Musicals im Geschichtsunterricht

DDR, Erster Weltkrieg, Geschichte, kritischer Umgang, Methode, Methodik, Musical

Persönlich bin ich ein absoluter Fan von Musicals. Insbesondere „Elisabeth“ und „I am from Austria“ haben es mir angetan. Für den Unterricht sind beide nicht so geeignet, dafür eine ganze Reihe anderer Musicals.

Hamilton

Der Musical-Hit aus den USA beschreibt das Leben des Gründervaters und späteren Finanzminister Alexander Hamilton. Aufgrund von Corona sind bis jetzt nur einige Titel auf Deutsch erschienen, sodass man mit einer Übersetzung im Geschichtsunterricht arbeiten muss, da der Text sehr schnell bzw. der Rap nicht so gut verständlich ist. Bis jetzt ist nur ein kurzer Remix in Übersetzung veröffentlicht worden. Ich hab den Anfang dessen eingesetzt, um die Biografie Alexander Hamiltons zu erarbeiten und einen vergleich zwischen Musical und Realität zu schaffen.

Ein weiteren Clip von den Tony Awards habe ich mit deutschem Untertitel am Ende der Einheit zur Amerikanischen Revolution eingesetzt. Hierbei kann man nicht nur die Schlacht bei Yorktown und die Amerikanische Revolution selbst wiederholen, sondern auch die Laudatio von Michelle und Barack Obama analysieren. Zudem habe ich die Art von Geschichtsvermittlung als Musical mit meinen Mädels diskutiert. Zudem eignet sich der Clip hervorragend, um zur Französischen Revolution überzuleiten, da der General La Fayette sagt, dass er zurück nach Frankreich geht und dort sein Volk befreit. Anhand dieser Aussagen kann man eine Irritation schaffen und die Französische Revolution mit Bezug zur Amerikanischen Revolution einleiten.

In beiden Klassen habe ich den Auszug mehrmals angeschaut, weil meine Mädels so begeistert von der Darstellung der Künstler*innen waren und den Inhalt am Anfang gar nicht richtig wahrgenommen haben.

Die Gefährten

Im Ersten Weltkrieg spielen auch Tiere eine wichtige Rolle, wie es auch im Musical „Die Gefährten“ gezeigt wird. Hierbei geht es um die Erlebnisse eines Pferdes im Krieg. Der Ausschnitt aus dem Musical eignet sich nicht nur zur Wiederholung des Krieges, sondern auch als Hinführung zum Kriegsende. Auch die Äußerung, dass das Kaiserreich besiegt wurde, bietet Gesprächsanlass im Sinne der Multiperspektivität.

Anastasia

Das Musical „Anastasia“ schildert das Leben der Zarentochter Anastasia gemäß dem Disney-Film. Den folgenden Titel (bis 2:13min) habe ich genutzt, um die Russische Revolution einzuführen und die wichtigsten Merkmale dieser zu erarbeiten, bevor wir in eine detaillierte Quellenarbeit gegangen sind. Anschließend haben wir das Musical und das Leben der Zarentochter gegenübergestellt und überlegt, wie Disney auf seine Version des Lebens kam und welche Gefahren sich in dieser falschen Darstellung einer historischer Gegebenheit verbergen.

Hinterm Horizont

Das Musical mit Hits von Udo Lindenberg spiegelt das Leben des Künstlers wieder. Udo Lindenberg verliebte sich in ein Mädchen aus Osterberlin und beschreibt diese Liebe und die damit verbundenen Probleme in seinen Liedern. Der Titel „Mädchen aus Osterberlin“ beschreibt beispielsweise die Beziehung Udos aus Westberlin zu seinem Mädchen aus Osterberlin. Eine Liebe im geteilten Berlin, welche für viele Menschen Alltag war, genauso wie das Leben mit der Teilung und den damit verbundenen Problemen.

Im Unterricht habe ich ausgewählte Lieder des Musicals und weitere zum Thema passende Titel in Gruppenarbeit analysieren und in ihren historischen Kontext setzen lassen. Anschließend haben wir gemeinsam die Verbreitung von historischen Ereignissen in der Musik diskutiert.

