Bismarck twittert? Social Media im Geschichtsunterricht

digital, Geschichte, Neuzeit

Wenn es etwas gibt, was Politiker*Innen aller Parteien vereint, dann ist es der „Zwang“, in den sozialen Medien aktiv zu sein. Twitter, Instagram und co sind für die heutige Kommunikation unverzichtbar, vor allem wenn es darum geht, auch die jüngere Generation zu erreichen. Nach einer Umfrage des Profiling Instituts nutzen gut 85% der Jugendlichen zwischen 12 und 17 regelmäßig Soziale Medien. Insofern ist es nicht überraschend, dass oftmals wichtige Entscheidungen direkt über Twitter verkündet werden. Vor allem der ehemalige US-Präsident Donald Trump nutzte dieses Medium so intensiv, dass er kurz vor Ende seiner Amtszeit für seine kontroversen Tweets und Aufrufe von Twitter gesperrt wurde. Dabei ist die Aufgabe, die eigenen Überzeugungen und Entscheidungen in möglichst kurze und klare Botschaften zu packen, nicht wirklich neu: Seit jeher ist direkte Kommunikation für die politische Vermittlung wichtig. Nur ging das in der Vergangenheit nicht über Tweets und Stories, sondern z.B. über Plakate oder Flugblätter. Doch was wäre, wenn es auch früher schon soziale Medien gegeben hätte? Wie hätte man frühere politische Inhalte mit einer „modernen“ Art der Kommunikation verknüpft? Die folgende Idee für den Einsatz von Twitter und co im Geschichtsunterricht greift dieses Thema auf und konfrontiert die Lernenden mit der Frage, wie sich die Entlassung Otto von Bismarcks 1890 durch Kaiser Wilhelm II. in Zeiten von sozialen Medien wohl abgespielt hätte.

Um diese Aufgabe zu bewältigen, werden von den Lernenden verschiedene Kompetenzen benötigt: Zum einen müssen sie die historischen Hintergründe der Entlassung Bismarcks kennen. Das setzt voraus, dass sie seine bis dahin betriebene Politik (sowie seinen Stil zu regieren) kennen, ebenso wie die politischen Ziele Wilhelms II. Zum anderen müssen sie einen gewissen Grad an Medienkompetenz erwerben, um die gestellte Frage beantworten zu können. Medienkompetenz beinhaltet hier sowohl das Wissen über (soziale) Medien als auch das aktive Nutzen können dieser Medien. Für Twitter bedeutet das z.B. auch, dass ein Tweet an sich eher kurz und auf das wesentliche beschränkt ist, meistens ein persönliches Urteil beinhaltet und oftmals Hashtags oder Verknüpfungen enthält. Gerade für die geforderte Kompetenzerweiterung des Geschichtsunterrichts kann eine Transfer-Aufgabe zur Nutzung sozialer Medien innerhalb eines bestimmten historischen Themas sehr gut genutzt werden.

Umsetzung

Im konkreten Beispiel „Entlassung Bismarcks 1890“ kann die Aufgabe dabei folgendermaßen aussehen:

Aufgabe
Stell dir vor, dass es um 1890 unsere heutigen sozialen Medien bereits gegeben hätte. Wie wäre die Entlassung Bismarcks in Zeiten von Twitter, WhatsApp und co abgelaufen? Setze mit Hilfe eines sozialen Mediums deiner Wahl die Entlassung Bismarcks als aktuelles Ereignis um. Hier eine Übersicht möglicher Beispiele:
- Verfasse einen Twitterpost, in welchem Wilhelm II. die Entlassung Bismarcks verkündet.
- Verfasse einen Twitterpost, in welchem Otto von Bismarck seine Entlassung kommentiert.
- Schreibe einen WhatsApp-Chatverlauf zwischen Wilhelm II. und Otto von Bismarck, in welchem Wilhelm II. ihm die Entlassung mitteilt.

