Björns Woche im #twlz: „Tempus fugit“ oder was tun, wenn die Zeit knapp wird?

Diary, meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

hier in Niedersachsen stehen die Herbstferien an! Nach 6 1/2 intensiven Wochen freue ich mich schon auf die „unterrichtsfreie“ Zeit, denn u.a. mit Klausurkorrektur gibt es auch in den Ferien genügend zu tun. Trotzdem gibt es auch die ein oder andere Sache, auf die ich gerne mit euch zurückblicken möchte. Und auch gerne mit euch besprechen will.

„Noch 5 Minuten…“ Wie beendet man eine unfertige Stunde?

Sicherlich kennt ihr diese Situation auch: Aus unterschiedlichen Gründen hat sich die ganze Stunde wieder etwas hingezogen. Die Klasse kam 5 Minuten später vom Sport, danach musste noch was organisatorisches besprochen werden, die Klasse stellt zu viele Fragen beim Einstieg etc.: Man kommt zwar voran, aber spätestens in der Arbeitsphase merkt man, dass man das Ende der Stunde nicht erreicht. Dieses Gefühl hatte ich in der letzten Woche relativ oft, sodass ich mich da selbst frage: Wie gehe ich am besten mit einer solchen Situation um. Denn die SchülerInnen einfach so aus dem Unterricht gehen zu lassen, ohne irgendwie nochmal etwas besprochen zu haben, fühlte sich sehr komisch an.

Die ersten Stunde habe ich nämlich so beendet, nach dem Motto: Bearbeitet das Blatt als Hausaufgabe fertig. Das kam bei den SchülerInnen nicht gut an (wann können Hausaufgaben das schonmal?) und sorgte wieder dafür, dass die nächste Stunde viel Platz wegnahm, um die Arbeitsaufträge zu besprechen. Zumal sie mittlerweile wieder vergessen hatten, was wir eigentlich gemacht haben. In den nächsten Stunden bin ich anders vorgegangen: Hier habe ich die Arbeitsphase früher unterbrochen, aber bewusst dafür genutzt, nur Aufgabe 1 zu vergleichen und den Rest als Hausaufgabe aufzugeben. So hatte die Klasse immerhin einen kleinen Erkenntnisgewinn, der Rest wurde dann als Hausaufgabe gemacht. Hiermit war ich schon wesentlich zufriedener als bei der vorherigen Lösung, da auch von der Folgestunde nicht so viel gebraucht wurde.

Allerdings frage ich mich immer noch, welche anderen Lösungen es gibt, um Stunden, die man nicht mehr fertig bekommt, sinnvoll zu beenden. Hier möchte ich dieses Format gerne nutzen, um eure Erfahrungen und Tipps zu „unfertigen“ Stunden zu hören. Wie geht ihr damit um, wenn ihr seht, dass ihr eine Stunde nicht mehr so durchführen könnt, wie ihr es geplant habt?

Tweets zur Boston Tea Party? – Eine Social Media-Methode

Mit meiner zwölften Klasse habe ich mich in meiner Einheit zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bewegt und wir sind dabei zur Boston Tea Party gekommen. Zur Behandlung dieses wichtigen Themas habe ich neben dem Lesen eines klassisches Darstellungstextes auch die folgende Aufgabe gestellt: „Stellt euch vor, es hätte zu Zeiten der Boston Tea Party schon Social Media gegeben. Erstellt Posts, Tweets etc., die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.“ Nach anfänglicher Skepsis fingen die SchülerInnen schließlich an, kreativ zu werden. Die Umsetzung dieses historischen Themas in modernen Form sei eine spannende Herausforderung gewesen, hieß es danach in der Nachbesprechung. Auch kam das Feedback, dass man bei der Recherche sehr genau auf Details geachtet hätte (z.B. war John Adams wirklich bei der Boston Tea Party dabei?). Generell hat es den SchülerInnen sehr viel Spass gemacht und einige der gesammelten Werke möchte ich euch nicht vorenthalten. Diese Methode wird auf jeden Fall wieder ihren Weg in den Unterricht finden. 😎

Eine zweite Chance für ehemalige Stasi-MitarbeiterInnen? – Eine Fishbowl-Diskussion

In meinem elften Jahrgang habe ich aktuell das Thema der friedlichen Revolution in der DDR. Als Grundlagen müssen dazu auch verschiedene Themen der Gesellschaft der DDR thematisiert werden, weshalb wir in der letzten Stunde über die Stasi gesprochen haben. Da es auch heute noch viele ehemalige Stasi-MitarbeiterInnen gibt, die Teil unserer Gesellschaft sind, bin ich mit meinem Kurs die Frage nachgegangen, ob ehemalige Stasi-MitarbeiterInnen eine „zweite Chance“ verdient haben. Als Methode habe ich hier zum ersten Mal eine „Fishbowl-Diskussion“ gewählt. In dieser Methode sitzen vier Personen in einem Sitzkreis in der Mitte des Raumes und diskutieren gemeinsam über ein Thema. Das äußere Publikum schaut ihnen also wie bei einem Goldfischglas zu. Das besondere ist, dass die Personen in der Mitte jederzeit „ausgetauscht“ werden können durch Personen aus dem Publikum. Somit fließen immer neue Meinungen und Ansichten in die Diskussion ein. Am Ende konnten wir durch diese spannende Methode viele gute Pro und Contra-Argumente sammeln und die SchülerInnen betonten nochmal, dass diese Methode eine gute Abwechslungs zum klassischen „Einzelabfragen“ der Lehrkraft darstellte.

Gedanken aus dem #twlz

Mit Social Media habe ich bereits erfolgreich im Unterricht gearbeitet, mit Trailern aber noch nicht. Die Kollegin @Julelernt_lehrt hat dazu einen tollen Flyer erstellt, welcher auf die wichtigsten Punkte, die es hierbei zu beachten gilt, eingeht.

Als ehemaliger Referendar fand ich es ebenfalls „spannend“, mein Referendariat unter Corona-Bedingungen durchzuführen. Daher war es sehr interessant, einmal zu hören, wie „andere“ Referendare diese Zeit wahrgenommen haben. Einen Einblick gibt die aktuelle Folge des Podcasts #teechtalks.

Fazit

Vom Stresslevel so langsam bereit für die Herbstferien, aber lange ist es ja nicht mehr hin. Insofern liebe Grüße an die KollegInnen, die schon Ferien haben und noch etwas Kraft an die Kollegen, welche erst später in die Ferien gehen. Nichtsdestotrotz macht es mir weiterhin viel Spass an meiner Schule und ich freue mich schon auf die nächsten kreativen Sachen, die ich (bzw. meine SchülerInnen dann) ausprobieren dürfen. 😊

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