Tutory vs. Canva

Apps/Programme, Arbeitsblätter

Auf Instagram wurde ich gefragt, was denn der Unterschied zwischen Tutory und Canva sei. Die beiden Anwendungen seien sich doch so ähnlich. Ich persönlich finde, dass dies einem Vergleich zwischen Birnen und Äpfeln gleich kommt, aber lest selbst.

Tutory ist ein browserbasiertes Programm, welche Lehrkräften zum Erstellen von Arbeitsblättern Bausteinen zur Verfügung stellt. Canva läuft ebenso im Browser, besitzt aber auch eine eigene App und ist im Grundgedanken ein sehr umfangreiches Grafiktool mit welchem man auch Arbeitsblätter erstellen kann.

Während Tutory eine kostenlose Version mit eingeschränkten Funktion anbietet, ist Canva für Lehrkräfte auch in der Premium-Version kostenlos (hier). Ansonsten kostet die Einzellizenz 109,99€ im Jahr. Tutory dagegen bietet ein Zwei-Stufen-Modell an: Die in meinen Augen ausreichende Basis-Version kostet 29,90€ im Jahr, während die Premium-Version ebenfalls mit 59,90€ zu Buche schlägt. Für Student*innen und Referendar*innen gibt es die bei beiden Anwendungen die Möglichkeit eines Rabattes auf den Vollkostenpreis.

In der Art der Benutzeroberfläche sind beide Anwendungen im Grundgedanken gleich aufgebaut. Bei beiden Anwendungen findet sich in der Kopfzeile die Formatierung, während sich die einzelnen Bausteine bzw. Gestaltungselemente auf der linken Seite befinden.

Während Tutory für die verschiedenen Aufgabenstellungen und Items eines Arbeitsblattes Bausteine zur Verfügung stellt, existiert dies bei Canva nicht. Man hat aber die Möglichkeiten mit Hilfslinien zu Arbeiten und somit die verschiedenen Elemente eines Arbeitsblattes gut zu platzieren. An Bausteinen stellt Tutory hierbei einen bunten Mix aus Lückentext, Suchsel, Sortieraufgaben, Angreizaufgaben etc. seinen Nutzer*innen zur Verfügung, während man dies bei Canva alles händisch erstellen oder exportieren müsste. Durch die Möglichkeit der verschiedenen Bausteine ist Tutory sehr intuitiv und leicht zu bedienen, während man sich bei Canva doch etwas einarbeiten muss und Fingerspitzengefühl braucht. Björn zum Beispiel würde nie mit Canva ein Arbeitsblatt erstellen, da dies für ihn viel zu viel Zeit frisst und auch ich gebe zu, dass ich mit Tutory manchmal vermutlich schneller wäre.

Zudem bietet Tutory die Möglichkeit, ein analoges Arbeitsblatt auch in ein interaktives und somit digitales Arbeitsblatt umzuwandeln. Dies kann Canva nicht. Man kann zwar Interaktion wie beispielsweise Highlights auf das Arbeitsblatt setzen, aber eine Selbstkontrolle wie Tutory erreicht man damit noch lange nicht. Das digitale Arbeitsblatt (mehr hier) von Tutory kann beispielsweise in der eigenen Lernplattform hinterlegt und dort von den Schüler*innen bearbeitet werden. Ein weitere Vorteil von Tutory ist, dass man sich neben einem Arbeitsblatt für die Schüler*innen auch ein Lösungsblatt zum entsprechenden Arbeitsblatt herunterladen kann. Hierbei werden die geschlossenen Items automatisch von Tutory auf dem Lösungsblatt angezeigt, während man die offenen Aufgabenstellungen schon in der Anwendung händisch ergänzen kann, damit diese ebenso auf dem Lösungsblatt erscheinen.

Mit was Canva im vergleich zu Tutory punkten kann, sind die unendlichen Möglichkeiten zur Verschönerung der Arbeitsblätter. Man kann diverse Formen, Figuren und Cliparts einfügen, ohne dafür extra zahlen zu müssen. An dieser Stelle kann sich jeder selbst die Frage stellen, ob weniger Auswahl nicht manchmal mehr ist. Bei der immensen Vielfalt tut man sich doch manchmal schwer sich zu entscheiden und verzettelt sich sehr.