Diese Art der Aufgabenstellung berücksichtigt dabei auch das durchaus unterschiedliche Nutzungsverhalten der jeweiligen Lerngruppen. Die genannten Beispiele sind nur Ideen, aber den Lernenden steht es frei, durchaus auch andere Medien (z.B. TikTok) zu nutzen. Ihrer Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Es ist zu empfehlen, diese Aufgabe als Partner- oder Gruppenarbeit zu stellen, um einen gegenseitigen Austausch und ggf. auch das Ausprobieren einer Idee zu ermöglichen. Zumal soziale Medien eben auch dafür gemacht sind, von mehreren Menschen genutzt zu werden. Sonst wären es ja auch keine sozialen Medien. 😉

Hilfreich ist es ebenfalls, den Lernenden eine Art Vorlage als Beispiel zu geben.

Visualisierung mit Padlet

Um die kreativen Ergebnisse effektiv zu sichern, ist es notwendig, diese möglichst gut für die gesamte Lerngruppe sichtbar zu machen. Denn das gegenseitige Austauschen undBewerten/Liken von Beiträgen ist ebenfalls ein unverzichtbarer Bestandteil sozialer Medien. Im Lernkontext bietet sich dafür die Plattform Padlet an, auf welcher eine Art virtuelle Pinnwand erstellt werden kann. Hier können die Lernenden ihre Ergebnisse hochladen, sodass diese von anderen gesehen und kommentiert werden können. Ein gegenseitiger Austausch über eine gut gefüllte Pinnwand stellt gerade zu Zeiten des Distanzlernens eine tolle Möglichkeit einer Feedback-Phase dar. Da ich diese Aufgabe bereits einmal im eigenen Unterricht durchgeführt habe, kann ich an dieser Stelle auch einige gelungene Beispiele meiner Schüler*Innen präsentieren.

Diese Übung ist ein Gastbeitrag von Björn Hennig [Website, Twitter].

[eLearning] Herstory – interaktiv und digital

auditive Quelle, digital, Geschichte, Museum, Neuzeit

In einer Zusammenarbeit mit der Abteilung Bildung und Vermittlung des Deutschen Historischen Museums entstanden in einer mehrmonatigen Zusammenarbeit vier eBooks mit interaktiven Arbeitsblättern, welche für den Unterricht, aber auch für das Distanzlernen herangezogen werden können. In diesem Post werden die drei historischen eBooks im Vordergrund stehen, während am Sonntag ein eBook zum Thema „queeres Leben in Deutschland“ auf diesem Blog vorgestellt werden wird.

Warum Herstory?

Vielleicht ist der geläufige Ausdruck „Männer, die Geschichte machen…“ bekannt. Hier stellt sich natürlich die Frage nach der Rolle der Frauen in der Geschichte. Das Deutsche Historische Museum hat diesem Thema eine eigene Führungsreihe gewidmet, welche ich neben dem Lehrerband zur dieser Themenführung mit vielen Materialien und Anregungen für den Unterricht (hier) nur herzlichst empfehlen kann.

Der Inhalt der eBooks

Die eBooks setzen sich in jeweils einem separaten Band kritisch mit einem Thema der Frauen- und Geschlechtergeschichte auseinander und stellen darüber hinaus immer einer Bezug zur Gegenwart her. Band 1 thematisiert hierbei die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert und geht speziell auf das Thema „Crossdressing“ ein, während in Band 2 die Frau in der Weimarer Republik sowie das Wahlrecht der Frauen im Mittelpunkt steht. Darüber hinaus wird die Frage erörtert, inwiefern Frauen sich als Politikerinnen in der heutigen Gesellschaft etabliert haben. Abschließen tut die Reihe mit dem Band über die Frauenbewegung der Nachkriegszeit. Hierbei wird sowohl die DDR als auch die BRD beleuchtet und das Thema der sexuellen Selbstbestimmung der Frau in den Vordergrund gerückt. Darüber hinaus findet aber auch die Einführung der Anti-Baby-Pille sowie die Diskussion um dieses Verhütungsmittel in der heutigen Gesellschaft ihren Platz im eBook.

Das Prinzip der eBooks

Die eBooks beinhalten dabei das komplette Material ihrer Einheit und können somit komplett im Distanzlernen und in einer Phase des selbstbestimmten Lernens im Unterricht eingesetzt werden.

Auszug aus dem eBook

Darüber hinaus ist am Ende jedes eBooks ein interaktives Arbeitsblatt hinterlegt, welches als Arbeitsgrundlage oder unabhängig des jeweiligen eBooks im Unterricht eingesetzt werden kann. Es kann sowohl analog als auch digital an die Klasse weitergegeben und von dieser bearbeitet werden.

