Powerpoint Karaoke als Präsentationstraining

Methode, Methodik

Spontanität, Ausdrucksstärke, Souveränität und die Präsentation und Wiedergabe von Sachverhalten sind Kompetenzen, welche nicht nur in der Schule von Bedeutung sind, sondern auch im späteren Berufsleben. Umso wichtiger ist es, diese Kompetenzen neben dem fachlichen Inhalt zu schulen. Um die Präsentationsfähigkeit zu schulen, aber auch den Umgang mit unerwarteten Situationen sowie Spontanität, eignet sich die Methode der Powerpoint Karaoke. Zudem kann man mit den Präsentationen ebenso schöne Vertretungsstunden gestalten.

Was ist Powerpoint Karaoke?

Auch wenn die Bezeichnung der Methode anderes vermuten lässt, wird bei der Powerpoint Karaoke nicht gesungen. Lediglich die spontane Darbietung und der unbekannte Titel wurden übernommen. Bei der Powerpoint Karaoke geht es darum, eine Präsentation zu halten, welche zuvor unbekannt oder nur wenige Minuten zuvor gesehen wurde und dies in einer vorgegebenen Zeit. Hierbei geht es nicht darum, den Inhalt korrekt wiederzugeben, sondern spontan, kreativ und gleichzeitig souverän zu agieren, ohne sich anmerken zu lassen, dass man die Präsentation nicht kennt.

Durchführung im Unterricht

Für den Unterricht in einer 8.Klasse habe ich die Methode leicht abgewandelt und meine eigenen Rahmenbedingungen gesetzt.

  • Zeit pro Präsentation: 3-4 Minuten (kein vorzeitiger Abbruch)
  • Präsentation eines unbekannten Schaubildes
  • Einzel- oder Partnerpräsentation; niemand wird gezwungen zu präsentieren

Um in 45 Minuten jedem Mitglied der Klasse die Chance auf eine Präsentation zu geben, habe ich für die einzelnen Vorträge ein Zeitlimit von drei Minuten festgesetzt. Hierfür habe ich ihnen einen Timer gestellt und auf das Pult gelegt. Selbst habe ich mich zurückgenommen und in eine freie Bank gesetzt. War eine Präsentation nach der vorgegebenen Zeit allerdings noch nicht beendet, habe ich die Referierenden in Ruhe aussprechen lassen, damit sie ihre Präsentation beenden konnten. Ein abrupter Abbruch erschien mir angesichts des Alters und der Unbekanntheit der Methode doch zu hart.

Zudem habe ich mich aufgrund der Zeit und mangelnder Vorlage gegen die Vorstellung von Präsentation und für Schaubilder entschieden. Die Vorteile sind hierbei, dass alle wichtigen Informationen auf einen Blick zu erkennen und grafisch untermalt sind. Vorstellen durften die Mädels diese wahlweise in Einzel- und Partnerarbeit, wobei sie die Präsentation erst zu Gesicht bekamen als der Timer und somit ihre Zeit gestartet war. Sie mussten also absolut spontan handeln und hatten dabei keine Vorbereitungszeit. Die einzelnen Präsentationen hatte ich zuvor durchnummeriert und auf einem Stick mitgebracht. Die Schülerinnen habe dann wahllos eine Zahl zwischen 1-18 nenne dürfen und die jeweilige Präsentation erhalten. Alternativ kann man hier auch ein Glücksrad verwenden.

Fazit

Es war mein erster Durchgang mit dieser Methode und ich bereue es, sie nicht früher eingesetzt zu haben.

Die Mädels sind teilweise so auch sich herausgegangen und haben sich von einer anderen Seite gezeigt, wie ich es im normalen Geschichtsunterricht selten erlebt habe. Ich durfte viele neue Facetten an ihnen entdecken und war am Ende echt stolz auf sie. Sie haben gelernt, dass sie super spontan reagieren können und auch eine Lösung für ein Problem finden, wenn sie einmal nicht weiterwissen. Sie standen spontan an der Tafel und haben die einzelnen Präsentation gerockt, ohne Angst vor der Aufgabe zu haben. Sie sind in, passend zu den Präsentation, verschiedenen Rolle geschlüpft und haben diese imitiert. Besonders schön war, dass sie mit den Referierenden interagiert haben, wenn bei diesen eine kurze Pause entstanden war. Das haben sie absolut selbstständig ohne jegliche Anweisung meinerseits getan und damit auch gezeigt, wie sehr sie ihre Klassenkameradinnen bei kleinen Schwierigkeiten unterstützen und wie gut sie als Klasse zusammenhalten. Am Ende der Stunde haben sich auch noch einige Schülerinnen getraut, welche zuvor etwas skeptisch waren. Dies zeigt auch, wie hoch das Vertrauen ihrerseits in die Gemeinschaft ist und ich weißt, dass es manchen echt Überwindung gekostet hat. Am Ende der Stunde kam die Frage auf, ob wir so etwas wiedermachen. Ein schöneres Feedback kann man doch gar nicht bekommen. Insbesondere, wenn man strahlende und lachende Kinder vor sich hat 😊

Schaubilder

[Team:werk vs. digitive] Zusammenarbeit im digitalen Raum

Methode, Methodik, teamwork

Im Kontext unserer Zusammenarbeit mit Team:werk bei der Tafelrunde wird Anna Lisa die Frage klären, was sich hinter Team:werk verbirgt und euch verschiedene Meetingformen für den Schulalltag und eure Zusammenarbeit vorstellen.

