[the monthly dose] Tools für interaktive Geschichten

Apps/Programme, digital, the monthly dose

In der fünften Ausgabe unsere Reihe „the monthly dose“ in Kooperation mit FindMyTool widmen wir uns Tools für interaktive Geschichten oder Branching Szenarios. Diese können als Hilfestellung, zur Erarbeitung oder als eduBreakout im Unterricht eingesetzt werden. Unter interaktiven Geschichten versteht man Szenarien, bei welchen man sich zwischen mehreren Optionen entscheiden muss und je nach Entscheidung ein anderes Ergebnis dabei herauskommt. Als Beispiel für diesen Beitrag habe ich eine Entscheidungshilfe aus dem Lateinunterricht gewählt, welche den Schüler*innen als Hilfestellung bei der Umsetzung dient und eine Hilfestellung für grammatikalische Probleme darstellt.

Favelio

Favelio ist für mich persönlich das Tool mit der intuitivsten Bedienung. Durch klare Eingabefelder und eine übersichtliche Oberfläche kann man ganz einfach verschiedene Szenarien erstellen, ohne dass man groß Vorkenntnisse des Programmes haben muss.

Das erstellte Ergebnis kann anschließend in einer Vorschau getestet werden, bevor es an die Schüler*innen im Unterricht weitergegeben wird.

Zudem ist es möglich, dass entstandene Favelio via App direkt auf dem digitalen Endgerät zu spielen. In dieser findet man zudem viele weitere Favelios und interaktive Geschichte von Nutzer*innen aus der ganzen Welt. Wer auf großen SchnickSchnack wie Musik, Bilder etc. verzichten kann und eine simple Struktur liebt, dem würde ich diese Anwendung empfehlen.

Twinery

Twinery wird von vielen Nutzer*innen geliebt, für mich persönlich ist es das Tool, welches ich von den drei vorgestellten am wenigsten mag. In meinen Augen ist es sehr komplex und nicht unbedingt intuitiv zu bedienen, da man es via HTML programmieren muss. Hier findest du eine detaillierte Anleitung dazu sowie hier ein Handout mit den wichtigsten Codes.

Wenn man sich allerdings einmal etwas näher mit Twinery befasst hat, bietet einem das Tool diverse Möglichkeiten für den Unterricht. So ist es nicht nur möglich, Bilder und Videos zu integrieren, sondern auch mit Zufallsvariabeln und Geräuschen zu arbeiten.

H5P

Die Anwendung H5P bzw. hier das BranchingSzenario bietet in meinen Augen dieselben Möglichkeiten wie Twinery, ist aber doch etwas einfacher in die Bedienung und mein Favorit unter den drei Anwendungen. Mit Hilfe der klassischen Eingabefelder der Anwendung lässt sich leicht eine interaktive Geschichte erstellen. Zum Einfügen von diversen Extras wie beispielsweise Musik sollte man sich trotzdem eine Minute mehr Zeit nehmen.

Ist das Layout bei manchen Anwendungen von H5P manchmal doch noch etwas sperrig, finde ich persönlich, dass das Branching Szenario von H5P wunderschön gestaltet ist und man damit auch eine optisch ansprechende interaktive Geschichte gestalten kann.

Flyer zum Abspeichern

Für die Weitergabe via Mail sind alle QR-Codes auf dem Flyer interaktiv. Das Material wurde mit canva.com erstellt und unterliegt deren Lizenzbestimmungen. Lediglich der Inhalt steht unter folgender Lizenz: Lizenz CC BY(-SA) 4.0.

Schriftliche Leistungserhebungen mit Tutory konzipieren

Apps/Programme, Arbeitsblätter, digital

Das Erstellen von Leistungserhebungen gehört zu unserem Job dazu, auch wenn es sich hierbei wohl nicht um die liebste Aufgabe der Lehrkräfte handelt. Oftmals hat man neben dem Finden von passenden Inhalten auch mit den Formalia und Musterlösungen zu kämpfen. Ich nutze für meine schriftlichen Leistungsnachweise mittlerweile nur noch Tutory, welches neben seinen Baukästen für Arbeitsblätter auch viele tolle Funktionen für das Erstellen von Leistungsnachweisen bereithält. So kann ich beispielsweise den Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe festlegen. Zudem wird die Gesamtpunktzahl automatisch zusammengezählt und an meinen Notenschlüssel angepasst.

Tutory

Mit der browserbasiertes Anwendung Tutory ist es möglich mit einer großen Anzahl an Bausteinen simple und unkompliziert harmonische Arbeitsblätter zu erstellen. Diese Arbeitsblätter können sowohl analog (hier) als auch als interaktives digitales Arbeitsblatt (hier) online bearbeitet oder in das LMS der Schule eingebunden werden. Hierbei kann zwischen einer kostenfreien Basis-Version und zwei kostenpflichtigen Varianten unterschieden werden. Mittlerweile bieten auch viele LMZ und KMZ Lizenzen für Tutory an. Nachfragen kann sich hier also lohnen.

Erstellen von Leistungsnachweisen

Das Grundgerüst meines schriftlichen Leistungsweises ist dasselbe wie bei einem klassischen Arbeitsblatt auch. Zudem ergänze ich am Kopf des Blattes die vorgegebenen Formalia meiner Schule.  Das sind in der Regel die Art des Leistungsnachweises (Schulaufgabe, Stegreifaufgabe etc.), Datum, Arbeitszeit, Schule und Namensfeld. Nachdem ich die Aufgaben anschließend erstellt habe, kommt der Schritt, der Tutory so besonders macht. Ich ergänze nun den Anforderungsbereich der Aufgabenstellung in Form von kleinen Punkten für eine absolute Transparenz. Zudem trage ich die entsprechende Punkte ein. Dies lässt sich beides über den Bearbeitungsmodus der Aufgaben bewerkstelligen. 

