Björns Woche im #twlz: Die erste „eigene“ Klassenfahrt

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

letzte Woche war es soweit: Ich durfte zum ersten Mal als Lehrkraft auf Klassenfahrt fahren. Etwas spontan durfte ich für eine Kollegin einspringen und mit einer weiteren Kollegin und einer elften Klasse für drei Tage nach Bonn fahren. Mir kam das insofern entgegen, dass ich im nächsten Schuljahr mit meinem Seminarfach auch auf Klassenfahrt fahre und so schonmal ein wenig Erfahrung sammeln konnte. Quasi ein „Warrmschwimmen“. Welche Erfahrungen ich gemacht habe und was ich als Tipps für mich selbst mitnehme, möchte ich im heutigen Wochenrückblick gerne mit euch teilen. Natürlich würde ich mich auch sehr über eure Erfahrungen freuen: Was habt ihr bisher so auf Klassenfahrten erlebt und welche Tipps für Klassenfahrten könnt aus eigener Erfahrung weitergeben?

Reiseplanungen

Sowohl die An-, als auch die Abreise haben wir mit der Deutschen Bahn zurückgelegt. Was schon vor der eigentlichen Abreise abenteuerlich klingt, zeigte sich in der Umsetzung dann „relativ“ entspannt: tatsächlich haben wir alle möglichen Züge bekommen, einmal mussten wir einen Alternativzug nehmen, bevor wir an einer anderen Station in den regulären Zug umsteigen konnten. Hier war es sehr praktisch, dass wir feste Reservierungen hatten. Somit konnten wir den SchülerInnen gleich mitteilen, in welchem Waggon wir saßen und das ersparte uns viel Zeit für die eigentliche Platzsuche und auch für das „Zusammensammeln“ vor dem Aussteigen. Ein Tipp wäre an dieser Stelle daher auf jeden Fall Plätze zu reservieren, sofern das bei der Fahrt möglich ist. Zudem sollte auf jeden Fall eine Umstiegszeit von mindestens 15 Minuten eingeplant werden, da Züge sich gerne mal verspäten (ganz überraschend!) und das gemeinsame Wechseln des Zuges mit Koffern etc. oftmals zu einer kleinen Völkerwanderung wird.

Für Bonn selbst haben wir dann noch den Tipp bekommen, uns eine regionale Verkehrsapp zu holen, um damit immer eine Möglichkeit zu haben, einen Rückweg zu der Bushaltestelle an der Jugendherrberge zu finden. Das hat hier super geklappt, weshalb ich bei meinen nächsten Klassenfahrten definitiv auch empfehlen würde, sich geeignete Verkehrsapps bereits vor der Fahrt herunterzuladen, damit die SchülerInnen auch selbstorganisiert reisen können.

Kommunikation

Kommunikation ist auf einer Klassenfahrt der wichtigste Punkt. Hierbei will ich aber gar nicht darauf hinaus, dass man „klare Regeln“ etc. festsetzen muss, da dies klar sein dürfte. Wir hatten z.B. feste Treffpunkte für Frühstück, Abendbrot und Zimmerkontrolle zur Nachtruhe, an die sich die SchülerInnen soweit auch gehalten haben. Was ich meine, sind erweiterte Kommunikationsmöglichkeiten, auf welche die SchülerInnen bei Fragen oder Nachrichten zurückgreifen können. Wir haben uns hier aus datenschutzrechtlichen Gründen für die Plattform Signal entschieden: Auf dieser haben wir eine Orga-Gruppe für die Klassenfahrt erstellt, in welche SchülerInnen bei Bedarf beitreten konnten. Hier waren wir quasi dauerhaft erreichbar bei Fragen oder Nachrichten. Ein Großteil der Klasse hat dieses Tool genutzt, was in einigen Situationen sehr hilfreich war: So konnten Gruppen Bescheid sagen, dass sie etwas später zu Abendbrot kommen, weil sie einen Bus verpasst hatten. Oder wir konnten auf die Frage, wann genau Nachtruhe war, relativ unkompliziert antworten.

Ein anderer Aspekt der Kommunikation betrifft dann das eigentliche Auftreten: Da eine Klassenfahrt immer auch von einer gewissen Lockerheit geprägt ist, fand ich es wichtig, bei der sicherlich bestehenden Distanz zu den SchülerInnen diese auch mal aufzubrechen. Damit meine ich konkret, auch mal Sachen zu zulassen, die man im Schulkontext wohl nicht direkt machen würde. So habe ich einen Teil der Klasse dabei gesehen, wie sie gerade eine Runde des beliebten Trinkspiels Flunkyball spielten. Nach einer kurzen Kontrolle (die Bierflaschen waren alkoholfreies Radler, also alles gut) fragten mich die SchülerInnen, ob ich denn nicht eine Runde mitspielen wollen würde. Ich überlegte kurz, da allerdings nicht wirklich was dagegen sprach, versuchte ich also auch mein Glück. Während das Werfen noch ganz gut lief, konnte ich trinktechnisch leider nicht so ganz mithalten. Spass gemacht hat es aber allemal und auch die SchülerInnen fanden es „cool“, einmal mit der Lehrkraft zusammen spielen zu können. Dasselbe zeigte sich auch bei Nachtwanderungen, Tischtennis-Runden oder einfach lockeren Gesprächen über Pokemon, Serien oder den Sinn des Lebens. Daher würde ich an dieser Stelle auch immer den Tipp geben, diese Ebene der Kommunikation auch mal zuzulassen, auch wenn man bedenken muss, dass dies bei älteren Klassen eventuellbesser funktioniert als bei jüngeren.

