Rubbellose als Belohnungssystem

Gamification, Methode, Spiel

Eingeübte Belohnungssysteme sind eine Möglichkeit, SchülerInnen zu motivieren und sie auch bei schwierigeren Sachen zu motivieren. Natürlich muss man immer aufpassen, dass Motivation dadurch nicht komplett externalisiert wird, aber gerade durch eine gewisse Routine kann so ein System gut funktionieren. Ich habe bereits im letzten Jahr ein Belohnungssystem in Form von Rubellosen in meiner siebten Klasse genutzt und da dies größtenteils gut funktioniert hat, für dieselbe Klasse wieder adaptiert. Nur, dass es jetzt eben eine achte Klasse ist. Der Grundgedanke ist, dass die Lerngruppe sich in jeder Doppelstunde zwei Lose erspielen kann. Diese Lose beinhalten ähnlich wie „echte“ Lose verschiedene Gewinne oder eben Nieten. Insgesamt verwende ich 50 Lose, von denen 40 Nieten, 5 kleinere Preise und 5 große Preise sind:

Hierbei sind die Belohnungen relativ selbsterklärend: Eine Niete ist halt… eine Niete! 15 Min Kahoot heißt, dass wir in der zweiten Stunde der Doppelstunde am Ende 15 Min Kahoot spielen. Spazieren bedeutet ein Spaziergang in einer 45-Minuten Stunde. Beim Ziehen des Loses „Süßigkeiten“ bringe ich in der nächsten Stunde Süßigkeiten mit und bei der Spielstunde wird 45 Minuten gespielt. Die Wahrscheinlichkeiten für eine Niete liegen hierbei bei 80%, 10% für „15 Min Kahoot“, je 4% für „Süßigkeiten“ und „Spielstunde“ und 2% für das „Spazieren“. So ist gesichert, dass es viele Lose gibt, aber die Chance auf einen Gewinn doch relativ klein bleibt.

Die SchülerInnen können nun 2 Lose innerhalb einer Doppelstunde gewinnen. Das Prinzip basiert darauf, dass sie zu Beginn einer Doppelstunde mit 0 Losen starten und sich im Verlauf der Doppelstunde durch gutes Verhalten Lose erarbeiten können. Dies kann durch eine lebhafte Diskussion zu einem Thema, eine sehr konzentrierte Arbeitsphase oder eine generell gute Beteiligung im Unterricht geschehen. Hier habe ich die Faktoren bewusst nicht ganz offen gelegt, um mir selbst herauszunehmen, wann ich ein besonderes Lob für gutes Verhalten aussprechen kann. Die SchülerInnen wissen mittlerweile, welches Verhalten ich mag… und welches nicht. Denn die SchülerInnen können gewonnene Lose auch wieder verlieren. Somit ist abgesichert, dass sie nach dem „Erspielen“ des zweiten Loses nicht auf einmal aufhören, sich z.B. gut zu beteiligen. Via Tafel ist durchgehend konstant sichtbar, wie viele Lose sich die Klasse gerade erspielt hat.

Zur Herstellung der Lose habe ich sie einfach in einer Text-Datei erstellt, welche ihr auch am Ende dieses Beitrags findet. Diese habe ich ausgedruckt und mit einer Rubelfläche beklebt, die ich zuvor im Internet gekauft habe. Hier könnt ihr gerne selber suchen, welche ihr verwenden wollte, für meine nutze ich diese Vorlage hier. Diese können einfach abgezogen und auf die jeweiligen Felder geklegt werden. Danach habe ich die Lose ausgeschnitten und in eine Box gepackt, aus welcher die SchülerInnen dann die Lose ziehen dürfen.

Insgesamt hat sich das System auch im aktuellen Schuljahr wieder voll bewährt. Die SchülerInnen haben Spass beim Gewinnen der Lose und achten auch gegenseitig darauf, dass sie sich möglichst so verhalten, dass sie Lose gewinnen. Somit sind diese Lose präsent, aber eben nicht im Mittelpunkt: Dort bleibt nach wie vor der Unterricht und das jeweilige Thema. Insofern bin ich gespannt, wie sich dieses System weiter entwickelt. Sehr würde ich mich auch freuen, wenn ihr eventuell ein ähnliches System nutzt und ggf. eure Erfahrungen teilt.

[Lernlandkarte] Interaktive Bilder mit Genial.ly erstellen

digital, Geschichte, Methode, Methodik, Neuzeit

Das erste Thema im neuen Schuljahr bei meinen Großen ist die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Wir behandeln hier die großen Themen bis zur Gründung beider Deutschen Staaten 1949. Nachdem die Mädels bei der letzten Lernlandkarte bereits das selbstständige Lernen positiv hervorgehoben haben und ich kein Fan von Leerläufen im Unterricht bin, starten wir mit eben dieser Methode ins neue Schuljahr. Diesmal heißt das Tools allerdings nicht Moodle/mebis, sondern Genial.ly, da ich hier wesentlich mehr gestalterische Möglichkeiten habe und die Lernlandkarte wesentlich einfach und schneller zu gestalten ist.

Die Lernlandkarte

Die Lernlandkarte habe ich mit Canva erstellt und anschließend bei Genial.ly hochgeladen. Gewählt habe ich hierfür das interaktive Bild. Wer das Erstellen mit Canva umgehen möchte, kann sich auch bei Genial.ly einmal umschauen und hier eine kostenlose- oder auch kostenpflichtige Vorlage auswählen. Ich habe für meine Lernlandkarte komplett mit der kostenfreien Version gearbeitet.