Anschließend füge den Baukasten Benotung für die Gesamtpunktzahl in meinen Leistungsnachweis ein. Tutory zählt automatisch die Punkte und passte diese bei einer Änderung der Punkte automatisch an. Zudem kann ich mit dem Notenspiegel-Baukasten ganz einfach meine aktuelle Punktzahl mit meinem Notenschlüssel verrechnen lassen und brauche hierfür keine extra Tabelle, sondern habe alles in einem Programm. Auch der Notenschlüssel wird automatisch bei einem Verändern der Gesamtpunktzahl angepasst.

Musterlösung 

Nachdem ich meinen Leistungsnachweis nun erstellt habe, kann ich diesen mit der kompletten Musterlösung herunterladen. Das schöne ist hierbei an Tutory, dass für die geschlossenen Items automatisch der Erwartungshorizont generiert wird und ich eine Musterlösung für die offenen Items direkt beim Erstellen der Aufgaben eingeben kann, sodass ich hierbei nicht ein weiteres Dokument benötige. Die Musterlösung kann ich anschließend separat von dem eigentlichen Leistungsnachweis herunterladen, was ich super praktisch finde und jede Menge Zeit einspart. 

Fazit 

Ich persönlich empfinde das Erstellen von Leistungsnachweisen mit Tutory als sehr bequem und hab es ehrlich gesagt auch nie anders gemacht. Durch das automatische Zählen der Gesamtpunktzahl und der integrierten Musterlösung bietet das Tool eine Menge Vorteile gegenüber klassischen Texteditoren, die mir in diesen Aspekt nur unnötige Arbeitszeit rauben würden. 

Rabattcode (Anzeige; gültig bis 30.09.2022): 

Da wir wissen, dass viele Lehrkräfte die Lizenz, ebenso wie wir, selbst zahlen, haben wir für euch nach einem Rabatt- und Testcode gefragt.

  • 2 Wochen BASIC-Test: kms-test 
  • 20% Rabatt auf BASIC: kms-rabatt 

Hinweis zum Einsatz der Codes: Man kann den Testcode gleich während der Registrierung eingeben; im vierten Schritt nach Akzeptierung der Nutzungsbestimmungen oder dann auf der Abo Seite, wenn man schon registriert ist: https://www.tutory.de/profil/abonnement

LateinLex: Digitale Unterstützung für die Übersetzung

digital, Grammatik, Latein

Hallo an alle! Wie ihr merkt, schreibt heute weder Björn noch Katha. Mein Name ist Dennis und ich habe mit Katha zusammen an derselben Uni Latein studiert, ich allerdings dazu Deutsch und nicht wie sie Geschichte. Gerade befinde ich mich im bayerischen Referendariat. Als ich vom Blog erfahren habe, den sie und Björn auf die Beine gestellt haben, war ich begeistert: Ich selbst habe nämlich ziemlich ähnliche Ansichten, was zeitgemäßen, digital gestützten Unterricht angeht. Umso mehr hat es mich deshalb gefreut, als die beiden mich gefragt haben, ob ich einen Gastbeitrag für den Blog schreiben möchte.

Ich stelle euch heute LateinLex vor, das ich schon einige Male selbst im Unterricht bei meiner ehemaligen achten und zehnten Klasse eingesetzt habe, um den Jugendlichen das Übersetzen zu vereinfachen. Aber lasst mich von vorne anfangen!

Was ist LateinLex?

LateinLex ist ein Webtool, das verschiedene Möglichkeiten bietet, um einen lateinischen Text digital aufzubereiten. Diesen kann man dann den Schüler:innen einfach per Kurzlink oder über einen vierstelligen Code zukommen lassen. Von der Vorentlastung im Unterricht bis hin zur Übersetzungshilfe bei der Hausaufgabe sind die didaktischen Möglichkeiten mit LateinLex vielfältig. Schön ist dabei, dass es nicht nur einen breiten Fundus an bereits digitalisieren Texten gibt, die sich aus der Perseus-Datenbank speisen. Nein, auch der Cornelsen Verlag arbeitet eng mit dem Webtool zusammen, sodass alle Texte der Adeamus-Bücher sowie die Texte des ersten Legamus! Plus-Bands digitalisiert vorliegen. In den Büchern wird sogar mit einem Code auf die entsprechenden LateinLex-Angebote verwiesen.

Daneben gibt es auch eine Wörterbuchfunktion, ein Tabellarium und verschiedene Vokabularien aus den genannten Lehrwerken, aber auch aus bekannten Wortkunden.

Die Erstellung von Arbeits- und Textblättern

Was ich euch heute etwas umfangreicher vorstellen möchte, ist die eigene Erstellung von digitalen Texten, die auch als analoges Arbeitsblatt exportiert werden können. Hierfür habe ich ein Textblatt aktualisiert, das ich tatsächlich für eine 10. Klasse erstellt habe.

Erstellt man ein neues Arbeitsblatt, gibt man verschiedene Metadaten wie Titel oder Kurztitel ein. Allerdings bietet LateinLex auch die Möglichkeit, die digitale Version des Blatts mit einem Passwort zu sichern. Zudem kann man ein Datum einstellen, ab dem die Musterlösung für Schüler*innen einsehbar ist, was besonders nützlich dafür ist, wenn man sie eigenständig übersetzen lassen möchte. Dass eine Musterlösung angezeigt wird, ist im Übrigen optional – bei der Erstellung des Arbeitsblatts können verschiedene Einstellungen und Vorlagen gewählt werden, je nach der persönlichen Präferenz der Lehrkraft.

Anschließend befindet man sich im Editor, der mich beim ersten Mal zugegeben ziemlich überfordert hat, als ich LateinLex ausprobiert habe.