Fazit

Die gezeigten Beispiele habe ich in den Klassen 8-10 eingesetzt und bin jedes Mal auf Begeisterung gestoßen. Musicals sind etwas ganz besonders und vor allem die künstlerischen Darstellungen haben meine Mädels begeistert.

Problematisieren der Kriegsbegeisterung mit Valiant Hearts

Computerspiel, Erster Weltkrieg, Geschichte

Meine beiden 9.Klassen hat leider das Los getroffen, dass ich ein großer Fan von Computerspielen im Unterricht bin und es gerade für diese Jahrgangsstufe eine große Fülle an Möglichkeiten gibt. Um die Dramaturgie an dieser Stelle abzukürzen: Wir haben noch nie so viel gelacht im Unterricht wie in diesen Stunden. Dasselbe lässt sich auf die Beteiligung der Schülerinnen übertragen. Statt einer Stunde zur Halloween, wollten sie sogar lieber Unterricht machen als den eduBreakout, den ich ihnen vorbereitet habe. Im heutigen Blogpost möchte ich eine Szene aus Valiant Hearts näher vorstellen sowie dessen Einsatz im Unterricht thematisieren.

Der Einsatz des Spiels im Unterricht

Die vorgestellte Stunde bezieht sich auf die zweite Szene der Episode 1 „Dunkle Wolken“, welche am Bahnsteig 21 des Pariser Bahnhofs angesiedelt ist. Es geht darum, dass der Spieler*in die Musik zur Abfahrt des Zuges starten muss und die Kriegsbegeisterung vor Augen geführt bekam. Eine Vorstellung des Spiels und weitere Einsatzmöglichkeiten sind in diesem Blogartikel (hier) zu finden. Gespielt wurde das Spiel am iPad und mit Hilfe der Dokumentenkamera an die Tafel geworfen. Es stellte absolut kein Problem dar, dass nur eine Schülerin das Spiel gespielt hat, während die anderen zugesehen haben. Ihre Mitschülerinnen haben fleißig Tipps gegebene, sie angefeuert und mitgefiebert. An dieser Stelle kann ich mit gutem Gewissen die Angst vor dem Einsatz im Unterricht nehmen, wenn nur ein Gerät zur Verfügung steht.

Szene aus Valiant Hearts (Episode 1)

Ohne die kommende Szene groß zu kommentieren sind wir in das Spiel gestartet. Die Mädels haben selbstständig die Szene gespielt, ohne dass ich ihnen bei Problemen Hilfestellung gegeben habe. Am Ende der Szene habe ich sie um Rückmeldung zu dieser gebeten. Sofort wurde klar, dass die Schülerinnen sichtlich irritiert waren durch die heitere Stimmung am Bahnsteig, obwohl man doch in den Krieg zog. Das passte in ihren Augen absolut nicht zusammen. Selbstständig haben sie zudem die Frage aufgeworfen, ob dies überhaupt sein kann oder ob das Spiel an dieser Stelle von der Wirklichkeit abgewichen ist.

Quellenarbeit zur Auflösung der Irritation

Zur Klärung ihrer Fragen habe ich ihnen eine Bildquelle zum Augusterlebnis sowie zwei Textquellen aus dem Buch zur Verfügung gestellt.

Augusterlebnis

Die Textquellen aus unserem Schulbuch (Horizonte 9) beschreiben einmal die Kriegsbegeisterung aus deutscher und aus französischer Sicht. Somit konnte zudem die Mulitperspektivität neben der eigentlichen Fragestellung wiederholt werden. Mit Hilfe der drei Quellen haben meine Schülerinnen nun die historische Narration der gezeigten Szene herausgearbeitet und miteinander verglichen. Am Ende haben wir das Erarbeitete zudem in einem Aufschrieb gesichert.

