufgabe einen Erwartungshorizont zu hinterlegen. Insbesondere bei offenen Aufgabenstellungen nutze ich diese Möglichkeit und drucke mir neben dem Arbeitsblatt für meine Schülerinnen auch das Lösungsblatt für den Unterricht mit aus. Bei geschlossenen Aufgaben und Lückentexten (s.o.) wird die Lösung automatisch auf dem Lösungsblatt vermerkt, sodass ich diese nicht mehr extra erstellen muss. Nicht nur das einfache Erstellen von Lückentexten, Kreuzworträtseln, Sortieraufgaben und weiteren Aufgabenformaten erleichtert meinen Alltag ungemein, sondern auch das automatische Generieren der entsprechenden Musterlösung.

Analog wird digital

Seit Donnerstag befindet sich nun bei der Anwendung an der rechten Seite der Bearbeitungsleiste der Button „digital“. Mit einem Klick kann man nun sein analoges in eine interaktives digitales Arbeitsblatt verwandeln, ohne dass man zusätzlich Zeit für dessen Erstellung aufwenden muss. Man muss lediglich Auswählen, wie das Arbeitsblatt den Schüler*innen präsentiert werden soll.

Tutory.de

Für meine Mädels habe ich die Selbstkontrolle ausgewählt, allerdings ohne die Möglichkeit des Zeigen einer Lösung. Bei Fehlern sollten sie nochmals überlegen und selbst korrigieren. Zudem war mir wichtig, dass sie das Arbeitsblatt erst kontrollieren können, wenn sie alle Aufgaben gelöst haben. Nachdem man die entsprechenden Einstellung vorgenommen hat, lädt man das Arbeitsblatt nun als html-Datei herunter. In Bayern nutzen wir als Lernplattform mebis, bei welcher das Arbeitsblatt problemlos hochgeladen und eingebunden werden kann. Selbstverständlich kann das digitale Arbeitsblatt auch ohne eine Lernplattform als Datei im Unterricht an die Schüler*innen verteilt werden.

Einsatz im Unterricht

Das Arbeitsblatt hat somit direkt in mebis geladen und meine Mädels konnten es problemlos am iPad ausfüllen, ohne irgendeine extra Seite laden zu müssen. Nach Beendigung der Aufgaben konnten sie sich zudem selbst kontrollieren und gegebenenfalls verbessern.

Darstellung in mebis

Anschließend haben sie das Arbeitsblatt herunter- und in mebis wieder hochgeladen, um mir ihr bearbeitetes Aufgabenblatt zu übermitteln.

Darstellung des Lösungsblattes nach der Abgabe

Feedback der Schülerinnen

Meine Mädels waren von dieser Methode der Erarbeitung sehr begeistert und haben das Ausfüllen des Arbeitsblattes sowie die Selbstkontrolle als sehr selbst erklärend empfunden. Insbesondere die Vokabeln „super“ und „sehr spaßig“, versehen mit vielen Ausrufezeichen, konnte ich in ihrem Feedback wiederfinden. Zudem hat es ihnen sehr viel Spaß gemacht und sie freuen sich darauf, wenn wir es bald wiederholen können.

Fazit

Auch ich kann mich dem Feedback meiner Schülerinnen nur anschließen. Sowohl das Erstellen als auch das Einsetzen im Unterricht funktionierte reibungslos und war in meinen Augen ein voller Erfolg. Mit Sicherheit werde ich diese Methode nun öfter einsetzen. Zudem sehe ich in dem digitalen Arbeitsblatt mit Download eine große Chance für das Hybrid- und Distanzlernen. Die Mädels können so ihre Aufgaben direkt in das Arbeitsblatt eintragen und an mich senden bzw. in mebis hochladen.

