Kreative Aufgabenstellungen bei der Interpretation

Computerspiel, digital, Latein, Methode, Methodik

Da sich das Schuljahr dem Ende zuneigt und die Ferien vor der Tür stehen, stellt sich oftmals die Frage: Was genau machen wir jetzt noch? Denn in den meisten Fächern wurden die meisten Arbeiten schon geschrieben, sodass es sich anbietet, ein wenig mehr kreative Freiarbeit zu machen. Dasselbe galt bei mir auch für den Lateinunterricht: Hier hatten wir noch einen Rest vom Lektionstext zu übersetzen, was ich aber nicht nach dem typischen „Na dann übersetzt mal…“-Muster machen wollte. Beim Planen habe ich überlegt, wie ich das ganze etwas kreativer gestaltet könnte: Eventuell den übersetzten Text in einem Zeitungsartikel zusammenfassen? Oder doch mal einen Comic zeichnen? Einige Schüler*Innen hatten gefragt, ob wir mal was mit Minecraft machen würden… eventuell könnten sie die Szene in Minecraft nachspielen? All diese Ideen schwirrten in meinem Kopf herum, allerdings konnte ich mich nicht wirklich entscheiden. Getreu dem Motto habe ich dann aus der Not eine Tugend gemacht… und einfach alle Möglichkeiten zur Verfügung gestellt. Inklusive des Hinweises, bei einer eigenen Idee kurz Rücksprache mit mir zu halten, um diese ggf. dann auch umsetzen zu können. So könnten die Schüler*Innen je nach eigenen Interessen „ihre“ Form der kreativen Textinterpretation aussuchen. Insgesamt sah der Arbeitsauftrag an sich dann so aus:

Gesagt, getan machten sich die Schüler*Innen in ihren Gruppen ans Werk und begannen, den Text individuell zu interpretieren. Kurz zur Info: In dem Textabschnitt geht es darum, dass ein römischer Offizier nach der Eroberung von Syrakus den berühmten Erfinder Archimedes gefangennehmen soll. Dieser ist jedoch vollkommen fokussiert auf seine geometrischen Formen und nimmt den Offizier gar nicht war. Als er diesen kurz daraufhin anbrüllt, erschlägt ihn der Offizier. Das ist soweit die grobe Hintergrundgeschichte, die die Schüler*innen umsetzen durften. Über drei Stunden hinweg arbeiteten sie dann konzentriert an ihren Produkten und insgesamt entstanden dabei folgende Ergebnisse:


2x Zeitungsartikel, 1x Nacherzählung, 1x Comic, 1x Theaterplakat, 2x Minecraft-Videos, 1x animiertes Video und ein Drehbuch.

Ein paar der Ergebnisse möchte ich euch dabei nicht vorenthalten, um euch einmal einen Einblick zu geben, wie gut diese Arbeit funktioniert hat:

Das Theaterplakat
Der Comic
Ein Ausschnitt aus dem Drehbuch
Bild aus dem animierten Video
Bild aus einem Minecraft-Video

Ich hoffe, dass ihr anhand der Bilder sehen könnt, wie begeistert ich von meinen Schüler*Innen war. In der Nachbesprechung wurde auch angemerkt, dass sie sowohl die Ergebnisse toll fanden als auch die Möglichkeit, einmal kreativ arbeiten zu dürfen. Die Schüler*Innen waren es nicht gewohnt, sich ihre Art der kreativen Textinterpretation aussuchen zu dürfen. Aber nicht die Schüler*Innen, sondern auch ich habe beim Herumgehen das ein oder andere Programm gefunden, welches ich dann gleich einmal selbst ausprobieren musste. Das beste Beispiel hier ist wohl die App StickNodes, mit welcher das oben genannte animierte Video entstanden ist.

Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich mich entschieden habe, hier keine kreative Art der Textinterpretation vorzugeben. Auch wenn es zeitlich ein wenig aufwendig war, rechtfertigen die Ergebnisse diese Methode gerade nach zwei Klausuren aus meiner Sicht auf jeden Fall. Das schöne ist, dass sich diese Methode dabei auch problemlos auf andere Sprache übertragen lässt. Abgesehen von der Textbasis lassen sich die oben genannten Arbeitsaufträge auch genau so in Englisch, Französisch oder anderen Sprachen anwenden. Wenn ihr also auch einmal solche tollen Ergebnisse von euren Schüler*Innen haben wollte, kann ich euch nur raten, es mal so oder ähnlich zu versuchen. Ich bin schon gespannt, was eure Schüler*Innen so erstellen!

Plickers – Vokabeltests einfach digital durchführen

digital, Latein, Methode

„Stifte raus, Vokabeltest!“ – So oder ähnlich beginnen in Fremdsprechen wie Latein oftmals viele Stunden. Das Erlernen des fachspezifischen Wortschatzes gehört zum täglich Brot einer jeden Fremdsprache und wird dementsprechend auch richtigerweise oftmals durch Vokabeltest kontrolliert. Seit jeher wird dies auf die „klassische“ Art und Weise mit Stift und Papier gemacht, was vor allem für großen Korrekturaufwand sorgt. Wäre es hier nicht einfacher, wenn man ein direktes Feedback für seinen Vokabeltest bekommt? Und zwar sowohl die SchülerInnen, als auch die LehrerInnen. Eine Methode, die Vokabelabfrage etwas zu digitalisieren, stellt das Programm Plickers dar, welches ich euch heute einmal vorstellen möchte.

Kurz gesagt ist Plickers ein Programm, welches mit QR-Codes arbeitet. Die SchülerInnen erhalten individualisierte QR-Codes auf einem DinA4-Zettel. Diese Codes sind vorher von der Lehrkraft genau festgelegt nach dem Motto: „QR-Code 1 gehört zu SchülerIn X.“. Die Idee ist, dass von der Lehrkraft auf der Smartboard Fragen mit vier Antwortmöglichkeiten projeziert werden. So könnte eine Frage laufen: „Welche Übersetzungsmöglichkeit gibt es für die Vokabel dicere?“ – A: sagen; B: essen; C: hören; D: sehen. Der geneigte Lateinschüler wird sich mit seinem QR-Code hoffentlich für Antwort A entscheiden. Denn die QR-Codes sind so aufgebaut, dass jede Kante einer Antwortmöglichkeit entspricht. Wer also glaubt, dass Antwort A die richtige Antwort ist, der hält seinen QR-Code so, dass Antwort A „oben“ steht. Dasselbe gilt für die anderen Antworten. So entscheidet jede Schülerin individuell, welche Antwort sie für richtig hält. Wie bei einem klassischen Vokabeltest.

Ein Beispiel-QR-Code für eine individualisierte Plickers-Karte.

Während die SchülerInnen sich bei jeder Frage für eine Antwort entscheiden, hat die Lehrkraft lediglich die Aufgabe, über die zum Programm gehörige App das Klassenzimmer zu „scannen“. Hierbei scannt die App die jeweiligen QR-Codes und ordnet so jedem QR-Code (und damit jedem Schüler) die gewählte Antwort zu. Somit sammelt das Programm Frage für Frage die jeweiligen Antworten und wertet am Ende das Gesamtergebnis aus: Wie viele Antworten wurden falsch, wie viele richtig beantwortet. Hier kann die Lehrkraft direkt von Anfang an ein Punktesystem vorgeben, sodass die SchülerInnen direkt ein Feedback über ihre Leistung erhalten. Das könnte z.B. so aussehen: Es gibt insgesamt 15 Fragen, also können 15 Punkte „erreicht“ werden. Wer 15 oder 14 Antworten richtig hat, kriegt eine 1. Wer 13 oder 12 richtige Antworten hat, bekommt eine 2 usw. Somit erhalten die SchülerInnen direkt nach dem Durchführen des Tests ein Feedback über ihre Leistung. Und die Lehrkraft hat keine andere Aufgabe, als das Programm sachgemäß durchzuführen. Das Einsammeln, Korrigieren und ggf. erstmal erraten, was ein Schüler da geschrieben hat, entfällt.

