‚Obelix non Obelix est‘ – Rollenspiel im Lateinunterricht

Gruppenarbeit, Latein

Das Rollenspiel als Methode kennt man insbesondere aus dem Deutsch- und Geschichtsunterricht und würde es vermutlich nicht sofort in Verbindung mit dem Fach Latein bringen. Dennoch besitzt das Rollenspiel auch für dieses Fach viele Einsatzmöglichkeiten und Vorteile.

Einsatzmöglichkeiten

Eine Möglichkeit des Einsatzes ist das Nachspielen eines Lehrbuchtextes aus dem Schulbuch. Hierbei schreiben die SchülerInnen den jeweiligen Text als Rollenspiel um und wandeln somit den Prosatext in einen Sprechtext. Bei der Durchführung dieses Prozesses findet eine aktive Wiederholung der Grammatik, insbesondere der Bildung von Verben statt.

Eine weitere Möglichkeit es das Schreiben einer Fortsetzung zu einem Lehrbuchtext in Form eines Rollenspieles. Hierbei müssen die SchülerInnen selbstständig einen lateinischen Text verfassen und somit ihr sprachliches und grammatikalisches Können und Wissen unter Beweis stellen. Bei diesem kreativen Schaffungsprozess haben die SchülerInnen in der Regel sehr viel Spaß und bekommen zudem ein Gefühl für die lateinische Sprache, welches durch das reine Übersetzen eines Textes nicht immer gegeben werden kann. Das fertige Ergebnis wird anschließend der Klasse vorgespielt und diskutiert. Eventuell muss an der ein oder andere Stelle auch eine Korrektur der Grammatik oder des Wortschatzes vorgenommen werden. Diese „Fehler“ eignen sich zur Diskussion im Plenum, um bei allen SchülerInnen einen Lerneffekt aus einer Fehlkonstruktion zu schaffen und diese in Zukunft zu vermeiden.

Eine weitere Möglichkeit ist das Aufführen eines bereits existierenden Rollenspiels. Hierbei steht nicht der Schaffungsprozess, sondern das Spielen und Verstehen des Textes im Vordergrund. SchülerInnen lernen anhand eines solchen Spieles die Lebendigkeit der lateinischen Sprache kennen. Darüberhinaus bekommen sie ein Gefühl für das gesprochene Latein und erkennen zudem, dass sie beim Hören der Sprache meist mehr verstehen als sie sich selbst zugetraut haben. Im Anschluss an den Spiel- und Verstehensprozess bietet sich eine Übersetzung des Stückes an, um diesen in all seinen Facetten erfassen zu können und um die Grammatik dessen zu besprechen.

‚Obelix non Obelix est‘

Das Rollenspiel ‚Obelix non Obelix est‚, ein Beispiel für ein bereits existierendes Rollenspiel ab dem 2.Lernjahr, handelt von einem römischen Soldat, welcher verkleidet als fesche Gallierin, als Spion in das Dorf von Asterix und Obelix kommt. Bis zur Auflösung der Spionage gibt es einigen Trubel, welchen die SchülerInnen gemeinsam mit ihren Lieblingsfiguren der Reihe auf Latein entdecken können. Hier geht es zum Rollenspiel.

ABC-Methode

Einführung, Gruppenarbeit, Methode, Methodik, Wiederholung

Die „ABC-Methode“ wird charakterisiert durch ihre Eignung sowohl als Lernstandserhebung als auch zur Wiederholung von bereits vermittelten Inhalten. Sie besticht durch ihre Eigenschaft, dass zu einem bestimmten Oberbegriff Fachbegriffe von den SchülerInnen gesammelt werden, welche sind an den 26 Buchstaben des ABCs orientieren.

Durchführung der Methode

Zu Beginn der Methode schreiben die SchülerInnen in Einzelarbeit zu einem vorgegebenen Oberthema, z. B. Karl der Große, jeweils einen Begriff pro Buchstabe des Alphabets auf, welcher etwas mit dem vorgegeben Thema zu tun hat. Hierbei gibt es die Option, Joker zu verteilen, wodurch die SchülerInnen nicht alle 26 Buchstaben des ABCs befüllen müssen.