[Präsens/Perfekt] festum natalicium Domini

Arbeitsblätter, Grammatik, Latein

Nachdem wir bereits im letzten Jahr das Thema „Weihnachten im Lateinunterricht“ thematisiert haben (hier), gibt es auch in diesem Jahr wieder eine weihnachtliche Übung von uns für den Unterricht. Bei diesem Arbeitsblatt haben wir das Perfekt bzw. Präsens-Perfekt in der Kombination als grammatikalisches Thema in den Vordergrund gerückt. Neben dem Erkennen der Formen und der Zuordnung von Stämmen, müssen die Schüler*innen auch Formen bilden und Sätze übersetzen. Eingebettet wurden diese Übungen in ein weihnachtliches Setting.

Das Arbeitsblatt wurde mit Tutory erstellt sowie mit Canva für die graphischen Anwendungen.

Material

Das Material unterliegt folgender Lizenz: CC BY 4.0.

Videospiele im (Geschichts-)Unterricht: Valiant Hearts: The Great War [Teil I]

Arbeitsblätter, Computerspiel, Erster Weltkrieg, Geschichte

Den ersten Weltkrieg „nacherleben“? – Valiant Hearts im Unterricht

Videospiele gehören längst zum Alltag der Menschen in Deutschland: Fast 35 Millionen Menschen spielen regelmäßig Videospiele, womit sich dieses Medium nicht mehr hinter Fernsehen oder Radio verstecken muss. Im Gegenteil: Durch seinen großen Einfluss stellt sich natürlich auch die Frage, wie wir als Gesellschaft damit umgehen. Besonders betrifft das natürlich auch den Bereich „Schule“, da wir im Unterricht dort auch immer mit der Lebenswelt der Schüler*Innen konfrontiert sind. Die Schüler*Innen bringen ganz eigene Erfahrungen und Vorstellungen in die verschiedenen Unterrichtsfächer mit. Bestenfalls kann sich daraus eine gewinnbringende Symbiose zwischen dem Lebensweltbezug und dem Lerninteresse der Schüler*Innen entwickeln.

In diesem Sinne soll der heutige Beitrag dazu anregen, das Thema Videospiele in den eigenen Unterricht zu holen. Der Fokus liegt dabei auf dem Geschichtsunterricht, da das vorliegende Spiel Valiant Hearts: The Great War im ersten Weltkrieg angesiedelt ist. Kurz gesagt spielt dort anhand verschiedener Charaktere unterschiedliche Phasen des ersten Weltkriegs nach. Die Geschichten der Charaktere kreuzen sich dabei immer wieder und ermöglichen es, unterschiedliche Perspektiven zum ersten Weltkrieg darzustellen. Eine genauere Beschreibung zum Spiel findet ihr hier als Text oder hier als Video. Hier gibt es noch eine erinnerungskulturelle Einordnung des Spiels aus der Datenbank „Games und Erinnerungskultur“ der Stiftung digitale Spielekultur.

Die folgende Idee einer kurzen Unterrichtsreihe orientiert sich dabei an einem anderen Medienprodukt, welches den ersten Weltkrieg zum Thema hat und welches bereits zum Standard-Kanon des Geschichtsunterrichts gehört: Der Film Im Westen nichts Neues. Wie es bei einem Film üblich ist, dass die Schüler*Innen diesen sehen, sollen sie bei dieser Kurzeinheit also auch dazu kommen, dass Spiel zu spielen. Es geht also darum, dass die Schüler*Innen nicht nur über das Medium sprechen, sondern direkt mit diesem interagieren.

