Björns Woche im #twlz: Klausurenphase: Übung macht den Meister.

Diary, meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

die Vorweihnachtszeit steht an! Während die ersten Weihnachtsmärkte aufmachen und sich die Regale in den Lebensmittelläden mit allerlei weihnachtlichen Leckereien füllen, steht für uns Lehrkräfte allerdings auch eine relativ anstrengende Zeit an: Die Klausurenphase. Denn nahezu alle Klausuren, welche im ersten Halbjahr geschrieben werden müssen, fallen in den Zeitraum zwischen Herbst- und Weihnachtsferien. Und selbst wenn man im eigenen Fach gerade keine Klausur schreibt: Irgendeine andere Klausur steht dann halt an. Genauso wie für uns Lehrkräfte ist es aber auch für die SchülerInnen eine anstrengende Zeit, da man gefühlt von Klausur zu Klausur „rennt“. War eben noch Chemie wichtig, so ist es nun Geschichte oder Französisch. In diesem ganzen Klausurenchaos ist es nach wie vor wichtig, den SchülerInnen Mut zuzusprechen und sie durch das gezielte und individuelle Üben gut auf die Klausuren vorzubereiten. Wie ich das in meinen Fächern mache, möchte ich gerne im heutigen Wochenrückblick mit euch teilen. Gleichzeitig bin ich auch auf eure Ideen gespannt, wie ihr in diesen Zeiten gezielt für Klausuren übt.

Digital geht immer: Lernen durch Apps

Es wird euch wenig überraschen, wenn ich hier jetzt davon berichte, dass ich in meinen Unterricht oftmals Apps einbaue, mit welchen die SchülerInnen arbeiten können bzw. sollen. Doch gerade beim Üben und Vorbereiten auf Klassenarbeiten hat sich diese Methode als äußert wirksam erwiesen. Das hat zwei Gründe: Zum einen können so wichtige Inhalte spielerisch wiederholt werden. So wird das Lernen von für die Klausur relevanten Vokabeln etwas interessanter, wenn es nicht einfach aus dem Vokabelheft, sondern in Form eines Memorys oder Quizzes geschieht. Auf der anderen Seite können die SchülerInnen so auch außerhalb des Unterrichts noch üben. Wenn sie z.B. eine Übung im Unterricht nicht schaffen, können sie via Link oder QR-Code auch zuhause noch auf die Übung zugreifen und diese spielen. Durch das direkte Feedback sehen sie dabei gleich, ob die Aufgabe richtig oder falsch beantwortet wurde. Auch vom Feedback her waren die SchülerInnen sehr dankbar, dass ich in meinen Klausurvorbereitungen viel mit Apps gearbeitet habe. Insofern kann ich dies für die Klausurenphase nur empfehlen. Als Seiten bieten sich dafür vor allem solche Plattformen an, welches das Erstellen von Apps kostenlos und einfach zu bedienen ermöglich: LearningApps oder WordWall sind hier meine Favoriten.

Gibt es noch Fragen? – anonymisiert Fragen zulassen

Mit der Vorbereitung auf die Klausuren kommt bei vielen SchülerInnen öfters mal die Frage auf „Was genau war das eigentlich?“. Auch „Hatten wir das überhaupt?“ taucht gerne mal in den Köpfen der SchülerInnen auf, wenn der Stoff Fragezeichen aufwirft. Aus sehr verschiedenen Gründen (manche mögen es Privatleben nennen) vergessen SchülerInnen gerne wieder Sachen, die man doch hundertmal zuvor besprochen hatte. Dies können manchmal relativ banale Sachen sein, oftmals aber auch zentrale Elemente der letzten Einheit. Bei vielen SchülerInnen ist es oftmals unangenehm, in einer der letzten Stunden vor der eigentlichen Arbeit noch einmal zu fragen, „wer denn dieser Napoleon nochmal war“, unabhängig in „großer“ Runde in der Klasse oder auch im Einzelgespräch. Daher habe ich mir für Stunden vor den Klausuren überlegt, den SchülerInnen eine Plattform zu geben, auf welcher sie anonyme Fragen stellen können, egal, wie „blöd“ sie sind (auch wenn wir wissen: es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten 😃). Hier stelle ich den SchülerInnen in diesen Stunden über verschiedene Programme die Mäglichkeit gegeben, ihre „dummen“ Fragen zu stellen, sodass ich diese dann im Plenum beantworten kann. Somit ist sicher gestellt, dass alle offenen Fragen vor der Klausur beantwortet sind und ggf. wird auch SchülerInnen geholfen, die diese Frage gar nicht gestellt hatten, aber sich über eine genaue Erklärung trotzdem nochmal freuen. Auch diesen Tipp inklusive Plattformen kann ich euch nur empfehlen: Mentimeter, Wooclap oder GoogleDocs.