Zum Start ins neue Jahr möchten wir, das Sozialunternehmen Team:werk, die allgemeine Aufbruchsstimmung nutzen und für unser Herzensthema motivieren, das wir mit digitive teilen: Zusammenarbeit unter Lehrkräften fördern. Wir stellen euch unsere Vision vor, präsentieren einige Beispiele für digitale Kommunikation in Unternehmen und machen Vorschläge, wie diese in die Schule übersetzt werden können.

Von der Idee

Lehrkräfte sind Führungskräfte im Klassenzimmer und der zentrale Hebel für Innovationen in unserer Gesellschaft. Sie begleiten Klassen, die letztendlich große Teams sind und lernen müssen, als solche zu agieren. Das fällt oft nicht leicht, wenn eine Kultur des Lernens und Teilens nicht auch im Kollegium existiert. Denn gelebt werden muss diese mindestens von der Lehrkraft selbst, wenn sie Einzug ins Klassenzimmer erhalten soll. Um nun die Führungskräfte unseres Bildungssystems in diesem Bereich weiterzubilden, gründete sich Team:werk. Getrieben von der Vision, Lehrkräftebildung innovativ zu denken und Weiterbildung neu zu gestalten, fassten Andrea Seitz und Anna Ginkel 2020 den Entschluss, mit ihrem Sozialunternehmen wirkungsorientiert Lehrkräfte zu schulen.

Foto: Ronja Ziemann

Digitalität als Chance nutzen

Während der Pandemie wurden Online-Konferenzen und die nun im virtuellen Raum vorwiegend stattfindende Arbeit zum Mittel der Wahl, welches vielerorts allerdings mehr notgedrungen als begeistert eingesetzt wurde. Gerade im Bildungsbereich, wo viele Prozesse auf analoge Weise gestaltet worden waren, wurde die nun im Eilzug stattfindende Digitalisierung oftmals als Hindernis statt als Vorteil gesehen. Dabei zeigen bereits zahlreiche Unternehmens- und Unterrichtskonzepte in anderen Ländern, was eine digitale Welt des Lernens und Lehrens bieten kann und warum es sich lohnt, hier einen Blick hineinzuwerfen.

Schule und das dahinterstehende Bildungssystem zielen u.a. darauf ab, Lernende auf ihre weitere Berufslaufbahn vorzubereiten. Diese wird in nahezu sämtlichen Bereichen fortwährend flexibilisiert und digitalisiert. Ohne entsprechenden Zugang auf lerntheoretischer und praktischer Ebene fehlt Schüler:innen der notwendige Einblick und das hinreichende Verständnis in Bezug auf sich etablierende Technologien und neue Arbeitsprozesse. Hier ist wichtig zu beachten, dass nicht nur Tätigkeiten als solche zunehmend von Digitalität bestimmt werden, sondern auch, dass Teams im virtuellen Raum kooperieren und funktionieren müssen. Das meint sowohl Aspekte wie Effizienz und Produktivität, aber auch weiche Faktoren, in welchen es vermehrt darum geht, auf zwischenmenschlicher Ebene gut miteinander arbeiten zu können. Wenn nun noch einmal in Betracht gezogen wird, dass Schule genau darauf vorbereiten muss, sind ganz andere Ansätze vonnöten als noch vor einigen Jahrzehnten.

Teambuilding digital

Ein Zusammengehörigkeitsgefühl online zu schaffen, wirkte auf viele Lehrkräfte zunächst so, als müsste das Rad neu erfunden werden. Wo vorher noch der Klassenraum war und die Tischordnung einen Großteil der Dynamik bestimmte, fanden sich nun Kacheln in einer virtuellen Konferenz. Und wo ein Lehrkräftezimmer zum Austausch untereinander zur Verfügung stand, befindet sich nun ein Termin im Kalender, zu welchem man zwar zusammenkam, eine gute Kommunikationskultur aber häufig schwer zu etablieren war. Dabei kann Teambuilding auch digital stattfinden und neue Chancen eröffnen, trotz räumlicher Distanz eng miteinander zu arbeiten. Der Weg dahin blieb nur oft verborgen. Um diesen zu entdecken, darf offline Kollaboration nicht einfach in den digitalen Raum gepresst, sondern muss verstanden und übersetzt werden.

Wie neue Wege entstehen: indem man sie geht

Wie kommt man nun also zu einer offenen Kommunikationskultur, die Zusammenarbeit unter Lehrkräften fördert und in welcher Digitalität nicht als notwendiges Übel gesehen wird? Für einen ersten Schritt kann es hier sinnvoll sein, in einen Bereich zu schauen, in dem das, was zunächst unmöglich scheint, bereits funktioniert: Die freie Wirtschaft, in der große und kleine Unternehmen agil und flexibel über Grenzen hinweg arbeiten. Dies gelingt ihnen anhand verschiedenster Methoden, die dazu führen, dass Austauschmöglichkeiten und Variationen der Zusammenarbeit entstehen, um das ganze Unternehmen dem eigentlichen Ziel, beispielsweise der Launch eines neuen Produkts, näher zu bringen. Ein konkretes Beispiel hierfür sind die verschiedenen Meetingformen sein, die eine Firma für sich etabliert und als Team für gut befunden hat:

  • Ein tägliches 15-minütiges Stand-Up, bei dem Mitarbeitende reihum zusammentragen, was sie am Vortag erreicht haben, welche Aufgaben sie an diesem Tag angreifen möchten und wo sie dafür Hilfe benötigen.
  • Ein regelmäßig stattfindendes Weekly oder Monthly kann dazu beitragen, dass in bestimmten Zeitabständen besprochen und reflektiert wird, wo man sich gerade in einem Prozess befindet und welche kurz- oder langfristigen Ziele man als Einzelperson und als Team verfolgen will. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, die nächsten Schritte konkret festzulegen, aber auch die bisher unternommenen Schritte zu beleuchten und zu hinterfragen.
  • Auch kleinere Zusammenkünfte spielen eine tragende Rolle: Das One-on-one-Meeting bietet die Möglichkeit, sich gemeinsam auf einen Kaffee in einem Online-Raum zu treffen und informell auszutauschen. Sicherlich kann es hierbei auch um berufliche Aspekte gehen. Dann ist es wichtig, gemeinsam darüber nachzudenken, welche Informationen auf welchem Weg zurück an das gesamte Team zurückgespielt werden sollten.
Foto: Ronja Ziemann

Zurück in die Schule – aber wie?