Einblick in das Spiel

Auch wenn dieser Beitrag von einer kurzen Unterrichtsreihe zu Valiant Hearts handelt, gibt es bereits Entwürfe, die Ideen zu einzelnen Stunden präsentieren. Im Gegensatz zu der hier vorgestellten Reihe wird bei diesen das Spiel an sich auch nicht benötigt, dort wird vor allem anhand von Trailern und der Entwicklertagebücher über das Spiel gesprochen. Die Entwürfe zu den Stunden findet ihr unter den folgenden Links:

Technische Voraussetzungen

Da für es für die vorgestellte Reihe notwendig ist, dass das Spiel auch selbst „gespielt“ wird, ist es notwendig, hier einmal kurz über die technischen Voraussetzungen zu sprechen. Das Spiel selbst ist aus dem Jahr 2014 und als 2D-Adventure wenig fordernd für aktuelle Hardware. Es kann als „Spiel“ auf einem PC gespielt werden, allerdings gibt es auch eine für Smartphones und iPads-optimierte Version, die in den jeweiligen App-Stores heruntergeladen werden kann. Hierbei kostet die PC-Version aktuell 14,99€ und kann über verschiedene Anbieterplattformen (z.B. Steam oder UPlay) erworben werden. Für mobile Endgeräte gibt es sogar eine kostenlose Version, welche das komplette erste Kapitel beinhaltet, auf welchem die meisten der hier genutzten Materialien basieren. Die weiteren Episoden können einzeln dazu gekauft werden, alternativ gibt es auch hier das ganze Spiel für 14,99€ zu kaufen.

Inhaltliche Voraussetzungen

Da es bei der Arbeit mit Valiant Hearts vor allem darum geht, sich kritisch mit der Geschichtsdarstellung innerhalb eines Videospiels auseinanderzusetzen, liegt der Fokus auch auf dem Aspekt Geschichtskultur. Inhaltlich sollten die Schüler*Innen daher mit den wichtigsten Phasen des ersten Weltkriegs vertraut sein, um die jeweiligen Aufgaben zu den einzelnen Leveln auch entsprechend erledigen zu können. Hilfreich ist es hier, dass das Spiel zu jedem Level ein eigenes Nachschlagewerk hat, in welchem man sich jederzeit über die historischen Hintergründe informieren kann. Zum Thema Geschichtskultur sollten mit den Schüler*Innen zumindest schonmal darüber gesprochen worden sein, dass Geschichte im Endeffekt nur ein Konstrukt ist und dass historische Narrative immer nur Erzeugnisse ihrer jeweiligen Zeit sind. Dies gilt natürlich auch für das Genre der Videospiele, wird aber auch im weiteren Verlauf der Einheit noch weiter thematisiert.

Vorerfahrungen in Bezug auf Videospiele sind nicht notwendig, aber Schüler*Innen, welche bereits Erfahrungen mit Videospielen gemacht haben, gewinnen eventuell einen schnelleren Zugang zu diesem Thema.

Da es sein kann, dass die Schüler*Innen an Stellen im Spiel nicht weiterkommen, kann es hilfreich sein, sich für die in der Stunde zu spielenden Kapitel vorher einen Musterlösung anzuschauen. Unter dem folgenden Link findet man eine Lösung zu den einzelnen Spielkapiteln. Alternaitv können hierzu auch Let’s Play-Videos auf YouTube geschaut werden.

Material Unterrichtseinheit „Valiant Hears: The Great War“

Erste Stunde

Information: Diese Stunde dient zum Einstieg in die Kurzeinheit und zum „Kennenlernen“ des Spiels. Es werden Leitfragen für die kommenden Stunden entwickelt und es wird ein erster Blick in das Spiel geworfen, sodass die Schüler*Innen in der nächsten Stunde direkt „losspielen“ können.

Von den Schüler*Innen zu spielendes Level: /

Zweite Stunde

Information: In dieser Stunde spielen die Schüler*Innen das erste Level und begleiten Emile von seinem Weg vom Hof an die Front. Inhaltlich liegt der Fokus in dieser Stunde auf der Darstellung des Augusterlebnisses und dem Kontrast zwischen der Euphorie in der Heimat und den Erfahrungen an der Front.

