[Inhaltsanalyse] Die Rezept-Methode

Einführung, Methode, Methodik, Wiederholung

Im heutigen Blogpost geht es um eine Möglichkeit, eine Inhaltsanalyse oder – angabe, aber auch die Wiederholung eines sachlichen Themas spannend zu gestalten.

Die Methode

Die Rezept-Methode basiert auf den Prinzipien eines klassischen Rezeptes. Es benötigt Zutaten, um am Ende ein Endprodukt zu erhalten. Statt einem Kuchen erhält man im Unterricht allerdings den Titel eines Werkes oder den Charakter einer Persönlichkeit. Im Mittelpunkt steht hierbei, dass die SchülerInnen die Beschreibung bzw. den Inhalt des „Endproduktes“ möglichst präzise und in knappen Worten zusammenfassen. Hierdurch lernen sie zwischen wesentlichen und unwesentlichen Merkmalen zu unterscheiden und sich kurz, aber gezielt auszudrücken. Die fertigen Produkte können anschließend in der Klasse gesammelt und in einem kleinen Quiz erraten werden, aber auch als Stundeneinstieg oder zur Wiederholung durch die Lehrkraft selbst erstellt und der Klasse präsentiert werden.

Durchführung

Die einzelnen Rezepte können, wie an den Beispielen zu sehen, mit Canva und dem dazugehörigen Edu-Account erstellt werden, aber ebenso in Word oder klassisch auf einem Blatt Papier angefertigt werden. Die digitalen Methoden bieten den Vorteil, dass die Produkte korrigiert werden können und diese der Lehrkraft am Ende digital vorliegen und beispielsweise zur Wiederholung vor einer Klassenarbeit auf der Lernplattform als Zuordnungsspiel etc. eingestellt werden können.

Drei Ideen für den etwas anderen Umgang mit Porträts & Büsten

Bildquelle, Einführung, Geschichte, Methode, Methodik

Porträts und Büsten kann man zu genüge in allen Epochen der Geschichte betrachten. Die folgenden Beispiele zeigen hierbei auf, dass dies nicht immer nach Schema X geschehen muss.

Royalty Now

Der Instagram – Royalty Now (ohne Anmeldung zugänglich) porträtiert verschiedene Persönlichkeiten aller Epochen als Abbild unserer Zeit.

Egal ob die schöne Königin Nofretete, das Genie Beethoven oder der Imperator Caesar. Für jede Epoche lassen sich Beispiele auf dem Account finden, welche im Unterricht herangezogen werden können. Fragen Sie doch einmal Ihre SchülerInnen, wie sich sich Caesar in der heutigen zeit vorstellen und präsentieren ihnen anschließend das Bild von Royality Now.

UpCycling! Alte Meister >< Modern

Eine Perücke wie Ludwig XIV auf seinem imposanten Staatsporträt? Das MPZ zeigt, wie man dies ganz einfach im Klassenzimmer in die Tat umsetzen kann.

Diese Methode funktioniert nicht nur mit Perücken, sondern auch mit ganzen historischen Bildern, wie das folgende Beispiel zeigt.

SchülerInnen stellen hierbei ganz einfach aus verschiedensten Papieren und Materialien die Gemälde bekannter Persönlichkeiten nach. Dies sorgt neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Gemälde für viel Spaß und Abwechslung im Klassenzimmer. Erstellen Sie doch mit Ihrer Klasse eine Galerie von Bildern und küren die gelungenste Interpretation des historischen Künstlers.

Material

  • Wirkungsmöglichkeiten mit Perücke ➡️ hier
  • UpCycling! Alte Meister >< Modern ➡️ hier
  • Instagram – Account „Royalty Now“ ➡️ hier

Comics im Lateinunterricht am Bsp. eines Lehrbuchtextes

Comic, Einführung, Latein, Methode, Wiederholung

In einem vergangenen Beitrag auf diesem Blog wurde bereits die Anwendung von Comics im Unterricht thematisiert. Heute erfolgt nun ein konkretes Beispiel aus dem Lateinunterricht. Bei dem hier verwendeten Lehrweg handelt es sich um Adeamus! von Oldenbourg. Für das Erstellen des Comics wurde wiederum die Anwendung StoryboardThat genutzt.