Sicherlich sind nicht immer alle Methoden, die aus dem Unternehmensbereich kommen, für das Bildungswesen geeignet oder umsetzbar. Terminkalender sind häufig voll und nicht immer besteht die Möglichkeit, sich auf einen Plausch zu treffen und sich dabei Gedanken um die Rückkoppelung von wichtigen Aspekten zu machen. Sich jedoch über verschiedene Möglichkeiten der digitalen Kommunikation bewusst zu werden und einige im eigenen Kollegium anzustoßen, kann eine große Hebelwirkung besitzen. Auch wenn man sich selbst nicht als technikaffinste Person sieht, ist eine offene Haltung und ein wenig Neugierde gegenüber innovativen Methoden und Technologien etwas, das Schüler:innen brauchen, wenn sie selbst auf eine Arbeitswelt von morgen vorbereitet werden wollen. Und wenn Lehrkräfte diese Kultur des Lernens und Teilens nicht vorleben – wer dann?

[Projektvorstellung] Selbstdarstellung und Propaganda im Grand Siècle sowie im 21. Jahrhundert

digital, Geschichte, Methode, Methodik

Im heutigen Beitrag stelle ich euch das Projekt „Louis XIV – Le plus grand roi d’Instagram“ von Andy Willems vor. Im Rahmen einer AG erstellt der Lehrer Andy Willems gemeinsam mit seinen Schüler*innen ein Instagram-Profil @lesoleildeversailles zu König Ludwig XIV. in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch. Der Fokus liegt hierbei auf der Selbstdarstellung des Königs sowie ein Vergleich mit heutigen Inszenierungen von Personen auf Social Media.

Das Projekt

Instagram steht im Jahr 2021 an Platz 2 der einflussreichsten Social-Media-Netzwerke. Ausgerichtet auf das Teilen von Bildern und Videos mit Followern auf der ganzen Welt fokussieren sich junge Erwachsene auf die eigene Selbstdarstellung, um Zuspruch und Bestätigung über Likes und Kommentare zu erhalten. Blickt man jedoch auf die letzten Jahrhunderte zurück, lassen sich ähnliche mediale Selbstpräsentationen finden, auch wenn die Art und Weise sich unterscheidet. Ludwig XIV. legte größten Wert auf seine Außenwirkung sowohl am Hofe von Versailles als auch in ganz Frankreich und den anderen europäischen Staaten. Hierfür nutzte er u.a. Architektur, Kunst und Literatur mit dem Ziel einer glorreichen Inszenierung seiner selbst. Hieraus ergibt sich die Frage: Was wäre geschehen, hätten dem Sonnenkönig bereits Social-MediaNetzwerke zur Verfügung gestanden? Und wie hätte er ebendiese genutzt? (Text: Andy Willems)

Die Arbeitsgemeinschaft

Die Arbeitsgemeinschaft soll Anlass bieten, diese und weitere Fragen zu beleuchten und gleichzeitig die Parallele in Aspekten der Selbstdarstellung und Propaganda im Grand Siècle sowie im 21. Jahrhundert verdeutlichen, bei deren in beiden Fällen die Darstellung eines verfälschten Selbstbildes eine wichtige Rolle spielt. Hierbei soll in gemeinschaftlicher Arbeit ein reales historisches Instagram-Profil entstehen, bei dem im Idealfall wöchentlich neue Posts auf Basis der erarbeiteten Themen und Inhalte in Form von Bildern, Texten oder Videoclips veröffentlicht werden.

Die Arbeitsgemeinschaft soll sich insbesondere an historisch interessierte SuS der Klassenstufe 10, K1 und K2 richten. Französisch-Kenntnisse sind von Vorteil für eine authentische Quellenarbeit in französischer Sprache, sind jedoch nicht verpflichtend. (Text: Andy Willems)

Einige Fragen an Andy Willems…

Neben den Materialien zum Projekt durfte ich auch einige Fragen an Andy Willems stellen, um noch mehr spannende Fakten über Louis XIV – Le plus grand roi d’Instagram zu erhalten.

KMS-B: Vielen Dank für die Möglichkeit dieses kleinen Interviews. Wir finden die Beschreibung des Projekts sehr spannend und sind auch von der Durchführung dieser begeistert. Wie haben denn die Schüler*innen auf diese AG reagiert und wie viele Schüler*innen nehmen aktuell an der AG teil?

Andy Willems: Da ein solches Projekt bisher relativ neu und unbekannt ist, habe ich viele neugierige und positive Rückmeldungen seitens der Schüler*innen sowie des Lehrerkollegiums erhalten. Umso mehr freut es mich natürlich, dass sich super engagierte Schülerinnen der Klassen 11 und 12 trotz der stressigen Vorbereitungen auf das Abitur für die Teilnahme an der AG entschieden haben. Selbstverständlich stehen die Türen auch für weitere Interessierte offen.