Auszug aus dem Arbeitsmaterial

Die eBooks

Danksagung

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich für die tolle Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Museum bedanken. Mir hat die Entwicklung und Erarbeitung des gemeinsamen Projektes sehr viel Freude bereitet und einen tollen Einblick in die Arbeit der Museumspädagogik eines Museums ermöglicht.

eLearning „Nationalversammlung 1848“

Arbeitsblätter, digital, Geschichte, Museum, Neuzeit

In Kombination mit dem digitalen Angebot des Deutschen Historischen Museum entstand eine digitale eLearning-Einheit zur Frankfurter Nationalversammlung 1848. Auf insgesamt zwei Arbeitsblättern erarbeiten die SchülerInnen eigenständig die wichtigsten Aspekte der Versammlung in der Paulskirche. Als materielle Grundlage dient hierbei die Aufbereitung des DHM Berlin.

DHM Mediathek

In Insgesamt vier Kapiteln bereitete das Museum das historische Thema auf.

Register des Materials

Anhand von interaktiven Elementen können die SchülerInnen hierbei die Fraktionen der Nationalversammlung kennenlernen. On top kommt hierbei die Hervorhebung und Benennung der einzelnen Fraktionsmitglieder auf einem Gemälde der Versammlung in der Paulskirche. Das Museum kombiniert in dieser Einheit also spielerische Elemente mit historischem Inhalt und erhöht somit die Motivation der SchülerInnen. Zudem findet hierdurch eine Auseinandersetzung mit dem Gemälde statt.

die Darstellung der Fraktionen

Neben den einzelnen Fraktionen erläutert das Museum auf seiner Website alle wichtigen Debatten in der Paulskirche sowie weitere Aspekte, wie das Präsidium oder die Rolle der Frauen rund um die Nationalversammlung.

die Debatten

Das Arbeitsblatt

Auf dem zweizeitigen Bogen erarbeiten die SchülerInnen die eben vorgestellten Aspekte anhand des Materials des DHMs. Zudem wird mit einem Bezug auf den heutigen Bundestag ein Gegenwartsbezug geschaffen. Hierbei müssen sie sich einmal durch das Material auf der Website klicken und erhalten somit einen Einblick in die historischen Geschehnisse der Paulskirche.

das Arbeitsmaterial

Einsatz des Materials

Durch die selbstständige Erarbeitungsphase kann das Material sowohl im Unterricht als auch im HomeSchooling eingesetzt werden.

Materialien

DHM Mediathek ➡️ hier

[Vorstellung] berlinHistory

2.Weltkrieg, Apps/Programme, digital, Geschichte, Museum, Neuzeit

Die App BerlinHistory, eine Anwendung des Stadtmuseums Berlin & berlinHistoty darf sich seit 2020 als Gewinner des DigAMus Award bezeichnen. Diese Auszeichnung erhalten herausragende digitale Projekte von Museen.

Die App

Die Anwendung kann kostenlos im jeweiligen App-Store heruntergeladen werden und bedarf keiner Anmeldung. Weitere Informationen hierüber sind der Website des Tools (hier) zu entnehmen.

Die App besticht durch ihr vielfältiges Angebot, welches – mit Ausnahme einer Anwendung – auch ohne einen Berlinbesuch im Unterricht eingesetzt werden kann. Vielmehr kann durch die App ein Gefühl für die Stadt vermittelt werden und die SchülerInnen können diese mithilfe der Anwendung digital und im Klassenzimmer selbst erkunden.

Ein Blick in die Anwendung hinein…

Nach der Installation der App gelangt man auf die Startseite dieser. Hier präsentiert sich einem das vielfältige Angebot der Anwendung. Neben der Aufbereitung der historischen Epochen Berlins besteht zudem die Möglichkeit einen Flug über das zerstörte Berlin zu erleben. Die Entwickler haben zudem in der Legende des Films eine minutengenaue Beschreibung der jeweiligen Objekte hinzugefügt, sodass dieser auch ohne geographische Kenntnisse des heutigen Berlins im Unterricht gut eingesetzt und eine Auswahl an bekannten Spots der Stadt präsentiert werden kann.