Gedanken aus dem #twlz

In der letzten Woche fand in Bad Boll das Deutsche Lehrkräfteforum 2021 statt. Inhaltlich wird es dazu am kommenden Sonntag einen Bericht von @KBildung und mir geben, aber wer möchte, kann sich über den offiziellen Twitter-Account schonmal ein paar Impressionen dieser tollen Veranstaltung ansehen.

Wer viel mit Canva arbeitet, wird bemerkt haben, dass man immer wieder neue Sachen in diesem Programm entdecken kann. So war auch mir nicht bewusst, dass es dort eine Vorlage für Comics gibt, bis Johanna Uhl-Martin auf Twitter darauf hingewiesen hatte. Eine Seite voller Überraschungen dieses Programm. 😁

Ein spannendes Projekt gab es von der Anne-Frank Schule Molbergen. Hier hat eine Projektgruppe der fünften Klasse auf den Servern des Programmes Minetest das Anne-Frank-Haus nachgebaut. Wer sich das Projekt einmal anschauen möchte, kann das unter dem folgenden Link einmal tun.

Fazit

Ich hoffe, euch mit dem heutigen Wochenrückblick ein paar sinnvolle Tipps für die kommende Klausurenphase mitgegeben zu haben. Natürlich bin ich genauso dankbar dafür, eure Tipps für diese anstrengende Phase zu hören. Denn wie in allen Lebenslagen gilt auch hier: Gemeinsam ist man stärker. Damit wir gut durch die Klausuren kommen und im Dezember ein wenig mehr Zeit haben, um hoffentlich auch den ein oder anderen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt machen und auf das Ende der Klausurenphase anstoßen zu können. In diesem Sinne: Prost! 🥂

Björns Woche im #twlz: In die Ferien, aus den Ferien…

Diary, meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

ein bekannter Fußballspruch lautet „Vor dem Spiel ist nach dem Spiel“ und genauso verhält es sich auch mit den Schulferien: Kaum sind die Ferien vorbei, richtet sich der Alltag wieder auf den Unterricht und es gilt, sich wieder spannende Unterrichtsstunden etc. auszudenken. Da aufgrund der Ferien seit meinem letzten Post nicht allzu viel passiert ist, möchte ich den heutigen Blogpost gerne dazu nutzen, einmal ein paar Ideen vorzustellen, wie man gut in die Ferien gehen und aus den Ferien kommen kann. Denn beide Zeiten haben so ihre „Besonderheiten“: Vor den Ferien ist es schwierig, „normalen“ Unterricht zu machen. Sofern nicht noch eine Klausur ansteht, sind die SchülerInnen auch schon im Ferienmodus und haben meistens auch bei den anderen Lehrkräften keinen „richtigen“ Unterricht gemacht. Hier liegt der Fokus also auf spielerischen Elementen. Da sich die SchülerInnen auch in den Ferien meistens nicht wirklich mit Goethe, binomischen Formeln und Abl.Abs. beschäftigen, ist es nach den Ferien wichtig, sie erstmal wieder in das Thema „hineinzuholen“. Also versuchen, das Wissen von vor den Ferien wieder zu reaktivieren.

