Jugendsprache im Lateinunterricht

Latein, latine loqui

„Digga“, „saftig“, „Fühl ich“… die Liste an gebräuchlichen Jugendsprachwörtern ist relativ lang. Immer wieder kommen aus verschiedenen Quellen neue Wörter hinzu, welche vor allem Jugendliche gerne nutzen und somit ihre ganz eigene Sprache verwenden. Jugendsprache als Phänomen ist spätestens seit 2008 auch anerkannt, als man das erst mal das „Jugendwort des Jahres“ kürte: Es war „Gammelfleisch-Party“, eine scherzhaft-freche Bezeichnung für eine Ü30-Party. Jugendsprache und ihre Begriffe sind also durchaus relevante Begriffe, deren genauere Betrachtung sich gerade in den modernen Sprachen anbietet, da viele in ihrer Systematik doch auf Englisch oder bei uns eben auf Deutsch zurückgreifen oder sogar Mischformen (fly sein, wyld) darstellen.

Da das Verwenden der Jugendsprache jedoch kein Privileg für die modernen Sprachen sein sollte, habe ich mir überlegt, wie man das ganze in den Lateinunterricht bringen könnte. Entstanden ist dabei ein Arbeitsblatt, bei welchem die SchülerInnen für Begriffe der heutigen Jugendsprache passende lateinische Begriffe finden sollen. Was bei einigen Begriffe relativ einfach scheint, wird bei Begriffen wie „YOLO“ schon schwieriger. In einer zweiten Aufgabe können die SchülerInnen dann noch selbst überlegen, welche Begriffe fehlen und für diese eigene lateinische Übersetzungen finden.

Insgesamt hat die Arbeit mit dem AB den SchülerInnen nicht nur sehr viel Spass gemacht, sondern auch dafür gesorgt, dass ich auf dem Schulhof einige „Pingua“ oder „Itaaaaa“ gehört habe. Auch war es interessant, eine generelle Diskussion zum Thema „Sinn“ von Jugendsprache zu führen. Wenn ihr also eine kleine Aufgabe zum Schulstart oder zum restlichen Füllen einer Stunde braucht, bietet sich das kleine AB sehr gut an.

2 Gedanken zu “Jugendsprache im Lateinunterricht

  1. Echt meegaaa! 😀

    Ist echt ein super cooles AB! Eine Frage hab ich aber, ich steh grade auf dem Schlauch: Wofür steht TAVS? Also natürlich bedeutet es YOLO, aber ich bekomme die Abkürzung nicht hin…(Tu … vivis semel?).

    Viele Grüße und danke für das AB!

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    1. Danke für das Lob 🙂

      Das „A“ in TAVS steht für „at“. Eigentlich wäre „solum“ die bessere Wahl gewesen, aber dann hätte die Abkürzung nicht so gut aussprechbar geklungen (TSVS). Daher habe ich das mit einem A „Tu at vivis semel“ (Du aber lebst (nur) einmal) übersetzt. 😀

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