[alternative Prüfungsformate] Netflix-Serie

alternative Prüfungsformate, digital, Geschichte, Methode, Methodik, Neuzeit

Die Idee zu diesem Unterrichtsprojekt stammt von Stefan Fassnacht, welche er auf der mobile Schule digital im November vorgestellt hat.

Netflix, Amazon Prime und wie sie alle heißen. Fast jeder von uns nutzt Streaming-Dienste als Ersatz oder Ergänzung zum Programm der alltäglichen Fernsehprogramme. Meine Mädels sind beispielsweise große Fans von Gossip Girl und Haus des Geldes, zwei Serien, welche zum Beispiel auch beim Anbieter Netflix zu finden sind. Somit sind sie mit dieser Art von Anwendung bereits vertraut und ich kann an ihre Lebenswelt problemlos im Unterricht anknüpfen. Die Aufgabe der Mädchen war es nun, mit Hilfe eines Templates, ihre eigene Netzflix-Serie zu konzipieren.

Die Rahmebedingungen

Ende Dezember hatte ich mit meinen 10.Klassen den Kalten Krieg abgeschlossen. Die anschließende deutsch-deutsche-Problematik empfinde ich als sehr komplex, sodass ich mich entschlossen habe, mit der Mauer zu beginnen. Hierbei waren mir diverse Themen wichtig, welche auch für den weiteren Unterrichtsverlauf von Bedeutung sind. Entschieden habe ich mich letztendlich für sieben Schwerpunktthemen:

  • Bau der Mauer
  • Bahnhof Friedrichstraße und der Kontakt zwischen Ost- und Westberlin
  • Mauerflüchtlinge
  • Mauertote
  • Grenzanlage und Grenztruppen
  • Migration DDR-BRD
  • Mauerfall

Zu diesen Themen habe ich eine TaskCard (hier einsehbar) mit Leitfragen und Quellen sowie Darstellungen für jede Gruppe bereitgestellt. Zudem habe ich jeder Gruppe ein Template mit Google Slides für die Serie zur Verfügung gestellt, auf welchem sie kollaborativ arbeiten konnten. Das Template, welches dem typischen Aufbau von Netflix nachempfunden ist, stellt hierbei den Rohbau für die Serie dar und macht das Projekt realer. Eine Kollegin, die am Ende der Stunde kurz rein kam, dachte auf den ersten Blick bei der Präsentation meiner Mädels tatsächlich, dass wir gerade eine echte Netflix-Serie behandeln.

Die Erarbeitung

Die Aufgabe der Schülerinnen war es nun mit den vorgegebenen Materialien, welche sie jederzeit ergänzen durften, eine Netflix-Serie zu erstellen. Die Mädels sollten eine Titelseite sowie eine Seite mit vier Folgen erstellen sowie diese bebildern und einen Text dazu schreiben. Gedreht wurde keine Serie, sondern nur theoretisch angelegt. Hierbei war mir wichtig, dass es keine Dokumentation, sondern eine Serie wird, da sie sich hierbei intensiv mit dem Stoff auseinandersetzen mussten. Zudem war es Bestandteil der Aufgabe, eine historische Quelle in die Serie einzubauen und diese bei der anschließenden Präsentation der Serie kurz zu erläutern. Im Vorfeld hatte ich zudem einen detaillierten Erwartungshorizont sowohl analog als auch in mebis als Rubrik hinterlegt. Mit Hilfe der Vorlage konnten die Gruppen ausführlich sehen, was sie für welche Anzahl von Punkten leisten mussten und sich immer wieder selbst in Hinblick auf die verschiedenen Rubriken evaluieren. Mit ihrer Note erhalten sie auch ein Feedback mit Hilfe der Rubrik via mebis.

Nachdem ich den Mädels das Projekt vorgestellt hatte, haben diese etwa 3-4 Wochen mit jeweils zwei Unterrichtsstunden in der Woche intensiv an dem Projekt gearbeitet. Hierbei stand ich ihnen jederzeit für Rückfragen zur Verfügung, habe sie aber ansonsten selbstständig arbeiten lassen. Die finale Arbeit wurde abschließend via mebis abgegeben.

Die Präsentation

Nach der Abgabe hat jede Gruppe ihr finales Werk präsentiert und ihre Quelle der Klasse erläutert. Es war toll zu sehen, wie begeistert die Mädels von den einzelnen Arbeiten waren und wie sie die Präsentationen ihrer Mitschülerinnen wertgeschätzt haben.

Die Sicherung

Im Anschluss an die Präsentationen fand die Sicherung des Projektes statt. Gemeinsam habe ich mit der Klasse die einzelnen Felder erarbeitet, wobei erst die an der Präsentation beteiligten Schülerinnen ihr gelerntes Wissen wiedergeben sollten und anschließend die Expertinnen auf dem jeweiligen Thema ergänzt haben.

Schülerinnen-Fazit

Als Rückmeldung haben mir die Mädels mit auf den Weg gegeben, dass ihnen insbesondere die freie und eigenständige Arbeit in Gruppen sehr gut gefallen hat. Sie empfanden die selbstständige Auseinandersetzung mit dem historischen Stoff als sehr spannend und bereichernd. Zudem hat ihnen die kreative Arbeit Freude bereitet und sie empfanden das Projekt als „sehr cool“. Auch die Art der Präsentation hat ihnen sehr gefallen, insbesondere die moderne Interpretation der sonst eher klassischen Referate.

Mein Fazit

Persönlich bin ich sehr stolz auf meine Mädels und die Ergebnisse, die sie präsentiert haben! Sie haben wunderbar zusammengearbeitet, gemeinsam die Vergangenheit entdeckt und Begeisterung für ihr Thema entwickelt und es selbstständig sowie nachhaltig erarbeitet. Teilweise saßen sie schon an ihrer Arbeit beisammen, obwohl ich noch nicht einmal anwesend im Klassenzimmer war. Die entstandenen Noten sind auch allesamt positiv ausgefallen.

Material

Bildquellen

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