Vor den Ferien: mit Kahoot rätseln

Eine Möglichkeit, entspannt in die Ferien zu gehen, ist es, mit den SchülerInnen Kahoot zu spielen. Hierbei handelt es sich quasi um ein interaktives Quiz, an welchem alle Schüler*Innen ohne Account einfach mit ihrem mobilen Endgerät teilnehmen können. Die Fragen sind dabei meistens simple „Multiple-Choice“ oder „Wahr oder Falsch?“-Fragen. Je nach Schnelligkeit der richtig gewählten Antwort erhalten die SchülerInnen hier Punkte, nach welchen am Ende des Quizzes ein Gewinner gekürt wird. Kahoot ist eine tolle Variante, Inhalte spielerisch in den Unterricht einzubauen. So bestand mein Abschlusskahoot z.B. aus dem bisherigen Stoff des Unterrichts. Die Fragen bezogen sich also alle auf den Themenkomplex Amerika. Zwar stand der spielerische Aspekt im Vordergrund, aber die SchülerInnen haben erkannt, dass sie nur mit ausreichend Wissen auch erfolgreich miträtseln konnten. Insofern konnte man zwar sehr spielerisch, aber gleichzeitig auch nicht ganz ohne Unterrichtsinhalte in die Ferien gehen. Eigentlich optimale Voraussetzungen für die Ferien!

Vor den Ferien: Gartic Phone spielen

Wer hat als Kind nicht gerne „Stille Post“ gespielt? Das Spiel Gartic Phone greift dieses Spielkonzept in digitaler Form wieder auf und erweitert es um eine Zeichenkomponente: Hier müssen SpielerInnen sich jetzt nicht nur eine Geschichte ausdenken, sondern diese auch malen! Im Wechsel zwischen Beschreiben und Zeichnen entstehen so ziemlich witzige Geschichten, wenn sich der singende Hund am Ende zu einer jodelnden Katze weiterentwickelt hat. Zwar lässt sich auch Gartic Phone durchaus in den Unterricht einbauen, aber bei meinem Einsatz lag der Fokus auf dem gemeinsamen Spielen mit dem Kurs. Man könnte es sozusagen als „pädagogische Methode zum Teambuildung“ bezeichnen. Gartic Phone als Programm kann jede Person ohne Account mit einem eigenen digitalen Endgerät nutzen, insofern ist es auch einfach im Unterricht zu gebrauchen.

Nach den Ferien: spielerisches Wiederholen

Wie bereits erwähnt ist nicht davon auszugehen, dass sich die SchülerInnen in den Ferien mit irgendwelchen relevanten Unterrichtsinhalten auseinandergesetzt haben. Daher ist es wichtig, sie erstmal wieder „einzufangen“ und sie daran zu erinnern, womit man sich vor den Ferien eigentlich so beschäftigt hat. Auch das möchte ich ein wenig spielerisch angehen, um gleich nach den Ferien einen motivierenden Start hinzulegen. Für Latein möchte ich z.B. die Among Us-Übung zum AcI wiederholen, da wir uns in meiner Latein-Lerngruppe genau damit beschäftigt haben. Für einen meiner Geschichtskurse habe ich ein kleines Playfactile erstellt, welches die SchülerInnen mit verschiedenen Fragen wieder in die Vorzeit der Französischen Revolution holen soll. Solche und ähnliche Methoden sollen das inhaltliche Wiederholen mit spielerischen Elementen kombinieren und so dafür sorgen, dass die SchülerInnen motiviert in die zweite Hälfte dieses Schulhalbjahres gehen.

Gedanken aus dem #twlz

Eine spannende Form der Vokabelarbeit habe ich bei der guten @edukathi gefunden: Lerninhalte werden auf deutsch zusammengefasst und mit Lernvokabeln (hier auf Latein) ergänzt. Ein spannendes Konzept, welches ich defintiv auch mal ausprobieren werde.

Ein wenig „Eigenwerbung“ an dieser Stelle: Auch in diesem Jahr soll es wieder einen #twlz-Adventskalender geben. In diesem sollen kleine Ideen, Tools, Apps etc. präsentiert werden und jede/r ist herzlich eingeladen, mitzumachen. Mehr Infos findet ihr unter dem folgenden Link.