KMS-B: Das ist schön zu hören! Für die AG hast du Dich entschiedenen einen richtigen Account anzulegen und nicht auf eine datenschutzkonforme Alternativ wie beispielsweise zeeob.com zurückzugreifen. Was waren die Gründe hierfür?

Andy Willems: Diese Entscheidung galt es natürlich vorab genau abzuwägen. Ziel des Projektes ist es aber, in Zeiten von Homeschooling und schnelllebigem Social-Media eine Plattform zu bieten, die zum einen eine Referenz zum Bildungsplan aufweist und Kompetenzen fördert, zum anderen simultan den Austausch mit anderen Interessierten außerhalb der Schulgemeinschaft ermöglicht. Optimalerweise kann durch Kontakte mit Historiker*innen auch ein erster Schritt in die Hochschulbildung erfolgen.

KMS-B: Datenschutz ist ein großes Thema in der Schule und Instagram ist nicht gerade für seinen Datenschutz bekannt. Gab es hierzu einige Bedenken bezüglich des Datenschutzes von Seiten der Eltern etc.?

Andy Willems: Selbstverständlich steht Datenschutz an erster Stelle bei der Gestaltung des Projektes. Die AG entspricht aufgrund des Alters der Schüler*innen den Instagram-Richtlinien und der Zugang zum Profil erfolgt ausschließlich über die Lehrperson. Hierdurch fördert das Projekt Medienkompetenzen, indem keinerlei Privatinformationen der Schüler*innen veröffentlicht, sondern ausschließlich historische Fakten in einen Social-Media-Kontext eingearbeitet werden sowie die Quellenarbeit den wissenschaftlichen Standards entspricht. Außerdem kann eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Medium erfolgen und dieses kritisch hinterfragt werden.

KMS-B: Die Posts auf Instagram erscheinen in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch. Warum hast Du dich dafür entschieden, das Profil in drei verschiedenen Sprachen zu führen.

Andy Willems: Dies hat zwei Gründe: Zum einen ist es wichtig, das Profil in einen authentischen Lebensweltbezug zu stellen, um Motivation und (Schüler-)Interesse zu fördern. Das Ziel des Profils ist es, Posts aus der Sicht des französischen Königs Ludwig XIV. zu generieren, um die französische Geschichte ins 21. Jahrhundert zu transferieren. Englisch soll hierbei einen zusätzlichen internationalen Austausch ermöglichen. Zum anderen handelt es sich beim Fichte-Gymnasium Karlsruhe um ein bilinguales Gymnasium mit dem Schwerpunkt Französisch. In diesem Jahr feiert die Schule 25 Jahre bilingualer Zug und bietet neben dem deutschen Abitur auch das Abi-Bac. Wie könnte man dieses Jubiläum besser feiern als durch ein deutsch-französisches Projekt?  

KMS-B: Stimmt! An meiner Schule gibt es auch einen deutsch-französischen Tag. Selbstdarstellung und Inszenierung ist ein wichtiges Thema in der heutigen Zeit. Jugendliche glauben oftmals, dass ihre Idole sich real auf Instagram präsentieren und werden durch diese Scheinwelt getäuscht. Was waren Deine Beweggründe, dieses Thema für die AG zu wählen und wie kam der historische Vergleich zustande?

Andy Willems: Selbstdarstellung ist kein Phänomen des 21. Jahrhunderts – nur die Art und Weise der Präsentation hat sich durch die neuen Medien verändert. Um diese Zusammenhänge sichtbar zu machen, kann exemplarisch auf den Sonnenkönig zurückgegriffen werden. Aufgrund meines Geschichtsstudiums an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit Schwerpunkt „Ludwig XIV. und das Grand Siècle“ sowie zwei Auslandssemestern u.a. an der Pariser Universität La Sorbonne beschäftige ich mich schon länger mit dieser Epoche. Dies bietet Anlass, fächerübergreifend mit den Schüler*innen zu arbeiten und simultan den Bildungsplan beider Fächer zu vertiefen. Gleichzeitig ist dies eine Chance, die herausragenden Bildungschancen des bilingualen Unterrichts über die Schulgrenzen des Fichte-Gymnasiums bekannt zu machen und neue Kontakt zu knüpfen. ZDF TerraX und MrWissen2GoGeschichte folgen uns bereits.

KMS-B: Bei Projekten ist es oftmals ein Problem, dass diese mit dem Ende einer AG beendet sind. Soll das Profil auch darüberhinaus gepflegt werden oder im Rahmen dieser AG auch im nächsten Schuljahr fortgeführt werden?

Andy Willems: Aktuell ist das Projekt bis zum Abschluss des Schuljahres 2021/22 geplant, da die teilnehmenden Abiturient*innen zu diesem Zeitpunkt das Fichte Gymnasium verlassen und dies auch das Ende meines Referendariats markiert. Über eine mögliche Fortsetzung oder Erweiterung dieses Projekts auf beispielsweise andere historische Epochen soll abschließend mit den teilnehmenden engagierten Schülerinnen entschieden werden.

KMS-B: Es würde mich sehr freuen, weiter von euch zu hören 🙂 Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Freude mit der AG!

