Einsatzmöglichkeiten von ChatGPT im Geschichtsunterricht

Geschichte, Künstliche Intelligenz, Methode, Neuzeit

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Unterricht, gerade am Beispiel des Tools ChatGPT ist gerade in aller Munde. Sowohl im Hinblick auf die Möglichkeiten, welche das Tool bietet, als auch auf die Gefahren. Dementsprechend wollte ich beide Aspekte gerne auch einmal mit meinen Schüler*Innen thematisieren, weshalb ich das Tool einmal in einer Geschichtsstunde meiner achten Klasse eingesetzt habe.

Zum Unterrichtskontext: Mit meiner achten Klasse haben wir gerade das Thema Imperialismus behandelt und über die Kongo-Konferenz von 1884/85 gesprochen. Die Schüler*Innen haben gesehen, dass die Konferenz im Prinzip nur dazu diente, Afrika unter den europäischen Großmächten aufzuteilen, während die Interessen afrikanischer Staaten gar nicht berücksichtigt wurden. Dies haben wir anhand von Quellen und Darstellungstexten herausgearbeitet. Zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema sollten die Schüler*Innen nun noch eine Kreativaufgabe bearbeiten und aus der Sicht einer europäischen oder afrikanischen Zeitung über die Ergebnisse der Kongo-Konferenz berichten. Die Perspektivität hatte ich dabei extra vorgegeben, damit die Schüler*Innen sich noch einmal verstärkt mit den jeweiligen Perspektiven auseinandersetzen mussten.

Bevor die Schüler*Innen dann in die Arbeitsphase gegangen sind, erzählte ich ihnen noch, dass sie heute einen besonderen „Gastschüler“ hätten: ChatGPT! Ich stellte ihnen das Programm kurz vor und erzählte ihnen grob davon, wie das Programm funktioniert. Dann tippte ich die den Schüler*Innen gestellte Aufgabe (afrikanische Perpsektive) dort ein und sagte, dass wir am Ende nicht nur 2-3 Antworten von euch, sondern auch die von ChatGPT lesen würden. Dieser sollte dann genauso ein Feedback bekommen wie die anderen. Nach dieser Ankündigung entließ ich die Schüler*Innen in die Arbeitsphase, während ChatGPT in wenigen Sekunden eine Antwort erstellt hatte. Diese möchte ich euch hier nicht vorenthalten:

Die Besprechung

Neugierig kamen meine Schüler*Innen nach gut 30 Minuten dann wieder in den Klassenraum, um ihre Zeitungsberichte vorzutragen. Ganz normal trugen hier erstmal drei Gruppen ihre Ergebnisse vor, wonach es drei bis vier Stimmen Feedback gab. Wir hörten so zwei europäische und eine afrikanische Perspektive, die insgesamt alle drei gelungen waren und viel positives Feedback bekamen. Nach den drei von den Schüler*Innen verfassten Antworten gingen wir dann zu ChatGPT über und schauten uns an, was er so geschrieben hatte. Im ersten Moment waren die Schüler*Innen ganz überrascht, wie viel das Programm geschrieben hatte. So war es etwas mehr als die bisherigen drei Antworten, aber trotzdem noch deutlich im Rahmen. Ein Schüler las die Antwort dann einmal laut vor und danach kam von meiner Seite die Aufforderung, ChatGPT ebenfalls Feedback zu geben.

Positiv wurde von den Schüler*Innen erwähnt, dass die Antwort sehr ausführlich wäre und inhaltlich wichtige Punkte aufgegriffen worden wären. Sie waren ein wenig verwundert, dass das Programm hier auf Informationen zurückgriff, welche sie nicht gehabt hätten, aber nachdem diese auf Nachfrage von mir als „richtig“ bezeichnet wurden, werteten sie dies positiv. Auch die Länge und der generelle Stil wurde positiv aufgenommen, wenngleich eine Schülerin anmerkte, dass man einen deutlichen Unterschied vom Niveau im Vergleich zu ihren Antworten merken würde: ChatGPTs Antwort klinge wie ein Text, welchen ein Professor „in so einem Geschichtsbuch“ geschrieben hätte. Hier merkten sie kritisch an, dass man so klar erkennen würde, dass so kein Schüler schreiben würde. Größter Kritikpunkt für die Schüler*Innen war die „schwache“ Perspektivität: Sie merkten an, dass man bei den Texten der Mitschüler*Innen wesentlich stärker herausgehört hätte, welche Perspektive hier vertreten wurde. ChatGPTs Antwort wäre sehr neutral formuliert gewesen, als ob das Programm gerade versuche, eine eigene Wertung zu vermeiden. Gerade der Aspekt, dass in dem Zeitungsartikel auch positive Seiten der Kongo-Konferenz für Afrika hervorgehoben wurden, wirkte für einige Schüler etwas komisch.

Fazit

Insgesamt fanden die Schüler*Innen das Experiment sehr spannend und konnten ChatGPT als Programm sowohl Chancen als auch kritische Punkte abgewinnen. Die Möglichkeit, schnell Antworten auf Fragen zu bekommen, sei prinzipiell nicht verkehrt, aber man müsse eben immer im Hinterkopf haben, dass hier kein Mensch antworten würde. Auch sei deutlich geworden, dass das Programm sehr „allgemein“ arbeiten und selten konkrete Positionen beziehen würde.

Aufbau zum Übernehmen

Schritt 1: Kreativaufgabe nach dem Motto: Schreibt über ein historisches Ereignis einen Artikel / Bericht etc., am besten mit einer bestimmten Perspektive.

Schritt 2: Lasst die Schüler*Innen diese Aufgabe bearbeiten und im Hintergrund ebenfalls ChatGPT.

Schritt 3: Im Plenum werden zuerst die Antworten der Schüler*Innen vorgelesen und es wird sich gegenseitig Feedback gegeben.

Schritt 4: Das Ergebnis der KI wird vorgelesen und auch hier gibt es Feedback der Schüler*Innen. Gerne können auch hier schon Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen KI-Antwort und Schüler*Innen-Antworten genannt werden.