Fazit

Erholt aus den Ferien geht es nun wieder in die Ferien hinein. Ich hoffe, dass auch ihr eine erholsame Ferienzeit hattet (bzw. haben werdet, Grüße gehen in den Süden 😉) und mit voller Energie wieder in den Schulalltag starten könnt. Neben vielen Klausuren steht aber auch die Vorweihnachtszeit an und das ist aus meiner Sicht eine der schönsten Zeiten im Jahr, gerade weil man hier auch im Unterricht einige nette Sachen machen kann. Aber dazu dann mehr in den folgenden Blogposts.

Björns Woche im #twlz: „Tempus fugit“ oder was tun, wenn die Zeit knapp wird?

Diary, meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

hier in Niedersachsen stehen die Herbstferien an! Nach 6 1/2 intensiven Wochen freue ich mich schon auf die „unterrichtsfreie“ Zeit, denn u.a. mit Klausurkorrektur gibt es auch in den Ferien genügend zu tun. Trotzdem gibt es auch die ein oder andere Sache, auf die ich gerne mit euch zurückblicken möchte. Und auch gerne mit euch besprechen will.

„Noch 5 Minuten…“ Wie beendet man eine unfertige Stunde?

Sicherlich kennt ihr diese Situation auch: Aus unterschiedlichen Gründen hat sich die ganze Stunde wieder etwas hingezogen. Die Klasse kam 5 Minuten später vom Sport, danach musste noch was organisatorisches besprochen werden, die Klasse stellt zu viele Fragen beim Einstieg etc.: Man kommt zwar voran, aber spätestens in der Arbeitsphase merkt man, dass man das Ende der Stunde nicht erreicht. Dieses Gefühl hatte ich in der letzten Woche relativ oft, sodass ich mich da selbst frage: Wie gehe ich am besten mit einer solchen Situation um. Denn die SchülerInnen einfach so aus dem Unterricht gehen zu lassen, ohne irgendwie nochmal etwas besprochen zu haben, fühlte sich sehr komisch an.

Die ersten Stunde habe ich nämlich so beendet, nach dem Motto: Bearbeitet das Blatt als Hausaufgabe fertig. Das kam bei den SchülerInnen nicht gut an (wann können Hausaufgaben das schonmal?) und sorgte wieder dafür, dass die nächste Stunde viel Platz wegnahm, um die Arbeitsaufträge zu besprechen. Zumal sie mittlerweile wieder vergessen hatten, was wir eigentlich gemacht haben. In den nächsten Stunden bin ich anders vorgegangen: Hier habe ich die Arbeitsphase früher unterbrochen, aber bewusst dafür genutzt, nur Aufgabe 1 zu vergleichen und den Rest als Hausaufgabe aufzugeben. So hatte die Klasse immerhin einen kleinen Erkenntnisgewinn, der Rest wurde dann als Hausaufgabe gemacht. Hiermit war ich schon wesentlich zufriedener als bei der vorherigen Lösung, da auch von der Folgestunde nicht so viel gebraucht wurde.

Allerdings frage ich mich immer noch, welche anderen Lösungen es gibt, um Stunden, die man nicht mehr fertig bekommt, sinnvoll zu beenden. Hier möchte ich dieses Format gerne nutzen, um eure Erfahrungen und Tipps zu „unfertigen“ Stunden zu hören. Wie geht ihr damit um, wenn ihr seht, dass ihr eine Stunde nicht mehr so durchführen könnt, wie ihr es geplant habt?