Von den Schüler*Innen zu spielendes Level: Kapitel 1 – Kaserne

Anmerkung: Dieser Blogpost ist Teil einer größeren Serie, welche eine Kurzeinheit zum Einsatz von „Valiant Hearts: The Great War“ im Unterricht präsentiert. Diese Serie wird mit Teil 2 fortgesetzt. Diese Einheit ist ein Gastbeitrag von Björn Hennig [Website, Twitter].

[Fußball im Lateinunterricht] Certamen Europae MMXX

Arbeitsblätter, Latein

Nachdem bereits in diesem Blogpost der Fußball in der Antike thematisiert wurde, erfolgt heute ein weiteres Arbeitsblatt zur Europameisterschaft im Fußball für den Lateinunterricht von meinem Gastautor Björn Hennig. Die SchülerInnen setzen sich hierbei spielerisch auf Latein mit den aktuellen Aspekt der diesjährigen EM auseinander, indem sie zum Beispiel die einzelnen Positionen auf dem Spielfeld auf Latein benennen.

Besonders an diesem Arbeitsblatt ist zudem, dass die SchülerInnen selbst aktiv werden können, indem sie einen kurzen Text auf Latein verfassen.

Material

Das Material unterliegt folgender Lizenz: CC BY 4.0.

[Gerundium & Gerundiv(um)] Fußball in der Antike

Arbeitsblätter, Grammatik, Latein

Nächste Woche beginnt die Europameisterschaft der Fußballherren. Um das Thema auch im Lateinunterricht aufgreifen zu können, habe ich ein Arbeitsblatt über Apopudobalia, den Fußball in der Antike erstellt, welches das Gerundium bzw. Gerundivum als grammatischen Schwerpunkt beinhaltet.

Wer sich jetzt genau fragt, warum er noch nie etwas von Apopudobalia gehört hat, muss sich nicht wundern😅 Der Artikel auf dem Arbeitsblatt stammt zwar tatsächlich aus dem DNP, ist allerdings ein Scherzartikel von Mischa Meier. Hier erfahrt ihr mehr darüber. Aus diesem Grund kann auf der Grundlage dieses Arbeitsblattes eine Diskussion über Fake News folgen. Auf jeden Fall bitte die SchülerInnen über den Eintrag aufklären.

Material

Das Material unterliegt folgender Lizenz: CC BY 4.0.

SABATON – Fields of Verdun

Arbeitsblätter, Erster Weltkrieg, Geschichte, Neuzeit

Sabbaten ist eine schwedische Haevy-Metal-Band, deren Lieder sich vorwiegend mit militärhistorischen Themen befassen. Einer ihrer Songs thematisiert hierbei die Schlacht von Verdun.

Mithilfe eines Arbeitsblattes und der Darstellung von Planet Schule findet eine kritische Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen sowie der Darstellung der Ereignisse im Song sowie im dazugehörigen Musikvideo statt. Die SchülerInnen sollen hierbei die Problematik der Schlacht von Verdun erarbeiten und verstehen, warum diese mit verschiedenen Begriffen um schrieben wird.

Material

Das Material unterliegt folgender Lizenz: CC BY 4.0.

[selbstkorrigierende ABs] TeacherMade vs. liveworksheets

Apps/Programme, Arbeitsblätter, digital

Neben Herausforderungen bietet die Digitalität auch neue Chancen und Möglichkeiten für den Unterricht. Ein Beispiel hierfür sind Tools, mit deren Hilfe es möglich ist, Arbeitsblätter automatisch auswerten zu lassen. Zwei von diesen Tools werden in diesem Blogpost näher vorgestellt und miteinander verglichen.

TeacherMade

Die Anwendung

Nach einer kostenlosen Anmeldung bei TeacherMade ist es möglich, eigene Dokumente in interaktive Arbeitsblätter zu verwandeln. Hierbei stehen dem NutzerInnen viele verschiedene Optionen zur Verfügung. Neben dem Auswählen von Antworten ist es zudem möglich, Zuordnungen zu Generieren oder offene Antworten vorzubereiten. Diesen können eine bestimmte Anzahl an Punkten zugeordnet werden, welche der SchülerIn erhält, wenn er die Antwort korrekt beantwortet.