Ein weiteres Highlight der Anwendung sind die thematischen Rundgänge durch die Stadt. Diese enthalten neben einer Audio-Spur sowohl historische als auch aktuelle Fotografien des jeweiligen Ortes und navigieren den Benutzer durch Berlin, sowohl vor Ort als auch vom Klassenzimmer aus. SchülerInnen können sich hierbei ein Bild der Stadt und ihrer historischen Stationen machen, ohne diese besuchen zu müssen. Zudem sind die einzelnen Beträge der Tonspur sehr knapp, aber präzise gehalten, sodass sie zudem gut in Auswahl im Unterricht eingesetzt werden können.

Zudem bietet die App eine Karte Berlins mit der Auflistung aller historischer Orte dieser an. Neben einem historischen Foto des jeweiliges Ortes findet sich auch ein kurzer Informationstext zu diesem. Mit Hilfe eines Schiebereglers wird hierbei unter Zuhilfenahme von Fotografien die Perspektive zwischen dem historischen und dem heutigen Zustand des jeweiligen Ortes gewechselt. Da dieses Tool der Anwendung ein Mit-Mach-Tool ist, sind noch nicht allen historischen Fotos aktuelle Fotografien zugeordnet worden. Demnach ist diese Anwendung nur bedingt im Unterricht einsetzbar und die SchülerInnen können beispielsweise aktuelle Fotografien zu den historischen Orten eigenständig im Unterricht recherchieren.

Neben dem Einsatz der Anwendung zur Darstellung und Vermittlung von Wissen über das historische Berlin kann diese auch zur Recherche im Unterricht eingesetzt werden. In Kooperationen mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand entstand eine ausführlich Datenbank an Biographien zu diesem Thema.

Fazit

Die Anwendung überzeugt durch ihren simplen Aufbau und ihre vielfältigen Möglichkeiten zum Einsatz im Unterricht, welcher anhand von Fotografien und Audios nicht an einen Besuch der Stadt gebunden ist.

Analyse eines Herrscherporträts (Ludwig XIV.)

Bildquelle, digital, Geschichte, Neuzeit

Ludwig XIV. verkörpert wie kein anderer Monarch der Zeit den Absolutismus. Insbesondere seine Porträts bieten eine gute Rundlage zur Analyse von Herrscherdarstellungen im Unterricht. Für die Bearbeitung der vorliegenden Darstellung habe ich mit Hilfe von LearningApps ein kleines Quiz zur Interpretation des Gemäldes erstellt, welches neben der Vermittlung von Wissen auch die intrinsische Motivation der SchülerInnen anspricht. Neben der Erstellung der Anwendung durch die Lehrkraft ist es bei dieser Methode auch möglich, dass SchülerInnen selbst eine Analyse vornehmen und eine Anwendung für ihre Klassenkameraden erstellen. Dies fördert in doppelter Hinsicht die Kompetenz zur Analyse von Herrscherporträts.

Die Anwendung

Aufgabe der SchülerInnen ist es hierbei, vorgegebene Elemente der Analyse des Porträts den entsprechenden Nadeln im Bild zuzuordnen.

Startbild der Bildanalyse

Hierbei werden ihnen verschiedenen Auswahloptionen zur Verfügung gestellt, die am Ende durch die Anwendung selbst kontrolliert werden.

Beispiel aus der Durchführung des Tools

Die Erstellung der Anwendung

Wie bereits erwähnt wurde das Tool mit LearningApps konzipiert. Konkret ist hierfür die Anwendung „Zuordnung auf Bild“ notwendig. Mit Hilfe der vorgegebene Eingabemaske können verschiedenen Nadeln auf das Bild gesetzt werden und mit Text- oder Bildelementen sowie Audio- bzw. Videospuren versehen werden

Eingabemaske zur Erstellung des Tools

Nach der Speicherung des erstellten Tools kann dieses von SchülerInnen ohne vorherige Anmeldung durchgeführt werden. Für die Erstellung der Anwendung an sich ist eine kostenlose Registrierung auf der Website notwendig. Zudem ist eine Generierung von Schüler-Accounts möglich, sodass diese eigene Analysen für ihre Klassenkameraden erstellen können.

