Unsere Woche im #twlz: Unsere und eure Sternstunden

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

auf Instagram läuft aktuell eine Lehrerchallenge. Auch in dieser Woche wollen wir uns dieser Challenge widmen und das Thema „Sternstunden“ nach den Fails der vergangenen Woche bearbeiten. Beide Stunden sind wertvoll für unseren Unterricht. Denn aus „schlechten Stunden“ können wir als Lehrkraft sehr viel mitnehmen und lernen und tolle Stunden geben uns unendlich viel Kraft und Zuversicht, wenn es einmal nicht so gut läuft oder wir Kraft brauchen.

Katharina

Lange habe ich über diese Frage nachgedacht und mich letztendlich für diese zwei Stunden entschieden.

Die 80er und „I Wanna Dance With Somebody“

Bei uns an der Schule war Mottowoche und das Thema am letzten Tag vor den Faschingsferien lautete „80er“. In der 6.Stunde hatte ich eine Klasse in Geschichte. Passend zum Thema des Tages haben wir auf YouTube einen kurzen Clip zu den 80ern angeschaut. Anschließend kam der Wunsch von den Mädels auf, ob wir nicht Musik aus den 80ern hören können. Die restliche Stunde haben wir also lautstark zu den Hits der 80er mitgesungen und getanzt. Lautstark dröhnte also „I Wanna Dance With Somebody“ durch das Klassenzimmer und ich konnte nicht mehr aufhören zu lächeln. Die Mädchen waren so glücklich und frei in diesem Moment. Es war so toll anzusehen. Das sind die Momente unseres Jobs, die wir ganz fest festhalten müssen. Mir ging richtig das Herz auf und ich dachte nur, wie sehr ich diesen Job und diese Kinder liebe!

Digitale Spiele und ein Lärmpegel

Mittlerweile bin ich wohl dafür bekannt, dass ich öfter digitale Spiele im Unterricht einsetze. Eins davon war Valiant Hearts (hier). Beim Spielen und Durchführen der Einheit waren die Mädels Feuer und Flamme. Wir haben das Spiel an einem iPad gespielt und an die Wand projektiert. Das Mädchen, was gerade gespielt hat, wurde von der Klasse angefeuert, es wurden Tipps gegeben und mitgefiebert. Auch die Irritation zum Einsteig mit Hilfe des Spiels funktionierte perfekt. Die Mädels waren so begeistert, dass sie statt der Halloween-Stunde vor den Ferien lieber weiter mit dem Stoff machen wollten.

Björn

Memes zum Latein-Unterricht

Da ich selbst mit Memes aufgewachsen bin, schaue ich immer gerne mal, wo ich diese auch im Unterricht einsetzen kann. Immerhin bieten sie eine Möglichkeit, auf witzig-kreative Weise zu bestimmten Unterrichtsinhalten hinzuleiten. Auch in der SchülerInnen-Generation sind Memes noch beliebt, weshalb ich mir in einer Lateinstunde einmal den Spass gemacht habe, den Kurs ohne große Beschränkungen eigenes Memes zu erstellen. Die Aufgabe war, sich auf den Inhalt der letzten Stunden zu fokussieren. Dabei durften aber auch Memes über den eigentlichen Unterricht an sich gestaltet werden. So entstanden in einer Doppelstunde knapp 70 Memes über lateinische Sprache und Grammatik sowie über den Unterricht selbst. Die SchülerInnen hatten sehr viel Spass und brachte mir am Ende eine meiner Lieblingsrückmeldungen im Lehrerberuf: „Wie kommt es eigentlich, dass wir im „ältesten“ Fach den modernsten Unterricht machen?“

Eigene Netflix-Serien zur „Völkerwanderung“

Basierend auf einem Artikel auf unserem Blog habe ich meine 12er nach einer Klausur innerhalb der Einheit „Völkerwanderung“ ein wenig Entspannung gegönnt und sie eine Netflix-Serie innerhalb dieses Themas erstellen lassen. Es war sehr spannend zu sehen, welche kreativen Gedanken sich die SchülerInnen zur Geschichte, zu den Charakteren und auch zur Besetzung gemacht haben. Das Highlight war dann natürlich das Vorstellen der Serien, wo die SchülerInnen voller Begeisterung ihre Serien präsentierten und sich durchgehend positives Feedback gaben. Es zeigte sich, dass Netflix als Alltagsbezug gut aufgenommen wurde und auch eine Grundlage für eine anschließende Diskussion bot, wie Geschichte in Serien dargestellt wird und inwiefern es einen Anspruch von Serien mit historischen Inhalten auf „Authentizität“ geben kann.

Tolle Unterrichtskonzepte aus dem #twlz

Eine tolle Idee zur Erarbeitung mit anschließender Problematisierung des gesteuerten Chats durch LearningSnacks hat Kai Wörner diese Woche vorgestellt.

Englisch außerhalb des Unterrichts?

Eine tolle Idee zur Motivation der Schüler*innen außerhalb des eigenen Fachunterrichts. Für Latein fehlen uns da leider etwas die Filme und Serien😅

Tipps zum Erstellen von (Latein-)Klausuren

meine Woche im #twlz

Der Mai ist nicht nur der Monat, in welchem das Wetter normalerweise schön wird und der Frühling in seiner höchsten Blüte steht, sondern leider auch der Monat, in welchem zahlreiche Klausuren anstehen. Zwischen Oster- und Sommerferien steigt der Stresslevel hier oftmals sehr stark an, was auch daran liegt, dass man eben zahlreiche Klausuren erstellen und korrigieren muss. In den letzten Tagen wurde im #twlz viel darüber diskutiert, wie man selbst mit dem Erstellen von Klausuren umgeht und ob man selbst eine feste Vorlage nutzt. Auch ich habe mich an diesen Diskussionen beteiligt und es kam der Gedanke auf, die eigenen Routinen beim Erstellen von Klausuren einmal vorzustellen. Genau das möchte ich mit dem heutigen Artikel machen und einmal zeigen, wie meine Mustervorlage für eine Lateinklausur aussieht. Ich freue mich schon auf eure Anmerkungen und den weiteren Austausch zu dem Thema. Eventuell gibt es ja auch Vorlagen, welche ihr nutzt und gerne im #twlz teilen möchtet?

