[Vertretungsstunde] Netflix-Methode

Gruppenarbeit, Vertretung, Vertretungsstunde

Von Herrn S. habe ich die folgende Vertretungsstunde zugesandt bekommen, mit der Erlaubnis seine Idee teilen zu dürfen. Angelehnt ist diese an die Netflix-Methode, welche die meisten von euch vermutlich schon kennen.

Die Idee

Die Idee ist, dass die Schüler*innen nach einer kurzen Hinführung ihre eigene Netflix-Serie analog skizzieren, um diese anschließend im Rahmen eines Gallery Walk der Klasse zu präsentieren. Herr S. hat hierfür eine eigene kleine Serie entwickelt, um sein Vorgehen einmal zu skizzieren und um ihn die Vertretungsstunde einzuleiten.

Vorbereitung und Durchführung

Für die Vertretungsstunde braucht ihr demnach keine große Vorbereitung, sondern müsst lediglich das Template anpassen und die Vorlagen für die Schüler*innen ausdrucken.

Hier genügen fünf bis sechs Exemplare, je nachdem mit welcher Gruppengröße ihr arbeitet. Alternativ könnt ihr selbstverständlich auch mit dem digitalen Template direkt arbeiten und eure Schüler*innen die Serie auf dem Tablet erstellen lassen. Hierzu findet ihr die Vorlage bei den Materialien sowohl als Keynote, PowerPoint und PDF.

Materialien

[Vertretungsstunde] eduBreakout erarbeiten & durchführen

eduBreakout, Vertretung, Vertretungsstunde

In der vergangenen Woche stand ich vor der Herausforderung, zwei Stunden Vertretung für Französisch zu planen. Mehr als die romanische Sprache habe ich leider als Lateinlehrerin mit dem Fach nicht gemeinsam und spreche ehrlich gesagt außer ein paar Floskeln kein Wort Französisch. Ein Plan musste also her, wie ich diese zwei Stunden möglich gewinnbringend für die Schülerinnen gestalten konnte. In einer vergangenen Vertretung in Englisch hatte ich schon einmal mit den Mädchen eigene LearningApps erstellt und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Diese Idee habe ich nun weiterentwickelt und daraus einen eduBreakout bzw. eine kleine Einheit entwickelt, die sich insgesamt auf zwei Stunden erstreckte.

Mein Plan war es nun, dass die Mädchen in der ersten Vertretungsstunde bei mir LearningApps zum Fach Französisch erstellen und ich diese anschließend in einen eduBreakout umwandle. Sie haben hierzu mit Hilfe ihres Vokabelheftes und Sätze aus dem Buch kleine Apps zur Abfrage konzipiert.

Erstellen der LearningApps

Eine ausführliche Vorbereitung für den ersten Schritt ist nicht wirklich nötig. Ihr benötigt lediglich ein kostenloses Konto bei LearningApps. Nun erstellt ihr eine Kollektion und erlaubt euren Schüler*innen, dass sie in dieser eigene Apps erstellen dürfen. Björn erklärt in diesem Beitrag noch einmal genau, wie du dabei vorgehen musst. Anschließend wird der QR-Code zur Kollektion geteilt und die Schüler*innen können sofort mit dem Erstellen beginnen. Das dauert in der Vorbereitung keine 10 Minuten.

Erstellen des eduBreakouts

Nachdem eure Schüler*innen in der ersten Stunde eigene Apps erstellt haben, wandelst du diese in einen eduBreakout um. Dies funktioniert ganz einfach, indem die Einstellung der Kollektion geändert werden. Den Schüler*innen wir nun untersagt, eigene Apps zu erstellen und ein Code für das Zahlenschloss wird eingefügt. Dieser wird angezeigt, sobald alle Apps gelöst wurden. Wahlweise könnt ihr auch eine Reihenfolge der Apps festlegen, das erschien mir in meinem Beispiel allerdings als nicht zielführend.