Verwendete Materialien

  • Ulrich Menzel: Ludwig XIV ➡️ hier
  • Hans Ebeling; Wolfgang Birkenfeld: Die Reise in die Vergangenheit ➡️ hier

[Material-Tipp] Assassin´s Creed trifft Französische Revolution

Arbeitsblätter, Computerspiel, digital, Geschichte, Neuzeit

Als Fan des methodischen Einsatzes von Computerspielen im Unterricht möchte ich im heutigen Post das Workbook meines Kollegen Fabian Bergwitz zur Französischen Revolution vorzustellen.

Fabian Bergwitz entwickelte ein Workbook, welches die wichtigsten Stationen der Französischen Revolution mit dem Computerspiel Assassin´s Creed verbindet. Ergänzt wird dieses Material durch eine gezielte Auswahl an Bild- und Textquellen, mit welchen die SchülerInnen die historischen Ereignisse der Französischen Revolution selbst erarbeiten können.

Auszug aus dem Workbook von Fabian Bergwitz
Auszug aus dem Workbook von Fabian Bergwitz
Auszug aus dem Workbook von Fabian Bergwitz

Aus diesem Grund eignet sich das Material zum Einsatz im Unterricht in einer Phase des selbstregulierten Lernens sowie als Zusatzmaterial oder im Homeschooling.

Material

Hier kann das Workbook kostenlos heruntergeladen werden.

Edit: Aus mir unbekannten Gründen steht das Material aktuell nicht zur Verfügung. Mit dem Autor bin ich bereits in Kontakt getreten und warte diesbezüglich noch auf eine Antwort. Bei Bedarf kann ich das Material gerne unter Einhaltung der Lizenzbestimmung zu senden, da ein Upload in WordPress leider nicht möglich ist.

Hier finden sich weitere Informationen zum Einsatz von PC-Games im Unterricht.

Unterrichtsmaterial mit Tutory.de erstellen

Arbeitsblätter, Film, Geschichte, Methode, Neuzeit

Wer verteilt nicht gerne graphisch versiertes Arbeitsmaterial an seine SchülerInnen? In den meisten Fällen ist das Erstellen von aufwendig gestalteten Arbeitsmaterialen mit einem großen Zeitaufwand verbunden, weshalb oftmals auf bewährte Methoden und Vorlagen zurückgegriffen wird. Die Anwendung „Tutory“ bietet hierfür eine zeitschonende Lösung an.

Die Anwendung

Bevor das Tool erstmalig genutzt werden kann, ist eine kostenlose Anmeldung notwendig. Mit der Free-Version erhält der Nutzer Zugriff auf ein beschränktes Angebot von Tools zur Erstellung von Arbeitsmaterialien. Diese Anwendungen sind dennoch vollkommen ausreichend für die Erstellung von abwechslungsreichem Unterrichtsmaterial, wie das Beispiel am Ende des Posts zeigen wird.

Die Handhabung

Neben einer großen Auswahl an Tools besticht die Anwendung insbesondere durch ihre einfache Gestaltung von Aufgabenstellungen. Der Nutzer wählt in der Übersicht die gewünschte Art der Aufgabenstellung aus, kann diese mit wenigen Klicks strukturiert auf dem Arbeitsblatt einfügen und mit Hilfe einer Seitenleiste seinen individuellen Bedürfnissen anpassen.

Erstellen einer simplen Aufgabenstellung.
Erstellen einer Sortieraufgabe

Ein besonderes Highlight der Anwendung ist zudem, das Einfügen und Einbinden von Bildern, Videos etc. direkt via Link in das Arbeitsblatt und somit das Umgehen von mühseligem Speichern und Uploaden der einzelnen Medien. Ebenso bietet die Anwendung die direkte Möglichkeit der Erstellung von QR-Codes, was den sonst gängigen Weg über einen Drittanbieter erspart.

Erstellen eines QR-Codes mit Tutory

Ein Arbeitsblatt kann somit in wenigen Schritten erstellt werden, ohne sich mit dem Platzieren von Bildern und anderen Elementen des Materials herumschlagen zu müssen. Das Arbeitsblatt zur Französischen Revolution hat in der reine Erstellung keine halbe Stunde gedauert und erhält alle Komponenten, die in meinen Augen für eine gute Strukturierung von Unterrichtsmaterialen notwendig sind.