Nach kurzem Herumspielen und Ausprobieren haben sich mir seine Funktionen aber recht schnell erschlossen. LateinLex funktioniert nach einem Baukastenprinzip: Man kann verschiedene Blöcke erstellen und sie für die eigenen Zwecke einsetzen:

Der wohl wichtigste Baustein dient der Ausweisung von lateinischen Texten. Diese können mit Hinweisen und einer Musterübersetzung versehen werden. Zudem gibt es ein Eingabefeld für die Übersetzung von Schüler*innen. Leider werden die Eingaben nicht gespeichert und können der Lehrkraft damit auf digitalem Wege zugeschickt werden: Vielmehr muss man dann das Arbeitsblatt theoretisch ausdrucken. Das liegt daran, dass LateinLex aus DSGVO-Gründen die Daten der Schüler*innen-Arbeitsblätter nicht auf einem Server, sondern lokal auf den eigenen Geräten der Jugendlichen speichert.

Der große Vorteil des Text-Bauststeins ist, dass nahezu jedes Wort per Klick nachgeschlagen werden kann. Die Lehrkraft kann dabei einzelne Wörter als „nicht nachschlagbar“ markieren, etwa solche, die zum Grund- oder Lernwortschatz gehören. Wenn man möchte, ist es außerdem möglich, griechische Wörter einzugeben.

Besonders interessant sind die vielfältigen Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung: Mit etwas Übung kann man die Texte in bis zu drei Versionen editieren, um schwächeren Lernenden Hilfestellungen zu geben. Zudem gibt es seit Kurzem die Möglichkeit, Schüler*innen Schritt für Schritt durch eine Übersetzung zu führen, indem man die einzelnen Satzglieder und -bestandteile erst nach und nach aufdeckt.

Eine weiterer Baustein ist die sogenannte „Vokabelchallenge“. Wörter, die in dieser vorkommen, können erst dann nachgeschlagen werden, wenn die Schüler*innen diese im Rahmen der „Challenge“ wiederholt haben. Dies ist im Grunde eine klassische Kartenabfrage, bei der die Jugendlichen eigenständig einschätzen müssen, ob sie die Bedeutung der Wörter wissen. Leider gibt es keine Möglichkeit, auf LateinLex darüber hinaus zu überprüfen, ob das Vokabular sitzt: Spitzfindige Lernende können theoretisch auch einfach jedes Wort als „gewusst“ abhaken und das Nachschlagen im Text so „freischalten“.

In den Editor ist es möglich, Tabellen mit grammatikalischen Reihen einzufügen. So können z. B. Stammformen eingeführt oder wiederholt werden, aber auch ganze Deklinationen und Tempusreihen. Schade ist hier wiederum, dass die Schüler*innen die Formen auf dem digitalen Arbeitsblatt nicht selbst eintragen, sondern sie mit einem einfachen Klick aufdecken können. (Auf dem analogen Blatt kann die Tabelle leer abgedruckt werden.)

Zuletzt herausheben möchte ich die Möglichkeit, interaktive Übungen einzubinden, die man als Lehrkraft frei für die eigenen Zwecke anpassen kann. LateinLex bietet dabei eigene, ganz basale Übungen an, z. B. Memory, Multiple-Choice-Fragen oder freie Textfelder. Zudem lassen sich seit neuestem auch H5P-Übungen einbinden.

Fazit

LateinLex ist ein digitales Tool, das den Lateinunterricht stark bereichern kann. Den wohl größten Nutzen bringen natürlich die vielfältigen Möglichkeit der Texterschließung und Übersetzung. Die Klassen, mit denen ich LateinLex (Bsp. hier) bisher ausprobiert habe, waren begeistert, insbesondere natürlich von der Möglichkeit, fast jedes Wort nachschlagen zu können. Und tatsächlich funktionierte die Übersetzung dadurch nicht nur schneller, sondern wurde insgesamt auch motivierter angefertigt. Durch die Möglichkeit, digitale Übungen direkt in die Arbeits- und Textblätter einzubinden, kann dieser Effekt noch verstärkt werden.

Nach einer kurzen Einarbeitung ist das Tool auch wirklich einfach zu handhaben. Wer Hilfe braucht, findet auf LateinLex diverse Tutorials und Lernvideos. Dadurch, dass jedes Arbeitsblatt auch analog als PDF oder sogar als Word-Datei exportiert werden kann, bieten sich die aufbereiteten Texte auch einfach als eine optisch schönere, analoge Version für den Unterricht an. Wenn ihr noch mehr über LateinLex wissen wollt, könnt ihr unter folgendem Link eine interaktive Präsentation finden:

Leider stört mich selbst an LateinLex, dass die Eingaben der Schüler*innen nicht direkt über das Tool an die Lehrkraft weitergeschickt werden – weder bei der Übersetzung noch bei Grammatikreihen. Damit man die Lösungen der Schüler*innen überprüfen kann, müssen diese ihr digitales Arbeitsblatt als PDF- oder Word-Datei exportieren, in der ihre Eingaben gespeichert sind, und diese Datei dann wiederum an die Lehrkraft schicken. Theoretisch kann man das allerdings mit H5P-Anwendungen (z. B. „Essay“) umgehen, was die Vorbereitung allerdings etwas komplizierter und zeitaufwendiger macht.

Neben LateinLex gibt es übrigens noch ein anderes, recht ähnliches Tool: Hermeneus. Um dieses wird es bei meinem nächsten Gastbeitrag gehen. Abschließend noch einmal ein großes Danke an Katha und Björn für die Möglichkeit, dass ich diesen hier schreiben durfte! 😊

Passt auf euch auf!

Dennis

[the monthly dose] Einsteiger Tools für den Anfang

Apps/Programme, digital, the monthly dose

In der vierten Ausgabe unsere Reihe „the monthly dose“ in Kooperation mit FindMyTool widmen wir uns dem perfekten Tool für den Einstieg ins Universum der unendlichen Möglichkeiten. Am Ende des Posts findet ihr zudem einen kleinen Flyer mit allen wichtigen Infos für euer Kollegium, die Pinnwand im Lehrerzimmer oder das Studienseminar.

