[Lernlandkarte] Interaktive Bilder mit Genial.ly erstellen

digital, Geschichte, Methode, Methodik, Neuzeit

Das erste Thema im neuen Schuljahr bei meinen Großen ist die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Wir behandeln hier die großen Themen bis zur Gründung beider Deutschen Staaten 1949. Nachdem die Mädels bei der letzten Lernlandkarte bereits das selbstständige Lernen positiv hervorgehoben haben und ich kein Fan von Leerläufen im Unterricht bin, starten wir mit eben dieser Methode ins neue Schuljahr. Diesmal heißt das Tools allerdings nicht Moodle/mebis, sondern Genial.ly, da ich hier wesentlich mehr gestalterische Möglichkeiten habe und die Lernlandkarte wesentlich einfach und schneller zu gestalten ist.

Die Lernlandkarte

Die Lernlandkarte habe ich mit Canva erstellt und anschließend bei Genial.ly hochgeladen. Gewählt habe ich hierfür das interaktive Bild. Wer das Erstellen mit Canva umgehen möchte, kann sich auch bei Genial.ly einmal umschauen und hier eine kostenlose- oder auch kostenpflichtige Vorlage auswählen. Ich habe für meine Lernlandkarte komplett mit der kostenfreien Version gearbeitet.

Anschließend kann ich direkt meine Vorlage hochladen und das Tool passt die Leinwand automatisch an die Größe meines Bildes an.

Das Erstellen von Interaktionen

Anschließend lande ich im Editor und kann mit dem Erstellen meiner interaktiven Bildes beginnen. Auf der linken Seite wird die Navigation des Editors angezeigt und ich benötige für das Erstellen meines interaktiven Bildes hauptsächlich den Reiter „interactive elements“. Hier kann ich sowohl die Symbole für die Interaktionen auswählen als auch die Interaktionen selbst erstellen. Des Weiteren kann ich im Editor auch Texte und Bilder hochladen, wenn ich die Lernlandkarte nicht vorher erstellt habe.

Habe ich mich nun für mein erstes Symbol im Editor entschieden, klicke ich dieses an und ziehe es anschließend auf die gewünschte Position auf meiner Lernlandkarte. Mit einem erneuten Klick öffnet sich über dem Symbol ein Menü. Nun wird die Auswahl „Interactivity“ benötigt, um eine Interaktion zu erstellen.

Im nun geöffneten Fenster kann ich den sich hinter der Interaktion befindlichen Inhalt näher definieren.

Persönlich habe ich mich in allen Fällen für die Option „Window“ entschieden, denn hier öffnet sich ein Dokument, bei welchen ich jegliche Inhalte hochladen und einbetten kann und somit auch eine Aufgabenstellung mit mehreren Komponenten und Inhalten generieren kann.

Solltet ihr eine LearningApp etc. einbetten wollen, ist es wichtig, dass ihr vorher die Texteingabe auf html umstellt, den Code in das Textfeld kopiert und anschließend das Textfeld wieder zurück stellt.

Nachdem ich mit meiner ersten Interaktion durch bin, führe ich das Prozedere weiter durch bis ich alle für meine Lernlandkarte benötigten Interaktion verankert habe. Anschließend kann ich die Karte nun für meine Schüler*innen zugänglich machen.

Einsatz im Unterricht

In meinem Geschichtsunterricht erhalten die Mädels die Lernlandkarte via QR-Code auf ihrem Arbeitsheft, mit welchem sie selbstständig die Sequenz in ihrem eigenen Lerntempo erarbeiten und sichern werden. Anschließend werden wir diese noch gemeinsam besprechen. Veranschlagt sind hierfür insgesamt 7-8 Schulstunden. Im folgenden Video zeige ich euch noch einmal den konkreten Einsatz in der Praxis.

Blogpost als Tutorial?

Selbstständiges Erstellen von authentischen Lernprodukten

alternative Prüfungsformate, Geschichte, Neuzeit, Podcast

Gerade vor den Sommerferien ist es oftmals schwer, die Schüler*innen für den Unterricht zu motivieren. Das Schuljahr war lang und man freut sich auf die anstehenden Ferien. Selbst habe ich die Erfahrung gemacht, dass authentische Lernprodukte meine Mädels motivieren und diese begeistern. Unter authentische Lernprodukte versteht man Resultate, welche auch außerhalb eines Unterrichts entstehen können und aus dem Alltag kommen. Dies können Podcasts, TV-Sendungen etc. sein.

Vorüberlegungen

In meinem konkreten Fall habe ich kein Lernprodukt vorgegeben, sondern die Mädels dies selbst auswählen lassen. Thematisch ging es um das Kaiserreich und das Bearbeiten bzw. die Reproduktion von vier möglichen Themen in selbstgewählten Gruppen. Aufgrund der begrenzte Zeit und der komplexen Aufgabenstellung sowie der knappen Zeit habe ich hier auf Fragestellungen und Quellenarbeit verzichtet. Konkret bedeutet dies, dass lediglich das Material vorgegeben war, aber selbst dieses durften die Mädels selbst auswählen und ergänzen. Mir war zu Beginn des „Experiments“ bewusst, dass diese Freiheiten die Mädels auch überfordern können. Haben sie aber nicht. Sie waren so motiviert wie selten zuvor.

Für eine bessere Übersicht und Strukturierung der Erarbeitung, habe ich eine kleine Sketchnote zur Erklärung erarbeitet. Diese bin ich mit den Mädels zu Beginn des kleines Projektes durchgegangen.