Zur Erinnerung: Die Foto-Challenge

Eine wichtige Frage bei Klassenfahrten ist natürlich: „Was machen wir eigentlich?“. Denn so entspannt eine Klassenfahrt auch sein soll, gehört es natürlich dazu, auch mal ein paar Sehenswürdigkeiten, Museen oder anderen Orten einen Besuch abzustatten. Auch das Erkunden des eigentlichen Orts gehört natürlich dazu. Um dies etwas interessanter zu gestalten, haben wir uns entschieden, eine kleine Foto-Challenge zu machen: Die SchülerInnen haben 10 Aufgaben bekommen, welche sie im Verlauf der Klassenfahrt erfüllen sollten: Fotos mit lokalen Sehenswürdigkeiten (wie z.B. dem Rhein) zu schießen, Fotos mit etwas rotem oder auch ein Foto mit einem Graffiti. Diese Fotos sollten die SchülerInnen dann auf einem eigens dafür erstellten Padlet hochladen, wodurch wir quasi ein Siegerteam küren konnten, welches die meisten Aufgaben erfüllt hat. Hierdurch haben wir nicht nur eine kleine Challenge zum Kennenlernen der Stadt gehabt, sondern auch gleich eine Sammlung an Erinnerungsfotos, die sich alle SchülerInnen noch für einen gewissen Zeitraum herunterladen können.

Gedanken aus dem #twlz

Alle Personen einsteigen: Der Wortarten-Express fährt ab. @fraudromedar hat ein tolle Übersicht über die verschiedenen Wortarten erstellt.

Endlich Ferien! Wer noch ein paar Grußideen für die Ferien braucht, sollte sich die folgende Übersicht von @TiedmannConsult einmal anschauen.

Fazit

Auch wenn so eine Klassenfahrt durch Aufsichtspflicht, Organisation etc. sicherlich stressig ist, empfand ich meine erste „eigene“ Klassenfahrt doch als rundum schöne Zeit. Zudem fühle ich mich durch diese Erfahrungen auch gut gerüstet für die nächste Klassenfahrt, welche dann länger und auch ins Ausland gehen wird. Aber vorher reise ich selber noch herum, denn es stehen endlich Ferien an. In diesem Sinne wünsche ich euch in meinem letzten Blogartikel vor der Sommerpause erholsame Ferien und viel Energie für das kommende Schuljahr.

Kathas Woche im #twlz: Aus den Ferien, in die Ferien

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

zu keiner anderen Zeit als jetzt merkt man so stark den Unterschied zwischen den verschiedenen Bundesländern. Während in NRW bereits die letzten Tage des Schuljahres eingeläutet wurden, sind Bayern und Baden Württemberg gerade erst aus den Pfingstferien gekommen. Während die einen nun auf Klassenfahrt fahren, schreiben die anderen noch die letzten Prüfungen und Klausuren. In Bayern starten heute beispielsweise die Realschulprüfungen bzw. vereinzelte Fächer bereits am gestrigen Dienstag.

Auch ich befinde mich gedanklich gerade zwischen den Schuljahren. Auf der eine Seite überlege ich, wie ich möglichst zu einem runden Abschluss komme und die Schülerinnen auch in der letzten Phase dieses Schuljahres noch für das Fach begeistere, obwohl man vielen die Müdigkeit schon anmerkt, auf der anderen Seite plane ich bereits einige Projekte für das kommende Schuljahr und speichere mir hierfür Inspirationen ab. Einige davon möchte ich heute näher vorstellen.

Gedanken aus dem #twlz

Luftballons als Countdown

Bei solch coolen Aktion bereue ich es manchmal, dass ich keine eigene Klasse habe.

OER – Blanching Szenario

Gewissermaßen nicht für den Unterricht, sondern die nächste Tafelrunde sammle ich gerade alles zum Thema „OER“

Nicht das Buch, sondern das Cover

Eine spannende Methode, wenn ich auch noch unschlüssig darüber bin, wo und wie ich sie einsetzen werde.

Eine andere Art des Liniennetzes…

Kristina hat die Liniennetz-Methode in ein Branching Szenario verwandelt. Sehr spannend!

Björns Woche im #twlz: weitere Spielideen für die „Stunde vor den Ferien“

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

das Schuljahr neigt sich dem Ende zu. Nur noch wenige Wochen und dann stehen endlich die ersehnten Sommerferien vor der Tür. Da der Start in die Ferien je nach Bundesland unterschiedlich aussieht und es durch Klassenfahrten etc. durchaus vorkommen kann, dass die letzte Stunde vor den Ferien schneller als geplant kommt, dachte ich mir, dass es mal wieder Zeit für ein paar Spielideen für die typische „letzte Stunde vor den Ferien“ wird, damit man nicht dazu genötigt ist, irgendwelche langweiligen Dokus oder Serien zu gucken, sondern ein paar spaßige Momente mit seinen SchülerInnen haben kann.

Meinungsforschung

Meinungsforschung ist ein Spiel, welches sich eher für „kleine“ Gruppen sehr gut eignet. Im Prinzip geht es darum, dass man einschätzen muss, welche Person welche Antwort auf eine bestimmte Frage gegeben hat. Die Frage kann dabei relativ trivial sein: „Was ist dein Lieblingsgetränk?“ „Was ist dein Lieblingssport?“etc. Jeder Schüler beantwortet diese Frage verdeckt für sich (z.B. auf einem Zettel). Nach der Beantwortung sammelt die Lehrkraft die Zettel ein und mischt sie noch etwas durch. Danach werden die Zettel nach und nach geöffnet. Bei jedem Öffnen wird die Antwort laut vorgelesen und jede Schülerin muss einen Tipp abgeben, wer diese Antwort gesagt hat. Für jede richtig zugeordnete Antwort erhält man einen Punkt. Nachdem alle Antworten vorgelesen wurden, gewinnt die Person, welche die meisten Punkte hatte. Auf spielerische Weise lernt man sich innerhalb der Lerngruppe so noch besser kennen.

Make it Meme

Da das Erstellen und Dekonstruieren von Memes im Unterricht bereits sehr viel Spass gemacht hat, bin ich bei der Recherche auch auf das Spiel Make it Meme gestoßen. Der Sinn des Spiels ist relativ simpel: Alle TeilnehmerInnen bekommen ein zufälliges leeres Meme und müssen es so witzig wie möglich gestalten. Im Anschluss an das Erstellen werden die Memes dann bewertet und am Ende gewinnt der Mitspieler, der die meisten Punkte bekommen hat. Darüber hinaus bietet das Spiel noch weitere andere Spielmodi, welche manuell vom Spielleiter ausgewählt werden können. Das Spiel selber ist kostenlos und SchülerInnen können einfach via Einladungslink beitreten.