Benutzeroberfläche

Bei offenen Antworten besteht zudem die Möglichkeit, verschiedene Möglichkeiten als Antwort vorzugeben und damit eine Differenzierung zu ermöglichen. Dieses Tool eignet sich vor allem bei kurzen Antworten oder dem Ausfüllen von Lücken.

Erstellen von Antwortmöglichkeiten

Nachdem Erstellen des interaktiven Arbeitsblatt, kann dieses mit den SchülerInnen geteilt werden. Diese müssen sich vor der Bearbeitung des Arbeitsblattes mit einer ID identifizieren durch welche es der Lehrkraft möglich ist, deren Fortschritt und Antwortmöglichkeiten einzusehen.

Ansicht einer Klasse
Ansicht einer SchülerInnenaufgabe

Neben der Rückmeldung an die Lehrkraft erhalten auch die SchülerInnen nach dem Bearbeiten der Aufgaben eine Rückmeldung, welche Aufgaben sie korrekt beantwortet haben und wie viel Prozent sie dabei erreicht haben.

Tutorial

Im folgenden Tutorial wird in einer StepbyStep-Anleitung das genaue Vorgehen mit der Anwendung zur Erstellung eines Arbeitsblattes beschrieben.

liveworksheets

Die Anwendung

Auch bei dieser Anwendung ist es notwendig sich als Lehrkraft vor dem Erstellen eines Arbeitsblattes zu registrieren. Im Vergleich zu TeacherMade wird bei dieser Anwendung mit Codes beim Generieren der verschiedenen interaktiven Elemente gearbeitet. Nähere Infos hierzu finden sich im unterstehenden Tutorial.

Erstellung der Anwendung

In der SchülerInnen-Version erscheinen an der Stelle der Codes anschließend Bausteine bzw. Markierungen etc.

SchülerInnen-Ansicht

Auch hier besteht die Möglichkeit, die Ergebnisse der SchülerInnen einzusehen. Hierfür ist es nötig, den SchülerInnen eigene Accounts anzulegen. Dies bietet die Sicherheit, dass die SchülerInnen sich keine Fake-IDs geben und deren Antworten somit nicht mehr zu verfolgen sind. Ein Bearbeiten der Aufgaben ist zudem auch ohne Workbook, allerdings somit auch ohne Einsicht der Antworten möglich.

Die SchülerInnen erhalten nach ihrer Anmeldung mit ihren eigenen Zugangsdaten ein Workbook, in welchen verschiedene, auf die SchülerInnen zugeschnittene Arbeitsmaterialien, abgelegt werden können. Diese Option finde ich insbesondere zur Wiederholung, Förderung einzelner SchülerInnen sowie zur Differenzierung toll.

Einblick in das Workbook

Auch bei diesem Tool erhalten die SchülerInnen neben der Lehrkraft eine individuelle Rückmeldung zur Bearbeitung ihrer Aufgaben.

Tutorial

Im folgenden Tutorial wird in einer StepbyStep-Anleitung das genaue Vorgehen mit der Anwendung zur Erstellung eines Arbeitsblattes beschrieben

Fazit

Beide Anwendungen punkten mit den Möglichkeiten, interaktive und selbstkontrollierende Arbeitsblätter zu erstellen. Während TeacherMade durch seine einfache Handhabung und die Möglichkeit der individuellen offenen Antworten glänzt, bietet liveworksheets die Möglichkeit des Erstellen von Workbooks sowie das Bewegen von Elementen. Bei Anwendungen haben mich mit ihren Möglichkeiten und in ihrer Anwendung überzeugt und ich kann beide empfehlen. Die persönliche Entscheidung für eine der Anwendungen hängt in meinen Augen stark mit den individuellen Bedürfnissen und Zielen zusammen.