Schritt 5: Kritische Auseinandersetzung über Chancen und Risiken von dem stetigen Gelangen von Künstlicher Intelligenz in den Alltag.

Die Discovery Tour im Geschichtsunterricht einsetzen

Antike, Computerspiel, Geschichte

Dass man Computerspiele im Geschichtsunterricht gewinnbringend einsetzen kann, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Insbesondere in den jüngeren Jahrgangsstufen bietet es sich an, für den Einsatz von Digitalen Spielen im Unterricht auf sogenannte Serious Games zurückzugreifen. Das sind Spiele, welche speziell für den Bildungskontext entwickelt wurden und in der Regel eine sehr geringe Altersfreigabe haben. Zu diesen Spielen zählt auch die Discovery Tour von Ubisoft. Diese kostet als Einzellizenz um die 20€, ist aber auch kostenlos bei den Hauptspielen der Reihe enthalten.

Discovery Tour

Die Discovery Tour ist eine Reise durch die Welt von Assassin´s Creed ohne Gewalt, Blut und sexuelle Inhalte. Diese Museumstour gibt es mittlerweile für die Teile „Wiking Age“, „Ancient Greece“ und „Odyseey“. Letztere habe ich für meinen Unterricht genutzt. In den einzelnen Touren können die Schüler*innen einzelne Quests bearbeiten, welche ihnen etwas über ein spezifisches Thema, beispielsweise die Pyramiden beibringen. Hierdurch lernen die Schüler*innen spielerisch etwas über unsere historische Vergangenheit und vergessen so manchmal die Welt um sich herum. Ein großer Pluspunkt im Vergleich zu anderen Serious Games ist sicherlich auch die extrem gute Grafik der Spielereihe, welche das Eintauchen in eine fremde Welt sehr erleichtert.

Einsatz im Unterricht

Natürlich darf an dieser Stelle im Unterricht nicht vernachlässigt werden, dass es sich bei dem Spiel um eine Darstellung handelt und die Schüler*innen in diesem Hinblick auch geschult werden. Dies haben meine Mädels aber super gemacht und auch in der Ex ihr Wissen unter Beweis gestellt. Im Unterricht habe ich das Serious Game komplett in die Einheit zum Alten Ägypten eingegliedert und hierfür drei Episoden gewählt. Einmal eine Tour über den Nil, einem durch eine Pyramide und letztendlich noch zur Mumifizierung. An dieser Stelle muss ich aber auch gestehen, dass nicht alle Touren der Discovery Tour sich vor den Unterricht eignen, da einige doch etwas langatmig oder langweilig sind. Mit Hilfe der Tour haben die Mädels somit drei Erarbeitungen ihres Entdeckertagebuchs gemeistert, während die anderen Themen mit anderen Methoden bearbeitet wurden.

Zudem befanden sich noch Einheiten zur Quellenkritik, Geschichtskultur und der Hochkultur in ihrem Entdeckertagebuch, welches sie als Büchlein in DNA5 bekommen haben.

Technische Durchführung

Da ich leider nicht über eine so große Anzahl an Konsolen verfüge, damit jede Schülerin an einem eigenen Gerät spielen kann, haben wir das Spiel gemeinsam im Unterricht gespielt. Hierfür habe ich es an die Tafel projektiert und zwei Controller mit Bluethooth im Klassenzimmer umherlaufen lassen, sodass jede mehrmals in dieser Einheit spielen konnte. Ich hatte nicht das Gefühl, dass dies ein größer Nachteil war, denn die Mädels hatten sehr viel Spaß und die einzelnen Stunden richtig gefeiert.

Fazit aus der Praxis

Die Einheit zu Ägypten hat sowohl den Mädels als auch mir große Freude bereitet und ich würde es immer wieder machen. Neben den historischen Komponenten haben sie sehr viel über die Rezeption von Geschichte gelernt. An dieser Stelle soll auch nicht die Nähe zu ihrer eigenen Lebensrealität vernachlässigt werden, denn privat Spielen tut tatsächlich auch ein Teil der Klasse.

Material

Das Entdeckertagebuch findet ihr mit Clips zu diesen einzelnen Episoden hier bei eduki. Zudem möchte ich an dieser Stelle auch auf die Arbeit von Lucas Haasis und Patrick Heike zur Discovery Tour, insbesondere Ancient Greece verweisen, wo ihr gerne hier einmal vorbeischauen könnt.

So gestaltest du ein Lapbook für deinen Unterricht!

alternative Prüfungsformate, Antike, Geschichte

Lange haben wir überlegt, mit welchem Beitrag wir ins das Jahr 2023 einsteigen. Ende des letzten Jahres haben wir beide noch spannende Projekte durchgeführt, welchen aber noch nicht ganz abgeschlossen und somit auch nicht fertig für eine Vorstellung sind. Ihr dürft euch auf jeden Fall auf einen digitalen und kreativen Januar freuen. Kreativ geht es auch im neuen Jahr los und zwar mit einem interaktiven Buch für meine 6.Klassen. Per Definition passt es in meinen Augen am besten in die Kategorie der Lapbooks, ich habe aber auch Layerbook, Klappbook oder Shutterbook im Netz gefunden. Vom Aufbau kann man hier vermutlich auch von einem Flipbook reden, aber das ist ohne interaktive Elemente.

Was ist ein Lapbook?

Unter einem Lapbook versteht man ein Klappbuch mit verschiedenen interaktiven Elementen. In der Regel lassen sich meist links und rechts Flügel aufklappen. Dies ist aber nicht immer der Fall. In einem Lapbook verstecken sich verschiedene Elemente, welche von den Schüler*innen zu einem bestimmten Thema erarbeitet werden. Diese können vorgegeben oder frei gewählt sein. Hierbei kommt es vor allem auf Kreativität, Vorstellungskraft und für ein gutes Verständnis des Themas sowie den Transfer dessen auf die interaktiven Elemente an. Ein sehr schönes Beispiel, wo die Elemente auch selbst gestaltet wurden, findet du zum Beispiel hier für das Fach Latein.

