Jugendsprache im Lateinunterricht

Latein, latine loqui

„Digga“, „saftig“, „Fühl ich“… die Liste an gebräuchlichen Jugendsprachwörtern ist relativ lang. Immer wieder kommen aus verschiedenen Quellen neue Wörter hinzu, welche vor allem Jugendliche gerne nutzen und somit ihre ganz eigene Sprache verwenden. Jugendsprache als Phänomen ist spätestens seit 2008 auch anerkannt, als man das erst mal das „Jugendwort des Jahres“ kürte: Es war „Gammelfleisch-Party“, eine scherzhaft-freche Bezeichnung für eine Ü30-Party. Jugendsprache und ihre Begriffe sind also durchaus relevante Begriffe, deren genauere Betrachtung sich gerade in den modernen Sprachen anbietet, da viele in ihrer Systematik doch auf Englisch oder bei uns eben auf Deutsch zurückgreifen oder sogar Mischformen (fly sein, wyld) darstellen.

Da das Verwenden der Jugendsprache jedoch kein Privileg für die modernen Sprachen sein sollte, habe ich mir überlegt, wie man das ganze in den Lateinunterricht bringen könnte. Entstanden ist dabei ein Arbeitsblatt, bei welchem die SchülerInnen für Begriffe der heutigen Jugendsprache passende lateinische Begriffe finden sollen. Was bei einigen Begriffe relativ einfach scheint, wird bei Begriffen wie „YOLO“ schon schwieriger. In einer zweiten Aufgabe können die SchülerInnen dann noch selbst überlegen, welche Begriffe fehlen und für diese eigene lateinische Übersetzungen finden.

Insgesamt hat die Arbeit mit dem AB den SchülerInnen nicht nur sehr viel Spass gemacht, sondern auch dafür gesorgt, dass ich auf dem Schulhof einige „Pingua“ oder „Itaaaaa“ gehört habe. Auch war es interessant, eine generelle Diskussion zum Thema „Sinn“ von Jugendsprache zu führen. Wenn ihr also eine kleine Aufgabe zum Schulstart oder zum restlichen Füllen einer Stunde braucht, bietet sich das kleine AB sehr gut an.

Üben und Wiederholen: deck.toys im Lateinunterricht

Apps/Programme, deck.toys, digital, Gamification, Latein, Methode

Kaum ein Unterrichtsfach wie Latein hat das große Problem, dass SchülerInnen gerne schnell vergessen, was man vor einer Woche gemacht hat. So schnell wie ein Abl.Abs. in den Kopf kommt, ist er bei den meisten auch schon wieder draußen. Gerade für Latein ist das natürlich schwierig, weil viele Elemente in gewisser Weise aufeinander aufbauen: Wer z.B. den Infinitiv nicht beherrscht, kann auch den AcI nicht beherrschen. Daher ist es wichtig, regelmäßig zentrale Elemente zu wiederholen, um diese halbwegs greifbar für neue grammatische Phänomene zu haben.

In meiner neunten Klasse stand ich vor der Situation, konjunktivische Nebensätze einzuführen. Ein zentrales Element hier sind die Zeitverhältnisse, welche durch die jeweiligen Konjunktiv-Formen angegeben werden. Diese Formen zeigen einem also an, ob es heißt „Julia sieht, dass das Haus brennt.“ oder „Julia sieht, dass das Haus gebrannt hat.“. Vorzeitigkeit und Gleichzeitigkeit (Nachzeitigkeit war hier in Nebensätzen noch nicht bekannt) sind zentrale Elemente des Lateinunterrichts und sollten hier bereits durch die bestehenden Infintivie bekannt sein. Doch weil ich bereits zuvor merkte, dass es da aktuell größere Mängel gab, wollte ich vor dem Einführen der neuen Grammatik noch einmal die Themen „Vorzeitigkeit und Gleichzeitigkeit“ inklusive der Infinitive wiederholen. Bei der Überlegung, wie mir dies nachvollziehbar, effektiv aber auch ein wenig spielerisch gelingen könnte, kam ich zu einem meiner Lieblingstools: deck.toys. Damit erstellte ich also ein Lernabenteuer zu den genannten Themen, welches ich euch gerne vorstellen möchte und welches ihr auch sofort selbst nutzen könnt.

Wenn ihr das Programm noch nicht kennt oder euer Wissen ein wenig auffrischen wollt, findet ihr hier nochmal einen ausführlichen Artikel zum Thema auf dem Blog.

Das deck.toys

Zu Übersicht hier einmal der grobe Aufbau meines deck.toys. Im Prinzip ist es ein linearer Pfad mit 4 Zwischenstationen. Daneben gibt es noch 3 weitere Bonuslevel, welche für den Pfad selbst nicht wichtig sind, aber den Zugang zu einem „geheimen“ Ende ermöglichen. Die Bonuslevel sind daher optional und eher als eine Art Differenzierung zu sehen. Insgesamt sieht die Oberfläche so aus:

Dabei bestehen die einzelnen Aufgaben auch genau aus dem, was darauf steht. Bei dem Infinitiv-Level geht es um… das Üben und Wiederholen von Infinitiven. Bei Übersetzungen sollen passende Übersetzungen einander zugeordnet werden und die beiden gleichzeitig/vorzeitig Übungen sollen einmal auf Deutsch und einmal auf Latein jeweils einem Bereich zugeordnet werden. Die jeweiligen Bonuslevel greifen das „angeschlossene“ Thema dann vertieft auf.