Kreative Aufgabenstellungen bei der Interpretation

Computerspiel, digital, Latein, Methode, Methodik

Da sich das Schuljahr dem Ende zuneigt und die Ferien vor der Tür stehen, stellt sich oftmals die Frage: Was genau machen wir jetzt noch? Denn in den meisten Fächern wurden die meisten Arbeiten schon geschrieben, sodass es sich anbietet, ein wenig mehr kreative Freiarbeit zu machen. Dasselbe galt bei mir auch für den Lateinunterricht: Hier hatten wir noch einen Rest vom Lektionstext zu übersetzen, was ich aber nicht nach dem typischen „Na dann übersetzt mal…“-Muster machen wollte. Beim Planen habe ich überlegt, wie ich das ganze etwas kreativer gestaltet könnte: Eventuell den übersetzten Text in einem Zeitungsartikel zusammenfassen? Oder doch mal einen Comic zeichnen? Einige Schüler*Innen hatten gefragt, ob wir mal was mit Minecraft machen würden… eventuell könnten sie die Szene in Minecraft nachspielen? All diese Ideen schwirrten in meinem Kopf herum, allerdings konnte ich mich nicht wirklich entscheiden. Getreu dem Motto habe ich dann aus der Not eine Tugend gemacht… und einfach alle Möglichkeiten zur Verfügung gestellt. Inklusive des Hinweises, bei einer eigenen Idee kurz Rücksprache mit mir zu halten, um diese ggf. dann auch umsetzen zu können. So könnten die Schüler*Innen je nach eigenen Interessen „ihre“ Form der kreativen Textinterpretation aussuchen. Insgesamt sah der Arbeitsauftrag an sich dann so aus:

Gesagt, getan machten sich die Schüler*Innen in ihren Gruppen ans Werk und begannen, den Text individuell zu interpretieren. Kurz zur Info: In dem Textabschnitt geht es darum, dass ein römischer Offizier nach der Eroberung von Syrakus den berühmten Erfinder Archimedes gefangennehmen soll. Dieser ist jedoch vollkommen fokussiert auf seine geometrischen Formen und nimmt den Offizier gar nicht war. Als er diesen kurz daraufhin anbrüllt, erschlägt ihn der Offizier. Das ist soweit die grobe Hintergrundgeschichte, die die Schüler*innen umsetzen durften. Über drei Stunden hinweg arbeiteten sie dann konzentriert an ihren Produkten und insgesamt entstanden dabei folgende Ergebnisse:


2x Zeitungsartikel, 1x Nacherzählung, 1x Comic, 1x Theaterplakat, 2x Minecraft-Videos, 1x animiertes Video und ein Drehbuch.

Ein paar der Ergebnisse möchte ich euch dabei nicht vorenthalten, um euch einmal einen Einblick zu geben, wie gut diese Arbeit funktioniert hat:

Das Theaterplakat
Der Comic
Ein Ausschnitt aus dem Drehbuch
Bild aus dem animierten Video
Bild aus einem Minecraft-Video

Ich hoffe, dass ihr anhand der Bilder sehen könnt, wie begeistert ich von meinen Schüler*Innen war. In der Nachbesprechung wurde auch angemerkt, dass sie sowohl die Ergebnisse toll fanden als auch die Möglichkeit, einmal kreativ arbeiten zu dürfen. Die Schüler*Innen waren es nicht gewohnt, sich ihre Art der kreativen Textinterpretation aussuchen zu dürfen. Aber nicht die Schüler*Innen, sondern auch ich habe beim Herumgehen das ein oder andere Programm gefunden, welches ich dann gleich einmal selbst ausprobieren musste. Das beste Beispiel hier ist wohl die App StickNodes, mit welcher das oben genannte animierte Video entstanden ist.

Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich mich entschieden habe, hier keine kreative Art der Textinterpretation vorzugeben. Auch wenn es zeitlich ein wenig aufwendig war, rechtfertigen die Ergebnisse diese Methode gerade nach zwei Klausuren aus meiner Sicht auf jeden Fall. Das schöne ist, dass sich diese Methode dabei auch problemlos auf andere Sprache übertragen lässt. Abgesehen von der Textbasis lassen sich die oben genannten Arbeitsaufträge auch genau so in Englisch, Französisch oder anderen Sprachen anwenden. Wenn ihr also auch einmal solche tollen Ergebnisse von euren Schüler*Innen haben wollte, kann ich euch nur raten, es mal so oder ähnlich zu versuchen. Ich bin schon gespannt, was eure Schüler*Innen so erstellen!

Das Glücksrad 2.0

digital, Methode, Methodik

Dieses Schuljahr ging es hoch her bei der Auswahl von Referatsthemen, denn historische Persönlichkeiten wie Coco Chanel oder Elisabeth von Österreich standen bei meinen Mädels hoch im Kurs. Ich stand nun vor der Aufgabe, eine faire und transparente Entscheidung zu treffen, ohne eine meiner Mädels vor den Kopf zu stoßen oder zu verletzten. Meine Lösung hierfür waren Glücksräder, welche ich mit Zahlen versehen hatte, die ich zuvor den entsprechenden Gruppen zugeteilt hatte, welche sich für das jeweilige interessiert haben.

Wie erstelle ich ein Glücksrad?

Die für mich praktikabelste Lösung ist hierbei die Erstellung eines Glücksrads mit der Anwendung Wordwall. Mit Hilfe der Funktion „Random wheel“ kann hierbei über die Eingabefelder leicht ein entsprechendes Rad gestaltet werden. Da drei Eingaben das vorgegebene Minimum darstellen, habe ich die jeweiligen Zahlen gedoppelt.

Eingabemaske in Wordwall

Selbstverständlich kann das Glücksrad auch mit Hilfe andere Anwendungen, wie beispielsweise offline mit PowerPoint (hier) erstellt werden oder auf anderen Websites, wie hier, ohne sich zuvor registrieren zu müssen.