Tweets zur Boston Tea Party? – Eine Social Media-Methode

Mit meiner zwölften Klasse habe ich mich in meiner Einheit zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bewegt und wir sind dabei zur Boston Tea Party gekommen. Zur Behandlung dieses wichtigen Themas habe ich neben dem Lesen eines klassisches Darstellungstextes auch die folgende Aufgabe gestellt: „Stellt euch vor, es hätte zu Zeiten der Boston Tea Party schon Social Media gegeben. Erstellt Posts, Tweets etc., die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.“ Nach anfänglicher Skepsis fingen die SchülerInnen schließlich an, kreativ zu werden. Die Umsetzung dieses historischen Themas in modernen Form sei eine spannende Herausforderung gewesen, hieß es danach in der Nachbesprechung. Auch kam das Feedback, dass man bei der Recherche sehr genau auf Details geachtet hätte (z.B. war John Adams wirklich bei der Boston Tea Party dabei?). Generell hat es den SchülerInnen sehr viel Spass gemacht und einige der gesammelten Werke möchte ich euch nicht vorenthalten. Diese Methode wird auf jeden Fall wieder ihren Weg in den Unterricht finden. 😎

Eine zweite Chance für ehemalige Stasi-MitarbeiterInnen? – Eine Fishbowl-Diskussion

In meinem elften Jahrgang habe ich aktuell das Thema der friedlichen Revolution in der DDR. Als Grundlagen müssen dazu auch verschiedene Themen der Gesellschaft der DDR thematisiert werden, weshalb wir in der letzten Stunde über die Stasi gesprochen haben. Da es auch heute noch viele ehemalige Stasi-MitarbeiterInnen gibt, die Teil unserer Gesellschaft sind, bin ich mit meinem Kurs die Frage nachgegangen, ob ehemalige Stasi-MitarbeiterInnen eine „zweite Chance“ verdient haben. Als Methode habe ich hier zum ersten Mal eine „Fishbowl-Diskussion“ gewählt. In dieser Methode sitzen vier Personen in einem Sitzkreis in der Mitte des Raumes und diskutieren gemeinsam über ein Thema. Das äußere Publikum schaut ihnen also wie bei einem Goldfischglas zu. Das besondere ist, dass die Personen in der Mitte jederzeit „ausgetauscht“ werden können durch Personen aus dem Publikum. Somit fließen immer neue Meinungen und Ansichten in die Diskussion ein. Am Ende konnten wir durch diese spannende Methode viele gute Pro und Contra-Argumente sammeln und die SchülerInnen betonten nochmal, dass diese Methode eine gute Abwechslungs zum klassischen „Einzelabfragen“ der Lehrkraft darstellte.

Gedanken aus dem #twlz

Mit Social Media habe ich bereits erfolgreich im Unterricht gearbeitet, mit Trailern aber noch nicht. Die Kollegin @Julelernt_lehrt hat dazu einen tollen Flyer erstellt, welcher auf die wichtigsten Punkte, die es hierbei zu beachten gilt, eingeht.

Als ehemaliger Referendar fand ich es ebenfalls „spannend“, mein Referendariat unter Corona-Bedingungen durchzuführen. Daher war es sehr interessant, einmal zu hören, wie „andere“ Referendare diese Zeit wahrgenommen haben. Einen Einblick gibt die aktuelle Folge des Podcasts #teechtalks.

Fazit

Vom Stresslevel so langsam bereit für die Herbstferien, aber lange ist es ja nicht mehr hin. Insofern liebe Grüße an die KollegInnen, die schon Ferien haben und noch etwas Kraft an die Kollegen, welche erst später in die Ferien gehen. Nichtsdestotrotz macht es mir weiterhin viel Spass an meiner Schule und ich freue mich schon auf die nächsten kreativen Sachen, die ich (bzw. meine SchülerInnen dann) ausprobieren dürfen. 😊

Björns Woche im #twlz: Abenteuer, Plakate und Impostor

Diary, meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

das erste Schulvierteljahr neigt sich langsam dem Ende zu (einige KollegInnen haben diese Woche schon Ferien habe ich gehört), sodass es hier auch für mich einmal Zeit ist, auf die letzten Wochen zurückzuschauen. Ich habe in den letzten Wochen einiges ausprobieren können und meine drei Lieblingsbeispiele möchte ich euch heute einmal präsentieren.