Sie waren zu Beginn etwas irritiert und überrascht, dass sie so viele Freiheiten bekamen und haben vor allem bei der Gruppeneinteilung noch mehrmals nachgefragt. Schnell starteten sie allerdings mit der Gruppenbildung sowie der Erarbeitung.

Erarbeitungsphase

Die geplante Zeit von knapp drei Stunden war am Ende nicht zu halten. Dank Vertretung und einer lieben Kollegin hat die Erarbeitung mit Präsentation sechs Stunden gedauert. Die Präsentation war mir wichtig, damit die Mädels lernen selbstbewusst ihr eigenen Werke zu präsentieren und den Inhalt nochmals zu erläutern. Während den etwas mehr als zwei Wochen der Erarbeitung haben die Mädels sehr konzentriert, engagiert und selbstständig an ihrem Produkt gearbeitet. Es gab hierbei keine Gruppe, die aus dem Rahmen gefallen ist, worauf ich echt stolz war. Insbesondere auf die Arbeit und die intrinsische Motivation der Mädels.

Die Produkte

Entstanden sind insgesamt 10 Lernprodukte in den Kleingruppen. Diese lassen sich wie folgt kategorisieren:

  • Plakat: Zwei Gruppen haben sich dazu entschieden ganz klassisch Plakate zu gestalten und diese anschließend präsentiert.
  • Erklärvideo: Zwei Gruppen haben Erklärvideos erstellt. Einmal mit GoodNotes und einmal mit einer App am eigenen Handy. Beim Erklärvideo mit GoodNotes wurden zusätzliche Zeichnungen und Erläuterungen hinzugefügt und die entsprechenden Quellen, welche gerade erläutert wurden, durch einen Pointer hervorgehoben.
  • Podcast: Wiederum zwei Gruppen entschieden sich für einen Podcast. Eine Gruppe hat hierbei aus heutiger Sicht das Thema erläutert und zusätzlich eine kleine Präsentation zum Podcast erstellt, während eine zweite Gruppen sich in die Perspektive einer historischen Persönlichkeit hineinversetzt hat.
  • Präsentation: Ebenso beliebt war es bei den Mädels eine Präsentation mit Keynote auf dem iPad zu erstellen. Hier wurden noch weitere zusätzliche Information recherchiert. Eine Gruppe arbeitete auch mit Zitaten zum Einstieg in das jeweilige Teilkapitel. Dies fand ich sehr schön und zeigte eine freiwillige kleine Quellenarbeit und Auseinandersetzung mit den historischen Persönlichkeiten des Themas. Bei einer Gruppe war hier die Präsentation etwas holprig.
  • Comic: Eine Gruppe erstellte mit StoryBoardThat ein Comic. Auch hier wurde schön das eigentliche Thema herausgearbeitet.
  • eBook: Die letzte Gruppe entschied sich für ein eBook mit dem BookCreator. Mir persönlich haben sie hier zu viel Text vom Schulbuch übernommen, allerdings selbstständig Bilder ergänzt und auf die korrekten Quellenangaben geachtet.

Fazit

Lernprodukte wie Plakate, Comics und das eBook hatten wir bereits zuvor im Unterricht behandelt und eingesetzt. Der Rest war somit in meinem Unterricht für die Mädels Neuland. Aufgrund des Datenschutzes kann ich diese Ergebnisse nicht zeigen, aber sie sind richtig toll geworden. Man hätte bei den meisten Produkten nicht erkannt, dass es ihr erster Versuch war und sie sich quasi selbst einmal austesten durften. Vor allem auch die schüchternen Mädchen sind hierbei etwas aus sich herausgekommen und haben die Methode sehr gut angenommen. Ich werde es definitiv wieder holen und auch die Mädels würden es gerne nochmals wiederholen.

[alternative Prüfungsformate] Schaubilder im Unterricht erstellen

alternative Prüfungsformate, digital, Geschichte

Während die Parallelklasse sich für eBooks (Blogbeitrag) entschieden hatte, fiel die Wahl meiner anderen 8.Klasse auf Schaubilder als alternatives Prüfungsformat. Die Alternativen hierzu waren Comics oder ebenfalls eBooks.

Die Aufgabenstellung

Die Aufgabe für die Mädels war es innerhalb von vier Stunden ein Schaubild zu einem Thema aus dem Bereich Industrialisierung zu gestalten. Neben der Präsentation dessen galt es auch eine ihnen vorher zugeordnete Quelle näher zu erläutern und kritisch zu beschreiben. Die Zeitvorgabe waren hierbei 4h.

Die Vorbereitung

Auch bei meiner anderen 8.Klasse arbeitete ich mit der selben Strukturierung wie bei der Parallelklasse. Zur Strukturierung der eigenständigen Arbeit habe ich auch hier eine Sketchnote sowie eine Checkliste erstellt, um innerhalb von 4h Stunden das entsprechende Thema zur Industrialisierung zu erarbeiten. Gebraucht haben wir am Ende aber tatsächlich 5h, da die grafische Arbeit doch mehr Zeit in Anspruch genommen hat als das Erstellen der eBooks.

Zudem haben wir vorher gemeinsam besprechen, wie ein Schaubild aufgebaut ist und als Hilfestellung gab es diese Sketchnote.