Wie gesagt gibt es hier in diesem deck.toys ein geheimes Ende, welches die SchülerInnen nur lösen können, wenn sie die drei Bonuslevel schaffen. In diesem Geheimlevel erhalten sie einen geheimen Code (optimus magister), welches sie mir nach der Stunde sagen sollten. Als Belohnung dafür gab es eine kleine Süßigkeit.

Insgesamt hat es den SchülerInnen sehr viel Spass gemacht, mit diesem deck.toys dieses Thema zu wiederholen. Selbst diejenigen, welche im Unterricht eher ruhig waren, waren hier sehr fokussiert, um möglichst viele Punkte zu erzielen. Sehr schön zu sehen war auch, dass sich einige ein wenig aufgeregt haben, wenn sie bei einem Spiel erstmal nicht weitergekommen sind. Wer kennt solche Situationen nicht vom eigenen Spielen? Insofern war das Feedback am Ende relativ positiv und beim Einführen des neuen Themas wrid sich zeigen, wie hilfreich der Einsatz von deck.toys dann wirklich war. Oder ob es wieder wie so oft im Unterricht heißt: „Haben wir das jemals gehabt?“ – „Ja, vor einer Woche.“. Ich hoffe es nicht. 😄

Das deck.toys könnt ihr unter dem folgenden Link (hier) oder QR-Code spielen und im eigenen Unterricht nutzen:

Tutorial zum Erstellen

Kurzwiederholung Aktiv – Passiv im Lateinunterricht

Latein, Wiederholung

Als ich in meiner neunten Klassen zuletzt meine Lateinarbeit geschrieben habe, gab es viele neue Themen: Nebensätze mit cum, die U-Deklination oder den nominalen Abl. Abs. Beim Korrigieren war ich dann ein wenig erstaunt, dass all diese Themen zwar gewisse Probleme bereiteten, aber längst nicht so viel, wie ich „befürchtet“ hatte. Stattdessen zeigte sich, dass ein anderes Thema viel größere Lücken bereitet hatte: Das Aktiv und das Passiv. In der Arbeit wurde munter vertauscht, ob denn nun die Römer siegten oder besiegt wurden. Oder ob Augustus schrie oder angeschrien wurde. Da mit dem Vertauschen von Aktiv und Passiv auch der Sinn maßgeblich beeinflusst wird, dachte ich mir, dass ich zumindest eine kurze Wiederholung zu diesem Thema machen wollte, um den SchülerInnen die Bedeutung von Aktiv und Passiv (nicht nur für Latein) aufzuzeigen. Hierzu habe ich eine kleine Übung erstellt, welche wir 5 Minuten als Einstieg bearbeitet haben und bei den SchülerInnen auch einen „Aha!“-Effekt bewirkt hat. Weil das ganze so erfolgreich, wollte ich diese kleine Vorlage gerne mit euch teilen.

Grundlage der Übung sind 4 kurze Sätze, die eigentlich auch relativ schnell übersetzt werden können. Dabei liegt der Fokus darauf, dass sich je 2 Sätze grundlegend ähneln, sich aber eben im Aktiv und Passiv des Prädikats unterscheiden. Und je nach Übersetzung ergibt sich auch eine ganz andere Bedeutung: So bereitet in Satz 1 Marcus das Essen zu, während er in Satz 2 selbst als Essen zubereitet wird. In Satz 3 isst er dann selbst, während er in Satz 4… gegessen wird. Durch diese sehr plakativen Beispiele wurde den SchülerInnen deutlich, warum es wichtig ist, zwischen Aktiv und Passiv zu unterscheiden. Einige hatten auch schon vor der gemeinsamen Übersetzung angefangen zu kichern, weil sie verstanden hatten, worauf ich hinaus wollte. Insofern wollte ich diesen gut funktionierenden Einstieg einmal mit euch teilen, falls ihr auch das Problem habt, dass eure SchülerInnen Probleme mit Aktiv und Passiv haben.