LearningSnacks

LearningSnacks ist ein kostenloses und DSGVO-konformes Tool in Deutschland, mit welchem du ganz einfach kleine Quizze und Live-Games für den Unterricht erstellen kannst. Hierbei führst du deine Schüler*innen in Chatform durch die Aufgabenstellung und kannst ihnen dadurch auch kleine Hilfestellungen geben. Das beste hierbei ist, dass du über deinen Lehreraccount auch deine Schüler*innen Zugang sie LeaningSnacks ermöglichen kannst und diese somit ohne eigene Anmeldung kleine Snacks erstellen können.

Aufgrund der intuitiven Bedienung und den lediglich vier zur Verfügung stehenden Elementen für das Gestalten eines eigenen Snacks eignet sich das Tools sehr gut für den Einstieg, da es den Nutzer*in nicht mit zu vielen Funktion überfordert.

Im Unterricht kann LearningSnacks beispielsweise zur Wiederholung, aber auch zur selbstständigen Erarbeitung eines Themas eingesetzt werden, da durch den gesteuerten Chatverlauf eine Art Lernlandkarte geschaffen wird.

PlayFactile

Beim Wiederholen von Unterrichtsstoff kann es schnell passieren, dass man auf einige Probleme stößt: Wie viel Stoff erinnern die Schülerinnen und Schüler noch? Was ist noch halbwegs präsent und was ist bereits in Vergessenheit geraten? Wie geht man beim Wiederholen richtig mit dem unterschiedlichen Leistungsniveau der Schülerinnen und Schüler um? Und vor allem: Wie gestaltet man das Wiederholen interessant? Eine Möglichkeit dazu, all diese Fragen kombiniert beantworten zu können, stellt die (kostenlose) Plattform play factile dar. Auf ihr können ganz im Stile der beliebten Gameshow Jeopardy eigene Quizzes erstellt werden. Der Clou ist, dass sich die Schülerinnen und Schüler hier ihre Fachgebiete selbst aussuchen und auch das Schwierigkeitsniveau selbst bestimmen können. Die Lehrkraft kann gezielt Fragen zum Wiederholen eines bestimmten Themenkomplexes stellen und so durch das gemeinsame Gespräch dieses Wissen absichern. Durch die unterschiedlichen Wertigkeiten kann zudem sehr einfach differenziert werden.

Auch PlayFactile punktet mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche. Man muss lediglich in die entsprechenden Felder die jeweilige Frage eingeben und schon wird das Spiel automatisch generiert.

Quizizz

Quizizz ist ein Tool zum Erstellen von Quizzen aus Indien. Mit der Anwendung kann man relativ schnell und intuitiv Quizze für das Klassenzimmer erstellen. Hierbei ist im Gegensatz zu Kahoot auch in der kostenlosen Version die Mehrfachabfrage enthalten. Zudem ist es möglich, die einzelnen Quizze den Schüler*innen auch für das asynchrone Lernen, zum Beispiel als Hausaufgabe zuzuweisen. Mir gefällt zudem beim synchronen Lernen sehr gut, dass man hierbei zwischen einer automatisches Zeitvorgabe und der Zeitvorgabe durch Lehrerhand wählen kann, sodass ich als Lehrkraft auch händisch die Fragen abspielen kann. Ansonsten gibt es auch bei dieser App eine gamifiziertes Setting mit passender Musik beim Lösen der einzelnen Fragen.

Flyer zum Abspeichern

Für die Weitergabe via Mail sind alle QR-Codes auf dem Flyer interaktiv. Das Material wurde mit canva.com erstellt und unterliegt deren Lizenzbestimmungen. Lediglich der Inhalt steht unter folgender Lizenz: Lizenz CC BY(-SA) 4.0.

[Lernlandkarte] Interaktive Bilder mit Genial.ly erstellen

digital, Geschichte, Methode, Methodik, Neuzeit

Das erste Thema im neuen Schuljahr bei meinen Großen ist die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Wir behandeln hier die großen Themen bis zur Gründung beider Deutschen Staaten 1949. Nachdem die Mädels bei der letzten Lernlandkarte bereits das selbstständige Lernen positiv hervorgehoben haben und ich kein Fan von Leerläufen im Unterricht bin, starten wir mit eben dieser Methode ins neue Schuljahr. Diesmal heißt das Tools allerdings nicht Moodle/mebis, sondern Genial.ly, da ich hier wesentlich mehr gestalterische Möglichkeiten habe und die Lernlandkarte wesentlich einfach und schneller zu gestalten ist.

Die Lernlandkarte

Die Lernlandkarte habe ich mit Canva erstellt und anschließend bei Genial.ly hochgeladen. Gewählt habe ich hierfür das interaktive Bild. Wer das Erstellen mit Canva umgehen möchte, kann sich auch bei Genial.ly einmal umschauen und hier eine kostenlose- oder auch kostenpflichtige Vorlage auswählen. Ich habe für meine Lernlandkarte komplett mit der kostenfreien Version gearbeitet.

Anschließend kann ich direkt meine Vorlage hochladen und das Tool passt die Leinwand automatisch an die Größe meines Bildes an.

Das Erstellen von Interaktionen

Anschließend lande ich im Editor und kann mit dem Erstellen meiner interaktiven Bildes beginnen. Auf der linken Seite wird die Navigation des Editors angezeigt und ich benötige für das Erstellen meines interaktiven Bildes hauptsächlich den Reiter „interactive elements“. Hier kann ich sowohl die Symbole für die Interaktionen auswählen als auch die Interaktionen selbst erstellen. Des Weiteren kann ich im Editor auch Texte und Bilder hochladen, wenn ich die Lernlandkarte nicht vorher erstellt habe.