Anschließend kann ich direkt meine Vorlage hochladen und das Tool passt die Leinwand automatisch an die Größe meines Bildes an.

Das Erstellen von Interaktionen

Anschließend lande ich im Editor und kann mit dem Erstellen meiner interaktiven Bildes beginnen. Auf der linken Seite wird die Navigation des Editors angezeigt und ich benötige für das Erstellen meines interaktiven Bildes hauptsächlich den Reiter „interactive elements“. Hier kann ich sowohl die Symbole für die Interaktionen auswählen als auch die Interaktionen selbst erstellen. Des Weiteren kann ich im Editor auch Texte und Bilder hochladen, wenn ich die Lernlandkarte nicht vorher erstellt habe.

Habe ich mich nun für mein erstes Symbol im Editor entschieden, klicke ich dieses an und ziehe es anschließend auf die gewünschte Position auf meiner Lernlandkarte. Mit einem erneuten Klick öffnet sich über dem Symbol ein Menü. Nun wird die Auswahl „Interactivity“ benötigt, um eine Interaktion zu erstellen.

Im nun geöffneten Fenster kann ich den sich hinter der Interaktion befindlichen Inhalt näher definieren.

Persönlich habe ich mich in allen Fällen für die Option „Window“ entschieden, denn hier öffnet sich ein Dokument, bei welchen ich jegliche Inhalte hochladen und einbetten kann und somit auch eine Aufgabenstellung mit mehreren Komponenten und Inhalten generieren kann.

Solltet ihr eine LearningApp etc. einbetten wollen, ist es wichtig, dass ihr vorher die Texteingabe auf html umstellt, den Code in das Textfeld kopiert und anschließend das Textfeld wieder zurück stellt.

Nachdem ich mit meiner ersten Interaktion durch bin, führe ich das Prozedere weiter durch bis ich alle für meine Lernlandkarte benötigten Interaktion verankert habe. Anschließend kann ich die Karte nun für meine Schüler*innen zugänglich machen.

Einsatz im Unterricht

In meinem Geschichtsunterricht erhalten die Mädels die Lernlandkarte via QR-Code auf ihrem Arbeitsheft, mit welchem sie selbstständig die Sequenz in ihrem eigenen Lerntempo erarbeiten und sichern werden. Anschließend werden wir diese noch gemeinsam besprechen. Veranschlagt sind hierfür insgesamt 7-8 Schulstunden. Im folgenden Video zeige ich euch noch einmal den konkreten Einsatz in der Praxis.

Blogpost als Tutorial?

[Kennenlernspiel] Meinungsforschung Sommerferien-Edition

Allgemein, Methode, Spiel

In einem früheren Blog-Artikel habe ich das Spiel Meinungsforschung vorgestellt, welches ich oftmals in Stunden „vor den Ferien“ mit meinen SchülerInnen spielen. Kurz gesagt geht es darum, dass man eine persönliche Frage in den Raum stellt (z.B. Was ist deine Lieblingssüßigkeit?), jeder Mitspieler diese Frage anonym beantwortet und am Ende geraten werden muss, zu welchem Mitspieler welche Aussage gehört. Hierbei gibt es für jede richtige Zuordnung einen Punkt und wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel. Genaueres findet ihr wie gesagt in dem oben verlinkten Artikel.

Für die anstehenden Stunden „nach den Ferien“, gerade mit der eigenen Klasse, möchte ich das Spielkonzept ein wenig angepasst dazu nutzen, um auf spielerische Weise das Mitteilungsbedürfnis nach den Sommerferien zu stillen und gemeinsam in das neue Schuljahr zu starten. Kurz gesagt habe ich eine Sommerferien-Edition des Spiels erstellt, in welcher die zentrale Frage lautet: Was hast du in den Sommerferien erlebt? Der Gedanke ist, dass jeder Schüler via QR-Code zu einem GoogleDoc kommt, auf welchem er anonym seine Antwort eintragen kann. Nachdem dort genauso viele Antworten wie Mitspieler sind, darf jeder Schüler für sich zuordnen, wer welche Aussage getätigt hat. Auch diese digitale Variante ist neu, natürlich lässt sich das Spiel auch ganz „klassisch“ via Einsammeln von Antworten auf Papier und an der Tafel aufschreiben spielen. Nachdem alle ihren Tipp abgegeben haben, wird aufgelöst und beim Auflösen erzählt dann jeder Schüler, warum er sich für diese Antwort entschieden hat. So kann jeder Schüler ein interessantes Ereignis aus seinen Ferien erzählen und man kommt direkt wieder in den Austausch miteinander.

Pixton – Comics gestalten im Unterricht

Comic, digital, Methode, Methodik

Dieser Artikel stammt von einer guten Freundin von mir, die freundlicherweise ihre Erfahrungen mit „Pixton“ im Englischunterricht mit uns teilt. Die kostenfreie Version ist für den Unterricht ausreichend, es kann aber auch die Vollversion sieben Tage lang getestet werden. Danke dir!