Eine Beispielfrage aus dem Programm

Ich nutze Plickers mittlerweile regelmäßig für meine Vokabeltests in Latein. Einmal ausgedruckt sind die QR-Codes schnell verteilt und können so für Abfragen immer schnell herausgeholt werden. Bei Vokabeltests werden Bedeutungen oder Stammformen schnell abgefragt und nach dem Abfragen erhalten sie gleich ein Feedback über ihre Leistungen. Diese werden dabei gesichert und können nach Bedarf noch einmal angeschaut werden, sofern es Unklarheiten bei einer Frage gibt. Plickers ist aus meiner Sicht eine sinnvolle Erweiterung für das schnelle und digitale Abfragen von Vokabeln, kann aber natürlich auch in anderen Kontexten genutzt werden. Auch wenn man einige Sachen berücksichtigen muss: So ist eine konstante Internetverbindung für die Nutzung der App bei der Lehrkraft notwendig. Gleichzeitig muss man sicherstellen, dass sich die SchülerInnen nicht absprechen und einfach „abgucken“, was die Sitznachbarin auswählt. Hier hat es sich bewährt, dass der Zettel frontal vor den Kopf gehalten werden muss.

Wie in diesem Beispielbild erhält man eine Übersicht welche „Nummer“ welches Gesamtergebnis erzielt hat. Dabei sind auch die Einzelantworten erkennbar.

Memes im Unterricht? [Teil 2] – Memes im Geschichtsunterricht erstellen

Apps/Programme, Geschichte, Jugendmedien, Methode

Letzten Sonntag hatte ich einen Artikel über den Gebrauch von Memes im Geschichtsunterricht erstellt. In diesem ging es primär darum, bereits existierende Memes mit historischem Bezug in den Unterricht mitzubringen und diese dann von den SchülerInnen analysieren und dekonstruieren zu lassen. In der Diskussion fiel dann auch ein Kommentar von Verena Plomer, in welcher sie darüber berichtete, dass sich Memes nicht nur zur Analyse, sondern auch zum selbst erstellen im Unterricht anbieten würden:

Ich fand diesen Tweet sehr schön, weil ich die Erfahrungen dazu teilen kann. Bisher habe ich die SchülerInnen noch nicht direkt eigene Memes erstellen lassen, aber es sind in einem anderen Kontext welche entstanden: Die SchülerInnen sollten „Social Media-Produkte“ zur amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung erstellen, wobei ich nicht vorgegeben hatte, was genau darunter zu verstehen ist. Neben Tweets, Stories etc. erstellen hierbei auch einige SchülerInnen historische Memes, welche sie auf dem Padlet, mit welchem wir gearbeitet haben, gepostet haben. Einige Ergebnisse dieser Arbeit sehr ihr hier:

In der Nachbesprechung zeigte sich, dass die SchülerInnen vor allem diese Memes als gelungen empfunden haben. Zum einen wäre hier der Bezug zum Unterrichtsthema klar erkennbar gewesen, zum anderen wäre auch die „Botschaft“ hinter den Memes sehr gut eingefangen gewesen. Durch dieses positive Feedback und den tollen Twitter-Post von Verena Plomer werde ich in den nächsten Stunden definitiv einmal den Arbeitsauftrag geben, Memes zu dem bisherigen Unterrichtsstoff zu erstellen. Dies möchte ich an dieser Stelle aber nicht nur weiterempfehlen, sondern auch einige Tools und Programme vorstellen, mit welchen die SchülerInnen ohne große Probleme selbst Memes erstellen können, sodass auch ihr mal Memes erstellen lassen könnt.