Der Comic als Einstieg in eine neue Lektion

Als Einstieg in eine neue Lektion wird bei dieser Herangehensweise der Comic als blanko Vorlage der Klasse präsentiert.

Die Klasse versucht nun anhand des Settings und der Mimik und Gestik der dargestellten Charaktere zu erahnen, welche Handlung im folgenden Text dargestellt wird. Aufgelöst und ausgefüllt wird der Comic nach dem Übersetzen der entsprechenden Lektion. Haben Sie Ideen, um welchen Lektionstext es sich bei diesem Beispiel handelt? Es ist hierbei schön zu sehen, wie nah manche SchülerInnen der tatsächlichen Lösung hier bereits kommen.

Der Comic in der Übersetzungsphase

Als zweite Variante kann der Comic während oder nach der Lektüre des lateinischen Textes eingesetzt werden. Hierbei ist von folgender Textgrundlage auszugehen, welche freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde:

Berchthold, Volker u. Prof. Dr. Markus Schauer (Hgg.): Adeamus! Ausgabe C Schülerbuch Band 1, Berlin: Cornelsen Verlag 2018.

Der Comic kann nun sowohl als blanko Vorlage oder bereits ausgefüllt der Klasse präsentiert werden.

möglicher Comic zu „Eine Vestalin erzählt“

Eine leere Vorlage bietet sich insbesondere direkt nach der Übersetzung des Textes und zur Verständniskontrolle des Lektionsinhaltes an. Zudem findet bei dieser Methode eine Schulung des Sprachverständnisses der Klasse statt. Dagegen eignet sich ein ausgefüllter Comic, um den Lektionstext den SchülerInnen nach einer gewissen Zeitspanne, z.B. nach dem Wochenende, wieder ins Gedächtnis zu rufen und das bereits gelernte Wissen zu aktivieren.

Selbstverständlich ist auch die Option gegeben, dass die SchülerInnen selbst einen kompletten Comic erstellen und sich diesen gegenseitig präsentieren. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass zum Speichern des Comics ein Account der Anwendung StoryboardThat notwendig ist. Der Comic an sich kann aber ohne jegliche Registrierung auf der entsprechenden Seite erstellt und gegebenenfalls zur Dokumentation abfotografiert werden.

ABC-Methode

Einführung, Gruppenarbeit, Methode, Methodik, Wiederholung

Die „ABC-Methode“ wird charakterisiert durch ihre Eignung sowohl als Lernstandserhebung als auch zur Wiederholung von bereits vermittelten Inhalten. Sie besticht durch ihre Eigenschaft, dass zu einem bestimmten Oberbegriff Fachbegriffe von den SchülerInnen gesammelt werden, welche sind an den 26 Buchstaben des ABCs orientieren.

Durchführung der Methode

Zu Beginn der Methode schreiben die SchülerInnen in Einzelarbeit zu einem vorgegebenen Oberthema, z. B. Karl der Große, jeweils einen Begriff pro Buchstabe des Alphabets auf, welcher etwas mit dem vorgegeben Thema zu tun hat. Hierbei gibt es die Option, Joker zu verteilen, wodurch die SchülerInnen nicht alle 26 Buchstaben des ABCs befüllen müssen.

ABC – Methode am Beispiel Karl des Großen

Nach dem Abschluss der Einzelarbeit, können die gefundenen Begriffe zuerst in einer Kleingruppe oder gleich im Plenum gesammelt werden. Hierbei werden die einzelnen Begrifflichkeit auf ihre Korrektheit hin besprochen und anschließend zur Erstellung einer historischen Narration in eine chronologische Reihenfolge gebracht. Die Lehrkraft hat hierbei die Möglichkeit, Nachfragen zu den einzelnen Begriffen zu stellen und gegebenenfalls zu prüfen, was die SchülerInnen bereits zu einem bestimmten Thema wissen oder inwiefern sich der Lerninhalt der vergangenen Einheit verfestigt hat.