Fazit

Die Szene aus dem Spiel eignete sich sehr gut als Einstieg für das Thema „Kriegsbegeisterung“. Durch die aktive Beteiligung am Geschehen findet eine Aktivierung der Schüler*innen statt und sie stellen selbstständig Fragen zum gezeigten Inhalt.

Julikrise – De-Konstruktion eines Serious Games

Computerspiel, Erster Weltkrieg, Geschichte, Neuzeit

„Und wir dürfen das jetzt wirklich spielen?“ fragten meine Mädels verunsichert als ich sie dazu aufgefordert hatte, ein Serious Game zur Julikrise zu spielen. Nach meiner bejahenden Antwort ging es dann auch schon los.

Das Spiel

Gespielt wurde das Serious Game „1914 – Das Attentat von Sarajevo„. Ich habe weder vor noch während des Spielens groß etwas dazu gesagt und meine Mädels einfach mal machen lassen. Genutzt wurden hierbei die Handys der Mädchen. Hier hat die Praxis gezeigt, dass das Spiel auf dem iPhone am besten läuft.

Nach dem Spiel

Nachdem Spiel habe ich sie gefragt, wie sie das Spiel fanden. Viele hat es irritiert, dass das Attentat stattgefunden hat, auch wenn sie dagegen gestimmt haben. Zudem haben wir darüber diskutiert, ob das Attentat richtig war und ob sie der Meinung sind, dass man für seine Ziele einen Menschen töten darf. Diese Fragen wurden auch im Spiel selbst aufgeworfen und ich habe sie somit nochmals vertieft zur Diskussion gestellt.

Während dieser Debatte kamen schon einige Fragen auf, wer denn nun ermordet worden sei: Franz, der Kaiser von Österreich? Ein König? Oder auch nicht? Im Allgemeinen habe ich während dieser Diskussion festgestellt, dass beide Klassen sehr reflektiert und analysierend vorgegangen sind. Diese Verunsicherung nutze ich, um ihnen die Frage zu stellen, ob das Spiel denn die Realität darstelle. Da wir am Anfang des Schuljahres darüber gesprochen haben, dass Computerspiele dies nicht tun, waren sie ganz schon am Zweifeln. Eine Klasse war komplett irritiert und die andere war der Meinung, dass ein wahrer Kern bestehe. Ich habe mich dazu nicht geäußert und sie überlegen lassen, wie sie denn nun dahinter kommen, ob das Spiel eine historische Narration darstellt oder fiktiv ist.

Die De-Konstruktion

Als kleine Hilfestellung habe ich gemeinsam mit den Klassen Fragen gesammelt – einmal digital und einmal analog – anhand welche die Mädchen recherchieren wollten, was es denn nun mit dem Spiel auf sich hat.

MindMap zur Reche

Bei der Recherche haben sich alle beteiligt und auch die etwas Ruhigeren Schülerinnen haben sich rege an der Recherche und Beantwortung der Fragen beteiligt. Insbesondere Princip hatte es ihnen sehr angetan und so wurde viel zu ihm diskutiert und recherchiert. Hierbei haben sie auch festgestellt, dass es unterschiedliche Darstellungen über seinen Tod gibt und diese gegeneinander abgewogen. Sie haben bei der Recherche gezeigt, dass sie den Umgang mit Quellen und Darstellung beherrschen, diese kritisch hinterfragen und auch gegeneinander abwägen können.

Die Sicherung

Die finale Aufgabe dieser Einheit war die Sicherung der Ergebnisse. Hierbei habe ich den Mädchen wiederum freien Lauf gelassen und entscheiden lassen, in welcher Form das Gelernte gesichert werden soll. Sie haben sich für einen klassischen Tafelaufschrieb entscheiden und diesen auch erstellt.

Sicherung der Recherche

Besonders schön fand ich, dass sie eigenständig gefordert haben, Definitionen wie den Tyrannenmord aufzunehmen, um den Aufschrieb auch später noch gut nachvollziehen zu können.