Material

Touchdown in Rom? – Eine Super Bowl-Übung für den Lateinunterricht

Arbeitsblätter, Grammatik, Latein, Methode

Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit: Der 56. Super Bowl findet in Inglewood, Kalifornien statt. Wenn am 13.02. die Cincinnati Bengals im Finale der amerikanischen Football-Liga auf die Los Angeles Rams treffen, werden über eine Milliarde Menschen weltweit dieses Spektakel verfolgen. Auch in Deutschland findet der Sport immer mehr AnhängerInnen, weshalb es nicht verwunderlich ist, wenn man auch in den Schulen immer mal wieder Kleidung mit NFL-Logo oder einzelnen Teams sieht. Auch in meiner neuten Klasse sind einige Football-Fans: Als ich vor den Weihnachtsferien eine selbsterstellte Übung mit Bezug zu Weihnachten gemacht habe, kam von einigen die Anmerkung, ob ich nicht auch mal ein Arbeitsblatt zu anderen Themen wie z.B. der NFL machen könnte. Da ich selbst nicht der größte Football-Experte bin, habe ich die Anfrage erstmal mit einem kurzen Lächeln abgelehnt, aber dann überlegt, wie man das ganze dann doch umsetzen könnte. Nachdem ich mit ein paar FreundInnen, die sich mit dem Thema wesentlich besser auskannten, Rücksprache gehalten hatte, erstellte ich schließlich ein kleines Übungsblatt für den Lateinunterricht: In diesem finden sich drei kleine Übungen, die Aufgaben aus den Bereichen Wortschatz, Grammatik und Übersetzung beinhalten.

Aufbau der Übung

Als erste Aufgabe auf dem AB findet sich eine kleine Zuordnungsaufgabe: Hier sollen Fachbegriffe aus dem American Football mit lateinischen Vokabeln verbunden werden. Gleichzeitig soll auch erklärt werden, inwiefern diese Begriffe zusammenhängen: Audible -> audire: ein Audible ist eine Ansage, welche gehört wird. Daher der Bezug zu audire: hören. Durch die kurzen Erklärungen der jeweiligen Begriffe ist es auch nicht-Football Fans möglich, diese Aufgaben zu bearbeiten.

In der zweiten Aufgabe werden noch einmal die O- und U-Deklination wiederholt. Hierbei sollen „Field Goals“ erzielt werden: Die Bälle mit den jeweiligen Deklinationen müssen in das richtige Tor geschossen werden. Hier habe ich mich für die O- und U-Deklination entschieden, da die Unterscheidung dieser den SchülerInnen am meisten Probleme bereitet.

Die dritte Aufgabe schließt die Übung dann ab und lässt die SchülerInnen drei kurze Sätze zum Quarterback übersetzen. Um den Sinn des Spiels zu treffen, mussten einige Vokabeln hier von der Bedeutung etwas „angepasst“ werden, aber mit diesen Hilfsmitteln ist es möglich, auch ohne Vorwissen die folgenden Sätze gut zu übersetzen. Der Quattorposticus stammt eher aus dem Neulatein, aber wer weiß schon, ob nicht auch schon Cicero oder Tacitus große Football-Fans waren? 😃

Wenn ihr diese Übung auch einmal in eurem Latein-Unterricht nutzen wollt, könnt ihr sie unter dem folgenden Link herunterladen. Ich wünsche euch und euren Klassen viel Spass dabei und freue mich gerne über Feedback und Rückmeldungen. 🙂🏈

Material

Anmerkung: Einen großen Teil der Informationen bezüglich Football habe ich aus dem NFL-Lexikon von http://www.ran.de. Wer sich also noch mehr über Football informieren möchte, sollte dort einmal vorbeischauen.

Deklinieren und Konjugieren mit der Liniennetz-Methode

Grammatik, Latein, Methodik, Wiederholung

Als ich im August vom Land ins Umland von Hannover gezogen bin, war eine der größeren Neuerungen für mich, dass ich nun nicht nur mit Auto oder Fahrrad, sondern auch mit der Straßenbahn zur Arbeit fahren konnte. Bisher hatte ich noch in keiner Stadt gelebt, die ein solches System gehabt hat, weshalb ich es ganz faszinierend fand, dies als normales System hier nutzen zu können. Auch die SchülerInnen in Hannover nutzen dieses System, um damit zur Schule zu fahren, weshalb ich auch schonmal einige Schüler auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn getroffen habe. In einem Gespräch mit einem Schüler aus meinem Lateinkurs meinte ich mal aus Spass, dass es ganz schön kompliziert sei, sich hier zurecht zu finden (tatsächlich muss ich zweimal umsteigen), woraufhin er nur meinte, dass es doch wesentlich leichter als Latein sei. In diesem Moment kam mir der Gedanke, ob man nicht beides irgendwie verknäpfen könnte: Das den SchülerInnen vertraute Fahren mit der Straßenbahn, womit auch immer das Finden der „besten“ Route gemeint ist, und der Lateinunterricht. Schnell kam mir die Idee, dass es bereits Übungen gibt, in welcher „Konjugations- oder Deklinationsketten“ gebildet werden müssen. Wäre es nicht praktisch, genau dieses Prinzip auf ein Straßenbahnnetz zu übertragen? Mit diesem Hintergrundgedanken machte ich mich an die Arbeit und entwarf die folgende Übung. Das Netz wurde hierbei mit dem kostenlosen Tool Metro Map Maker erstellt.