Analog unterwegs: Plakate im Unterricht

Auch wenn Katharina und ich gerne mit digitalen Medien arbeiten, manchmal sind es auch die einfachsten analogen Methoden, die bei den SchülerInnen für großen Spass sorgen. In meinem Leistungskurs, Jahrgang 12 Geschichte, haben wir uns gerade mit dem Stempelsteuerstreit auseinandergesetzt und um die SchülerInnen mit dem Thema vertraut zu machen, hatte ich als Einstieg ein Bild mit einem Protest gegen jene Stempelsteuer ausgewählt. Der weiterführende Auftrag war, dass sich die SchülerInnen in die Lage versetzen sollten, selbst auf dieser Demo mitzulaufen… natürlich mit einem Plakat, welches sie dazu gestalten sollten. Der Arbeitsauftrag war relativ einfach, aber es hat den SchülerInnen nicht nur viel Spass gemacht, sondern sie haben sich auch gut mit der Thematik auseinandergesetzt. Inhalt und Gestaltung gingen Hand in Hand, wenn die drohende Steuer als Gleichsetzung mit dem Tod für die Menschen in den Kolonien bezeichnet wurde und gleich noch ein paar Totenköpfe auf das Plakat wanderten. Am Ende fand ein spannender Austausch statt, in welchem die unterschiedlichen Vorgehensweisen beim Gestalten des Plakats hervorgehoben wurden. Einig waren sich alle aber in einer Sache: Bereit für Demonstrationen sind meine Zwölftklässler*Innen allemal.

Among als spielerischer Einstieg

Was bisher ziemlich gut funktioniert hat, ist der Einsatz unserer Among Us-Übungsblätter. Egal ob in Latein oder Geschichte: Die SchülerInnen werden immer gleich neugierig, wenn sie die kleinen Figürchen sehen. Das zeigt mir, dass es erstrebenswert ist, wenn man die Lebenswelt der SchülerInnen in den Unterricht bringt. Bei der Besprechung eines bereits weiterführenden Themas erwähnte ein Schüler meinte ein Schüler zu einem Mitschüler heute bei einer Nachfrage, wieso Frankreich um 1670 denn die größte Macht in Europa wäre, sogar: „Hey, erinnere dich doch an das Among Us-Blatt mit den Frankreich als Impostor.“ Weitere Gedanken gehen jetzt dahin, welche anderen populären Medien eingesetzt werden können, um den zu lernenden Inhalt spannend zu verpacken. Ein Nachteil: Die SchülerInnen fragen mich jetzt jede Stunde, ob wir denn mal zusammen Among Us spielen. Ist als Idee für die Ferien notiert. 😀

Erfolgreiche Abenteuer

Ebenfalls erfolgreich hat sich der Einsatz von deck.toys im Unterricht gezeigt. Ich halte es nach wie vor für ein tolles Tool, auch wenn ich immer überlege, wo es sich am besten einsetzen lässt. In meinem Leistungskurs, Jahrgang 12 Geschichte, habe ich es einmal als „begleitendes“ Programm für einen etwas längeren Darstellungstext zur Besiedlung Amerikas genutzt. Hier mussten die SchülerInnen verschiedene Informationen aus einem Text filtern und so z.B. Waren dahingehend sortieren, ob sie aus Amerika exportiert oder nach Amerika importiert wurden. Oder die jeweiligen Namen der Kolonien richtig zuordnen. Das hat den SchülerInnen soweit auch Freude bereit, wenngleich es eine gewisse Schwäche von deck.toys gezeigt hat: Die Formatierung, gerade auf kleineren Endgeräten, funktioniert nicht immer unbedingt. Hier muss ich bei den nächsten Malen noch einmal schauen, wie sich diese technischen Probleme lösen lassen. Insgesamt fiel das Feedback also durchaus positiv aus. Wenn auch etwas knapp. 😄

Gedanken aus dem #twlz

Auch wenn ich aktuell noch kein Klassenlehrer bin, sammle ich schon fließig Ideen, wie man so eine neue Klasse als Klassenlehrer begrüßen kann. Ganz besonders gilt dies natürlich für fünfte Klassen, die ganz neu an die Schule gekommen sind. Kristina Wahl hat dazu eine tolle Sammlung mit verschiedenen Ideen gesammelt, wie die Kleinen gleich toll begrüßt werden.