Vorüberlegungen

Seit einigen Wochen begleitet Shakespeare’s Macbeth meine 11. Klasse (Oberstufe, da G8) und mich nun schon. Da wir uns immer Mittwochnachmittags mit Macbeth beschäftigen, versuche ich in diese zwei Stunden viel kreative Arbeit einfließen zu lassen. Meine Oberstufe arbeitet zwar gerne, aber dennoch finde ich, dass ich sie nicht zur trockenen Textarbeit im Nachmittagsunterricht zwingen muss. Nachdem die Schüler*innen im Rahmen der Lektürearbeit bereits eine Charakterpositionierung sehr schön auf DIN A3 Blättern sowie einige Szenen schauspielerisch dargestellt hatten, war ich auf der Suche nach einer weiteren kreativen Aktivität, welche zudem Material für eine kleine Zeitung zum Reihenabschluss liefern sollte. Hierfür machte ich mich auf die Suche nach einem möglichst DGSVO konformen Tool.

Die ersten Schritte

Tja, was soll ich sagen? Das ZPG ( zentrales Fortbildungsprogramm für Lehrer in Baden- Württemberg) empfiehlt Canva, oder Pixton als Tool, um Comics mit Schüler*innen zu erstellen. Nachdem Canva schon sehr lange auf meiner Wunschliste steht, ich bisher aber nicht die Zeit und Geduld hatte, mich reinzufuchsen, entscheide ich mich für Pixton. Auf der Startseite muss ich einen Account als Lehrkraft anlegen, dies geht entweder über Facebook, oder Google – adios DGSVO. Nun gut, es sind ja „nur meine Daten“ und ich entscheide mich, ein Konto einzurichten. Zunächst erstelle ich einen Klassenraum, den ich „The Shakespeare Club“ nenne.

Ich richte meine Klasse auf Pixton an, indem ich alle Schüler*innen in eine Tabelle anlege. Jeder Schüler*in bekommt dann einen individuellen Zugangscode für den Raum.
Anschließend werde ich gefragt, welche Funktionen für die Schüler gesperrt sein sollen- Ich überlege, ob Rollstuhlfahrer und blinde Menschen ausgeschlossen werden sollen und entscheide mich dagegen. Wieso soll ich diese Möglichkeit meinen Schüler*innen verwehren? Aber, ich finde es nicht schlecht, dass man als Lehrkraft Einschränkungen machen kann. Es mag ja Klassen geben, die noch mehr Flausen im Kopf haben, als meine Oberstufe 😊

Als ich mich daran mache, meinen Avatar zu gestalten, stelle ich mir bereits meine Oberstufe vor, wie alle begeistert ihre Avatare gestalten und ich grinse. Ja, das könnte Spaß machen. Ich kann unter sehr vielen Möglichkeiten für die Hautfarbe, Haarfarbe, Haarschnitt und Make-up wählen, ebenso kann ich zwischen unzähligen Outfits und Accessoires wählen- ach, ich könnte damit Stunden verbringen.

Klassenbild des Kurses bei Pixton

Die Aufgabe, die ich den Schüler*innen gebe, ist folgende: Gestaltet Akt 4 Szene 3 in 3 Comic-Bildern. Verwendet die zur Verfügung stehenden Gestaltungsmöglichkeiten so, dass man auch als Leser, der das Stück und die Szene nicht kennt, versteht, um was es geht. Die Schüler fangen mit Feuereifer an zu arbeiten und immer wieder hört man Gelächter. Am Ende der knapp 50min sind wir alle sehr stolz. Es sind tolle Comics entstanden, die Ergebnisse lade ich auf die schulinterne Plattform hoch, damit man alle Ergebnisse begutachten kann.

Beispiel aus dem Unterricht

Nun zwei Fragen, die man sich ja als Lehrer am Ende stellt: Was haben die Schüler*innen gelernt, wie ging es ihnen dabei? Die Schüler*innen haben gelernt, eine kurze Szene mit durchaus wichtigem Inhalt in den drei Comicszenen festzuhalten- sie mussten sich also auf das Wesentliche beschränken. So viel, wie an dem Nachmittag gelacht wurde, gehe ich mit der Gewissheit aus der Schule, dass die Schüler Spaß hatten und vielleicht auch noch in Jahren an die Comics denken.

Fazit

Pixton ist eine gute, webbasierte Seite, auf der man mit seinen Schüler*innen recht schnell Comics gestalten lassen kann. Gut finde ich, dass die Seite einen Zugang für Lehrkräfte anbietet und der Lehrer*in dann Zugangscodes für seine Schüler erhält. Ebenso gut hat mir die schier endlose Auswahl an Avataren und der Gestaltung dieser gefallen. Allerdings ist hier auch der Knackpunkt. Wie sehr lasse ich meinen Schülern die künstlerische Freiheit, Charaktere aus der Geschichte zu nehmen, die großes Leid über die Welt gebracht haben? Ich empfehle Pixton definitiv weiter und werde es bei meiner 7. Klasse anwenden.
Pixton eignet sich, meiner Meinung nach, in der Klassenstufe 7-12 sehr gut und die intuitive Handhabung erleichtern beiden Seiten, Lehrer*innen, wie Schüler*innen, das Arbeiten.

Üben und Wiederholen: deck.toys im Lateinunterricht

Apps/Programme, deck.toys, digital, Gamification, Latein, Methode

Kaum ein Unterrichtsfach wie Latein hat das große Problem, dass SchülerInnen gerne schnell vergessen, was man vor einer Woche gemacht hat. So schnell wie ein Abl.Abs. in den Kopf kommt, ist er bei den meisten auch schon wieder draußen. Gerade für Latein ist das natürlich schwierig, weil viele Elemente in gewisser Weise aufeinander aufbauen: Wer z.B. den Infinitiv nicht beherrscht, kann auch den AcI nicht beherrschen. Daher ist es wichtig, regelmäßig zentrale Elemente zu wiederholen, um diese halbwegs greifbar für neue grammatische Phänomene zu haben.