Fazit nach 5 Monaten Praxistest

Mittlerweile habe ich mir die kostenpflichtige Version von Tutory gekauft und bin immer noch voll und ganz zufrieden mit der Anwendung. Ich kann mir keine einfachere und zeitsparendere Möglichkeit der Erstellung von Arbeitsblättern mehr vorstellen. Insbesondere genieße ich es sehr, dass ich zu allen Aufgaben, welche mit dem Baukastensystem erstellt wurden, neben dem eigentlichen Aufgabenblatt auch direkt die Lösung dessen herunterladen und meinen SchülerInnen bei Bedarf bereitstellen kann. Zudem erleichtern die vielen Möglichkeiten an Tools das Erstellen von Material erheblich. So kann ich beispielsweise direkt in der Anwendung ein Kreuzworträtsel durch Tutory generieren lassen, ohne dieses auf einer externen Seite erstellen, herunterzuladen und anschließend wieder auf das Arbeitsblatt importieren zu müssen. Zudem habe ich, wie bereits erwähnt, auch automatische eine Lösung des Rätsel an der Hand.

Material

Link zur Anwendung ➡️ hier geht es zu Tutory.de

Kartenspiel „früher oder später“

Geschichte, Neuzeit, Spiel

Der preisgekrönte Spiele-Erfinder Bernhard Weber entwickelte für die „Bundeszentrale für politische Bildung“ ein historisches Kartenspiel, welches in zwei Versionen gespielt werden kann.

Das Spiel

Das Spiel kann über die Website der bpb (hier) entweder kostenlos als PDF heruntergeladen oder für einen Unkostenbeitrag von 1,50€ als Kartenspiel bestellt werden. Die analoge Version des Kartenspiels wird in einer schützenden Box geliefert und die Karten wurden aus stabilem Papier gefertigt, welches gut in der Hand liegt.

Die gelieferten Karten stellen 60 Jahre deutsche Geschichte dar, wobei jeweils eine Karte ein Jahr widerspiegelt.

Gemeinsam mit dem Spiel werden auch zwei Anleitung zur Durchführung dessen mitgeliefert. Beide Versionen sind mit jeweils 2-5 Spielern spielbar und basieren auf der Chronologie der auf den Karten aufgeführten Ereignisse.

Alternative Einsatzmöglichkeiten

Neben dem Einsatz als Kartenspiel im Unterricht können die Karten aufgrund ihrer kurzen und prägnanten Beschreibung der Ereignisse ebenso zur Wiederholung oder zur Verteilung von Rechercheaufgaben eingesetzt werden. Hierzu können ausgewählte Karten jeweils an Kleingruppen oder Einzelpersonen verteilt werden, welche das darauf beschriebene Ereignis anschließend im Plenum kurz unter Berücksichtigung der wesentliche Merkmale dessen und weitere Ereignisse des jeweiligen Jahres vorstellen.

Das Rollenspiel „Französische Revolution“

Geschichte, Neuzeit, Spiel

Das Rollenspiel ist eine Methode zur Erarbeitung von Lerninhalten. Sie basiert darauf, dass SchülerInnen einen geplanten Lerninhalt dem Plenum in einem Schauspiel vorspielen.

Das vorgegebene Spiel

Das Rollenspiel – wie im beigefügten Beispiel – kann durch die Lehrkraft konzipiert und somit vorgegeben werden. Hierbei kann die Lehrkraft die einzelnen Rollen individuell zuteilen, um die Fähigkeiten und Kompetenzen eines SchülerIn gezielt zu fördern oder der Klasse selbst die Entscheidung überlassen, wer welche Rolle einnimmt.

Während des Spiels ist es jeder Zeit möglich, den Ablauf zu unterbrechen, um beispielsweise eine spezielle Thematik näher zu erläutern oder schwierige Sachverhalte nochmals zu verdeutlichen. Zudem ist es ratsam, dem Plenum eine Aufgabenstellung während des Spiels zur Seite zu stellen, um eine Ergebnissicherung des dargestellten Lerninhalts gewähren zu können.

