Argumentationswippe: Digital und visuell Argumentieren

Apps/Programme, digital, Geschichte, kritischer Umgang, Neuzeit

Wie bereits in meinem letzten Beitrag (hier) angesprochen, haben meine Mädels selbstständig im Unterricht eine Lernlandkarte mit der Fragestellung „Keine Chance für die Demokratie“ bearbeitet. Zum Abschluss der Sequenz stand die Diskussion der Forschungsfrage im Raum.

Die Argumentationswippe

Im neuen Schulbuch von C.C.Buchner sah ich zufällig als Abschluss der Reihe eine Waage, auf welcher die verschiedenen Stationen der Weimarer Republik aufgelistet waren. Mir kam der Gedanke, das selbst mit den Mädels zu machen und die Lösung zu diskutieren, empfand ein Arbeiten mit Karten und Magneten an der Tafel allerdings als wenig anschaulich. Im #twlz habe ich von Katha Mowitz den Tipp zur Argumentationswippe bekommen und die Anwendung auch gleich getestet.

Das Tool kann kostenlos und ohne Anmeldung am PC oder Tablet genutzt werden. Für die Verwendung am Tablet ist es nützlich zu wissen, dass man die Argumente mit Hilfe des kleinen Pfeils auf der rechten Seite der Karte ziehen kann. Am PC ist es dagegen problemlos mit Drag and Drop möglich. Für den Einsatz in der Schule habe ich die Argumente für die Waage bereits vorbereitet und sie exportiert. Via TaskCards konnte die Mädels die Datei mit den Argumenten hochladen und die Waage beladen. Bei manchen Geräten hat der Import nicht ganz funktioniert und sie haben selbst Argumente gebildet. Die Waage galt es in Partnerarbeit zu beladen und anschließend das Ergebnis zur Diskussion auf der Klassen-TaskCard hochzuladen.

Durchführung

Die Mädels haben nun in ihrer Kleingruppe – wahlweise nur rechts und links, aber auch differenziert – Argumente bzw. Ereignisse auf die Seiten der Waage gelegt, welche dafür gesorgt haben, dass die Demokratie eine Chance hatte und welche der jungen Weimarer Republik eher geschadet haben. Bei Differenzierung kamen die stärksten Argumente jeweils an den Rand der Wippe und wurden zur Mitte hin schwächer.

Anschließend wurde ein Screenshot der Waage angefertigt und die Ergebnisse zur gemeinsamen Diskussion auf die TaskCard hochgeladen, um die Fragestellung abschließend zu beantworten und die Sequenz abzuschließen.

Update

In der Parallelklasse habe ich die Wippe im Unterrichtsgespräch getestet und hierbei kam eine schöne Diskussion zu Stande, bei welcher die Mädels eigenständig Argumente überlegt haben.

Fazit

Mir gefällt das Tool zum Sammeln und Gewichten von Argumenten sehr und es bietet eine gute Grundlage als auch Hilfestellung zur Durchführung von Diskussionen.

Das fiktive Interview

Geschichte, Latein, Methodik

Wer träumte nicht schon einmal davon, ein berühmter Journalist und Enthüllungsautor zu werden? Bei der heutigen Methode kann dies für einen begrenzten Zeitraum Realität werden:

Das fiktive Interview ist insbesondere bei schwierigen und längeren (Quellen-)texten eine geeignete Methode, da es eine intensive Auseinandersetzung mit dem Medium erfordert. Ausgeführt wird das Interview idealerweise in Partnerarbeit, größere Gruppen sind allerdings auch möglich.

Die Methode: Beide Partner lesen den Text, wobei einer der beiden die Rolle des Interviewers und der andere Partner die Rolle des Interviewten einnimmt. Der Interviewer versucht nun in kurzer und knackiger Form auf der Basis des Textes Fragen für seine Partner zu formulieren, welcher dieser nun in der Form des Interviews beantworten wird.

Eine abgewandelte Version dieser Methode ist die Podiumsdiskussion, welche sich zum Beispiel bei der Behandlung von Parteien (z.B. der Weimarer Republik) oder der Frankfurter Nationalversammlung im Unterricht anbietet. Hierbei erarbeiten ein oder zwei Moderatoren Fragen, welche sie in einem nachgestellten Wahlkampf den verschiedenen Vertretern der Parteien stellen möchten. Die Positionen der einzelnen Parteien werden jeweils von einer Kleingruppe in der Klasse erarbeitet, von welchen ein Vertreter am Ende zur Podiumsdiskussion entsandt wird. Dieser hat sich nun, gemeinsam mit den Vertretern der anderen Parteien, den Fragen der Moderatoren zu stellen. Fragen aus dem Publikum können hierbei zugelassen werden, müssen es aber nicht zwingend sein.

Anmerkung: Die Rolle des Interviewers oder des Moderators kann gegebenenfalls auch durch die Lehrkraft gestellt werden.