Die Bewertung

Im Gegensatz zu den eBooks war die Bewertung beim Schaubild durch mich festgelegt worden. Wir hatten zuvor noch nicht mit einem Schaubild gearbeitet und somit bestand hier keinerlei Erfahrung. Für die Bewertung wurden drei Kriterien gleichermaßen gewichtig: Die Darstellung des Inhalts, die grafische Darbietung sowie die Interpretation der gegebenen Quelle. Mir war es wichtig, dass der Inhalt verstanden und korrekt wiedergegeben wird sowie eine Quellenkritik stattfindet.

Die Durchführung

Geplant war es von mir, dass die Mädels mit Canva arbeiten, einige Gruppen haben aber freiwillig zu Keynote gewechselt, da sie selbst Zeichnen wollten. Hierfür haben wir neben den iPads auch entsprechende Stifte an der Schule. Mich hat es überrascht, aber war absolut kein Problem und zeigt die Vorlieben der jeweiligen Gruppen. Die Kreativen konnten sich hier voll austoben, während andere hier lieber mit den vielen Möglichkeiten von Canva gearbeitet haben. Hierfür haben sie jeweils einen eigenen Account bekommen, mit welchen sie als Mitglieder meiner Klasse bei Canva arbeiten konnten. Die Ergebnisse sind sehr individuell geworden und zeigen die Vorlieben und Stärken der einzelnen Mädchen 🙂

Fazit

Manche der Gruppen sind beim Erstellen ihrer Produkte wahrlich an ihre Grenzen gestoßen, andere sind richtig aufgeblüht. Für alle war es eine Erfahrung und eine große Herausforderung in Hinblick auf ihr eigenes Projektmanagement. Einige hätten am liebsten das iPad der Schule mit in die Ferien genommen und weitergearbeitet, während andere froh waren, dass es zu Ende war😅 Ich bin mit allen Ergebnissen sehr zufrieden und die Mädels haben meine Erwartungen absolut übertroffen. Zudem hatte ich den Eindruck, dass ihnen diese Art der Arbeit Freude bereitet hat, insbesondere da sie digital arbeiten durften und sie mich um Hilfe bitten konnten. Bis auf wenige Ausnahmen arbeiten sie wirklich sehr gut und produktiv mit den digitalen Geräten.

Fortbildung

Vertiefend findet im Herbst eine Fortbildung zu alternativen Prüfungen statt: http://digitive.digital/2022/05/31/alternative-prufungsformate/

Material

Lizenz

Das Material unterliegt folgender Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0. Die Plakate der Mädels dürfen nicht weitergegeben werden.

[alternative Prüfungsformate] eBooks im Unterricht erstellen

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Im letzten Halbjahr habe ich mit meiner einer 8.Klasse eBooks mit dem BookCreator am iPad erstellt, da sich das Tool methodisch im Unterricht angeboten und es mich persönlich auch einmal interessiert hat. Im Anschluss an die Erarbeitsungsphase durften die Mädels anhand eines Feedbackbogens Rückmeldung geben, wie ihnen die Methode gefallen hat und ob sie sich diese als alternatives Prüfungsformat vorstellen konnten.

Die Rückmeldungen auf das Projekt sind alle durchaus positiv ausgefallen und so stand der bewerteten Arbeit mit eBooks nichts im Wege.

BookCreator

Der BookCreator ist ein digitales Tool, welches das Erstellen von eBooks im Unterricht ermöglicht. In der kostenfreien Version ist es lediglich möglich, mit einer Klasse gemeinsam an eBooks zu arbeiten, während diese Beschränkung in der kostenpflichtigen Version wegfällt. Die Schüler*innen erhalten hierbei über den Lehreraccount einen Zugang zur Plattform. Ich habe hierbei immer die Option des LogIns über QR-Codes gewählt und diese an die Gruppen ausgegeben. Mit Hilfe des QR-Codes konnten die Schülerinnen ohne eigene Registrierung mit einem Account für Schüler*innen eigenständig ihr eBook erstellen und stetig daran arbeiten. In einigen Fällen wollten die Mädels auch von zuhause weiterarbeiten und konnten dies somit ohne Probleme bewerkstelligen.

Vorbereitung & Aufgabenstellung

Um die Mädels möglichst strukturiert durch die Erarbeitungsphase zu führen, habe ich ihnen eine Check-Liste mit den einzelnen Erarbeitungsschritten sowie eine Anleitung als Sketchnote erstellt. Diese sind wir gemeinsam vor der eigentlichen Erarbeitung durchgegangen.

Ihre Aufgabe bestand darin, innerhalb von vier Stunden ein eBook zu einer Phase der industriellen Revolution zu erstellen sowie eine vorgegebene Quelle zu behandeln. Neben der reinen Reproduktion des Darstellungsmaterials war mir hierbei die praktische Anwendung der Interpretation von Quellen besonders wichtig. Alle Materialien sowie die Aufgabenstellung waren auf einer für die Mädels freiverfügbaren TaskCard hinterlegt.

Bewertung

Neben der Erläuterung der Durchführung gehört vor der eigentlichen Erarbeitung für mich auch das Festlegen von Bewertungskriterien dazu. Diese habe nicht ich bestimmt, sondern anhand der Rückmeldungen der Mädels aus der vorausgegangen Erprobungsphase herausgearbeitet. Somit war eine größtmögliche Transparenz und Mitbestimmung gegeben. Insbesondere der Verweis auf das Angeben von Literaturangaben ist mir für eine 8.Klasse sehr positiv aufgefallen. Bewertet habe ich dann wie bei all meinen anderen alternativen Prüfungsformaten in Rubriken mit Punkten von 0-4.

