LateinLex: Digitale Unterstützung für die Übersetzung

digital, Grammatik, Latein

Hallo an alle! Wie ihr merkt, schreibt heute weder Björn noch Katha. Mein Name ist Dennis und ich habe mit Katha zusammen an derselben Uni Latein studiert, ich allerdings dazu Deutsch und nicht wie sie Geschichte. Gerade befinde ich mich im bayerischen Referendariat. Als ich vom Blog erfahren habe, den sie und Björn auf die Beine gestellt haben, war ich begeistert: Ich selbst habe nämlich ziemlich ähnliche Ansichten, was zeitgemäßen, digital gestützten Unterricht angeht. Umso mehr hat es mich deshalb gefreut, als die beiden mich gefragt haben, ob ich einen Gastbeitrag für den Blog schreiben möchte.

Ich stelle euch heute LateinLex vor, das ich schon einige Male selbst im Unterricht bei meiner ehemaligen achten und zehnten Klasse eingesetzt habe, um den Jugendlichen das Übersetzen zu vereinfachen. Aber lasst mich von vorne anfangen!

Was ist LateinLex?

LateinLex ist ein Webtool, das verschiedene Möglichkeiten bietet, um einen lateinischen Text digital aufzubereiten. Diesen kann man dann den Schüler:innen einfach per Kurzlink oder über einen vierstelligen Code zukommen lassen. Von der Vorentlastung im Unterricht bis hin zur Übersetzungshilfe bei der Hausaufgabe sind die didaktischen Möglichkeiten mit LateinLex vielfältig. Schön ist dabei, dass es nicht nur einen breiten Fundus an bereits digitalisieren Texten gibt, die sich aus der Perseus-Datenbank speisen. Nein, auch der Cornelsen Verlag arbeitet eng mit dem Webtool zusammen, sodass alle Texte der Adeamus-Bücher sowie die Texte des ersten Legamus! Plus-Bands digitalisiert vorliegen. In den Büchern wird sogar mit einem Code auf die entsprechenden LateinLex-Angebote verwiesen.

Daneben gibt es auch eine Wörterbuchfunktion, ein Tabellarium und verschiedene Vokabularien aus den genannten Lehrwerken, aber auch aus bekannten Wortkunden.

Die Erstellung von Arbeits- und Textblättern

Was ich euch heute etwas umfangreicher vorstellen möchte, ist die eigene Erstellung von digitalen Texten, die auch als analoges Arbeitsblatt exportiert werden können. Hierfür habe ich ein Textblatt aktualisiert, das ich tatsächlich für eine 10. Klasse erstellt habe.

Erstellt man ein neues Arbeitsblatt, gibt man verschiedene Metadaten wie Titel oder Kurztitel ein. Allerdings bietet LateinLex auch die Möglichkeit, die digitale Version des Blatts mit einem Passwort zu sichern. Zudem kann man ein Datum einstellen, ab dem die Musterlösung für Schüler*innen einsehbar ist, was besonders nützlich dafür ist, wenn man sie eigenständig übersetzen lassen möchte. Dass eine Musterlösung angezeigt wird, ist im Übrigen optional – bei der Erstellung des Arbeitsblatts können verschiedene Einstellungen und Vorlagen gewählt werden, je nach der persönlichen Präferenz der Lehrkraft.

Anschließend befindet man sich im Editor, der mich beim ersten Mal zugegeben ziemlich überfordert hat, als ich LateinLex ausprobiert habe.

Nach kurzem Herumspielen und Ausprobieren haben sich mir seine Funktionen aber recht schnell erschlossen. LateinLex funktioniert nach einem Baukastenprinzip: Man kann verschiedene Blöcke erstellen und sie für die eigenen Zwecke einsetzen:

Der wohl wichtigste Baustein dient der Ausweisung von lateinischen Texten. Diese können mit Hinweisen und einer Musterübersetzung versehen werden. Zudem gibt es ein Eingabefeld für die Übersetzung von Schüler*innen. Leider werden die Eingaben nicht gespeichert und können der Lehrkraft damit auf digitalem Wege zugeschickt werden: Vielmehr muss man dann das Arbeitsblatt theoretisch ausdrucken. Das liegt daran, dass LateinLex aus DSGVO-Gründen die Daten der Schüler*innen-Arbeitsblätter nicht auf einem Server, sondern lokal auf den eigenen Geräten der Jugendlichen speichert.