Der „Einstieg“ in eine Klausur beginnt bei mir immer mit einem Einführungstext, welcher die SchülerInnen in das Thema die Klausur einführt. Durch aufmerksames Lesen erkennen die SchülerInnen bereits den Kontext und haben somit keinen „Kaltstart“. Ebenfalls werden im Einführungstext ggf. schon Vokabelhilfen gegeben, wenn z.B. ein Name oder ein Ort auftaucht, der im lateinischen Text ebenfalls vorkommt: „Romulus und Remus gelten als Gründer Roms (Roma, ae f.)“. Ebenfalls finden sich auch die formellen Angaben wie Datum, Klasse oder auch die Nummer der Klausur. Auch dürfen die SchülerInnen gerne daran erinnert werden, ihren Namen oben links einzutragen. 😉

Standardmäßig gehört zu einer Lateinklausur natürlich auch ein Text, der übersetzt werden möchte. Diesen platziere ich immer im „Zentrum“ des Blattes in der folgenden Aufteilung: Der eigentliche Text ist in einer großen Schrift verfasst, mit einem Zeilenabstand von 1,5 um den SchülerInnen Platz für eigene Markierungen zu lassen. Er nimmt 2/3 des Platzes ein, die jeweiligen Vokabelhilfen dann 1/3. Die Vokabeln, welche ich hier angebe, markiere ich im lateinischen Fließtext dick, damit erkennbar ist, dass diese Vokabel als Hilfe angegeben ist.

Nach dem lateinischen Text erfolgt der eigentlich Aufgabenblock, der immer mit der Aufgabe der Übersetzung beginnt. Wichtig ist hier das „angemessen“, da ich eben nicht einfach möchte, dass die SchülerInnen 1:1 wörtlich übersetzen, ohne den Text zu verstehen. Standardmäßig bestimmte bei uns die Übersetzung 2/3 der Endnote, während die restlichen Aufgaben aus Grammatik und Kulturgeschichte 1/3 ausmachen. Dieser Teil ist bei mir oftmals so aufgeteilt, dass es zwei Grammatikaufgaben und eine Aufgabe zur Kulturgeschichte gibt. Die Grammatikaufgaben sind dabei so aufgebaut, dass sich direkt auf den Text beziehen und den SchülerInnen somit auch ein wenig Hilfestellung geben:

„Besimmte den Kasus eines Wortes in Zeile 2.“

„Markiere die Satzglieder des AcI in Zeile 5.“

„Unterstreiche die Relativpronomina im Text.“

Die Aufgabe zur Kulturgeschichte selbst greift dann den Hintergrund des Textes auf. Handelt der Text z.B. von Hannibal, dann kann die Aufgabe hier lauten, kurz zu erklären, warum er die Römer so gehasst hat oder inwiefern sein Zug über die Alpen so überraschend war. Diese Aufgabe schließt die Klausur ab und bildet so meistens eine Brücke zum eigentlichen Einstieg.

Das ist also meine Mustervorlage, um relativ „schnell“ eine eigene Klausur für den Lateinunterricht zu erstellen. Wenn ihr die gesamte Vorlage nutzen wollt, könnt ihr diese hier finden:

Fazit

Das Erstellen von Klausuren gehört sicherlich zu den eher „lästigeren“ Aufgaben einer Lehrkraft. Insofern finde ich es gut, dass wir uns in #twlz darüber austauschen und Ideen teilen. Ich bin gespannt, mit welchen „Routinen“ ihr Klausuren erstellt und welche kleinen Tipps und Hilfen ihr nutzt, um eure Klausuren zu erstellen.

Material

Unsere Woche im #twlz: Unsere schönsten Fails

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

auf Instagram läuft aktuell eine Lehrerchallenge. Das Thema heute heißt #mehrrealitätaufinstagram. Somit steht quasi eine Fail-Challenge an, bei welcher Lehrkräfte ihren „schönsten“ Fails einmal präsentieren sollen. Quasi alles, was im Unterricht einmal schiefgegangen ist, aber im Nachhinein dann Stoff für eine ganz lustige Geschichte bietet. Auch wir möchten daran gerne teilnehmen und stellen euch heute je zwei Fails aus unserem Unterrichtsalltag vor. Auch unser Unterricht läuft nicht immer perfekt ab.

Katharina

  1. Die abgeklebte Maus

Als junge und neue Lehrkaft wird man von den Schüler*innen gerne einmal auf die Probe gestellt. Meine Mädels haben die Maus von unten mit Klebefilm angeklebt. Das kannte ich bis dato noch nicht… Ich wundere mich also die ganze Stunde lautstark über die Maus, stecke sie ein und wieder aus und verstehe die Welt nicht mehr. Nach der Stunde kommt der Kollege zu mir und meinte nur, du die … war gerade sehr amüsiert darüber, dass du nicht auf den kleinen Streich gekommen bist. Heute kann ich darüber lachen😅

2. Die Paulskirche

Ach, hab ich gebastelt und mich auf diese Stunde gefreut. Sah den tollen Blogpost schon vor mir. Ich sage euch, die Stunde war der absolute Fail und die Mädels sind gar nicht darauf angesprungen. Einzig, die Reporter haben funktioniert 😂 Glaube aber, dass das Argumentieren trotz der Hilfen sie doch etwas überfordert hat und nehme die Schuld hier auf mich. Im Anhang das Material und kurz meine Idee dahinter, wer einen Versuch wagen möchte.