Wer schnell und einfach ein gut strukturiertes Arbeitsblatt erstellen möchte, ist mit Tutory bestens beraten. Durch die verschiedenen Bausteine wird auch viel Arbeit abgenommen und ihr habt zusätzlich noch die Möglichkeit, euer Arbeitsblatt digital zu nutzen oder eine Musterlösung auszudrucken. Canva dagegen ist ein Designtool und bietet wesentlich mehr grafische Elemente zur Gestaltung eines Arbeitsblattes, allerdings nicht die nötigen Bausteine wie Tutory sie hat. Übrigens könnt ihr auch beide Elemente miteinander verbinden, indem ihr beispielsweise eine PDF von Tutory in Canva hochladet.

Ich persönliche liebe beide Tools sehr und möchte weder das eine noch das andere in meinem Lehreralltag missen und bin sehr froh, dass es beide gibt. Arbeitsblätter erstelle ich sowohl mit Tutory als auch mit Canva und finde die Abwechslung zwischen beiden Tools auch sehr erfrischend.

Tutorial

Rabattcode für Tutory (Anzeige; gültig bis 30.09.2022):

Wollt ihr Tutory selbst einmal testen? Da wir wissen, dass viele Lehrkräfte die Lizenz, ebenso wie wir, selbst zahlen, haben wir für euch nach einem Rabatt- und Testcode gefragt.

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Hinweis zum Einsatz der Codes: Man kann den Testcode gleich während der Registrierung eingeben; im vierten Schritt nach Akzeptierung der Nutzungsbestimmungen oder dann auf der Abo Seite, wenn man schon registriert ist: https://www.tutory.de/profil/abonnement

[the monthly dose] Tools für zeitgemäße Prüfungsformate

alternative Prüfungsformate, Apps/Programme, digital, the monthly dose

In der zweiten Ausgabe unsere Reihe „the monthly dose“ in Kooperation mit FindMyTool widmen wir uns Tools für zeitgemäße Prüfungsformate. Authentische Produkte, Reflexion und das Prüfen von Kompetenzen stehen im Mittelpunkt der aktuellen Bildungsdebatte. Wir zeigen euch heute drei Tools, mit welchen ihr zeitgemäße Prüfungsformate gestalten könnt. Am Ende des Posts findet ihr zudem einen kleinen Flyer mit allen wichtigen Infos für euer Kollegium, die Pinnwand im Lehrerzimmer oder das Studienseminar.

Keynote (Alternative PowerPoint)

Keynote ist die kostenlose Präsentationssoftware von Apple, welcher reibungslos und ohne Internet auf dem iPad läuft. Dies ist insbesondere von Bedeutung, wenn die schulische Infrastruktur noch nicht über ein flächendeckendes Wlan verfügt. Mit der Präsentationssoftware lassen sich neben Präsentationen auch Schaubilder erstellen und Templates bearbeiten. Je nach Kenntnisstand der Schüler*innen ist hierfür eine kurze Einführung nötig, um zu zeigen, wie man mit der Software arbeitet, zeichnet und Bilder einfügen kann.

In der schulischen Praxis war es einmal die Aufgabe, ein Schaubild zur Industrialisierung (Blogpost) zu entwerfen, welches mit Keynote gezeichnet wurde sowie eine Netflix-Serie zur Berliner Mauer (Blogpost) mit Hilfe eines Templates zu entwicklen. Bei beiden Aufgabenstellungen gab es keinerlei Probleme von Seiten der Schülerinnen in der technischen Umsetzung der Aufgabenstellung. Im Gegenteil wurde positiv zurückgemeldet, dass die Arbeit sehr viel Freude bereitet und zeitgemäß ist. Die Schüler*innen erhielten ein Endprodukt, auf welches sie stolz waren und welche ich anschließend mit einem vorher kommunizierten und besprochenen Bewertungsraster benotet habe. Die Freude über das eigene Produkt zeigte sich insbesondere darin, dass die Mädels darauf bestanden, dass ich ihnen alle Produkte zugänglich mache und auf unserer Lernplattform hochlade.

BookCreator

Ein weiteres tolles Tool für das Durchführen von zeitgemäßen Prüfungsformaten ist der BookCreator, welcher sowohl als App sowie als Anwendung im Browser genutzt werden kann. Je nach Bedarf und angestrebte Nutzung reicht die kostenlose Version aus. Ich selbst habe bisher auch nur die kostenfreie Version im Unterricht eingesetzt. Bei der Anwendung können die Schüler*innen kollaborativ oder alleine eBooks erstellen, welche anschließend von ihren Klassenkamerad*innen angeschaut werden können. Die Handhabung und der Umgang mit der Anwendung sind sehr intuitiv und die Schüler*innen erhalten über den Lehreraccount einen eigenen Account, ohne sich direkt bei der Anwendung registrieren zu müssen. Eingesetzt habe ich das Tool insbesondere zur Erarbeitung im Unterricht (Blogpost). Den Schüler*innen hat insbesondere das eigenständig arbeiten und das Umgehen von Lehrläufen im Unterricht gefallen. Die Bewertungskriterien für die eBooks habe ich gemeinsam mit den Schülerinnen im Unterricht erarbeitet, während sie in einer Testphase bereits erste Erfahrungen mit dem Tool gesammelt haben. Somit waren die Bewertungskriterien für alle verständlich und absolut transparent.