Der große Vorteil des Text-Bauststeins ist, dass nahezu jedes Wort per Klick nachgeschlagen werden kann. Die Lehrkraft kann dabei einzelne Wörter als „nicht nachschlagbar“ markieren, etwa solche, die zum Grund- oder Lernwortschatz gehören. Wenn man möchte, ist es außerdem möglich, griechische Wörter einzugeben.

Besonders interessant sind die vielfältigen Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung: Mit etwas Übung kann man die Texte in bis zu drei Versionen editieren, um schwächeren Lernenden Hilfestellungen zu geben. Zudem gibt es seit Kurzem die Möglichkeit, Schüler*innen Schritt für Schritt durch eine Übersetzung zu führen, indem man die einzelnen Satzglieder und -bestandteile erst nach und nach aufdeckt.

Eine weiterer Baustein ist die sogenannte „Vokabelchallenge“. Wörter, die in dieser vorkommen, können erst dann nachgeschlagen werden, wenn die Schüler*innen diese im Rahmen der „Challenge“ wiederholt haben. Dies ist im Grunde eine klassische Kartenabfrage, bei der die Jugendlichen eigenständig einschätzen müssen, ob sie die Bedeutung der Wörter wissen. Leider gibt es keine Möglichkeit, auf LateinLex darüber hinaus zu überprüfen, ob das Vokabular sitzt: Spitzfindige Lernende können theoretisch auch einfach jedes Wort als „gewusst“ abhaken und das Nachschlagen im Text so „freischalten“.

In den Editor ist es möglich, Tabellen mit grammatikalischen Reihen einzufügen. So können z. B. Stammformen eingeführt oder wiederholt werden, aber auch ganze Deklinationen und Tempusreihen. Schade ist hier wiederum, dass die Schüler*innen die Formen auf dem digitalen Arbeitsblatt nicht selbst eintragen, sondern sie mit einem einfachen Klick aufdecken können. (Auf dem analogen Blatt kann die Tabelle leer abgedruckt werden.)

Zuletzt herausheben möchte ich die Möglichkeit, interaktive Übungen einzubinden, die man als Lehrkraft frei für die eigenen Zwecke anpassen kann. LateinLex bietet dabei eigene, ganz basale Übungen an, z. B. Memory, Multiple-Choice-Fragen oder freie Textfelder. Zudem lassen sich seit neuestem auch H5P-Übungen einbinden.

Fazit

LateinLex ist ein digitales Tool, das den Lateinunterricht stark bereichern kann. Den wohl größten Nutzen bringen natürlich die vielfältigen Möglichkeit der Texterschließung und Übersetzung. Die Klassen, mit denen ich LateinLex (Bsp. hier) bisher ausprobiert habe, waren begeistert, insbesondere natürlich von der Möglichkeit, fast jedes Wort nachschlagen zu können. Und tatsächlich funktionierte die Übersetzung dadurch nicht nur schneller, sondern wurde insgesamt auch motivierter angefertigt. Durch die Möglichkeit, digitale Übungen direkt in die Arbeits- und Textblätter einzubinden, kann dieser Effekt noch verstärkt werden.

Nach einer kurzen Einarbeitung ist das Tool auch wirklich einfach zu handhaben. Wer Hilfe braucht, findet auf LateinLex diverse Tutorials und Lernvideos. Dadurch, dass jedes Arbeitsblatt auch analog als PDF oder sogar als Word-Datei exportiert werden kann, bieten sich die aufbereiteten Texte auch einfach als eine optisch schönere, analoge Version für den Unterricht an. Wenn ihr noch mehr über LateinLex wissen wollt, könnt ihr unter folgendem Link eine interaktive Präsentation finden:

Leider stört mich selbst an LateinLex, dass die Eingaben der Schüler*innen nicht direkt über das Tool an die Lehrkraft weitergeschickt werden – weder bei der Übersetzung noch bei Grammatikreihen. Damit man die Lösungen der Schüler*innen überprüfen kann, müssen diese ihr digitales Arbeitsblatt als PDF- oder Word-Datei exportieren, in der ihre Eingaben gespeichert sind, und diese Datei dann wiederum an die Lehrkraft schicken. Theoretisch kann man das allerdings mit H5P-Anwendungen (z. B. „Essay“) umgehen, was die Vorbereitung allerdings etwas komplizierter und zeitaufwendiger macht.