Fazit

Insgesamt erachte ich diese Einheit als sehr gelungen. Die Mädchen haben sich rege beteiligt und ich bin mir sicher, dass wenn wir nächste Woche eine Klassenarbeit schreiben würde, jede von ihnen den Stoff problemlos wiedergeben können. Auch langfristig wurde durch die selbstständigen Recherchen und das große Interesse am Geschehen aufgrund des Spiels das Wissen nachhaltig im Gedächtnis gesichert.

Videospiele im (Geschichts-)Unterricht: Valiant Hearts: The Great War [Teil II]

Erster Weltkrieg, Geschichte

Dieser Beitrag ist der zweite Teil einer größeren Reihe, welche eine Kurzeinheit zum Einsatz des Videospiels „Valiant Hearts: The Great War“ im Geschichtsunterricht darstellt. Den ersten Teil (inklusive Einleitung, Stunde 1 und 2) findet ihr hier.

Material Unterrichtseinheit „Valiant Hears: The Great War“

Dritte Stunde

Information: In dieser Stunde spielen die Schüler*Innen das dritte Level (Level 2 wird übersprungen, dies kann im Menü ausgewählt werden), in welchem Emile zu Beginn in deutschen Gefangenschaft ist. Hier geht es darum, sich noch einmal mit dem generellen Thema „Darstellung von historischen Ereignissen“ im Videospiel auseinanderzusetzen. Was in der vorherigen Stunde beispielhaft an einem festgelegten Thema analysiert wurde, wird hier mit einem selbst gewählten Thema wiederholt. Zudem wird dieser Schritt durch eine anschließende Kreativaufgabe ergänzt.

Von den Schüler*Innen zu spielendes Level: Kapitel 1 – Neuve-Chapelle

Material

Vierte Stunde

Information: In dieser Stunde spielen die Schüler*Innen das vierte Level, welches sich um die Schlacht bei Ypern dreht. Im Gegensatz zu den vorherigen Stunden, sollen die Schüler*Innen hier bereits vor dem Spielen des Levels überlegen, wie dieses aussehen könnte, um selbst einmal den Überlegungsprozess nachempfinden zu können, wie man ein solches Level erstellt. Neben diesem Aspekt fokussiert sich diese Stunde dabei noch darauf, inwiefern bei Valiant Hearts zwischen dem Grad an Realismus und dem Vermitteln einer Botschaft bzw. eines Gefühls entschieden werden muss. Hier sollen die Schüler*Innen basierend auf ihren bisherigen Erfahrungen und dem Urteil des Historikers Martin Bayer ein eigenes Urteil zu dieser Frage fällen.

Von den Schüler*Innen zu spielendes Level: Kapitel 1 – Ypern

Material

Anmerkung: Diese Einheit ist ein Gastbeitrag von Björn Hennig [Website, Twitter].

Videospiele im (Geschichts-)Unterricht: Valiant Hearts: The Great War [Teil I]

Arbeitsblätter, Computerspiel, Erster Weltkrieg, Geschichte

Den ersten Weltkrieg „nacherleben“? – Valiant Hearts im Unterricht

Videospiele gehören längst zum Alltag der Menschen in Deutschland: Fast 35 Millionen Menschen spielen regelmäßig Videospiele, womit sich dieses Medium nicht mehr hinter Fernsehen oder Radio verstecken muss. Im Gegenteil: Durch seinen großen Einfluss stellt sich natürlich auch die Frage, wie wir als Gesellschaft damit umgehen. Besonders betrifft das natürlich auch den Bereich „Schule“, da wir im Unterricht dort auch immer mit der Lebenswelt der Schüler*Innen konfrontiert sind. Die Schüler*Innen bringen ganz eigene Erfahrungen und Vorstellungen in die verschiedenen Unterrichtsfächer mit. Bestenfalls kann sich daraus eine gewinnbringende Symbiose zwischen dem Lebensweltbezug und dem Lerninteresse der Schüler*Innen entwickeln.