Ablauf

Diese Übung ist so aufgebaut, dass es quasi zwei Straßenbahnnetze gibt. Eine für Substantiv-City, eine für Verb-Stadt. Beide Städte haben ein Netz aus verschiedenen Linien, die einige Knotenbahnhöfe haben. Jeder Bahnhof entspricht dabei einer bestimmten Form, die gebildet werden soll. Dabei wird immer ein Startbahnhof ausgewählt, wo der Zug losfährt. Der Zug stellt hierbei die Vokabel dar, welche dekliniert bzw. konjugiert werden soll. Die Lehrkraft kann die Vokabel dabei in das auf dem Zug vorgefertigte Feld schreiben. Wie im bebilderten Beispiel wäre „puer“ hier die Vokabel, die bei Start am „Nom. Sgl.“ Bahnhof (ganz links) dementsprechend auch nicht abgeändert werden muss. Erst, wenn der Zug weiterfährt, passt sich die Vokabel der jeweils nächsten Station an. Fährt der Zug z.B. nach Osten zum „Gen. Sgl.“ Bahnhof, dann muss auch „puer“ entsprechend dekliniert werden („pueri“). Fährt er von dort weiter nach Osten, muss „pueri“ in den Gen. Pl. umgewandelt werden („puerorum“), fährt er jedoch weiter nach Süden, dann wird aus „pueri“ ein „puerum“, denn hier ist ein „Akk. Sgl.“ Bahnhof.

Ein Beispiel aus dem Unterricht: So sieht die praktische Anwendung dieser Übung aus. Der Zug selbst steht am Ausgangsbahnhof und fährt von dort die Stationen auf dem Weg zum Ziel ab.

Sinn dieses Netzes ist es jetzt, dass man den SchülerInnen einen Start- und Endbahnhof gibt. Die Aufgabe der SchülerInnen ist es hierbei, den Zug von Punkt A nach Punkt B fahren zu lassen, wobei sie die entsprechenden Formen der jeweiligen Vokabel bilden müssen. Die Besonderheit hierbei ist, dass sie sich dabei ihren Weg selbst wählen können. Es gibt keine feste Vorgabe, auf welchem Weg man zum Ziel kommen kann. Hier können die SchülerInnen je nach eigener Stärke schauen, welche Formen sie besser bilden können. Wenn sie an einer Form nicht weiterkommen, können sie selber schauen, ob es nicht noch einen anderen Weg zum Ziel gibt. Auch können so unterschiedliche Wege erstellt und verglichen werden, was die SchülerInnen zusätzlich motiviert (Habt ihr noch weitere Lösungswege gefunden?). Die Aufgabenstellung kann hierbei so aussehen, dass die Lehrkraft den SchülerInnen Start- und Zielbahnhöfe sowie die passende Vokabel vorgibt. Leistungsstarke SchülerInnen können binnendifferenziert die Aufgabe bekommen, sich nach Beendigung der von der Lehrkraft gestellten Aufgaben selbst eigene kurze Aufgaben auszudenken und sich gegenseitig zu stellen.

Neben den eigentlichen Zügen gibt es auch noch Waggons, welche an den Zug angehangen werden können. Diese haben je nach Art der Vokabel unterschiedliche Bedeutungen: Bei Substantiv-Zügen können Adjektiv-Waggons angehangen werden. Hier müssen diese dann als zusätzliche Herausforderung ebenfalls mitdekliniert werden. Fährt „felix puer“ wie im Beispiel oben wieder nach Osten zum „Gen. Sgl.“ Bahnhof, dann wird aus ihm „felicis pueri“. Fährt er jedoch in den Süden zum „Nom. Pl.“ Bahnhof, dann wird er zu „felices pueri“ etc. Bei den Verb-Zügen können diese Waggons als weitere Kriterien dienen, welche in dem normalen Straßenbahnnetz nicht gegeben sind: So kann der Modus (Ind. / Konj.) oder das Genus Verbi (Aktiv / Passiv) als Waggon angehangen werden. In Verb-Stadt besteht zudem die Besonderheit, dass nicht immer alle Bahnhöfe angefahren werden können. Fährt ein Zug mit einem „Konjunktiv“-Waggon, kann er z.B. nicht in einen „Futur“-Bahnhof einfahren, da es kein „Konjunktiv Futur“ gibt. Somit lernen die SchülerInnen hier gleich einige Besonderheiten der lateinischen Sprache kennen.

Feedback der SchülerInnen

Waren meine SchülerInnen anfangs noch etwas skeptisch, hat sich die Straßenbahn-Übung mittlerweile zu einer ritualisierten Übungsform in meinem Unterricht entwickelt. Die SchülerInnen wissen genau, wie der Ablauf funktioniert und fangen schnell an, selbstständig ihre Routen zu planen. Weiterhin fangen auch die leistungsstärkeren SchülerInnen selbstständig an, sich mit anderen zusammenzusetzen und sich gegenseitig eigene Aufgaben zu erstellen. Durch immer neue Vokabeln sowie Adjektiv- und Kriterien-Waggons erhält die Übung auch immer neue Anreize, sodass man nicht nur alte Sachen wiederholt.