Mit meiner siebten Klasse bin ich in Geschichte aktuell noch nicht ganz bei Napoleon, werde aber bald da sein. Deshalb ist es umso praktischer, bei segu Geschichte ein Modul zum Thema „Napoleons Herrschaft über Europa“ gefunden zu haben. Das wird sicherlich den Weg in die Unterrichtsplanung finden.

Im Rahmen meiner Nachhaltigkeits-AG ist das Thema Projektarbeit in der Schule schon ziemlich wichtig. Umso besser, dass es von sofatour einen Vorschlag von 20 tollen Projekten gibt, die sich auch außerhalb einer Nachhaltigkeits-AG gut umsetzen lassen.

Fazit

Seit gut einem Monat läuft die Schule in Niedersachsen und es fühlt sich immer noch so an, als wäre das Schuljahr gerade losgegangen. Auch wenn es mich freut, dass die verschiedenen Projekte so gut angekommen sind, so merkt man doch, dass die Planung dafür relativ aufwendig ist. Daher beschwere ich mich nicht, wenn dann „demnächst“ (also hier in zwei Wochen) auch mal die Ferien kommen. 😅 Abgesehen davon macht es aber nach wie vor viel Spass an meiner neuen Schule und ich freue mich schon auf die kommenden Stunden, in welchen auch ein paar Sachen ausprobiert werden sollen. Was genau das ist? Guckt in zwei Wochen wieder rein!

Kathas Woche im #twlz: Die Probleme digitaler Anwendungen im Unterricht

Diary, meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

wir ihr vielleicht schon am Titel gesehen habt, wird sich der Mittwochspost verändern. Björn und ich möchten nicht nur die Posts aus dem #twlz reflektieren, sondern auch uns selbst. Zudem wollen wir euch ein bisschen mit in unseren Lehreralltag nehmen und gemeinsam mit euch in einen Austausch treten. Vielleicht wird dieser Post auch so etwas wie ein Tagebuch für uns selbst, auf welches wir in vielen Jahren zurückblicken können.

TaskCards und wie wir es nutzen

In jeder Klasse, die ich in diesem Schuljahr unterrichte, habe ich TaskCards eingeführt. Teilweise aus praktischen Gründen, teilweise aber auch, um im Ernstfall problemlos ins Distanzlernen gehen zu können. Hierzu haben die Mädels auf der Rückseite ihres Glossars einen QR-Code erhalten. Die Schülerinnen kannten dieses Modell noch nicht, haben es aber sehr gut angenommen. Manche Klassen haben sehr neugierig darauf reagiert und mich ausgefragt, was passiert wenn sie etwas hochladen und wer das alles sehen kann. Kleine Datenschutzprofis sind sie also schon einmal 😅

Der Einsatz von TaskCards im Unterricht gestaltet sich bei mir sehr vielfältig. Zum einen lasse ich die Schülerinnen in Geschichte Bilder von Quellen und Darstellungen hochladen, zum anderen verlinke ich digitale Anwendungen, gebe Literaturtipps oder lasse sie ihre Referate einteilen. Letzteres hat erstaunlich gut funktioniert und ich hätte dies persönlich nicht erwartet. Hierzu habe ich eine Spalte in TaskCards angelegt und für jedes Thema eine eigene Kachel erstellt. Die Schülerinnen haben sich nun in die jeweilige Kachel eingetragen, über deren Thema sie gerne referieren möchten. Mir zeigt dies, wie selbstständig meine Mädels schon sind und dass sie durchaus schon alleine organisatorische Aufgaben übernehmen können. In der nächsten Stunde sprechen wir die Auswahl noch einmal kurz durch und losen die doppelten Themen aus.