Anchor (Alternative GarageBand)

Podcast sind seit einigen Jahren voll im Trend und auch ich höre gerne Podcasts beim Joggen oder auf dem Weg zur Arbeit. Während Björn im Unterricht einen Podcast mit Anchor aufgenommen hat, habe ich mit GarageBand gearbeitet. Gute Erfahrungen haben wir mit beiden Tools gemacht, wobei Anchor etwas intuitiver ist als GarageBand und aus diesem Grund hier im Fokus stehen soll. Anchor als Anwendung wurde direkt für die Aufnahme von Podcasts konzipiert und kann sowohl kostenlos als App als auch im Browser genutzt werden. Mit dem Tool ist es möglich, innerhalb von wenigen Sekunden eine Aufnahme zu starten und diese mit Musik zu untermalen. Hierfür bietet die Anwendung eine große Auswahl an Möglichkeiten zur akustischen Untermalung. Björn hat Anchor im Unterricht zur kreativen Erarbeitung von eher trockenen Theorien (Blogpost) eingesetzt, während bei mir die Erarbeitung primär im Vordergrund stand. In Gruppen haben die einzelnen Schüler*innen ihre Aufnahmen getätigt und anschließend ihre Ergebnisse abgeben, welche im Plenum angehört wurden. Eine Bewertung fand wiederum mit Hilfe der bekannten Rubriken statt, wobei die Schüler*innen hierbei im Voraus eigenen Kriterien festlegen durften, an welche sie sich anschließend auch zu halten hatten. Die Schüler*innen von Björn meldeten bei dieser Methode zurück, dass sie es sehr motivierend fanden, die Definitionen auf diese Weise zu lernen. Zumal sie es auch zurückmeldeten, dass die eigene Formulieren einer Definition dazu geführt hat, dass sie sich wesentlich genauer mit dieser auseinandersetzen mussten. Einige hatten auch noch ein wenig Musik etc. in ihre Produkte eingearbeitet, was ebenfalls positiv angemerkt wurde… und auch ganz gut klang. Bei mir im Unterricht wurde zudem durch die musikalische Untermalung eine Struktur im Podcast geschaffen, um beispielsweise aufzuzeigen, dass nun die Definition eines Fachwortes erfolgt.

Flyer zum Abspeichern

Für die Weitergabe via Mail sind alle QR-Codes auf dem Flyer interaktiv. Das Material wurde mit canva.com erstellt und unterliegt deren Lizenzbestimmungen. Lediglich der Inhalt & Idee stehen unter folgender Lizenz: Lizenz CC BY(-SA) 4.0.

[the monthly dose] Eure liebsten Tools

Apps/Programme, digital, the monthly dose

Heute startet unsere neue Reihe „the monthly dose“ in Kooperation mit FindMyTool. Jeden ersten Sonntag im Monat stellen wir euch eine kleine Dosis an digitalen Tools unter einem bestimmten Motto für euren Unterricht vor. Wir, Björn und ich, zeigen euch im Rahmen dieser Kooperation, wie ihr die Tools in eurem Unterricht einsetzen könnt, während Deborah von FindMyTool euch eine kurze Übersicht mit allen wichtigen Fakten zu den Tools zur Verfügung stellt. Am Ende des Posts findet ihr zudem einen kleinen Flyer mit allen wichtigen Infos für euer Kollegium, die Pinnwand im Lehrerzimmer oder das Studienseminar.

Zu Beginn der Reihe und um den kooperativen Gedanken von FindMyTool aufzugreifen, haben wir auf Twitter nach euren liebsten Tools gefragt. Im folgenden stellen wir euch eure drei Favoriten einmal vor. Viel Spaß dabei!