Vorbereitung

Als ersten Schritt bei der Konzeption eines Lapbooks kann ich jedem nur empfehlen auf Schmierpapier eine Skizze zu basteln und den Inhalt grob zu konzipieren. Ich habe hierfür bereits das Papier auf die entsprechende Seitengröße zugeschnitten und grob eingezeichnet, wo die interaktiven Elemente später platziert werden. Als Format habe ich DNA4 gewählt, damit man es später lochen und abheften kann.

Anschließend habe ich meine Skizze mit Canva zu Papier gebracht und die Vorlage für das Lapbook gestaltet. Alle Inhalte werden anschließend auf DNA4 gedruckt und können auch so verbastelt werden. So benötigt es bis auf Kleinigkeiten kein extra Material oder einen dicken Karton. Ich habe mich für verschiedene interaktive Elemente, wie einen Fächer, ein Faltbüchlein und offene Karten entschieden. Besonders gut gefällt mir hierbei das Büchlein, welches durch einen kleinen Klettverschluss zusammengehalten wird und zu eine kleine Spielerei innerhalb des Lapbooks darstellt.

Von der Skizze bis zum fertigen Produkt habe ich etwa 1,5Tage benötigt, da ich auch noch Texte schreiben und Quellen recherchieren musste. Auch wenn es sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat, muss ich doch sagen, dass es mir sehr viel Spaß bereitet hat und ich es wieder so machen würde.

Einsatz im Unterricht

Das Lapbook wird den Abschluss der Reihe „Antikes Griechenland“ bilden und uns bis zu den Faschingsferien begleiten. Nach der aktuell laufenden Einheit zu Olympia werden die Mädchen das Buch im Unterricht erarbeiten und gemeinsam mit mir basteln. Als Besonderheit dürfen sie erstmals mit dem iPad arbeiten und zudem mit den Playbooks von History Voices einige Abschnitte ausfüllen. Die Darstellungstexte zu den einzelnen Kapiteln befinden sich auf den Arbeitsblättern und zusätzlich auf ihrer Klassenpinnwand. Hierbei können sie zwischen verschiedenen Materialien auswählen, welche in der Regel aus Texten, Video und interaktiven Aufgaben bestehen. Für die Erarbeitung sind hierbei vier Stunden geplant und für das gemeinsame Basteln anschließend die letzte Stunde vor den Faschingsferien.

Material

Das Material mit (hier) und ohne Inhalt als PDF &PowerPoint-Template (hier) ist via eduki zu erwerben und kann auch einzeln heruntergeladen werden.

Einführung in die Geschichte mit der Discovery Tour [+ Material]

Computerspiel, Geschichte, Spiel

Wenn Kinder mit Geschichte in der Schule anfangen, dann beginnen die ersten Stunden meistens nicht mit Dinosauriern oder Menschen in der Steinzeit, sondern es geht darum, dass die SchülerInnen sich mit Geschichte generell auseinandersetzen: Was ist Geschichte eigentlich? Und woher haben wir unser Wissen über die Geschichte? Über die letztere Frage gelangt man dann auch schnell zu der klassischen Einteilung von Sachen, die sich mit Geschichte beschäftigen, in Quellen und Darstellungen. Beide Begriffe sind prägend für das historische Arbeiten im Geschichtsunterricht, weshalb diese dementsprechend auch ausführlich eingeführt werden sollten.

Während die Einführung von Quellen in meinem Unterricht ganz klassisch ablief, wollte ich bei der Einführung der Darstellungen in meiner fünften Klasse gerne ein wenig mehr auf die Lebenswelt der SchülerInnen eingehen. Bereits bei der Frage, wo wir im Alltag auf Geschichte treffen, kamen hier viele Beispiele, die sich auf Computerspiele bezogen. Insofern kam mir der Gedanke, dies bei der Planung gleich aufzugreifen, weshalb ich mich entschied, eine Stunde zu machen, welche Darstellungen im Geschichtsunterricht mit Hilfe der Discovery Tour von Assassin’s Creed: Odyssey einführt.

Durchführung

Ich hatte den SchülerInnen natürlich nicht erzählt, dass ich vorhatte, mit ihnen in dieser Stunde ein Videospiel zu spielen. Insofern habe ich zum Einstieg der Stunde ganz klassisch gefragt, womit wir uns in der letzten Stunde beschäftigt haben, worauf wir dann kurz eine Wiederholung zum Quellenbegriff durchführten. Anschließend holte ich ein Gamepad heraus, wonach schon erstes „Getuschel“ begann: „Warum bringt Herr Hennig denn ein Gamepad mit?“. Anschließend lies ich auf dem Smartboard hinter mir das bereits über meinen Laptop gestartete Spiel projizieren und meinte, dass wir uns heute mal ein Spiel anschauen wollten, welches sich mit Geschichte beschäftigt. Auf die folgende Frage, wer denn mal spielen möchte, ging blitzschnell jeder Finger nach oben. Ein motivierendes Gefühl!

Ich hatte die Discovery Tour in Athen gestartet, hier sollten insgesamt 5 SchülerInnen einmal ein wenig herumlaufen können. Ziel war es dabei, ein wenig darüber zu sprechen, was die SchülerInnen sehen und wie „realistisch“ das im Spiel gezeigte Bild des antiken Griechenlands ist. Während also nach und nach 5 SchülerInnen vorne auf dem „Spielstuhl“ Platz nahmen und stellvertretend für die ganze Klasse spielten, arbeitete ich mich nach und nach zu der Frage vor, ob das Spiel hier denn auch eine Quelle wäre. Hier kam dann auch relativ schnell die Meinung, dass das Spiel keine Quelle sein könne, da es ja nicht aus der Vergangenheit, sondern „von heute“ stamme. Daher sei es eben keine Quelle. So kam ich zu der Überleitung, dass wir einen anderen Begriff für Videospiele, Comics, Filme etc. bräuchten. So konnte ich zu dem folgenden Arbeitsblatt überleiten, mit welchem wir dann den Darstellungsbegriff einführten.