Among Us

Eine Idee für ältere Klassen: Among Us erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und ist weiterhin für verschiedene Geräte auch kostenlos verfügbar. Warum also nicht mal mit einer Lerngruppe ein wenig auf Impostor-Jagd gehen? Durch neue Einstellungen funktioniert das Spiel auch mit bis zu 15 Spielenden, sodass selbst große Lerngruppen ggf. mit zwei Leuten pro Gerät aktiv am Spiel teilnehmen können. Das Spiel selbst ist nach wie vor sehr intuitiv und wenn ihr generell noch ein wenig darüber nachlesen wollt, könnt ihr das hier in einem älteren Artikel machen.

Gedanken aus dem #twlz

Eine spannende Idee zum Thema Gamification von @eisenmed und @RonaldHild mit einem Spiel für den Geschichtsunterricht findet ihr unter folgendem Link:

Eine witzige Idee von @n85chu3l3r für die Stunden vor den Ferien: Bullshit-Bingo Sommerferien Edition. Wer also die nervigen Fragen seiner SchülerInnen etwas humorvoll sehen möchte, sollte einmal reinschauen.

Fazit

Ich hoffe, euch mit diesen Tipps ein paar neue Ideen für die letzten „letzten Stunden“ gegeben zu haben. Hier in Niedersachsen ist es zwar noch ein Monat, aber trotzdem kommen die Ferien immer näher. Daher wünsche ich euch eine möglichst stressfreie Zeit und diejenigen, welche in zwei Wochen schon in die Ferien gehen, einen guten Start. 😊

Kathas Woche im #twlz: Bridgerton, Scrum & ein Abschied

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

während Björn in Niedersachsen auf die Sommerferien zusteuert, befinde ich mich aktuell in Bayern in den Pfingstferien. Bei dem anhaltenden Regenwetter hier im Süden des Landes beschränkt sich die Erholung mehr auf Indooraktivitäten und so bin ich doch schneller wieder am Schreibtisch gelandet als zu Beginn der Ferien geplant. Viele meiner Arbeitsaufträge sowie die Quelleninterpretation würde ich gerne als Sketchnotes visualisieren und mich zudem für das nächste Schuljahr in Scrum einlesen. Eine Methode, die sicherlich sowohl für meine Mädels als auch für mich eine Herausforderung werden kann, welche wir aber gemeinsam als Team meistern werden.

Vor den Pfingstferien durfte ich zudem meine beiden ersten 10.Klassen verabschieden. Ein absolut komischer Moment, sie nach einem Jahr Zusammenarbeit in die Welt ziehen lassen. Aber auch ein stolzer Moment, wenn ich sehe, dass die jungen Frauen, die vor mir sitzen, selbstbewusst und stark nun ihren weiteren Lebensweg bestreiten und erwachsen werden. Abgeschlossen haben wir das Schuljahr mit der Rezeption und Darstellung von Geschichte in Serien. Genauer gesagt haben wir uns Bridgerton einmal näher angeschaut. Die Mädels haben sich riesig gefreut als sie nach einem kleinen Teaser von selbst auf die Serie gekommen sind. In Gruppen durften sie anschließend und selbstständig ihre zuvor gestellten Forschungsfrage zur Serie recherchieren und präsentieren. Hier wurden fundierte Fragen gestellt, welche ich anschließend auf einem Arbeitsblatt zusammengetragen habe.

In der anschließenden Besprechung und Sicherung haben wir zudem die Frage diskutiert, wie authentisch die Serie ist.

Scrum im #twlz

Die letzten Tage wurde viel über Scrum in der Schule diskutiert. Folgende Tweets mit ihren einzelnen Antworten kann ich euch zum Thema empfehlen und habe sie mir auch selbst abgespeichert.

Material zu Scrum

Viele tolle Literaturempfehlungen und Materialien. Einige habe ich bereits bestellt, andere kannte ich zuvor noch nicht.

Auf die Ohren!

Für den ersten Kontakt mit Scrum kann ich euch diesen Podcast empfehlen.

Erfahrung & Diskussion

Besonders wertvoll sind für mich auch die Erfahrungsberichte anderer Lehrkräfte, um mögliche Problempunkte früh zu erkennen und zu umgehen.

Material

Das Material wurde mit canva.com erstellt und unterliegt deren Lizenzbestimmungen. Lediglich der Inhalt & Idee stehen unter folgender Lizenz: Lizenz CC BY(-SA) 4.0.

Björns Woche im #twlz: Wie sinnvoll sind Erklärvideos auf YouTube & Co?

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

wenn es um das digitale Lernen bei Schüler*Innen geht, sind Erklärvideos auf YouTube ganz vorne mit dabei. Wem um 20:00 am Vorabend einfällt, dass ja morgen eine Klausur ansteht, sucht auf YouTube schnell nach Videos von Plattformen wie Simpleclub, musstewissen oder Kurz gesagt. Immerhin versprechen diese Plattformen, dass man nach dem Video „alles weiß, was man wissen muss“ oder dass man nach dem Schauen dieses Video morgen auf jeden Fall eine gute Note schreiben werde. Daher verwundert es nicht, dass jene Videos auch bei meiner SchülerInnen sehr beliebt sind und natürlich auch geschaut werden. Doch so gut zusätzliche Bildung auch ist, bleibt natürlich die Frage bestehen, welchen praktischen Mehrwert haben solche Erklärvideos für den Unterricht wirklich? Und wie sieht es um die vorher genannten versprechen aus: Ist das Schauen solcher Videos der „einfache“ Weg zu 15 Punkten in Geschichte und co? Auch im #twlz wird immer mal wieder gerne über das Thema diskutiert, weshalb ich es spannend fand, diesen Fragen mal mit einer Schulklasse nachzugehen. Gemeinsam mit meiner elften Klasse in Geschichte haben wir uns diese Frage einmal gestellt und kritisch geschaut, inwiefern diese Videos zum Erringen einer guten Note für den Unterricht beitragen können.