Quellen aus der Familie

In diesem Blogpost haben wir euch bereits vorgestellt, wie wir die Einführung in die Geschichtswissenschaft gestaltet haben. Als Hausaufgabe sollten die Schülerinnen eigene Beispiele für eine Quelle und Darstellung suchen und diese, wenn möglich auch mitbringen. Mein Herz ist echt aufgegangen als sie Münzen, Fotos und viele weitere Dinge aus der Vergangenheit mitgebracht haben. Insbesondere Münzen aus der Weimarer Republik haben mir sehr erfreut. Hier war ich richtig stolz auf meine Mädels.

Mentimeter und der Imperialismus

Neben Oncoo habe ich nun auch Mentimeter erstmals im Unterricht als Tool eingesetzt. Die Schülerinnen sollten auf einer Weltkarte ein Land markieren, welches sie gerne besitzen würden. Hierdurch sollte die Problematik des Imperialismus verdeutlicht werden. Mentimeter war für die Schülerinnen eine unbekannte Anwendung und so haben wir viel Zeit damit verbracht, diese genau zu erklären. Besonders problematisch war, dass sie anfangs nicht verstanden haben, dass sie ihre Antwort nicht einsehen können, sondern diese nur auf dem Bild an der Tafel zu sehen ist. Mein größtes Problem hierbei war, dass ich mich am PC via Google nicht bei Mentimeter einloggen konnte und am Ende mein iPad unter die Dokumentenkamera legen musste, da ich es leider nicht spiegeln konnte. Habt ihr hierzu eine besser Lösung, um dieses Problem in Zukunft zu umgehen?

Handy, iPads und das Internet

Ein weiterer Punkt, der mir aktuell viel Kopfzerbrechen bereitet, ist die technische Ausstattung. Teilweise haben meine Klassen ab der Mittelstufe keine Handys dabei, teilweise ich kein Internet und teilweise arbeiten die Schülerinnen bereits mit dem iPad im Unterricht. Letzteres freut mich sehr und ich werde dies auch unterstützen, indem ich ihnen via TaskCards die Materialien digital zur Verfügung stelle. Meine Sorge ist aktuell dabei, dass sie durch das iPad im Unterricht zu sehr abgelenkt werden. Hat jemand von euch hier schon gute Erfahrung gemacht? Das andere Problem bereitet mir größeres Kopfzerbrechen. Ohne Geräte und Internet funktionieren so tolle Anwendungen wie Mentimeter im Unterricht leider nicht und auch Tools wie deck.toys und Co. lassen sich auf Handys schlecht realisieren. Aktuell arbeite ich zwar mit H5P, aber wir machen das alle zusammen an der Tafel. Auch hier haben die Schülerinnen große Freude bei der Bearbeitung der einzelnen Aufgaben, insbesondere, wenn sie ihre Lösungen kontrollieren und es einmal „Pling“ macht. Aber gerne würde ich doch mehr mit Gamification im Unterricht arbeiten und so tolle VR-Anwendungen wie die WDR-App für Geschichte im Unterricht einsetzen.

Gedanken aus dem #twlz

Angeregt durch den Post von Anna möchte ich in diesem Schuljahr nun endlich auch einen kleinen Drucker kaufen und auditives Feedback im Unterricht einsetzen. Insbesondere für Projektarbeiten und Übersetzungen in Latein stelle ich mir dies sehr gewinnbringend vor.

Auch der Tweet von Nataliya wird spätestens im nächsten Schuljahr eine Umsetzung erfahren.

Und dank Hanno Kennst habe ich eine tolle Idee zum Vorstellen von Lektüren im Lateinunterricht oder Referatsthemen in Geschichte kennengelernt.

Fazit

Seit nun mehr einer Woche läuft das neue Schuljahr in Bayern und genauso lange bin ich nun schon an meiner neuen Schule. Ich fühle mich sehr wohl im Kollegium und die Arbeit dem den Schülerinnen bereitet mir sehr viel Freude. Ich bin sehr stolz auf sie, wenn ich ihre Fortschritte sehe und wie sie alle meistern trotz Corona. Auch das Kollegium ist echt toll und hat mich toll aufgenommen. Ich fühle mich sehr wohl hier und arbeite gerne an dieser Schule.