Habe ich mich nun für mein erstes Symbol im Editor entschieden, klicke ich dieses an und ziehe es anschließend auf die gewünschte Position auf meiner Lernlandkarte. Mit einem erneuten Klick öffnet sich über dem Symbol ein Menü. Nun wird die Auswahl „Interactivity“ benötigt, um eine Interaktion zu erstellen.

Im nun geöffneten Fenster kann ich den sich hinter der Interaktion befindlichen Inhalt näher definieren.

Persönlich habe ich mich in allen Fällen für die Option „Window“ entschieden, denn hier öffnet sich ein Dokument, bei welchen ich jegliche Inhalte hochladen und einbetten kann und somit auch eine Aufgabenstellung mit mehreren Komponenten und Inhalten generieren kann.

Solltet ihr eine LearningApp etc. einbetten wollen, ist es wichtig, dass ihr vorher die Texteingabe auf html umstellt, den Code in das Textfeld kopiert und anschließend das Textfeld wieder zurück stellt.

Nachdem ich mit meiner ersten Interaktion durch bin, führe ich das Prozedere weiter durch bis ich alle für meine Lernlandkarte benötigten Interaktion verankert habe. Anschließend kann ich die Karte nun für meine Schüler*innen zugänglich machen.

Einsatz im Unterricht

In meinem Geschichtsunterricht erhalten die Mädels die Lernlandkarte via QR-Code auf ihrem Arbeitsheft, mit welchem sie selbstständig die Sequenz in ihrem eigenen Lerntempo erarbeiten und sichern werden. Anschließend werden wir diese noch gemeinsam besprechen. Veranschlagt sind hierfür insgesamt 7-8 Schulstunden. Im folgenden Video zeige ich euch noch einmal den konkreten Einsatz in der Praxis.

Blogpost als Tutorial?

[Selbstlernkurs] Lernlandkarte „Erste Schritte mit dem iPad“

digital

Vor den großen Ferien fand an meiner Schule der Aktionstag der SMV statt. An diesem Tag in der letzten Schulwoche wurden diverse 45minütige Workshops sowohl von Schüler*innen als auch Lehrkräften angeboten, in welche man sich vorab eintragen konnte. Quasi ein Mini-Barcamp, aber mit festen Slots. Mein Beitrag war ein iPad-Kurs, welcher als betreuter Selbstlernkurs konzipiert war und den Schülerinnen die wichtigsten Funktionen des Gerätes darbringen sollte. Da war selbst keine iPad-Klassen haben, tun sich die Mädels manchmal noch schwer mit dem Gebrauch von iPads im Unterricht. Somit sollte der Kurs sie hier unterstützen und ihnen zudem Materialien zum später Nachschlagen an die Hand geben. Aus diesem Grund wurden die Videos auch mit den iPads unserer Schule aufgenommen.

Am eigentlichen Aktionstag lag ich leider mit einer Grippe flach und konnte den Workshop nicht wie geplant durchführen. Auf Social Media haben mich allerdings diverse Zuschriften erreicht, ob ich den Kurs dennoch teilen möchte, da an anderen Schule ähnliche Formate geplant seien. Der Kurs werde ich nun statt beim Aktionstag in der ersten Schulwoche mit meinen 8-10.Klassen durchführen. Bei den Jüngeren eventuell später im Schuljahr.

Aufbau

Der Selbstlernkurs ist als Kurs in mebis mit dem PlugIn „Lernlandkarte“ (rechts) konzipiert worden und legt somit die Reihenfolge der zu bearbeiteten Station von Beginn an fest. Dies war beabsichtigt, denn es ist sinnvoll, zuerst die Steuerung zu erlernen, bevor es an die Tools geht.

Im ersten Kapitel wurde der Aufbau und die Durchführung der Lernlandkarte erläutert. Zudem wurden die Ziele des Kurses definiert.

Apps und ihre Funktionen

Im ersten Kapitel des Selbstlernkurses ging es dann los mit einer Einführung zu den wichtigsten Apps und ihren Funktionen. Hierbei sollten die Mädels das iPad spielerische entdecken und anschließend ein Memory lösen. Eingeführt wurde das Kapitel mit einem kurzen Clip zu den Lernzielen sowie der Aufgabenstellung. Anschließend durften die Schülerinnen auf Entdeckungstour gehen und sich anschließend selbst testen.

ShortCuts & Hacks

Das zweite Kapitel beinhaltet neben den wichtigsten Funktionen des iPads auch zwei Praxisübungen, um das Gelernte gleich anzuwenden. Hierbei lagen die Schwerpunkte auf dem Erlernen des Kontrollzentrums, dem Teilen des Bildschirms sowie dem Erstellen eines Screenshots. Zudem habe ich nochmals einen extra Clip für die iPads der neueren Generation gedreht, welche einige Updates und Besonderheiten haben. Bei einigen Videos habe ich mit der Schule als Beispiel gearbeitet. Aus diesem Grund möchte ich diese hier nicht teilen.

Im Anschluss an die theoretischen Impulse gab es noch zwei praktische Übungen in Form von Abgaben, bei welchen die Mädels ihr gelerntes Wissen gleich einsetzen sollten.

Praxisübung „Animieren mit Keynotes“

Die letzte Übung war eine reine Anwendung der bisher gelernten Funktionen sowie die Produktion eines praktischen Lernprodukts als Abschluss der Einheit. Hierbei ging es darum nach einer kurzen Anleitung ein Objekt in Keynote zu animieren und anschließend in iMovie Ton und Titel hinzuzufügen. Auch hier habe ich wieder mit schulischen Elementen gearbeitet, sodass ich das Video nicht zur Verfügung stellen kann.

TeachShare-Kurs

Der Kurs wurde für Mebis freigegeben und ein Download für andere Bundesländer ist in Vorbereitung.