Wie ihr seht, bleibt das Spiel gerade durch die zweite Aufgabe weiterhin präsent. Mit diesem AB geht es nicht nur darum, sich mit Beispielen von Darstellungen und der Unterscheidung zu Quellen auseinanderzusetzen, sondern Darstellungen hier am Beispiel vom Spiel kritisch zu untersuchen. Altersgerecht habe ich mich hier für eine Ankreuz-Aufgabe entschieden, da man mit dieser relativ einfach auch Fünftklässler zum diskutieren bringen kann. Wichtig war mir hier, dass sie sehen, dass z.B. Videospiele eben keine „echte“ Vergangenheit zeigen, sondern nur Vorstellungen der Entwickler, die allerdings durchaus die aktuelle Forschung berücksichtigen können. Auch die Frage, was mit so einem Spiel in erster Linie bewirkt werden soll (Geld, für ein Unternehmen zu generieren) konnten wir so diskutieren.

Fazit

Die euch vorgestellte Stunde hat nicht nur mir, sondern meinen SchülerInnen sehr viel Spass gemacht. So haben sie durch den Einstieg nicht nur Spass am Spielen des Spiels gehabt (auch wenn nur einzelne spielen durften, diese wurden aber lautstark angefeuert), sondern wir konnten auch gut das Thema an sich einführen und diskutieren. Gerade durch das Spielen konnten wir sehr gut besprechen, dass das im Spiel gesehene antike Griechenland keine eigentlichen Quelle ist und daher anders als z.B. „echte“ antike Überreste bewertet werden muss. Das AB war dann bewusst relativ kurz gehalten, konnte aber so im „Rest“ der Stunde (45 Minuten) sehr gut bearbeitet und besprochen werden. Auf Basis dieser Stunde haben wir dann in der nächsten Stunde Quellen und Darstellungen noch einmal gemeinsam besprochen und gezielter vergleichen, womit dieses Thema dann ausführlich eingeführt war. Besonders gefreut hat mich, dass einige SchülerInnen auch nach der Stunde zu mir kamen und sich für die tolle Stunde bedankten. Gleichzeitig fragten sie aber, wann wir dann wieder spielen würden, worauf ich meinte „Erstmal nicht mehr“, wo sie dann leider ein wenig enttäuscht waren. 😁 Vor kurzem kam dann eine Schülerin und meinte, dass ihr die Stunde so viel Spass gemacht hätte, dass sie sich die Discovery Tour gleich zu Weihnachten gewünscht hätte. Insofern freue ich mich doch, auch dem Weihnachtsmann mit dieser Stunde ein wenig geholfen zu haben… 🎅

Material

Wenn ihr das Material auch in eurem eigenen Unterricht nutzen wollt, könnt ihr das gerne hier herunterladen:

Weitere Ideen und Einsatzmöglichkeiten zum Einsatz von Videospielen für den Geschichtsunterricht findet ihr bei unseren Freunden Dr. Lucas Hassis und Patrick Heike, mit welchen wir mittlerweile schon einige gemeinsame Projekte gestartet haben. Schaut gerne bei ihnen und informiert euch über kommende und vergangene Workshops vorbei, vor allem, wenn ihr auch den Einsatz der Discovery Tour im Unterricht plant. 👍

Alle Inhalte und Texte dieser Website stehen unter der CC BY-NC-SA 4.0. Dies gilt nicht für externe Inhalte sowie Inhalte, wo dies speziell anders ausgewiesen ist. Hierzu zählen unter anderem Arbeitsblätter und sonstige Materialien.

Tools für die Argumentation: Argumentationswippe vs. Kialo

Allgemein, digital, Geschichte, Politik/Sozialkunde

Die Argumentation im Unterricht ist eine Kompetenz, mit welcher viele Schüler*innen oftmals zu Beginn Probleme haben. Nicht ohne Grund ist sie bei den Operatoren auch im Anforderungsbereich drei angesiedelt. Insbesondere in Geschichte und Politik ist diese Kompetenz fast schon eine Kernkompetenz, welche in einer Vielzahl von Stunden zum Einsatz kommt. Ich erinnere mich an so gut wie keine Politikstunde, wo wir nicht diskutiert haben. Um Schüler*innen hierbei bei der Argumentation zu unterstützen und diese zu visualisieren, nutze ich gerne digitale Tools. 

Argumentationswippe

Die Argumentationswippe ist ein kostenloses Tool, welches ich gerne zur Visualisierung von einfachen einfachen Argumentationen im Unterricht einsetze. Im gezeigten Beispiel haben wir über die Rechtfertigung der Todesstrafe gesprochen und Argumente dafür oder dagegen gesammelt. Ohne Anmeldung kann ich hierbei am Computer die Argumente der Mädels sammeln und anordnen. Somit findet eine Strukturierung der Argumente sowie eine Sicherung derer statt. Selbstverständlich ist es ebenso möglich, dass die Schüler*innen selbstständig Argumente sammeln und gewichten und diese beispielsweise gemeinsam in einer TaskCards sammeln und diskutieren. Hier habe ich darüber schon einmal ausführlich berichtet.

Kialo Edu

Um komplexere Argumentationen zu visualisieren und mit mehreren Argumentationssträngen zu arbeiten, nutze ich gerne Kialo Edu. Das Tool ist kostenlos, allerdings benötigt die Anwendung sowohl für Lehrende als auch bei der Nutzung durch die Schüler*innen eine Registrierung. Hier gibt es allerdings die Option, sich mit Nickname und Passwort zu registrieren, sodass die Schüler*innen keine Mailadresse angeben müssen und das Tool somit mit einem ausgedachten Namen verwenden können

Mit Kialo Edu ist es möglich, mehreren Argumente zu bestärken oder zu widerlegen und zusätzlich diese untereinander zu werten. Auch neue Argumente können geschaffen werden. Dargestellt wird dies mit Hilfe eines Diagramms sowie den Farben rot und grün. Man sieht im unteren Beispiel das Ausgangsargument sowie die weiterführende Argumente, welche kollaborativ im Unterricht erstellt werden.