Aufbau

Die beiden Straßenbahnnetze sind als Bild-Datei auf meinem Laptop gespeichert und werden einfach geöffnet und via Bildschirmübertragung auf das Smartboard projiziert. Die Züge (und ggf. die Waggons) sind nach Vorlage laminiert und ausgeschnitten. Sie werden durch einen Magneten auf der Rückseite festgehalten und können so schnell von Station zu Station verschoben werden. Die SchülerInnen brauchen selbst kein Material, da die projizierte Fläche alle notwendigen Informationen erhält. Auch bei den eigenen Aufgaben reichen die Informationen vom Smartboard.

Material

Das gesammelte Material findet ihr hier:

Kreative Aufgabenstellungen bei der Interpretation

Computerspiel, digital, Latein, Methode, Methodik

Da sich das Schuljahr dem Ende zuneigt und die Ferien vor der Tür stehen, stellt sich oftmals die Frage: Was genau machen wir jetzt noch? Denn in den meisten Fächern wurden die meisten Arbeiten schon geschrieben, sodass es sich anbietet, ein wenig mehr kreative Freiarbeit zu machen. Dasselbe galt bei mir auch für den Lateinunterricht: Hier hatten wir noch einen Rest vom Lektionstext zu übersetzen, was ich aber nicht nach dem typischen „Na dann übersetzt mal…“-Muster machen wollte. Beim Planen habe ich überlegt, wie ich das ganze etwas kreativer gestaltet könnte: Eventuell den übersetzten Text in einem Zeitungsartikel zusammenfassen? Oder doch mal einen Comic zeichnen? Einige Schüler*Innen hatten gefragt, ob wir mal was mit Minecraft machen würden… eventuell könnten sie die Szene in Minecraft nachspielen? All diese Ideen schwirrten in meinem Kopf herum, allerdings konnte ich mich nicht wirklich entscheiden. Getreu dem Motto habe ich dann aus der Not eine Tugend gemacht… und einfach alle Möglichkeiten zur Verfügung gestellt. Inklusive des Hinweises, bei einer eigenen Idee kurz Rücksprache mit mir zu halten, um diese ggf. dann auch umsetzen zu können. So könnten die Schüler*Innen je nach eigenen Interessen „ihre“ Form der kreativen Textinterpretation aussuchen. Insgesamt sah der Arbeitsauftrag an sich dann so aus:

Gesagt, getan machten sich die Schüler*Innen in ihren Gruppen ans Werk und begannen, den Text individuell zu interpretieren. Kurz zur Info: In dem Textabschnitt geht es darum, dass ein römischer Offizier nach der Eroberung von Syrakus den berühmten Erfinder Archimedes gefangennehmen soll. Dieser ist jedoch vollkommen fokussiert auf seine geometrischen Formen und nimmt den Offizier gar nicht war. Als er diesen kurz daraufhin anbrüllt, erschlägt ihn der Offizier. Das ist soweit die grobe Hintergrundgeschichte, die die Schüler*innen umsetzen durften. Über drei Stunden hinweg arbeiteten sie dann konzentriert an ihren Produkten und insgesamt entstanden dabei folgende Ergebnisse:


2x Zeitungsartikel, 1x Nacherzählung, 1x Comic, 1x Theaterplakat, 2x Minecraft-Videos, 1x animiertes Video und ein Drehbuch.

Ein paar der Ergebnisse möchte ich euch dabei nicht vorenthalten, um euch einmal einen Einblick zu geben, wie gut diese Arbeit funktioniert hat:

Das Theaterplakat
Der Comic
Ein Ausschnitt aus dem Drehbuch
Bild aus dem animierten Video
Bild aus einem Minecraft-Video

Ich hoffe, dass ihr anhand der Bilder sehen könnt, wie begeistert ich von meinen Schüler*Innen war. In der Nachbesprechung wurde auch angemerkt, dass sie sowohl die Ergebnisse toll fanden als auch die Möglichkeit, einmal kreativ arbeiten zu dürfen. Die Schüler*Innen waren es nicht gewohnt, sich ihre Art der kreativen Textinterpretation aussuchen zu dürfen. Aber nicht die Schüler*Innen, sondern auch ich habe beim Herumgehen das ein oder andere Programm gefunden, welches ich dann gleich einmal selbst ausprobieren musste. Das beste Beispiel hier ist wohl die App StickNodes, mit welcher das oben genannte animierte Video entstanden ist.

Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich mich entschieden habe, hier keine kreative Art der Textinterpretation vorzugeben. Auch wenn es zeitlich ein wenig aufwendig war, rechtfertigen die Ergebnisse diese Methode gerade nach zwei Klausuren aus meiner Sicht auf jeden Fall. Das schöne ist, dass sich diese Methode dabei auch problemlos auf andere Sprache übertragen lässt. Abgesehen von der Textbasis lassen sich die oben genannten Arbeitsaufträge auch genau so in Englisch, Französisch oder anderen Sprachen anwenden. Wenn ihr also auch einmal solche tollen Ergebnisse von euren Schüler*Innen haben wollte, kann ich euch nur raten, es mal so oder ähnlich zu versuchen. Ich bin schon gespannt, was eure Schüler*Innen so erstellen!