Björn

  1. Manuf(r)akturen

    In einem Unterrichtsbesuch ging es um das Thema „Frankreiches Wirtschaftspolitik unter Ludwig II.“. Ein wesentliches Merkmal dieses Themas ist das Herstellen von hochwertigen Produkten in sogenannten Manufakturen. Ich hatte ein Arbeitsblatt erstellt, in welchem die SchülerInnen das System dieser Manufakturen erarbeiten sollten. Das Problem war, dass ich aus irgendwelchen Gründen nicht Manufakturen, sondern Manufrakturen geschrieben hatte. Somit habe ich diesen Begriff konsequent die ganze Stunde genutzt und die SchülerInnen auch so lernen lassen. Nach der Stunde sprach mein Fachleiter mich darauf an, dass mein Zweitfach Latein wäre und ich mal über den Unterschied zwischen frangere (= zerbrechen) und facere (= machen) nachdenken solle. Erst da bemerkte ich, dass ich den Sinn einer Manufaktur damit konsequent umgedreht hatte. Aus „mit der Hand bauen“ wurde „mit der Hand zerstören“. Mein Fachleiter kommentierte es mit einem Zwinkern und meinte, dass ich mein Wissen aus dem Zweitfach gerne auch in Geschichte anwenden dürfe. 😉

2. Der eingefrorene Bildschirm

Auch der zweite Fail kommt aus meinem Referendariat und zwar nicht aus irgendeiner Stunde, sondern aus meinem PU. In Latein habe ich es immer so gemacht, dass ich mit meiner Lerngruppe den Text durch das Bestimmen von Subjekten, Prädikaten und weiteren Infos vorentlastet habe. Dann konnten sie mit ein wenig Hilfe in die eigentliche Übersetzung gehen. Auch in meiner PU-Stunde habe ich das so gemacht und an meinem eigenen Rechner die Informationen eingetragen, welche die SchülerInnen im Hintergrund auf dem projizierten Smartboard sehen konnten. Doch ausgerechnet im PU war die Beteiligung relativ zurückhaltend, sodass ich dann froh war, als wir fertig waren und irgendwie dann doch alles eingetragen hatten. Als ich die SchülerInnen dann in die Übersetzungsphase entließ und mich umdrehte, bemerkte ich auch den Grund dafür: Ich hatte das Smartboard immer noch auf das Bild vom Einstieg „gefreezt“, die SchülerInnen hatten also gar nicht mitverfolgen können, wie ich die Ergänzungen auf dem AB eingefügt hatte. Ich ließ es mir nicht groß anmerken, aber wäre an dieser Stelle, wo alle FachleiterInnen etc. zuschauten, am liebsten im Boden versunken. In der Nachbesprechung entschuldigte ich mich gefühlt 100 mal dafür, aber zum Glück kommentierte meine Fachleiterin diesen Vorfall nur so, dass sie in genügend anderen Stunden gesehen hätte, dass ich kompetent mit Technik umgehen könne. Daher sei es hier nicht so schlimm gewesen, auch wenn es für mich in der Situation der absolute Worst Case war. 😄

Material

Der Gedanke hinter dem Material war, dass die Schüler*innen durch Zufall je einer Fraktion zugeteilt werden und in die Rolle einer historischer Persönlichkeit schlüpfen. Zwei Karten sind etwas heller gestaltet und signalisieren die Vorsitzenden, also die Leiter der Diskussion. Zudem gibt es noch zwei Reporter, die rumgehen und Fragen stellen. Das hat wirklich super geklappt und echt geholfen. Die Diskussion lief dann leider doch nicht so. Die QR-Codes führen zu Biografien der Abgeordneten von DHM.

Kathas Woche im #twlz: Lernen im eigenen Tempo

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

letzte Woche haben ich in meinen 9.Klassen die Lernlandkarte und Feedback dazu eingeholt. Das Resümee war durchaus positiv, vor allem das Lernen im eigenen Tempo empfanden alle Schüler*innen als gut oder sehr gut. Für mich heißt es nun, Dinge, die positiv hervorgehoben wurden, regelmäßig in meinen Unterricht zu integrieren und an Anmerkungen mit Verbesserungspotenzial zu arbeiten.

Lernlandkarte Kl.9

Persönlich bin ich ein großer Fan von selbstständigen Lernen, tue mir allerdings schwer, meine Vorstellungen und Ideen manchmal in Einklang mit dem Schulgesetzt zu bringen. Hier gibt es leider noch wenige Möglichkeiten für alternative Leistungserhebungen und Bewertungen nach einem mehrstufigen Kompetenzsystem. Zudem kämpfe ich noch etwas mit dem Durchhaltevermögen der Mädels und einem geeigneten Rahmen für diese Form des Lernens. Der Lernpfad mit mebis hat ihnen hierbei schon sehr geholfen, allerdings zeigten sich bei der Durchführung Schwächen der Technik sowie Probleme mit unserem Internet. Eine optimale Lösung ist hier somit noch nicht gefunden.

Gedanken aus der digitalen Welt

Umso mehr freue ich mich, von Lehrkräften zu lesen, die hier schon weiter sind als ich und das Schulsystem ein Stückchen mehr öffnen konnten.

Concept Boards

Eine Anregung, welche sich sicherlich auch im selbstständigen Lernen umsetzen lässt, kommt von Nils. Übrigens auch eine große Folgeempfehlung auf Twitter.

