Björns Woche im #twlz: Mein spielerischer Einstieg in den DaZ-Unterricht

meine Woche im #twlz

Liebes digitales Kollegium,

Meistens kommen mit dem neuen Schulhalbjahr auch neue Stundenpläne ins eigene Fach. Nicht selten fallen dabei auch einige Stunden weg, die dann woanders dann wieder „reingeholt“ werden müssen. So war es in diesem Halbjahr auch bei mir, wo zwei Stunden Geschichte als Epochalfach weggefallen sind. Da alle anderen Kurse bereits „besetzt“ waren, war es somit nicht möglich, meine zwei Fehlstunden mit Latein oder Geschichte auszugleichen. Da ich jedoch angegeben hatte, auch gerne für andere Fächer eingesetzt zu werden, fand ich kurz vor dem neuen Halbjahr dann einen Stundenplan, in welchem ich zwei nicht näher definierte Stunden in einer Klasse mit dem Kürzel SLK hatte. Nach der ersten Verwunderung fragte ich mich ein wenig herum und erfuhr, dass es sich hier um die „Sprachlernklasse“ handelte, eine Klasse für SchülerInnen, welche keine oder nur ganz geringe Deutschkenntnisse haben. Diese werden hier darauf vorbereitet, so gute Deutschkenntnisse zu gewinnen, um dann am Regelunterricht teilnehmen zu können. Ich mag dieses Konzept sehr, habe allerdings ein gewisses Problem bei der Sache: Ich habe nie Erfahrung im Bereich DaZ gesammelt. Da ich auch kein Deutschlehrer bin, stand ich (und stehe ich immer noch!) also vor der Herausforderung, mich nun irgendwie in dieses Thema einzuarbeiten und den DaZ-SchülerInnen guten Unterricht zu bieten.

Was jetzt?

Um also herauszufinden, wie ich möglichst guten DaZ-Unterricht anbeiten kann, suchte ich das Gespräch mit der zuständigen Klassenlehrerin. In einem Gespräch erzählte sie mir dann, dass die Klasse im Prinzip den ganzen Tag nur Spracherwerb haben würde. Insofern wäre es vielleicht ganz praktisch, wenn sie daneben auch mal etwas anderes erleben würden. Daraufhin kam ich mit der Idee, in meinen Stunden eine Art „Sport“ zu machen, aber auf eine etwas andere Art: Ich wollte schauen, dass ich Spiele mit ihnen spielte, welche sich auch in dieser besonderen Gruppe gut spielen lassen: Sie durften nicht allzu komplex von den Regeln her sein und mussten sich so spielen lassen, dass sie von allen SchülerInnen gleichermaßen gespielt werden können, unabhängig vom Alter. Im besten Fall sollten dies auch Spiele sein, bei welchen man sich bewegt und miteinander kommunizieren muss. Auf Basis dieses Gesprächs entwickelte ich dann einige Ideen, von denen ich euch hier zwei kurz vorstellen möchte. Wie gesagt befinde ich mich noch am Anfang bei der Planung, daher wäre ich sehr dankbar für weitere kreative Ideen und Vorschläge, wie ihr den DaZ-Unterricht (relativ spielerisch) umsetzt.

Spielerisch Begriffe lernen: Memory auf LearningApps

Ein wichtiger Aspekt des Sprachlernens ist auf jeden Fall der Wortschatz. Hier habe ich mir überlegt, als spielerisches Ritual für den Einstieg, mit der Lerngruppe Memory zu spielen. Hierbei sollen sie deutsche Begriffe den passenden Bildern zuordnen. Natürlich ist diese Art des Lernens relativ simpel, aber die Beteiligung hat gezeigt, dass die ganze Lerngruppe sehr motiviert ist und sich freut, hier ihr Wissen auch zeigen zu können. Auch kann dann immer kurz über die Begriffe gesprochen werden (z.B.: Katze -> Wer hat ein Haustier?), sodass auch das gemeinsame Sprechen hier geübt wird. Wenn ihr die Vorlage als Beispiel nutzen wollte, findet ihr sie unter dem folgenden Link.