Dateien

Die Dateien können per Mail angefragt werden. Die Abgaben müsstet ihr euch bei Bedarf selbst basteln, da ich diese nicht als H5P gebaut habe. Die Dateien unterliegen der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

Klassenfahrt mit TaskCards organisieren

Allgemein, digital

Die meisten von euch wissen bereits, dass ich ein großer Fan von digitalen Pinnwänden bin. Hierbei habe ich mich für TaskCards als Anbieter entschieden, welcher im Vergleich zu Padlet die Datenschutzvorgaben besser einhält. Neben ich bereits mit TaskCards meinen Unterricht (hier) organisiere, wollte ich dieses System auch einmal für eine Klassenfahrt testen. Ende des letzten Schuljahres ging es für uns an die Nordsee und ich konnte mein Vorhaben in die Tat umsetzen.

Die Vorbereitungen

Vor der Klassenfahrt bereitete ich bereits die Pinnwand vor. Hierbei erstellte ich einen separaten Zugangsschlüssel für meine Kolleginnen sowie für meine Schülerinnen. Der Grund hierfür war simple, denn die Mädels hatten eingeschränkte Nutzungsrechte im Vergleich zu meinen Kolleginnen, die mit an der Organisation beteiligt waren.

Angelegt habe ich nun diverse Spalten, welche die wichtigsten Inhalte der Klassenfahrt enthielten. An den Anfang der Pinnwand hatte ich somit die Aufteilung der Zimmer sowie die Einteilung des Tischdienstes mit samt der anderen Aufgaben der Mädchen gesetzt. Diese durften während der Fahrt der Instagramkanal der Schule betreuen, sodass diese Aktivität einen eigenen, farblich hervorgehobenen Punkt, bekamm.

Im weiteren Verlauf der Pinnwand habe ich die einzelnen Tage der Klassenfahrt aufgeführt. Hierbei habe ich nochmals unterteilt zwischen dem eigentlichen Programm sowie den Texten und Bildern für Instagram via zumPad. Das Programm habe ich immer linear aufgebaut und in rot mit einer kurzen Zusammenfassung des Tages gestartet. Anschließend habe ich den Tag chronologisch aufgebaut und alle wichtigen Treffpunkte sowie Termine eingefügt. Durch die Struktur der Pinnwand waren wir auch relativ flexibel und konnten bei Bedarf noch etwas ändern.

Der Praxistest

Die Mädels haben vor der Klassenfahrt die Zugänge zur Pinnwand erhalten, allerdings mit einigen Beschränkungen. Ihnen wurde nur jeweils der nächste Tag angezeigt und nicht das vollständige Programm der Klassenfahrt. Der jeweils nächste Tag wurde am Tag zuvor freigeschalten. Zudem konnten die Mädels nur die Tabs mit Öffentlichkeitsarbeit bearbeiten. In der Praxis wurden mir die Beiträge via Teams geschickt, da wir Internetprobleme in der Jugendherberge hatten.

Waren wir unterwegs, habe ich in der Regel zudem den Treffpunkt fotografiert und dessen Koordinaten in die Pinnwand eingetragen, damit die Mädels diesen wieder ohne Probleme finden würden. Zudem waren die Handynummern der Lehrkräfte auf der Pinnwand verankert.

Fazit

Generell wurde die Pinnwand von den Mädels super angenommen, da sie auf dieser alle wichtigen Dinge nachschauen konnten, ohne die Lehrer wieder aufs neue fragen zu müssen. Für uns als Lehrkräfte war dies ebenso eine gute Entlastung, denn wir gaben die Mädchen einen Teil der Verantwortung ab, welche diese wiederum in ihrer Selbstständigkeit gestärkt hat. Persönlich würde ich immer wieder die Klassenfahrt mit TaskCards organisieren, denn wir hatten mit der Anwendung sowohl die nötige Struktur als auch Flexibilität, die wir für die Klassenfahrt benötigt haben.

[the monthly dose] Tools für Virtual & Augmented Reality

Apps/Programme, digital, the monthly dose

In der dritten Ausgabe unsere Reihe „the monthly dose“ in Kooperation mit FindMyTool widmen wir uns Tools für Virtual & Augmented Reality. Objekte, Gebäude und Gegebenheiten, welche virtuell ins Klassenzimmer projektiert werden können, helfen den Schüler*innen diese besser fassen und begreifen zu können, was sich wiederum positiv auf deren Lerneffekt auswirkt. Am Ende des Posts findet ihr zudem einen kleinen Flyer mit allen wichtigen Infos für euer Kollegium, die Pinnwand im Lehrerzimmer oder das Studienseminar.

CoSpaches

Neben dem Erstellen von virtuellen Welten ist es mit der Anwendung CoSpaces zudem möglich, eigene Anwendungen für den MergeCube zu erstellen. Ein MergeCube ist ein Würfel, welcher im Internet bestellt oder mit Hilfe einer kostenlosen Bastelvorlage (hier) bearbeitet werden kann und anschließend mit einem Inhalt bespielt werden kann. Diese können auf spielerische und plastische Art und Weise den Schüler*innen Wissen vermitteln und zudem animiert werden. In Latein kann so beispielsweise zur Untermalung der Vokabel für kämpfen „pugnare“ ein Soldat mit animierter Kampfhandlung auf dem Würfel platziert werden.

Object Viewer

Im Vergleich zu CoSpaces bietet die App „Object Viewer“ bereits vorgefertigte Elemente, welche in die eigene Umgebung oder auf einen Merge Cube projektiert werden können. Zu diversen Fächern und Themen finden sich hierbei Objekte, die ganz einfach mit Hilfe der App ins Klassenzimmer gesetzt werden können. Dies kann in Geschichte beispielsweise zur Veranschaulichung und Beschreibung sowie Interpretation von Quellen dienen, während in Biologie mit der Anwendung Zellen oder Mechanismen im Körper veranschaulicht werden können.