Nachdem ich die LearningApps entsprechend angepasst habe, habe ich sie gespeichert und mehrmals dupliziert, damit ich den Code für jede Lerngruppe extra anpassen konnte. Mir war es wichtig, dass jede Gruppe selbstständig arbeitet und nicht alles stehen und liegen lässt, sobald eine Gruppe den Code geknackt hat. Anschließend habe ich die QR-Codes zur den einzelnen Kollektionen einmal ausgedruckt und an meinen Schatztruhen mit den entsprechenden Schlössern befestigt. Im Inneren haben sich Gummibärchen befunden.

Fazit

Unabhängig von den Siegeln auf dem Papier mit dem QR-Codes haben mich diese zwei Vertretungsstunden keine 30 Minuten gekostet und die Mädchen haben sich zudem intensiv mit Fach auseinandergesetzt und hatten dabei jede Menge Spaß. Zum Abschied meinten sie, dass ich gerne wieder kommen darf. Dann muss ich mir aber vermutlich etwas Neues überlegen …

eduBreakout: Das rätselhafte Liechtenstein

eduBreakout, Vertretungsstunde

Vertretungsstunden, die letzten Stunden vor den Ferien … Als das sind Stunden, für welche man oftmals Material sucht, welches spontan einzusetzen ist, Spaß macht und trotzdem einen Wissenszuwachs vermittelt. Für solche spontanen Stunden habe ich mittlerweile in der Schule eine kleine Sammlung angelegt, auf welche ich immer wieder gerne zurückgreife. Eine Material in dieser Sammlung ist der eduBreakout „Das rätselhafte Liechtenstein“ vom Games Institute Austria. Das Institut ist primär im eSport- und eduBreakout-Bereich angesiedelt, für welche es Workshops und Materialien zur Verfügung stellt.

Das rätselhafte Liechtenstein

Der eduBreakout spielt in Liechtenstein, welches die Schüler*innen gemeinsam mit einer Reisegruppe besuchen. Dort wird gemunkelt, dass ein sagenumwobener Schatz verloren gegangen sei, welchen es gilt zu finden. Dieser ist hinter Schlössern sicher versteckt, deren Codes verloren gegangen sind. Hier ist nun die Mithilfe der Schüler*innen gefragt, welche insgesamt fünf Rätsel rund um das kleine Fürstentum lösen müssen, um an die richtige Zahlenkombination für die Schlösser zu kommen.

Einsatz in der Vertretungsstunde

Das Material hatte ich bereits zuhause laminiert und je Aufgabe in eine verschließbare Hülle für den Transport und die Lagerung verpackt. So kann ich es auch gut im Lehrerzimmer lagern und nicht geht verloren.

Eingesetzt habe ich den eduBreakout in einer 6.Klasse. Die Mädels hatten bis dato noch keine Erfahrungen mit diesem Medium gemacht und kamen sehr gut klar. Aus diversen Gründen hatten wir lediglich 30 Minuten für das Lösen der einzelnen Aufgabe Zeit. So habe ich die Päckchen mit Aufgaben komplett in die Klasse gegeben und ihnen als Aufgabe gestellt, dass, wenn sie alle Codes bis zum Ende der Stunde knacken werden, eine kleine Überraschung bekommen werden. Diese haben sie sich in dieser Zeit auch erspielt 🙂 Die Mädels haben wunderbar in ihren Gruppen zusammenarbeitet, waren motiviert und haben sich gegenseitig beim Lösen der Rätsel bestärkt. Zudem war es richtig schön zu sehen, wie stolz sie waren als sie gemeinsam mit dem Ende der Stunde das letzte Rätsel gelöst hatten.

Dieses Beispiel zeigt, dass für den Einsatz des eduBreakouts, insbesondere in 45-minütigen Vertretungsstunden ein Satz an Rätseln reicht und diese kollaborativ in der Klasse gelöst werden können. Somit ist es auch nicht nötig, immer Schlösser beizuhaben, denn die Codes können auch mündlich übermittelt oder an der Tafel gesammelt werden. Auch die Aufgaben mit den digitalen Endgräten können beliebig weggelassen werden, das es keine zusammenhängende Handlung im eduBreakout gibt. Schlösser wurden bei meiner 6.Klasse nicht vermisst und eine Truhe wäre vermutlich aufgrund der Spontanität eh leer gewesen😅

Material

Der eduBreakout wird kostenlos vom Games Institute Austria zur Verfügung gestellt und kann hier abgerufen werden.