In diesem Sinne soll der heutige Beitrag dazu anregen, das Thema Videospiele in den eigenen Unterricht zu holen. Der Fokus liegt dabei auf dem Geschichtsunterricht, da das vorliegende Spiel Valiant Hearts: The Great War im ersten Weltkrieg angesiedelt ist. Kurz gesagt spielt dort anhand verschiedener Charaktere unterschiedliche Phasen des ersten Weltkriegs nach. Die Geschichten der Charaktere kreuzen sich dabei immer wieder und ermöglichen es, unterschiedliche Perspektiven zum ersten Weltkrieg darzustellen. Eine genauere Beschreibung zum Spiel findet ihr hier als Text oder hier als Video. Hier gibt es noch eine erinnerungskulturelle Einordnung des Spiels aus der Datenbank „Games und Erinnerungskultur“ der Stiftung digitale Spielekultur.

Die folgende Idee einer kurzen Unterrichtsreihe orientiert sich dabei an einem anderen Medienprodukt, welches den ersten Weltkrieg zum Thema hat und welches bereits zum Standard-Kanon des Geschichtsunterrichts gehört: Der Film Im Westen nichts Neues. Wie es bei einem Film üblich ist, dass die Schüler*Innen diesen sehen, sollen sie bei dieser Kurzeinheit also auch dazu kommen, dass Spiel zu spielen. Es geht also darum, dass die Schüler*Innen nicht nur über das Medium sprechen, sondern direkt mit diesem interagieren.

Einblick in das Spiel

Auch wenn dieser Beitrag von einer kurzen Unterrichtsreihe zu Valiant Hearts handelt, gibt es bereits Entwürfe, die Ideen zu einzelnen Stunden präsentieren. Im Gegensatz zu der hier vorgestellten Reihe wird bei diesen das Spiel an sich auch nicht benötigt, dort wird vor allem anhand von Trailern und der Entwicklertagebücher über das Spiel gesprochen. Die Entwürfe zu den Stunden findet ihr unter den folgenden Links:

Technische Voraussetzungen

Da für es für die vorgestellte Reihe notwendig ist, dass das Spiel auch selbst „gespielt“ wird, ist es notwendig, hier einmal kurz über die technischen Voraussetzungen zu sprechen. Das Spiel selbst ist aus dem Jahr 2014 und als 2D-Adventure wenig fordernd für aktuelle Hardware. Es kann als „Spiel“ auf einem PC gespielt werden, allerdings gibt es auch eine für Smartphones und iPads-optimierte Version, die in den jeweiligen App-Stores heruntergeladen werden kann. Hierbei kostet die PC-Version aktuell 14,99€ und kann über verschiedene Anbieterplattformen (z.B. Steam oder UPlay) erworben werden. Für mobile Endgeräte gibt es sogar eine kostenlose Version, welche das komplette erste Kapitel beinhaltet, auf welchem die meisten der hier genutzten Materialien basieren. Die weiteren Episoden können einzeln dazu gekauft werden, alternativ gibt es auch hier das ganze Spiel für 14,99€ zu kaufen.

Inhaltliche Voraussetzungen

Da es bei der Arbeit mit Valiant Hearts vor allem darum geht, sich kritisch mit der Geschichtsdarstellung innerhalb eines Videospiels auseinanderzusetzen, liegt der Fokus auch auf dem Aspekt Geschichtskultur. Inhaltlich sollten die Schüler*Innen daher mit den wichtigsten Phasen des ersten Weltkriegs vertraut sein, um die jeweiligen Aufgaben zu den einzelnen Leveln auch entsprechend erledigen zu können. Hilfreich ist es hier, dass das Spiel zu jedem Level ein eigenes Nachschlagewerk hat, in welchem man sich jederzeit über die historischen Hintergründe informieren kann. Zum Thema Geschichtskultur sollten mit den Schüler*Innen zumindest schonmal darüber gesprochen worden sein, dass Geschichte im Endeffekt nur ein Konstrukt ist und dass historische Narrative immer nur Erzeugnisse ihrer jeweiligen Zeit sind. Dies gilt natürlich auch für das Genre der Videospiele, wird aber auch im weiteren Verlauf der Einheit noch weiter thematisiert.