Die Ausgangslage

Konkret bin ich in die Stunde mit der Frage gegangen, ob das Schauen solcher Erklärvideos hilft, eine gute Note in einer Oberstufenklausur in Geschichte zu bekommen. Als Materialien dienten hierfür ein Erklärvideo von Mr.Wissen2go zum Thema Entdeckung Amerikas und eine kleine Übersicht über eine Beispielklausur. Zu letzterem Punkt sei gesagt, dass wir in Geschichte in Niedersachsen für die Oberstufe relativ feste Vorgaben für das Stellen von Klausuren haben. Die Klausur orientiert sich dabei an je einer Aufgabe aus allen drei Anforderungsniveaus, hier einmal knapp zusammengefasst: Zusammenfassen (AFB I) / Erklären (AFB II) / Stellung beziehen (AFB III). In Bezug auf den AFB I ist damit auch immer eine Quellenkritik verbunden. Auf Basis dieser Grundlage erstellte ich eine Probeklausur, die als Vergleichskriterium für den „Nutzen“ des Schauens solcher Videos dienen sollte. Eine konkrete Quelle gab es hier aber nicht, da wir diese Frage „universell“ beantworten wollen. Diese Probeklausur sah dann so aus:

Mit diesen Aufgaben im Hinterkopf schauten wir uns also das oben genannte Video an. Zentrale Aufgabe war es zu bewerten, inwiefern das Schauen dieses Video dabei hilft, diese drei Klausuraufgaben zu beantworten. Sollte es wirklich reichen, mit dem Schauen eines gut 10-minütgen Videos einen einfachen Weg zu 15 Punkten gefunden zu haben?

Die Besprechung

Wir schauten also das Video und bevor wir uns inhaltlich damit auseinandersetzten wurde erst einmal die Professionalität des Videos gelobt. Der Inhalt wurde klar und verständlich vorgetragen und es sei relativ leicht gewesen, ihn zu verstehen. Dann gingen wir zum inhaltlichen über. Bezüglich Aufgabe 1 stellten die SchülerInnen fest, dass das Video hierbei relativ wenig weiterhelfe. Da es im Video keine spezifische Quellenkritik oder Inhaltsangabe gebe, könne auch kein Mehrwert daraus gewonnen werden. Zwar würden an einigen Stellen Aspekte der Quellenkritik auftauchen, aber grundsätzlich würden Quellen und deren Inhalte eher eine kleine Rolle spielen. Hier wurde angemerkt, dass es in dieser Hinsicht auch nicht der Anspruch des Videos sei, was richtig ist, aber auch zeige, dass es eben für diese Art von Aufgabenstellung weniger geeignet sei. Als Fazit wurde deshalb formuliert, dass es durch das Schauen dieses Videos wenn überhaupt einen sehr geringen Nutzen für Aufgaben aus dem AFB 1 gebe. Weder stehe eine Quelle im Vordergrund, noch werde sich kritisch mit dieser auseinandergesetzt.

Ein wenig anders sah es dann im AFB 2 aus: Hier waren sich die SchülerInnen einig, dass die im Video gezeigten Informationen sehr gut erklärt wurden. Die im Unterricht erarbeiteten Informationen zum Handel im 15. Jahrhundert und zu den damals existierenden Handelswegen wurden ausführlich vorgestellt und in einen klaren Bezug zueinander gesetzt. Gelobt wurde auch die Veranschaulichung via Karten etc., durch welche man die Worte auch visuell nachvollziehen konnte. Am Ende kamen wir zu dem Schluss, dass gerade für diesen AFB 2 das Lernen mit solchen Erklärvideos sehr sinnvoll sein kann. Zwar wurde hier auch erwähnt, dass dieses Video spezifisch auf die Frage zugeschnitten war, aber da es mittlerweile zu fast jedem Thema (teilweise mehrere) Erklärvideos gibt, sollte es möglich sein, damit ergänzend zum jeweiligen Unterrichtsstoff zu lernen.

Beim AFB 3 gingen die Meinungen dann ein wenig auseinander: Ein Teil der Lerngruppe sagte, dass man durch das Schauen solcher Videos eine gute Basis gewinne, auf welcher man dann argumentieren könne. Die Fakten zum Bewerten der hier gestellten Frage würden dafür eine gute Grundlage bieten. Auf der anderen Seite wurde dann aber angemerkt, dass das Video selbst gut erklärt, aber wenig „eigene“ Position bezieht. Hier oder auch in anderen Videos werden streitbare Punkte durchaus angesprochen, aber es wird nur gesagt, dass es diese Positionen gibt. Niemals bezieht der Sprecher selbst Partei oder bezieht insofern Stellung, dass er selbst auf Basis der erklärten Punkte für eine Position eintritt. Teilweise wird gesagt, dass die ZuschauerInnen ihre Meinung in die Kommentare schreiben und dort diskutieren sollen, was aber nicht wirklich funktioniert, wenn man sich die Kommentare anschaut:

Das Ergebnis

Am Ende kamen wir also zu einem gemischten Fazit: Während das angeschaute Erklärvideo vor allem in Bezug auf den AFB 2 sinnvoll war, bot es doch wenig Inhalt, um für die Anforderungsbereiche 1 und 3 „gerüstet“ zu sein. Das Video bot eine tolle und ausführliche Erklärung, ohne dabei aber für die Geschichtswissenschaft zentrale Aspekte wie Quellenkritik oder Argumentation zu gebrauchen. Es wird versucht, ein Anspruch von Objektivität an Geschichte zu stellen, indem es auf das gute erklären von Hintergründen reduziert wird. Das wird den Ansprüchen und er Oberstufe aber nur in Teilen gerecht. Allerdings (und da war sich auch ein Großteil einig) ist dies in auch gar nicht so sehr der Anspruch eines „Erklär“videos. Wenn das Video dies gut macht, habe es seine Aufgabe doch erfüllt. Schwierig wird es nur, wenn jenes Video dann alleine durch das Schauen nur gute Noten verspreche. Deshalb lautete für die sehr produktive Diskussion das Fazit, dass solche Videos eine tolle Ergänzung zur Vorbereitung für eine Klausur (oder auch zum normalen Unterricht) wären, man sich aber eben nicht alleine darauf verlassen dürfe.

Gedanken aus dem #twlz

Ein interessantes Tool zum digitalen Brainstormen stellt das kitsTeam vor:

Einen ausführlichen Einblick in das Thema „Erstellen von Erklärvideos“ im Biounterricht liefert @Ankikow.