In meiner neunten Klasse stand ich vor der Situation, konjunktivische Nebensätze einzuführen. Ein zentrales Element hier sind die Zeitverhältnisse, welche durch die jeweiligen Konjunktiv-Formen angegeben werden. Diese Formen zeigen einem also an, ob es heißt „Julia sieht, dass das Haus brennt.“ oder „Julia sieht, dass das Haus gebrannt hat.“. Vorzeitigkeit und Gleichzeitigkeit (Nachzeitigkeit war hier in Nebensätzen noch nicht bekannt) sind zentrale Elemente des Lateinunterrichts und sollten hier bereits durch die bestehenden Infintivie bekannt sein. Doch weil ich bereits zuvor merkte, dass es da aktuell größere Mängel gab, wollte ich vor dem Einführen der neuen Grammatik noch einmal die Themen „Vorzeitigkeit und Gleichzeitigkeit“ inklusive der Infinitive wiederholen. Bei der Überlegung, wie mir dies nachvollziehbar, effektiv aber auch ein wenig spielerisch gelingen könnte, kam ich zu einem meiner Lieblingstools: deck.toys. Damit erstellte ich also ein Lernabenteuer zu den genannten Themen, welches ich euch gerne vorstellen möchte und welches ihr auch sofort selbst nutzen könnt.

Wenn ihr das Programm noch nicht kennt oder euer Wissen ein wenig auffrischen wollt, findet ihr hier nochmal einen ausführlichen Artikel zum Thema auf dem Blog.

Das deck.toys

Zu Übersicht hier einmal der grobe Aufbau meines deck.toys. Im Prinzip ist es ein linearer Pfad mit 4 Zwischenstationen. Daneben gibt es noch 3 weitere Bonuslevel, welche für den Pfad selbst nicht wichtig sind, aber den Zugang zu einem „geheimen“ Ende ermöglichen. Die Bonuslevel sind daher optional und eher als eine Art Differenzierung zu sehen. Insgesamt sieht die Oberfläche so aus:

Dabei bestehen die einzelnen Aufgaben auch genau aus dem, was darauf steht. Bei dem Infinitiv-Level geht es um… das Üben und Wiederholen von Infinitiven. Bei Übersetzungen sollen passende Übersetzungen einander zugeordnet werden und die beiden gleichzeitig/vorzeitig Übungen sollen einmal auf Deutsch und einmal auf Latein jeweils einem Bereich zugeordnet werden. Die jeweiligen Bonuslevel greifen das „angeschlossene“ Thema dann vertieft auf.

Wie gesagt gibt es hier in diesem deck.toys ein geheimes Ende, welches die SchülerInnen nur lösen können, wenn sie die drei Bonuslevel schaffen. In diesem Geheimlevel erhalten sie einen geheimen Code (optimus magister), welches sie mir nach der Stunde sagen sollten. Als Belohnung dafür gab es eine kleine Süßigkeit.

Insgesamt hat es den SchülerInnen sehr viel Spass gemacht, mit diesem deck.toys dieses Thema zu wiederholen. Selbst diejenigen, welche im Unterricht eher ruhig waren, waren hier sehr fokussiert, um möglichst viele Punkte zu erzielen. Sehr schön zu sehen war auch, dass sich einige ein wenig aufgeregt haben, wenn sie bei einem Spiel erstmal nicht weitergekommen sind. Wer kennt solche Situationen nicht vom eigenen Spielen? Insofern war das Feedback am Ende relativ positiv und beim Einführen des neuen Themas wrid sich zeigen, wie hilfreich der Einsatz von deck.toys dann wirklich war. Oder ob es wieder wie so oft im Unterricht heißt: „Haben wir das jemals gehabt?“ – „Ja, vor einer Woche.“. Ich hoffe es nicht. 😄

Das deck.toys könnt ihr unter dem folgenden Link (hier) oder QR-Code spielen und im eigenen Unterricht nutzen:

Tutorial zum Erstellen

[alternative Prüfungsformate] Master or Die: Ein Versuch zur Plakatinterpretation

alternative Prüfungsformate, Bildquelle, Geschichte, Methode, Methodik

Immer wieder stelle ich fest, dass die Interpretation von historischen Quellen eine große Herausforderung im Geschichtsunterricht darstellt. Während einer Tafelrunde erfuhr ich von der Methode „Mater or Die“, von Björn Nölte.