Durchführung

Für die Erarbeitung ihres eBooks hatten die Mädels vier Schulstunden Zeit und arbeiteten in dieser Zeit selbstständig in Partnerarbeit oder Kleingruppen. Die für die Erarbeitung benötigten Materialien waren allesamt auf einer TaskCard verlinkt, ebenso wie die Bewertungskriterien und alle weiteren Materialien. In dieser Zeit stand ich ihnen bei Fragen zur Verfügung. Dadurch, dass die Anwendung bereits bekannt war, hatten die Mädels von technischer Seite her keine Fragen und arbeiteten eigenständig und konzentriert an ihren Produkten. Schade war, dass bei der Desktopanwendung eine Verknüpfung zu Canva nicht mehr hergestellt werden konnte. Damit haben die Mädels in der Erprobung sehr gerne gearbeitet.

Fazit

Das Erstellen der eBooks und die Darstellung des Inhalts hat bei den meisten Gruppen gut geklappt. Einige Gruppen haben sogar noch zusätzliche Bilder gezeichnet und eigene Recherchen betrieben. Trotz mehrmaligem Hinweis und diverser Vorlagen und Anleitungen hat bei manchen Gruppen die Quellenarbeit nicht geklappt oder wurde gänzlich weggelassen. Zudem haben oftmals die Literaturangaben gefehlt. Der Grund hierfür wird sich bei der aktuell noch stattfindenden Reflexion und Sicherung möglicherweise zeigen. Persönlich vermute ich, dass trotz Probedurchgang für viele alternative Prüfungsformate, Selbstorganisation und Kreativität eine Herausforderung darstellen, da diese Fähigkeiten leider durch das doch sehr starre Schulsystem mit seinen traditionellen Leistungsbewertungen diese Kompetenzen nicht genügend fördert.

Lizenz

Das Material unterliegt folgender Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0. Die Grafik des Feedbacks wurde mit Canva erstellt und ist hiervon ausgenommen. Dieses Material unterliegt den Bestimmungen von Canva.

[IDA DHM] Entdecke mit Konrad die Französische Revolution

digital, Geschichte, Museum

Nach dem Start der IDA-Reihe über das Mittelalter wurden nun auch die Kapitel und Begleitmaterialien zur Französischen Revolution veröffentlich. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Stefan Bresky als Leiter der Abteilung Bildung und Vermittlung sowie Daniel Sauer für die tolle Zusammenarbeit bedanken.

Das Lernportal

Aktuell wird die Daueraustellung des Deutschen Historischen Museums saniert und ist nicht mehr für Besucher*innen zugänglich. Um trotzdem den Besucher*innen die Möglichkeit eines Rundgangs zu bieten, wurden vor dem Abbau der Exponate aufwändige 360°Aufnahmen in den Räumlichkeiten des Museums gedreht, welche nun neben, passend zu den jeweiligen Exponaten der Dauerausstellung, spielerischen, informativen und interaktiven Elementen auf dem Lernportal des Museums zu finden sind.

Ergänzt wird dieses Angebot durch Erklärvideos der Museumspädagog*innen, welcher viele spannende Einblicke in das Museum liefern.

Neben den Darstellungstexten finden sich auch eine ganze Reihe an H5P-Inhalten auf dem Portal. Diese Übungen schaffen nicht nur einen hohen Grad an Interaktivität, sondern geben den Nutzer*innen auch direktes Feedback, welches durch das Erlangen von Punkten zudem die Motivation fördert wie es bei vielen Elementen aus dem Gebiet „Gamification“ der Fall ist. Die erstellten und vom Museum bereitgestellten H5P Inhalte sowie die Abbildungen können unter den gegebenen Lizenzen auch heruntergeladen und in die eigene Schulplattform integriert werden. Dies gilt ebenso für die schulischen Materialien, welche auf H5P basieren.

Material für den Schulunterricht

Meine primäre Aufgabe bei diesem Projekt war und ist die Ausarbeitung des didaktischen Materials. Dies findet ihr ganz unten auf jeder Seite des Portals.

Das Material umfasst neben den Themen zum Mittelter nun auch alle Inhalte des Lehrplans zur Französischen Revolution. Auch hier werden die Schüler*innen wieder von Konrad, einem Schüler aus Berlin, begleitet, welcher diese gekonnt mit Charme und Witze durch die Ausstellung führt.

Neben inhaltlichen Aspekten müssen die Schüler*innen auch immer wieder ihr gelerntes Wissen unter Beweis stellen und Aufgaben lösen. Neben der Überprüfung durch H5P stehen auch auf das Material abgestimmte Arbeitsblätter zur Verfügung, welche zur Sicherung im Unterricht herangezogen werden können.

Mir war es besonders wichtig, dass die Schüler*innen mit Spaß und Freude an das Erlernen der fachlichen Inhalte gehen und diese vielleicht auch einmal in ihrer Freizeit aufrufen. Aus diesem Grund setzt das Material auf ein hohes Maß an Interaktivität, welches durch H5P zugleich mit einem direkten Feedback sowie einem anschließenden Erfolgserlebnis verbunden wird. Zudem sollte neben dem schulischen Aspekt ebenso ein digitales Angebot für Familien geschaffen werden, welche vielleicht einmal an einem verregneten Wochenende gemeinsam mit ihren Kindern virtuell die Französische Revolution erkunden möchten.

