Einführung „Bild- und Filmpropaganda in der NS-Zeit“

Bildquelle, Einführung, kritischer Umgang

Die Propaganda zählt zu einem der wichtigsten Instrumente der NSDAP in der Weimarer Republik sowie im Dritten Reich. Hierbei bedient sich die Partei einer breiten Palette von Möglichkeiten, zu welcher auch die Vermittlung von Propaganda in Form von Bildern und Filmen gehört. Wichtig ist hierbei zu erkennen, dass diese Bilder gezielt ausgewählt, gestellt und bearbeitet wurden, um eine bestimmte Message anhand dieser transportieren zu können.

Was bedeutet der Begriff „Propaganda“ in der NS-Zeit?

Um der Klasse vor der Arbeit mit einer ausgewählten Quelle das Thema „Propaganda in der NS-Zeit“ nahe zu bringen oder es zu wiederholen, eignet sich beispielsweise ein kurzer Videoclip. Der YouTube-banal „Geschichte – simpleclub“ bereitet das Thema in einem anschaulichen Clip und in schülerorientierter Sprache kurz, aber präzise auf.

Bildpropaganda

Als Einstieg in das Thema der „Bildpropaganda“ eignet sich beispielsweise eine Fotografie von Adolf Hitler aus dem Jahre 1937.

Betrachtet man die unten aufgeführten Bildern nebeneinander, fällt sofort ein großer Unterschied ins Auge: Auf dem rechten Bild wurde der Propagandaminister Joseph Goebbels wegretuschiert. Unregelmäßigkeiten im Hintergrund des linken Bildes lassen auch ohne die Gegenüberstellung der Bilder eine Bearbeitung derer erkennen.

Adolf Hitler mit Leni Riefenstahl und Joseph Goebbels, 1937
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Das Bild zeigt Adolf Hitler 1937 im Berliner Stadtteil Dahlem, umgeben von dem bereits erwähnten Joseph Goebbels sowie der Fotografin des Bildes Leni Riefenstahl und Familienmitgliedern. SchülerInnen werden bei der Gegenüberstellung der Bilder sofort erkennen, dass es sich hierbei um eine Bearbeitung des Bildes handelt, welche gezielt vorgenommen wurde. In einem weiteren Arbeitsschritt schließt sich nun die Überlegung an, warum und mit welchem Ziel diese Maßnahme getroffen wurde.

Filmpropaganda

Neben der Bildpropaganda ist auch nicht die Propaganda in Form von bewegten Quellen zu vernachlässigen. Ein guter Überleitungspunkt wäre hierbei die Fotografin Leni Riefenstahl, welche – wie auch andere Filmemacher – diverse Propagandafilme für Adolf Hitler gedreht hatte.

Unter dem Titel „Propaganda und ihre Wirkungsabsichten – zum Entstehungskontext des Filmmaterials aus dem Warschauer Ghetto“ bietet die bpb eine auf einen Film basierende Einheit vor, welche sowohl den Film als auch umfangreiches Arbeitsmaterial beinhaltet.

Die SchülerInnen setzen sich hierbei kritisch mit Filmmaterial aus dem Warschauer Ghetto von 1942 auseinander. Anhand des Filmes im Kontext mit dem zu bearbeitenden Material findet eine kritische Hinterfragen von Bildern in der NS-Zeit sowie eine Bewertung der Verbreitung und Einordnung dieser in das „System Propaganda“ der Nationalsozialisten statt. Neben diesen inhaltlichen Kompetenzen findet zudem eine Förderung von Urteils- und Medienkompetenz der SchülerInnen statt.

Das Material kann kostenlos als ODT oder PDF hier heruntergeladen werden.

Gegenwartsbezug

Aufgrund der vielfältigen Nutzung von Propaganda in der heutigen Zeit, bietet sich dieses Thema gut zur Herstellung eines Gegenwartsbezuges an. Eine offene Frage, eventuell auch in Kooperation mit dem Fach Sozialkunde, nach der Beurteilung und Analyse von Propaganda in der heutigen Zeit, bietet sich als Grundstein für eine umfangreiche Diskussion im Plenum der Klasse an.

Weiterführende Materialen

Quellenangabe

5-Shots-Regel – «Bilder, die lügen»

Bildquelle, Geschichte, kritischer Umgang, Methode, Methodik

Der Name „Phan Thị Kim Phúc“ ist vermutlichen den wenigsten Menschen ein Begriff, obwohl die meisten von uns diese Person kennen. Bekannt wurde die Vietnamesin unter anderem als „Napalm-Mädchen„: Sie ist das kleine, nackte Mädchen, welches nach dem Angriff auf Napalm im Vietnamkrieg auf die Journalisten und Fotografin zuläuft. Oftmals wird das Foto allerdings in einer zugeschnittenen Version publiziert und verfälscht somit sowohl das eigentliche Foto als auch die Geschichte, die hinter diesem steht.

Mit Hilfe der „5-Shots-Regel“ und dem Material «Bilder, die lügen» des Museums für Kommunikation soll den SchülerInnen ein Bewusstsein für die kritische Auseinandersetzung mit Fotografien vermittelt werden.

Die „5-Shots-Regel“

Die „5-Shots-Regel“ stammt aus der Filmtechnik und bezeichnet verschiedene Möglichkeiten eine Szene fotografisch darzustellen. Anhand einer praktischen Übung, in welcher die SchülerInnen in Kleingruppen ein Standbild entwerfen und aus verschiedenen Perspektiven abfotografieren, soll eine kritische Auseinandersetzung und Reflexion mit Fotos stattfinden. Die Bildausschnitte sollen von den SchülerInnen so ausgewählt werden, dass die Message des eigentlichen Standbildes durch das Foto verfälscht wird. Im anschließenden Plenum werden die Fotos mit der Klasse besprochen und sowohl der gewählte Ausschnitt als auch ein Bild des kompletten Standbildes gezeigt. Die SchülerInnen lernen anhand dieser Übung, dass sich je nach Perspektive und Bildausschnitt die Message, die ein Bild dem Betrachter vermittelt, verändert.

Arbeitsmaterial «Bilder, die lügen»

Zur Unterstützung dieser Einheit kann das Material zur Ausstellung «Bilder, die lügen» herangezogen werden, welches zeigt, wie die Veränderung eines Bildausschnittes und das Bearbeiten von Bildern den Betrachter dessen in die Irre führen kann.

Beispiel aus dem Unterrichtsmaterial über https://www.mfk.ch/fileadmin/user_upload/zzz_Dateiliste_alte_Seite/pdfs/Bildung_Vermittlung/Materialien/Ausstellungen/Bdl/Bdl_didakt_Materialien.pdf [16.05.2020]

Das Museum für Kommunikation entwickelte im Jahre 2007 im Rahmen seiner Ausstellung «Bilder, die lügen» eine Handreichung für den Unterricht, welche anhand vieler verschiedener Beispiele aus Geschichte, Politik oder auch der Klatschpresse aufzeigt, inwiefern Bilder manipuliert werden. Untermauert werden diese Bilder durch geeignete Fragestellungen, welche das gebotene Bildmaterial kritisch hinterfragen und dem SchülerIn helfen, einen kritischen Umgang mit Bildern einzuüben.

Das Material ist kostenlos über die Website des Museums verfügbar und kann über den im nächsten Abschnitt eingefügten Link abgerufen werden.

Anwendungsmaterial „5-Shots-Regel“