Einführung in die Geschichtswissenschaft

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Der korrekte Umgang mit Quellen und Darstellungen sowie von Geschichte als Konstrukt ist uns beiden sehr wichtig. SchülerInnen sollen lernen zwischen den Fachbegriffen zu unterscheiden und alles zu hinterfragen, was ihnen über die Vergangenheit erzählt und berichtet wird.

Einführung

Zu Beginn der Einheit lernen die SchülerInnen mit Hilfe eines Experiments den Konstruktcharakter von Geschichte kennen. Mithilfe einer analogen Form des Spiels „Gartic Form“ stellen die SchülerInnen fest, dass zwischen einem historischen Ereignis und seiner Überlieferung oftmals Welten liegen. Hierbei schreiben die SchülerInnen einen (historischen) Satz über die erste Faltlinie und geben das Blatt an den Nachbarn weiter. Dieser zeichnet nun den eben geschriebenen Satz und faltet das Blatt an der ersten Faltlinie nach hinten um. Auch er gibt es nun an seinen Nachbarn weiter, welcher nun das Bild, ohne den Ursprungssatz zu kennen, wieder in Worten beschreibt. Bevor er das Blatt weiter gibt und die anfängliche Vorgehensweise wiederholt wird, faltet er das Blatt an der zweiten Linie nach hinten um.

Sobald das Blatt bearbeitet ist, wird es wieder aufgefaltet und der Anfangssatz mit dem Endprodukt verglichen. Hierbei stellen die SchülerInnen schnell fest, dass beide Elemente nicht identisch sind. Übertragen auf die Geschichtswissenschaft verdeutlicht diese Herangehensweise, dass auf dem Weg der Überlieferung wichtige historische Fakten verändert, hinzugefügt oder ganz weggefallen können. Die SchülerInnen sollen alles nicht alles als in Stein gemeißelte Wahrheit anerkennen, was ihnen über Vergangenheit erzählt wird.

Erarbeitung & Sicherung

Nach der Einführung in das Thema erfolgt auf einem gesonderten Arbeitsblatt die Erarbeitung der Begriff Quelle, Darstellung, Multiperspektivität und historische Narration. Dies sind Begriffe, welche die SchülerInnen kennen sowie korrekt und sicher anwenden sollen. Uns persönlich ist es sehr wichtig, dass diese den Unterschied zwischen einer Quelle und einer Darstellung kennen.

Material

Quellenangaben

Die Definition von Quelle und Darstellung auf dem Arbeitsblatt erfolgten nach https://www.friedrich-verlag.de/geschichte/untersuchen-urteilen/quelle-oder-darstellung-2557 [11.09.2021]

Bilder mit Hashtags analysieren

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Nach der Vorstellung der Möglichkeit einer Inhaltsanalyse im gestrigen Blogpost erfolgt heute eine Variante der Analyse von Bildquellen mit der sogenannten Hashtag-Methode.

Die Methode

Für die Durchführung der Methode eignet sich jede Art von Bild-, aber auch ein Teil der Sachquellen. Als Beispiel habe ich die Analyse eines Portraits von Ludwig XIV gewählt.

Die Aufgabe der SchülerInnen besteht nun darin, das Gemälde mit Hashtags zu versehen, welche in Bezug zum dargestellten Bild stehen. Beispielsweise #Herrscherinsignien #aufrechteHaltung #Staatsräson. Das Ziel der Übung ist es hierbei, die einzelnen Aspekte und den Inhalt des Gemälde möglichst präzise zu erfassen.

Die Hashtags können an der Tafel, aber auch mit Tools wie Mentimeter etc. gesammelt und anschließend im Plenum ausgewertet und als Hilfestellung für eine detaillierte Analyse des Objektes im Unterricht herangezogen werden.

Sachquellen im Geschichtsunterricht

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In einer meiner ersten Veranstaltungen im Studium hieß es, ersteigern Sie sich günstig Geld aus der Weimarer Republik, es könnte Ihnen später im Unterricht noch von Nutzen sein. Ich muss gestehen, dass ich diesen Rat bis heute nicht in die Tat umgesetzt und es das ein oder andere mal schon bereut habe. Ehrlich gesagt ertappe ich mich immer wieder selbst dabei, wie wenig Sachquellen ich den Unterricht mit einbeziehe, obwohl sie so viel Potenzial bieten:

Drei Vorteile von Sachquellen im Unterricht

  1. Sachquellen bestechen durch ihre Materialität und Dreidimensionalität. SchülerInnen können diese anfassen, in die Hand nehmen und in ihrer Beschaffenheit untersuchen. Dadurch entstehen neue Anregungen und Wahrnehmungen in Bezug auf diese, welche zu Irritationen führen oder zum Nachdenken anregen können.
  2. Sachquellen sind in der Regel – im Vergleich zu den Informationstexten des Lehrbuches – authentische Originale und ermöglichen so einen direkten Zugang zur Vergangenheit.
  3. Sachquellen sind Objekte, zu welchen in der Regel keine zusätzlichen Informationen vorhanden sind, sodass die SchülerInnen anregt werden, sich intensiv mit diesen auseinanderzusetzen und eigene Fragestellungen in Hinblick auf diese zu entwicklen und anzuwenden.

Durch den Einbezug von Sachquellen im Unterricht, wird nicht nur eine Abwechslung zur typischen Bild- und Textquelle sowie dem Lehrbuch geschaffen, sondern auch eine Reihe von Kompetenzen der SchülerInnen gefördert, welche im alltäglichen Unterrichtsgeschehen nicht immer im Vordergrund stehen.

Die Beschaffung von Sachquellen

Sachquellen lassen sich auf unterschiedlichen Wegen beschaffen: Zum einen bieten viele Museen die Möglichkeit, einen „Museumskoffer“ auszuleihen, welcher voll gepackt mit Sachquellen oder Duplikaten derer ist. Auf der anderen Seite gibt es die bereits erwähnte Möglichkeit des Ersteigern von Sachquellen auf eBay, aber auch auf Flohmärkten und Haushaltsauflösungen kann man das ein oder andere Schmuckstück finden.

Weiterführende Literatur

Dietmar von Rieken: Sachquellen im Unterricht – sträflich ignoriert und unterschätzt?