Plickers – Vokabeltests einfach digital durchführen

digital, Latein, Methode

„Stifte raus, Vokabeltest!“ – So oder ähnlich beginnen in Fremdsprechen wie Latein oftmals viele Stunden. Das Erlernen des fachspezifischen Wortschatzes gehört zum täglich Brot einer jeden Fremdsprache und wird dementsprechend auch richtigerweise oftmals durch Vokabeltest kontrolliert. Seit jeher wird dies auf die „klassische“ Art und Weise mit Stift und Papier gemacht, was vor allem für großen Korrekturaufwand sorgt. Wäre es hier nicht einfacher, wenn man ein direktes Feedback für seinen Vokabeltest bekommt? Und zwar sowohl die SchülerInnen, als auch die LehrerInnen. Eine Methode, die Vokabelabfrage etwas zu digitalisieren, stellt das Programm Plickers dar, welches ich euch heute einmal vorstellen möchte.

Kurz gesagt ist Plickers ein Programm, welches mit QR-Codes arbeitet. Die SchülerInnen erhalten individualisierte QR-Codes auf einem DinA4-Zettel. Diese Codes sind vorher von der Lehrkraft genau festgelegt nach dem Motto: „QR-Code 1 gehört zu SchülerIn X.“. Die Idee ist, dass von der Lehrkraft auf der Smartboard Fragen mit vier Antwortmöglichkeiten projeziert werden. So könnte eine Frage laufen: „Welche Übersetzungsmöglichkeit gibt es für die Vokabel dicere?“ – A: sagen; B: essen; C: hören; D: sehen. Der geneigte Lateinschüler wird sich mit seinem QR-Code hoffentlich für Antwort A entscheiden. Denn die QR-Codes sind so aufgebaut, dass jede Kante einer Antwortmöglichkeit entspricht. Wer also glaubt, dass Antwort A die richtige Antwort ist, der hält seinen QR-Code so, dass Antwort A „oben“ steht. Dasselbe gilt für die anderen Antworten. So entscheidet jede Schülerin individuell, welche Antwort sie für richtig hält. Wie bei einem klassischen Vokabeltest.

Ein Beispiel-QR-Code für eine individualisierte Plickers-Karte.

Während die SchülerInnen sich bei jeder Frage für eine Antwort entscheiden, hat die Lehrkraft lediglich die Aufgabe, über die zum Programm gehörige App das Klassenzimmer zu „scannen“. Hierbei scannt die App die jeweiligen QR-Codes und ordnet so jedem QR-Code (und damit jedem Schüler) die gewählte Antwort zu. Somit sammelt das Programm Frage für Frage die jeweiligen Antworten und wertet am Ende das Gesamtergebnis aus: Wie viele Antworten wurden falsch, wie viele richtig beantwortet. Hier kann die Lehrkraft direkt von Anfang an ein Punktesystem vorgeben, sodass die SchülerInnen direkt ein Feedback über ihre Leistung erhalten. Das könnte z.B. so aussehen: Es gibt insgesamt 15 Fragen, also können 15 Punkte „erreicht“ werden. Wer 15 oder 14 Antworten richtig hat, kriegt eine 1. Wer 13 oder 12 richtige Antworten hat, bekommt eine 2 usw. Somit erhalten die SchülerInnen direkt nach dem Durchführen des Tests ein Feedback über ihre Leistung. Und die Lehrkraft hat keine andere Aufgabe, als das Programm sachgemäß durchzuführen. Das Einsammeln, Korrigieren und ggf. erstmal erraten, was ein Schüler da geschrieben hat, entfällt.

Eine Beispielfrage aus dem Programm

Ich nutze Plickers mittlerweile regelmäßig für meine Vokabeltests in Latein. Einmal ausgedruckt sind die QR-Codes schnell verteilt und können so für Abfragen immer schnell herausgeholt werden. Bei Vokabeltests werden Bedeutungen oder Stammformen schnell abgefragt und nach dem Abfragen erhalten sie gleich ein Feedback über ihre Leistungen. Diese werden dabei gesichert und können nach Bedarf noch einmal angeschaut werden, sofern es Unklarheiten bei einer Frage gibt. Plickers ist aus meiner Sicht eine sinnvolle Erweiterung für das schnelle und digitale Abfragen von Vokabeln, kann aber natürlich auch in anderen Kontexten genutzt werden. Auch wenn man einige Sachen berücksichtigen muss: So ist eine konstante Internetverbindung für die Nutzung der App bei der Lehrkraft notwendig. Gleichzeitig muss man sicherstellen, dass sich die SchülerInnen nicht absprechen und einfach „abgucken“, was die Sitznachbarin auswählt. Hier hat es sich bewährt, dass der Zettel frontal vor den Kopf gehalten werden muss.

Wie in diesem Beispielbild erhält man eine Übersicht welche „Nummer“ welches Gesamtergebnis erzielt hat. Dabei sind auch die Einzelantworten erkennbar.