MauAr

Eine Anwendung, welche ich sehr gerne in der 10.Klasse einsetze, ist die MauAr-App. Diese bringt die Berliner Mauer direkt ins Klassenzimmer und hilft den Schüler*innen diese greifbarer zu machen. Meine Mädels fanden diese zumindest sehr hilfreich und haben positives Feedback gegeben. In verschiedenen Episoden wird der Bau der Mauer und das Leben im geteilten Deutschland aus Sicht von Ost- und Westdeutschland dargestellt. Insbesondere durch die vielen Elemente, welche während der Anwendung zu entdecken sind, wird spannend aufgebaut. Wer sich als Lehrkraft oder während einer Klassenfahrt in Berlin vor Ort befindet, kann die Mauer an den jeweiligen historischen Orten entstehen lassen und hautnah zum Beispiel den Protest der der DDR erleben. Ich hatte hierzu einmal die Möglichkeit und fand es sehr beeindruckend.

Flyer zum Abspeichern

Für die Weitergabe via Mail sind alle QR-Codes auf dem Flyer interaktiv. Das Material wurde mit canva.com erstellt und unterliegt deren Lizenzbestimmungen. Lediglich der Inhalt steht unter folgender Lizenz: Lizenz CC BY(-SA) 4.0.

Pixton – Comics gestalten im Unterricht

Comic, digital, Methode, Methodik

Dieser Artikel stammt von einer guten Freundin von mir, die freundlicherweise ihre Erfahrungen mit „Pixton“ im Englischunterricht mit uns teilt. Die kostenfreie Version ist für den Unterricht ausreichend, es kann aber auch die Vollversion sieben Tage lang getestet werden. Danke dir!

Vorüberlegungen

Seit einigen Wochen begleitet Shakespeare’s Macbeth meine 11. Klasse (Oberstufe, da G8) und mich nun schon. Da wir uns immer Mittwochnachmittags mit Macbeth beschäftigen, versuche ich in diese zwei Stunden viel kreative Arbeit einfließen zu lassen. Meine Oberstufe arbeitet zwar gerne, aber dennoch finde ich, dass ich sie nicht zur trockenen Textarbeit im Nachmittagsunterricht zwingen muss. Nachdem die Schüler*innen im Rahmen der Lektürearbeit bereits eine Charakterpositionierung sehr schön auf DIN A3 Blättern sowie einige Szenen schauspielerisch dargestellt hatten, war ich auf der Suche nach einer weiteren kreativen Aktivität, welche zudem Material für eine kleine Zeitung zum Reihenabschluss liefern sollte. Hierfür machte ich mich auf die Suche nach einem möglichst DGSVO konformen Tool.

Die ersten Schritte

Tja, was soll ich sagen? Das ZPG ( zentrales Fortbildungsprogramm für Lehrer in Baden- Württemberg) empfiehlt Canva, oder Pixton als Tool, um Comics mit Schüler*innen zu erstellen. Nachdem Canva schon sehr lange auf meiner Wunschliste steht, ich bisher aber nicht die Zeit und Geduld hatte, mich reinzufuchsen, entscheide ich mich für Pixton. Auf der Startseite muss ich einen Account als Lehrkraft anlegen, dies geht entweder über Facebook, oder Google – adios DGSVO. Nun gut, es sind ja „nur meine Daten“ und ich entscheide mich, ein Konto einzurichten. Zunächst erstelle ich einen Klassenraum, den ich „The Shakespeare Club“ nenne.

Ich richte meine Klasse auf Pixton an, indem ich alle Schüler*innen in eine Tabelle anlege. Jeder Schüler*in bekommt dann einen individuellen Zugangscode für den Raum.
Anschließend werde ich gefragt, welche Funktionen für die Schüler gesperrt sein sollen- Ich überlege, ob Rollstuhlfahrer und blinde Menschen ausgeschlossen werden sollen und entscheide mich dagegen. Wieso soll ich diese Möglichkeit meinen Schüler*innen verwehren? Aber, ich finde es nicht schlecht, dass man als Lehrkraft Einschränkungen machen kann. Es mag ja Klassen geben, die noch mehr Flausen im Kopf haben, als meine Oberstufe 😊

Als ich mich daran mache, meinen Avatar zu gestalten, stelle ich mir bereits meine Oberstufe vor, wie alle begeistert ihre Avatare gestalten und ich grinse. Ja, das könnte Spaß machen. Ich kann unter sehr vielen Möglichkeiten für die Hautfarbe, Haarfarbe, Haarschnitt und Make-up wählen, ebenso kann ich zwischen unzähligen Outfits und Accessoires wählen- ach, ich könnte damit Stunden verbringen.

Klassenbild des Kurses bei Pixton

Die Aufgabe, die ich den Schüler*innen gebe, ist folgende: Gestaltet Akt 4 Szene 3 in 3 Comic-Bildern. Verwendet die zur Verfügung stehenden Gestaltungsmöglichkeiten so, dass man auch als Leser, der das Stück und die Szene nicht kennt, versteht, um was es geht. Die Schüler fangen mit Feuereifer an zu arbeiten und immer wieder hört man Gelächter. Am Ende der knapp 50min sind wir alle sehr stolz. Es sind tolle Comics entstanden, die Ergebnisse lade ich auf die schulinterne Plattform hoch, damit man alle Ergebnisse begutachten kann.

Beispiel aus dem Unterricht

Nun zwei Fragen, die man sich ja als Lehrer am Ende stellt: Was haben die Schüler*innen gelernt, wie ging es ihnen dabei? Die Schüler*innen haben gelernt, eine kurze Szene mit durchaus wichtigem Inhalt in den drei Comicszenen festzuhalten- sie mussten sich also auf das Wesentliche beschränken. So viel, wie an dem Nachmittag gelacht wurde, gehe ich mit der Gewissheit aus der Schule, dass die Schüler Spaß hatten und vielleicht auch noch in Jahren an die Comics denken.

