Ruhesignale im Unterricht

Geschichte, Latein, Methode, Methodik

Unterrichtsstörungen gehören fast schon zum Alltag im Klassenzimmer. Umso wichtiger ist es, diese durch den Einsatz von Signalen gezielt und möglichst effektiv zu unterbinden.

Die „Stille-Glocke“

Als erste Methode möchte ich euch die sogenannte Stille-Glocke vorstellen. Diese kann sowohl in der Grundschule als auch in den weiterführenden Schulen eingesetzt werden. Hierbei besitzt der Raum bzw. die jeweilige Fachstunde eine eigene Glocke, welche unabhängig von der Pausenglocke agiert. Die Lehrkraft läutet mit der Glocke, wenn sie ihre Stunde beginnen möchte und stellt diese anschließend auf das Pult. Hat sie ihre Stunde beendet, läutet sie wieder mit der Glocke. Auch zum Markieren einer kurzen Pause, z.B. bei Doppelstunden oder wenn eine Dritte Person das Klassenzimmer betritt wird für die Unterbrechung des Unterrichts die Glocke geläutet und mit dem Ende der Pause wieder ein Zeichen mit der Glocke gegeben.

Durch das Leuchten der Glocke wird der Unterricht näher definiert und den Schüler*innen ein Startsignal für die Einleitung der Konzentrations- und Ruhephase gegeben. Vielleicht ist dem ein oder anderen aus der Universität noch das Konditionieren (Pavlovs Hund) ein Begriff. Die Glocke stellt ein immer währendes Signal dar, welches den Mitgliedern der Klasse Ruhe signalisieren soll. Es ist zudem zu empfehlen, nach dem Läuten der Glocke einen Moment inne zuhalten und erst mit dem Unterricht zu beginnen, wenn wirklich Ruhe in der Klasse eingekehrt ist.

Die „Uhren-Methode“

Als zweite Methode ist die „Uhren-Methode“ zu nennen. Hierfür benötigt es eine Uhr und optimalerweise keine Wanduhr im Klassenzimmer, welche die Schüler*innen sehen können. Bei einer Erhöhung des Lärmpegels lässt die Lehrkraft die Klasse einmal gesammelt aufstehen. Dies kann durch eine eingeführte Geste geschehen, etwa durch das Hochhalten und Tippen auf die eigene Armbanduhr. Nun beginnen die Schüler*innen zu schätzen, wann eine Minute vergangen ist und setzen sich dementsprechend wieder hin. Nach etwas mehr als einer Minute gibt die Lehrkraft ein Zeichen, um zu signalisieren, dass die angestrebte Minute nun überschritten sei und sich alle noch stehenden Schüler*innen der Klasse wieder setzen sollen. Der Lehrkraft steht es offen, ob sie den besten Schätzer notieren und in regelmäßiges Abständen einen Preis verteilen möchte. Hierbei ist allerdings Vorsicht geboten, damit die Ruhestörungen nicht auf Grund des Preises herbeigeführt werden. Sitzen alle Mitglieder der Klasse wieder, geht der Unterricht weiter.

Durch das Einsetzen der Uhr und die damit verbundene Bewegung wird der Fokus der Klasse wieder auf die Lehrkraft und weg vom Nachbarn und der Ruhestörung gelenkt. Zudem wirken sich Bewegungen im Unterricht positiv auf das Lernverhalten der Klasse aus, da eine Förderung der geistigen Spannkraft stattfindet.

Dialoge auf Latein führen

Latein, Methode

Nachdem ich letzte Woche schon gezeigt habe, dass es keine hohen Künste bedarf, einen Steckbrief auf Latein zu verfassen, stehen heute Anregungen für einen Dialog im Mittelpunkt.

  • Salve! (Hallo!)
  • Quid nomen tibi est? (Wie heißt du?)
  • Mihi nomen est Katharina. (Ich heiße Katharina)
  • Et tibi? (Und wie heißt du?)
  • Quod annos natus/a es? (Wie alt bist du?)
  • … annos natus/s sum. (Ich bin … Jahre alt)
  • Quid agis? (Wie geht es dir?)
  • Bene/male mihi est. (Mir geht es gut/schlecht.)
  • Habes animalia? (Hast du Haustiere?)
  • Habeo cattam; canem; avem; leporem; equum etc. (Ich habe eine Katze; einen Hund; einen Vogel; einen Hasen; ein Pferd etc.)
  • Vale! (Tschüss!)

MindMaps im Unterricht [analog & digital]

Apps/Programme, digital, Geschichte, Latein, Methode, Methodik

MindMaps zählen zu einer meiner liebsten Methoden zur Strukturierung von Wissen. Besonders gerne nutze ich diese zu Beginn eines Themenkomplexes, um gemeinsam mit der Klasse zu erarbeiten, was diese über den bevorstehenden Stoff bereits wissen. Hierfür schreibe ich das Thema groß in die Mitte der Tafel und lasse die Schüler*innen selbstständig nach Vorne an die Tafel kommen, um ihre Gedanken zu notieren. Nach etwa fünf bis zehn Minuten beende ich das Sammeln von Gedanken und spreche gemeinsam mit der Klasse über das erstellte Tafelbild. Am Ende der Stunde bzw. vor dem Reinigen der Tafel mache ich zur Vorbereitung des Stoffes für die nächsten Stunden noch ein Foto der MindMap.