Vorerfahrungen in Bezug auf Videospiele sind nicht notwendig, aber Schüler*Innen, welche bereits Erfahrungen mit Videospielen gemacht haben, gewinnen eventuell einen schnelleren Zugang zu diesem Thema.

Da es sein kann, dass die Schüler*Innen an Stellen im Spiel nicht weiterkommen, kann es hilfreich sein, sich für die in der Stunde zu spielenden Kapitel vorher einen Musterlösung anzuschauen. Unter dem folgenden Link findet man eine Lösung zu den einzelnen Spielkapiteln. Alternaitv können hierzu auch Let’s Play-Videos auf YouTube geschaut werden.

Material Unterrichtseinheit „Valiant Hears: The Great War“

Erste Stunde

Information: Diese Stunde dient zum Einstieg in die Kurzeinheit und zum „Kennenlernen“ des Spiels. Es werden Leitfragen für die kommenden Stunden entwickelt und es wird ein erster Blick in das Spiel geworfen, sodass die Schüler*Innen in der nächsten Stunde direkt „losspielen“ können.

Von den Schüler*Innen zu spielendes Level: /

Zweite Stunde

Information: In dieser Stunde spielen die Schüler*Innen das erste Level und begleiten Emile von seinem Weg vom Hof an die Front. Inhaltlich liegt der Fokus in dieser Stunde auf der Darstellung des Augusterlebnisses und dem Kontrast zwischen der Euphorie in der Heimat und den Erfahrungen an der Front.

Von den Schüler*Innen zu spielendes Level: Kapitel 1 – Kaserne

Anmerkung: Dieser Blogpost ist Teil einer größeren Serie, welche eine Kurzeinheit zum Einsatz von „Valiant Hearts: The Great War“ im Unterricht präsentiert. Diese Serie wird mit Teil 2 fortgesetzt. Diese Einheit ist ein Gastbeitrag von Björn Hennig [Website, Twitter].

SABATON – Fields of Verdun

Arbeitsblätter, Erster Weltkrieg, Geschichte, Neuzeit

Sabbaten ist eine schwedische Haevy-Metal-Band, deren Lieder sich vorwiegend mit militärhistorischen Themen befassen. Einer ihrer Songs thematisiert hierbei die Schlacht von Verdun.

Mithilfe eines Arbeitsblattes und der Darstellung von Planet Schule findet eine kritische Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen sowie der Darstellung der Ereignisse im Song sowie im dazugehörigen Musikvideo statt. Die SchülerInnen sollen hierbei die Problematik der Schlacht von Verdun erarbeiten und verstehen, warum diese mit verschiedenen Begriffen um schrieben wird.

Material

Das Material unterliegt folgender Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

[Tutory meets Sejda] Das Attentat von Sarajevo

Apps/Programme, Arbeitsblätter, Computerspiel, digital, Erster Weltkrieg, Geschichte, Methode, Methodik

Auf Wunsch meiner Follower zeige ich heute, wie man ganz einfach ein Arbeitsblatt von Tutory.de in eine interaktive Datei verwandeln kann.

Das Arbeitsblatt

Das Arbeitsblatt habe ich zu allererst mit Tutoty.de erstellt und anschließend mit der Anwendung Sejda bearbeitet.

Die Aufgabe der SchülerInnen ist es hierbei mit Hilfe eines Serious Games das Attentat von Sarajevo zu erarbeiten. In der Rolle eines Attentäters werden sie hierbei vor die Entscheidung gestellt, den Thronfolger zu ermorden oder die Tat zu verhindern.

Um den QR-Code zum Spiel auch auf dem PC abrufen zu können, habe ich diesen mit einem Link versehen. Hierzu wird die gleichnamige Funktion benötigt.

Bearbeitung Sejda

Das Drop-Down-Menü

Für die Erstellung dieser Funktion habe ich mit Tutory einen einfachen Lückentext generiert und diesen mit Sejda anschließend in ein Drop-Down-Menü verwandelt. Die entsprechende Funktion hierfür heißt „Dropdown“.