Die Methode

Mittlerweile gibt es zwei Versionen von „Master or Die“ (hier), wobei ich mich auf die erste beziehe und meine Überlegungen auf die aufgebaut habe. Oftmals ist es im Schulalltag, dass der Lernprozess mit der Leistungsabfrage endet und die Schüler*innen sich nicht mehr mit dem Lerngegenstand aktiv befassen, sondern gleich zum nächsten Thema übergehen. Somit endet der Lernprozess vorzeitig und wird mit der Leistungserhebung abgeschlossen. Bei diesem Ablauf wird somit die Reflexion der eigenen Fehler und eine Verbesserung dieser komplett ausgeschlossen. Während meiner eigenen Schullaufbahn musste ich zwar die Fehler in meinem Aufsatz oder ähnlichen Erhebungen nochmals verbessern, aber so wirklich Gedanken habe ich mir darüber nicht gemacht. Es wurde zwar kontrolliert, aber mehr als ein Hacken war dies nicht. Dies ist Schade, denn somit geht ein wichtiger Teil des Lernprozesses verloren. Hier setzt die Methode „Master or Die“ an. Nicht die Leistungsabfrage als endgültiges Medium bestimmt die Note, sondern die Schüler*innen haben die Möglichkeit ihre Fehler und somit auch ihre Note zu verbessern, wenn sie dies möchten. Der Vorgang kann, so die Theorie, belieb oft wiederholt werden. Somit findet eine Auseinandersetzung und Reflektion der eigenen Fehler statt, welche zu einem vertieften und nachhaltigerem Verständnis des Unterrichtsgegenstands führt. Zudem findet die Leistungserhebung nicht punktuell an einem Tag statt, sondern erstreckt sich über einen längeren Zeitraum. Schüler*innen werden somit nicht an Tagen geprüft, wo es ihnen nicht gut geht, sie Probleme oder einfach einen schlechten Tag haben. Dies kann unterrichtsbegleitend geschehen, wie es Steffen Siegert sehr ausführlich in einem Blogbeitrag (hier) schildert oder, so meine Auffassung, auch im Unterricht. Bei mir war es letztendlich eine Mischung aus beidem.

Die Durchführung

Die Interpretation im Geschichtsunterricht ist der Olymp der Methodik, die unser Fach zu bieten hat und somit sehr anspruchsvoll. Während die Beschreibung und Analyse in der Regel noch gut funktioniert, ist die korrekte und vor allem plausible Deutung oftmals eine große Herausforderung. Neben dem fachlichen Inhalt war es mir ebenso wichtig, dass die Schülerinnen die Methode verstanden haben und anwenden können. Das anfertigen einer gute Interpretation ist ein Lernprozess und somit ideal für „Master or Die“. Konkret ging es um die Plakatinterpretation. Um die Mädels an die Methodik heranzuführen, habe ich ihnen das Plakat, ein Wahlplakat aus der Weimarer Republik, sowie zwei Abgabetermine vorgegeben. Des Weiteren sind wir nochmals nach einer gemeinsamen Übung, die einzelnen Schritte der Plakatinterpretation mit dem Schwerpunkt „Wahlplakat“ durchgegangen. Anschließend startete der Erarbeitungsprozess. Wer es zum ersten Termin abgab, bekam die Chance eine zweite korrigierte Version zum zweiten Termin abzugeben. Eine Pflichtabgabe bestand lediglich für den zweiten Termin. Etwa 90% der Mädels haben aber bereits beim ersten Termin eine Abgabe getätigt. Alle haben diese anschließend nochmals abgegeben und sich verbessert. Manche hatten sich davor aber zweimal überlegt, ob sie es wirklich noch einmal verbessern wollen oder sich mit der ersten Note zufrieden geben. Während der Unterricht, parallel dazu wurde eine Einheit mit selbstständigem Lernen durchgeführt, durften die Mädchen so oft und so viele Fragen zu ihrer Interpretation stellen, wie sie mochten. Einige haben hier ihre Interpretationen angefertigt, andere in Heimarbeit, um anschließend im Unterricht Fragen zu stellen. Googlen bzw. Recherchieren war jederzeit erlaubt, wurde aber erstaunlich selten gemacht. Die Abgaben der Schülerinnen waren teilweise mit dem PC, aber auch teilweise zweimal per Hand geschrieben. Hier durften sie selbstständig ihre Präferenz wählen.

Feedback der Mädels

Die Mädels haben sich alle sehr positiv gegenüber der Lernlandkarte geäußert, auch wenn in meinen Augen bei manchen in Hinblick auf die Note noch Luft nach oben gewesen wäre. Insbesondere die zweite Chance für eine Verbesserung und somit die Möglichkeit für das Ausgleichen der eigenen Fehler empfanden sie als gewinnbringend.

Meine Feedback

Auch ich bin von der Methode absolut überzeugt und werde mich immer weiter an die Vorlagen von Björn Nölte und Steffen Siegert heranwagen. Für mich war dieses Vorgehen ein gelungener Einstieg und ich kenne jetzt die Stellschrauben, an denen ich noch arbeiten muss, um die Durchführung noch reibungsloser von Statten gehen zu lassen. Insbesondere den zeitlichen Aufwand der Vor- und Nachbereitung sowie der Durchführung im Unterricht hatte ich unterschätzt. In Zukunft dürfen die Mädchen auch selbstständig ihre Quelle aussuchen, denn ich bin immer dabei und zur Stelle, wenn es Fragen gibt. Aber sie dürfen auch alleine arbeiten und sich selbstständig der Herausforderung stellen. Somit werden neben dem historischen Wissen auch viele weitere, lebenswichtige Kompetenzen geschult.

Weitere Erfahrungsberichte

In 5 Schritten: SchülerInnen eigene Apps bei LearningApps erstellen lassen

Apps/Programme, digital, Methode, Quiz

Der Einsatz von LearningApps ist mittlerweile fester Bestandteil meines Unterrichts: Vor allem zur Wiederholung ober Übung setze ich die existierenden Apps gerne ein, um Ereignisse sortieren, Definitionen üben oder Vokabeln lernen zu lassen. Hierbei zeigt sich auch immer eine große Motivation und das Beherrschen der gerlernten Inhalte in den Leistungserhebungen. Insofern überlegte ich, ob es nicht mal spannend wäre, die SchülerInnen handlungsorientiert eigene Apps erstellen zu lassen. Immerhin bietet LearningApps mit der Option der Kollektion die Möglichkeit dazu, dass SchülerInnen dort ohne eigenen Account Apps erstellen und anschließend spielen können. Gedacht, getan wollte habe ich das ganze also ausprobiert und möchte zum einen darüber berichten, zum anderen euch aber zeigen, wie auch ihr diese Funktion im Unterricht nutzen könnt. Denn es sind im Prinzip nur 5 kleine Schritte, die zwischen euren SchülerInnen und tollen eigenen Apps stehen:

1. (Wenn noch nicht vorhanden): Erstellt einen kostenlosen Account auf der Seite LearningApps. Loggt euch dann mit eurem Account ein.