Lernlandkarte mit Differenzierung

Auf Instagram bin ich über diesen tollen Post zum selbstständigen Lernen mit der Möglichkeit zum Differenzieren gestoßen.

Björns Woche im #twlz: Bewertungskritierien gemeinsam mit Schüler*innen festlegen

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

eine der schwierigsten Aufgaben in unserem Job ist aus meiner Sicht das Bewerten von Referaten. Gefühlt werden Referate, Präsentationen und co von Schüler*Innen immer als Gelegenheit angesehen, ihre Note zu verbessern. Umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn es dann „nur“ eine 3 (oder sogar noch schlimmer!) wird. Das macht solche Nachbesprechungen oftmals unangenehm. Insofern schaue ich, dass ich das Thema „Referate“ so gut es geht umgehe. Nicht möglich ist das allerdings in Jahrgang 12, da hier im Seminarfach im Rahmen der Facharbeit Präsentationen gehalten werden müssen. In dieser sollen die SchülerInnen ihre Ergebnisse, welche sie in der Facharbeit gewonnen haben, noch einmal dem gesamten Kurs vorstellen. Diese Präsentationsleistung ist dabei zwingend Teil der Gesamtnote, weshalb ich diese dann in der Konsequenz auch bewerten muss.

Da die Bewertung der Präsentation hier verpflichtender Teil einer größeren Gesamtnote ist und nicht „einfach so mal ein Referat“, war es mir wichtig, hier mit größtmöglicher Transparenz heranzugehen und den SchülerInnen schon vor den eigentlichen Präsentationen klar zu machen, nach welchen Kriterien ich diese dann auch bewerte. So setzte ich mich also daran, zwei Bewertungsbögen für die Leistungen „Vortrag“ und „PowerPoint-Präsentation“ zu erstellen. Schon beim Bearbeiten kamen zahlreiche Überlegungen in meinen Kopf: Sind diese Kriterien naachvollziehbar? Verstehen die SchülerInnen hier, worauf ich hinaus will? Ist der Fokus angemessen? Je mehr ich über meine eigenen Kriterien nachdachte, desto mehr kam mir ein Gedanke in den Kopf: Warum soll ich bei so einer wichtigen Präsentation „von oben herab“ bestimmen, was wichtig ist, wenn ich auch gemeinsamen mit den SchülerInnen einen Kriterienkatalog definieren kann, der dann für alle klar und verpflichtend ist. Und vor allem: transparent und nachvollziehbar.

Wir erarbeiten gemeinsame Bewertungsbögen

Gedacht getan suchte ich Material zu den Themen „Wie halten ich einen guten Vortrag?“ und „Wie erstelle ich eine gute PowerPoint-Präsentation?“ heraus. In der Stunde erhielten die SchülerInnen dann in zwei Gruppen aufgeteilt die Aufgabe, selbst einen Bewertungsbogen für die beiden Themen zu erstellen. Die SchülerInnen waren etwas überrascht, aber machten sich dann relativ motiviert ans Werk. Nach einer guten Stunde kamen wir wieder zusammen und schauten uns die Ergebnisse an. Es war interessant zu sehen, wie die SchülerInnen hier anfingen zu diskutieren, welche Punkte denn nun wichtig und welche eher unwichtig wären. So kamen am Ende die „klassischen“ Punkte wie sicheres und souveränes Auftreten und klares Sprechen bei den Vorträgen, übersichtliche und knappe Folien bei den PowerPoint-Präsentationen in den Bewertungsbogen, aber auch Punkte wie „Ausstrahlung von Fachkompetenz“ oder „Nutzung verschiedener Medien (wenn möglich)“ aufgenommen. Insgesamt einigten wir uns bei beiden Themen auf 5 Kriterien, welche jetzt die Basis für meine Bewertung der Präsentationen darstellen. Die SchülerInnen fanden es in der Nachbesprechung gut, dass ich bei diesem wichtigen Thema so transparent vorgegangen bin und sie ihre eigenen Gedanken in den Bewertungsprozess mit einbringen konnten. Ich bin gespannt, wie die Präsentationen jetzt laufen und auch, inwiefern sich die SchülerInnen beim Feedback an die gemeinsamen erstellen Bewertungsbögen halten.

Gedanken aus dem #twlz

Wenn ihr viel mit Google-Tabellen arbeitet, könnte flippity.net ein spannendes Tool für euch sein. @an_annago stellt das Tool und seine Möglichkeiten einmal kurz vor:

In Zeiten steigender Digitalität werden SchülerInnen auch immer mit dem Thema „Digitale Heftführung“ konfrontiert. Ein tolles Video dazu gibt es hier von @widescreenedu:

Fazit

Da die Präsentationen erst im Mai/Juni gehalten werden, dauert es also noch, bis ich von der eigentlichen Umsetzung dann berichten kann. Insofern würde ich gerne eure Erfahrungen hören: Habt ihr auch schonmal so oder ähnlich gemeinsam Bewertungsbögen für Referate, Präsentationen etc. erstellt? Und was für Schwerpunkte haben eure SchülerInnen gesetzt? Ich bin schon gespannt, eure Ideen zu hören und freue mich auf den weiteren Austausch zu diesem wichtigen Thema. Bis dahin euch aber erstmal eine schöne und natürlich lehrreiche Woche. 🙂

Kathas Woche im #twlz: Tag der offenen Tür

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

am vergangenen Sonntag war für mich der erste Tag der offenen Tür an der neuen Schule. Dementsprechend nervös war ich auch, insbesondere, da die heiße Phase der Planung in meine Zeit der Quarantäne mit anschließender Isolation gefallen ist und ich dementsprechend nicht an der Schule sein konnte. Für die Mädels aus den umliegenden Grundschulen hatten wir in verschiedenen Klassenzimmern an dem Tag kleine Workshops mit Inhalten aus unserem Unterricht vorbereitet, um die Mädchen spielerisch an das Thema heranzuführen. Geteilt habe ich mir den Raum an dem Tag mit dem Kollegen aus der Physik, IT und Mathematik und an dem Tag auch gelernt, dass man immer eine Kartoffel parat haben sollte, wenn das Ladekabel mal wieder zu kurz ist.