TaskCards

Während Björn aufgrund seines Abos noch relativ lange an Padlet gefesselt war, arbeite ich quasi seit der Gründung von TaskCards mit der digitalen Pinnwand. Mittlerweile ist sie nicht mehr aus meinem Unterricht wegzudenken. Jede Klasse besitzt eine eigene Pinnwand, auf welchen ich ihnen Material zur Verfügung stellen kann oder sie Ergebnis einer Bearbeitung hochladen, um dieses anschließend zu kommentieren. Aber auch das Erstellen von Zeitstrahlen und MindMaps ist mit der Anwendung möglich. Durch die Synchronisation in Echtzeit werden alle Beiträge sofort auf die Pinnwand projektiert und niemand ist zeitverzögert. Zudem schätze ich es sehr, dass man bei den einzelnen Pinnwänden Spalten ausblenden kann. Somit kann ich den Inhalt für meine Mädels vorbereiten, aber sie können diesen noch nicht sofort einsehen. Auch ist es möglich, einzelne Spalten nur zum Anschauen und nicht zum Bearbeiten zur Verfügung zu stellen. Insbesondere bei Gruppenarbeiten kommen so die Arbeitsanweisungen nicht durcheinander, wenn die Mädels unabsichtlich die Spalten verschieben oder eigene Einträge an falscher Stelle vornehmen.

Mittlerweile plane ich sogar meinen Unterricht (mehr dazu hier) mit TaskCards und empfinde das Tool als eine große Bereicherung für meinen Unterricht. Viele KMZ stellen ihren Lehrkräften mittlerweile auch eine kostenlose Lizenz zur Verfügung und ermöglichen so ein kostenlosen Arbeiten mit der DSGVO-konformen Pinnwand.

LearningApps

LearningApps ist, unter uns gesagt, Björn absolutes Lieblingstool. Ich persönlich nutze in der Regel aufgrund von mebis eher H5P, kann aber die Begeisterung für LearningApps absolut nachvollziehen. Mit dem Tool kann man kleine Mini-Games jeglicher Art erstellen, welche die Antworten der Schüler*innen automatisch kontrollieren. Sei dies das Arbeiten mit Hotspots, Sortieraufgaben oder einem Lückentext. Für jeden Wunsch hat das Tool eine passende Anwendung parat. Es ist sogar möglich, ein digitales Galgenmännchen zu spielen. Neben den zahlreichen Möglichkeiten schätze ich an LearningApps zudem die große Auswahl an bereits vorhandenen Apps von anderen Lehrkräften. Oftmals finden sich hier sogar Aufgaben für einzelne Lateinlektionen zum passenden Buch und Bundesland. Benötige ich einmal schnell eine kleine Übung, Wiederholung oder Auflockerung im Unterricht, greife ich gerne auf die große Sammlung zurück, da man in der Regel immer etwas passendes findet.

Neben dem eigenen Erstellen von Apps als Lehrkraft ist es mit der DSGVO-konformen Anwendung zudem möglich, die eigenen Schüler*innen kleine Mini-Games erstellen zu lassen. Hierfür benötigen diese keinen eigenen Account, sondern können über den kostenlosen Account der Lehrkraft eingeladen werden. Björn hat das Vorgehen im letzten Post (hier) ausführlich erläutert.

Canva

Die Plattform für Grafikdesign ist wohl das Tools, auf welchem manche Lehrkräfte sehr viel Zeit am Tag verbringen könnten. Mich eingeschlossen😅 Mit Canva ist es möglich, Designprodukte jeglicher Art zu erstellen: Egal ob Arbeitsblätter, Präsentationen, Schaubilder etc. Jegliche Art von grafischer Darstellung kann mit Canva bewerkstelligt werden. Für das optische Layout stellt Canva dem Nutzer*in eine schier unendliche Auswahl an Grafiken, Fotos, Symbolen etc. zur Verfügung. Im Unterricht nutze ich die Plattform gerne für Arbeitsblätter, Präsentationen oder das Erstellen von Schaubildern. Letzteres habe ich sowohl schon in Kombination mit meinen Schülerinnen gemacht als auch diese alleine an einem Schaubild arbeiten lassen. Durch den kostenlosen eduAccount der Anwendung ist es möglich, Konten für die eigenen Schüler*innen zu erstellen, sodass diese gemeinsam an einem Projekt arbeiten können.

Zudem ist es möglich, kollaborativ an einem Projekt zu arbeiten oder bereits bestehende Vorlagen für sich selbst zu modifizieren. Björn und ich erstellen in der Regel unsere Präsentationen für Workshops über Canva, da dies der einfachste Weg für uns ist, gemeinsam an einer Präsentation von zwei verschiedenen Orten aus zu arbeiten.

Flyer zum Abspeichern

Für die Weitergabe via Mail sind alle QR-Codes auf dem Flyer interaktiv. Das Material wurde mit canva.com erstellt und unterliegt deren Lizenzbestimmungen. Lediglich der Inhalt & Idee stehen unter folgender Lizenz: Lizenz CC BY(-SA) 4.0.