Vorlage mit Tutory
Bearbeitung mit Sejda

Die Auswahlfelder

Für diese Funktion wählte ich bei Tutory den Baustein „Multiple-Choice“ und fügte anschließend bei Sejda „Radio option“ zur Markierung der richtigen Antworten hinzu.

Vorlage mit Turory
Bearbeitung mit Sejda

Textfelder

Um bei einer offenen Frage den SchülerInnen Platz für Antwortmöglichkeiten zu schaffen, setze ich eine Textarea mit der Option des Zeilenumbruchs.

Bearbeitung Sejda

Lückentext

Bei einem Lückentext dagegen, bei welchem nur einzelne Felder auszufüllen sind, wähle ich die Option „Text box“, welche keinen Zeilenumbruch beinhaltet. Die einzelnen Textfelder setze ich anschließend auf die entsprechenden Lücken, welche mit Tutory geniert wurden.

Vorlage Tutory
Bearbeitung Sejda

Fazit

Ich hoffe, ich konnte euch mit der kleinen Vorstellung beider Anwendungen zeigen, wie einfach es ist mit Tutory und Sejda interaktive Arbeitsblätter zu erstellen. Die Erstellung des Arbeitsblatt inklusive der Einarbeitung der interaktiven Elemente hat eine knappe Stunde gedauert.

Material

Das Material unterliegt folgender Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Der Beginn des 1. Weltkriegs – PDF mit Dropdown-Menü [AB+Anleitung: Adobe Pro + Libre/Open office]

digital, Erster Weltkrieg, Geschichte

Diese Woche steht weiterhin ganz unter dem Motto der Digitalität. Während im Post am Freitag die „Adobe Pro“ Alternative „Libre Office“ im Mittelpunkt steht, wird heute eine Idee, welche unter einem meiner letzten Tweets zum digitalen Arbeitsblatt aufkam, aufgegriffen – der Zeitstrahl.

Das entstandene Arbeitsblatt kann individuell im Unterricht als Ergänzung zum Lehrbuch, Heimaufgabe, Wiederholung etc. eingesetzt werden. Aus diesem Grund habe ich auf eine finale Aufgabenstellung verzichtet und das Arbeitsblatt zusätzlich als analoge Version zum Download bereit gestellt.

Anleitung „Adobe Pro“

Das Arbeitsblatt an sich wurde diesmal komplett mit Hilfe einer Vorlage aus PowerPoint erstellt.

Anschließend wurde dieses als PDF abgespeichert und mit Adobe Pro geöffnet. Über das Tool „Formular vorbereiten“ und dem anschließenden Befehl „Drohdown-Liste hinzufügen“ wurden die einzelnen Kästen erstellt.

Über die Eigenschaften folgt anschließend die Eingabe der verschiedenen Auswahlmöglichkeiten.

Am Ende des Erstellungsprozess wurden die verschiedenen Textfelder – wie bereits beim letzten Arbeitsblatt erläutert – eingefügt. Nach dem Speichern der PDF besteht nun für den Anwender die Möglichkeit, die verschiedenen Ereignisse des „Ersten Weltkrieges“ gemäß ihrer Chronologie zu ordnen.

Anleitung „LibreOffice & Open Office“

Als kostenlose Alternative stehen die Anwendungen „LibreOffice“ und „OpfenOffice“ zur Verfügung. „Microsoft Word“ kann dies leider nicht. Im nachfolgenden Video findet eine sehr detaillierte und einfache Erklärung für die Erstellung des gezeigten Elementes in „LibreOffice“ oder „OpenOffice“ statt. Als Vorlage für das Arbeitsblatt kann wiederum die bereits erstellte Vorlage genutzt werden, allerdings diesmal nicht in einem PDF-Format, sondern in einem mit der Anwendung kompatiblem Format. Zur Erstellung von Textfelder mit den eben erläuterten Anwendungen folgt zudem am Freitag ein separater Post.