ABC – Methode am Beispiel Karl des Großen

Nach dem Abschluss der Einzelarbeit, können die gefundenen Begriffe zuerst in einer Kleingruppe oder gleich im Plenum gesammelt werden. Hierbei werden die einzelnen Begrifflichkeit auf ihre Korrektheit hin besprochen und anschließend zur Erstellung einer historischen Narration in eine chronologische Reihenfolge gebracht. Die Lehrkraft hat hierbei die Möglichkeit, Nachfragen zu den einzelnen Begriffen zu stellen und gegebenenfalls zu prüfen, was die SchülerInnen bereits zu einem bestimmten Thema wissen oder inwiefern sich der Lerninhalt der vergangenen Einheit verfestigt hat.

„App in die Geschichte“

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Seit 2013 arbeitet die Freie Universität in Kooperation mit namenhaften Partnern an der „App in die Geschichte“. Mit dieser Anwendung haben SchülerInnen die Möglichkeit, ihre eigene Stadtgeschichte zu entdecken und mithilfe von Tools zu visualisieren. Dies ist sowohl in Einzel-, als auch in analoger oder digitaler Gruppenarbeit möglich. Hierfür ist eine Anmeldung der SchülerInnen notwendig, allerdings ohne der Abfrage einer Mailadresse.

In einem kurzen Clip stellt das Team um Dr. Müller seine Anwendung kurz vor:

Neben verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten sticht insbesondere die Erstellung eines Zeitstrahls ins Auge. Für das hier angefügte Beispiel wurde ein Zeitstrahl zu den Luftangriffen Berlins gefördert.

Über die Suchmaske haben die SchülerInnen die Möglichkeiten im Archiv der Anwendung nach geeigneten Bildern für die Erstellung des Zeitstrahles zu suchen, welche urheberrechtlich unproblematisch sind.

Die gefundenen Ergebnisse können mit wenigen Klicks dem Zeitstrahl hinzugefügt werden.

Anschließend können diesem noch persönliche Bilder und Ereignisse eingepflegt werden. Dies erfolgt über die Bearbeitung des Zeitstrahls und wird automatisch vom Programm zu den Bildern aus dem Archiv eingepflegt. Aktuell sind im Archiv insbesondere Bilder zu großen Städten oder Ereignissen nach aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu finden. Durch die Möglichkeit, auch eigene Bilder hochzuladen, wird dieser Nachteil etwas gelindert und bietet zudem die Möglichkeit, mit der Klasse einmal ins Stadtarchiv zu gehen und nach eigenen Bildern und Quellen zu suchen.

Neben dem Zeitstrahl bietet die Anwendung auch die Möglichkeit verschiedener Tagging Games an, wie zum Beispiel die Durchführung ein Tabu-Spiels.

Hierbei geht der Weg über die Erklärung eines historischen Begriffs über ein Bild dessen. Somit wird der Erklärende in doppelter Hinsicht gefordert, da er nicht nur das Ereignis erklären, sondern auch korrekt einordnen muss.

Die Anwendung bietet somit eine große Bandbreite der Möglichkeit zur Förderung von Kompetenzen. Zudem schafft sie die Grundlage zur Erforschung der eignen Stadtgeschichte, welche sich insbesondere als Projekt im Unterricht anbietet und den SchülerInnen einen anderen Zugang zu Geschichte im Vergleich zum klassischen Unterricht aufzeigt.

Weitere Informationen

Link zur Anwendung: https://app-in-die-geschichte.de

Das Standbild am Beispiel des Lateinunterrichts

Gruppenarbeit, Latein, Methodik

Für mich gehört das Standbild, ebenso wie das Rollenspiel zu den Methoden, die ich erst schätzen lernen musste. Insbesondere, da ich mich selbst als Schülerin damit oft sehr schwer tat, habe ich gelernt, dass man die SchülerInnen sachte und verständnisvoll an diese Methodik heranführen muss. Richtig ein und ausgeführt bietet die Methode die Möglichkeit, die Kreativität und das soziale Lernen der Klasse im Unterricht zu fördern sowie das Transportieren von Inhalten auf non verbaler Ebene.