Neben LateinLex gibt es übrigens noch ein anderes, recht ähnliches Tool: Hermeneus. Um dieses wird es bei meinem nächsten Gastbeitrag gehen. Abschließend noch einmal ein großes Danke an Katha und Björn für die Möglichkeit, dass ich diesen hier schreiben durfte! 😊

Passt auf euch auf!

Dennis

[Selbstlernkurs] Lernlandkarte „Erste Schritte mit dem iPad“

digital

Vor den großen Ferien fand an meiner Schule der Aktionstag der SMV statt. An diesem Tag in der letzten Schulwoche wurden diverse 45minütige Workshops sowohl von Schüler*innen als auch Lehrkräften angeboten, in welche man sich vorab eintragen konnte. Quasi ein Mini-Barcamp, aber mit festen Slots. Mein Beitrag war ein iPad-Kurs, welcher als betreuter Selbstlernkurs konzipiert war und den Schülerinnen die wichtigsten Funktionen des Gerätes darbringen sollte. Da war selbst keine iPad-Klassen haben, tun sich die Mädels manchmal noch schwer mit dem Gebrauch von iPads im Unterricht. Somit sollte der Kurs sie hier unterstützen und ihnen zudem Materialien zum später Nachschlagen an die Hand geben. Aus diesem Grund wurden die Videos auch mit den iPads unserer Schule aufgenommen.

Am eigentlichen Aktionstag lag ich leider mit einer Grippe flach und konnte den Workshop nicht wie geplant durchführen. Auf Social Media haben mich allerdings diverse Zuschriften erreicht, ob ich den Kurs dennoch teilen möchte, da an anderen Schule ähnliche Formate geplant seien. Der Kurs werde ich nun statt beim Aktionstag in der ersten Schulwoche mit meinen 8-10.Klassen durchführen. Bei den Jüngeren eventuell später im Schuljahr.

Aufbau

Der Selbstlernkurs ist als Kurs in mebis mit dem PlugIn „Lernlandkarte“ (rechts) konzipiert worden und legt somit die Reihenfolge der zu bearbeiteten Station von Beginn an fest. Dies war beabsichtigt, denn es ist sinnvoll, zuerst die Steuerung zu erlernen, bevor es an die Tools geht.

Im ersten Kapitel wurde der Aufbau und die Durchführung der Lernlandkarte erläutert. Zudem wurden die Ziele des Kurses definiert.

Apps und ihre Funktionen

Im ersten Kapitel des Selbstlernkurses ging es dann los mit einer Einführung zu den wichtigsten Apps und ihren Funktionen. Hierbei sollten die Mädels das iPad spielerische entdecken und anschließend ein Memory lösen. Eingeführt wurde das Kapitel mit einem kurzen Clip zu den Lernzielen sowie der Aufgabenstellung. Anschließend durften die Schülerinnen auf Entdeckungstour gehen und sich anschließend selbst testen.

ShortCuts & Hacks

Das zweite Kapitel beinhaltet neben den wichtigsten Funktionen des iPads auch zwei Praxisübungen, um das Gelernte gleich anzuwenden. Hierbei lagen die Schwerpunkte auf dem Erlernen des Kontrollzentrums, dem Teilen des Bildschirms sowie dem Erstellen eines Screenshots. Zudem habe ich nochmals einen extra Clip für die iPads der neueren Generation gedreht, welche einige Updates und Besonderheiten haben. Bei einigen Videos habe ich mit der Schule als Beispiel gearbeitet. Aus diesem Grund möchte ich diese hier nicht teilen.

Im Anschluss an die theoretischen Impulse gab es noch zwei praktische Übungen in Form von Abgaben, bei welchen die Mädels ihr gelerntes Wissen gleich einsetzen sollten.