Meme-Generator

Eine große Auswahl der bekanntesten Memes findet ihr auf der kostenlosen Seite Meme-Generator. Hier können die jeweiligen Memes direkt ausgewählt und mit einem passenden Text versehen werden. Das dort erstellte Meme kann dann direkt heruntergeladen und z.B. auf einem Padlet gepostet werden. Ebenfalls ist es hier möglich, eine eigene Vorlage hochzuladen, sofern SchülerInnen hier kreative Ideen haben.

Memeton

Memeton funktioniert ähnlich wie der Meme-Generator, bietet aber viele „klassische“ Memes an. Zudem gibt es hier eine Aufteilung der jeweiligen Memes in Unterkategorien, in welchen bestimmte Memes schneller gefunden werden können. Insofern eine gute Alternative zum Meme-Generator.

Canva

Auch Canva bietet neben vielen anderen Bild-Funktionen die Möglichkeit, eigene Memes zu erstellen an. Zwar wird hier ein kostenloser Account benötigt, aber dafür sind die Möglichkeiten, welche man bei Canva hat, wesentlich größer. Wer also mehr kreative Möglichkeiten haben oder bereitstellen möchte, macht hier jedenfalls nichts falsch.

[Methodik] Der AcI-Hamburger

Grammatik, Latein, Methode, Methodik

Egal, ob mit oder ohne Fleisch, ein wenig Käse oder mit Gürkchen: Der Hamburger in all seinen Variationen ist auch heute noch eines der beliebtesten Gerichte in Deutschland. Ein Vorteil ist dabei sein relativ simpler Grundaufbau, um welchen herum nach Herzenslust variiert werden kann. Solange Brötchen und Patty da sind, kann jeder selbst entscheiden, wie sein „Traumburger“ aussehen und schmecken soll. Dieses Prinzip teilt sich in klassischer Hamburger dabei auch mit einer im Lateinischen sehr häufig auftauchenden Satzkonstruktion: Dem AcI. Auch er besteht aus „unverzichtbaren“ Teilen, welche aber durch andere Satzglieder beliebig ergänzt werden können. Im folgenden Beispiel sollen daher beide Sachen in einer Übung kombiniert werden: So entsteht die Methode des AcI-Hamburgers.

Aufbau

Der Aufbau eines AcI-Hamburgers ist im Prinzip ganz einfach, er besteht aus drei Teilen: Der Hauptsatz-Oberseite, dem Subjekts-Akkusativ-Patty und der Prädikats-Infinitiv-Unterseite. Alle drei Teile sind in der Regel notwendig, um die Grundlagen für einen leckeren Hamburger zu haben. Der Gedanke ist hier, dass die Schüler*Innen hier bildlich erkennen, dass der AcI im Prinzip immer gleich aufgebaut ist. Zugleich verdeutlicht er die Struktur, welcher ein AcI beim übersetzen folgt. Ganz oben ist der Hauptsatz, welcher den AcI einleitet. Danach folgen der Subjektsakkusativ und der Prädikatsinfinitiv als unverzichtbare Teile, zwischen welche später noch weitere „Zutaten“ gelegt werden können. Denn so ein Hamburger schmeckt mit Salat usw. noch besser!

So können um den eigentlichen „Standardburger“ eben noch weitere Zutaten gelegt werden: Darf es noch etwas „Adverbialketchup“ sein? Oder eventuell ein „Objektsalat“? Auf dieser Weise lernen die Schüler*Innen spielerisch, wie ein AcI aufgebaut ist und dass er nicht so schwierig ist, wie er immer scheint. Im Endeffekt baut er sich wie ein Hamburger aus Einzelteilen zusammen.

Material

Scaffolding zur Einübung von Deklinationen und Konjugationen

Grammatik, Latein, Wiederholung

Im heutigen Blogpost möchte ich euch eine meiner liebsten Methoden zur Einübung oder Wiederholung von Deklinationen und Konjugationen vorstellen. Zuerst notiere ich die Grammatik an der Tafel und lasse sie der Klasse einmal laut vorlesen. Gegebenenfalls lasse ich die Klasse die Deklination oder Konjugation mit einem weiteren Wort zur Festigung noch einmal wiederholen.