Den Vorteil von Wordwall sehe ich allerdings in der Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten. So kann ich nicht nur ein Thema wählen, sondern auch Bilder mit in das Glücksrad aufnehmen. Dies geht sowohl in der Kombination mit als auch ohne entsprechenden Text. Da die kostenlose Version leider auf fünf Anwendungen limitiert ist, empfiehlt es sich, die Glücksräder je nach Anwendung entsprechend abzuändern.

So kann beispielsweise spielerisch das Wetter im Fremdsprachenunterricht geübt werden, indem das Glücksrad gedreht wird und anschließend das entsprechenden Wetter von einem Mitglied der Klasse in der jeweiligen Fremdsprache genannt und beschrieben wird.

Eine etwas abgewandelte Version des Glücksrads ist auf Wisc-Online zu finden. Bei der App „Spin to Win“ müssen die Schüler*innen Fragen beantworten und zuvor das Glücksrad drehen. Dies ermittelt die Anzahl der Punkte, welche sie anschließend bei einer richtigen Antwort erhalten (Beispielanwendung). Auch bei dieser Anwendung erfolgt die Erstellung mit Hilfe einer vorgefertigten Vorlage, welche nur noch gefüllt werden muss.

Hierdurch erhält man und großes Hexenwerk in kürzester Zeit ein Glücksrad, welches sofort im Unterricht eingesetzt werden kann.

Weitere Einsatzmöglichkeiten für den Unterricht

  • Bewegungspausen im Unterricht (hier)
  • Auswahl einer Schüler*in
  • Auswahl von Übungen/Vokabeln
  • Wiederholung und Erklärung von (historischen) Begrifflichkeiten

Plickers – Vokabeltests einfach digital durchführen

digital, Latein, Methode

„Stifte raus, Vokabeltest!“ – So oder ähnlich beginnen in Fremdsprechen wie Latein oftmals viele Stunden. Das Erlernen des fachspezifischen Wortschatzes gehört zum täglich Brot einer jeden Fremdsprache und wird dementsprechend auch richtigerweise oftmals durch Vokabeltest kontrolliert. Seit jeher wird dies auf die „klassische“ Art und Weise mit Stift und Papier gemacht, was vor allem für großen Korrekturaufwand sorgt. Wäre es hier nicht einfacher, wenn man ein direktes Feedback für seinen Vokabeltest bekommt? Und zwar sowohl die SchülerInnen, als auch die LehrerInnen. Eine Methode, die Vokabelabfrage etwas zu digitalisieren, stellt das Programm Plickers dar, welches ich euch heute einmal vorstellen möchte.

Kurz gesagt ist Plickers ein Programm, welches mit QR-Codes arbeitet. Die SchülerInnen erhalten individualisierte QR-Codes auf einem DinA4-Zettel. Diese Codes sind vorher von der Lehrkraft genau festgelegt nach dem Motto: „QR-Code 1 gehört zu SchülerIn X.“. Die Idee ist, dass von der Lehrkraft auf der Smartboard Fragen mit vier Antwortmöglichkeiten projeziert werden. So könnte eine Frage laufen: „Welche Übersetzungsmöglichkeit gibt es für die Vokabel dicere?“ – A: sagen; B: essen; C: hören; D: sehen. Der geneigte Lateinschüler wird sich mit seinem QR-Code hoffentlich für Antwort A entscheiden. Denn die QR-Codes sind so aufgebaut, dass jede Kante einer Antwortmöglichkeit entspricht. Wer also glaubt, dass Antwort A die richtige Antwort ist, der hält seinen QR-Code so, dass Antwort A „oben“ steht. Dasselbe gilt für die anderen Antworten. So entscheidet jede Schülerin individuell, welche Antwort sie für richtig hält. Wie bei einem klassischen Vokabeltest.

Ein Beispiel-QR-Code für eine individualisierte Plickers-Karte.

Während die SchülerInnen sich bei jeder Frage für eine Antwort entscheiden, hat die Lehrkraft lediglich die Aufgabe, über die zum Programm gehörige App das Klassenzimmer zu „scannen“. Hierbei scannt die App die jeweiligen QR-Codes und ordnet so jedem QR-Code (und damit jedem Schüler) die gewählte Antwort zu. Somit sammelt das Programm Frage für Frage die jeweiligen Antworten und wertet am Ende das Gesamtergebnis aus: Wie viele Antworten wurden falsch, wie viele richtig beantwortet. Hier kann die Lehrkraft direkt von Anfang an ein Punktesystem vorgeben, sodass die SchülerInnen direkt ein Feedback über ihre Leistung erhalten. Das könnte z.B. so aussehen: Es gibt insgesamt 15 Fragen, also können 15 Punkte „erreicht“ werden. Wer 15 oder 14 Antworten richtig hat, kriegt eine 1. Wer 13 oder 12 richtige Antworten hat, bekommt eine 2 usw. Somit erhalten die SchülerInnen direkt nach dem Durchführen des Tests ein Feedback über ihre Leistung. Und die Lehrkraft hat keine andere Aufgabe, als das Programm sachgemäß durchzuführen. Das Einsammeln, Korrigieren und ggf. erstmal erraten, was ein Schüler da geschrieben hat, entfällt.