Fazit

Erklärvideos werden für einige Zeit zur Lebenswelt der SchülerInnen dazugehören, weshalb es wichtig ist, sich auch im Unterricht damit auseinanderzusetzen. So kann man sowohl die Stärken, als auch die Schwächen dieser Videos transparent aufzeigen, damit die SchülerInnen diese nicht einfach nur schauen, sondern auch verstehen. Das hat jedenfalls die Diskussion mit meiner elften Klasse ergeben. An dieser Stelle würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn ihre eure bisherigen Erfahrungen mit Erklärvideos teilt und einmal erzählt, wie ihr diese im Unterricht nutzt? Bzw. habt ihr schonmal gefragt, ob eure SchülerInnen diese nutzen, um dann „einfach eine 1 zu schreiben“? Ich bin gespannt auf die weitere Diskussion zu dem Thema und wünsche euch an dieser Stelle einen schönen Start in den Juni. 😊

Kathas Woche im #twlz: WildcampenBW 2022

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

im Moment sitze ich meinem Schreibtisch, noch etwas überwältig und mangels Schlaf auch etwas müde und überlege, wie ich all die Eindrücke, Gedanken, Impressionen und die vielen tollen Lehrkräfte vom Barcamp im idyllischen Bad Wildbad in Worte verwandeln soll.

Blick auf Bad Wildbad

Freitag, 20.05.22

Nach der Schule ging es gemeinsam mit Steffen Siegert auf den Weg in den Schwarzwald. Dort angekommen, bekamen wir die Möglichkeit verschiedene Erlebnisräume zu besuchen, um beispielsweise Sketchnotes oder eSport auszuprobieren. Da ich mit meinen Mädels aktuell im Unterricht sketche, war dieser Raum für mich von besonderem Interesse.

eSport

Im Anschluss an die Entdeckungsräume und ein stärkendes Abendessen fand die offizielle Begrüßung der Veranstaltung durch Saskia Ebel und Dejan Mihajlovic statt. Sie führten die Teilnehmenden kurz in die Thematik des Wochenende ein und übergaben das Wort an zwei Referentinnen der Heidelberg School of Eduacation und der Deeper Learning-Initiative. Die Initiative setzt sich für schulische Leistungsnachweise mit authentischen Produkten ein. Konkret bedeutet dies, dass die Schüler*innen beispielsweise einen Podcast über eine historische Gegebenheit anfertigen, welcher anschließend, beispielsweise vor den Eltern oder in einem Museum, veröffentlicht wird.

Wichtig im Prozess der Erarbeitung sind den beiden Referentinnen zudem ein kontinuierliches Feedback in allen Phasen der Erarbeitung des Lernproduktes sowie eine Evaluation dessen. In vielen Anregungen und Impulsen der Initiative habe ich meinen eigenen Unterricht wieder entdeckt und freue mich, dass ich im Sinne von Deeper Learning mich auf dem richtigen Weg befinde.

Samstag & Sonntag, 21-22.05.22

Am Samstag nach einem guten Frühstück ging es dann endlich mit dem Barcamp los. Den Einstiegsvortrag lieferte hier das Institut für zeitgemäße Prüfungskultur, vertreten durch Lars Mecklenburg. Bereits in den Einstiegsfolien machte der Referent deutlich, dass die Digitalität unsere aktuelle Prüfungskultur nicht mehr fortführen lasst. Die klassischen Prüfungen wurden auf ein System ausgerichtet, welches nicht mehr zeitgemäß ist. Hier zu nennen ist vor allem die Oralität von Wissen, welche notwendig war als man dieses noch nicht aufzeichnen konnte. In Zeiten der Digitalität ist dieses Wissen dagegen für alle greifbar und öffentlich im Internet verfügbar. Ein weiterer Punkt ist hierbei das Prüfen von Einzelpersonen. Die aktuelle Arbeitswelt setzt auf Teamwork und das Zusammenführen von verschiedenen Kompetenzen in einem Team. Dies sollte auch Einzug in die Schule finden.

Lars Mecklenburg

Nach dem Einstiegsvortrag ging es mit dem eigentlichen Barcamp los. Saskia und Dejan erklärten den Teilgeber*innen (Teilnehmer*innen eines Barcamps) kurz die wichtigsten Regeln und den Ablauf des Barcamps. Anschließend hatte jede*r die Möglichkeit, eine eigene Session einzureichen, über welche die anwesenden Lehrkräfte abstimmen konnten. Angeboten werden konnten die Sessions sowohl am Samstag als auch am Sonntag.

Saskia Ebel und Dejan Mihajlovic

Bevor ich nun näher auf die einzelnen Sessions eingehen werde, muss selbstverständlich die Süßigkeitentheken vorgestellt werden. Im einem extra Raum wurde dieses Schlaraffenland aufgebaut. Ich kann auch nur sagen, der Duft in diesem Raum war genial.

Neben meinen eigenen Sessions habe ich mich insbesondere mit Fragen zur zeitgemäßen Prüfungskultur sowie zum selbstständigem Lernen auseinandergesetzt. Persönlich sehe ich mich in der Rolle einer Lernbegleiterin und möchte meine Mädels mehr Verantwortung beim Lernen übertragen und sie dabei unterstützen. Hierbei fand ich vor allem die Sessions der Gemeinschaftsschule und deren Graduierungssysteme sehr spannend. Schüler*innen können sich anhand verschiedener Kriterien Rechte erarbeiten und dann beispielsweise, wenn sie möchten, an einem freiwählbaren Platz im Schulhaus lernen. Während dieser Phasen hat die Lehrkraft die Möglichkeit für eine verstärkte Differenzierung und Individualisierung in der Klasse. Auch können sich Schüler*innen in diesem System Belohnung erarbeiten, wie beispielsweise Vokabeltipps in Schulaufgaben oder Musikhören während einer Erarbeitungsphase.

Persönlich empfinde ich diese Eigenständigkeit und das selbstständige Lernen als einen großer Kompetenzerwerb, welche die Schüler*innen auch auf ihre zukünftige Arbeitswelt vorbereitet. Als Vorhaben für das nächste Schuljahr möchte ich gerne insbesondere die Impulse zum eigenständigen Lernen vertiefen und sie auch mehr zur (Selbst-)Reflexion im Unterricht anregen. In meinen Augen sind dies nicht nur schulische-, sondern auch lebenswichtige Kompetenzen, die in unserer aktuellen Welt von großer Wichtigkeit sind.