Auf einem großen Tisch hatte ich verschiedene Materialien und Unterrichtsprodukte meiner Mädchen platziert, um auch interessierten Eltern die Vielfalt des Unterrichts und der verschiedenen Themen aufzeigen zu können. Die Mädchen aus der 4.Klasse, die an diesem Tag unsere Schule besucht haben, wurden von den Tutorinnen der 9.Klassen durch die einzelnen Räume geführt und waren dann immer eine gewisse Zeit in unserem Raum. So konnten sie auch ganz unauffällig erfahrenere Schülerinnen mit Fragen zu unserer Schule und den Lehrkräften löchern.

Zu Beginn meines Workshops habe ich ihnen Geldscheine aus der Weimarer Republik gegeben und mit ihnen gemeinsam überlegt, was dies ist und wie alt sie sein könnten.

Anschließend habe ich ihnen erklärt, dass dies Quellen sind, ich aber nicht alle Gegenstände aus der Vergangenheit als Original mit in den Unterricht bringen kann, uns hier aber die moderne Technik helfen kann. Mit der App „Object Viewer“ wurde so die Nofretete aus Berlin direkt ins Klassenzimmer geholt. Die Anwendung war ein absolutes Highlight für die Mädchen.

Im Anschluss, wenn noch genügend Zeit übrig war, haben die Mädchen noch spielerisch die Comics und Netflix-Serien der höheren Klassen kennengelernt und durften sich am Ende des kleinen geschichtlichen Rundgangs noch einen Sticker aus den Reisetagebüchern der Achtklässlerinnen mitnehmen.

Gedanken aus dem #twlz

Was bedeutet lernen?

Über eine positive Fehlerkultur mache ich mir auch schon sehr lange Gedanken und finden diesen Konzept hierzu sehr inspirierend.

Arbeitsaufträge visualisieren

Wenn ich Simones Tweets lese, nehme ich mir immer vor, auch wesentlich öfters mit Symbolen zur Unterstützung zu arbeiten, da ich es bei ihr so wahnsinnig übersichtlich finde.

Tolles Feedback-Tool

Gerne lasse ich Selbsteinschätzungen im Unterricht vornehmen und werde dieses Tool dafür einmal testen.

Zeitgemäßes Diktat

Tolle Umsetzung und eine Inspirationen für meinen Unterricht!

Björns Woche im #twlz: (fast) Ferien! – Spielideen für die Stunde vor den Ferien

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

zweimal werden wir noch wach… dann sind endlich Ferien! Nach fast 12 Wochen durchgehendem Unterricht freuen sich sowohl KollegInnen als auch SchülerInnen endlich auf die verdienten Ferien. Da damit auch wieder typische „Letzte Stunde vor den Ferien“-Stunden einhergehen, wollte ich euch heute noch ein paar Ideen für genau solche Stunden zeigen, damit ihr auch diese entspannt übersteht und gut in die Ferien kommt. Natürlich freue ich mich auch wieder auf eure Ideen.

Tabu

Ein Spiele-Klassiker, der sich auch praktisch für die letzte Stunde vor den Ferien eignet, ist Tabu. Hierbei geht es darum, einen Begriff möglichst schnell zu beschrieben, ohne dabei bestimmte Wörter benutzen zu dürfen. So soll z.B. das Wort „Baum“ beschrieben werden, aber man darf dabei nicht die Wörter „Wald“, „Stamm“, „braun“ und „grün“ verwenden. Die Klasse wird dann in zwei Gruppen geteilt und die Gruppe, welche zuerst die richtige Antwort nennt, bekommt einen Punkt. Das geht dann solange, bis eine Gruppe eine bestimmte Anzahl an Punkten erreicht hat. Hierfür lassen sich relativ leicht eigene Vorlagen erstellen, die dann an den eigenen Unterricht angepasst werden können. Wer ein paar Spielkarten zum „Sofortgebrauch“ möchte, wird hier bei einer kleinen Sammlung von School-Scout.de fündig.

Pantomime

Pantomime funktioniert ähnlich wie Tabu, hier wird allerdings nicht gesprochen beim Beschreiben, sondern es darf nur via Gestik gearbeitet werden. Hier muss ein Baum also nicht beschrieben, sondern „geschauspielert“ werden. Und was auf dem Papier erstmal gar nicht so schwierig klingt, sorgt dann beim Ausprobieren für eine große Menge Ratlosigkeit und damit auch für viel Spass. Wie auch bei Tabu können hier Bezüge zum Unterricht hergestellt werden, wenn z.B. Tiere, Länder oder frisch gelernte Vokabeln gezeichnet werden müssen. Bei mir kam es zudem regelmäßig vor, dass bestimmte SchülerInnen eine ganze neue kreative Seite an sich entdeckten.