Fazit

Pixton ist eine gute, webbasierte Seite, auf der man mit seinen Schüler*innen recht schnell Comics gestalten lassen kann. Gut finde ich, dass die Seite einen Zugang für Lehrkräfte anbietet und der Lehrer*in dann Zugangscodes für seine Schüler erhält. Ebenso gut hat mir die schier endlose Auswahl an Avataren und der Gestaltung dieser gefallen. Allerdings ist hier auch der Knackpunkt. Wie sehr lasse ich meinen Schülern die künstlerische Freiheit, Charaktere aus der Geschichte zu nehmen, die großes Leid über die Welt gebracht haben? Ich empfehle Pixton definitiv weiter und werde es bei meiner 7. Klasse anwenden.
Pixton eignet sich, meiner Meinung nach, in der Klassenstufe 7-12 sehr gut und die intuitive Handhabung erleichtern beiden Seiten, Lehrer*innen, wie Schüler*innen, das Arbeiten.

Üben und Wiederholen: deck.toys im Lateinunterricht

Apps/Programme, deck.toys, digital, Gamification, Latein, Methode

Kaum ein Unterrichtsfach wie Latein hat das große Problem, dass SchülerInnen gerne schnell vergessen, was man vor einer Woche gemacht hat. So schnell wie ein Abl.Abs. in den Kopf kommt, ist er bei den meisten auch schon wieder draußen. Gerade für Latein ist das natürlich schwierig, weil viele Elemente in gewisser Weise aufeinander aufbauen: Wer z.B. den Infinitiv nicht beherrscht, kann auch den AcI nicht beherrschen. Daher ist es wichtig, regelmäßig zentrale Elemente zu wiederholen, um diese halbwegs greifbar für neue grammatische Phänomene zu haben.

In meiner neunten Klasse stand ich vor der Situation, konjunktivische Nebensätze einzuführen. Ein zentrales Element hier sind die Zeitverhältnisse, welche durch die jeweiligen Konjunktiv-Formen angegeben werden. Diese Formen zeigen einem also an, ob es heißt „Julia sieht, dass das Haus brennt.“ oder „Julia sieht, dass das Haus gebrannt hat.“. Vorzeitigkeit und Gleichzeitigkeit (Nachzeitigkeit war hier in Nebensätzen noch nicht bekannt) sind zentrale Elemente des Lateinunterrichts und sollten hier bereits durch die bestehenden Infintivie bekannt sein. Doch weil ich bereits zuvor merkte, dass es da aktuell größere Mängel gab, wollte ich vor dem Einführen der neuen Grammatik noch einmal die Themen „Vorzeitigkeit und Gleichzeitigkeit“ inklusive der Infinitive wiederholen. Bei der Überlegung, wie mir dies nachvollziehbar, effektiv aber auch ein wenig spielerisch gelingen könnte, kam ich zu einem meiner Lieblingstools: deck.toys. Damit erstellte ich also ein Lernabenteuer zu den genannten Themen, welches ich euch gerne vorstellen möchte und welches ihr auch sofort selbst nutzen könnt.

Wenn ihr das Programm noch nicht kennt oder euer Wissen ein wenig auffrischen wollt, findet ihr hier nochmal einen ausführlichen Artikel zum Thema auf dem Blog.

Das deck.toys

Zu Übersicht hier einmal der grobe Aufbau meines deck.toys. Im Prinzip ist es ein linearer Pfad mit 4 Zwischenstationen. Daneben gibt es noch 3 weitere Bonuslevel, welche für den Pfad selbst nicht wichtig sind, aber den Zugang zu einem „geheimen“ Ende ermöglichen. Die Bonuslevel sind daher optional und eher als eine Art Differenzierung zu sehen. Insgesamt sieht die Oberfläche so aus:

Dabei bestehen die einzelnen Aufgaben auch genau aus dem, was darauf steht. Bei dem Infinitiv-Level geht es um… das Üben und Wiederholen von Infinitiven. Bei Übersetzungen sollen passende Übersetzungen einander zugeordnet werden und die beiden gleichzeitig/vorzeitig Übungen sollen einmal auf Deutsch und einmal auf Latein jeweils einem Bereich zugeordnet werden. Die jeweiligen Bonuslevel greifen das „angeschlossene“ Thema dann vertieft auf.

Wie gesagt gibt es hier in diesem deck.toys ein geheimes Ende, welches die SchülerInnen nur lösen können, wenn sie die drei Bonuslevel schaffen. In diesem Geheimlevel erhalten sie einen geheimen Code (optimus magister), welches sie mir nach der Stunde sagen sollten. Als Belohnung dafür gab es eine kleine Süßigkeit.

Insgesamt hat es den SchülerInnen sehr viel Spass gemacht, mit diesem deck.toys dieses Thema zu wiederholen. Selbst diejenigen, welche im Unterricht eher ruhig waren, waren hier sehr fokussiert, um möglichst viele Punkte zu erzielen. Sehr schön zu sehen war auch, dass sich einige ein wenig aufgeregt haben, wenn sie bei einem Spiel erstmal nicht weitergekommen sind. Wer kennt solche Situationen nicht vom eigenen Spielen? Insofern war das Feedback am Ende relativ positiv und beim Einführen des neuen Themas wrid sich zeigen, wie hilfreich der Einsatz von deck.toys dann wirklich war. Oder ob es wieder wie so oft im Unterricht heißt: „Haben wir das jemals gehabt?“ – „Ja, vor einer Woche.“. Ich hoffe es nicht. 😄

Das deck.toys könnt ihr unter dem folgenden Link (hier) oder QR-Code spielen und im eigenen Unterricht nutzen:

Tutorial zum Erstellen