Die Möglichkeit der kollaborativen Zusammenarbeit sowie der Darstellung einer komplexeren Argumentation ist in meinen Augen die Stärke von Kialo Edu. Mit Hilfe eines Kreisdiagrammes ist es zudem möglich, die verschiedenen pro- und contra-Argumente darzustellen. Dies ist in meinen Augen aber nur sinnvoll, wenn man eine klare Linie in seiner Argumentation hat. Ansonsten bringen einem die bunten Farben ohne Beschriftung nichts. Er beim Anklicken wird deutlich, welche Argumente hinter den einzelnen Kästchen stehen.

Fazit

Persönlich schätze ich beide Tools sehr, habe allerdings in der Praxis wesentlich öfters die Argumentationswippe im Einsatz. Mit ihr kann auch spontan und ohne Vorbereitung im Unterricht arbeiten. Oftmals entstehen Diskussion aus dem Unterricht heraus und da habe ich nicht unbedingt die Zeit, noch eine Argumentation bei Kialo Edu anzulegen.

Reel

[Lernlandkarte] Interaktive Bilder mit Genial.ly erstellen

digital, Geschichte, Methode, Methodik, Neuzeit

Das erste Thema im neuen Schuljahr bei meinen Großen ist die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Wir behandeln hier die großen Themen bis zur Gründung beider Deutschen Staaten 1949. Nachdem die Mädels bei der letzten Lernlandkarte bereits das selbstständige Lernen positiv hervorgehoben haben und ich kein Fan von Leerläufen im Unterricht bin, starten wir mit eben dieser Methode ins neue Schuljahr. Diesmal heißt das Tools allerdings nicht Moodle/mebis, sondern Genial.ly, da ich hier wesentlich mehr gestalterische Möglichkeiten habe und die Lernlandkarte wesentlich einfach und schneller zu gestalten ist.

Die Lernlandkarte

Die Lernlandkarte habe ich mit Canva erstellt und anschließend bei Genial.ly hochgeladen. Gewählt habe ich hierfür das interaktive Bild. Wer das Erstellen mit Canva umgehen möchte, kann sich auch bei Genial.ly einmal umschauen und hier eine kostenlose- oder auch kostenpflichtige Vorlage auswählen. Ich habe für meine Lernlandkarte komplett mit der kostenfreien Version gearbeitet.

Anschließend kann ich direkt meine Vorlage hochladen und das Tool passt die Leinwand automatisch an die Größe meines Bildes an.

Das Erstellen von Interaktionen

Anschließend lande ich im Editor und kann mit dem Erstellen meiner interaktiven Bildes beginnen. Auf der linken Seite wird die Navigation des Editors angezeigt und ich benötige für das Erstellen meines interaktiven Bildes hauptsächlich den Reiter „interactive elements“. Hier kann ich sowohl die Symbole für die Interaktionen auswählen als auch die Interaktionen selbst erstellen. Des Weiteren kann ich im Editor auch Texte und Bilder hochladen, wenn ich die Lernlandkarte nicht vorher erstellt habe.

Habe ich mich nun für mein erstes Symbol im Editor entschieden, klicke ich dieses an und ziehe es anschließend auf die gewünschte Position auf meiner Lernlandkarte. Mit einem erneuten Klick öffnet sich über dem Symbol ein Menü. Nun wird die Auswahl „Interactivity“ benötigt, um eine Interaktion zu erstellen.

Im nun geöffneten Fenster kann ich den sich hinter der Interaktion befindlichen Inhalt näher definieren.

Persönlich habe ich mich in allen Fällen für die Option „Window“ entschieden, denn hier öffnet sich ein Dokument, bei welchen ich jegliche Inhalte hochladen und einbetten kann und somit auch eine Aufgabenstellung mit mehreren Komponenten und Inhalten generieren kann.

Solltet ihr eine LearningApp etc. einbetten wollen, ist es wichtig, dass ihr vorher die Texteingabe auf html umstellt, den Code in das Textfeld kopiert und anschließend das Textfeld wieder zurück stellt.

Nachdem ich mit meiner ersten Interaktion durch bin, führe ich das Prozedere weiter durch bis ich alle für meine Lernlandkarte benötigten Interaktion verankert habe. Anschließend kann ich die Karte nun für meine Schüler*innen zugänglich machen.

Einsatz im Unterricht

In meinem Geschichtsunterricht erhalten die Mädels die Lernlandkarte via QR-Code auf ihrem Arbeitsheft, mit welchem sie selbstständig die Sequenz in ihrem eigenen Lerntempo erarbeiten und sichern werden. Anschließend werden wir diese noch gemeinsam besprechen. Veranschlagt sind hierfür insgesamt 7-8 Schulstunden. Im folgenden Video zeige ich euch noch einmal den konkreten Einsatz in der Praxis.

Blogpost als Tutorial?

Selbstständiges Erstellen von authentischen Lernprodukten

alternative Prüfungsformate, Geschichte, Neuzeit, Podcast

Gerade vor den Sommerferien ist es oftmals schwer, die Schüler*innen für den Unterricht zu motivieren. Das Schuljahr war lang und man freut sich auf die anstehenden Ferien. Selbst habe ich die Erfahrung gemacht, dass authentische Lernprodukte meine Mädels motivieren und diese begeistern. Unter authentische Lernprodukte versteht man Resultate, welche auch außerhalb eines Unterrichts entstehen können und aus dem Alltag kommen. Dies können Podcasts, TV-Sendungen etc. sein.