Einsatz Im Unterricht

Getestet haben die Prototyp der Materialien sowie alle Arbeitsblätter meine Mädels der 8.Klasse. Insbesondere die interaktiven Elemente der Reihe haben ihnen große Freude bereitet und jedes „Bling“ nach dem korrekten Lösen einer Aufgabe die Motivation zusätzlich erhöht. Aber auch der virtuelle Rundgang anhand der 360°Grad-Aufnahmen durch das Museum hat sie begeistert und einen Eindruck davon vermittelt, wie es in Berlin vor der Sanierung einmal ausgesehen hat. Sie selbst durften sogar auch etwas zur Einheit beisteuern und haben die obige Grafik zur Verfassung erstellt.

[alternative Prüfungsformate] Steam-Game

alternative Prüfungsformate, Computerspiel, digital, Geschichte, Jugendmedien, Spiel

Die folgende Idee basiert auf der Idee „Netflix-Serie“ als alternatives Prüfungsformat von Stefan Fassnacht. Mehr Infos dazu findet ihr auf dem dazugehörigen Blogbeitrag.

Egal, ob SchülerIn oder Lehrkraft: Wer heutzutage im Medium Videospiele unterwegs ist, kommt um die Plattform Steam nicht herum: Nahezu alle bekannten Spieleserien wie FIFA, DotA 2, Civilization oder PUBG werden alle über diese Plattform gespielt. Da ich innerhalb des eigenen Unterrichts mit meinem Privatlaptop arbeite, ist den SchülerInnen schnell aufgefallen, dass auch ich Steam nutze, wenn mal gezockt wird. Sofort kamen die üblichen Fragen: Was spielen sie denn? Was ist ihr Lieblingsspiel? Haben sie schon von Spiel X gehört? Es zeigte sich, dass die SchülerInnen sehr mit dieser Plattform vertraut sind, weshalb ich mir überlegte, ob man das nicht auch für den Unterricht nutzen könnte. Angelehnt an den oben bereits erwähnten Entwurf, eine eigene Netflix-Serie zu erstellen, bastelte ich ein editierbares Template (Material ist am Ende des Beitrags verfügbar), mit welchern die SchülerInnen ein eigenes Steam-Spiel entwickeln und vorstellen sollten.

Beispiel zur Veranschaulichung im Unterricht

Die Rahmenbedingungen

Getestet habe ich diese Vorlage in meiner zwölften Klasse. In dieser haben wir das Thema „Völkerwanderung“ behandelt und die Aufgabe war, innerhalb dieses Kontextes ein eigenes Spiel zu entwickeln. Ich habe hier bewusst keine inhaltlichen Grenzen gesetzt, um den SchülerInnen hier die Möglichkeit zu geben, das ganze auch kreativ umzusetzen. Sie konnten sich also (wie es in dem Template möglich ist) aussuchen, welcher Inhalt (innerhalb der Einheit) in welchem Genre umgesetzt werden soll. Als Bewertungskriterien habe ich folgende zwei Schwerpunkte gewählt und diese den SchülerInnen so auch transparent klar gemacht:

  • Inwiefern wird ein historischer Inhalt aufgegriffen? => Umsetzung des historischen Stoffes
  • Wie wurde dieser Inhalt mit der Gattung „Videospiel“ verknüpft? => Kreativität in der Umsetzung

Als Zeitrahmen bekamen die SchülerInnen hier insgesamt 4 Stunden, sodass in der fünften Stunde die Spiele dann vorgestellt und diskutiert werden konnten. Die SchülerInnen gingen motiviert ans Werk und überlegten sich relativ schnell verschiedene Ideen, ein Spiel innerhalb des Rahmens der „Völkerwanderung“ zu entwickeln.

Die Ergebnisse

Dementsprechend gespannt war ich also auf die Ergebnisse der SchülerInnen. Voller Freude präsentierten sie in Stunde 5 schließlich ihre Ergebnisse, welche sehr bunt gemischt waren: Eine Gruppe hatte sich ein Aufbau-Strategiespiel ausgedacht, in welchem sich die vertriebenen Ostgoten innerhalb der oströmischen Gebiete niederließen. Hier sollte man versuchen, eine neue Heimat zu errichten und dabei sowohl gotische als auch römische Häuser und Strukturen bauen können. Eine andere Gruppe entwickelte ein Rollenspiel, welches innerhalb des untergehenden Ostgotenreiches spielte. Hier spielte man ein Mitglied von Theoderichs Dynastie, welches nach dessen Tod in die Wirrungen um seine Nachfolge eingriff und selbst versuchte, den Thron für sich zu beanspruchen. Dabei konnte man typischen Rollenspiel-mäßig auswählen, ob der Charakter eher durch Kraft oder durch Intelligenz stärker wird. Ein weiteres Spiel war ein „klassisches“ Strategiespiel, in welchem man sich ein damaliges „Land“ aussuchte und versuchte, seine Macht zu vergrößern. Hierbei setzte die Gruppe die historischen Umstände durch Boni um, wenn z.B. die Ostgoten unter Theoderich stärker in der Außendiplomatie waren, während die Merowinger unter Chlodwig stärkere Soldaten hatten.

Insgesamt war sich sehr zufrieden mit den Ergebnisse und auch die SchülerInnen gaben größtenteils positives Feedback an die anderen Gruppen. Im Anschluss an die Präsentationen haben wir dann noch ein wenig darüber diskutiert, wie „authentisch“ Videospiele mit historischen Inhalten sein können. Hier war es ganz spannend zu hören, dass auch die SchülerInnen anfangs noch versuchten, sehr „nah“ an der Geschichte zu sein, während es in den weiteren Planungen doch eher darum ging, die Gattung „Videospiel“ gut umzusetzen.