Anschließend streiche ich einzelne Formen aus der Tabelle heraus und wiederhole die Übung von Neuem.

Durch dieses Vorgehen prägen sich die SchülerInnen die Grammatik schrittweise ein und wiederholen sie mit Vokabeln der selben Deklination bzw. Konjugation. Die Methode können sie zudem auch zuhause zum selbstständigen Lernen und Wiederholen einsetzen.

Ruhesignale im Unterricht

Geschichte, Latein, Methode, Methodik

Unterrichtsstörungen gehören fast schon zum Alltag im Klassenzimmer. Umso wichtiger ist es, diese durch den Einsatz von Signalen gezielt und möglichst effektiv zu unterbinden.

Die „Stille-Glocke“

Als erste Methode möchte ich euch die sogenannte Stille-Glocke vorstellen. Diese kann sowohl in der Grundschule als auch in den weiterführenden Schulen eingesetzt werden. Hierbei besitzt der Raum bzw. die jeweilige Fachstunde eine eigene Glocke, welche unabhängig von der Pausenglocke agiert. Die Lehrkraft läutet mit der Glocke, wenn sie ihre Stunde beginnen möchte und stellt diese anschließend auf das Pult. Hat sie ihre Stunde beendet, läutet sie wieder mit der Glocke. Auch zum Markieren einer kurzen Pause, z.B. bei Doppelstunden oder wenn eine Dritte Person das Klassenzimmer betritt wird für die Unterbrechung des Unterrichts die Glocke geläutet und mit dem Ende der Pause wieder ein Zeichen mit der Glocke gegeben.

Durch das Leuchten der Glocke wird der Unterricht näher definiert und den Schüler*innen ein Startsignal für die Einleitung der Konzentrations- und Ruhephase gegeben. Vielleicht ist dem ein oder anderen aus der Universität noch das Konditionieren (Pavlovs Hund) ein Begriff. Die Glocke stellt ein immer währendes Signal dar, welches den Mitgliedern der Klasse Ruhe signalisieren soll. Es ist zudem zu empfehlen, nach dem Läuten der Glocke einen Moment inne zuhalten und erst mit dem Unterricht zu beginnen, wenn wirklich Ruhe in der Klasse eingekehrt ist.

Die „Uhren-Methode“

Als zweite Methode ist die „Uhren-Methode“ zu nennen. Hierfür benötigt es eine Uhr und optimalerweise keine Wanduhr im Klassenzimmer, welche die Schüler*innen sehen können. Bei einer Erhöhung des Lärmpegels lässt die Lehrkraft die Klasse einmal gesammelt aufstehen. Dies kann durch eine eingeführte Geste geschehen, etwa durch das Hochhalten und Tippen auf die eigene Armbanduhr. Nun beginnen die Schüler*innen zu schätzen, wann eine Minute vergangen ist und setzen sich dementsprechend wieder hin. Nach etwas mehr als einer Minute gibt die Lehrkraft ein Zeichen, um zu signalisieren, dass die angestrebte Minute nun überschritten sei und sich alle noch stehenden Schüler*innen der Klasse wieder setzen sollen. Der Lehrkraft steht es offen, ob sie den besten Schätzer notieren und in regelmäßiges Abständen einen Preis verteilen möchte. Hierbei ist allerdings Vorsicht geboten, damit die Ruhestörungen nicht auf Grund des Preises herbeigeführt werden. Sitzen alle Mitglieder der Klasse wieder, geht der Unterricht weiter.

Durch das Einsetzen der Uhr und die damit verbundene Bewegung wird der Fokus der Klasse wieder auf die Lehrkraft und weg vom Nachbarn und der Ruhestörung gelenkt. Zudem wirken sich Bewegungen im Unterricht positiv auf das Lernverhalten der Klasse aus, da eine Förderung der geistigen Spannkraft stattfindet.