Vorüberlegungen

In meinem konkreten Fall habe ich kein Lernprodukt vorgegeben, sondern die Mädels dies selbst auswählen lassen. Thematisch ging es um das Kaiserreich und das Bearbeiten bzw. die Reproduktion von vier möglichen Themen in selbstgewählten Gruppen. Aufgrund der begrenzte Zeit und der komplexen Aufgabenstellung sowie der knappen Zeit habe ich hier auf Fragestellungen und Quellenarbeit verzichtet. Konkret bedeutet dies, dass lediglich das Material vorgegeben war, aber selbst dieses durften die Mädels selbst auswählen und ergänzen. Mir war zu Beginn des „Experiments“ bewusst, dass diese Freiheiten die Mädels auch überfordern können. Haben sie aber nicht. Sie waren so motiviert wie selten zuvor.

Für eine bessere Übersicht und Strukturierung der Erarbeitung, habe ich eine kleine Sketchnote zur Erklärung erarbeitet. Diese bin ich mit den Mädels zu Beginn des kleines Projektes durchgegangen.

Sie waren zu Beginn etwas irritiert und überrascht, dass sie so viele Freiheiten bekamen und haben vor allem bei der Gruppeneinteilung noch mehrmals nachgefragt. Schnell starteten sie allerdings mit der Gruppenbildung sowie der Erarbeitung.

Erarbeitungsphase

Die geplante Zeit von knapp drei Stunden war am Ende nicht zu halten. Dank Vertretung und einer lieben Kollegin hat die Erarbeitung mit Präsentation sechs Stunden gedauert. Die Präsentation war mir wichtig, damit die Mädels lernen selbstbewusst ihr eigenen Werke zu präsentieren und den Inhalt nochmals zu erläutern. Während den etwas mehr als zwei Wochen der Erarbeitung haben die Mädels sehr konzentriert, engagiert und selbstständig an ihrem Produkt gearbeitet. Es gab hierbei keine Gruppe, die aus dem Rahmen gefallen ist, worauf ich echt stolz war. Insbesondere auf die Arbeit und die intrinsische Motivation der Mädels.

Die Produkte

Entstanden sind insgesamt 10 Lernprodukte in den Kleingruppen. Diese lassen sich wie folgt kategorisieren:

  • Plakat: Zwei Gruppen haben sich dazu entschieden ganz klassisch Plakate zu gestalten und diese anschließend präsentiert.
  • Erklärvideo: Zwei Gruppen haben Erklärvideos erstellt. Einmal mit GoodNotes und einmal mit einer App am eigenen Handy. Beim Erklärvideo mit GoodNotes wurden zusätzliche Zeichnungen und Erläuterungen hinzugefügt und die entsprechenden Quellen, welche gerade erläutert wurden, durch einen Pointer hervorgehoben.
  • Podcast: Wiederum zwei Gruppen entschieden sich für einen Podcast. Eine Gruppe hat hierbei aus heutiger Sicht das Thema erläutert und zusätzlich eine kleine Präsentation zum Podcast erstellt, während eine zweite Gruppen sich in die Perspektive einer historischen Persönlichkeit hineinversetzt hat.
  • Präsentation: Ebenso beliebt war es bei den Mädels eine Präsentation mit Keynote auf dem iPad zu erstellen. Hier wurden noch weitere zusätzliche Information recherchiert. Eine Gruppe arbeitete auch mit Zitaten zum Einstieg in das jeweilige Teilkapitel. Dies fand ich sehr schön und zeigte eine freiwillige kleine Quellenarbeit und Auseinandersetzung mit den historischen Persönlichkeiten des Themas. Bei einer Gruppe war hier die Präsentation etwas holprig.
  • Comic: Eine Gruppe erstellte mit StoryBoardThat ein Comic. Auch hier wurde schön das eigentliche Thema herausgearbeitet.
  • eBook: Die letzte Gruppe entschied sich für ein eBook mit dem BookCreator. Mir persönlich haben sie hier zu viel Text vom Schulbuch übernommen, allerdings selbstständig Bilder ergänzt und auf die korrekten Quellenangaben geachtet.

Fazit

Lernprodukte wie Plakate, Comics und das eBook hatten wir bereits zuvor im Unterricht behandelt und eingesetzt. Der Rest war somit in meinem Unterricht für die Mädels Neuland. Aufgrund des Datenschutzes kann ich diese Ergebnisse nicht zeigen, aber sie sind richtig toll geworden. Man hätte bei den meisten Produkten nicht erkannt, dass es ihr erster Versuch war und sie sich quasi selbst einmal austesten durften. Vor allem auch die schüchternen Mädchen sind hierbei etwas aus sich herausgekommen und haben die Methode sehr gut angenommen. Ich werde es definitiv wieder holen und auch die Mädels würden es gerne nochmals wiederholen.

[alternative Prüfungsformate] Schaubilder im Unterricht erstellen

alternative Prüfungsformate, digital, Geschichte

Während die Parallelklasse sich für eBooks (Blogbeitrag) entschieden hatte, fiel die Wahl meiner anderen 8.Klasse auf Schaubilder als alternatives Prüfungsformat. Die Alternativen hierzu waren Comics oder ebenfalls eBooks.

Die Aufgabenstellung

Die Aufgabe für die Mädels war es innerhalb von vier Stunden ein Schaubild zu einem Thema aus dem Bereich Industrialisierung zu gestalten. Neben der Präsentation dessen galt es auch eine ihnen vorher zugeordnete Quelle näher zu erläutern und kritisch zu beschreiben. Die Zeitvorgabe waren hierbei 4h.

Die Vorbereitung

Auch bei meiner anderen 8.Klasse arbeitete ich mit der selben Strukturierung wie bei der Parallelklasse. Zur Strukturierung der eigenständigen Arbeit habe ich auch hier eine Sketchnote sowie eine Checkliste erstellt, um innerhalb von 4h Stunden das entsprechende Thema zur Industrialisierung zu erarbeiten. Gebraucht haben wir am Ende aber tatsächlich 5h, da die grafische Arbeit doch mehr Zeit in Anspruch genommen hat als das Erstellen der eBooks.