Das Standbild

Ein Standbild ist eine eingefrorene Konstellation eines Problems, einer sozialen Situation oder eines Themas

Universität Oldenburg

Die Methode des Standbildes wird dadurch definiert, dass in Kleingruppen von SchülerInnen versucht wird, möglichst genau und detailgetreu , eine Handlung oder die Beziehung zwischen Personen darzustellen sowie die dafür typischen Charakterzüge zu imitieren. 

Anschließend werden die so entstandenen Standbilder dem Plenum präsentiert, analysiert und in diesem besprochen. Im Anschluss an die Analyse findet eine Erklärung der Gruppe in Bezug auf die Darstellung ihres Standbildes statt sowie ein Vergleich der Überlegungen innerhalb der Gruppe mit den Deutungen, welche im Plenum der Klasse erstellt wurden. 

Exemplum – Ovids Metamorphosen

Neben der Vermittlung der sprachlichen Kenntnisse gehört zum Lateinunterricht für mich ebenso die Vermittlung von inhaltlichen Kenntnissen über Götter, Werke oder das Leben im Antiken Rom. Ein Favorit von mir sind dabei die Metamorphosen des Ovids, welche viele, auch teilweise heute noch aktuelle Geschichten enthalten. Bei der Auswahl der Standbilder habe ich eine Vorauswahl getroffen, aber ebenso ein freies Feld geschaffen, in welches die SchülerInnen ihre eigene Metamorphose eintragen können.

Bei der Durchführung der Methode wird die Klasse in Gruppen eingeteilt. Nun ist es der Lehrkraft überlassen, ob sie den Gruppen jeweils eine Metamorphose zuteilt oder die SchülerInnen selbst entscheiden lässt. Ich persönliche habe kein Problem damit, wenn sich eine Metamorphose bei der Präsentationen doppelt – man denke hierbei auch an die dadurch geschaffene Vergleichsgrundlage – und lasse die Gruppen aus diesem Grund selbst entschieden, welche Metamorphose sie darstellen möchten.

Material

Kollaboratives Lernen via Social Media – der Podcast

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Der Podcast ist der neuste Trend im Netz und hat das uns bekannte Hörbuch mittlerweile abgelöst. Das Hörangebot gibt es mittlerweile zu jeder uns vorstellbaren Thematik. Als Beispiele können hier Krimis und andere Hörbücher im klassischen Sinne genannt werden, aber auch Angebote aus dem Bereich der Bildung, Sport oder Freizeit.

Durch das aktuelle digitale und technische Angebot wird den SchülerInnen eine kreative, aber auch konstruktive und kollaborative Lernumgebung zur Verfügung gestellt, die nicht nur in der Freizeit genutzt werden kann, sondern ebenso viel Potenzial für den schulischen Bildungsprozess beinhaltet.

Methodisch-didaktische Aspekte

Der Podcast ist in seiner Methodik in den Bereich des „Flipped Classromm“ einzuordnen. Dieser Begriff bezeichnet eine Methode, bei welcher Inhalte der reinen Vermittlung aus dem Unterricht herausgelöst werden und eine Vertiefung des Inhaltes sowie eine Vernetzung und eine Transformation dessen in den Vordergrund gestellt werden. Der Podcast unterstützt hierbei nicht nur die Förderung dieser Methode, sondern stärkt zudem das selbstgesteuerte Lernen der SchülerInnen im Allgemeinen. Prof. Stang von der Hochschule für Medien, Stuttgart betont zudem, dass ein Podcast keine einmalige Angelegenheit ist, sondern immer wieder von den SchülerInnen individuell angehört werden kann. Somit ist diese Art der Lernsituation weder stimmungs- noch tagesformabhängig und kann somit von den SchülerInnen beliebig oft und in ihrem eigenen Tempo wiederholt und abgerufen werden.

Einsatz im Unterricht

Der Einsatz von Podcasts im Unterricht ist sowohl rezeptiv als auch produktiv möglich.

Eine rezeptive Anwendung von Podcasts im Unterricht, habe ich bereits mehrmals an Beispielen zu historischen Podcasts vorgestellt. Mittlerweile finden sich zu einer großen Anzahl an historischen Themen, aber auch zu den meisten Themen der klassischen Antike, Podcasts auf diversen Plattformen. Hierbei ist insbesondere die Aktualität dieser Formate in den Vordergrund zu stellen. So behandelt beispielsweise der Podcast „eine Stunde History“ jede Woche ein historisches Thema mit aktuellem Bezug. Aber auch aus dem Bereich der Politik finden sich tagesaktuelle News bei den entsprechenden Anbietern, wie beispielsweise der Podcast von Gabor Steingart „Steingarts Morning Briefing„.