Dialoge auf Latein führen

Latein, Methode

Nachdem ich letzte Woche schon gezeigt habe, dass es keine hohen Künste bedarf, einen Steckbrief auf Latein zu verfassen, stehen heute Anregungen für einen Dialog im Mittelpunkt.

  • Salve! (Hallo!)
  • Quid nomen tibi est? (Wie heißt du?)
  • Mihi nomen est Katharina. (Ich heiße Katharina)
  • Et tibi? (Und wie heißt du?)
  • Quod annos natus/a es? (Wie alt bist du?)
  • … annos natus/s sum. (Ich bin … Jahre alt)
  • Quid agis? (Wie geht es dir?)
  • Bene/male mihi est. (Mir geht es gut/schlecht.)
  • Habes animalia? (Hast du Haustiere?)
  • Habeo cattam; canem; avem; leporem; equum etc. (Ich habe eine Katze; einen Hund; einen Vogel; einen Hasen; ein Pferd etc.)
  • Vale! (Tschüss!)

MindMaps im Unterricht [analog & digital]

Apps/Programme, digital, Geschichte, Latein, Methode, Methodik

MindMaps zählen zu einer meiner liebsten Methoden zur Strukturierung von Wissen. Besonders gerne nutze ich diese zu Beginn eines Themenkomplexes, um gemeinsam mit der Klasse zu erarbeiten, was diese über den bevorstehenden Stoff bereits wissen. Hierfür schreibe ich das Thema groß in die Mitte der Tafel und lasse die Schüler*innen selbstständig nach Vorne an die Tafel kommen, um ihre Gedanken zu notieren. Nach etwa fünf bis zehn Minuten beende ich das Sammeln von Gedanken und spreche gemeinsam mit der Klasse über das erstellte Tafelbild. Am Ende der Stunde bzw. vor dem Reinigen der Tafel mache ich zur Vorbereitung des Stoffes für die nächsten Stunden noch ein Foto der MindMap.

Neben der Ansammlung von bereits vorhandenem Wissen kann die MindMap zudem auch individuell von jedem Schüler*innen selbst eingesetzt werden: Zum Beispiel bei der Vorbereitung eines Referates oder der Strukturierung des Stoffes für die nächste Klassenarbeit. Dies funktioniert sowohl für den Latein- als auch für den Geschichtsunterricht. Gerne stelle ich einmal meine MindMaps zur lateinischen Grammatik in einem separaten Post mit der Möglichkeit zum Download zur Verfügung.

Neben den eben angeführten Möglichkeiten des Einsatzes von MindMaps im Unterricht zeichnen sich die Schaubilder zudem dadurch aus, dass sie den (Lern-)Stoff durch ihre Struktur, aber auch durch ihre Möglichkeit der graphischen Gestaltung und farblichen Hervorhebung visualisieren und der Klasse das Lernen des Stoffes und das Verstehen von Sachverhalten vereinfachen. Zudem wird durch das System der MindMaps Struktur in einen gegebenen Stoff gebracht und somit wie bei der Visualisierung dessen das Verstehen und Lernen von Wissen vereinfacht.

MindMaps am Tablet

Auch für Tablet-Klassen ist die MindMap als Methode geeignet. Anwendungen auf dem Tablet bieten hierbei den Vorteil, dass die MindMaps ins Unendliche ergänzt werden können und somit parallel zum Unterricht fortgeführt werden können.

Beispiel Map der App „SimpleMind Lite“

So kann zum Beispiel zu Beginn der Themeneinheit der Begriff „Kreuzzug“ als Ausgangspunkt der MindMap festgelegt werden und die Schüler*innen erweitern als Teil der Hausaufgabe oder im Unterricht selbstständig die MindMap um den neu erlernten Stoff. Der Effekt dieser Methode ist nicht nur die Wiederholung und Festigung des eben Gelernten, sondern auch eine fertig vorbereitete und visualisierte Aufbereitung des Stoffes für die nächste Klassenarbeit.