Eine Beispielfrage aus dem Programm

Ich nutze Plickers mittlerweile regelmäßig für meine Vokabeltests in Latein. Einmal ausgedruckt sind die QR-Codes schnell verteilt und können so für Abfragen immer schnell herausgeholt werden. Bei Vokabeltests werden Bedeutungen oder Stammformen schnell abgefragt und nach dem Abfragen erhalten sie gleich ein Feedback über ihre Leistungen. Diese werden dabei gesichert und können nach Bedarf noch einmal angeschaut werden, sofern es Unklarheiten bei einer Frage gibt. Plickers ist aus meiner Sicht eine sinnvolle Erweiterung für das schnelle und digitale Abfragen von Vokabeln, kann aber natürlich auch in anderen Kontexten genutzt werden. Auch wenn man einige Sachen berücksichtigen muss: So ist eine konstante Internetverbindung für die Nutzung der App bei der Lehrkraft notwendig. Gleichzeitig muss man sicherstellen, dass sich die SchülerInnen nicht absprechen und einfach „abgucken“, was die Sitznachbarin auswählt. Hier hat es sich bewährt, dass der Zettel frontal vor den Kopf gehalten werden muss.

Wie in diesem Beispielbild erhält man eine Übersicht welche „Nummer“ welches Gesamtergebnis erzielt hat. Dabei sind auch die Einzelantworten erkennbar.

Memes im Unterricht? [Teil 2] – Memes im Geschichtsunterricht erstellen

Apps/Programme, Geschichte, Jugendmedien, Methode

Letzten Sonntag hatte ich einen Artikel über den Gebrauch von Memes im Geschichtsunterricht erstellt. In diesem ging es primär darum, bereits existierende Memes mit historischem Bezug in den Unterricht mitzubringen und diese dann von den SchülerInnen analysieren und dekonstruieren zu lassen. In der Diskussion fiel dann auch ein Kommentar von Verena Plomer, in welcher sie darüber berichtete, dass sich Memes nicht nur zur Analyse, sondern auch zum selbst erstellen im Unterricht anbieten würden:

Ich fand diesen Tweet sehr schön, weil ich die Erfahrungen dazu teilen kann. Bisher habe ich die SchülerInnen noch nicht direkt eigene Memes erstellen lassen, aber es sind in einem anderen Kontext welche entstanden: Die SchülerInnen sollten „Social Media-Produkte“ zur amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung erstellen, wobei ich nicht vorgegeben hatte, was genau darunter zu verstehen ist. Neben Tweets, Stories etc. erstellen hierbei auch einige SchülerInnen historische Memes, welche sie auf dem Padlet, mit welchem wir gearbeitet haben, gepostet haben. Einige Ergebnisse dieser Arbeit sehr ihr hier:

In der Nachbesprechung zeigte sich, dass die SchülerInnen vor allem diese Memes als gelungen empfunden haben. Zum einen wäre hier der Bezug zum Unterrichtsthema klar erkennbar gewesen, zum anderen wäre auch die „Botschaft“ hinter den Memes sehr gut eingefangen gewesen. Durch dieses positive Feedback und den tollen Twitter-Post von Verena Plomer werde ich in den nächsten Stunden definitiv einmal den Arbeitsauftrag geben, Memes zu dem bisherigen Unterrichtsstoff zu erstellen. Dies möchte ich an dieser Stelle aber nicht nur weiterempfehlen, sondern auch einige Tools und Programme vorstellen, mit welchen die SchülerInnen ohne große Probleme selbst Memes erstellen können, sodass auch ihr mal Memes erstellen lassen könnt.

Meme-Generator

Eine große Auswahl der bekanntesten Memes findet ihr auf der kostenlosen Seite Meme-Generator. Hier können die jeweiligen Memes direkt ausgewählt und mit einem passenden Text versehen werden. Das dort erstellte Meme kann dann direkt heruntergeladen und z.B. auf einem Padlet gepostet werden. Ebenfalls ist es hier möglich, eine eigene Vorlage hochzuladen, sofern SchülerInnen hier kreative Ideen haben.

Memeton

Memeton funktioniert ähnlich wie der Meme-Generator, bietet aber viele „klassische“ Memes an. Zudem gibt es hier eine Aufteilung der jeweiligen Memes in Unterkategorien, in welchen bestimmte Memes schneller gefunden werden können. Insofern eine gute Alternative zum Meme-Generator.

Canva

Auch Canva bietet neben vielen anderen Bild-Funktionen die Möglichkeit, eigene Memes zu erstellen an. Zwar wird hier ein kostenloser Account benötigt, aber dafür sind die Möglichkeiten, welche man bei Canva hat, wesentlich größer. Wer also mehr kreative Möglichkeiten haben oder bereitstellen möchte, macht hier jedenfalls nichts falsch.

Erklärvideo mit simpleshow erstellen

Apps/Programme, digital, Methode, Methodik

Bei meiner letzten Fortbildung an der ALP wurde uns kurz die Anwendung „simpleshow“ vorgestellt. Persönlich habe ich jetzt nicht vor, groß Lernvideos zu produzieren, allerdings würde ich gerne meinen Mädels mal selbst welche erstellen lassen. Dafür bietet die Anwendung Schüler-Accounts sowie eine kostenlose Version für Lehrkräfte an, welche mehr Funktionen als die kostenfreie Version beinhaltet. Das Beantragen dieser hat keinerlei Probleme bereitet. Um die Klasse zum eigenen Account hinzuzufügen, benötigt es die Mailadressen dieser. Hierbei kann entweder vorab die Erlaubnis der Eltern eingeholt werden oder man erstellt selbst ein gewissen Kontingent an Mailadresse für eben diese Zwecke.

Die Videogattung

Bevor das Video erstellt wird, gilt es als ersten Schritt die Gattung dessen auszuwählen. Der Sinn hierbei ist, dass die Anwendung verschiedene Vorlagen als Hilfestellung für die einzelnen Gattung ausgearbeitet hat.