Fazit

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Saskia, Dejan und ihrem ganzen Team für das tolle Barcamp sowie die Möglichkeit der Teilnahme bedanken. Für mich ist es, vor allem als junge Lehrkraft, nicht selbstverständlich, zu solchen Veranstaltungen zu gehen. Für mich selbst und meinen eigenen Unterricht habe ich viele spannende Impulse und Ideen mitgenommen, die hoffentlich bald zum Einsatz kommen werden. Zudem bin ich sehr dankbar, viele tolle, inspirierende, zukunftsweisende und wahnsinnig liebe Lehrkräfte kennengelernt zu haben, die mich hoffentlich auf meinen weiteren Weg begleiten werden.

#WildcampenBW im #twlz

Wenn ihr durch meinen Beitrag noch nicht überzeugt wurdet, nächstes Jahr auch teilzunehmen, tun es vielleicht die Stimmen aus dem #twlz.

Angebot für Kinder

Auch wenn ich aktuell noch kinderlos bin, finde ich es ein super Angebot, dass man seinen Partner und seine Kinder mitbringen kann.

Zeitgemäße Prüfungskultur

Eine Zusammenfassung der Session von Lars Mecklenburg.

Wie wäre Schule, wenn alles möglich wäre?

Dieser Frage ist Dejan Mihaljlovic in seiner Session nachgegangen.

Unsere Woche im #twlz: Unsere und eure Sternstunden

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

auf Instagram läuft aktuell eine Lehrerchallenge. Auch in dieser Woche wollen wir uns dieser Challenge widmen und das Thema „Sternstunden“ nach den Fails der vergangenen Woche bearbeiten. Beide Stunden sind wertvoll für unseren Unterricht. Denn aus „schlechten Stunden“ können wir als Lehrkraft sehr viel mitnehmen und lernen und tolle Stunden geben uns unendlich viel Kraft und Zuversicht, wenn es einmal nicht so gut läuft oder wir Kraft brauchen.

Katharina

Lange habe ich über diese Frage nachgedacht und mich letztendlich für diese zwei Stunden entschieden.

Die 80er und „I Wanna Dance With Somebody“

Bei uns an der Schule war Mottowoche und das Thema am letzten Tag vor den Faschingsferien lautete „80er“. In der 6.Stunde hatte ich eine Klasse in Geschichte. Passend zum Thema des Tages haben wir auf YouTube einen kurzen Clip zu den 80ern angeschaut. Anschließend kam der Wunsch von den Mädels auf, ob wir nicht Musik aus den 80ern hören können. Die restliche Stunde haben wir also lautstark zu den Hits der 80er mitgesungen und getanzt. Lautstark dröhnte also „I Wanna Dance With Somebody“ durch das Klassenzimmer und ich konnte nicht mehr aufhören zu lächeln. Die Mädchen waren so glücklich und frei in diesem Moment. Es war so toll anzusehen. Das sind die Momente unseres Jobs, die wir ganz fest festhalten müssen. Mir ging richtig das Herz auf und ich dachte nur, wie sehr ich diesen Job und diese Kinder liebe!

Digitale Spiele und ein Lärmpegel

Mittlerweile bin ich wohl dafür bekannt, dass ich öfter digitale Spiele im Unterricht einsetze. Eins davon war Valiant Hearts (hier). Beim Spielen und Durchführen der Einheit waren die Mädels Feuer und Flamme. Wir haben das Spiel an einem iPad gespielt und an die Wand projektiert. Das Mädchen, was gerade gespielt hat, wurde von der Klasse angefeuert, es wurden Tipps gegeben und mitgefiebert. Auch die Irritation zum Einsteig mit Hilfe des Spiels funktionierte perfekt. Die Mädels waren so begeistert, dass sie statt der Halloween-Stunde vor den Ferien lieber weiter mit dem Stoff machen wollten.

Björn

Memes zum Latein-Unterricht

Da ich selbst mit Memes aufgewachsen bin, schaue ich immer gerne mal, wo ich diese auch im Unterricht einsetzen kann. Immerhin bieten sie eine Möglichkeit, auf witzig-kreative Weise zu bestimmten Unterrichtsinhalten hinzuleiten. Auch in der SchülerInnen-Generation sind Memes noch beliebt, weshalb ich mir in einer Lateinstunde einmal den Spass gemacht habe, den Kurs ohne große Beschränkungen eigenes Memes zu erstellen. Die Aufgabe war, sich auf den Inhalt der letzten Stunden zu fokussieren. Dabei durften aber auch Memes über den eigentlichen Unterricht an sich gestaltet werden. So entstanden in einer Doppelstunde knapp 70 Memes über lateinische Sprache und Grammatik sowie über den Unterricht selbst. Die SchülerInnen hatten sehr viel Spass und brachte mir am Ende eine meiner Lieblingsrückmeldungen im Lehrerberuf: „Wie kommt es eigentlich, dass wir im „ältesten“ Fach den modernsten Unterricht machen?“

Eigene Netflix-Serien zur „Völkerwanderung“

Basierend auf einem Artikel auf unserem Blog habe ich meine 12er nach einer Klausur innerhalb der Einheit „Völkerwanderung“ ein wenig Entspannung gegönnt und sie eine Netflix-Serie innerhalb dieses Themas erstellen lassen. Es war sehr spannend zu sehen, welche kreativen Gedanken sich die SchülerInnen zur Geschichte, zu den Charakteren und auch zur Besetzung gemacht haben. Das Highlight war dann natürlich das Vorstellen der Serien, wo die SchülerInnen voller Begeisterung ihre Serien präsentierten und sich durchgehend positives Feedback gaben. Es zeigte sich, dass Netflix als Alltagsbezug gut aufgenommen wurde und auch eine Grundlage für eine anschließende Diskussion bot, wie Geschichte in Serien dargestellt wird und inwiefern es einen Anspruch von Serien mit historischen Inhalten auf „Authentizität“ geben kann.

Tolle Unterrichtskonzepte aus dem #twlz

Eine tolle Idee zur Erarbeitung mit anschließender Problematisierung des gesteuerten Chats durch LearningSnacks hat Kai Wörner diese Woche vorgestellt.