Eine weitere Möglichkeit der Anwendung im Unterricht ist die praktische Anwendung von Podcasts, bei welcher die SchülerInnen selbst aktiv werden. Im Rahmen eines Projektes oder zu einem bestimmten Themen können diese eigene Podcasts produzieren und im Kreis des Projektes oder (nach Zustimmung der Eltern) in einem größeren Rahmen publiziert werden.

Einsatzbeispiele

Beim praktischen Einsatz von Podcasts im Unterricht, gibt es eine Bandbreite an Themen und Settings, welche als Grundlage eines Podcasts gewählt werden können. Für den Latein- und Geschichtsunterricht bieten sich beispielsweise folgende Thematiken oder Settings an:

  • eine Diskussion über die verschiedenen philosophischen Richtung der Antike.
  • die Nachstellung einer Nachrichtensendung zu einem historischen Thema, z.B. dem Mauerfall.
  • Diskussionen und Kommentare zu diversen historischen Themen.
  • ein fiktives Interview mit einer historischen Persönlichkeit, einem Politiker und dem Göttervater selbst.
  • die Nachstellung eines Wahlkampfes.
  • die Aufbereitung einer historischen Narration als Hörbuch.
  • das Umschreiben einer Geschichte aus Ovids Metamorphosen als Hörbuch mit verschiedenen Sprechern.

Literatur & Tipps

Bildquellen

Tabu

Geschichte, Gruppenarbeit, Methode

Tabu war eines meiner Lieblingsspiele in der Kindheit. Ich liebte es einfach, Begriffe leicht und verständlich zu erklären. 

Auch in den Geschichtsunterricht kann man dieses Spiel super einfach integrieren. Man teilt die Klasse beispielsweise in zwei Gruppen ein und lässt diese Gruppen gegeneinander antreten. 

Jede Gruppe überlegt sich eine bestimmte Anzahl von Begriffen, welchen sich der aktuellen Lerneinheit, z.B. erster Weltkrieg, zuordnen lassen. Nun erklärt ein Schüler von Gruppe A unter Aufsicht von Gruppe B seiner Gruppe den ersten Begriff, welchen Gruppe B ausgewählt, hat seiner Gruppe. Gruppe B ist neben der Kontrolle zusätzlich noch für die Zeit verantwortlich. 

Nach dem Ende der Zeit ist Gruppe B an der Reihe einen Begriff von Gruppe A zu erklären. So geht es reihum nach dem Prinzip des Spiels Tabu bis die Karten zu Ende sind und eine Gruppe gewonnen hat.

Rollenkarten für die Gruppenarbeit

Gruppenarbeit, Methodik

Ich persönlich bin ein großer Fan von Gruppenarbeit im Geschichtsunterricht. Diese Sozialform eignet sich sehr gut zur Zusammenarbeit zwischen leistungsschwächeren und leistungsstarken Mitgliedern der Klasse. Es ist sogar empirisch bewiesen, dass hierbei eine Steigerung des Leistungserfolges auf beiden Seiten eintreten kann, allerdings in unterschiedlicher Ausprägung. Zudem wird bei dieser Art der Materialerarbeitung die Sozialkompetenz der Klasse, die Teamfähigkeit und das eigenständige Arbeiten in einer Gruppe gefördert.

Quelle: Klett-Verlag

Damit nicht nur ein Teil der Gruppe arbeitet und der Rest sich eher als „Team“ als als „Work“ der Gruppenarbeit ansieht, halte ich es für wichtig, jedem Mitglied der Gruppe eine gewisse Rolle innerhalb der Gruppenarbeit zuzuschreiben. Hierbei eignen sich Rollenkarten für den Geschichtsunterricht, welche es in verschiedenen Varianten gibt. Ich persönlich erachte eine Gruppe mit vier Personen für ausreichend bei einer Gruppenarbeit und empfehle aus diesem Grund die Rollenkarten von Klett.