Für Tablet-Klassen oder der digitalen Nutzung von MindMaps kann ich hierbei die kostenlose App „SimpleMind Lite“ empfehlen. Die App ist leicht und verständlich zu bedienen.

Eine tolle Übersicht

Eine tolle Übersicht bietet zudem die Zusammenstellung der Universität Potsdam, welcher einzelne Tools zur Erstellung von MindMaps unter die Lupe genommen hat. Hier geht es zum Beitrag.

Das fiktive Interview

Geschichte, Latein, Methodik

Wer träumte nicht schon einmal davon, ein berühmter Journalist und Enthüllungsautor zu werden? Bei der heutigen Methode kann dies für einen begrenzten Zeitraum Realität werden:

Das fiktive Interview ist insbesondere bei schwierigen und längeren (Quellen-)texten eine geeignete Methode, da es eine intensive Auseinandersetzung mit dem Medium erfordert. Ausgeführt wird das Interview idealerweise in Partnerarbeit, größere Gruppen sind allerdings auch möglich.

Die Methode: Beide Partner lesen den Text, wobei einer der beiden die Rolle des Interviewers und der andere Partner die Rolle des Interviewten einnimmt. Der Interviewer versucht nun in kurzer und knackiger Form auf der Basis des Textes Fragen für seine Partner zu formulieren, welcher dieser nun in der Form des Interviews beantworten wird.

Eine abgewandelte Version dieser Methode ist die Podiumsdiskussion, welche sich zum Beispiel bei der Behandlung von Parteien (z.B. der Weimarer Republik) oder der Frankfurter Nationalversammlung im Unterricht anbietet. Hierbei erarbeiten ein oder zwei Moderatoren Fragen, welche sie in einem nachgestellten Wahlkampf den verschiedenen Vertretern der Parteien stellen möchten. Die Positionen der einzelnen Parteien werden jeweils von einer Kleingruppe in der Klasse erarbeitet, von welchen ein Vertreter am Ende zur Podiumsdiskussion entsandt wird. Dieser hat sich nun, gemeinsam mit den Vertretern der anderen Parteien, den Fragen der Moderatoren zu stellen. Fragen aus dem Publikum können hierbei zugelassen werden, müssen es aber nicht zwingend sein.

Anmerkung: Die Rolle des Interviewers oder des Moderators kann gegebenenfalls auch durch die Lehrkraft gestellt werden.

Der Stille-Würfel

Methodik

Der Stille-Würfel ist ein Kommunikationsinstrument für Stillarbeitsphasen. Anhand der sechs Seiten des Würfels können Schüler*innen in dieser Phase mit der Lehrkraft und/oder der Klasse kommunizieren, ohne die Ruhe zu stören. Dabei werden die Seiten des Würfel folgendermaßen beschriftet:

1. Roter Punkt: Ich komme zurecht und möchte von niemandem angesprochen werden.

2. Grüner Punkt: Ich komme zurecht und kann angesprochen werden, um meinen Mitschülern Hilfestellungen zu geben.

3. Fragezeichen: Ich benötige Hilfe bei der Lösung der Aufgabenstellung von Lehrkraft und/oder Klassenkameraden.

4. Ausrufezeichen: Aufforderung zur Kontrolle der Aufgabenstellung an die Lehrkraft.

5. Name des Schülers*in.

6. Feld zur freien Gestaltung.

Der Würfel kann gemeinsam im Unterricht gebastelt und gestaltet werden. Auf dem freien Feld kann beispielsweise der Wunsch nach einer kurzen Pause aufgezeichnet werden.

Vorlage (blanko) zum Basteln eines Würfels aus Papier: http://www.physikunterricht.at/Unterricht/Mathe1Klasse/Wuerfel_Bastelvorlage.pdf