Gemeinsam spielen: Wikingerschach

Mein erstes größere Projekt war es nun, ein Spiel zu finden, welches sich also gleichzeitig mit einer Lerngruppe mit sehr heterogenem Alter spielen ließ. Da ich sehr gerne Wikingerschach spielte, kam mir sofort der Gedanke, es nicht damit zu versuchen: Die Regeln wären (ein wenig modifiziert) relativ einfach, man könnte auch eine Gruppe von 13 Leuten „gleichzeitig“ spielen lassen und die SchülerInnen hätten Bewegung und (hoffentlich!) Spass. Weiterhin müssten sie auch kommunizieren, wer auf welchen Kubb wirft und sich miteinander abstimmen. Gedacht, getan setzte ich mich darin, eine kurz gefasste Spielanleitung zu schreiben, welche möglichst kurz die zentralen Spielregeln vorstellt. Dazu stellte ich dann 5 kurze Fragen, die wir vorher gemeinsam besprechen sollten: „Was ist das Ziel des Spiels?“, „Wann darf man auf den König werfen?“ etc.

Mit dieser Spielanleitung bin ich dann in die Stunde reingegangen und es hat tatsächlich sehr gut geklappt. Zwar war durch die unterschiedlichen Sprachniveaus nicht immer erkennbar, ob wirklich alle vor dem Spielen verstanden haben, wie die Regeln nun genau sind, aber frei nach dem Motto „Learning by Doing“ funktionierte es beim Spielen dann sehr gut. Die Lerngruppe hatte ihren Spass, konnte ein wenig aus dem Spracherwerbsalltag heraus und schnappte gleichzeitig etwas Luft. Für die nächsten Stunden möchte ich ähnliche Konzepte entwickeln, freue mich aber da natürlich auch auf eure Vorschläge, wenn es hier schon Material gibt. Meine Anleitung für Wikingerschach könnt ihr hier herunterladen und für den eigenen Unterricht nutzen:

Gedanken aus dem #twlz

Vorsicht: Keine Eigenwerbung! Ich hatte das Thema DaZ bereits im #twlz einmal angesprochen und unter einem Post tolle Ideen und Verlinkungen bekommen, die ich hier gerne mit euch teilen möchte. Insofern geht es nicht um den Tweet an sich, sondern viel mehr um die Antworten von @le_nataliya und Co, die viele spannende Ideen für den DaZ-Unterricht enthalten.

Jobbörse Literatur? Nein, hier geht es nicht um Jobs in der Literaturwelt, sondern um kreative Arbeitsaufträge in der Lektürearbeit. Die wunderbare @an_annago hat eine tolle Sammlung mit verschiedenen Kreativaufgaben erstellt, die in allen Fächern, in denen Literatur gelesen werden muss, genutzt werden kann. Werft auf jeden Fall einen Blick hinein!

Ein schönes Projekt zum Valentinstag hat @dea_ritter vorgestellt: Hier wurde im Schulgebäude eine Pinnwand aufgestellt, auf welcher die ganze Schulgemeinschaft in Herzchenform wertschätzende Botschaften anheften konnte. Eine tolle Idee, die so auch gleich für eine bessere Schulgemeinschaft sorgt.

Fazit

Genauso wie die deutsche Sprache für meine DaZ-SchülerInnen ist das Fach auch für mich ein „Abenteuer“. Sich Herausforderungen zu stellen, auf die man nicht vorbereitet ist, gehört für uns als Lehrkräfte aber irgendwie auch zum Alltag dazu, insofern bin ich gespannt, was für Erfahrungen mich den in den nächsten Monaten erwarten. Genauso gespannt bin ich aber auch auf den gemeinsamen Austausch mit euch im #twlz, um hier vor allem Eindrücke von erfahrenen DaZ-Lehrkräften zu bekommen, die wesentlich mehr Expertise als ich haben. Insofern sei hier nochmal der Hinweis auf das Barcamp „DaZ und Sprachförderung“ verwiesen, welches am 31.03.2022 stattfindet. Ich freue mich also auf den weiteren Austausch und bin gespannt, was diese so alles mit sich bringt. 🙂

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