Die Story

So erhalte ich nach meiner Wahl eines historischen Erklärvideos eine Vorlage für mein Storyboard, an welcher ich mich orientieren kann. Insbesondere für den praktischen Einsatz im Unterricht finde ich dies super, da den Schülerinnen hierdurch eine Hilfestellung geboten wird, damit am Ende des Videos von ihnen alle wichtigen Aspekte des historischen Ereignisses behandelt wurden.

Das Visualisieren

Nachdem nun das Storyboard gefüllt wurde, geht es weiter mit der Visualisierung des Videos. Hierbei schlägt die Anwendung von selbst bereits geeignete Graphiken vor, welche individuell angepasst werden können. Auch eigene Fotos und Texte können hinzugefügt werden. Ein großer Pluspunkt ist hierbei, dass die einzelnen Graphiken mit dem ext verknüpft werden und somit erst erscheinen, wenn das entsprechende Stichwort gesagt wurde. In diesem Beispiel sind dies alle blau markierten Begriffe.

Die Vertonung

Nach dem Positionieren der Bilder besteht noch die Möglichkeit, einen eigenen Text einzusprechen und somit die Computerstimme zu umgehen. Ich persönlich finde die Computerstimme vollkommen in Ordnung und habe diesen Schritt übersprungen. Hierdurch wird auch garantiert, dass die Koppelung der Bilder an ihre jeweiligen Wörter bestehen bleibt. Zudem umgeht man das Problem mit dem Datenschutz, wenn nicht alle Eltern der Aufnahme der Stimme ihrer Kinder in schulischen Kontext zugestimmt haben.

Das Ergebnis

Als letzten Schritt wird das Video verarbeitet und kann anschließend geteilt oder heruntergeladen werden. Entstanden ist bei meinem kleinen Test eine kurze Sequenz zum Ersten Weltkrieg, welcher als Einstieg genutzt werden und die Schülerinnen zum Hinterfragen der Kriegspresse anregen soll.

Fazit – Einsatz im Unterricht

Persönlich empfand ich das Arbeiten mit dem Tool als sehr intuitiv und angenehm. Insbesondere durch die vielen Hilfestellungen, welche einem bei der Erstellung eines Videos an die Hand gegeben werden, kann ich mir dieses auch gut im Schulalltag vorstellen. Die SchülerInnen müssen hierbei keine großen technischen Fähigkeiten besitzen, um ein tolles Ergebnis kreieren zu können. Zudem lässt sich in relativ kurzer Zeit ein erarbeitetes Thema in ein Video umsetzen. Auch ist die Anwendung des Tools nicht abhängig vom digitalen Endgerät und kann somit an jedem PC und Tablet durchgeführt werden.

[Wiederholung] Der falsche Podcast

Geschichte, Methode, Methodik, Neuzeit, Podcast, Wiederholung

Vor zwei Wochen äußerten meine Mädels den Wunsch, dass sie gerne einmal einen Podcast im Unterricht hören würden. Diesem Wunsch kam ich tatsächlich nach, allerdings nicht, wie sie es vielleicht erwartet hätten. In die Episoden des Podcasts haben sich nämlich einige Fehler eingeschlichen, die es zu finden galt.

Eingesetzt habe ich die Aufnahmen, welche simple mit dem Recorder meines iPhones entstanden sind, zur Wiederholung bzw. zur Kontrolle des Verständnisses im Plenum. Die Mädels hatten viel Spaß beim Suchen der Fehler und haben sowohl die offensichtlichen als auch die schwierigeren Fehler gefunden. In Zukunft dürfen sie nun auch einmal selbst Podcasts aufnehmen und ihre Klassenkameradinnen testen.

Tipp zur Aufnahme

Es ist hilfreich, den Text zuvor mit all seinen Fehlern auszuformulieren und dann einzusprechen. Ansonsten verspricht man sich schnell und muss unnötig viele Wiederholungen machen.

Einsatz in anderen Fächern

Die Methode kann beliebig auf alle anderen Fächer übertragen und je nach Thema variiert werden. So können beispielsweise auch mathematische Formen abgewandelt werden und die Hauptstädter der europäischen Länder vertauscht werden.

[Bildinterpretation] Sexiest historian alive

Bildquelle, Geschichte, Methode, Methodik

Die Porträts der großen Herrscher des 16-18. Jahrhunderts haben so ihre Eigenarten und werden aus heutiger Perspektive auch nicht immer als optisch ansprechend wahrgenommen. Das haben auch schon meine Schülerinnen festgestellt. Aus diesem Grund habe ich zur Einübung der Bildinterpretation die Wahl, angelehnt zum „People“ Magazin, zum Sexiest Historian Alive ausgerufen. Das ganze ist selbstverständlich mit einem Augenzwinkern zu betrachten.

Die Methode

In der Klasse habe ich zehn Herrschaftsporträts mit Titel, Künstler und Erscheinungsjahr ausgegeben. In Partnerarbeit stellen die Schülerinnen nun die einzelnen Porträts vor, indem sie beschreiben, was sie auf diesem erkennen und sie anschließend analysieren. Die Deutung habe ich hierbei außen vor gelassen, da die Herrscher zum Teil nicht bekannt waren und sie diese nicht in ihren historischen Kontext einordnen können.

Am Ende wurde durch Abstimmung die schönste Darstellung eines Herrschers gekürt und auf den Titel des Magazins „Historia“ gepackt. Durch die Vorstellung der einzelnen Kandidaten musste sich jede Schülerin einmal in der Bildinterpretation üben. Somit konnte diese Methode, auch durch den spielerischen Hintergrund, nachhaltig gefestigt werden.

Material

Link zur Cover-Vorlage.