Einführung „Bild- und Filmpropaganda in der NS-Zeit“

Bildquelle, Einführung, kritischer Umgang

Die Propaganda zählt zu einem der wichtigsten Instrumente der NSDAP in der Weimarer Republik sowie im Dritten Reich. Hierbei bedient sich die Partei einer breiten Palette von Möglichkeiten, zu welcher auch die Vermittlung von Propaganda in Form von Bildern und Filmen gehört. Wichtig ist hierbei zu erkennen, dass diese Bilder gezielt ausgewählt, gestellt und bearbeitet wurden, um eine bestimmte Message anhand dieser transportieren zu können.

Was bedeutet der Begriff „Propaganda“ in der NS-Zeit?

Um der Klasse vor der Arbeit mit einer ausgewählten Quelle das Thema „Propaganda in der NS-Zeit“ nahe zu bringen oder es zu wiederholen, eignet sich beispielsweise ein kurzer Videoclip. Der YouTube-banal „Geschichte – simpleclub“ bereitet das Thema in einem anschaulichen Clip und in schülerorientierter Sprache kurz, aber präzise auf.

Bildpropaganda

Als Einstieg in das Thema der „Bildpropaganda“ eignet sich beispielsweise eine Fotografie von Adolf Hitler aus dem Jahre 1937.

Betrachtet man die unten aufgeführten Bildern nebeneinander, fällt sofort ein großer Unterschied ins Auge: Auf dem rechten Bild wurde der Propagandaminister Joseph Goebbels wegretuschiert. Unregelmäßigkeiten im Hintergrund des linken Bildes lassen auch ohne die Gegenüberstellung der Bilder eine Bearbeitung derer erkennen.

Adolf Hitler mit Leni Riefenstahl und Joseph Goebbels, 1937
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Das Bild zeigt Adolf Hitler 1937 im Berliner Stadtteil Dahlem, umgeben von dem bereits erwähnten Joseph Goebbels sowie der Fotografin des Bildes Leni Riefenstahl und Familienmitgliedern. SchülerInnen werden bei der Gegenüberstellung der Bilder sofort erkennen, dass es sich hierbei um eine Bearbeitung des Bildes handelt, welche gezielt vorgenommen wurde. In einem weiteren Arbeitsschritt schließt sich nun die Überlegung an, warum und mit welchem Ziel diese Maßnahme getroffen wurde.

Filmpropaganda

Neben der Bildpropaganda ist auch nicht die Propaganda in Form von bewegten Quellen zu vernachlässigen. Ein guter Überleitungspunkt wäre hierbei die Fotografin Leni Riefenstahl, welche – wie auch andere Filmemacher – diverse Propagandafilme für Adolf Hitler gedreht hatte.

Unter dem Titel „Propaganda und ihre Wirkungsabsichten – zum Entstehungskontext des Filmmaterials aus dem Warschauer Ghetto“ bietet die bpb eine auf einen Film basierende Einheit vor, welche sowohl den Film als auch umfangreiches Arbeitsmaterial beinhaltet.

Die SchülerInnen setzen sich hierbei kritisch mit Filmmaterial aus dem Warschauer Ghetto von 1942 auseinander. Anhand des Filmes im Kontext mit dem zu bearbeitenden Material findet eine kritische Hinterfragen von Bildern in der NS-Zeit sowie eine Bewertung der Verbreitung und Einordnung dieser in das „System Propaganda“ der Nationalsozialisten statt. Neben diesen inhaltlichen Kompetenzen findet zudem eine Förderung von Urteils- und Medienkompetenz der SchülerInnen statt.

Das Material kann kostenlos als ODT oder PDF hier heruntergeladen werden.

Gegenwartsbezug

Aufgrund der vielfältigen Nutzung von Propaganda in der heutigen Zeit, bietet sich dieses Thema gut zur Herstellung eines Gegenwartsbezuges an. Eine offene Frage, eventuell auch in Kooperation mit dem Fach Sozialkunde, nach der Beurteilung und Analyse von Propaganda in der heutigen Zeit, bietet sich als Grundstein für eine umfangreiche Diskussion im Plenum der Klasse an.

Weiterführende Materialen

Quellenangabe