Das zugkonzipierende Spiel

Zudem besteht bei dieser Art der Methode die Möglichkeit, dass die SchülerInnen selbst ein Rollenspiel konzipieren. Hierbei werden einzelnen Gruppen verschiedene Abschnitte des darzustellenden Lerninhalts zugeteilt, welche sie unter Zuhilfenahme von Quellen und Materialen erarbeiten und als Rollenspiel aufbereiten. Hierbei findet neben der Förderung von Sozialkompetenz (kollaboratives Lernen), auch eine Förderung der Methoden-, Orientierung- und auch Sachkompetenz statt.

Material zum Rollenspiel „Französische Revolution“

Bild im Beitragsbild von WikiImages auf Pixabay

Padlet „Historische Narration“ zum Thesenanschlag Luthers [ETR Geschichte – Teil 3]

escaperoom, Grammatik, Neuzeit, Quiz

Über Twitter erreichte mich die Nachricht einer Dame, ob und inwiefern man mit dem EscapeRoom historische Narration fördern kann.

An dieser Stelle sei gesagt, dass die vorgegebenen Tools und der aktuelle Forschungsstand von künstlicher Intelligenz es erschweren, alle Kompetenzbereiche des historischen Lernens in vollem Maße auszuschöpfen. Trotzdem habe ich mich dieser Aufgabe gestellt und versucht, in einer vereinfachten Version die SchülerInnen an das Thema der historischen Narration heranzuführen.

Ausschnitt aus dem Arbeitsblatt

In der heutigen Aufgabenstellung geht es darum, dass die SchülerInnen ihre eigene historische Narration unter der Handreichung eines kurzen Kriterienkatalogs verfassen. Mir war hierbei insbesondere wichtig, dass die SchülerInnen erkennen, dass eine historische Narration durch eine Person geschaffen ist und auf einem begründeten Fundament beruhen muss. Hierbei kann die Art der historischen Narration von der Schwerpunktbildung des jeweiligen Erzählers abhängen. An diesem aufgezeigten Beispiel sollen die SchülerInnen zudem erkennen, dass es nicht für jede These oder jede Legende einen Beleg in der Vergangenheit gibt und einige Aspekte der Vergangenheit heute nicht mehr greifbar sind oder quellenfundiert erzählt werden können. An diesen Punkten kann die Forschung nur Vermutungen anstellen, die genauso gut falsch wie richtig sein können.

Made with Padlet

Für die analoge Version des EscapeRooms bietet es sich an das Arbeitsblatt zu kopieren oder in Form einer Stationsarbeit der Klasse anzubieten. Bei der digitalen Version empfehle ich die Erstellung eines Padlets (s.Beispiel), auf welchem sich das Aufgabenblatt befindet und welches die SchülerInnen auch als Pinnwand zur Abgabe ihrer historischen Narration verwenden können.

Das Padlet

Ein Padlet ist eine digitale Pinnwand, welche in einer kostenlosen (max.3 Pinnwände) und kostenpflichtigen Version zur Verfügung steht. Sie ermöglicht es einem registrierten Nutzer eine Pinnwand zu erstellen, auf welcher andere (nicht registrierte) Nutzer einen Kommentar abfassen können. Der Zugang zur Pinnwand kann beispielsweise mit Hilfe eines QR-Codes, einem Link oder als Einbettung in eine Website geschehen. Hierdurch ist die virtuelle Pinnwand geschützt und kann nur von Personen mit einem Zugang eingesehen werden. Ein Zugriff auf die Pinnwand ist hierbei via App oder direkt über den Browser möglich und bedarf keiner Anmeldung.

Gerne dürfen Sie die Funktionen eines Padlets auf der in diesem Beispiel eingebettet Pinnwand einmal ausprobieren und einen Kommentar zum Arbeitsblatt, zum Blog etc. hinterlassen 😊.

Für Interessenten und Nutzer der Anwendung kann ich die Facebook-Gruppe Padlet-Tipps sehr empfehlen. Neben einem regen Austausch von Erfahrungen und Inspirationen, stehen die Mitglieder auch jedem Fragesteller mit Rat und Tat gerne und freundlich zur Seite.

Dateien zum Download

Freiwillige Bildangaben: Haederbild von falco auf Pixabay; Paul von GraphicMama-team auf Pixabay