2. Klickt auf den Reiter „Kollektion erstellen“.

3. Klickt dort auf „Neue Kollektion erstellen“.

4. In dem folgenden Menü findet ihr verschiedene Optionen. Gebt eurer Kollektion zuerst einen Titel (z.B. Wiederholung Vokabeln Lektion 23). Die Funktionen „Apps nacheinander freischalten“ und „Arbeitsstand verfolgen“ sind optional. Wichtig ist das Häkchen bei der Option „Apps erstellen / hinzufügen erlauben“, denn nur, wenn ihr diese aktiviert habt, können die SchülerInnen problemlos eigene Apps hinzufügen. Ergänzt ggf. noch die weiteren Optionen und klickt dann unten rechts auf „Kollektion speichern“.

5. Jetzt müsstet ihr die folgende Oberfläche sehen:

Unter dieser Fläche findet ihr den Bereich „Kollektion verwenden“. Dort könnt ihr entweder den Link kopieren oder rechts den QR-Code verwenden, um eure SchülerInnen auf diese Oberfläche kommen zu lassen. Jetzt können mit einem Klick auf das Feld „App hinzufügen“ ganz einfach eigene Apps erstellt werden, welche dann auf der Oberfläche auftauchen. Bei meiner zwölften Klasse sah das ganze dann so aus:

Wie bereits erwähnt hat es meinen SchülerInnen nicht nur Spass gemacht, hier eigene Apps zu erstellen, sondern sie haben sich dabei auch vertieft mit dem Inhalt auseinander gesetzt. So mussten sie bevor sie eine Apps erstellen konnten wirklich erstmal schauen, welche Personen und Begriffe dieser Zeit wichtig waren, wann welche Ereignisse waren oder wie die einzelnen Begriffe zusammenhingen. Auf Basis dieser Ergebnisse konnten wir dann später vertiefter in den Stoff einsteigen. Das Erstellen eigener Apps ist also gerade in den AFB I und II eine tolle Möglichkeit, Stoff zu üben und zu wiederholen. Zudem bleibt diese Kollektion vorhanden, sofern sie nicht von Seiten der Lehrkraft aktiv gelöscht wird. Die SchülerInnen können diese also zur Vorbereitung auf die nächste Klausur nutzen, um Stoff zu wiederholen. Dabei kann die App in jedem Unterrichtsfach genutzt werden, denn eine Sache verbindet dann doch alle Fächer: Geübt werden muss überall!

Blackout Poetry im Geschichtsunterricht

Geschichte, Methode, Methodik, Neuzeit, Textquelle

Aktuell befinde ich mich mit meinen 8.Klassen in der Zeit zwischen dem Wiener Kongress und der Märzrevolution. Hierbei steht auch der Umgang mit politischen Lieder auf dem Lehrplan. Das „Lied der Deutschen“ geht hierbei auf ein Gedicht von Hoffmann von Fallersleben zurück. Im Twitterlehrerzimmer hatte ich zuvor schon oftmals von Blackout Poetry gelesen, insbesondere im Kontext mit dem Deutschunterricht.

Was ist Blackout Poetry?

Blackout Poetry im klassischen Sinne bezeichnet im klassischen Sinne das Lesen zwischen den Zeilen. Aus Wörtern, die einem beim Lesen ins Auge fallen, soll ein neues Gedicht aus dem vorgegeben Text entstehen. Hierbei werden alle Wörter, die nicht mehr zum neuen Gedicht gehören, schwarz markiert, während die verblieben Wörter weiß bleiben oder auf eine andere Art und Weise hervorgehoben werden. Hierbei findet eine kreative Auseinandersetzung mit dem Text statt. Ann-Christin hat auf ihrem Blog einen tollen Beitrag (hier) verfasst, welcher die Methode aus Sicht der Schreibpädagogik nochmals genau erläutert.

Blackout Poetry im Geschichtsunterricht

Nun bin ich jetzt allerdings keine Deutschlehrerin, sondern unterrichte die Fächer Latein und Geschichte. Somit viel meine Wahl für den Einsatz der Methode auf den Geschichtsunterricht, da wir uns dort aktuell mit literarischen Texten befassten. Zu diesen Texten, genauer gesagt zum „Lied der Deutschen“ sollte ein Blackout Poetry entstehen. Hierbei hielt ich mich an die formellen Rahmenbedingungen fügte aber der Aufgabenstellung hinzu, dass die Wörter die zentralen Punkte des Gedichts markieren sollten und nicht ein neues Gedicht entstehen musste. Um den Arbeitsauftrag zu verdeutlichen, habe ich ihnen einige Beispiele aus dem Internet gezeigt und anhand derer die Methode erklärt. Ohne Beispiele ist es in meinen Augen etwas schwer, eine absolut unbekannte und spezielle Methode ausführen zu können. Aus diesem Grund würde ich beim erstmaligen Einsatz der Methode empfehlen, Beispiele zu Blackout Poetry zu zeigen.