Codenames

Ein weiteres beliebtes Spiel ist Codenames. Das Prinzip des Spieles basiert dabei auf Deduktion von Begriffen und der Findung eines Oberbegriffs für diese. Zwei Teams müssen auf einem Spielfeld von 25 Begriffen die Begriffe „ihres“ Teams finden. Dazu erhalten sie ein Codewort von ihrem „Geheimdienstchef“, welcher versucht, so viele der eigenen Begriffe mit einem Oberbegriff zu verbinden, damit diese erraten werden können. Wie bei den beiden vorherigen Spielen gilt auch hier, dass diese gut 25 Begriffe einen Bezug zum Unterricht haben können, aber auch mit ganz einfachen Alltagsbegriffen funktioniert das Spiel sehr gut. Für den Latein-/Geschichtsunterricht findet ihr auf dem Blog eine Vorlage, alternativ kann man das Spiel aber auch gratis online spielen, hierbei werden dann Vorlagen generiert.

Gedanken aus dem #twlz

Das Thema Reflexion ist gerade nach Klassenarbeiten immer wieder wichtig. Latin_stagram hat einen gut nutzbaren Bogen erstellt, mit welchem SchülerInnen angeregt werden können, gezielt zu reflektieren.

Ein tolles Tool zum Thema Argumentieren hat Christian Vanell gezeigt: Mit der Argumentationswippe können Argumente auch grafisch abgewogen werden, was vor allem für Diskussionen sehr sinnvoll ist.

Fazit

Ich hoffe, euch mit diesen Tipps ein paar Ideen für die letzten „letzten Stunden“ gegeben zu haben. Wir haben uns nach diesen wilden drei Monaten die Ferien auch redlich verdient, insofern verabschiede ich mich an dieser Stelle schon in die Osterpause und wünsche euch allen erholsame Ferientage und natürlich frohe Ostern. 😊🐰

Kathas Woche im #twlz: Einfach nur frustriert…!

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

passend zum gestrige „Feedom Day“ – der Begriff wurde geprägt durch die Abschaffung der Sklaverei in den USA und ist in diesem Kontext mehr als unpassend – hielt ich heute mein positives Testergebnis eines offiziellen Schnelltests vor der Schule in der Hand. PCR steht noch aus. Selbstverständlich geimpft und geboostert, hat es mich nun auch erwischt. Unverständnis darüber, wie nun alle Maßnahmen fallen gelassen werden und ich auf Instagram überschwemmt werde von schönen Bildern aus dem Urlaub. Insbesondere das Ende der aktuell noch gültigen Maskenpflicht in den Schulen bereitet mir große Bauchschmerzen. Aktuell sind schon viel zu viele Kinder erkrankt und so kann es doch nicht weitergehen? Man weiß viel zu wenig über Long Covid bei Kindern und Jugendlichen und geimpft sind auch noch nicht alle. Ich selbst merke, dass es die Mädchen belastet, sie haben Angst vor einer Infektion und testen sich teilweise selbst freiwillig, um ihre Mitmenschen zu schützen. Ich bin sehr stolz, dass meine Mädels so viel Verantwortungsbewusstsein besitzen. Aktuell vermisse ich sie sehr und freue mich darauf, wenn alles überstanden ist. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist das schöne Wetter, welches ich zwar jetzt auf der Terrasse alleine genießen muss, aber ich kann es immerhin.

Bliebt gesund!

Positive Gedanken aus dem #twlz

Die ersten Vokabeln für ukrainische Schüler*innen

Freue mich immer wieder, so tolle Kolleginnen zu haben, die so engagiert sind und ihr fantastisches Material teilen.

Hack fürs iPad

Toller Tipp von Janina Brüggemann!

Anleitung für Kollektionen bei LearningApps

Vielen Dank, liebe Anna, für diesen kurzen Clip!

Animierte Nachrichten

Vielen Dank an Nele Hirsch für diesen tollen Tool-Tipp!

Björns Woche im #twlz: Trockene Theorie kreativ umsetzen

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

geht es euch auch so, dass ihr so langsam Ferien braucht? Zumindest, wenn ihr auch in Niedersachsen als Lehrkraft arbeitet, dürfte so langsam der Akku leer sein. Jedenfalls fühlt es sich sowohl bei mir, als auch bei meinen SchülerInnen so an, als wenn die Luft so langsam draußen ist. Nach gut 2 Monaten durchgehender Schule ohne Pausen, dafür aber mit Klausuren (gefühlt ohne Ende) freuen sich bei uns alle umso mehr auf die nahenden Osterferien. Trotzdem soll natürlich auch weiter guter Unterricht gemacht werden, weshalb ich euch heute zwei Methoden vorstellen möchte, wie ich trockenen Theorie-Unterricht auf eine kreative Art und Weise etwas lebhafter gestalten konnte. Eventuell helfen euch diese Methoden ja auch, die Theorie etwas hübscher zu verpacken. Gleichzeitig hat sich beim Erstellen der Produkte auch gezeigt, dass sich die SchülerInnen den Inhalt so besser einprägen konnten. Ein doppelter Gewinn. Insofern wünsche ich euch viel Spass beim Nachmachen und freue mich über eure Tipps, wie ihre gerade „trockene Theorie“ etwas lebhafter umsetzt.

Methode 1: Freie künsterlische Gestaltung

Gerade im Geschichtsunterricht sind wir es gewohnt, oftmals „trockene“ Theorie zu lesen und diese dann im Unterricht anzuwenden. Dasselbe galt auch für die Kulturkontakt-Theorie von Urs Bitterli innerhalb der Einheit zur Völkerwanderung. Aus knapp zwei Seiten Buchtext haben wir hier die zentralen Thesen Bitterlis herausgearbeitet und diskutiert. Um das ganze Wissen dann besser festigen zu können, habe ich mich entschieden, die SchülerInnen ein besonderes Kreativprodukt zu dieser Theorie erstellen zu lassen: So sollten sie die unterschiedlichen Formen des Kulturkontakts künstlerisch umsetzen. Ich habe bewusst die Formulierung „künstlerisch“ gewählt, da ihnen somit selbst überlassen wurde, ob sie einen Comic zeichnen, ein Bild malen etc. Insofern konnten sie sich hier austoben und einige schöne Ergebnisse präsentieren, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Diese Methode hat auf jeden Fall geholfen, das Wissen über Bitterlis Theorie zu festigen und ich kann diese schönen Bilder immer hervorholen, wenn wir das Thema einmal aufgreifen wollen.