Neben der Ansammlung von bereits vorhandenem Wissen kann die MindMap zudem auch individuell von jedem Schüler*innen selbst eingesetzt werden: Zum Beispiel bei der Vorbereitung eines Referates oder der Strukturierung des Stoffes für die nächste Klassenarbeit. Dies funktioniert sowohl für den Latein- als auch für den Geschichtsunterricht. Gerne stelle ich einmal meine MindMaps zur lateinischen Grammatik in einem separaten Post mit der Möglichkeit zum Download zur Verfügung.

Neben den eben angeführten Möglichkeiten des Einsatzes von MindMaps im Unterricht zeichnen sich die Schaubilder zudem dadurch aus, dass sie den (Lern-)Stoff durch ihre Struktur, aber auch durch ihre Möglichkeit der graphischen Gestaltung und farblichen Hervorhebung visualisieren und der Klasse das Lernen des Stoffes und das Verstehen von Sachverhalten vereinfachen. Zudem wird durch das System der MindMaps Struktur in einen gegebenen Stoff gebracht und somit wie bei der Visualisierung dessen das Verstehen und Lernen von Wissen vereinfacht.

MindMaps am Tablet

Auch für Tablet-Klassen ist die MindMap als Methode geeignet. Anwendungen auf dem Tablet bieten hierbei den Vorteil, dass die MindMaps ins Unendliche ergänzt werden können und somit parallel zum Unterricht fortgeführt werden können.

Beispiel Map der App „SimpleMind Lite“

So kann zum Beispiel zu Beginn der Themeneinheit der Begriff „Kreuzzug“ als Ausgangspunkt der MindMap festgelegt werden und die Schüler*innen erweitern als Teil der Hausaufgabe oder im Unterricht selbstständig die MindMap um den neu erlernten Stoff. Der Effekt dieser Methode ist nicht nur die Wiederholung und Festigung des eben Gelernten, sondern auch eine fertig vorbereitete und visualisierte Aufbereitung des Stoffes für die nächste Klassenarbeit.

Für Tablet-Klassen oder der digitalen Nutzung von MindMaps kann ich hierbei die kostenlose App „SimpleMind Lite“ empfehlen. Die App ist leicht und verständlich zu bedienen.

Eine tolle Übersicht

Eine tolle Übersicht bietet zudem die Zusammenstellung der Universität Potsdam, welcher einzelne Tools zur Erstellung von MindMaps unter die Lupe genommen hat. Hier geht es zum Beitrag.

Das fiktive Interview

Geschichte, Latein, Methodik

Wer träumte nicht schon einmal davon, ein berühmter Journalist und Enthüllungsautor zu werden? Bei der heutigen Methode kann dies für einen begrenzten Zeitraum Realität werden:

Das fiktive Interview ist insbesondere bei schwierigen und längeren (Quellen-)texten eine geeignete Methode, da es eine intensive Auseinandersetzung mit dem Medium erfordert. Ausgeführt wird das Interview idealerweise in Partnerarbeit, größere Gruppen sind allerdings auch möglich.

Die Methode: Beide Partner lesen den Text, wobei einer der beiden die Rolle des Interviewers und der andere Partner die Rolle des Interviewten einnimmt. Der Interviewer versucht nun in kurzer und knackiger Form auf der Basis des Textes Fragen für seine Partner zu formulieren, welcher dieser nun in der Form des Interviews beantworten wird.

Eine abgewandelte Version dieser Methode ist die Podiumsdiskussion, welche sich zum Beispiel bei der Behandlung von Parteien (z.B. der Weimarer Republik) oder der Frankfurter Nationalversammlung im Unterricht anbietet. Hierbei erarbeiten ein oder zwei Moderatoren Fragen, welche sie in einem nachgestellten Wahlkampf den verschiedenen Vertretern der Parteien stellen möchten. Die Positionen der einzelnen Parteien werden jeweils von einer Kleingruppe in der Klasse erarbeitet, von welchen ein Vertreter am Ende zur Podiumsdiskussion entsandt wird. Dieser hat sich nun, gemeinsam mit den Vertretern der anderen Parteien, den Fragen der Moderatoren zu stellen. Fragen aus dem Publikum können hierbei zugelassen werden, müssen es aber nicht zwingend sein.

Anmerkung: Die Rolle des Interviewers oder des Moderators kann gegebenenfalls auch durch die Lehrkraft gestellt werden.

Der Stille-Würfel

Methodik

Der Stille-Würfel ist ein Kommunikationsinstrument für Stillarbeitsphasen. Anhand der sechs Seiten des Würfels können Schüler*innen in dieser Phase mit der Lehrkraft und/oder der Klasse kommunizieren, ohne die Ruhe zu stören. Dabei werden die Seiten des Würfel folgendermaßen beschriftet:

1. Roter Punkt: Ich komme zurecht und möchte von niemandem angesprochen werden.

2. Grüner Punkt: Ich komme zurecht und kann angesprochen werden, um meinen Mitschülern Hilfestellungen zu geben.

3. Fragezeichen: Ich benötige Hilfe bei der Lösung der Aufgabenstellung von Lehrkraft und/oder Klassenkameraden.

4. Ausrufezeichen: Aufforderung zur Kontrolle der Aufgabenstellung an die Lehrkraft.

5. Name des Schülers*in.

6. Feld zur freien Gestaltung.

Der Würfel kann gemeinsam im Unterricht gebastelt und gestaltet werden. Auf dem freien Feld kann beispielsweise der Wunsch nach einer kurzen Pause aufgezeichnet werden.

Vorlage (blanko) zum Basteln eines Würfels aus Papier: http://www.physikunterricht.at/Unterricht/Mathe1Klasse/Wuerfel_Bastelvorlage.pdf