Fazit

Persönlich bin ich sehr zufrieden mit den Ergebnisse und dieser ganzen Methodik. Daher möchte ich die Vorlage gerne mit euch teilen und bin schon gespannt, ob ihr ähnliche Erfahrungen machen werdet. Dieses Kurzprojekt hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, die Lebenswelt der SchülerInnen in einem sinnvollen Kontext in den Unterricht zu holen. Die SchülerInnen hatten nicht nur Spass und haben sich dabei mit den historischen Inhalt auseinander gesetzt, sondern auch einmal aktiv wahrgenommen, wie sehr Geschichte am Ende doch nur ein Konstrukt ist.

Material

Lizenz Template:Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International EdTechPicks.org 2019-11-02

[alternative Prüfungsformate] Master or Die: Ein Versuch zur Plakatinterpretation

alternative Prüfungsformate, Bildquelle, Geschichte, Methode, Methodik

Immer wieder stelle ich fest, dass die Interpretation von historischen Quellen eine große Herausforderung im Geschichtsunterricht darstellt. Während einer Tafelrunde erfuhr ich von der Methode „Mater or Die“, von Björn Nölte.

Die Methode

Mittlerweile gibt es zwei Versionen von „Master or Die“ (hier), wobei ich mich auf die erste beziehe und meine Überlegungen auf die aufgebaut habe. Oftmals ist es im Schulalltag, dass der Lernprozess mit der Leistungsabfrage endet und die Schüler*innen sich nicht mehr mit dem Lerngegenstand aktiv befassen, sondern gleich zum nächsten Thema übergehen. Somit endet der Lernprozess vorzeitig und wird mit der Leistungserhebung abgeschlossen. Bei diesem Ablauf wird somit die Reflexion der eigenen Fehler und eine Verbesserung dieser komplett ausgeschlossen. Während meiner eigenen Schullaufbahn musste ich zwar die Fehler in meinem Aufsatz oder ähnlichen Erhebungen nochmals verbessern, aber so wirklich Gedanken habe ich mir darüber nicht gemacht. Es wurde zwar kontrolliert, aber mehr als ein Hacken war dies nicht. Dies ist Schade, denn somit geht ein wichtiger Teil des Lernprozesses verloren. Hier setzt die Methode „Master or Die“ an. Nicht die Leistungsabfrage als endgültiges Medium bestimmt die Note, sondern die Schüler*innen haben die Möglichkeit ihre Fehler und somit auch ihre Note zu verbessern, wenn sie dies möchten. Der Vorgang kann, so die Theorie, belieb oft wiederholt werden. Somit findet eine Auseinandersetzung und Reflektion der eigenen Fehler statt, welche zu einem vertieften und nachhaltigerem Verständnis des Unterrichtsgegenstands führt. Zudem findet die Leistungserhebung nicht punktuell an einem Tag statt, sondern erstreckt sich über einen längeren Zeitraum. Schüler*innen werden somit nicht an Tagen geprüft, wo es ihnen nicht gut geht, sie Probleme oder einfach einen schlechten Tag haben. Dies kann unterrichtsbegleitend geschehen, wie es Steffen Siegert sehr ausführlich in einem Blogbeitrag (hier) schildert oder, so meine Auffassung, auch im Unterricht. Bei mir war es letztendlich eine Mischung aus beidem.

Die Durchführung

Die Interpretation im Geschichtsunterricht ist der Olymp der Methodik, die unser Fach zu bieten hat und somit sehr anspruchsvoll. Während die Beschreibung und Analyse in der Regel noch gut funktioniert, ist die korrekte und vor allem plausible Deutung oftmals eine große Herausforderung. Neben dem fachlichen Inhalt war es mir ebenso wichtig, dass die Schülerinnen die Methode verstanden haben und anwenden können. Das anfertigen einer gute Interpretation ist ein Lernprozess und somit ideal für „Master or Die“. Konkret ging es um die Plakatinterpretation. Um die Mädels an die Methodik heranzuführen, habe ich ihnen das Plakat, ein Wahlplakat aus der Weimarer Republik, sowie zwei Abgabetermine vorgegeben. Des Weiteren sind wir nochmals nach einer gemeinsamen Übung, die einzelnen Schritte der Plakatinterpretation mit dem Schwerpunkt „Wahlplakat“ durchgegangen. Anschließend startete der Erarbeitungsprozess. Wer es zum ersten Termin abgab, bekam die Chance eine zweite korrigierte Version zum zweiten Termin abzugeben. Eine Pflichtabgabe bestand lediglich für den zweiten Termin. Etwa 90% der Mädels haben aber bereits beim ersten Termin eine Abgabe getätigt. Alle haben diese anschließend nochmals abgegeben und sich verbessert. Manche hatten sich davor aber zweimal überlegt, ob sie es wirklich noch einmal verbessern wollen oder sich mit der ersten Note zufrieden geben. Während der Unterricht, parallel dazu wurde eine Einheit mit selbstständigem Lernen durchgeführt, durften die Mädchen so oft und so viele Fragen zu ihrer Interpretation stellen, wie sie mochten. Einige haben hier ihre Interpretationen angefertigt, andere in Heimarbeit, um anschließend im Unterricht Fragen zu stellen. Googlen bzw. Recherchieren war jederzeit erlaubt, wurde aber erstaunlich selten gemacht. Die Abgaben der Schülerinnen waren teilweise mit dem PC, aber auch teilweise zweimal per Hand geschrieben. Hier durften sie selbstständig ihre Präferenz wählen.