Ergebnis und Fazit

Gemalt haben die Mädels etwa 30 Minuten und haben anschließend ihre Ergebnisse auf die Klassenpinnwand geladen. So konnten sie auch die Ergebnisse ihrer Mitschülerinnen anschauen und vergleichen.

Aufgefallen sind den Mädels vor allem die zentralen Elemente des Gedichts, welche so gut wie jede korrekt herausgearbeitet hat. Zudem das Anfertigen von kleinen Bildchen und Symbolen passend zu den zentralen Inhalten des Textes. Dies zeigt, dass sie sich wirklich mit dem Text auseinandergesetzt haben und ein Transfer stattgefunden hat, bei welchem sie sich Gedanken um eine mögliche graphische Untermauerung der zentralen Inhalte gemacht haben. Für mich hat sich der Einsatz dieser kreativen Methode definitiv gelohnt, denn es fand eine andere und in meinen Augen viel effektivere Herangehensweise an den literarischen Text statt, welche bei der „normalen“ Interpretation vielleicht nicht möglich gewesen wäre.

Digitale Feedbackmethoden

digital, Methode

Im Unterricht gibt es verschiedene Szenarien und Phasen, bei welchen es sinnvoll ist, Feedback einzuholen oder ein Stimmungsbild erstellen zu lassen. Gerne evaluiere ich sowohl kleiner Einheiten im Unterricht als größere Projekte sowie das Arbeiten mit bis dato unbekannten Tools und Anwendungen. Zudem lasse ich mir von den Mädels einmal pro Halbjahr eine Rückmeldung bezüglich meines Unterrichts geben.

Kurze Rückmeldung

Für kurze Rückmeldungen oder fürs Brainstormen nutze ich gerne Tools, bei welchen keine große Eingabe nötig ist und bei welchen ich das Ergebnis bei Bedarf synchron an die Tafel werfen kann.

Mentimeter

Mein Favorit ist hierbei Mentimeter: Die Bedienung ist einfach und die Darstellung simple, aber strukturiert. Zum Erstellen einer Umfrage wird ein Account benötigt, für das Durchführen dieser allerdings nicht. Das Tool bietet eine große Auswahl an Umfragemöglichkeiten an, allerdings sind nicht alle Anwendungen von Mentimeter im kostenlosen Account erhalten. Für mich hat dies bis jetzt noch kein Problem dargestellt und ich erachte für mich persönlich die durch die kostenlose Version gegebenen Möglichkeiten als ausreichend.

Die Lehrkraft erstellt bei Mentimeter vor der Durchführung eine Umfrage und wählt die Darstellungsweise aus, welche sie bevorzugt. Hierbei kann man über verschiedene Antwortmöglichkeiten abstimmen oder eigene Eingaben tätigen. Über einen Code wird die Umfrage an die Schüler*innen weitergegeben und kann bearbeitet werden. Dies funktioniert ohne Probleme am Handy oder Tablet.

Oncoo

Eine weitere Möglichkeit für das Einholen von Feedback bietet Oncoo. Im vergleich zu Mentimeter ist es hier nicht notwendig, sich vorab zu registrieren. Das DSGVO-konforme Tool bietet mit der „Zielscheibe“ ein eigenes Tool speziell für Feedback an. Ich muss gestehen, dass ich trotzdem die Kartenabfrage bevorzuge. Hierbei werden Kärtchen von den Schüler*innen beschrieben, welche durch ein Farbsystem zusätzlich differenziert werden können. Ebenso wie bei Mentimeter erhalten die Schüler*innen einen Code, welcher sie zur Umfrage führt. Zusätzlich wird durch die Anwendung auch ein QR-Code bereitgestellt.

Wooclap

Ähnlich wie Mentimeter funktioniert auch die Anwendung „Wooclap„. Die Funktionen der Anwendung sowie die Durchführung der Umfragen sind vergleichbar, allerdings bietet Wooclap für sein kostenpflichtiges Angebot eine kostenlose eduVersion an. Trotzdem würde ich Mentimeter dieser Anwendung vorziehen, da die Bedienung wesentlich intuitiver ist und Umfragen hier nur durchgeführt werden können, wenn sie parallel gestartet werden.

Ausführliches Feedback

Neben der Möglichkeit zum Erheben von Stimmungsbildern, gibt es auch die Möglichkeit ein ausführliches Feedback zu erheben.

mebis (Moodle)

Neben dem Blick auf verschiedene digitale Tools und Anwendungen sollte auch nicht die eigene Lernplattform in Vergessenheit geraten. Insbesondere für Rückmeldungen und Fragen mit mehreren Items greife ich immer wieder gerne auf mebis zurück. Hierbei kann ich zwischen verschiedenen vorgefertigten Bögen auswählen oder eigene Umfragen erstellen. Zudem ist es möglich, diese anonym oder mit der Angabe des Namens durchzuführen.

Microsoft Forms

Das digitale Tool bietet die Möglichkeit ausführliche Fragebögen zu erstellen und auszuwerten. Hierbei gefällt mir besonders gut die grafische Darstellung der geschlossenen Fragen. Ebenso wie bei den meisten anderen Anwendungen ist auch hier für das Erstellen ein Account notwendig, für das Beantworten der Items dagegen nicht.