Wer ist hier „sus“? – Among Us im Unterricht

digital, Gamification, Geschichte, Latein, Spiel

Wenn man SchülerInnen fragt, welche Videospiele sie aktuell so spielen, dann fällt vor allem ein Spiel sehr häufig: Among Us. Das von dem US-amerikanischen Unternehmen Innersloth bereits 2018 veröffentlichte Spiel entwickelte sich erst im letzten Jahr durch das Spielen zahlreicher Influencer*Innen zu einem der großen Spiele-Hits und dieser Hype hält bis heute an. Der Grund für diesen großen Erfolg ist das relativ simple Spielprinzip, welches an Spiele wie „Die Werwölfe aus Düsterwald“ erinnert. Eine größere Gruppe muss dabei gemeinsam eine oder mehrere Aufgaben erledigen. Doch innerhalb dieser Gruppe befindet sich ein Verräter, oder bei Among Us ein sogenannter „Impostor“, dessen Aufgabe es ist, die Gruppe beim Erfüllen dieser Aufgaben zu sabotieren. Die Gruppe muss also neben dem Erledigen der eigentlichen Aufgaben auch ständig darauf achten, wer der Impostor sein könnte. Somit fordert dieses Spiel den SpielerInnen nicht nur Spiel-, sondern auch ein hohes Maß an Kommunikationskompetenz ab.

Dieses Prinzip, eine nicht zu einer Gruppe gehörende Person zu identifizieren, ist auch für den Schulunterricht nicht unbekannt. Auch dort treffen wir zahlreiche Übungen, in welchen z.B. Irrläufer gefunden werden müssen. Welche Zahl passt nicht in diese Reihe? Welches Tier ist kein Säugetier? Welche Vokabeln ist kein Substantiv? Insofern bietet es sich genau für solche Aufgaben an, typische Übungen dadurch etwas zu beleben, indem man sie durch das Verwenden von Among Us in die „Sprache der SchülerInnen“ transferiert. Sobald die SchülerInnen die bekannten Figürchen sehen, wissen sie sofort, dass es nun darum geht, den Impostor zu finden. Wer passt nicht in die Reihe und wer erfüllt seine Aufgabe nicht?

Bisher habe ich in meinem eigenen Unterricht (Latein/Geschichte) schon ein paar Mal einen Einstieg mit Among Us gemacht. Die Reaktionen der SchülerInnen waren bisher immer positiv und sie haben sich gefreut, ein wenig aus ihrem Alltag im Unterricht zu sehen. Aufgrund der positiven Erfahrungen möchte ich daher einmal mein bisheriges Material mit euch teilen, sodass ihr auch darauf zurückgreifen und es einmal ausprobieren könnt.

Among Us im Lateinunterricht

Among Us – Finde den Impostor

Verräter sind unter uns! Hier sollen die SchülerInnen wie bei Among Us die Verräter unter den jeweiligen (lateinischen) Vokabeln finden. Pro Reihe finden sich zwei Vokabeln, welche die dortige Aufgabe nicht erfüllen. Das vorliegende Format kann dabei natürlich auch auf andere Sprachen oder Fächer kopiert werden.

2. Among Us – Grammatik-, Leseübung

In dieser Übung soll, angelehnt an Among Us, der AcI geübt werden. In kurzen Sätzen wird eine kleine Geschichte aus einem Among Us-Spiel auf Latein erzählt. Alle Sätze enthalten dabei einen AcI, welchen es zu übersetzen gilt. Diese Übung kann in abgewandelter Form natürlich auch auf andere grammatische Besonderheiten angewandt werden. Für andere (moderne) Fremdsprachen bietet es sich auch einfach als Leseübung an, eine kurze Geschichte zu Among Us zu lesen (oder selbst schreiben zu lassen?).

eduBreakout „Among Us“

Bei dieser Übung, welche bereits in diesem Blogpost ausführlich vorgestellt wurde, für den Lateinunterricht geht es darum, die lateinische Grammatik anhand von kleinen Übungen zu wiederholen, welche an das Spiel AmongUs angelehnt wurden. Wie auch im Game spielt hierbei die Zeit eine wichtige Rolle.

Among Us im Geschichtsunterricht

Among Us – Wer passt nicht in die Reihe?

Für den Geschichtsunterricht habe ich, angelehnt an das erste Beispiel, bereits mehrfach als wiederholenden Einstieg Among US verwendet. Dies hat sich vor allem beim Inhalten angeboten, wo eine historische Partei oder Person „aus der Reihe fällt“ und sich mehr oder weniger offen gegen den Rest der Reihe stellt. In dem oben gezeigten Beispiel geht es darum, dass sich 1848 alle Parteien offen zu den Zielen der Revolutionsbewegung von 1848 bekennen. Aber: Der König von Preußen macht das nicht aus Überzeugung, sondern plant heimlich, gegen die Bewegung zu agieren. Insofern beschreibt die Rolle des Impostors die Rolle des König von Preußen zu dieser Zeit perfekt.