Zudem haben wir vorher gemeinsam besprechen, wie ein Schaubild aufgebaut ist und als Hilfestellung gab es diese Sketchnote.

Die Bewertung

Im Gegensatz zu den eBooks war die Bewertung beim Schaubild durch mich festgelegt worden. Wir hatten zuvor noch nicht mit einem Schaubild gearbeitet und somit bestand hier keinerlei Erfahrung. Für die Bewertung wurden drei Kriterien gleichermaßen gewichtig: Die Darstellung des Inhalts, die grafische Darbietung sowie die Interpretation der gegebenen Quelle. Mir war es wichtig, dass der Inhalt verstanden und korrekt wiedergegeben wird sowie eine Quellenkritik stattfindet.

Die Durchführung

Geplant war es von mir, dass die Mädels mit Canva arbeiten, einige Gruppen haben aber freiwillig zu Keynote gewechselt, da sie selbst Zeichnen wollten. Hierfür haben wir neben den iPads auch entsprechende Stifte an der Schule. Mich hat es überrascht, aber war absolut kein Problem und zeigt die Vorlieben der jeweiligen Gruppen. Die Kreativen konnten sich hier voll austoben, während andere hier lieber mit den vielen Möglichkeiten von Canva gearbeitet haben. Hierfür haben sie jeweils einen eigenen Account bekommen, mit welchen sie als Mitglieder meiner Klasse bei Canva arbeiten konnten. Die Ergebnisse sind sehr individuell geworden und zeigen die Vorlieben und Stärken der einzelnen Mädchen 🙂

Fazit

Manche der Gruppen sind beim Erstellen ihrer Produkte wahrlich an ihre Grenzen gestoßen, andere sind richtig aufgeblüht. Für alle war es eine Erfahrung und eine große Herausforderung in Hinblick auf ihr eigenes Projektmanagement. Einige hätten am liebsten das iPad der Schule mit in die Ferien genommen und weitergearbeitet, während andere froh waren, dass es zu Ende war😅 Ich bin mit allen Ergebnissen sehr zufrieden und die Mädels haben meine Erwartungen absolut übertroffen. Zudem hatte ich den Eindruck, dass ihnen diese Art der Arbeit Freude bereitet hat, insbesondere da sie digital arbeiten durften und sie mich um Hilfe bitten konnten. Bis auf wenige Ausnahmen arbeiten sie wirklich sehr gut und produktiv mit den digitalen Geräten.

Fortbildung

Vertiefend findet im Herbst eine Fortbildung zu alternativen Prüfungen statt: http://digitive.digital/2022/05/31/alternative-prufungsformate/

Material

Lizenz

Das Material unterliegt folgender Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0. Die Plakate der Mädels dürfen nicht weitergegeben werden.

[alternative Prüfungsformate] eBooks im Unterricht erstellen

alternative Prüfungsformate, digital, Geschichte

Im letzten Halbjahr habe ich mit meiner einer 8.Klasse eBooks mit dem BookCreator am iPad erstellt, da sich das Tool methodisch im Unterricht angeboten und es mich persönlich auch einmal interessiert hat. Im Anschluss an die Erarbeitsungsphase durften die Mädels anhand eines Feedbackbogens Rückmeldung geben, wie ihnen die Methode gefallen hat und ob sie sich diese als alternatives Prüfungsformat vorstellen konnten.

Die Rückmeldungen auf das Projekt sind alle durchaus positiv ausgefallen und so stand der bewerteten Arbeit mit eBooks nichts im Wege.

BookCreator

Der BookCreator ist ein digitales Tool, welches das Erstellen von eBooks im Unterricht ermöglicht. In der kostenfreien Version ist es lediglich möglich, mit einer Klasse gemeinsam an eBooks zu arbeiten, während diese Beschränkung in der kostenpflichtigen Version wegfällt. Die Schüler*innen erhalten hierbei über den Lehreraccount einen Zugang zur Plattform. Ich habe hierbei immer die Option des LogIns über QR-Codes gewählt und diese an die Gruppen ausgegeben. Mit Hilfe des QR-Codes konnten die Schülerinnen ohne eigene Registrierung mit einem Account für Schüler*innen eigenständig ihr eBook erstellen und stetig daran arbeiten. In einigen Fällen wollten die Mädels auch von zuhause weiterarbeiten und konnten dies somit ohne Probleme bewerkstelligen.

Vorbereitung & Aufgabenstellung

Um die Mädels möglichst strukturiert durch die Erarbeitungsphase zu führen, habe ich ihnen eine Check-Liste mit den einzelnen Erarbeitungsschritten sowie eine Anleitung als Sketchnote erstellt. Diese sind wir gemeinsam vor der eigentlichen Erarbeitung durchgegangen.

Ihre Aufgabe bestand darin, innerhalb von vier Stunden ein eBook zu einer Phase der industriellen Revolution zu erstellen sowie eine vorgegebene Quelle zu behandeln. Neben der reinen Reproduktion des Darstellungsmaterials war mir hierbei die praktische Anwendung der Interpretation von Quellen besonders wichtig. Alle Materialien sowie die Aufgabenstellung waren auf einer für die Mädels freiverfügbaren TaskCard hinterlegt.

Bewertung

Neben der Erläuterung der Durchführung gehört vor der eigentlichen Erarbeitung für mich auch das Festlegen von Bewertungskriterien dazu. Diese habe nicht ich bestimmt, sondern anhand der Rückmeldungen der Mädels aus der vorausgegangen Erprobungsphase herausgearbeitet. Somit war eine größtmögliche Transparenz und Mitbestimmung gegeben. Insbesondere der Verweis auf das Angeben von Literaturangaben ist mir für eine 8.Klasse sehr positiv aufgefallen. Bewertet habe ich dann wie bei all meinen anderen alternativen Prüfungsformaten in Rubriken mit Punkten von 0-4.