Feedback der Mädels

Die Mädels haben sich alle sehr positiv gegenüber der Lernlandkarte geäußert, auch wenn in meinen Augen bei manchen in Hinblick auf die Note noch Luft nach oben gewesen wäre. Insbesondere die zweite Chance für eine Verbesserung und somit die Möglichkeit für das Ausgleichen der eigenen Fehler empfanden sie als gewinnbringend.

Meine Feedback

Auch ich bin von der Methode absolut überzeugt und werde mich immer weiter an die Vorlagen von Björn Nölte und Steffen Siegert heranwagen. Für mich war dieses Vorgehen ein gelungener Einstieg und ich kenne jetzt die Stellschrauben, an denen ich noch arbeiten muss, um die Durchführung noch reibungsloser von Statten gehen zu lassen. Insbesondere den zeitlichen Aufwand der Vor- und Nachbereitung sowie der Durchführung im Unterricht hatte ich unterschätzt. In Zukunft dürfen die Mädchen auch selbstständig ihre Quelle aussuchen, denn ich bin immer dabei und zur Stelle, wenn es Fragen gibt. Aber sie dürfen auch alleine arbeiten und sich selbstständig der Herausforderung stellen. Somit werden neben dem historischen Wissen auch viele weitere, lebenswichtige Kompetenzen geschult.

Weitere Erfahrungsberichte

Argumentationswippe: Digital und visuell Argumentieren

Apps/Programme, digital, Geschichte, kritischer Umgang, Neuzeit

Wie bereits in meinem letzten Beitrag (hier) angesprochen, haben meine Mädels selbstständig im Unterricht eine Lernlandkarte mit der Fragestellung „Keine Chance für die Demokratie“ bearbeitet. Zum Abschluss der Sequenz stand die Diskussion der Forschungsfrage im Raum.

Die Argumentationswippe

Im neuen Schulbuch von C.C.Buchner sah ich zufällig als Abschluss der Reihe eine Waage, auf welcher die verschiedenen Stationen der Weimarer Republik aufgelistet waren. Mir kam der Gedanke, das selbst mit den Mädels zu machen und die Lösung zu diskutieren, empfand ein Arbeiten mit Karten und Magneten an der Tafel allerdings als wenig anschaulich. Im #twlz habe ich von Katha Mowitz den Tipp zur Argumentationswippe bekommen und die Anwendung auch gleich getestet.

Das Tool kann kostenlos und ohne Anmeldung am PC oder Tablet genutzt werden. Für die Verwendung am Tablet ist es nützlich zu wissen, dass man die Argumente mit Hilfe des kleinen Pfeils auf der rechten Seite der Karte ziehen kann. Am PC ist es dagegen problemlos mit Drag and Drop möglich. Für den Einsatz in der Schule habe ich die Argumente für die Waage bereits vorbereitet und sie exportiert. Via TaskCards konnte die Mädels die Datei mit den Argumenten hochladen und die Waage beladen. Bei manchen Geräten hat der Import nicht ganz funktioniert und sie haben selbst Argumente gebildet. Die Waage galt es in Partnerarbeit zu beladen und anschließend das Ergebnis zur Diskussion auf der Klassen-TaskCard hochzuladen.

Durchführung

Die Mädels haben nun in ihrer Kleingruppe – wahlweise nur rechts und links, aber auch differenziert – Argumente bzw. Ereignisse auf die Seiten der Waage gelegt, welche dafür gesorgt haben, dass die Demokratie eine Chance hatte und welche der jungen Weimarer Republik eher geschadet haben. Bei Differenzierung kamen die stärksten Argumente jeweils an den Rand der Wippe und wurden zur Mitte hin schwächer.

Anschließend wurde ein Screenshot der Waage angefertigt und die Ergebnisse zur gemeinsamen Diskussion auf die TaskCard hochgeladen, um die Fragestellung abschließend zu beantworten und die Sequenz abzuschließen.

Update

In der Parallelklasse habe ich die Wippe im Unterrichtsgespräch getestet und hierbei kam eine schöne Diskussion zu Stande, bei welcher die Mädels eigenständig Argumente überlegt haben.

Fazit

Mir gefällt das Tool zum Sammeln und Gewichten von Argumenten sehr und es bietet eine gute Grundlage als auch Hilfestellung zur Durchführung von Diskussionen.

Blackout Poetry im Geschichtsunterricht

Geschichte, Methode, Methodik, Neuzeit, Textquelle

Aktuell befinde ich mich mit meinen 8.Klassen in der Zeit zwischen dem Wiener Kongress und der Märzrevolution. Hierbei steht auch der Umgang mit politischen Lieder auf dem Lehrplan. Das „Lied der Deutschen“ geht hierbei auf ein Gedicht von Hoffmann von Fallersleben zurück. Im Twitterlehrerzimmer hatte ich zuvor schon oftmals von Blackout Poetry gelesen, insbesondere im Kontext mit dem Deutschunterricht.

Was ist Blackout Poetry?

Blackout Poetry im klassischen Sinne bezeichnet im klassischen Sinne das Lesen zwischen den Zeilen. Aus Wörtern, die einem beim Lesen ins Auge fallen, soll ein neues Gedicht aus dem vorgegeben Text entstehen. Hierbei werden alle Wörter, die nicht mehr zum neuen Gedicht gehören, schwarz markiert, während die verblieben Wörter weiß bleiben oder auf eine andere Art und Weise hervorgehoben werden. Hierbei findet eine kreative Auseinandersetzung mit dem Text statt. Ann-Christin hat auf ihrem Blog einen tollen Beitrag (hier) verfasst, welcher die Methode aus Sicht der Schreibpädagogik nochmals genau erläutert.