Englisch außerhalb des Unterrichts?

Eine tolle Idee zur Motivation der Schüler*innen außerhalb des eigenen Fachunterrichts. Für Latein fehlen uns da leider etwas die Filme und Serien😅

Tipps zum Erstellen von (Latein-)Klausuren

meine Woche im #twlz

Der Mai ist nicht nur der Monat, in welchem das Wetter normalerweise schön wird und der Frühling in seiner höchsten Blüte steht, sondern leider auch der Monat, in welchem zahlreiche Klausuren anstehen. Zwischen Oster- und Sommerferien steigt der Stresslevel hier oftmals sehr stark an, was auch daran liegt, dass man eben zahlreiche Klausuren erstellen und korrigieren muss. In den letzten Tagen wurde im #twlz viel darüber diskutiert, wie man selbst mit dem Erstellen von Klausuren umgeht und ob man selbst eine feste Vorlage nutzt. Auch ich habe mich an diesen Diskussionen beteiligt und es kam der Gedanke auf, die eigenen Routinen beim Erstellen von Klausuren einmal vorzustellen. Genau das möchte ich mit dem heutigen Artikel machen und einmal zeigen, wie meine Mustervorlage für eine Lateinklausur aussieht. Ich freue mich schon auf eure Anmerkungen und den weiteren Austausch zu dem Thema. Eventuell gibt es ja auch Vorlagen, welche ihr nutzt und gerne im #twlz teilen möchtet?

Der „Einstieg“ in eine Klausur beginnt bei mir immer mit einem Einführungstext, welcher die SchülerInnen in das Thema die Klausur einführt. Durch aufmerksames Lesen erkennen die SchülerInnen bereits den Kontext und haben somit keinen „Kaltstart“. Ebenfalls werden im Einführungstext ggf. schon Vokabelhilfen gegeben, wenn z.B. ein Name oder ein Ort auftaucht, der im lateinischen Text ebenfalls vorkommt: „Romulus und Remus gelten als Gründer Roms (Roma, ae f.)“. Ebenfalls finden sich auch die formellen Angaben wie Datum, Klasse oder auch die Nummer der Klausur. Auch dürfen die SchülerInnen gerne daran erinnert werden, ihren Namen oben links einzutragen. 😉

Standardmäßig gehört zu einer Lateinklausur natürlich auch ein Text, der übersetzt werden möchte. Diesen platziere ich immer im „Zentrum“ des Blattes in der folgenden Aufteilung: Der eigentliche Text ist in einer großen Schrift verfasst, mit einem Zeilenabstand von 1,5 um den SchülerInnen Platz für eigene Markierungen zu lassen. Er nimmt 2/3 des Platzes ein, die jeweiligen Vokabelhilfen dann 1/3. Die Vokabeln, welche ich hier angebe, markiere ich im lateinischen Fließtext dick, damit erkennbar ist, dass diese Vokabel als Hilfe angegeben ist.

Nach dem lateinischen Text erfolgt der eigentlich Aufgabenblock, der immer mit der Aufgabe der Übersetzung beginnt. Wichtig ist hier das „angemessen“, da ich eben nicht einfach möchte, dass die SchülerInnen 1:1 wörtlich übersetzen, ohne den Text zu verstehen. Standardmäßig bestimmte bei uns die Übersetzung 2/3 der Endnote, während die restlichen Aufgaben aus Grammatik und Kulturgeschichte 1/3 ausmachen. Dieser Teil ist bei mir oftmals so aufgeteilt, dass es zwei Grammatikaufgaben und eine Aufgabe zur Kulturgeschichte gibt. Die Grammatikaufgaben sind dabei so aufgebaut, dass sich direkt auf den Text beziehen und den SchülerInnen somit auch ein wenig Hilfestellung geben:

„Besimmte den Kasus eines Wortes in Zeile 2.“

„Markiere die Satzglieder des AcI in Zeile 5.“

„Unterstreiche die Relativpronomina im Text.“

Die Aufgabe zur Kulturgeschichte selbst greift dann den Hintergrund des Textes auf. Handelt der Text z.B. von Hannibal, dann kann die Aufgabe hier lauten, kurz zu erklären, warum er die Römer so gehasst hat oder inwiefern sein Zug über die Alpen so überraschend war. Diese Aufgabe schließt die Klausur ab und bildet so meistens eine Brücke zum eigentlichen Einstieg.

Das ist also meine Mustervorlage, um relativ „schnell“ eine eigene Klausur für den Lateinunterricht zu erstellen. Wenn ihr die gesamte Vorlage nutzen wollt, könnt ihr diese hier finden:

Fazit

Das Erstellen von Klausuren gehört sicherlich zu den eher „lästigeren“ Aufgaben einer Lehrkraft. Insofern finde ich es gut, dass wir uns in #twlz darüber austauschen und Ideen teilen. Ich bin gespannt, mit welchen „Routinen“ ihr Klausuren erstellt und welche kleinen Tipps und Hilfen ihr nutzt, um eure Klausuren zu erstellen.

Material

Unsere Woche im #twlz: Unsere schönsten Fails

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

auf Instagram läuft aktuell eine Lehrerchallenge. Das Thema heute heißt #mehrrealitätaufinstagram. Somit steht quasi eine Fail-Challenge an, bei welcher Lehrkräfte ihren „schönsten“ Fails einmal präsentieren sollen. Quasi alles, was im Unterricht einmal schiefgegangen ist, aber im Nachhinein dann Stoff für eine ganz lustige Geschichte bietet. Auch wir möchten daran gerne teilnehmen und stellen euch heute je zwei Fails aus unserem Unterrichtsalltag vor. Auch unser Unterricht läuft nicht immer perfekt ab.