Durchführung

Für die Erarbeitung ihres eBooks hatten die Mädels vier Schulstunden Zeit und arbeiteten in dieser Zeit selbstständig in Partnerarbeit oder Kleingruppen. Die für die Erarbeitung benötigten Materialien waren allesamt auf einer TaskCard verlinkt, ebenso wie die Bewertungskriterien und alle weiteren Materialien. In dieser Zeit stand ich ihnen bei Fragen zur Verfügung. Dadurch, dass die Anwendung bereits bekannt war, hatten die Mädels von technischer Seite her keine Fragen und arbeiteten eigenständig und konzentriert an ihren Produkten. Schade war, dass bei der Desktopanwendung eine Verknüpfung zu Canva nicht mehr hergestellt werden konnte. Damit haben die Mädels in der Erprobung sehr gerne gearbeitet.

Fazit

Das Erstellen der eBooks und die Darstellung des Inhalts hat bei den meisten Gruppen gut geklappt. Einige Gruppen haben sogar noch zusätzliche Bilder gezeichnet und eigene Recherchen betrieben. Trotz mehrmaligem Hinweis und diverser Vorlagen und Anleitungen hat bei manchen Gruppen die Quellenarbeit nicht geklappt oder wurde gänzlich weggelassen. Zudem haben oftmals die Literaturangaben gefehlt. Der Grund hierfür wird sich bei der aktuell noch stattfindenden Reflexion und Sicherung möglicherweise zeigen. Persönlich vermute ich, dass trotz Probedurchgang für viele alternative Prüfungsformate, Selbstorganisation und Kreativität eine Herausforderung darstellen, da diese Fähigkeiten leider durch das doch sehr starre Schulsystem mit seinen traditionellen Leistungsbewertungen diese Kompetenzen nicht genügend fördert.

Lizenz

Das Material unterliegt folgender Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0. Die Grafik des Feedbacks wurde mit Canva erstellt und ist hiervon ausgenommen. Dieses Material unterliegt den Bestimmungen von Canva.

[IDA DHM] Entdecke mit Konrad die Französische Revolution

digital, Geschichte, Museum

Nach dem Start der IDA-Reihe über das Mittelalter wurden nun auch die Kapitel und Begleitmaterialien zur Französischen Revolution veröffentlich. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Stefan Bresky als Leiter der Abteilung Bildung und Vermittlung sowie Daniel Sauer für die tolle Zusammenarbeit bedanken.

Das Lernportal

Aktuell wird die Daueraustellung des Deutschen Historischen Museums saniert und ist nicht mehr für Besucher*innen zugänglich. Um trotzdem den Besucher*innen die Möglichkeit eines Rundgangs zu bieten, wurden vor dem Abbau der Exponate aufwändige 360°Aufnahmen in den Räumlichkeiten des Museums gedreht, welche nun neben, passend zu den jeweiligen Exponaten der Dauerausstellung, spielerischen, informativen und interaktiven Elementen auf dem Lernportal des Museums zu finden sind.

Ergänzt wird dieses Angebot durch Erklärvideos der Museumspädagog*innen, welcher viele spannende Einblicke in das Museum liefern.

Neben den Darstellungstexten finden sich auch eine ganze Reihe an H5P-Inhalten auf dem Portal. Diese Übungen schaffen nicht nur einen hohen Grad an Interaktivität, sondern geben den Nutzer*innen auch direktes Feedback, welches durch das Erlangen von Punkten zudem die Motivation fördert wie es bei vielen Elementen aus dem Gebiet „Gamification“ der Fall ist. Die erstellten und vom Museum bereitgestellten H5P Inhalte sowie die Abbildungen können unter den gegebenen Lizenzen auch heruntergeladen und in die eigene Schulplattform integriert werden. Dies gilt ebenso für die schulischen Materialien, welche auf H5P basieren.

Material für den Schulunterricht

Meine primäre Aufgabe bei diesem Projekt war und ist die Ausarbeitung des didaktischen Materials. Dies findet ihr ganz unten auf jeder Seite des Portals.

Das Material umfasst neben den Themen zum Mittelter nun auch alle Inhalte des Lehrplans zur Französischen Revolution. Auch hier werden die Schüler*innen wieder von Konrad, einem Schüler aus Berlin, begleitet, welcher diese gekonnt mit Charme und Witze durch die Ausstellung führt.

Neben inhaltlichen Aspekten müssen die Schüler*innen auch immer wieder ihr gelerntes Wissen unter Beweis stellen und Aufgaben lösen. Neben der Überprüfung durch H5P stehen auch auf das Material abgestimmte Arbeitsblätter zur Verfügung, welche zur Sicherung im Unterricht herangezogen werden können.

Mir war es besonders wichtig, dass die Schüler*innen mit Spaß und Freude an das Erlernen der fachlichen Inhalte gehen und diese vielleicht auch einmal in ihrer Freizeit aufrufen. Aus diesem Grund setzt das Material auf ein hohes Maß an Interaktivität, welches durch H5P zugleich mit einem direkten Feedback sowie einem anschließenden Erfolgserlebnis verbunden wird. Zudem sollte neben dem schulischen Aspekt ebenso ein digitales Angebot für Familien geschaffen werden, welche vielleicht einmal an einem verregneten Wochenende gemeinsam mit ihren Kindern virtuell die Französische Revolution erkunden möchten.

Einsatz Im Unterricht

Getestet haben die Prototyp der Materialien sowie alle Arbeitsblätter meine Mädels der 8.Klasse. Insbesondere die interaktiven Elemente der Reihe haben ihnen große Freude bereitet und jedes „Bling“ nach dem korrekten Lösen einer Aufgabe die Motivation zusätzlich erhöht. Aber auch der virtuelle Rundgang anhand der 360°Grad-Aufnahmen durch das Museum hat sie begeistert und einen Eindruck davon vermittelt, wie es in Berlin vor der Sanierung einmal ausgesehen hat. Sie selbst durften sogar auch etwas zur Einheit beisteuern und haben die obige Grafik zur Verfassung erstellt.