Praxisübung „Animieren mit Keynotes“

Die letzte Übung war eine reine Anwendung der bisher gelernten Funktionen sowie die Produktion eines praktischen Lernprodukts als Abschluss der Einheit. Hierbei ging es darum nach einer kurzen Anleitung ein Objekt in Keynote zu animieren und anschließend in iMovie Ton und Titel hinzuzufügen. Auch hier habe ich wieder mit schulischen Elementen gearbeitet, sodass ich das Video nicht zur Verfügung stellen kann.

TeachShare-Kurs

Der Kurs wurde für Mebis freigegeben und ein Download für andere Bundesländer ist in Vorbereitung.

Dateien

Die Dateien können per Mail angefragt werden. Die Abgaben müsstet ihr euch bei Bedarf selbst basteln, da ich diese nicht als H5P gebaut habe. Die Dateien unterliegen der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

Greenscreen: In drei Schritten zum fertigen Video

Apps/Programme

Für das Pädagogik-Seminar einer Freundin durften Björn und ich das Twitterlehrerzimmer vorstellen. Um Grafiken möglichst schön einzubinden, haben wir mit dem iPad und der kostenlosen Greenscreen-Funktion von iMovie gearbeitet. Im Unterricht nutzen meine Mädels beispielsweise diese Technologie, um historische Settings oder Fernsehsendungen authentisch nachzustellen.

Die Vorbereitung

Im Zentrum des Ergebnisses steht die Person und dessen Botschaft, welche durch den eingefügten Hintergrund unterstrichen werden soll. Um den Effekt möglichst authentisch bewerkstelligen zu können sind verschiedene Faktoren zu beachten. Das schönste Ergebnis erzielt man sicherlich mit einem Greenscreen, welcher in verschiedenen Preiskategorien angeboten wird. In der Schule haben wir tatsächlich einen, privat nicht. Als Alternative bietet sich eine grüne oder weiße Wand ohne merkliche Sonneneinstrahlung an. Mit der grünen Wand wird das Ergebnis authentischer als mit der weißen Wand, aber dennoch kann es sich sehen lassen.

1. Die Aufnahme

Zu Beginn des Entstehungsprozesses steht die Aufnahme des Videos. Diese habe ich vor einer grünen Wand eingesprochen. Je nach Hintergrund müsst ihr euch an dieser Stelle bereits überlegen, wie ihr euch für die Aufnahme platziert. In meinem Fall sollte auf der linken Seite des Logo des Blogs später eingefügt werden.

2. Erstellen des Hintergrunds

Nach dem Fertigstellen der Aufnahme habe ich unter „Fotos“ auf meinem iPad die Länge der jeweiligen Clips eingesehen und diese anschließend an meinen gewünschten Hintergrund angepasst.

So erspart man sich in iMovie unnötiges Schneiden und kann den Clip sofort passend auf den gewünschten Hintergrund – hier erstellt mit Canva – legen. Nach dem Einstellen der einzelnen Szenen lädt man das Produkt nun als Video auf das iPad.

3. Zusammenführen von Video und Hintergrund

Im nächsten Schritt beginnt die eigentliche Arbeit mit iMovie. In einem neuen Film fügt man zuerst den gewünschten Hintergrund ein. Hierfür wählt man diesen auf der rechten Seite unter „Medien“ an, tippt auf diesen und fügt ihn mit dem Plus-Symbol hinzu.

Im nächsten Schritt wird nun das Video mit dem Sprecher*in eingefügt. Man geht ebenso wie beim Hintergrund vor, aber klickt nun nicht auf das „Plus“, sondern die drei Punkte. Nun erscheint ein neues Feld, bei welchem nun „Green-/Bluescreen“ ausgewählt wird.

Das Video erscheint nun unten in der Leiste sowie auf dem Vorschaubild. Mit Doppelklick auf das Vorschaubild wird nun der Hintergrund entfernt und kann mit dem Werkzeug noch angepasst werden. Ich habe beispielsweise den Ausschnitt mit mir etwas kleiner gestellt, um die Steckdosen am linken Rand zu verdecken.

Der grüne Hintergrund wurde nun mit iMovie vollständig entfernt und durch meine weiße Vorlage ersetzt.

4. Fertigstellen

Nachdem das Video nun bearbeitet und fertiggestellt wurde, kann es gespeichert und anschließend exportiert werden.