Methode 2: Kurze Audiodefinitionen

In meinem elften Jahrgang habe ich mich mit damit beschäftigt, welchen „Verlauf“ Geschichte hat: Ist Geschichte ein Kreislauf? Ein Weg zur Demokratie? Oder doch ein Weg des Fortschritts? Um all die verschiedenen Theorien zum Verlauf von Geschichte klar zu trennen und sie kurz zu definieren, sollten die SchülerInnen diese verschiedenen Theorien kurz als Audiodokument definieren. Das heißt, mit den frei zugänglichen Programm „Anchor“ eine kurze Sprachnachricht aufnehmen und ihre Theorie kurz erklären. Alle SchülerInnen haben mir am Ende ihre Ergebnisse geschickt und ich habe sie in unseren gemeinsamen Dateiordner bei IServ hinterlegt. Dann haben wir sie uns angehört und im Anschluss darüber diskutiert. Die SchülerInnen meldeten bei dieser Methode zurück, dass sie es sehr motivierend fanden, die Definitionen auf diese Weise zu lernen. Zumal sie es auch zurückmeldeten, dass die eigene Formulieren einer Definition dazu geführt hat, dass sie sich wesentlich genauer mit dieser auseinandersetzen mussten. Einige hatten auch noch ein wenig Musik etc. in ihre Produkte eingearbeitet, was ebenfalls positiv angemerkt wurde… und auch ganz gut klang. 😄

Gedanken aus dem #twlz

Als großer Fan von Lego-Steinen habe ich mich sehr gefreut, die folgende kleine Idee von @LabMa_de zu sehen. Ist zwar mehr etwas für den naturwissenschaftlichen Bereich, aber trotzdem sehr empfehlenswert.

Eine tolle Übersicht zum Thema „Was ist bei einem guten Vortrag alles wichtig?“ findet ihr unter dem folgenden Link bei @roundab87022169

Fazit

Ich hoffe, euch anhand dieser zwei Methoden ein wenig Inspiration für euren Unterricht gegeben zu haben. Neue Zugänge zu einem Thema ermöglichen eine vertiefte und abwechslungsreiche Auseinandersetzung auch mit eher trockenen Themen, sodass diese ggf. SchülerInnen helfen, sich diese besser zu merken. Wie gesagt bin ich schon auf eure Ideen gespannt und freue mich schon darauf, diese auch einmal ausprobieren zu können. Bis dain wünsche ich euch aber erstmal erholsame Tage und weiterhin guten Unterricht auf dem Weg zu den Ferien.

Björns Woche im #twlz: Der Krieg in der Ukraine im Unterricht

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

Gegenwartsbezüge gehören zum modernen Schulalltag wie das Spielen in der großen Pause. Nahezu jedes Fach definiert sich dadurch, dass es den Unterricht nicht losgelöst von der Lebenswelt der SchülerInnen, sondern eben gerade auf dieses bezogen gestaltet. Erst dadurch erkennen SchülerInnen den eigentlichen Wert des Bildungsgegenstandes. Manchmal aber sorgen diese Gegenwartsbezüge dafür, dass man auch „politische schwierige Themen“ im Unterricht bespricht. Denn es ist doch ein Unterschied, ob man auf Basis des Physikunterricht die Geschwindigkeit des eigenen Fahrrads berechnet oder wie aktuell einen Krieg mitten in Europa thematisiert. Der russische Angriff auf die Ukraine hat zumindest bei meinen SchülerInnen das Bedürfnis geweckt, gemeinsam darüber zu reden. Gerade im Geschichtsunterricht ist man es gewohnt, so über Krieg zu sprechen, als wäre er „irgendwann mal passiert“. Erst die aktuellen Entwicklungen zeigen den SchülerInnen, dass er durchaus auch real sein kann. Fragen nach dem „Warum?“, Ängste um die Zukunft und anderen Themen prägten auch den Alltag meiner SchülerInnen, weshalb ich es wichtig fand, auch im Schulkontext über das Thema zu reden und über die aktuellen Entwicklungen so gut es geht aufzuklären. Ich möchte euch heute daher meine Herangehensweise zu diesem Thema zeigen, freue mich aber sehr, eure Ideen und Meinungen zu diesem Thema zu hören: Wie geht ihr mit diesem sensiblen Thema um?

Schritt 1: Fragen zulassen und klären

Als ersten Schritt fand ich es wichtig, den SchülerInnen zu ermöglichen, die eigenen Fragen zu stellen und diese gemeinsam zu besprechen. Um das ganze möglichst anonym zu machen, habe ich mich entschieden, über die Plattform Wooclap eine Plattform für offene Fragen einzurichten. Zu Beginn der Stunde habe ich den QR-Code zu dieser Seite auf dem Smartboard gezeigt, sodass sich alle SchülerInnen dort anonym ihre Fragen zu dem Thema stellen konnten. Durch die Anonymität war abgesichert, dass jeder wirklich ohne „Druck“ seine Fragen stellen konnte. Insgesamt kam eine große Zahl an Fragen, die ich dann gemeinsam mit den SchülerInnen besprechen konnte.