Blackout Poetry im Geschichtsunterricht

Nun bin ich jetzt allerdings keine Deutschlehrerin, sondern unterrichte die Fächer Latein und Geschichte. Somit viel meine Wahl für den Einsatz der Methode auf den Geschichtsunterricht, da wir uns dort aktuell mit literarischen Texten befassten. Zu diesen Texten, genauer gesagt zum „Lied der Deutschen“ sollte ein Blackout Poetry entstehen. Hierbei hielt ich mich an die formellen Rahmenbedingungen fügte aber der Aufgabenstellung hinzu, dass die Wörter die zentralen Punkte des Gedichts markieren sollten und nicht ein neues Gedicht entstehen musste. Um den Arbeitsauftrag zu verdeutlichen, habe ich ihnen einige Beispiele aus dem Internet gezeigt und anhand derer die Methode erklärt. Ohne Beispiele ist es in meinen Augen etwas schwer, eine absolut unbekannte und spezielle Methode ausführen zu können. Aus diesem Grund würde ich beim erstmaligen Einsatz der Methode empfehlen, Beispiele zu Blackout Poetry zu zeigen.

Ergebnis und Fazit

Gemalt haben die Mädels etwa 30 Minuten und haben anschließend ihre Ergebnisse auf die Klassenpinnwand geladen. So konnten sie auch die Ergebnisse ihrer Mitschülerinnen anschauen und vergleichen.

Aufgefallen sind den Mädels vor allem die zentralen Elemente des Gedichts, welche so gut wie jede korrekt herausgearbeitet hat. Zudem das Anfertigen von kleinen Bildchen und Symbolen passend zu den zentralen Inhalten des Textes. Dies zeigt, dass sie sich wirklich mit dem Text auseinandergesetzt haben und ein Transfer stattgefunden hat, bei welchem sie sich Gedanken um eine mögliche graphische Untermauerung der zentralen Inhalte gemacht haben. Für mich hat sich der Einsatz dieser kreativen Methode definitiv gelohnt, denn es fand eine andere und in meinen Augen viel effektivere Herangehensweise an den literarischen Text statt, welche bei der „normalen“ Interpretation vielleicht nicht möglich gewesen wäre.

Reflexionsheftchen im Geschichtsunterricht

Geschichte, Wiederholung

Zu Beginn des Schuljahres habe ich in all meinen Geschichtsklassen kleine Reflexionsheftchen ausgeteilt. Jedes Heftchen hat ein eignes Thema zugewiesen bekommen, welches in diesem Schuljahr als Motto im Vordergrund steht. So beschäftigt sich die 8.Klasse mit verschiedenen Ländern, die 9.Klasse mit Geschichte in Computerspielen und die 10. Klasse mit Geschichte in Liedern und Podcasts.

Das Reflexionsheftchen

Das Heftchen ist so aufgebaut, dass sich auf dem Deckblatt das aktuelle Jahrgangsthema befindet und auf der Rückseite der QR-Code zur Klassenpinnwand sowie ein Feld für Name und Jahrgangsstufe. Gehalten ist das Heft in A5 und wird vorne in den Geschichtsordner eingeheftet.

Im inneren des Heftchens befinden sich kleine Einlageblätter zur aktuellen Sequenz. Jede Einheit nimmer hierbei eine Doppelseite ein. Diese erhalten die Schülerinnen zu Beginn einer jeden Sequenz und es gilt diese selbstständig auszufüllen und am Ende der Sequenz abzugeben.

Zielsetzung

Im Glossar des Heftchens sind die Grundbegriffe der aktuellen Sequenz verankert. Hierfür orientiere ich mich stets am Lehrplan und wähle diese entsprechend aus. Diese werden im Unterricht behandelt und sollen anschließend selbstständig von den Schülerinnen definiert werden. Hierdurch sollen sie sich nochmals mit diesen auseinandersetzen, diese wiederholen und durch das Wiederholen des Stoffes sich diese einprägen. Bei der anschließenden Zusammenfassung der Sequenz geht es um die Rekapitulation und Reflexion des Stoffes. Sie sollen sich nochmals bewusst machen, was sie eigentlich gelernt haben und für sich selbst diesen in einen eigenen Zusammenhang bringen. Die letzte Aufgabe ist eine eigene Reflexion, beispielsweise zu einem zur Sequenz passenden Bild, welches die Schülerinnen als Sticker zum Einkleben bekommen oder eine Szene aus einem Computerspiel, welches wir behandelt haben. Hierbei sollen die Schülerinnen das gelernte Wissen anwenden und zeigen, dass sie dieses selbstständig nutzen können.

Bereitstellung in mebis

Nach erfolgter Abgabe und Korrektur der Heftchen stelle ich die Grundbegriffe, das sind die Wörter aus dem Glossar, in unser Wikipedia auf mebis ein und erstelle zudem einige Übungen dazu mit H5P. Diese Wörter darf ich jederzeit im Unterricht bzw. in einer Ex abfragen und bewerten.

Fazit

Die Schülerinnen haben die Heftchen sehr gut angenommen, insbesondere die Korrektur dieser und die Bereitstellung der Begriffe mit kleinen Elementen zu Gamification auf mebis. Zudem ist es sehr praktisch, wenn sie sofort auf ihre Klassenpinnwand zugreifen können, ohne dass sie ständig den QR-Code brauchen.