Um die im Video gezeigten Steuerungselemente nutzen zu können, bedarf es die Ausführung der Befehle Ansicht – Symbolleisten – Formular-Steuerelemente. Die Reihenfolge der Befehle ist für beide Anwendungen dieselbe. Ich persönlich empfinde die Anwendung mit „OpenOffice“ als angenehmer, aber das ist in meinen Augen lediglich ein persönliches Empfinden.

Der folgende Clip erläutert nun Schritt für Schritt die weiteren Anwendungen. Nach dem Erstellen des Arbeitsblattes muss das Dokument anschließend als PDF exportiert werden, um die Anwendungen nutzen zu können.

Fazit

Im direkten Vergleich beider Anwendungen empfinde ich die Handhabung von Adobe Pro als wesentlich angenehmer und auch schneller. Allerdings für den satten Preis von etwa 20 Euro ist die Anwendung in meinen Augen lediglich für die Erstellung von Arbeitsblättern zu teuer. Die Freeware-Programme bieten eine hervorragende Alternative zu Adobe Pro an, bei welcher man keine großen Abstriche machen muss.

Material

Das Material unterliegt folgender Lizenz: CC BY 4.0.

Quellenarbeit: Zeitungsartikel zum 29.Juli 1914

Erster Weltkrieg, Geschichte, Textquelle

Thematisch angelehnt an den Geschichts-Post von Mittwoch, geht es heute um einen Zeitungsartikel, welcher zu Beginn des Ersten Weltkrieges in Baden veröffentlich wurde. 

Zeitungen als Medium müssen oftmals einer kritischen Reflexion unterzogen werden, da sie je nach politische Lage nicht frei von jeglicher Subjektivität sind. Trotzdem sind sie vor allem in den Kriegsjahren ein sehr spannendes Medium, da sie oftmals die Stimmung des Volkes auffangen und widerspiegeln.

kleine Schritte im großen Krieg

Computerspiel, digital, Erster Weltkrieg, Geschichte, Spiel

Mit „kleine Schritte im großen Krieg“ betitelt Planet Schule ein Multimedia-Lernspiel, bei welchem die Schülerinnen und Schüler in verschiedene Rolle des Ersten Weltkrieges schlüpfen. „Die Spieler müssen verschiedene Aufgaben erledigen und Entscheidungen treffen. Diese Gewissensentscheidungen regen zur Reflexion und zur Überprüfung der eigenen Wertemaßstäbe an.“ (Planet Schule)Hierbei können diese zwischen dem Attentat von Sarajevo, dem Luftkrieg, dem Lazarett oder dem U-Boot-Krieg wählen.

Der Spieler schlüpft in die Rolle einer historischen Persönlichkeit, welche auf irgendeine Art und Weise für den Tod von Menschen verantwortlich ist. Man muss der Vita dieser Person eine gewisse Zeit lang folgen, hat aber im entscheidenden Moment die Möglichkeit diesen Weg zu verlassen. Bevor man die Entscheidung für oder gegen den Mord trifft, werden einem nochmals Gedankengänge aus verschiedenen Perspektiven aufgezeigt, die für oder gegen die Ausübung der Handlung sprechen. Entscheidet man sich gegen die Handlung, erfolgt die historische Auflösung des Ereignisses.

Kritisch zu betrachten ist hierbei, dass man den Weg bis zu einem gewissen Grad folgen müssen und nicht von Anfang an nein wählen kann. Positiv hervorzuheben ist dafür der kritische Umgang mit den Ereignissen, das Aufzeigen der verschiedenen Perspektiven zu einer Handlung und die korrekte historische Auflösung. 

Somit ergibt sich eine klare Empfehlung der Anwendungen für den Unterricht, auch wenn zu empfehlen ist, manche Spielschritte im Nachhin mit der Klasse nochmals kritisch zu betrachten.

Link zum Spiel (auch für Tablets geeignet): https://www.planet-schule.de/…/multimedia-lernspiele-detail…

PS: Das Spiel startet am PC (MacBook Air) mit Doppelklick auf das schwarze Feld.