Ich selbst hatte mich am Abend vorher schon ein wenig in das Thema eingelesen, aber gleich zu Beginn der Stunde klargestellt, dass ich ebenfalls kein Experte bin. So konnte ich zu einigen Fragen ein wenig Input geben, zu anderen haben wir dann gemeinsam recherchiert und Antworten (so gut es geht) gefunden. Auch konnten einige SchülerInnen sehr gut durchdachte Beiträge zu den einzelnen Fragen geben, sodass wir hier gemeinsam von der Diskussion profitierten.

Schritt 2: Sachlich informieren

Zum Beantworten der Fragen hatte ich bereits vorher Material herausgesucht, welches es den SchülerInnen ermöglichen sollte, sich selbstständig und, was bei diesem Thema wichtig ist, möglichst sachlich über den Krieg und seine Hintergründe zu informieren. Gerade in den sozialen Medien droht in den heutigen Zeigen schnell die Gefahr von einer Emotionalisierung, die den sachlich-kritischen Blick auf die Ereignisse trüben kann. Ebenfalls werden gerade von russischen Seite auch viele Fake-News verbreitet, was ebenfalls über soziale Medien schnell Verbreitung findet. Daher hatte ich geschaut, welches Material sich für den Einsatz hier gut eignet und das möchte ich euch hier gerne teilen:

Faktencheck: Putins Blick auf die Geschichte der Ukraine auf der deutschen Welle.

Ukraine-Krieg 2022 – Ukraine-Konflikt 2021/2022 auf der lpB Baden-Württemberg.

Wie aus Krise Krieg wurde auf der Website der Tagesschau.

Faktencheck: Putins Blick auf die Geschichte der Ukraine auf Deutschlandfunk Nova

Schritt 3: Putins Argumentation dekonstruieren

Dieser Punkt ist für mich als Geschichtslehrer besonders wichtig, da er leider ein gutes Beispiel dafür ist, wie Geschichte genutzt wird, um damit Kriege zu rechtfertigen. So greift Putin verschiedene Argumente auf, die auf seiner ganz eigenen Interpretation von Geschichte beruhen. So sagt er z.B., dass die Ukrainer nie eine eigene Kultur und Identität besessen hätten oder der Staat 1917 von Lenin erschaffen worden sei. Aus dieser Interpretation der Geschichte leitet Putin schließlich sein Eingreifen ab, da er sich nur zurückholen wolle, was schon immer russischen gewesen sei. Um diese Argumentation verstehen und dann auch dekonstruieren zu können, ist es wichtig, die historischen Hintergründe der ukrainischen Geschichte zu kennen. Denn erst dann wird man merken, dass die Ukrainer sehr wohl eine eigene Kultur und Identität besaßen (und besitzen). Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich den oben genannten Artikel von Deutschlandfunk Nova gemeinsam mit den SchülerInnen gelesen und eine Übersicht erstellt, in welcher die einzelnen Schritte der Herausbildung der ukrainischen Identität zu sehen waren. Mit diesem Hintergrundwissen war es dann gut möglich, Putins Argumentation zu dekonstruieren und eine Diskussion über die generelle Problematik beim „bewussten Falschinterpretieren“ oder beim „bewussten Vergessen von Fakten“ von historischen Ereignissen zu führen.

Konkretes Unterrichtsmaterial

Der Geschichtslehrer Herr Meier hat freundlicherweise seine komplette Unterrichtsstunde einmal für uns geblogggt.

Und auch die liebe Kristina hat tolles Material erstellt und kostenlos zur Verfügung gestellt.

Und Materialien von DOS Lernwelt.

Materialsammlungen

Material zur Unterstützung für geflüchtete Kinder und Jugendliche.

Während sich meine Ideen vor allem an ältere SchülerInnen richten, gibt es im #twlz auch sehr gute Tipps für jüngere SchülerInnen. Einer dieser Tipps kommt von Nina Toller und verweist auf die Sendung mit der Maus.

Zudem hat das Team der Sendung tolle Slides für den Umgang bei Überforderung veröffentlicht.

Ebenfalls eine tolle Übersicht an verschiedenen Materialien zu diesem Thema gibt es von Joschka Flak und Anja Holm.

Sowie dieses Padlet mit vielen hilfreichen Informationen.

Ebenso hat die Schule von Silke Müller einiges an Material zusammengetragen.

Und das Institut für Film und Bild via mundo.

Auch Verena Knoblauch hat zum Sammeln aufgerufen und viel Rückmeldung erhalten.

Sowie drei Hinweise von Stefan Helge Kern.

Fazit

Auch wenn das Thema Krieg gerade mit aktuellen Bezügen immer schwierig ist, dürfen wir uns als Lehrkräfte nicht davor verschließen. In der Lebensewlt der SchülerInnen nimmt dieses Thema aktuell eine große Rolle ein, weshalb wir unser Bestmögliches geben sollten, ihnen bei Fragen und Unklarheiten zur Seite zu stehen. Meine SchülerInnen waren jedenfalls sehr dankbar darüber, dass wir uns die Zeit genommen haben, ausführlich über das Thema zu sprechen. Auch wenn es weiterhin ungewiss bleibt, wie sich die aktuelle Lage entwickelt, so ist es doch wichtig, auch dieses schwierige Thema auf eine möglichst konstruktive Weise in den Unterricht zu holen. Ich hoffe, euch mit diesen Ideen Möglichkeiten für die Thematisierung gezeigt zu haben, und freue mich über weitere Anregungen und Vorschläge von euch. Gleichzeitig hoffe ich natürlich, dass dieses Thema seinen Aktualitätsbezug schnell „verliert“, indem der russische Angriff ein Ende findet. Insofern verabschiede ich mich heute mit pazifistischen Grüßen. 🕊