Auch das folgende Beispiel folgt dem oben genannten Muster. Hier befand sich meine Lerngruppe gerade im Dreißigjährigen Krieg und hatte sich mit den unterschiedlichen Kriegsparteien beschäftigt. Dabei hatten wir diese in „Katholiken“ und „Protestanten“ aufgeteilt. Hierbei bemerkten die SchülerInnen, dass es bei Frankreich eine Besonderheit gab: Es war ein katholisches Land, kämpfte aber auf Seiten der Protestanten. Genau diesen Zwiespalt griff das als Einstieg genutzte Beispiel auf, da alle anderen Ländern auch auf der Seite „ihrer“ Religion kämpften. Über diesen Einstieg konnte ich auf die Frage nach dem „Warum?“ hinleiten, sodass wir uns in der Stunde die Rolle Frankreichs im und nach dem Dreißigjährigen Krieg angeschaut haben.

fabellas videre – Serien im Lateinunterricht

Latein, latine loqui

The Big Bang Theory, Game of Thrones, Stranger Things… nahezu für jeden Geschmack und für jedes Alter gibt es heute eine Serie. Serien sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Lebenswelt der Schüler*Innen geworden, woraus die Idee erwuchs, Serien auch in den Unterricht zu holen, genauer gesagt: In den Lateinunterricht. Denn es hat sich gezeigt, dass es für Schüler*Innen immer spannend ist, wenn der Lateinunterricht auf die Lebenswelt der Schüler*Innen zurückgreift. Die folgende Übung soll genau dies nun erreichen.

Der Aufbau ist dabei relativ klar: Die Schüler*Innen werden mit verschiedenen Serientitel konfrontiert, die sie aus dem Lateinischen übersetzen sollen. Das besondere dabei ist, dass die Übersetzung dabei nicht immer nach dem Motto Latein -> Deutsch, sondern auch nach dem Motto Latein -> (Deutsch ->) Englisch abläuft. Schließlich wurden einige der in der Übung enthaltenen Serien auch nicht ins Deutsche übersetzt, was die Schüler*Innen vor eine weitere Herausforderung stellt, an welcher sie ihr Sprachgefühl weiter verbessern können. Weiterhin bieten die einzelnen Serien durch ihre Namen verschiedene Möglichkeiten, lateinische Grammatikstrukturen (Genitiv-Funktionen, Adverbien) gezielt anzuschauen.

Da viele der heute bekannten Serien eine Altersfreigabe von 16 Jahren haben, gibt es die folgende Übung in zwei Varianten: Eine mit Serien FSK 12 und eine mit Serien FSK 16, damit je nach Lerngruppe differenziert werden kann.

Material

[Methodik] Der AcI-Hamburger

Grammatik, Latein, Methode, Methodik

Egal, ob mit oder ohne Fleisch, ein wenig Käse oder mit Gürkchen: Der Hamburger in all seinen Variationen ist auch heute noch eines der beliebtesten Gerichte in Deutschland. Ein Vorteil ist dabei sein relativ simpler Grundaufbau, um welchen herum nach Herzenslust variiert werden kann. Solange Brötchen und Patty da sind, kann jeder selbst entscheiden, wie sein „Traumburger“ aussehen und schmecken soll. Dieses Prinzip teilt sich in klassischer Hamburger dabei auch mit einer im Lateinischen sehr häufig auftauchenden Satzkonstruktion: Dem AcI. Auch er besteht aus „unverzichtbaren“ Teilen, welche aber durch andere Satzglieder beliebig ergänzt werden können. Im folgenden Beispiel sollen daher beide Sachen in einer Übung kombiniert werden: So entsteht die Methode des AcI-Hamburgers.

Aufbau

Der Aufbau eines AcI-Hamburgers ist im Prinzip ganz einfach, er besteht aus drei Teilen: Der Hauptsatz-Oberseite, dem Subjekts-Akkusativ-Patty und der Prädikats-Infinitiv-Unterseite. Alle drei Teile sind in der Regel notwendig, um die Grundlagen für einen leckeren Hamburger zu haben. Der Gedanke ist hier, dass die Schüler*Innen hier bildlich erkennen, dass der AcI im Prinzip immer gleich aufgebaut ist. Zugleich verdeutlicht er die Struktur, welcher ein AcI beim übersetzen folgt. Ganz oben ist der Hauptsatz, welcher den AcI einleitet. Danach folgen der Subjektsakkusativ und der Prädikatsinfinitiv als unverzichtbare Teile, zwischen welche später noch weitere „Zutaten“ gelegt werden können. Denn so ein Hamburger schmeckt mit Salat usw. noch besser!

So können um den eigentlichen „Standardburger“ eben noch weitere Zutaten gelegt werden: Darf es noch etwas „Adverbialketchup“ sein? Oder eventuell ein „Objektsalat“? Auf dieser Weise lernen die Schüler*Innen spielerisch, wie ein AcI aufgebaut ist und dass er nicht so schwierig ist, wie er immer scheint. Im Endeffekt baut er sich wie ein Hamburger aus Einzelteilen zusammen.

Material