Edkimo

Mit Edkimo wurde ein DSGVO-konformes Tool erschaffen, mit welchem es möglich ist, Umfragen mit mehreren Items durchzuführen. Auch hier kann die Lehrkraft nach erfolgreicher Anmeldung auf standardisierte Umfragen zurückgreifen oder eigene erstellen. Per Code oder QR-Code kann anschließend die Umfrage den Schüler*innen zugänglich gemacht werden. Mir gefällt insbesondere die Bedienung und Darstellung der Umfrage am Handy sehr gut, da sie einfach und intuitiv zu bedienen ist.

Nach einer einmonatigen Testphase ist dieses Tool leider kostenpflichtig und stellt für mich somit keine Alternative zu mebis dar. Einige Bundesländer stellen die Anwendung allerdings ihren Lehrkräften kostenfrei zu Verfügung. Somit wäre in diesen Ländern die Anwendung mit keinen Kosten verbunden.

Fazit

Obwohl es eine ganze Reihe an Möglichkeiten gibt, greife ich doch immer wieder gerne auf bewährte Methoden zurück. Insbesondere Mentimeter, Oncoo und mebis kommen bei mir im Unterricht regelmäßig zum Einsatz, da sie intuitiv und simple in der Anwendung und Bedienung sind.

Anmerkung: Wooclap gilt aufgrund der eduVersion als kostenfrei und bei Edkimo gibt es aufgrund der Lizenzen einiger Bundesländer auch hier eine kostenfreie Version.

Weitere Zusammenstellungen

Als Ergänzung zu unserer Auflistung kann diese Pinnwand dienen:

Instagramposts im Latein- und Geschichtsunterricht

Apps/Programme, digital, Geschichte, Latein, Methode, Methodik

Mit meinen Schülerinnen arbeite ich gerne digital und setze digitale Tools im Unterricht ein. Neben den digitalen Kompetenzen erachte ich auch die Medienerziehung und den Umgang mit Social Media als eine wichtige Aufgabe, die es zu fördern gilt. Aus Gründen des Datenschutzes ist es nicht so einfach mit den gängigen Social Media-Plattformen wie Twitter, Snapchat & Co. im Unterricht zu arbeiten. Zwar ist ein Großteil der heutigen Schüler*innen auf den bereits genannten Plattformen angemeldet, allerdings dürfen sie ihre privaten Accounts nicht im Unterricht einsetzen. Abhilfe bietet hierbei die Plattform zeoob.com.

zeoob.com

Mit Hilfe der Anwendung ist es möglich, Social Media-Beiträge zu verfassen, ohne dass sich die Schüler*innen auf der jeweiligen Plattform anmelden müssen.

Möglichkeiten mit zeoob.com

Egal ob TikTok, Snapchat oder Instagram, die Anwendung bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Besonders beliebt ist bei meinen Schülerinnen Instagram, dessen Vorlage sie gerne einsetzen, wenn wir Social Media-Posts im Unterricht erstellen.

Einsatz im Geschichtsunterricht

Instagram setzte ich daher gerne ein, um einen historischen Aspekt darzustellen. Sei dies, aus heutiger Sicht oder aus zeithistorischer Perspektive. Erfahrungsgemäß tun sich die Schüler*innen, insbesondere die jüngeren Klassen, leichter, wenn sie einen historischen Aspekt aus heutiger Sicht darstellen sollen. In diesem Fall ist das Anforderungsniveau niedriger und sie müssen sich nicht in die Situation der Person hineinversetzen. Schwieriger wird die Aufgabenstellung, wenn der Post aus zeithistorischer Perspektive verfasst werden soll, wie im Beispiel zu sehen.

Die Schüler*innen müssen sich Gedanken über die Art der Artikulation der jeweiligen Person machen und ihren Charakter bestmöglich nachahmen. Hierfür ist eine hohe Transferleistung erforderlich, welche auch ein hohes zeithistorisches Verständnis voraussetzt. Die Schüler*innen lernen bei der Erstellung eines Instagramposts nicht nur ein hohes historisches Verständnis des jeweiligen Lerngegenstands, sondern auch den zeithistorischen Kontext genau zu untersuchen und zu verstehen. Die im Unterricht entstandenen Beiträge können anschließend auf einer digitalen Pinnwand gesammelt und gegenseitig kommentiert werden.

Einsatz im Lateinunterricht

Neben dem Geschichtsunterricht kann zeoob.com auch im Lateinunterricht eingesetzt werden. Hierbei bietet sich die Wiedergabe eines literarischen Inhalts mit Möglichkeit zu einem interpretatorischen Kommentar an, aber auch das Zusammenfassen eines Lektionstextes oder die Vorstellung eines Charakters oder Autors der lateinischen Welt.

Beim Erstellen des Posts wird von den Schüler*innen gefordert, die zentralen Inhalte knapp und prägnant zusammenzufassen. Hierfür ist es notwendig, dass sie den Text verstanden und in seinen Einzelheiten erfasst haben. Auch ein mögliches Streitgespräch in den Kommentaren, beispielsweise im Themenschwerpunkt „Philosophie“ ist möglich.

Thematisierung von Social Media und Fake News

Neben den fachlichen Inhalten bietet sich die Arbeit mit zeoob.com an, über Social Media und Fake News allgemein zu sprechen. Während der praktischen Anwendung sehen die Schüler*innen, wie leicht es ist, den Inhalt zu faken. Auch die Tatsache, dass die Welt von Instagram manchmal mehr Schein als Sein ist, sollte in meinen Augen thematisiert werden. Viele Jugendliche gehen viel zu leichtgläubig mit dem Thema um und glauben alles, was irgendwelche Stars und Influencer von sich geben.