Katharina

  1. Die abgeklebte Maus

Als junge und neue Lehrkaft wird man von den Schüler*innen gerne einmal auf die Probe gestellt. Meine Mädels haben die Maus von unten mit Klebefilm angeklebt. Das kannte ich bis dato noch nicht… Ich wundere mich also die ganze Stunde lautstark über die Maus, stecke sie ein und wieder aus und verstehe die Welt nicht mehr. Nach der Stunde kommt der Kollege zu mir und meinte nur, du die … war gerade sehr amüsiert darüber, dass du nicht auf den kleinen Streich gekommen bist. Heute kann ich darüber lachen😅

2. Die Paulskirche

Ach, hab ich gebastelt und mich auf diese Stunde gefreut. Sah den tollen Blogpost schon vor mir. Ich sage euch, die Stunde war der absolute Fail und die Mädels sind gar nicht darauf angesprungen. Einzig, die Reporter haben funktioniert 😂 Glaube aber, dass das Argumentieren trotz der Hilfen sie doch etwas überfordert hat und nehme die Schuld hier auf mich. Im Anhang das Material und kurz meine Idee dahinter, wer einen Versuch wagen möchte.

Björn

  1. Manuf(r)akturen

    In einem Unterrichtsbesuch ging es um das Thema „Frankreiches Wirtschaftspolitik unter Ludwig II.“. Ein wesentliches Merkmal dieses Themas ist das Herstellen von hochwertigen Produkten in sogenannten Manufakturen. Ich hatte ein Arbeitsblatt erstellt, in welchem die SchülerInnen das System dieser Manufakturen erarbeiten sollten. Das Problem war, dass ich aus irgendwelchen Gründen nicht Manufakturen, sondern Manufrakturen geschrieben hatte. Somit habe ich diesen Begriff konsequent die ganze Stunde genutzt und die SchülerInnen auch so lernen lassen. Nach der Stunde sprach mein Fachleiter mich darauf an, dass mein Zweitfach Latein wäre und ich mal über den Unterschied zwischen frangere (= zerbrechen) und facere (= machen) nachdenken solle. Erst da bemerkte ich, dass ich den Sinn einer Manufaktur damit konsequent umgedreht hatte. Aus „mit der Hand bauen“ wurde „mit der Hand zerstören“. Mein Fachleiter kommentierte es mit einem Zwinkern und meinte, dass ich mein Wissen aus dem Zweitfach gerne auch in Geschichte anwenden dürfe. 😉

2. Der eingefrorene Bildschirm

Auch der zweite Fail kommt aus meinem Referendariat und zwar nicht aus irgendeiner Stunde, sondern aus meinem PU. In Latein habe ich es immer so gemacht, dass ich mit meiner Lerngruppe den Text durch das Bestimmen von Subjekten, Prädikaten und weiteren Infos vorentlastet habe. Dann konnten sie mit ein wenig Hilfe in die eigentliche Übersetzung gehen. Auch in meiner PU-Stunde habe ich das so gemacht und an meinem eigenen Rechner die Informationen eingetragen, welche die SchülerInnen im Hintergrund auf dem projizierten Smartboard sehen konnten. Doch ausgerechnet im PU war die Beteiligung relativ zurückhaltend, sodass ich dann froh war, als wir fertig waren und irgendwie dann doch alles eingetragen hatten. Als ich die SchülerInnen dann in die Übersetzungsphase entließ und mich umdrehte, bemerkte ich auch den Grund dafür: Ich hatte das Smartboard immer noch auf das Bild vom Einstieg „gefreezt“, die SchülerInnen hatten also gar nicht mitverfolgen können, wie ich die Ergänzungen auf dem AB eingefügt hatte. Ich ließ es mir nicht groß anmerken, aber wäre an dieser Stelle, wo alle FachleiterInnen etc. zuschauten, am liebsten im Boden versunken. In der Nachbesprechung entschuldigte ich mich gefühlt 100 mal dafür, aber zum Glück kommentierte meine Fachleiterin diesen Vorfall nur so, dass sie in genügend anderen Stunden gesehen hätte, dass ich kompetent mit Technik umgehen könne. Daher sei es hier nicht so schlimm gewesen, auch wenn es für mich in der Situation der absolute Worst Case war. 😄

Material

Der Gedanke hinter dem Material war, dass die Schüler*innen durch Zufall je einer Fraktion zugeteilt werden und in die Rolle einer historischer Persönlichkeit schlüpfen. Zwei Karten sind etwas heller gestaltet und signalisieren die Vorsitzenden, also die Leiter der Diskussion. Zudem gibt es noch zwei Reporter, die rumgehen und Fragen stellen. Das hat wirklich super geklappt und echt geholfen. Die Diskussion lief dann leider doch nicht so. Die QR-Codes führen zu Biografien der Abgeordneten von DHM.

Kathas Woche im #twlz: Lernen im eigenen Tempo

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

letzte Woche haben ich in meinen 9.Klassen die Lernlandkarte und Feedback dazu eingeholt. Das Resümee war durchaus positiv, vor allem das Lernen im eigenen Tempo empfanden alle Schüler*innen als gut oder sehr gut. Für mich heißt es nun, Dinge, die positiv hervorgehoben wurden, regelmäßig in meinen Unterricht zu integrieren und an Anmerkungen mit Verbesserungspotenzial zu arbeiten.

Lernlandkarte Kl.9

Persönlich bin ich ein großer Fan von selbstständigen Lernen, tue mir allerdings schwer, meine Vorstellungen und Ideen manchmal in Einklang mit dem Schulgesetzt zu bringen. Hier gibt es leider noch wenige Möglichkeiten für alternative Leistungserhebungen und Bewertungen nach einem mehrstufigen Kompetenzsystem. Zudem kämpfe ich noch etwas mit dem Durchhaltevermögen der Mädels und einem geeigneten Rahmen für diese Form des Lernens. Der Lernpfad mit mebis hat ihnen hierbei schon sehr geholfen, allerdings zeigten sich bei der Durchführung Schwächen der Technik sowie Probleme mit unserem Internet. Eine optimale Lösung ist hier somit noch nicht gefunden.

Gedanken aus der digitalen Welt

Umso mehr freue ich mich, von Lehrkräften zu lesen, die hier schon weiter sind als ich und das Schulsystem ein Stückchen mehr öffnen konnten.

Concept Boards

Eine Anregung, welche sich sicherlich auch im selbstständigen Lernen umsetzen lässt, kommt von Nils. Übrigens auch eine große Folgeempfehlung auf Twitter.

Lernlandkarte mit Differenzierung

Auf Instagram bin ich über diesen tollen Post zum selbstständigen Lernen mit der Möglichkeit zum Differenzieren gestoßen.